Wie kann Drogeriehandel im Internet funktionieren?

28. November 2016 Podcasts 0
Wie kann Drogeriehandel im Internet funktionieren?

Drogerieartikel stehen zu den schwierigsten Segmenten im digitalen Bereich, weshalb schon einige Ansätze in diesem Bereich gescheitert sind. Doch wie gestaltet sich das Segment derzeit online und wie ist dem zu begegnen?

Die Schwierigkeiten der Online-Drogerie

Im Jahr 2010 hatte es bereits eine kleinere Drogeriewelle im deutschen Internet gegeben, als mit LisaLiefert und AllesAnna gleich zwei E-Commerce-Konzepte mit Fokus auf Drogerieprodukte an den Start gingen. Damals war es vor allem das amerikanische Unternehmen Drugstore.com, das mit seinem 409-Millionen-Dollar-Exit an Walgreens zu Nachahmern anregte. Doch während das unter anderem von Business Angel Michael Brehm finanzierte AllesAnna eine Anschlussfinanzierung verfehlte, ging LisaLiefert in der inzwischen ebenfalls vom Netz genommenen Kosmetik-Preissuchmaschine Lucrato auf.

Auch die Samwers hatten sich in der Vergangenheit schon erfolglos am Drogeriegeschäft versucht und 2009 mit Beautydeal ein Beauty-Outlet etabliert, das allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder seine Pforten schließen musste, nachdem die großen Hersteller angeblich dem Versuch, durch günstige Einkaufskonditionen Markenprodukte bis zu 20 Prozent unter den unverbindlichen Preisempfehlungen anbieten zu können, einen Riegel vorschoben.

Unter dem Strich warten Drogerieartikel folglich mit zu vielen Problemen auf, als dass die Internetbranche ihrer bisher durch reine Online-Konzepte Herr werden konnte. Da wären vor allem die geringen Margen in Verbindung mit einer hohen Preissensibilität auf der Kundenseite, die alleine Verandkosten und Retouren schon zur Herausforderung werden lassen. Ohnehin gelten viele Drogerieartikel als Spontankaufprodukte, weshalb wohl auch Lebensmittelhändler und Discounter im Segment wildern. Nur durch Skalenerträge bei Vertrieb und Einkauf lässt sich dem Einfluss der großer Hersteller begegnen, während der Markt ohnehin von wenigen großen Händlern wie dm, Rossmann oder Müller beherrscht wird, denen sich perspektivisch auch Amazon hinzu gesellen könnte.

Strategieeinblicke von Budnikowsky

Bis dato präsentierte sich die Digitalisierung des Drogerie-Geschäftsmodells also als denkbar schwierig, allenfalls Bundling-Ansätze wie Glossybox vermochten es hierzulande bisher als Online-Pureplayer ein Geschäft zu entwickeln, während auch Marktplatz-Ansätze oder Preisvergleiche zu denkbaren Geschäftsmodellen zählen. Doch selbst Amazon zeigte bisher ein eher passives Wachstum, befördert nun mit dem Dash-Button aber noch einmal neue Diskussionen zu Tage.

Zumal sich also versierte Investoren wie Michael Brehm oder die Samwers bisher die Zähne am Drogerie-Segment ausgebissen haben, ist es umso interessanter, was Christoph Wöhlke, Chef der Budnikowsky-Drogerien in Hamburg, im Kassenzone-Interview zur Digitalisierung des Drogeriegeschäfts zu teilen hat. Dazu führt Wöhlke die Strategiesituation innerhalb des enorm konzentrierten Marktes im Kräftefeld zwischen klassischem stationären Handel und Online-Anbietern aus und beschreibt die Herausforderungen angesichts von Onlineshops der großen Ketten, Nischenanbietern, wie Windeln.de oder Zooplus und Marktplätzen wie Amazon. Spannend sind seine Ausführungen, wie dem begegnet werden kann und inwieweit ein Onlineshop dabei ein Szenario darstellt (bzw. eben nicht).

digital kompakt, PaypPal Me

Bildmaterial: Pixabay


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