People Updates von der DLD – #16 – was tut sich bei wem?

People Updates von der DLD – #16 – was tut sich bei wem?

Wenn die DLD in München tagt, handelt es sich dabei um ein echtes Großevent der Digitalbranche und für drei Tage verwandelt sich die Bayernmetropole zur Heimat eines Klassentreffens mit allerlei interessanten Anregungen und Updates. In diesem Jahr besucht digital kompakt die DLD und fasst für alle, die es nicht zur DLD schaffen, zusammen, was sich bei unterschiedlichen Akteuren der Branche gerade so tut.

DLD-Besuch: Was tut sich bei unterschiedlichen Akteuren der Branche?

Marco Boerries – Number Four, vorher Open Office

Was macht eigentlich das Projekt von Marco Boerries? Der Gründer von Open Office bastelt ja schon lange an seinem neuen Unternehmen Number Four, das eine Art SAP für kleine und mittelständische Unternehmen werden soll und schon von viel Investorenprominenz unterstützt wird. Number Four wird definitiv dieses Jahr starten und dies wohl in mehreren Schüben. Glaubt man den Gerüchten in der Szene, könnte es dabei sogar auch eine Hardware-Komponente geben. Gerüchte über Gerüchte, man darf wirklich gespannt sein, wie genau Number Four aussehen wird. Von den Investoren gibt es bisher viel Gutes zu hören (auch wenn das keine Überraschung ist)…

Prädikat: Super sympathisch und spannendes Thema, Daumen sind gedrückt.

Caren Genthner-Kappesz – CEO Glossybox, vorher Naspers

Caren Genthner-Kappesz ist seit Dezember 2015 die neue CEO von Glossybox und führt das Unternehmen auf einen gesünderen Kurs. Im Markt ist zu hören, dass das Unternehmen inzwischen in acht Märkten aktiv ist, rund 40% Wachstum zeigt und siebenstellige Umsätze einfahren soll. An und für sich ist die Positionierung von Glossybox ja auch nicht unspannend, allein das den Boxen beiliegende Magazin soll eine der größten Auflagen Deutschlands haben. Zuvor war Genthner-Kappesz bei Naspers in Südafrika aktiv, wo sie drei Jahre lang den Fashionshop Kalahari leitete.

Prädikat: Da hat ein Topf anscheinend seinen Deckel gefunden.

Lars Hinrichs – Gründer Xing

Xing-Gründer Lars Hinrichs flanierte gut gelaunt über die DLD und ist derzeit mit seinen Immobilienprojekten und einigen Startupbeteiligungen ausgelastet. Nachvollziehbar, gerade Immobilienthemen neigen ja zum Ausufern.

Prädikat: Im Norden nichts Neues, aber auch verständlich.

Jonathan Imme – Ignore Gravity, früher Palomar5

Jonathan Imme, vielen sicher auch noch bekannt durch sein früheres Innovationsprojekt Palomar5, war auf der DLD mit der Aufschrift Offbeat Circle zu sehen. Dabei soll es sich um eine Vernetzungsplattform handeln, die für kurze Zeiträume eine Art Personen-Brokering vornimmt, um den Kunden des Dienstes einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Quasi wie ein Marktplatz oder eine Datingplattform, nur dass es dabei um intellektuellen Austausch geht. Man darf gespannt sein, was der Corporate-Experte mit Offbeat Circle also genau an den Start bringt.

Prädikat: Interessante Herangehensweise.

Christophe Maire – Business Angel, Atlantic Labs

Berlins womöglich bekanntester Business Angel Christophe Maire schaut gerade intensiv auf das Metathema Food. Mit Atlantic Labs unterstützt Maire ja bereits fleißig Startups und nun könnte auch die Food-Branche in den Fokus rücken, Themen wie Meal Replacement, Agriplacement und darüber hinaus. Also Geschäftsmodelle, die sich durch das neue Gesundheitsbewusstsein auftun und angesichts einer langsamen Industrie im Internet Tempo aufnehmen könnten. Auch ansonsten scheint es nicht schlecht zu laufen, glaubt man den Stimmen im Markt, soll dessen mitfinanzierter Designshop Monoqi recht gut performen und bei gut 30 Millionen Euro Umsatz liegen und bald profitabel sein.

