Deep Dive CleanTech #16: Kreislaufwirtschaft neu betrachten

17. Januar 2020 Podcasts 2
Deep Dive CleanTech #16: Kreislaufwirtschaft neu betrachten

In seinem CleanTech-Podcast Deep Dive CleanTech spricht David Wortmann regelmäßig mit Akteuren der CleanTech-Branche. In dieser Folge geht es um die Verbindung zwischen Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz. Zudem wird erklärt, was es mit dem Cradle-to-Cradle-Prinzip auf sich hat.

  • Geschlossene Kreise – das Cradle-to-Cradle-Prinzip

    Rückblick: Das war das Jahr 2019

    Das Jahr 2019 stand stark unter dem Einfluss der Fridays for Future (Webseite). Mit Greta Thunberg und anderen jungen Leuten an der Vorderfront, war das Wort Klimakrise in aller Munde. Im Deep Dive CleanTech haben verschiedene ExpertInnen in den vergangenen Episoden aktuelle Themen diesbezüglich diskutiert. Vor allem, welchen Einfluss die derzeitigen Entwicklungen auf Unternehmen haben, stand im Fokus.

    Von Deep Dive CleanTech-Moderator David Wortmann wurden zudem im vergangenen Jahr verschiedene Initiativen mit ins Leben gerufen:

    Der Arts and Nature Social Club: Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz

    Im Arts and Nature Social Club werden wissenschaftliche und unternehmerische ExpertInnen mit Kulturschaffenden zusammengebracht, um umweltpolitische Themen breit gefächert zu untersuchen.

    In der aktuellen Diskussionsrunde geht es um den Zusammenhang zwischen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Vor allem das Cradle-to-Cradle-Prinzip ist hier ein wichtiger Ansatz, der bestehendes Denken ummodellieren möchte. Das Prinzip postuliert:

    • das Schaffen geschlossener Produktkreisläufe
    • eine Welt ohne Abfall; alles wird zum Nährstoff
    • nicht Produkte, sondern deren Leistungen werden verkauft
    • es kann mit wertvollen und rückführbaren Materialien gearbeitet werden
    • das Verhältnis zwischen Mensch und anderen Lebewesen wird in den Fokus gerückt

     

    Manchmal hat Nichtstun einen größeren Effekt, als das Ergreifen falscher Maßnahmen. In Polen zum Beispiel hat Ineffizienz zur Erhaltung wertvoller Feuchtgebiete geführt. Anders in Deutschland, wo nicht Ineffizienz, sondern Prioritäten eine Rolle spielten. Das Thema Klimaschutz wurde nach der Wende vernachlässigt. Dinge wie die Einführung des Grünen Punkts haben praktisch keinen positiven Effekt erwirkt. Eine wichtige Frage, die in dieser Hinsicht oft vergessen wird, ist nicht, was macht man, sondern: Wie macht man es richtig?

    Die meisten Menschen schützen nicht die Umwelt, sondern machen nur weniger Schmutz. (Michael Braungart | Wissenschaftler)

    Klimaneutralität ist ein Schlagwort, das im Grunde etwas völlig Falsches ausdrückt. Nichts Lebendiges auf der Erde ist klimaneutral – Klimaneutralität bedeutet Nicht-Existenz. Statt sich also zu fragen, wie man Fussabdrücke vermeidet, sollte man lieber fragen, wie man den unvermeidbaren Fussabdruck zu einem positiven Produkt umwandelt. Menschen müssen als Schauspieler und aktive Akteure verstanden werden. Auch für Unternehmer gilt die eigene Verantwortung anzuerkennen und eine Macher-Attitüde zu kultivieren. Fridays for Future hat hier einen wichtigen Beitrag geleistet, weil Leute ganz anders angesprochen werden. Plötzlich stehen auch Manager ihren eigenen Kindern gegenüber und müssen ihr Handeln rechtfertigen und anders über die Konsequenzen nachdenken. Das Thema Klimawandel wird relevant.

    right. based on science (Webseite) hilft Unternehmen, die klimatischen Auswirkungen ihrer Geschäftsmodelle einzuschätzen.

    • ein 12-köpfiges Team analysiert den Climate Impact des Unternehmens
    • Ergebnisse werden in ºGrad-Zahlen nachvollziehbar ausgedrückt
    • ein Klimamodell, das den Ausstoß und die Auswirkungen der verschiedene Treibhausgase misst, wurde entwickelt

    Nur durch ein Umdenken wird wahre Verbesserung einsetzen. Alte Ideologien müssen gegebenenfalls über Bord geworfen werden.

    Die Unternehmen müssen ihre Scheuklappen runternehmen und anerkennen, dass der Klimawandel ein Risiko bedeutet. (Hannah Helmke | CEO right. Based on Science)

    So können andere Methoden und Technologien verwendet werden, als sich nur selbst für einen möglichst geringen CO2-Ausstoß zu loben. Das Problem ist, dass derzeit ein Ökologismus entsteht, der der Natur nicht unbedingt dienlich ist. Anstatt stetig weiter über den Klimawandel zu forschen, sollte Energie in andere Sachen gesteckt werden: Die Entwicklung von Lösungen. Laut dem Bundesumweltamt ist der pro Kopf produzierte Verpackungsmüll in Deutschland um ganze 6kg auf 226kg pro Person pro Jahr gestiegen. Abfälle werden sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen. Das ist aber nicht schlimm, denkt man mit dem Cradle-to-Cradle-Konzept. Werden Verpackungen aus Materialien hergestellt, die als Nährstoff sozusagen zurück in die Wiege kehren können, wird Abfall plötzlich zu einem wertvollen Gut.

     

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. Du verstehst…

    • … was das Cradle-to-Cradle-Prinzip ist
    • … warum der Grüne Punkt nichts bringt, außer Ehen zu retten
    • … welche Haltung Unternehmer beim Klimaschutz einnehmen sollten
    • … weshalb Klimaneutralität unmöglich zu erreichen ist
    • … wie Du den Climate Impact deines Unternehmens berechnest
    • … warum der Windenergiesektor ineffizient und die Solarenergie gescheitert ist
    • … wieso selbst Materialien wie Phosphor zurück in den Boden geführt werden müssen

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, was der Arts & Nature Social Club macht.

  • Darüber sprechen wir

    Im Deep Dive CleanTech Podcast werden diese Themen rund um Kreislaufwirtschaft behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 31 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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