Captable-Betrachtung: Diese Investoren begleiteten Stocard zu 13 Mio. Nutzern

Captable-Betrachtung: Diese Investoren begleiteten Stocard zu 13 Mio. Nutzern

Mit seiner App bietet Stocard Nutzern die Möglichkeit, alle ihre Punktesammelkarten in einer App zu führen. Doch das Unternehmen aus Mannheim verfolgt ein viel größeres Ziel: Es will zum führenden Mobile Wallet werden und weist dafür bereits stolze 13 Millionen Nutzer auf. digital kompakt analysiert den Captable des Unternehmens und betrachtet dessen Investoren.

Stocards Finanzierungshistorie

In Summe blickt Stocard (Webseite) auf drei Finanzierungen: Eine Seed-Finanzierung knapp ein halbes Jahr nach Gründung sowie eine Series A über kolportiert vier Millionen Euro und eine Series B in unbekannter Höhe. Insgesamt zeigt das Unternehmen eine sehr aufgeräumte Gesellschafterverteilung, bei der in der Seed-Runde zunächst der High-Tech Gründerfonds sowie einige Business Angel partizipierten.

Neben Gaming-Größe und Mobile-Kenner Klaas Kersting zählten dazu auch eine Holding von Engelhorn, einer Mannheimer Kaufhauskette mit 1.500 Mitarbeitern, sowie CD Venture, das Beteiligungsvehikel von Christoph Boehringer, Vorstandsvorsitzender der Boehringer Ingelheim Stiftung und Mitglied des Gesellschafterausschusses des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim, und Dirk Wilken.

In der angeschließenden VC-Runde traten der Beteiligungsarm des Fotoanbieters CEWE hinzu, eine Partnerschaft, die sich wohl vor allem durch das gute Netzwerk zum Einzelhandel mit zahlreichen Point-of-Sales-Zugängen erklären dürfte, sowie Alstin, die Beteiligungsgesellschaft von Carsten Maschmeyer, den vor allem sein Kapitalstock für viele Startups attraktiv macht. Auch Shortcut Ventures, dessen Gründer ebenfalls breite Mobile- und Handelserfahrungen sammeln konnten, investierte in dieser Runde, ehe im Dezember 2016 mit Rocketship.vc auch ein US-amerikanischer Geldgeber hinzutrat.

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Teure Series A, starker Wettbewerb

Insbesondere die Series A des Dienstes aus Mannheim hielt dabei eine verhältnismäßig große Verwässerung für das Gründerteam bereit. Den Einstieg von gleich dreien neuen VCs bezahlte das Gründerteam mit 47% seiner Anteile, sodass nach Abschluss der folgenden Runde B nun zwei Drittel der Anteile in der Hand externer Geldgeber liegen.

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Jenseits dieser Verwässerung erscheint die Entwicklung des Captables von Stocard aber durchaus marktüblich und unter dem Strich kann das Unternehmen hier wohl mit seiner hohen Anzahl Downloads punkten, die laut Branchenkreisen gleichzeitig mit einer guten Retention Rate einhergehen sollen. Stocard blickt also auf viele Nutzer, welche die App sehr aktiv nutzen.

Spannend dürfte derweil werden, wie sich der Dienst im Kampf um die Vorherrschaft beim Thema Mobile Wallet gegen die Big Player wie Apple oder Google schlagen wird. Beide Akteure blicken hier schließlich auf strategische Positionen, was für Stocard insofern aber auch eine Chance bietet, als dass man so zum Übernahmeobjekt für Konkurrenten der beiden US-Dienste avancieren könnte.

 GründungSeedSeries ASeries B
Finanzierungssummek.A.4 Mio €k.A.
Management100%76,68%36,26%34,18%
David Stefan Handlos42,5%32,59%15,41%14,53%
Björn Goß42,5%32,59%15,41%14,53%
Florian Barth10%7,67%3,63%3,42%
Barbara Handlos5%3,83%1,81%1,71%
Business Angel-8,32%5,69%5,36%
Klaas Kersting-3,33%3,33%3,14%
Engelhorn Holding GmbH-1,66%0,79%0,74%
CD Venture GmbH-3,33%1,57%1,48%
Venture Capitalists--15%58,05%60,46%
High-Tech Gründerfonds-15%14,16%13,34%
CEWE Stiftung--16,47%15,52%
Alstin--10,11%10,11%
Shortcut Ventures--17,32%17,32%
Rocketship.vc---4,16%

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Disclaimer: Für die Richtigkeit der aufgeführten Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Zusammenstellung der Informationen hegt darüber hinaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Anteile der Gesellschafter wurden auf ganze Prozente gerundet, weshalb diese von den realen Verteilungen abweichen können. Transaktionsprozesse, die ohne eine Veränderung der Stammkapitalhöhe zwischen zwei Finanzierungen liegen können, werden von dieser Übersicht unter Umständen nicht erfasst.Zum Teil wurden Dollar-Beträge zum am Eintragungstag ins Handelsregister gezeichneten Kurs in Euro umgerechnet und können dementsprechend Rundungsfehler enthalten. Zum Teil wurden Anteile, die durch Unternehmen gehalten werden, einem oder mehreren Hauptgesellschaftern jener Firmen zugeschrieben. Dies muss nicht der tatsächlichen Verteilung entsprechen. Darüber hinaus sind auch treuhänderische und virtuelle Anteils-Konstrukte (etwa für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme) denkbar. Bewertungen wurden zum Teil basierend auf Datenmaterial dritter ausgerechnet und können falsch oder verzerrt sein. 

Siehe auch: „Die Milchmädchenrechnung mit den Pre- und Post-Money-Bewertungen“.

Bildmaterial: Pixabay, digital kompakt, Stocard (Montage)


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