Deep Dive #45: So will „TIER Mobility“ die E-Floater Konkurrenz überholen

28. März 2019 Podcasts 0
Deep Dive #45: So will „TIER Mobility“ die E-Floater Konkurrenz überholen

In seinem Unternehmer-Podcast Deep Dive spricht digital kompakt in regelmäßigen Abständen mit erfolgreichen Unternehmern aus der Digitalbranche. In dieser Ausgabe sprechen wir mit „TIER Mobility“-Gründer Lawrence Leuschner und Mobility-Experte Patrick Setzer über das Geschäft mit den E-Floatern.

  • Die Welt im E-Scooter Fieber

    Heute leben etwa die Hälfte der Menschen in Städten. Und sie werden voller und voller. Steigende Einwohnerzahlen heißt mehr Verkehr, deswegen steht die Verkehrswende ganz oben auf der Agenda vieler Städte. Das heißt einerseits Elektromobilität und andererseits Mikromobiliät. E-Floater vereinen beides. In den USA sind die Roller gerade groß im Trend.

    Allerdings mit allen Nebenwirkungen, die schon von Leihfahrrädern bekannt sind. Die Scooter verstopfen Straßen, landen im Müll oder in Flüssen. Deswegen gehen einige Städte dazu über, das Business mit den Elektrorollern zu regulieren.

    Das Geschäft mit den E-Rollern

    Trotzdem: Investoren pumpen gerade massiv Geld in die E-Floater-Startups. Kurz nach der Gründung hat das deutsche Startup „TIER Mobility“ (Webseite) über 25 Millionen Euro Kapital eingesammelt. Lime und Bird aus den USA haben bereits 765 und 415 Millionen Dollar (!) Risikokapital erhalten. Das zeigt: es herrscht Goldgräberstimmung beim E-Scooter-Geschäft. Kein Wunder: der Mobilitätsmarkt ist enorm groß, meint Mobilitätsexperte Patrick Setzer von „digital entry“ (Webseite), den wir zum Hinterfragen der Markthypothesen dazu geholt haben.

    Am besten nähert man sich dem Markt über gefahrene Kilometer. Eine Milliarde Autos fahren im Durchschnitt 20.000 Kilometer. Das heißt, dass im Jahr etwa 20 Billionen Einzelkilometer gefahren werden.

    Auf diese gefahrenen Einzelkilometer haben es die Mobility Startups abgesehen. Und das anscheinend mit Erfolg. Laut Deutsche-startups.de macht das vom Rebuy-Gründer Lawrence Leuschner mitgegründete Unternehmen „TIER Mobility“ 20.000 Euro Umsatz am Tag. Im Interview mit uns wollte Gründer Leuschner diese Zahl nicht kommentieren – wie das Unternehmen sein Geld verdient schon.

    Das Pricing bei „TIER Mobility“

    Auch viele Investoren sind massiv auf das Thema abgesprungen, haben aber eine zentrale Befürchtung: Die Haltbarkeit. Wenn die Roller nicht lange genug halten oder durch operative Faktoren wie eine ungünstige Verteilung oder ungünstige Nachladeprozesse nicht ausreichend ausgelastet sind, lässt sich mit den Fahrzeugen nicht ausreichend Geld erwirtschaften.

    Lawrence Leuschner rechnet uns dies so vor: Mietet sich ein Kunde einen E-Scooter, bezahlt er einen Euro Startgebühr und jede Minute kostet 15 Cent. Im Schnitt nutze ein Kunde den Roller etwa 14 Minuten und zahlt dafür drei Euro brutto. Ein Roller amortisiere sich demnach nach zwei Monaten. Den Lebenszyklus eines Rollers gibt der Gründer mit etwa sieben Monaten an.

    Die Herausforderungen

    Diese Zahlen klingen auf den ersten Blick vielversprechend. Doch es gibt auch viele Herausforderungen. Beispiele aus den USA zeigen: Vandalismus verhagelt die Bilanz, dazu kommt dann noch der Diebstahl der E-Roller. Der Verschleiß ist die dritte Schwachstelle.

    Um ersteres zu verhindern, sind die E-Scooter mit GPS-Sensoren ausgerüstet. Die Lösung für die anderen beiden Aufgaben sieht Lawrence Leuschner in einem soliden Operationsmanagement. Als Gründer und CEO von reBuy hat er bei der Logistik und der Instandsetzung von gebrauchten Produkten jede Menge Erfahrung gesammelt. Seine einfache Antwort: „Wenn ich etwas pflege, dann hält es länger.“

    Deswegen steht hinter „Tier Mobility“ eine ausgeklügelte Logistik. Da die E-Scooter nur zwischen 7 und 22 Uhr ausleihbar sind, kommen diese abends ins Depot. Über Nacht werden sie gepflegt, repariert und geladen. Außerdem soll so Vandalismus und Diebstahl vorgebeugt werden.

    Die Zukunft von TIER Mobility

    Die E-Roller bildeten dabei angeblich erst den Anfang des Berliner Startups. Bei den E-Scootern haben die Berliner ziemlich Gas gegeben. Nach nur etwas mehr als einem halben Jahr sind sie in zehn Ländern vertreten. Der nächste Schritt können dann neue Usecases sein.

    Unser zentrales Produkt ist die APP. Der Scooter soll als schneller und günstiger Fahrspaß gesehen werden, später können andere Fahrzeuge dazu kommen.

    Die Idee ist es, dass die APP der Homescreen für (Mikro-)Mobilität wird. Dann ist der E-Scooter vielleicht nur noch das letzte Glied der User Journey. Die gesamte Kette abzubilden ist das Ziel – allerdings träumen davon einige Unternehmen.

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über Mikromobilität und E-Scooter. Du verstehst…

    • …wie sich der Mobilitätsmarkt zusammensetzt und wieviel Umsatz darin steckt
    • …welche Rolle Mikromobilität eigentlich spielt
    • …mit welchen Annahmen die E-Floater-Startups Investoren überzeugen
    • …welche Usecases für Elektroroller eine Rolle spielen
    • …für welches Pricing-Modell sich „TIER Mobility“ entschieden hat und warum
    • …warum“TIER Mobility“ denkt, dass gutes Operationsmanagement zentral ist
    • …ab wann das Geschäftsmodell mit den E-Scootern sich rechnet – Spoiler: schneller als Du denkst 😉
    • …warum bei „TIER Mobility“ die APP und nicht der Scooter das Produkt ist
    • …wohin die Reise bei „TIER Mobility“ gehen soll

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, kannst du vor allen anderen zum Hypethema Scooter mitreden und erfährst einiges über die Technik dahinter.

  • Darüber sprechen wir mit Lawrence Leuschner und Patrick Setzer

    Im Deep Dive Podcast werden diese Themen rund um Mikromobilität behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 47 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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