Business Building #20: Inhousing oder Outsourcing?

08. Oktober 2019 Podcasts 0
Business Building #20: Inhousing oder Outsourcing?

In ihrem Gründer-Podcast Business Building sprechen Florian Heinemann und Joel Kaczmarek regelmäßig über den Aufbau von Digitalunternehmen. Beim Unternehmensaufbau stehen die Gründer irgendwann vor der Frage, ob es sinnvoll ist, bestimmte Produkte oder Services selbst zu entwickeln oder ob diese Aufgabe auch externe Dienstleister übernehmen können. Florian Heinemann und Joel erläutern in diesem Podcast die Dos und Dont’s von Inhousing und Outsourcing.

  • Outsourcing vs. Inhousing

    Die Gründe dafür, bestimmte Kompetenzen nach außen abzugeben sind vielfältig. Oft liegt es daran, dass fehlendes Know-how kompensiert werden soll. Outsourcing ermöglicht zudem Flexibilität. Bestimmte Entwicklungen, Services und Leistung betreffen das Geschäftsmodell, sodass es besser ist, die Kompetenzen im Unternehmen zu belassen und aufzubauen. Auch, wenn dies mit höheren Kosten verbunden ist.” Preise sollten bei der Entscheidung zum Inhousing oder Outsourcing nicht immer eine Rolle spielen”, so Florian.

     

    Gründe für Outsourcing
    1. Flexibilität
    2. Verfügbarkeit von Arbeitskräften
    3. Know-how
    4. Kosten
    Gründe für Inhousing
    1. Entwicklung ist kundenkritisch
    2. Leistung betrifft Kernwertschöpfung
    3. Eigenentwicklung ermöglicht neue Revenueströme
    4. Datengewinnung
    5. Fehlende Outsourcing Management Kompetenz

    Worauf ist beim Outsourcing zu achten?

    In den ersten Unternehmensphasen gibt es oft keine andere Möglichkeit, als Kompetenzen außer Haus zu geben, weil die Fähigkeiten im Team (noch) fehlen. Eine einfache Vorüberlegung hilft, eine Entscheidung zu treffen:

    1. Die Leistung liegt im Kernbereich meines Geschäftsmodells: Inhousing
    2. Die Leistung liegt außerhalb des Kernbereichs meines Geschäftsmodells: Outsourcen

    Beispielsweise kann es sinnvoll sein, die PR von einer Agentur übernehmen zu lassen. Dasselbe gilt für das Marketing.

    Insourcing macht nur Sinn, wenn man Dinge regelmäßig in relevanten Umfang benötigt. (Florian Heinemann | Project A)

    In späten Phasen und wenn die Leistungen geschäftskritisch werden, ist es wieder praktikabler, die Kompetenzen zurück ins Unternehmen zu holen. Beispielsweise auch, indem die Mitarbeiter der Agenturen abgeworben werden. Ein kleiner Fahrplan gibt Orientierung, was es zu beachten gibt.

    Kleiner Outsourcing Fahrplan

    Oft fehle es beim Outsourcen an klaren Regeln und Planungen, so Florian. Außerdem gebe es oft niemanden, der das Projekt steuert. Diese vier Schritte helfen dabei, dass Vorgehen zu strukturieren.

    1. Plane das Projekt
      1. Was genau möchtest Du weggeben?
      2. Welches Produkt/welche Dienstleistung entsteht am Ende?
    2. Setze eine Vertrag auf
      1. Wissensassets, die entstehen, gehören Dir.
      2. Alle Konten, die angelegt werden (Google AdWords etc.) gehören Dir.
      3. Wie wird die Zusammenarbeit dokumentiert?
    3. Bestimme einen klaren Verantwortlichen im Unternehmen
      1. Koordiniere die Interaktion (Regelmäßige Jour Fixes)
      2. Prüfe Dokumentation
      3. Vernetze Wissen
    4. Lege Kündigungsfristen fest

    Lohnt es sich, IT-Projekte abzugeben?

    Teile der IT in fremde Hände zu geben, ist auf den ersten Blick keine gute Entscheidung. Oft ist gerade die IT für Digitalunternehmen der Kernbereich. Ganz klar: der Kernbereich darf nicht in fremde Hände gegeben werden. 

    Aber gewisse Teile der IT-Infrastruktur sind gut abtretbar, so Florian. Wichtig ist dabei, dass die IT mit Bedacht geplant und modular aufgebaut ist. Die einzelnen Module sollten über klare Schnittstellen kommunizieren, fasst Florian die Voraussetzungen zusammen.

