Deep Dive #26: Tom Bachem über das innovative Konzept der CODE University

Deep Dive #26: Tom Bachem über das innovative Konzept der CODE University

In seinem Unternehmer-Podcast Deep Dive spricht digital kompakt in dieser Woche mit Thomas Bachem, der mit der CODE University das Konzept einer Hochschule völlig neu denken will. Im Interview wollten wir wissen, warum das bisherige Hochschulsystem eine Frischzellenkur braucht, wie man Techies interdisziplinär ausbildet und warum Praxiserfahrungen das A und O sind.

Eine Uni für Techies und Digitalunternehmer

Projektorientiertes Lernen, Präsenztermine, Problemlösung in interdisziplinären Teams, Autodidaktik und Studiengebühren – das klingt erstmal nach dem ganz normalen Uni-Alltag. Und doch sind es genau diese Attribute, die die neue CODE University of Applied Sciences (Website) von allen anderen Hochschulen unterscheiden sollen. Die enge Zusammenarbeit mit Digitalunternehmen wie Facebook, Google & Co. und die Arbeit an echten Projekten sollen die ausgewählten Studierenden schon früh praxisnahe Erfahrungen sammeln lassen, um ihnen eine realistische Vorstellung der vielfältigen Arbeitsbereiche zu vermitteln. In der Konsequenz stehen nicht Theorie und Forschung im Vordergrund der Lehre, wie sie die CODE anbieten will. Vielmehr will man sich dort der Aufgabe widmen, hochqualifizierte Fachkräfte für die Digitalbranche auszubilden.

Man wolle „weg von standardisiertem Wissen“, so Gründer Tom Bachem. Es gehe also nicht darum, den Studierenden ein uniformiertes Wissen nach Lehrplan einzuflößen, sondern sie individuell zu fördern und ihren eigenen Fähigkeiten entsprechend bestmöglich auf das spätere Arbeitsleben vorzubereiten.

digital kompakt, Spenden, Kakao

Die CODE – was steckt dahinter?

Wie der Spagat zwischen universitärer Lehre und praxisorientierter Berufsvorbereitung gelingen soll, erklärt der Unternehmer und Softwareentwickler im Interview mit digital kompakt. Darüber hinaus wollten wir von Thomas Bachem wissen, wie die Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen konkret aussehen wird, ob auch kleine und weniger finanzstarke Startups zu Partnern werden können und welche Ziele diese Partnerschaften verfolgen. Zudem befragten wir ihn zum Geschäfts- und Refinanzierungsmodell der CODE, wie Studenten für ihre Studiengebühren aufkommen können und wie konkurrenzfähig die CODE im nationalen und internationalen Vergleich sein wird. Diese und viele weitere Fragen behandeln digital kompakt-Macher Joel Kaczmarek und Thomas Bachem im Interview.

Im Deep Dive Podcast werden diese Themen rund um die CODE University behandelt (Links führen direkt zum Track):

Werbung, digital kompakt, Aufmerksamkeit

Dauer: 72 Minuten

Abonnieren:

Die Podcasts von digital kompakt können auf SoundCloud verfolgt, per RSS-Feed abonniert oder bei iTunes abgespielt werden – so können Sie unsere Podcasts ganz bequem via Smartphone in Podcast-Apps abonnieren und hören.

SoundCloud, Podcast, digital kompakt iTunes,, Podcast, digital kompakt

Links zum Thema:

Vorherige Ausgaben:

Lust auf mehr? Hier finden Sie alle Episoden unseres Unternehmer-Podcasts Deep Dive

Bildmaterial: digital kompakt, Pixabay, Pixabay (Montage)


1 Gedanke zu “Deep Dive #26: Tom Bachem über das innovative Konzept der CODE University”

  • 1
    something am Juli 2, 2017 Antworten

    Schönes Interview zu einem spannenden Thema. Dass das deutsche Hochschulwesen neue Impulse braucht ist nicht neu und dass ein Unternehmer da ansetzt, ist positiv und sollte geschätzt werden. Allerdings fühlt sich die Code University wie ein Liebhaberprojekt bzw. Lifestyle-Venture an.

