FinCast #10: Stellt die PSD2 den Zahlungsverkehr auf den Kopf?

28. Februar 2019 Podcasts 0
FinCast #10: Stellt die PSD2 den Zahlungsverkehr auf den Kopf?

In ihrem Fintech-Podcast FinCast sprechen André M. Bajorat, Miriam Wohlfarth und Joel Kaczmarek über aktuelle Trends und Entwicklungen in der digitalen Payment- und Banking-Branche. In dieser Folge besprechen sie die Zahlungsdiensterichtlinie 2, und erklären verständlich, was sich ändern wird. 

  • PSD2 – der kurze Überblick

    Warum gibt es die PSD2?

    Die Zahlungsdiensterichtline 2 oder Payment Services Directive 2  folgt auf die PSD1. Dabei handelt es sich um eine vollharmonisierte Richtlinie, das heißt, die PSD2 muss 1:1 in den EU-Staaten umgesetzt werden. 

    Ziel der Zahlungsdiensterichtlinen ist es:

    1. Den Wettbewerb zwischen Banken und Nichtbanken zu fördern
    2. Die Verbraucherrechte sollen gestärkt werden
    3. Durch stärkere Authentifizierungsmethoden soll die Sicherheit verstärkt werden
    4. Innovativen Fintech-Unternehmen soll der Marktzugang erleichtert werden

    Was ändert sich durch die Zahlungsdiensterichtlinie 2?

    Mit Inkrafttreten der PSD2 verlieren die Banken ihr Monopol auf Kontodatenzugriff und Zahlungsverkehr. In Zukunft können auch Drittanbieter ohne Umweg auf Konten zugreifen, um etwa Geld abzubuchen oder zu überweisen.

    Die PSD2 unterscheidet grundsätzlich zwei Formen von TTP (Third Party Provider, also Drittanbieter):

    1. Account Information Services (AIS) greifen im Auftrag der Kunden auf die Daten der Hausbank zu.
    2. Payment Initiation Services (PIS) können nach Erlaubnis Transaktionen auslösen, Geld abbuchen und oder überweisen

    Da diese TTP mit sensiblen Kundendaten arbeiten, sind sie in Zukunft regulierungspflichtig.

    Account Information Services müssen sich bei der BaFin „nur“ registrieren, Payment Initiation Services brauchen eine Lizenz von der BaFin.

    Was heißt das für Banken?

    Das Konto bleibt bei der Bank. Mit der PSD2 müssen die ASPSPs (Account Servicing Payment Service Provider, die Banken) jetzt den TTP Zugang ermöglichen. Banken werden verpflichtet, Schnittstellen zu bauen, die es Fintech Unternehmen ermöglichen, Informationen auszulesen und Zahlungen auszulösen. Die Richtlinie gilt seit dem 13. Januar 2019 und sieht eine Testphase für die APIs der Banken vor. Die Bundesdruckerei empfiehlt Fintechs, diese Möglichkeit zu nutzen.

    Für die Drittanbieter ist die Teilnahme an dieser Testphase empfehlenswert, um das eigene System und die Kompatibilität mit den Schnittstellen der Banken überprüfen und bei Bedarf optimieren zu können. (Bundesdruckerei)

    Ab dem 14. September 2019 ist es dann soweit: die Banken müssen Fintechs den Zugriff mittels API gewähren.

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über die neue Zahlungsdiensterichtlinie 2, kurz PSD2. Du verstehst…

    • …warum die neue Zahlungsdiensterichtline geschaffen wurde
    • was sich durch die PSD2 ändert
    • …warum die PSD2 den Banken nicht ganz schmeckt
    • …wie die PSD2 Online Payment sicherer machen soll und warum die Usability dadurch abnehmen kann
    • welche Begriffe rund um die Richtlinie wichtig sind und was die bedeuten
    • …wo es Kritikpunkte gibt
    • warum die PSD2 disruptives Potential in sich birgt und wie Tech-Unternehmen davon profitieren
    • …welche Voraussetzungen StartUps und Unternehmen erfüllen müssen, um die APIs der Banken nutzen zu können

    Last, but not least: Nach dieser Folge kannst Du locker flockig die Grundlagen der PSD2 erklären.

  • Darüber sprechen wir

    Im FinCast Podcast werden diese Themen rund um die PSD2 behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 28 Minuten

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