Transform #15: Servant Leadership in der Praxis

26. November 2019 Podcasts 0
Transform #15: Servant Leadership in der Praxis

Bei unserem Transformationspodcast Transform sprechen wir regelmäßig mit Viessmann-Experten über Transformationsthemen. In dieser Ausgabe diskutieren wir mit Magnus Lambsdorff über das dezentrale Organisationsmodell des Servant Leadership.

  • Von “Top-Down” zu “Bottom-Up”

    Servant Leadership ist ein Begriff, der 1970 von Robert K. Greenleaf geprägt wurde. Er beschreibt eine dezentrale Führungs- und Organisationsstruktur. Führungskräfte werden als Dienende verstanden. Anstatt sich zu fragen, was das Team für einen tun kann, fragt die Führungskraft sich, was sie für das Team tun kann, damit es gute Arbeit leistet. Das Verhältnis Arbeitgeber – Arbeitnehmer wird umgedeutet. Der Chef ist nicht mehr der bestimmende Entscheidungsträger, sondern unterstützt viel mehr die (Entscheidungs-)Prozesse, die im Unternehmen ablaufen.

    Die wichtigsten Punkte des Servant Leadership sind:

    • Sinnhaftigkeit
    • Sicherheit
    • Vertrauen

     

    Heutzutage bewerben sich oft nicht mehr Bewerber auf bestimmte Positionen, sondern umgekehrt: Die Unternehmen bewerben sich bei potentiellen Bewerbern. Es muss generell mehr auf die Bedürfnisse der Einzustellenden eingegangen werden, damit eine Stelle attraktiv ist. Für Mitarbeiter sind folgende Faktoren wichtig:

    • Verantwortung
    • Entscheidungsmacht
    • Freiheit/Flexibilität

     

    Immer schnellere Entwicklungen bedeuten, dass auch Unternehmen sich schneller verändern müssen. Die klassische Organisationsstruktur mit dem Chef als alleinigen Entscheidungsträger funktioniert nicht mehr. Entscheidungen müssen schnell, direkt und informiert getroffen werden. D.h. auf allen Ebenen muss es Menschen geben, die ihre Ressourcen einsetzen und Entscheidungen eigenständig treffen können. Ein Servant Leader fragt immer auch, wie Leute in die Lage versetzt werden können, eigene Entscheidungen zu treffen.

    Jeder kann – niemand muss

    Um das im Einvernehmen mit der Vision des Unternehmens zu tun, müssen die Mitarbeiter die Sinnhaftigkeit verstehen. Intensive Gespräche und Weiterbildungen sind essentiell. In Menschen zu investieren, mit denen man als Unternehmen arbeiten möchte, ist eine gute Geldanlage. Aber:

    Man kann niemanden entwickeln, wenn er nicht will. (Magnus Lambsdorff | Senior Advisor Viessmann)

    Zu erkennen, wer lernen möchte und wer sich in der Rolle eines Entscheidungsträgers wohlfühlt, bedarf es einiger Empathie seitens der Führungskräfte.

    Mehr Verantwortung bedeutet auch mehr Macht. Nicht jeder fühlt sich wohl damit. Und es braucht einige Zeit, um sich an neue Rollen zu gewöhnen. Auch das sollte beachtet und mit eingeplant werden. Das Bereitstellen von Ressourcen in Kombination mit regelmäßigen Gegenchecks erlaubt es Mitarbeitern, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln. Und sie so zum Aufblühen zu bringen. Ist dies nicht gegeben, können Menschen schnell “verbrannt” werden.

    Es ist eklatant zu beobachten – vielen Menschen in Startups wird viel Verantwortung gegeben, aber die richtige Ausbildung und richtige Ressourcen werden nicht geboten. (Magnus Lambsdorff | Senior Advisor Viessmann)

    Gerade junge Angestellte müssen an ihre Rollen behutsam herangeführt und nicht damit erschlagen werden. Da ist eine bewusste, empathische Führungskraft gefragt.

    Irren ist menschlich – Führungskräfte auch

    Ein Werkzeug, das hilft, ein Unternehmen dezentral zu leiten und Mitarbeiter zu Entscheidungsträgern zu entwickeln, ist die richtige Fehlerkultur. Es muss signalisiert werden: Irren ist menschlich. Auch die Führungskräfte selbst sollten zu Fehlern und Schwächen stehen.

    Frei nach dem Motto “Embrace the messenger, don’t shoot them” (heiss den Boten wilkommen, erschiess ihn nicht), sollten auch schlechte Nachrichten als wichtige Elemente der Weiterentwicklung angesehen werden. Aus Fehlern und Schwierigkeiten zu lernen, führt zu einer schnelleren Entwicklung der Organisationen.

    Servant Leadership und dezentrale Organisationsstrukturen haben vor allem mit Verhaltensveränderungen aller Beteiligten zu tun, weniger mit funktionalem Wissen. Umso wichtiger, der neuen Denke Zeit zu lassen, verinnerlicht zu werden.

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über Leadership. Du verstehst…

    • …was Servant Leadership ist
    • …wie der Führungsstil agile Entwicklungen stützt
    • …wieso mehr Freiheit bei den Mitarbeitern zu besseren Ergebnissen führt
    • …weshalb Führungskräfte mehr Freiheit gewinnen
    • …warum dezentrale Führung Mitarbeiter zu Entscheidungsträgern macht
    • …warum sich das Investment in gute Mitarbeiter lohnt

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, warum Führungskräfte mutiger denn je sein müssen.

  • Darüber sprechen wir mit Magnus Lambsdorff

    Im Transform Podcast werden diese Themen rund um Authentic Leadership behandelt (Links führen zum Track):

    Hä? Bonus? – ganz einfach, wenn Du Unterstützer von digital kompakt auf Patreon wirst, hast Du die Möglichkeit, extralange Podcasts ohne Werbung von uns zu bekommen 😍.


Dauer: 31 Minuten

Abonnieren:

Die Podcasts von digital kompakt können auf SoundCloud verfolgt, per RSS-Feed abonniert oder bei iTunes und Spotify abgespielt werden – so können Sie unsere Podcasts ganz bequem via Smartphone in Podcast-Apps abonnieren und hören.

Bildmaterial: digital kompakt


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.