Deep Dive #50: Signal Iduna — Die Digitalisierung eines Versicherungskonzerns

20. August 2019 Podcasts 0
Deep Dive #50: Signal Iduna — Die Digitalisierung eines Versicherungskonzerns

In seinem Unternehmer-Podcast Deep Dive spricht digital kompakt in regelmäßigen Abständen mit erfolgreichen Unternehmern aus der Digitalbranche. Johannes Rath ist CDO bei dem Versicherungskonzern Signal Iduna. Er zeigt in diesem Podcast vom März, wie sich das Geschäftsmodell von Versicherungen wandelt und welche Strategie das Unternehmen mit dem Venture Capital Arm Signals verfolgt.

  • Signal Iduna und die Digitalisierung

    InsurTechs und FinTechs drängen auf den Versicherungsmarkt. Sie bieten Produkte, die vor allem eine junge Zielgruppe erreichen sollen – ohne Makler, mit wenigen Klicks abgeschlossen. Ganz anders als in der traditionsreichen Versicherungsbranche üblich. Die Versicherer sind längst dabei, von den agilen und wendigen Startups zu lernen. Die Versicherung Signal Iduna (Webseite) nutzt mehrere Pfade in die digitale Zukunft.

    Pfad 1: Stretch zwischen Tradition und Zukunft

    Das Sicherheitsbedürfnis von uns allen dürfte in Zukunft steige, weshalb viele Kunden an neuen – und vor allem flexiblen – Versicherungsprodukten interessiert sind. Das bedeutet, dass es bei einer Digitalisierung von Konzernen wie Signal Iduna auch um die Digitalisierung des Kerngeschäfts geht.

    Thesen zur Digitalisierung von Versicherungen

    1. Versicherungen sind Lösungsanbieter
    2. Die Administration nimmt für den Kunden zu viel Zeit in Anspruch
    3. Viele Vorgänge müssen digitalisiert werden

    Die Thesen zwei und drei sind selbsterklärend. Schon heute ist deshalb klar, dass  der erste Touchpoint in Zukunft sicher das Handy sein wird und alle weiteren Schritte bis zum Vertragsabschluss komplett digital ablaufen.

    Die erste These verdient eine nähere Betrachtung – eine Versicherung muss für ein bestimmtes Sicherheitsbedürfnis eine passgenaue Lösung bieten. Bei Signal Iduna geht die Interpretation noch einen Schritt weiter. Die Verantwortlichen haben sich die Frage gestellt, was ihre Kunden wirklich brauchen und auf einer Lernreise herausgefunden, dass etwa Bäcker ein wichtiges Kernneed haben: Sie brauchen eine Lösung dafür, wie sie ihre derzeit notwendige Überproduktionsquote von rund 13 Prozent minimieren können. Die Idee von Signal Iduna ist es nun, den Bäckern einen KI getriebenen Service anzubieten, der diese dabei unterstützt, das richtige Brot zu richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben.

    Wir wollen im Lebensmittelhandwerk Categorie Champion werden. Dazu müssen wir neue Wege gehen und Mehrwerte anbieten. (Johannes Rath | CDO Signal Iduna)

    In diesen Mehrwertservices sieht die Versicherung großes Zukunftspotential, auch weil sie sich hervorragend mit maschinellem Lernen verbinden lassen. Und genau hier kommen Startups und der zweite Digitalisierungsarm ins Spiel .

