People First #4: Change Management für den digitalen Shift

People First #4: Change Management für den digitalen Shift

In unserem HR-Podcast People First sprechen wir darüber, wie sich Personalwesen, Unternehmensführung und Recruiting unter dem Vordach der digitalen Transformation verändern. Olaf Rotax ist Mitgründer und Geschäftsführer der dgroup, Teil des globalen Accenture Netzwerks. In dieser Folge erklärt er praxisnah, wie Change Management gelingt und welche Mentalität Deine Mitarbeiter brauchen.

  • Olaf Rotax – Der Change Manager

    Olaf Rotax ist Wirtschaftsingenieur und ein alter Hase im Digitalgeschäft, seit über 20 Jahren ist er in diesem Bereich unterwegs. Er hat für Tchibo (Webseite) und Otto (Webseite) die Digtialisierung vorangebracht und Digitaleinheiten aufgebaut. Dann ist er als Geschäftsführer zu Karstadt (Webseite) gegangen. Dort sei er in der Digitalisierung zwar grandios gescheitert, das Learning sei aber enorm gewesen. Danach hat er die dgroup (Webseite) gegründet, eine “Transformationsboutique” wie er es nennt. Die dgroup unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation und baut Digitaleinheiten auf.

    Voraussetzungen für die digitale Transformation

    Traditionsunternehmen fehlt es oft an Digitalkompetenz. Der Aufbau einer Digitaleinheit ist mittlerweile eine bewährte Methode, um das notwendige Wissen ins Haus zu holen. Der digitale Wandel setzt im Idealfall aber lange vor den ersten Meetings und Produktideen der Digitaleinheiten an. Unternehmen sollten sich die Zeit nehmen, wichtige Fragen zu klären, sodass der Transformationsprozess geordnet und effizient abläuft. Dies sorgt zudem für die notwendige Transparenz. Olaf Rotax hat drei Leitfragen beziehungsweise Bausteine für den Prozess identifiziert.

    Diese drei Bausteine helfen beim digital shift:

    1. Unternehmensanalyse: Status Quo, Purpose, Vision
    2. Teambuilding: Wie baue ich ein Team auf, das die Ideen praktisch umsetzt
    3. Skalierung: wie generiere ich aus Ideen Wachstum

    Olaf Rotax sagt, dass eine Idee erst dann relevant sei, wenn sie zum Unternehmenserfolg beiträgt. Das betrifft einerseits den wirtschaftlichen Erfolg. Ideen, die nicht wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen, sollten nicht weiterverfolgt werden.

    Eine Idee, die weniger als 10 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, gehört in den digitalen Spielkasten (Olaf Rotax | Geschäftsführer dgroup)

    Daneben gehört zum Change Management der Ausbau der Mitarbeiter-Potentiale. Unternehmen sollten in die digitale Kompetenzerweiterung der Mitarbeiter investiere, quasi das persönliche Wachstum skalieren. Das kann einerseits klassisch über die Ausbildung geschehen, zudem über den Zukauf von externem Wissen, das später ins Unternehmen integriert werden kann. Ziel der digitalen Transformation ist es schließlich, die Digitalisierung aus eigener Kraft zu schaffen und eine Digitalkultur im Unternehmen zu etablieren.

    Wie gelingt der digital shift?

    Ohne digitales Mindset kein digitaler Wandel. Das findet sich, so Olaf Rotax, bei “naiven Weltverbesserern”, die aktiv die Zukunft gestalten wollen. Digitale Weltverbesserer bringen mit ihrer Leidenschaft den notwendigen Spirit in die Unternehmen, von dem die Stammbelegschaft profitieren kann.

    Du brauchst purpose getriebene Menschen, die etwas Sinnvolles machen wollen, die aktiv die Zukunft gestalten wollen (Olaf Rotax | Geschäftsführer dgroup)

    Die vier Bausteine der digitalen Mentalität:

    1. Purpose: Mitarbeiter mit Leidenschaft für Prozess und Ideen
    2. Culture: Transformation ist Teamwork und benötigt Menschen mit Werten
    3. Leistungswille: Transformation ist ohne Spitzenleistung nicht möglich
    4. Methodenwissen: Ein Methoden-Baukasten hilft, die Ideen auf die Straße zu bringen

    Veränderungsprozesse anzustoßen ist einfach, die Herausforderung besteht im Change Management, um Kontinuität zu erzeugen und alle Mitarbeiter einzubinden. Olaf Rotax rät deswegen, dass Unternehmen auf Erfahrung setzten.

