Deep Dive CleanTech #11: Revolutioniert enyway den Strommarkt?

13. August 2019 Podcasts 0
Deep Dive CleanTech #11: Revolutioniert enyway den Strommarkt?

In seinem CleanTech-Podcast Deep Dive CleanTech spricht David Wortmann regelmäßig mit Akteuren der CleanTech-Branche. In dieser Folge hat er Varena Junge von enyway zu Gast. Sie erklärt das Geschäftsmodell des jungen Startups und wie Strom wirklich erneuerbar werden kann.

  • Licht im Dunkel

    Vom Konsumenten zum Erzeuger

    Der Klimawandel macht wieder Schlagzeilen. Und nicht nur negative: Fridays for Future (Webseite) lässt Jugendliche aus der Schule auf die Straße gehen. Und Extinction Rebellion (Webseite) macht durch verschiedene Aktionen auf den Krisenzustand unseres Planeten aufmerksam.

    Varena Junge hofft, dass dieser Trend Wirkung zeigt und nicht vorschnell abflaut.

    Den Kopf in den Sand zu stecken ist keine Option. (Varena Junge, Gründerin enyway)

    Sie selbst setzt sich seit Langem auf unterschiedliche Weise für den Klimaschutz ein. Seit 2 Jahren tut sie dies über ihr Startup enyway (Webseite). Hervorgegangen aus dem Ökostromanbieter Lichtblick (Webseite) emanzipiert enyway den Energiemarkt. Das Unternehmen bietet seinen Kunden

    • Strom aus 100% erneuerbaren Energien
    • die Auswahl des eigenen (meist privaten) Stromerzeugers
    • selbst Stromerzeuger zu werden

    Letzteres geht einfach: Mit ein paar Klicks und einer kleinen Investition sichert man sich das eigene Stück an der Solaranlage. Derzeit wird die erste kollektive Solaranlage gebaut.

    Pizzakarton oder Tischtennisplatte?

    Enyway richtet sich vor allem an Leute, die nicht ein eigenes Hausdach haben oder deren Dach sich nicht für den Gewinn von Solarenergie eignet. Um beispielsweise auch Städtern zu ermöglichen, Stromerzeuger zu werden und genau nachzuverfolgen, woher der eigene Strom kommt, konzipierte das Hamburger Unternehmen ein Sharing-Modell á la Pizzakarton oder Tischtennisplatte.

    Für unter €50 kann ein Pizzakarton-großes Stück einer Solaranlage angepachtet werden. Je nach Bedarf können auch größere Anteile gepachtet werden. So werden aus Nutzern Macher.

    Wird nicht genug Strom vom gewählten Anbieter oder von der eigenen Solarzelle erzeugt, speist enyway zertifizierten Ökostrom aus (möglichst lokaler) Wasserkraft zu. So sitzen die Kunden nie im Dunkeln – und wissen trotzdem ganz genau, wo ihr Strom herkommt.

    Wichtig für enyway ist es:

    • transparent zu sein

    • dezentral zu arbeiten

    • echte Wirkung zu zeigen

    Während sie für Lichtblick tätig war, bemerkte Junge ein zunehmend fehlendes Interesse an Ökostrom. Nach 20 Jahren erneuerbarer Alternativen auf dem Markt, so ihr Gefühl, mussten frische Ideen her.

    Doch wie kann man Energiewirtschaft wirklich neu denken? Für Junge war klar: Zunächst muss man autark werden. Sich nicht auf die großen Konzerne verlassen. Stattdessen den Strom direkt vom Erzeuger an den Endkonsumenten liefern.

    Hier setzt enyway an. Als Energieplattform zum Mitmachen. Kundschaft gibt es ausreichend:

    • nur 6% der erneuerbaren Energieerzeugung wird von den großen Konzernen vorangetrieben

    • 94% wird von Hausbesitzern, Landwirten und kleinen Betrieben erzeugt

    • 1.5 Millionen Menschen in Deutschland produzieren nachhaltigen Strom

    enyway kuratiert das Netzwerk der Anbieter. Wer genommen wird, kann sich auf der Plattform ein Profil erstellen. Dort können dann Interessenten den passenden Anbieter auswählen.

    Erneuerbare Energien sind mittlerweile schon günstiger als konventioneller Strom. Auch dafür will enyway ein Bewusstsein schaffen.

    Die Tarife setzen sich zusammen aus:

    • einem monatlichem Anlieferbeitrag

    • einer Grundgebühr (inklusive Steuern etc.)

    • Zusatzleistungen, die Stromerzeugern angeboten werden

    Nur über Letzteres finanziert sich enyway. Der große Profit steht eindeutig nicht im Vordergrund, sondern vielmehr das Ziel, gemeinsam die Energiewende zu meistern. Und das so schnell und mit so vielen wie möglich.

    Wenn man selbst Investor in erneuerbare Energien ist, ist die Akzeptanz und das Verständnis für den Ausbau dieser Netzwerke automatisch größer. (Varena Junge, Gründerin enyway)

    Mittlerweile hat enyway 60 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sind Entwickler, da vor allem das Angebot auf der Webseite und in der App stets weiterentwickelt wird.

    Dem Ende der Subventionen durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) 2020 sieht enyway gelassen entgegen. Denn sie bieten jetzt schon Alternativen, um als Stromerzeuger unabhängig vom konventionellen Markt zu bestehen. Trotzdem kann man ganz flexibel bleiben: Eine Mischung aus Stromverkauf durch enyway und normale Anbieter ist möglich.

     

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick, über erneuerbare Energien und den Weg zur eigenen Stromerzeugung. Du verstehst…

    • …wie echter Wandel im Energiemarkt funktionieren kann
    • …dass ein Stromanbieterwechsel nicht kompliziert ist
    • …welche Möglichkeiten es gibt, selbst Stromerzeuger zu werden
    • …warum erneuerbare Energien günstiger sind
    • …wer erneuerbaren Strom erzeugt
    • …was nach dem Ende des EEG zu erwarten ist
    • …wie Deutschland die Energiewende meistern kann

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, was eine Solarpizza ist.

  • Darüber sprechen wir mit Varena Junge

    Im Deep Dive CleanTech Podcast werden diese Themen rund um erneuerbare Energie und autarke Stromerzeugung behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 37 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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