    Da Daten zunehmend wichtiger für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens werden, ist das Data-Know-how unbedingt im Unternehmen zu lassen oder dort aufzubauen. Das heißt:

    • Data Warehouse aufbauen: Dienstleister
    • Architektur und Architekt der Kernwertschöpfung: inhouse
    • Mitarbeiter, die Hintergründe verstehen: inhouse

    Das Marketing kann, wie beschrieben, gut in fremde Hände gegeben werden. Da jedoch der Kundenzugang Teil der Kernwertschöpfung werden sollte und so das Marketing Teil der IT-Struktur werden wird, sollte diese Kompetenz an einem späteren Punkt ins Unternehmen zurückgeführt werden.

    Ein eigenes digitales CRM ist ein wesentliches Argument, weshalb Corporates Startups kaufen. (Florian Heinemann | Project A)

    Zusammenfassend lässt sich sagen: Outsourcing ist problemlos möglich, wenn die Strukturen dafür geschaffen werden. Manchmal ist Outsourcing sogar die einzige Möglichkeit. Wann aber lohnt sich das Risiko, auf eine eigene, vielleicht langwierige Entwicklung zu setzen?

    Wann lohnt es sich, Zeit und Geld in den Eigenbau zu investieren?

    Grundsätzlich gilt: Wenn sich Unternehmer zutrauen, eine bessere Lösung bauen zu können als die Konkurrenz, dann ist der Eigenbau vorzuziehen.

    Wenn Du die finanziellen Möglichkeiten hast und das Mindset, den Eigenbau vorzufinanzieren, dann würde ich das auf jeden Fall angehen. Denn wenn der Aufbau funktioniert, dann hat das einen ganz anderen Revenuehebel. Es macht Dein Business wesentlich resistenter. (Florian Heinmann | Project A)

    Zudem spielt die Überlegung eine große Rolle, ob ich auf der Entwicklung in Zukunft einen Einkommensstrom aufbauen und diese Kunden anbieten möchte.

    • Betrifft die Entwicklung mein Kerngeschäft?
    • Besitzt das Problem eine ausreichende Relevanz?
    • Ist eine ausreichend starke Monetarisierung zu erwarten?
    • Schafft die Eigenentwicklung mir einen direkten Kundenzugang?

    Der große Vorteil beim Inhousing: Aufbau eines Knowlegde Pools. VC finanzierte Startup haben laut Florian deshalb eher die Tendenz, Dinge selbst zu machen. Dieses Wissen ist bei Finanzierungsrunden ein wichtiges Asset. 

    Google und Co kaufen auch Geschäftsmodelle. Aber sie kaufen vor allem Wissensbestandteile, von denen sie glauben, dass sie für ihre Plattformen Relevanz besitzen (Florian Heinmann | Project A)

    Solche Wissensassets können Unternehmen nur aufbauen, wenn diese konsequent auf Eigenentwicklungen setzen und bereit sind, das Risiko zu tragen.

    Zusammenfassung: Wesentliche Punkte für Inhousing
    1. Wissensaufbau
    2. Kundenzugang
    3. Regelmäßigkeit
    4. Datengewinnung
    5. Kosten
    6. Flexibilität
    7. Multiple Renvuestreams (Siehe Amazon)

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über In- und Outsourcing. Du verstehst…

    • …wann Inhousing sinnvoll ist
    • …wann Du Produkte und Dienstleistungen outsourcen kannst
    • …weshalb die Fragen “ob” und “was” weniger eine Frage der Kosten ist
    • …welche wesentlichen Faktoren für die Entscheidung eine Rolle spielen
    • …wie Verträge gestaltet werden müssen, damit beim Outsourcing keine Kompetenzen verloren gehen
    • …weshalb Outsourcing von einem Mitarbeiter gesteuert werden sollte
    • …ab welchem Zeitpunkt es besser ist, die Produkte und Dienstleistungen wieder zurückzuholen
    • …wieso der Revenuestream eine Rolle beim Outsourcing spielt

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, worauf Google und Co achten, wenn diese Unternehmen kaufen. Spoiler: es ist nicht das Geschäftsmodell.

  • Darüber sprechen wir

    Im Business Building Podcast werden diese Themen rund um In- & Outsourcing behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 38 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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