    Pfad 2: Signals Open Studios

    Startups haben in den Signals Open Studios (Webseite) die Möglichkeit, den Versicherungskonzern kennenzulernen und im Bedarfsfall zu kooperieren. Der Innovation Hub richtet sich explizit auch an Startups, die nicht aus der Versicherungsbranche kommen. Auch sonst sind die Bedingungen eher locker: Gründer müssen nicht jeden Tag im Hub sitzen, der Berliner Space ist gleichzeitig ein Versuch, sich dem Thema Future of Work zu öffnen. Bei aller Offenheit, der Konzern verfolgt in Berlin handfeste Ziele:

    • Startups finden und fördern
    • Von Startups lernen
    • Netzwerke aufbauen
    • Kooperationen und Partnerschaften eingehen

    Durch die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten erweitern Startups ihr Know-how und profitieren vom Netzwerk der Versicherung. Die Ein-Tages-Founders Academy (Webseite) etwa bietet Gründern die Möglichkeit, das Signals-Team kennenzulernen und in Workshops ihr Wissen zu erweitern. Die Versicherung wiederum kann auf Events dieser Art interessante Startups finden und erste Kontakte knüpfen. Zudem hat Signal Iduna ein Pre-Seed Programm (Webseite) aufgelegt, um interessante Gründungen zu finden. Mit dem dreimonatigen Programm unterstützt das Unternehmen Startups mit Büroplätzen, Know-How für die Produkttestung und bietet bis zu 20.000 Euro Budget.

    Beim Founder Fellowship geht es nicht um Anteile, es geht um Kollaboration. Wenn das erfolgreich ist, dann sind wir auch bereit ein Pre-Seed zu tätigen. (Johannes Rath | CDO Signal Iduna)

    „Das ist ein Founder-First-Programm“, so Johannes Rath, „wir nehmen uns nicht 80 Prozent, sondern eher zwischen 12 und 16 Prozent.“ Bis zu 250.000 Euro investiert die Signal Iduna, allerdings nur, wenn die Voraussetzungen stimmen. Kernfragen dabei:

    1. Was ist der ROI?
    2. Wie ist das Team aufgestellt?
    3. Wie schaffen wir klare Verantwortlichkeiten?
    4. Was sind Touchpoints – wie messen wir Erfolge?

    Ist das Startup erfolgreich und startet durch, kommt es unter Umständen für die dritte Säule der Digitalisierung von Signal Iduna infrage: Signals Venture Capital.

    Pfad 3: Singals Venture Capital

    Signals Venture Capital (Website) ist der VC-Arm des Versicherers. Der Fokus der Investments ist nicht auf InsurTech und FinTech Startups beschränkt, sondern ist industrieübergeifend, beinhaltet jedoch kein klassisches Company Building. Die Grundlagen auf einen Blick:

    • Seed
    • Post-Seed
    • Series A
    • Investiertes Kapital: 1.000.000 bis 5.000.000

    Der Schwerpunkt sind datengetriebene Gründungen aus dem europäischen Raum. Das VC-Team hat zwei Bereiche oder Wellen auf der Agenda:

    1. Wave One: Enablement Technologies — Neue Lösungsanbieter
      • Medbelle
    2. Wave Two: Kein Kerngeschäftsfkous. Impact und ROI im Fokus
      • Automation Hero
      • Clarisights

     

  • Darum solltest Du reinhören

    Dieser Podcast gibt Dir einen guten Überblick über die Digitalisierung von Versicherungen. Du verstehst…

    • …was sich hinter der Digitalisierungsstrategie 2023 verbirgt
    • …welche Geschäftsmodelle die Versicherungsbranche der Zukunft braucht
    • …warum Signal Iduna in Mehrwertservices denkt und welche Geschäftsmodelle dahinter stehen
    • …welche Strategie Signal Iduna mit dem Venture Capital Arm Signals verfolgt
    • …wie aus Investments Partnerschaften für morgen werden
    • …warum Signal Open Studios nicht einfach ein weiterer Innovation Hub ist
    • …was Dein Startup mitbringen muss, um für Signal Iduna interessant zu sein

    Last, but not least: Nach dieser Folge weißt Du, wie der Produktionsüberschuss an der Bäckertheke mit der Digitalisierung einer Versicherung zusammenhängt.

  • Darüber sprechen wir mit Johannes Rath

    Im Deep Dive Podcast werden diese Themen rund um digitale Geschäftsmodelle behandelt (Links führen zum Track):

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Dauer: 39 Minuten

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Bildmaterial: digital kompakt


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