E-Commerce Crossover #19: Wie asiatische Händler Deutschland erobern

17. Februar 2020 Podcasts 0
E-Commerce Crossover #19: Wie asiatische Händler Deutschland erobern

Im Podcast E-Commerce Crossover sprechen Alexander Graf, Jochen  Krisch und Joel Kaczmarek über Geschäftsmodelle aus dem E-Commerce und den Handel von morgen. In dieser Folge untersuchen sie, wie asiatische Unternehmen zunehmend den europäischen Markt übernehmen und geben Tipps, wie europäische Unternehmen und Händler mit der neuen Konkurrenz umgehen sollten.

  • Wie asiatische No-Names den Onlinehandel aufmischen

    Wer heute durch den Mode- oder Elektronik-Bereich auf Amazon und eBay browst, wird von absurd günstigen Angeboten aus China regelrecht überschwemmt. Doch wie schaffen es in Europa weitgehend unbekannte Marken aus Fernost, etablierte Riesen auszustechen?

    Für Alexander ist der Grund klar: Asiatische Firmen wissen die Marktplatz-Tools von Amazon und co. wesentlich besser einzusetzen. Ähnliche Produkte werden gepaart, Bewertungen zusammengeführt, gesponserte Angebote genutzt. Dadurch entsteht eine Datenmasse, welche die Konkurrenz regelmäßig auf die hinteren Suchseiten verbannt.

    “Unternehmen, die eine höhere Aussteuerung von Ressourcen haben, gewinnen am Ende. Unternehmen, die versuchen über klassische Wege nach oben zu kommen, haben keine Chance.” (Alexander Graf | CEO von Spryker)

    Abseits von bereits etablierten Plattformen wie Amazon oder eBay haben sich asiatische Firmen in Deutschland noch nicht ganz durchgesetzt.

    Aber der Druck steigt: Der chinesische Modehändler Shein (Webseite) erreichte 2019 in Deutschland bereits Platz 38 der umsatzstärksten Onlineshops. Auch der chinesische E-Commerce-Riese Global Egrow (Webseite) hat mit Webseiten wie Gearbest (Webseite) und Sammydress (Webseite) bereits eigene Marken international an den Start gebracht.

    Dabei hilft den Neueinsteigern auch eine starke Social-Media-Präsenz. Die Chinesen sind hier extrem modern aufgestellt und wie sie mit Instagram-Influencern eine junge Zielgruppe erreichen. Auch im Bereich Kundenservice wurde viel verbessert. Wo früher noch aufwendig importiert wurde, investieren die asiatischen Unternehmen inzwischen in lokale Lagerstrukturen, um mit den schnellen Lieferzeiten von Amazon und anderen Plattformen mitzuhalten.

    Einzig die Qualität der Produkte bleibt oft noch deutlich hinter deutschen Standards. Aber für Jochen ist auch das nur eine Zeitfrage:

    “Wir sind gerade noch in der Wild-West-Phase. Alle Marktplätze, die populär sind, werden zuerst bedient. Es dauert seine Zeit, aber mit zunehmender Professionalisierung werden sich die asiatischen Lieferanten am deutschen Markt orientieren und dortige Bedürfnisse erfüllen.” (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

     

    Wie sollten europäische Unternehmen auf diese asiatische Konkurrenz reagieren?

    Kritik an den chinesischen Shooting Stars gibt es einige. Neben den erwähnten qualitativen Mängeln, werden die Produktionsbedingungen und etwaige Steuertricks kritisiert. Gekauft werden die Produkte dennoch.

    Nach den auf Amazon und eBay kreierten Umsatzströmen, werden nun auch mittelgroße Händler wie Real oder Otto vor das Dilemma zwischen günstigem Angebot und unbestreitbarer Nachfrage gestellt.

    Umgekehrt haben auch chinesische Riesen wie Alibaba Schwierigkeiten, etablierte Marken in ihren Store zu bekommen. Dies könnte eine Motivation sein, die teilweise verrufenen Geschäftspraktiken anzupassen.

    Für Alexander wird sich das Problem nur langfristig lösen lassen. Zum einen durch die Etablierung von starken Marken, zum anderen durch die steigenden Standards in China.

    “Die Produktionsbedingungen in Asien werden zunehmend besser. Diese Diskussion werden wir noch 5-10 Jahre haben, aber danach wird sich der chinesische Kunde überlegen, ob die Fissler-Pfanne den chinesischen Standards entspricht und ob sie sich dann doch für teure Markenprodukte entscheiden.” (Alexander Graf | CEO von Spryker)

    Auch für Jochen liegt die Zukunft lokaler Händler nicht im aktuell von China diktierten Preis-Rennen. Stattdessen gilt es, sich langfristig mit besserer User-Experience von der Konkurrenz abzusetzen.

    “Die einzige Chance die Unternehmen haben, ist es, Käufern eine bessere Kundenansprache, bessere Customer Experience und Vorteile in der Abwicklung zu bieten.” (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick, über den Einfluss und die Bedeutung asiatischer Shooting-Stars. Du verstehst…

    • …wie asiatische Marken Amazon und eBay erobern konnten
    • …wie sich asiatische Eigenmarken in den europäischen Markt kämpfen
    • …welche asiatische Player relevant sind oder werden könnten
    • …wie groß der Einfluss asiatischer Unternehmen tatsächlich ist
    • …inwieweit eine Regulierung des Marktes helfen kann
    • …was lokale Unternehmer gegen die neue Konkurrenz tun können
    • …wie sich dieser Trend in Zukunft entwickeln wird

    Last, but not least: Nach dieser Folge bist Du offiziell anerkannter China-Experte. Lass Dir von niemandem etwas anderes einreden.

  • Darüber sprechen wir mit Alexander und Gero

    Im E-Commerce-Crossover Podcast werden diese Themen rund um asiatische Unternehmen behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: in 48 Minuten

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