Prädikat: Scheint ein gutes Näschen für aufkommende Trends zu haben.

Mirko Caspar – GF Mister Spex

Bei Mirko Caspar steht derzeit Wachstum mit Mister Spex auf dem Programm und dabei hat der Brillenshop wohl ein glückliches Händchen gehabt: Michalsky hat für die Berliner einige Brillenmodelle designt und sitzt nun in der Jury von Germany’s Next Topmodel, wo er die Brillen vermutlich tragen wird. Da bahnen sich womöglich gute Verkaufszahlen an.

Prädikat: Das Glück ist mit den Tüchtigen.

Arne Kahlke – CEO Wimdu, davor Parship, ElitePartner

Arne Kahlke ist seit einem Jahr CEO bei der Samwer’schen Privatunterkunftvermittlung Wimdu und glaubt man dem Markt, baut er das Unternehmen seitdem kräftig um. Mittlerweile macht Wimdu über 100 Millionen Euro Umsatz und es soll in diesem Jahr wohl noch eine Neupositionierung geben.

Prädikat: Interessant zu beobachten.

Dominik Dommick – CEO Payback, davor GF PayPal

Dominik Dommick ist nun schon seit fast vier Jahren Geschäftsführer von Payback, nachdem er zuvor bei PayPal Deutschland als Geschäftsführer wirkte. Die Digitalisierung des zur American Express Group gehörenden Unternehmens geht wohl gut voran und gerade Mobile wird künftig sicher noch weiter in den Fokus rücken. In diesem Jahr darf man sich wohl auch auf Payback-Karten auf dem Smartphone freuen, bisher haben viele Scanner am POS etwas derartiges mangels Technik nicht zugelassen.

Prädikat: Steht da eine Job-Verlängerung ins Haus?

Olaf Kramolowsky – Seymoure

Olaf Kramolowsky ist im Begriff mit einer Brilleneigenmarke namens Seymoure an den Start zu gehen, bei der man wirklich auch auf eigene Designs setzt. Der Twist liegt dann darin, dass man einen guten Hersteller in Korea gefunden habe, sodass man Brillen inklusive Gläsern zu ca. 150 Euro anbieten könne und dabei auch unterschiedliche Gimmicks biete, wie etwa das Herausfiltern blauer Lichtwellenlängen bei Monitoren.

Prädikat: Schweres Modell, aber ein Markt, der am disrupten ist.

Peter F. Schmid – CEO Wer liefert was, vorher Parship, Mobile.de

Peter F. Schmid, der zuletzt CEO von Parship war, hat den Turn-Around mit Wer liefert was anscheinend gut hinbekommen. Das Unternehmen war vorher ein sehr klassischer Mittelständler und ist mittlerweile eher als eine Art Alibaba für Europa positioniert und habe mittlerweile rund 3,5 Millionen Items im Inventar. Seit Anfang des Jahres sei das Unternehmen auch in Europa aktiv (vorher nur DACH), habe rund 200 Mitarbeiter und mache 40 Millionen Euro Umsatz. Glaubt man den Stimmen im Markt, bedeutete dies einen ziemlichen Kraftakt an Restrukturierung. Respekt.

Prädikat: Den Wortschatz um „Re-Startup“ erweitert.

Niko Woischnik – Macher Tech Open Air (TOA) & Co-Workingspace Ahoy

Von Niko Woischnik ist zu hören, dass dessen Co-Workingspace Ahoy gerade in den Wedding umgezogen ist, wo man im Begriff ist, eine 7.000 Quadratmeter-Fläche zu beziehen, die sogar schon ausgebucht sein soll (und das ganz ohne Marketing). Amorelie fungiert als einer der Ankermieter (was sicher viele Techies vor Ort freut) und Etsy soll auch schon eingezogen sein. Co-Working braucht am Ende des Tages wohl eine gewisse Größe, um sich gut zu rechnen. Auch die TOA geht in diesem Jahr an einen Standort und ist inzwischen profitabel.

