FinCast #12:Wie gut sind digitale Vermögensverwaltungen?

13. Januar 2020 Podcasts 0
FinCast #12:Wie gut sind digitale Vermögensverwaltungen?

In ihrem Fintech-Podcast FinCast sprechen André M. Bajorat und Joel Kaczmarek über aktuelle Trends und Entwicklungen in der digitalen Payment- und Banking-Branche. Diesmal ist der Mitgründer von Scalable Capital Erik Podzuweit ihr Gast. Sie sprechen über digitale Vermögensverwaltungen und wie gut Algorithmen Vermögen vermehren können. 

  • Die Robo Advisor kommen

    Robo Advisor klingt irgendwie nach einem Roboter, der Menschen Vorschläge macht. Es handelt sich jedoch nicht um einen Roboter aus Metall, mit Armen und Beinen, sondern um einen Algorithmus. Dieser verwaltet das Geld von Kunden und investiert für die Kunden, um eine gute Rendite zu erzielen. Im Englischen heißt es auch “Matching People with Portfolios”.

    Erste Schritte bei den Robos

    Es gibt mittlerweile rund 30 Anbieter am Markt, die jeweils unterschiedliche Mindesteinlagen verlangen. Diese beginnen bei 50 Euro und können bis 100.000 Euro gehen. Damit die digitalen Vermögensverwalter wissen, was der Anleger will, müssen diese vorab einige Fragen beantworten.

    • Anlageziele (Sparen, Vermögensaufbau, Vermögenserhalt etc.)
    • Risikobereitschaft
    • Finanzielle Situation

    Anhand der Antworten berechnet der Advisor oft mehrere Strategien und empfiehlt dem Anleger dann die passende Taktik.

    Wie funktionieren die digitalen Vermögensverwaltungen?

    Es gibt zwei Arten von Verwaltungsalgorithmen: aktive und passive. Die Passiven handeln nach der Buy-and-hold-Strategie, die Aktiven nach der Value-at-Risk-Strategie. Der aktive Algorithmus ist risikofreudiger, der passive konservativer. Bei dem aktiven Verwalter Scalable Capital (Webseite) wird, wie bei anderen Robos, das Vermögen der Anleger in ETF angelegt. Das hat mehrere Vorteile:

    • günstiger
    • Risikostreuung besser abschätzbar (sicher)
    • transparent

    Je nach Risikogruppe und Marktentwicklung verkauft oder kauft der Roboter ETF an der Börse. Die digitalen Vermögensverwalter managen damit aktiv das angelegte Geld der Kunden und erhalten dafür von den Bankenaufsichten, wie der BAFIN (Webseite), eine Lizenz.

    Als Verwalter trifft Scalable die Entscheidungen für die Kunden. Damit waren wir einer der ersten digitalen Vermögensverwalter und das war einer der Erfolgsfaktoren. (Erik Podzuweit | Co-Founder Scalable Capital)

    Nachdem der Kunde den Fragenkatalog durchlaufen und das Anlagekapital überwiesen hat, kann er sich zurücklehnen. Der Nutzer muss keine eigenständigen Entscheidungen mehr treffen, alles weitere funktioniert vollautomatisch durch den Algorithmus – es gibt andere Robos wie Robin (Webseite) von der Deutschen Bank, bei denen KI und menschliche Intelligenz zusammenwirken.

    Bei uns entscheidet die Software, keine echten Portfoliomanager. Die Software analysiert das Rendite-Risiko-Verhältnis und entscheidet dann, wie das Geld der Kunden bestmöglich angelegt wird. (Erik Podzuweit |Co-Founder Scalable Capital)

    Dieser Komplettservice sei für viele Kunden eine vollkommen neue Erfahrung, fasst Podzuweit die Customer Experience zusammen.

    Welche Vorteile haben Robo Advisor?

    • vollautomatische Vermögensverwaltung
    • im Schnitt 50 % weniger Kosten als bei Banken
    • Portfolio zugeschnitten auf die persönlichen Risikointeressen
    • keine Interessenskonflikte mit hauseigenen Fonds
    • einfacher Anbieterwechsel
    • emotionsloses Handeln

    Was spricht gegen eine digitale Vermögensverwaltung?

    Zwar ist die Idee hinter den Unternehmen, dass sie den Zugang zum Aktienmarkt für die breite, auch unerfahrene, Masse attraktiver machen wollen, für die Nutzung ist jedoch oft Vorerfahrung notwendig, schätzen Experten.

    Gerade unerfahrene Anleger sollten darauf achten, dass sie bei Rückfragen einen telefonischen Ansprechpartner haben. Denn sie können das Risiko oftmals nicht realistisch einschätzen.

    Zudem: die Kosten der einzelnen Anbieter variieren stark, sodass der Vorteil der kostengünstigen Anlage nicht in allen Fällen stimmt. Manche Anbieter sind an einen Exklusivanbieter gebunden, sodass es zu einem Interessenkonflikt kommen kann. 

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über digitale Vermögensverwalter. Du verstehst…

    • …was sind Robo Advisor
    • …welche Anbieter sind auf dem Markt
    • …was sind die Geschäftsmodelle von digitalen Vermögensverwaltern
    • …welchen KPIs stecken hinter den Robos
    • …ob die Geschäftsmodelle skalierbar sind
    • …worauf sollten Anleger bei digitalen Vermögensverwaltern achten
    • …wie funktionieren die Robo Advisor und was bieten sie

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, was es mit ETFs auf sich hat.

  • Darüber sprechen wir mit Erik Podzuweit

    Im FinCast Podcast werden diese Themen rundum digitale Vermögensverwaltungen behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 53 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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