E-Commerce-Crossover #14: Peek & Cloppenburg – ohne Plan in die Zukunft?

23. April 2019 Podcasts 5
E-Commerce-Crossover #14: Peek & Cloppenburg – ohne Plan in die Zukunft?

Im Podcast E-Commerce Crossover sprechen Alexander Graf, Jochen Krisch und Joel Kaczmarek über Geschäftsmodelle aus dem E-Commerce und den Handel von morgen. In dieser Folge analysieren sie, wie aus dem einstigen Vorzeigemodehändler Peek und Cloppenburg ein Verlierer der Digitalisierung wurde.

  • Hat Peek und Cloppenburg die Digitalisierung verschlafen?

    Peek und Cloppenburg (P&C) ist ohne Zweifel ein Traditionsunternehmen. Das gilt für die beiden voneinander unabhängigen Unternehmen. Denn, was die meisten nicht wissen, P&C sind zwei unterschiedliche und wirtschaftlich unabhängige Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf (Webseite) und Sitz in Hamburg (Webseite) geteilt. Hamburg hanseatisch konservativ, Düsseldorf rheinisch froh und frisch. Beide existieren gleichwohl seit über 100 Jahren.

    P&C ist gewissermaßen gespalten und das lässt sich so fast schon auf die Digitalstrategie übertragen. Unsere Experten sind überzeugt: Peek und Cloppenburg fehlt eine einheitliche Digitalisierungs-Strategie. Dabei bewertet Jochen Krisch das traditionsreiche Konzept als stimmig und findet, dass sich auf den jeweiligen Markenkern gut aufbauen ließe.

    Das Konzept ist aus der Tradition heraus stimmig. Es kommt aber einfach nicht mehr an. Das Problem des stationären Handels grundsätzlich ist die Frequenz, also die fehlende Kundschaft. Das besondere Problem von P&C ist die Vergangenheit. (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

    Damit gilt für P&C im Grunde, was für alle stationären Händler gilt: sie müssen das fehlende Geschäft kompensieren und ihren Markenkern und USP in die E-Commerce-Welt übertragen. Das heißt: die stationäre Vergangenheit loslassen. Doch daran ist Peek und Cloppenburg gründlich gescheitert, da sind sich unsere Experten einig.

    Für eine digitale Transformation gibt es weder Ressourcen noch Leute, denn die guten Leute sind alle weg. Es gibt niemanden mehr, der dort progressive Strategien verfolgen kann. Es gibt auch nicht mehr die Budgets dafür. Das ist ein reiner Abwehrkampf. (Alexander Graf | CEO Spryker)

    Diese drei Punkte hat P&C bei der Digitalisierung verpasst

    1. P&C hat keinen Weg gefunden, Ihre Kunden dauerhaft zu konvertieren
    2. P&C hat zu lange auf den stationären Handel gesetzt
    3. P&C hat es verpasst, seine Markenbotschaft und sein Kundenversprechen in die Online-Welt zu übersetzen.

    Mit diesen vier Problemen muss P&C kämpfen

    1. Der Onlineauftritt ist nicht mehr zeitgemäß
    2. P&C hat eine kaum gefestigte Digitalkultur
    3. P&C ist als digitaler Arbeitgeber nicht besonders attraktiv
    4. P&C braucht echte digitale Köpfe: es fehlen Managementqualitäten

    Das raten unsere Experten

    Der Fokus auf die Macht von Zalando und andere große Player ist eine Ausrede. Erstens seien diese sicher nicht die direkten Konkurrenten, dazu sind die einstigen Handelsriesen heute einfach zu klein und zum anderen schaffen es andere Online-Fashion-Händler trotzdem sich zu etablieren.

    Wir sind im Online-Mode-Handel noch nicht am Ende angelangt. Da ist noch Potential. (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

    So hat sich die Otto Group mit ihrem E-Commerce-Tocherunternehmen About You (Webseite) erfolgreich im Online-Modehandel etabliert. Mit Boozt (Webseite) kommt ein ganz neuer Player auf den Markt. Diese neuen Player fokussieren viel klarer auf eine Zielgruppe und etablieren sich trotz Zalando. Was also kann Peek und Cloppenburg jetzt machen?

    Jetzt braucht Kloppenburg einen Modus, in dem es wirklich alle paar Monate neue Dinge zum Kunden hin live bekommt und ausprobieren kann. Wenn diese funktionieren, dann diese Produkte groß ausrollen. Aus dieser Perspektive müssen sie sich vorrobben. (Alexander Graf | CEO Spryker)

    Entwicklungszyklen von 12 Monaten und mehr sind einfach zu lange, sagt Alexander Graf. Jochen Krisch plädiert für einen Neuanfang.

    Peek und Cloppenburg muss seine Vergangenheit loslassen und genau analysieren, wofür das Unternehmen stehen will.  Dafür wäre ein Greenfieldansatz erfolgversprechend. (Jochen Krisch | Exciting Commerce)

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick, über die Digitalisierung des Online-Fashion-Handels. Du verstehst…

    • …wo Peek und Cloppenburg derzeit bei der Digitalisierung steht
    • …welche Fehler der Fashionhändler während des digitalen Wandels gemacht hat
    • …was erfolgversprechende Konzepte für den Umbau zum Online-Händler sind
    • …weshalb ohne Positionsbestimmung und Profilschärfe jede Strategie scheitern muss
    • …wann in den großen Innenstädten durchaus noch Chancen stecken
    • …wieso die Vergangenheit nicht mehr für die Zukunft taugt
    • …wie andere Branchen aus dem P&C-Case lernen können

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, wer die Helden des E-Commerce im Modebereich sind.

  • Darüber sprechen wir

    Im E-Commerce-Crossover Podcast werden diese Themen rund um die Digitalisierung bei Peek und Cloppenburg behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 32 Minuten

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5 Gedanken zu “E-Commerce-Crossover #14: Peek & Cloppenburg – ohne Plan in die Zukunft?s”

  • 1
    Dominik am April 23, 2019 Antworten

    Von welchem Händler spricht Jochen gegen 21:20? Hört sich an wie boost.com… die machen aber nutrition.

    VG

  • 3
    Constantin am April 26, 2019 Antworten

    Hi,
    sehr spannende Ausgabe – der Händler heißt aber „Peek & Cloppenburg“, nicht „Piek“ (gesprochen). Der Name geht auf den deutschen Kaufmann Johann Peek zurück 😉
    Gruß
    Constantin

    • 4
      Jan Schilling am April 26, 2019 Antworten

      Hi Constantin, danke für das Lob und natürlich für den Hinweis. Ich gebe das an unsere Hosts weiter. Mir ist das selbst nie aufgefallen. 😉 Aber logisch, vor allem, wenn man mit einbezieht, dass der Name ursprünglich aus dem Niederländischen kommt. Viele Grüße, Jan

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