Prädikat: Auf Wachstumskurs an allen Fronten – echtes Unternehmertum und toll für die Branche.

Felix Haas – Business Angel, Powernetworker

Derzeit ist IDNow eines der Fokusprojekte von Felix Haas, wobei er im letzten Jahr auch fleißig investiert hat (wohl rund 50 Investments – eindrucksvoll). IDNow widmet sich der Digitalisierung von Kundenonboardings (um etwa hohe Absprungraten durch Post Ident & Co. zu reduzieren) und soll im ersten Jahr siebenstellige Umsätze eingefahren haben. Das Geschäft soll nun zusehends abheben, nachdem es wohl lange Gegenwind von Wettbewerbern und Marktteilnehmern in Form von Abmahnungen etc. gegeben hat. Interessante Einsicht: Die Commerzbank war beim Freischaltungsprozess die mit Abstand schnellste Bank. Es geht also, wenn man nur will.

Prädikat: Erfolgreiches Multitasking im Startupbereich.

Torsten Oelke – Buchautor, Smart Mobile Factory

Torsten Oelke ist zurück in Berlin, denn nach dem Exit der Smart Mobile Factory, einer Mobile-Full-Service-Agentur, ist er erst mal mit der Familie auf Reisen gegangen. Derzeit schaut er sich ein neues Thema an, das sich um Industrie und industrierelevante Startups dreht.

Prädikat: Sieht pervers erholt aus.

Julia Schoessler – PR-Agentur Schoesslers

Julia Schoessler hat insgesamt ein Jahr am Teil-Verkauf ihrer Agentur Schoesslers gearbeitet und ist sehr glücklich mit dem Ausgang. Sie könne sich nun wieder mehr auf Inhalte statt Administration konzentrieren und bei 14 Mitarbeitern ist ihre Agentur ja durchaus schon recht groß geraten.

Prädikat: Synergien gesucht und gefunden.

Thomas Bachem – Verband deutscher Startups, Gründer Fliplife, Sevenload

Thomas Bachem geht endlich sein lange gehegtes Wunschprojekt an, eine Universität für Entwickler ins Leben zu rufen, die einen dezidierten Startup- und Entrepreneurshipfokus aufweist. Derzeit arbeitet er schon mit zwei weiteren Personen an der Umsetzung und wie man so hört, gibt es breites Interesse aus der Politik. Womöglich beginnt dort aber auch ein Tauziehen in Sachen Standort: Während sich Berlin als Ort anbietet, ist wohl auch die Stadt Köln stark an dem ambitionierten Vorhaben interessiert.

Prädikat: Wurde aber auch Zeit. Gutes Gelingen!

Peter Borchers – Hubraum

Peter Borchers arbeitet an einem Buch zu digitaler Transformation, wo er beschreiben wird, wie Corporates und Startups zusammen arbeiten können und was dazu die entscheidenden Modelle sind. Mit der Fertigstellung im Sommer hat er sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt, aber man muss ja groß denken. Ansonsten entwickelt er den Hubraum weiter und werkelt fleißig an der Unternehmerschule.

Prädikat: Wissen ist Macht, Wissen teilen noch mächtiger.

Ann-Kathrin Nezik – Redakteurin beim Spiegel

Ann-Kathrin Nezik widmet sich beim Spiegel mit Vorliebe den Online- und Startupthemen, nun hat es sie aber nach Hamburg verschlagen, um näher an den KollegInnen dran sein zu können. Zur Abstimmung sicher besser und vielleicht rücken so ja auch ein paar Elbe-Startups mehr in den öffentlichen Fokus. Pendelt aber immer noch fleißig nach Berlin. Liegt bei der Themensetzung wohl nahe.

Prädikat: Hamburg meine Perle, aber Berlin is King.


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