Home24 nimmt 20 Millionen für den notwendigen Umbau auf

Home24 nimmt 20 Millionen für den notwendigen Umbau auf

Home24, der von Rocket Internet ins Leben gerufene Möbelshop, gab heute eine neuerliche Finanzierung über 20 Millionen Euro bekannt und baut gleichzeitig seine Führungsspitze um. Zieht Home24 damit auch personelle und strukturelle Konsequenzen aus der scheinbaren Stagnation?

Erst Acquihire, dann Umbau(?)

Von wem das Kapital der neuerlichen Finanzierung stammt, bleibt bisher unklar, es soll von Bestands- sowie neu hinzu getretenen Investoren stammen. Home24 hat bereits eine Reihe von Finanzspritzen erhalten und machte in dieser Richtung zuletzt im Sommer 2015 von sich Reden, als mit dem Einstieg des schottischen Geldgebers Baillie Gifford 120 Millionen Euro in das Unternehmen flossen. Das Kapital nutzte Home24 unter anderem, um im November den Designmöbel-Shop Fashion For Home zu übernehmen.

Eine Übernahme, die mit der nun erfolgten Beförderung der beiden Fashion For Home-Gründer Marc Appelhoff und Christoph Cordes zu Vorstandsmitgliedern immer stärker als Acquihire erscheint. Gemeinsam mit Philipp Kreibohm werden beide zukünftig das Unternehmen leiten, scheidet Domenico Cipolla im Mai doch aus dem Vorstand aus.

Neue Führung steht vor Herausforderungen

Home24, Geschäftsmodell, Entwicklung
Warum sich Home24 strukturell anscheinend nicht weiterentwickelt

Mit einer Bewertung von zuletzt 960 Millionen Euro zeigte Home24 einen für Rocket-Verhältnisse überschaubaren Wertzuwachs und schreibt gleichzeitig weiterhin hohe Verluste. Einen Wandel dürfte das Unternehmen also dringend nötig haben: Bereits im Februar analysierte digital kompakt, dass Home24 strukturell auf der Stelle tritt und bei seinem Geschäftsmodell vor großen Herausforderungen steht („Warum sich Home24 strukturell anscheinend nicht weiterentwickelt“).

Vor allem die angeblich schlechten Wiederkaufs- und Weiterempfehlungsraten des Unternehmens dürften auf die Zahlen schlagen und die neue Führung bei hoher Burn-Rate und konstant hohen Marketingausgaben vor Herausforderungen stellen. Offenbar hatte der Onlineshop sein Geschäft deutlich zu schnell skaliert, ehe er die notwendige Umsetzungsqualität im Griff und die Geschäftsprozesse vollständig verstanden hatte. Angesichts der strukturellen Stagnation und nun erfolgten Umbesetzung ist es ohnehin plausibel, dass die Personalien des Möbelshops in der Retrospektive kritisch diskutiert werden (sollten).

Bildmaterial: Home24


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