880 Milliarden Dollar (!) als Softbanks neue Zündstufe?

880 Milliarden Dollar (!) als Softbanks neue Zündstufe?

Softbank ist schon jetzt der weltweit wohl relevanteste Investor von Venture Capital und plant mit einer neuerlichen Zündstufe den Ausbau in noch geostrategischere Dimensionen. Könnte China bei diesem ambitionierten Plan eine entscheidende Rolle spielen?

Was bisher geschah: Investieren in Rekordzeit

Softbank, Vision Fund
Was sind Softbank und der Vision Fund?

Softbank hat 2017 mehr als 20 Milliarden Dollar investiert. Das entspricht laut Techcrunch ungefähr einem Quartal Investments der gesamten US-Risikokapitalsparte. Die 44 Finanzierungsrunden, an denen Softbank 2017 über den Vision Fund beteiligt war, beliefen sich demnach auf einen Gesamtwert von 30,7 Milliarden US-Dollar. Damit hat Softbank vermutlich jede Finanzierungsrunde angeführt, an der es sich bis jetzt beteiligt hat.

Nimmt man neben dem Vision Fund auch den Schwester-Fonds Delta Fund (6 Milliarden US-Dollar) hinzu, kommt man auf insgesamt 27 Milliarden US-Dollar, die Softbank in den letzten anderthalb Jahren bis Ende 2017 investiert hat. Masayoshi Son, Gründer und CEO von Softbank, plant, die gesamten 106 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Jahren zu investieren. Daraus folgt logischerweise die hohe Investmentgeschwindigkeit.

Anfang diesen Jahres wurden 7,7 Milliarden US-Dollar in Uber und 4,6 Milliarden US-Dollar in den chinesischen Ridesharing-Marktführer Didi Chuxing investiert. Das katapultiert das bisher getätigte Investmentvolumen auf 40 Milliarden Dollar. Interessanter als diese Gesamtsumme sind natürlich wieder die einzelnen (riesigen) Summen, die die einzelnen Unternehmen erhalten. Dieses Zitat von Masayoshi Son fasst es gut zusammen​:

“$8 billion for one investee — which is probably impossible for a traditional venture capital [firm] to make,” he said, noting that many rival funds have $1 billion or smaller to invest. “We invest in unicorn companies that [are] the leader of a certain segment.”

​Der Vision Fund liegt noch bei 92 Milliarden des geplanten 100-Milliarden-$-Ziels. Eigentlich sollte der Vision Fund 2017 fertig sein. Die restlichen Milliarden sollen in diesem Quartal abgeschlossen werden.

Die Zukunft: Softbank und die nächsten 880(!) Milliarden

Dank der bisherigen, zum Teil in ihren Dimensionen sensationellen Investmentätigkeiten hat der Vision Fund seine international einmalige Stellung weltweit bekannt gemacht. Eine Folge davon sind die Geldquellen, die sie sich für Softbank öffnen: Nicht dass Apple, Foxconn und Saudi-Arabien nicht bereits beachtlich als VC-Geldgeber wären – allein für Apple ist dies, abgesehen vom politisch motivierten Investment in Didi Chuxing, ein absolutes Novum – aber es geht noch eine Nummer größer.

So führt der chinesische Staatsfonds (China Investment Corporation (CIC)) Gespräche mit Softbank, um in den Vision Fund einzusteigen. Der CIC hat 800 Milliarden US-Dollar für Investitionen zur Verfügung. Eine Verbindung zwischen CIC und Softbank ist eine politische Herausforderung (Weil Softbank ein japanischer Konzern ist).

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Kingmaker: Wie Softbank das VC-Game auf den Kopf stellt

Aber es würde dem Vision Fund nicht nur eine riesige Geldquelle öffnen, sondern auch den Weg auf den chinesischen Markt. Auf der anderen Seite könnte der CIC an den internationalen Wachstumschancen durch den Systemwechsel in der Wirtschaft partizipieren, was als rein chinesisches Investmentvehikel nur begrenzt möglich wäre (CIC ist ein Limited Partner in machen Silicon-Valley- und PE-Fonds).

​Warum Vision Fund und CIC gut zusammenpassen: Mit 800 zu investierenden Milliarden hätte der chinesische Staatsfonds mit dem Vision Fund und Softbank den perfekten Partner, um Summen zu investieren, die die Nadel bewegen.

Vor diesem Hintergrund sollte man das hohe Selbstvertrauen von Softbank-CEO ​Masayoshi Son sehen, wenn er sagt, dass er bis zu 880(!) Milliarden US-Dollar in Tech investieren will. In den nächsten Jahren sollen Vision Fund 2, 3 und 4 alle zwei bis drei Jahre aufgesetzt werden. Eine Geschwindigkeit, die angesichts der Verzögerungen, Nummer eins abzuschließen, vielleicht etwas zu optimistisch angesetzt ist.

Son spricht von der Etablierung eines “Mechanismus”, der die mögliche Geldbeschaffung des Unternehmens auf bis zu 100 Billionen Yen erhöhen soll; was umgerechnet ungefähr 880 Milliarden US-Dollar entspricht. Selbst wenn Softbank “nur” die Hälfte davon erreicht, wird das einem Erdbeben am oberen Ende der Skala im Risikokapitalsektor entsprechen. Son spricht davon, in den nächsten zehn Jahren in 1.000 Unternehmen zu investieren. Die Skaleneffekte auf Kapitalseite steigen entsprechend an.



Bildmaterial: digital kompakt, Softbank


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