Grafik-Analyse: Wie schlagen sich die Online-Matratzenanbieter wirklich?

Grafik-Analyse: Wie schlagen sich die Online-Matratzenanbieter wirklich?

Mit dem US-Anbieter Casper als Vorbild hat sich in Deutschland ein ausgewachsener Hype um Online-Anbieter von Matratzen entwickelt. Doch wie stehen die zahlreichen Anbieter mit einfachem Prozess und hippem Vornamen wirklich da? digital kompakt hat sich das verfügbare Zahlenmaterial genau angeschaut und eine Analyse entwickelt.

Die Online-Matratzenanbieter in der Übersicht

Es ist eine wahre Flut von Anbietern, die derzeit den deutschen Markt mit einem reinen Onlineverkauf von One-Type-fits-all-Matratzen angeht. Diese Anbieter hat digital kompakt einer Analyse mit Hilfe der Handelsregisterdaten der Unternehmen, den Traffic-Messungen von Similiar Web und öffentlich zugänglichen Finanzierungsinformationen unterzogen:

Executive Summary:

Betrachtet man die Ergebnisse (siehe unten), wird schnell deutlich, dass es ein großes Reichweitengefälle zu geben scheint, bei dem insbesondere die gut finanzierten internationalen Anbieter sowie das von der Stiftung Warentest regelmäßig gut bewertete Bett1 relevanten Traffic aufweisen, mit dem viele der jüngeren Anbieter nicht mithalten können. In Ergänzung zu den Schwierigkeiten des Geschäftsmodells hinter dem Matratzen-Onlineverkauf zeigt sich daneben, dass viele der Anbieter eine hohe Abhängigkeit von (gekauftem) Suchmaschinentraffic zu haben scheinen, sodass es fraglich ist, wie dieses Modell angesichts von hohen Marketingkosten, geringen Wiederkaufsraten und hoher Produktkomplexität auf lange Sicht funktionieren soll. Die Ausweitung der Produktkategorien der unterschiedlichen Anbieter verdeutlicht, dass diese Problematik dort wohl bekannt sein dürfte, weshalb mit einem Angebotsausbau vermutlich höhere Warenkörbe und Möglichkeiten zur Bestandskundenreaktivierung angestoßen werden sollen.

digital kompakt, Spenden, Kakao

Artikel zum Thema Matratzen:

Disclaimer: Für die Richtigkeit der aufgeführten Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Zusammenstellung der Informationen hegt darüber hinaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Anteile der Gesellschafter wurden auf ganze Prozente gerundet, weshalb diese von den realen Verteilungen abweichen können. Investorenzuordnungen und Interpretationen der Daten können ebenso falsch oder ungenau sein wie die von den Anbietern (Similiarweb, Crunchbase u.a.) zur Verfügung gestellten Daten. Zum Teil wurden Dollar-Beträge in Euro umgerechnet und können dementsprechend Rundungsfehler enthalten. Zum Teil wurden Anteile, die durch Unternehmen gehalten werden, einem oder mehreren Hauptgesellschaftern jener Firmen zugeschrieben. Dies muss nicht der tatsächlichen Verteilung entsprechen. Darüber hinaus sind auch treuhänderische und virtuelle Anteils-Konstrukte (etwa für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme) denkbar.

Bildmaterial: digital kompakt, Infogram, Bruno, Buddy, Casper, Emma, Eve, Felix, Filip Lenz, Grafenfels, Leesa, Muun, Sleepz, Smood (Montage)


5 Gedanken zu “Grafik-Analyse: Wie schlagen sich die Online-Matratzenanbieter wirklich?s”

  • 1
    C am Juni 2, 2017 Antworten

    fyi emma = felix, bzw beides bettzeit gmbh

    • 2
      Joël Kaczmarek am Juni 2, 2017 Antworten

      Vielen Dank für den Hinweis, ist uns bewusst und im Text glaube ich auch 1-2 Mal erwähnt.

  • 3
    Kai am Juni 5, 2017 Antworten

    Das ist eine nette Zusammenfassung der Trafficquellen, Finanzkennzahlen und Produktpreise, aber wirklich aussagekräftig ist das nicht.
    Ich hätte mir viel lieber eine persönliche Einschätzung von euch gewünscht, wie ihr die Zukunft solcher Modelle seht. Ihr sprecht sowohl die hohen Marketingausgaben als auch den hohen Produktlebenszyklus an. Dazu kommt der starke Druck aus dem Handel (Offline wie Online) und die sicherlich nicht allzu geringen Retourenqouten (bei 100 Tagen Rückgaberecht).
    Bett1 ist für mich hier ein absoluter Sonderfall, da die komplett von Stiftung Warentest getragen werden (hoher Directtraffic, mit Sicherheit hohe Conversion Rate, geringe Marketingausgaben etc) und dadurch in einer ganz anderen Liga als Casper und Co spielen.
    Für die marketinggetriebenen Player sehe ich persönlich keine rosige Zukunft. Allein wenn man sich CCPs der relevanten Matratzenkeywords in den letzten Jahren anaschaut, dann kann ein Modell, welches primär von Adwords-Traffic lebt nicht profitabel laufen.

    • 4
      Joël Kaczmarek am Juni 5, 2017 Antworten

      Hallo Kai,

      das ist eine richtige Feststellung, wir haben uns hier auf eine eher abgespeckte Einschätzung beschränkt, zumal wir für unseren E-Commerce-Podcast mit Jochen Krisch und Alex Graf eine Analyse der Matratzenstartups vorgenommen haben, der wir nicht zu stark vorgreifen wollten. Also diese Einschätzung wirst du demnächst dann per Tonspur quasi zur Verfügung gestellt bekommen.

      Gruß

      Joel

  • 5
    Stefan Meinecke am Juni 9, 2017 Antworten

    An Stelle der Etablierten würde ich mich eher zurücklehnen und zusehen, wie die optimistic martyrs ihren ruinösen Marketing Spent verprassen, daran einige bankrott gehen und dann später einsteigen.
    Die besten Chancen sehe ich langfristig ganz klar bei den Anbietern, die online und offline kombinieren und auch customization bieten. Dass eine einzige Matratze eben nicht für alle Menschen gleich geeignet ist, hat ja Stiftung Warentest bereits als Mythos zerstört, also wird es 2-3 Jahre dauern bis die Menschen Matratzen online ansehen, im Laden probeliegen und online den Liefertermin ausmachen und bezahlen werden.

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