Wie baut man eine Rechtsabteilung auf? (Transkript zu Legal & Tax #6)

Wie baut man eine Rechtsabteilung auf? (Transkript zu Legal & Tax #6)

Unterschiede zwischen Rechtsabteilung und Kanzlei

digital kompakt: Gib uns doch mal ein Gefühl, wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen der internen Rechtsabteilung und externen Anwälten. Was macht eigentlich der externe Anwalt und was macht der interne?

Daniel Halmer: Wir bei Weltsparen machen es so, dass wir externe Anwälte vor allem im Ausland hinzuziehen, wo uns die rechtliche Expertise fehlt und versuchen dort, die Fragestellungen so spezifisch wie möglich zu verfassen, um den Schmerzpunkt oder die rechtliche Frage, die wir haben, gezielt zu lösen. Das fängt in der Regel damit an, dass wir ein kurzes Telefonat aufsetzen, die Frage besprechen und dann noch einmal per E-Mail ganz präzise herausarbeiten, was genau die Frage ist, auf die wir eine Antwort verlangen, in welcher Form wir diese Antwort brauchen und auch den Zeitrahmen innerhalb dessen wir die Antwort erwarten.

Was wir mal bei Weltsparen versucht haben zu beginnen, war der Ansatz, da wir aus Deutschland heraus im Grunde in allen europäischen Ländern tätig sind, mit einem deutschen Anwalt zusammen zu arbeiten, der in einer Kanzlei tätig ist, die europaweit Offices unterhält; sozusagen als Relationship Manager, der die Fäden zusammenhält und die einzelnen Legal Local Counsel koordiniert. Von diesem Ansatz sind wir wieder ein bisschen abgekommen. Momentan ist es so, dass wir die Steuerung sämtlicher externer Anwälte übernehmen, aktuell sind das etwa zehn an der Zahl, die wir aber nicht laufend beschäftigen, sondern die wir ad hoc einschalten, wenn wir ein spezifisches Problem haben.

Was dann eigentlich die Hauptaufgabe des Hausanwalts wäre, ist den Rat, den man von extern bekommt, in konkrete Schritte zu übersetzen, die es bedeutet in-house umzusetzen, etwa in Sachen Operations, Dokumente oder Arbeitsschritte Dinge neu zu definieren. Das ist meines Erachtens die Hauptaufgabe.

Buddy, Matratze

digital kompakt: Hast du eine Daumenregel oder kannst du abschätzen wie viel Geld man an Stunden bei externen Anwälten spart, wenn man einen internen Anwalt hat?

Daniel Halmer: Von Weltsparen habe ich hier keinen Benchmark. Von einer Kollegin, die in einem anderen Unternehmen General Counsel ist, habe ich folgende Zahlen gehört: die externen Legalkosten seien um den Faktor drei gesunken, seit sie mit einem In-house Legal-Team darauf schaut. Ob das Ceteris Paribus ist, also ob sich die Umweltbedingungen geändert haben in dieser Zeit, weiß ich nicht, aber das ist auf jeden Fall für mich eine ziemlich deutliche Aussage; mag aber auch mit den Spezifika dieses Unternehmens zu tun gehabt zu haben.

digital kompakt: Würdest du denn sagen, dass es unterm Strich günstiger ist, Legal intern abzubilden als nur auf externen Rat zu vertrauen, Klagen außen vor gelassen?

Daniel Halmer: Bei einem Startup ab einer gewissen Größe sind die internen Kosten auf jeden Fall günstiger. Man muss auch dazu sagen, dass der Legal Counsel ja nicht „nur“ rechtliche Fragen lösen kann, er ist ein Allrounder, der, wenn er im ersten halben Jahr seiner Tätigkeit im Startup nicht mit juristischen Themen ausgelastet ist, auch anderweitig vielseitig einsetzbar ist.

digital kompakt: Vielen Dank, Daniel, für das Gespräch und die Einblicke in die Rolle des General Counsels und der Rechtsabteilung.


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