Macht der Molekularsensor Scio das Smartphone bald zum Tricorder?

Macht der Molekularsensor Scio das Smartphone bald zum Tricorder?

Mit Scio hat das israelische Technologieunternehmen ConsumerPhysics einen Molekularsensor im Taschenformat entwickelt, mit dem sich unterschiedliche Stoffe analysieren lassen und der das Potenzial hat, eine völlig neue Gerätekomponente für Smartphones hervorzubringen.

Scio – ein Molekularsensor im Taschenformat

Scio (Webseite) ist ein Scanner, der non-invasiv und berührungsfrei per Luftübertragung Gegenstände auf ihre Zusammensetzung untersucht. Dazu nutzt es einen Ansatz namens Nahinfrarotspektroskopie, bei dem Strahlung im Bereich des kurzwelligen Infrarotlichts nach bestimmten Eigenschaften wie Energie, Wellenlänge oder Masse zerlegt und dann auf unterschiedliche Fragestellungen hin analysiert wird. Golem erklärt das Prinzip in einem Artikel recht anschaulich.

Bei der Erhebung misst Scio die Lichtwerte eines Gegenstands, schickt diese Daten via Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone an eine Cloudanwendung, welche dann die Scanergebnisse zurück auf die dazugehörige Smartphone-App schickt. Für gewöhnlich sind Geräte dieser Art groß und teuer, sodass die wesentliche Innovation von ConsumerPhysics mit dem Scio darin liegt, das Gerät deutlich kleiner (etwa in der Größe eines USB-Sticks) und kostengünstiger (derzeit 249 Dollar) anbieten zu können.

Scio lernt für eine Materie-Datenbank

Mit Scio können derzeit Ernährungsfakten über Milchprodukte, Obst und Gemüse erfasst werden, Apps für Getränke, Fleisch, Reifegrade oder Salatdressings sollen folgen. Unterschiedliche Pflanzen lassen sich auf ihren Zustand hin scannen und Scio kann Kapseln mit Medizin und Nahrungsmittelergänzungen identifizieren.

Vor allem lernt das Gerät mit jeder erfassten Materie dazu und hat sich auf die Fahne geschrieben, die erste Datenbank für Materie ins Leben zu rufen. Denn Scio kann nur Lichtwellen identifizieren, die in der cloudbasierten Datenbank hinterlegt sind. Darum ist eine Öffnung von dessen Ökosystem wohl ähnlich wichtig, wie die sukzessive Optimierung von Hardware und Gerätepreis.

Überhaupt erinnert das Gerät etwas an die aus den Star-Trek-Serien bekannten Tricorder, mit denen Captain Kirk und Co. alle erdenklichen Materialien auf ihre Zusammensetzung und ihren Zustand hin untersuchen konnten. Und damit deutet Scio auch an, wohin die Reise gehen kann: Sein echtes Potenzial entfaltet Scio als lernendes System und während bisher Fingerscanner, Drucksensoren und Kameralinsen die bedeutenden Hardware-Komponenten der Mobile-Industrie darstellten, könnten Smartphones in Zukunft zu echten Spektrometer für den Alltagsgebrauch werden, wenn Scio noch kleiner wird und noch mehr Materialien erkennt.

Bildmaterial: ConsumerPhysics


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