    Digitale Transformation geschieht nicht nebenbei. Deswegen ist es wichtig, sich erfahrene Leute ins Boot zu holen (Olaf Rotax | Geschäftsführer dgroup)

    Diese Mitarbeiter müssen die digital literacy und vor allem agile Methoden beherrschen, um die Ideen und neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen.

    Welche Methoden helfen beim Change Management?

    Der größte Fehler während der Umgestaltung ist es, keinen Rahmen vorzugeben. Dieser Rahmen bietet den Mitarbeitern Orientierung und schafft die notwendige Transparenz, denn nur wenn die Veränderung und deren Ablauf offen kommuniziert wird, werden Ängste abgebaut. Um einen Struktur- und Denkrahmen zu schaffen, wendet die dgroup mehrere Methoden an. Diese helfen dabei, Kunden, Budget und Zeit im Blick zu haben. Sie schaffen die notwendige mentale Freiheit für den digital shift und holen das Team ab.

    Diese vier Methoden helfen bei der Umgestaltung:

    1. Design Thinking: Kundenzentriert und klare Vision nach vorne
    2. Agile Methode: Time Box und Budget Box
    3. Start Up Mindset: Pragmatische Entwicklung ohne festes Bild der Zukunft
    4. Change Management

    Was macht Change Management aus?

    Durch den digitalen Wandel werden wie bei jedem Veränderungsprozess gruppendynamische Prozesse ausgelöst. Gerade bei digitalen Transformationsprozessen ist der Wandel oftmals tiefgreifend und disruptiv, damit wird dieser in vielen Fällen von Ängsten der Stammbelegschaft begleitet. Diese Veränderungen werden also machmal alles andere als positiv aufgenommen. Aus diesen Gründen legt Olaf Rotax Unternehmern nahe, einen Change Manager in die Digitaleinheit zu holen. Auch, weil sich ein System nur schwer von selbst erneuern kann.

    Change Manager haben weiche und harte Aufgabe. Auf der weichen Seite fungieren sie als Feel Good Manager, holen Mitarbeiter ab, schaffen die emotionalen Voraussetzungen für die anstehenden Prozesse. Sie bieten klare Wertorientierung und  ermöglichen so den Raum für Veränderung.

    Auf der harten Seite analysieren sie die hierarchischen Strukturen im Unternehmen, denn ohne die Machtverhältnisse zu kennen und so zu steuern, kann der Digitalisierungsprozess ins Stocken geraten, weil Mitarbeiter die Arbeit der Digitalisierer blockieren.

    Change Management ist das Verständnis von Machtstrukturen. (Olaf Rotax | Geschäftsführer dgroup)

    Gerade in großen Unternehmen, wo die Entscheidungsbefugnis und damit die Macht auf viele Ebenen verteilt ist, ist der Fokus auf die mittlere Ebene wichtig.

    Keine transparente Transformation ist gegen das Mittelmanagement möglich, weil dieses in der Zukunft nicht zwangsläufig eine positive Rolle spielen wird. (Olaf Rotax | Geschäftsführer dgroup)

    Durch die Transformation werden Prozesse automatisiert, Hierarchien verflacht, Entscheidungsbefugnisse verteilt. Das führt auf der einen Seite zu Kompetenzgewinn und kann beispielsweise beim mittleren Management zu Kompetenzverlust führen. Tatsächlich und gefühlt. Umso wichtiger ist es, jenen eine positive und integrierende Vision zu bieten, indem man ihnen das Rüstzeug bereitstellt und eine positive Rolle innerhalb der Vision zuteilt.

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick, über Teambuilding und digitale Transformation. Du verstehst…

    • …wie Du die Voraussetzungen für digitalen Wandel schaffst
    • …wie Digitaleinheiten beschaffen sind
    • …warum das mittlere Management die digitale Transformation voranbringen oder behindern kann
    • …welche Methoden Dich beim Change Management unterstützen
    • …warum Transformation ohne Spitzenleistung nicht möglich ist
    • …weshalb der Fokus auf KPIs das Gegenteil von echtem Wandel sind
    • …warum es mehr um New Ways Of Leading und nicht um New Ways Of Work geht

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, was digitale Weltverbesserer sind und ob Du selbst einer bist.

  • Darüber sprechen wir mit Olaf Rotax

    Im People First Podcast werden diese Themen rund um Digitaleinheiten behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 48 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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