    Wenn man dem Gründer zuhört, findet man nicht viele neue Elemente. Überraschenderweise hat das deutsche Hochschulwesen sogar im Bereich Informatik/Medienirgendwas nachgezogen und viele Hochschulen bieten ein ähnlich praxisorientiertes Vorgehen mit vielen Projekten an. Und das für lau. Früher war das wirklich anders und enttäuschend.

    Aber um konkret zu werden und aufzuzeigen, warum das Konzept nicht aufgehen kann: im Bereich Software Engineering haben wir seit Jahren ein starken Nachfrageüberhang nach Entwicklern. D.h. die Signalwirkung einer universitären Ausbildung ist völlig zu vernachlässigen, Arbeitgeber sind froh, überhaupt Leute einstellen zu können und ob die studiert haben oder nicht, interessiert keinen. Das hat er selbst im Interview gesagt. Man wird kein guter Go-Programmier, in dem studiert hat, sondern in dem man einfach Tag und Nacht jahrelang Go und anderes programmiert und wenn man dann noch ein Github-Repo mit mehr als 1000 Sternen hat + paar Youtube-Auftritten auf der XXConf, kommen die Job-Angebote im sechsstelligen Bereich von selber und das täglich. Da braucht man keine Ausbildung oder Studium. Das wird sich auch nicht ändern, sondern eher zuspitzen. Der Lebenslauf eines Entwicklers ist nicht der CV und v.a. nicht die Uni.

    D.h. wenn die Studierenden weder das Netzwerk der Code University brauchen, noch deren Namen auf dem Lebenslauf (zumal der in den Anfangsjahren wegen fehlender Reputation keine Signalwirkung haben wird), um einen guten Job zu bekommen, warum sollten sie sich das antun? Dann lieber die 30.000 Euro in eine US-Universität und Business mit fetter Signalwirkung und einem richtig guten Netzwerk studieren. Nebenbei kann man immer noch programmieren.

    Zu den Fachrichtungen: Software Engineering check. Aber Interaction Design? Davon gibt es mittlerweile hunderte Studiengänge und ja auch solche die nach Photoshop nicht aufhören. Nebenbei: heutiges Frontend ist teilweise heftiger als Backend und am Ende auch wieder Software Engineering, wo ist da die Trennlinie? Product Management schießt alles ab. Was sollen die Jungs denn da drei Jahre lernen? Wie man Trello, Asana, Jira und Pivotal Tracker bedient? Oder gute Spezifikation schreibt? Oder schöne Mockups macht? Ach ne, das macht ja der Interaction Designer. Vielleicht tuned der Produktmanager die Konversionen auf der Landing Page? Ne, das macht doch der Online Marketer. Vielleicht dann doch eher klassisch Business studieren und mit dem Wissen Produktmanager werden? Ich sehe viele Fragezeichen und die mögliche Bewerber wahrscheinlich auch.

    Diese Uni auf dem Lebenslauf zu haben, könnte am Ende sogar ein Makel sein: Wenn ich einen Bewerber auf dem Tisch liegen habe, der sich so einen Deal hat andrehen lassen. Kann der schlau sein? In der Regel übertreffen die jungen Coder jeden Uni-Professor. Und jemand der einer Uni 30.000 zahlt, obwohl hierzulande alle anderen Unis for free sind, um sich von, naja, durchschnittlichen Profs zu belehren (und da wird diese Uni keinen Unterschied machen), dann… kann der gut sein? Die besten Coder werden keine Profs, denn als beste Coder verdient mal locker 150.000 aufwärts und diese trifft man IM JOB und eigentlich nie an der Uni.

    Zusammengefasst: 30.000 Euro pro Jahr + komplexe Rückzahlung (Stichwort: Der Pate und schön, dass da Joel kritisch war) + langatmiger Bewerbungsprozess + nur eine ‚Fachhochschule‘ und keine richtige Uni. und am Ende bekommt der pakistanische Kollege, der weder studiert hat, noch gutes Englisch spricht, trotzdem mehr Gehalt und mehr Karrierechancen (und zwar zu Recht). Falscher Markt, falsches Produkt.

    Was definitiv gut ist und um an dem Konzept auch ein gutes Haar zu lassen: Coder können in jungen Jahren sich mit gleichgesinnten umgeben. Ausgewählte Personen, die zumindest ein Grundset an Social Skills und Interesse aufweisen. Das scheint der Auswahlprozess zu garantieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.