E-Commerce-Crossover #15: Was bedeuten Amazons neue Umsatzzahlen?

E-Commerce-Crossover #15: Was bedeuten Amazons neue Umsatzzahlen?

Im Podcast E-Commerce Crossover sprechen Alexander Graf, Jochen Krisch und Joel Kaczmarek über Geschäftsmodelle aus dem E-Commerce und den Handel von morgen. Diesmal analysieren sie die neuen Geschäftszahlen von Amazon. 

  • Amazon: wohin geht die Reise

    In einem Brief an die Anteilseigner (Webseite) legte Jeff Bezos die Umsatzzahlen offen. Im Grunde nichts Neues, im Grunde nichts Besonderes. Und doch hatte es dieser Newsletter in sich: zum ersten Mal enthalten die Umsatzzahlen Angaben zu Händleranteilen und Marktplatzanteilen.

    Welche Rolle spielt der Marktplatz?

    Die Zahlen zeigen, dass der Vendor-Bereich, also der Online-Handel mit Eigenmarken und Produkten der Zulieferer, 42 Prozent des Umsatzes ausmacht. Entsprechend trägt der Seller-Bereich, beziehungsweise Marktplatz, 58 Prozent zum Geschäft bei. Der Gesamtumsatz weltweit lag bei 277 Milliarden Dollar. Gekippt zugunsten des Marktplatzes sei das Geschäft schon 2015, so Jochen Krisch von Exciting Commerce.

    Für den Branchenexperten ergeben sich daraus zwei spannende Frage:

    1. Will Amazon Händler bleiben?
    2. Wird Amazon die Priorität auf den Marktplatz legen?

    Alexander Graf, CEO von Spryker, ergänzt, dass der Marktplatz auch das bessere Geschäftsmodell ist.

    Das Geschäft mit Eigenmarken ist extrem schwierig und aufwändig. Es ist schlicht risikoanfälliger und viel teurer als eine sinnvolle Marktplatzstruktur zu etablieren. (Alexander Graf | CEO von Spryker)

    Was bedeutet das konkret?

    Das Handelsgeschäft ist klassisch margengetrieben. Und der Online Handel funktioniert stark über den günstigsten Preis. Das Marktplatzgeschäft ist demgegenüber einfacher, weil es über Provisionen funktioniert.  (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

    Zu diesen Vermittlungsgebühren kommen dann noch die Service-Angebote des E-Commerce Händlers, etwa der Fullfillment Service. Diese Zusatzangebote stellt der Online-Marktplatz seinen Kunden zusätzlich in Rechnung. Diese Zahlen seien relativ planbar und der Anteil am Umsatz steigt kontinuierlich, fasst Jochen Krisch zusammen.

    Was bedeutet das für Händler in Deutschland?

    Eine der Fragen ist nun, was Händler für sich aus den Zahlen ableiten und welche Strategie sie entwickeln können. Grundsätzlich gibt es zwei Kernfragen:

    1. Habe ich keine Plattform, dann muss ich zwangsläufig über Plattformen wie Amazon oder Zalando verkaufen, um meine Zielgruppe zu erreichen.
    2. Möchte ich als Händler selbst eine Plattform aufbauen? Der Vorteil: direkte Zielgruppenansprache.

     

    Amazon mag groß sein, aber es gibt dennoch Monetarisierungschancen jenseits der Plattform. Das trifft nicht auf jene Kategorien zu, in denen Amazon heute schon bei den Suchen weit vorne listet, aber auf Kategorien, bei denen Amazon dies noch nicht gelingt. Etwa im Bereich Mode: hier sehen die Experten noch gute Chancen, in den Markt einzutreten. Das zeigt auch der geringe Dominaz-Index  „zwei“ (Skala von eins bis 10) im aktuellen Amazon Watch Report von digital kompakt. Der Report verdeutlicht: Mit etwa 176 Millionen Euro Umsatz ist Amazon im 16 Milliarden Euro Fashion-Markt noch ein kleiner Fisch.

    Ziel muss es also sein, in Amazons schwachen Kategorien mit eigenen Plattformen Kunden direkt anzusprechen und vor allem mehr Kontrolle über Preis, Distribution etc. zu bekommen. Vielen sei die Marktmacht von Amazon ein Dorn im Auge und die Händler sind offen für neue Player. 

    Was Amazon nicht schafft, ist die Spezialisierung. Amazon versucht das zwar mit diversen Unterkategorien, aber nimmt man Amazon wirklich ab, der ultimative Modehändler zu sein? (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

    Echte Spezialisten können sich durchaus zu ernstzunehmenden Plattformen entwickeln. Am Ende sei die Größe mitentscheidend. Ab einem Umsatz von einer Milliarde können Händler problemlos neben Amazon bestehen. Daneben gibt es noch ein Feld, dass auch von dem amerikanischen Riesen nicht gut bestellt ist, denn: Noch gibt es kein Produkt, das den Mobile First Ansatz konsequent umsetzt. Hier sieht Jochen Krisch noch große Potenziale, gerade weil es hier um neue Formen der Zielgruppenansprache und passgenaue Angebote geht.

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über den Online Handel und das Marktplatzgeschäft. Du verstehst…

    • …womit Amazon Geld verdient
    • …wieviel Geld Amazon verdient
    • …welche Rolle das Marktplatzgeschäft des Online-Riesen spielt
    • …was es bedeutet, dass Amazon mehr Geld mit dem Marktplatz als mit dem Handel verdient
    • …wo die Probleme des Online Handels liegen
    • …warum Händler sich intensiv mit dem Werbegeschäft auf Amazon auseinandersetzen sollten
    • …weshalb in den Zahlen mehr Chancen als Risiken für Konkurrenten stecken

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, wo Amazon angreifbar ist.

  • Darüber sprechen wir

    Im E-Commerce-Crossover Podcast werden diese Themen rund um Amazon behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 33 Minuten

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