Movinga erhält von seinen Gesellschaftern und zwei Privatleuten 17 Millionen Euro

08. Dezember 2016 Informiert 0
Movinga erhält von seinen Gesellschaftern und zwei Privatleuten 17 Millionen Euro

Nachdem Movinga bereits seit einer Weile an seiner Restrukturierung bastelt, macht das Unternehmen nun mit einer prominenten Finanzierung von sich Reden und wird wohl in Richtung Profitabilität streben.

Movingas Umbau nach der Krise

Der Aufstieg und Fall der Umzugsplattform Movinga zählte zu den Topthemen dieses Jahres, war das Unternehmen aus Berlin doch erst umfangreich finanziert und gehypt worden, ehe mit dem Auftreten unterschiedlicher Buchhaltungs- und Kostenprobleme jähe Ernüchterung einsetze.

Nun hat das unter Finn Age Hänsel restrukturierte Unternehmen eine neue Finanzierungsrunde über 17 Millionen Euro abgeschlossen – eine durchaus stolze Summe, die als Signal gewertet werden darf, dass Movinga seine Probleme soweit in den Griff bekommen hat, dass nicht nur die bestehenden, sondern auch neue Investoren wieder an die Wachstumsgeschichte des Unternehmens glauben.

Unter der neuen Führung erscheint Movinga bis dato auf einem guten Weg: Das Management wurde durch den Ex-Zalando-Manager Jochen Cassel als CFO erweitert, eine eigens eingerichtete Task Force widmete sich den hohen Außenständen des Unternehmens und mit Ralf Möller hat das Unternehmen jüngst auch eine neue PR- und Marketingoffensive gestartet, was vermuten lässt, dass das Unternehmen seine Prozesse nun besser im Griff hat.

Privatpersonen geben frisches Geld

Bereits im Sommer hatte es eine Brückenfinanzierung in Form eines Convertible Loans gegeben, ein Kredit, der zu einem späteren Zeitpunkt in Anteile gewandelt werden kann. Insgesamt sechs Millionen Euro sollen Movinga auf diesem Weg vor allem von Onvista-Gründer Stephan Schubert zur Verfügung gestellt worden sein, denen nun noch einmal elf Millionen als unmittelbare Investition hinzutreten und die Series C des Unternehmens formen.

Neben einigen der Altgesellschafter beteiligten sich in der aktuellen Runde mit Gert Purkert, Gründer der Restrukturierungsboutique Aurelius Capital und Carlo Kölzer, der 2015 seine Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro an die Deutsche Börse verkauft hat, zwei Privatmenschen an Movingas Finanzierung.

Einen institutionellen Investor konnte Movinga damit also nicht für sich gewinnen, zumal dem Unternehmen durchaus auch andere Angebote vorgelegen haben sollen – dem Vernehmen nach auch von einem Private Equity Fonds. Gut vorstellbar, dass interessierte Investoren sich einen Einstieg in das durch seine exorbitant hohe Burnrate aufgefallene Unternehmen mittels einer niedrigeren Bewertung oder auf Basis aggressiverer Liquidationspräferenzen hatte aufwiegen lassen wollen und ein Einstieg daher speziell den Altgesellschaftern nicht attraktiv erschien.

Unter dem Strich macht der Umfang der Finanzierung sicherlich dennoch Hoffnung, dass Movinga nachhaltig in die Erfolgsspur zurückfinden kann, was für die Branche als Ganzes wichtig wäre, zumal die negativen Vorgänge viele der beteiligten Akteure verunsichert und negative Effekte auf das Finanzierungsklima insgesamt gehabt haben.

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Bildmaterial: Movinga


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