Berlins neuer Provisions-Papst

Berlins neuer Provisions-Papst

Vertikal integrierte Marken wie Movinga haben einen völlig neuen Aspekt in das Geschäftsmodell der Lead Generation gebracht. Und die Evolution des Modells scheint in Deutschland dabei vor allem mit der Person Felix Swoboda verbunden, der es auf gleich drei Beteiligungen im Segment bringt.

Movinga als Startpunkt für Felix Swoboda

Obwohl es mit Unternehmen wie Flixbus oder Thermondo bereits seit einer Weile Unternehmen gibt, die bei der Generierung einer Lead-Provision auf eine vertikal integrierte Marke setzen (siehe dazu: Movinga und die neuen Lead Generation Modelle in der Analyse), erfuhr das Geschäftsmodell, bei dem der Anbieter die gesamte Prozesskette verantwortet und nicht lediglich Leads an einen Dritten weiterleitet, vor allem durch den Umzugsdienstleister Movinga („Zahlenanalyse zum Hype-Startup Movinga“) große Aufmerksamkeit.

Felix Swoboda, Homebell, Interview, Podcast
Homebell-Gründer Felix Swoboda im Podcast-Interview

Und beim ursprünglich als Vermittlung für studentische Umzugshelfer gestarteten Dienst fällt auch ein Kopf auf, der seither an einer ganzen Reihe von Lead-Generation-Startups mit vertikal integrierter Marke mitgewirkt hat: Felix Swoboda. Zuletzt hatte Swoboda mit der Gründung von Mobile Event Guide auf sich aufmerksam gemacht, einem Startup, das mobile Lösungen für Event-Veranstalter entwickelte und vermarktete. Bei Movinga soll Swoboda beim anfänglichen Unternehmensaufbau geholfen haben und ist gemeinsam mit seinem Bruder Florian über die Liberty Ventures UG mit 2,52% an Movinga beteiligt.

Angesichts von Movingas Bewertung über 90 Millionen Euro (siehe auch „Movingas Wertentwicklung in der Übersicht“) ist der Swoboda-Anteil auf dem Papier 2,25 Millionen Euro wert, wobei das Brüdergespann als einer von zwei Akteuren bei Movingas letzter Finanzierung bereits einen Teil seiner Anteile veräußert hat und damit bereits über einen sechs- bis siebenstelligen Return verfügen dürfte. Vor allem lernte Felix Swoboda so offensichtlich die Mechanismen und Stellschrauben des Modells sehr gut kennen.

Homebell und Caroobi folgten

Denn ähnlich wie Movinga seine Größe lange unterhalb des Radars erzeugte, werkelte Felix Swoboda mit seinem Partner Sascha Weiler auch an der Heimwerker-Gründung Homebell lange unbemerkt von der Öffentlichkeit. Erst mit der Finanzierung durch Index Ventures und Rocket Internet („Scoop: Index ist an Stealth-Gründung Homebell dran“) rückte auch der Handwerkerdienst merklich in den Fokus. Auch Homebell soll schon fleißig an seiner Verbreitung gewerkelt haben und setzt dabei ebenfalls den gesamten Abwicklungsprozess als primärer Ansprechpartner seiner Kunden um.

Über Homebell-Mitgründer Sascha Weiler, der den Ruf eines kompetenten Machers genießt und als einer der Gründer des an Fab verkauften Casacanda wirkte, dürfte auch Caroobi entstanden sein („Caroobi – eine weitere vertikal integrierte Marke zu Autoreparaturen“). Denn dessen Bruder Nico Weiler ist der Hauptkopf hinter dem Anbieter für Autoreparaturen, bei dem ebenfalls über die Generierung von Provisionen durch Lead-Vermittlungen verdient werden soll und bei dem Felix Swoboda und Sascha Weiler offensichtlich kräftig unterstützt haben. Beide sind mit ihrer Homebell-Holding Global Conversion Group mit 10,54% an Caroobi beteiligt und Swoboda ist mit seinem Bruder über Liberty Ventures noch einmal im Besitz von 2,1%.

Mit Movinga, Homebell und Caroobi ist Felix Swoboda folglich gleich an drei Unternehmen beteiligt, die ihr Geschäftsmodell auf den Erhalt von Provisionen ausgerichtet haben und dazu als vertikal integrierte Marke agieren. Für die deutsche Digitalbranche ist es in jedem Fall erstrebenswert, wenn Wissen geteilt wird und mehr Unternehmer ihr verdientes Geld reinvestieren. Wenn sich dabei auch noch ein anscheinend funktionierendes Geschäftsmodell weiter verbreitet, umso besser.

Passend zum Thema:

Bildmaterial: Felix Swoboda, Movinga, Homebell, Caroobi (Montage)


2 Gedanken zu “Berlins neuer Provisions-Papsts”

  • 1
    Christian am April 8, 2016 Antworten

    2. Absatz, 2. Zeile „…die bei der Generierung einer Lead Generierung…“. Ansonsten sehr interessant und treffend die gemeinsamen Nenner aufgezeigt.

    • 2
      Joël Kaczmarek am April 8, 2016 Antworten

      Danke, habe es geändert.

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