Soll ich bleiben oder kündigen? 🤔 Die 6 Fragen zur Jobentscheidung

6. April 2026, mit Joël KaczmarekVanessa Laszlo

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Vanessa Laszlo: Menschen reagieren halt am meisten auf Menschen. Zugehörigkeit ist halt, doch der Meta-Wert für unser gutes altes Säugetier-Gehirn. Viele existenzielle Themen haben mit Geld zu tun. Gesundheitsthemen haben mit Geld zu tun. Beziehungsthemen haben mit Geld zu tun. Also Sinn ist wichtig, aber Sinn bezahlt halt keine Miete. Du kannst massiv überlegen sein, es nutzt dir aber nicht. Wenn du in einem System bist, was Brillanz als Störung empfindet, dann bist du da immer. Der Depp, der irgendwie als Einziger in die falsche Richtung paddelt und bist die ganze Zeit damit beschäftigt, irgendwie zu überlegen, wie kann ich mich hier anpassen, wie kann ich mich entschärfen.

Intro & Outro Speaker: Gib Mir 5 oder mehr, Gib mir alles, was Du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt Du

Joël Kaczmarek: Hi five Leute, hier ist Joël und ihr wisst, Am Money Monday machen wir uns Gedanken über Wachstum im Business-Bereich Und manchmal heißt Wachstum ja, aber auch Veränderung, weil vielleicht habt Ihr es mitbekommen. Wir haben vor Kurzem eine sehr positiv aufgenommene Folge mit der Lieben Vanessa Laszlo aufgenommen. Zu der Frage, hey, was sind eigentlich so die Kriterien, anhand derer? Ich entscheide, ob ich eine Person als Mitarbeitende oder Mitarbeitenden behalte oder nicht? Und dann dachten wir uns, hey, das sollten wir auch mal umdrehen. Wie ist es denn, wenn ich irgendwo angestellt bin? Wonach entscheide ich denn, ob ich bei der Firma bleiben möchte oder ob ich vielleicht eher kündigen sollte? Also ist die liebe, Liebe Vanessa wieder da. Und ihr Wisst ja, Vanessa ist, so das Schweizer Armeemesser, wenn es um Unternehmen, Führung und Co. geht. Weil sie hat mehr Ausbildung, als ich socken und kann euch sagen, wenn Sie am Start ist, dann seid ihr hinterher wirklich gewappnet, Egal, ob es für Verhandlungen geht, für einflussreiche Kommunikation oder auch einiges mehr. Deswegen ist sie dafür die perfekte Person. So, und that being said, Liebe Vanessa, schön, dass du wieder da bist. Hallo.

Vanessa Laszlo: Hi. Ja, Vielen Dank für die Einladung.

Joël Kaczmarek: Ja, ich danke dir auch. Und ey, Liebes Publikum, tut mir mal einen Gefallen. Kommentiert Mal bitte fleißig unter diese Folge drunter. Liebe Vanessa hat heute übelst Migräne und hat gesagt, mir ist diese Folge trotzdem so wichtig, dass ich mich hierher quäle. Also, da freut sie sich, wenn ihr ein paar Kommentare darunter droppt. Oder noch besser, empfehlt die Folge mal euren Freundinnen und Freunden. Aber genug der schmarotzerhaften Eigenwerbung hier.

Vanessa Laszlo: Wir nutzen alles, Joël. Selbst diese Fucking Migräne.

Joël Kaczmarek: Also, wir haben es mit der schönen Formulierung gefasst. Sechs Fragen, anhand derer Du entscheiden kannst, ob du kündigen oder bleiben willst. Nämlich so ein bisschen an diesen Song, soll ich es wirklich machen, oder lasse ich es lieber sein? Und dann antworten viele mit Jein. Jein,

Vanessa Laszlo: genau. Ah ja, Fettes Brot. Ja, schön.

Joël Kaczmarek: Was siehst Du denn so in der Praxis, wenn Menschen in Firmen angestellt sind, Wie gehen die mit dieser Frage grundsätzlich um? Also ist es so, wie ich gerade skizziert habe, dass es oft so ein dämmernder Zwischenzustand ist? Wie nimmst du es wahr?

Vanessa Laszlo: Also, was ich wahrnehme, ist das Unternehmen, also der Arbeitgeber. Arbeitgeber sich natürlich immer total damit beschäftigt, Wie kann ich Mitarbeiter binden, wie kann ich neue Mitarbeiter gewinnen? Und das ist ja auch je nachdem, wo auf dem Planeten du verortet bist und was für ein Business du hast, mal mehr oder weniger unendlich schwer. Und interessant finde ich aber, dass die meisten, wenn wir jetzt auf Mitarbeiterebene gucken, Dass die meisten Karriereentscheidungen gar nicht so rationalistisch und profitorientiert getroffen werden, wie wir strategisch annehmen, sondern ich finde, die meisten Leute verhalten sich erstaunlich. loyal. Auch was ihre Karriere betrifft. Also, da muss schon richtig, richtig viel passieren. eigentlich, um zu sagen, so. Und jetzt brauche ich eine Neupositionierung. Und jetzt erfinde ich mich neu. Und jetzt schaue ich hier irgendwie über den Tellerrand. Also, ich finde, Ganz viele Menschen verhalten sich extrem bestandswahrend und loyal, Selbst wenn das bedeutet, dass ich nicht besonders klar mir selbst gegenüber bin. Und deswegen dachten wir, wir tragen zur Klarheit bei. Und formulieren sechs Shitfilter, die auf jeden Fall, wenn man sich mit denen auseinandersetzt, Dazu führt, dass die Klarheit nach oben geht.

Joël Kaczmarek: Ich mag ja ansonsten auch immer Dieses Love it, change it or leave it. Also ich frage mich ganz einfach, liebe ich das, was ich hier gerade tue? Und wenn die Antwort Nein, lautet, dann hat man ja die anderen beiden Pfade, dass man sagen kann, okay, Kann ich es verändern oder sollte ich es verlassen? Das ist immer so die Maßgabe, mit der ich rein starte. Aber dann sind vielleicht diese sechs Fragen jetzt genauso quasi die Pendelfaktoren. Die quasi dabei helfen können, Dieses Change it or leave it zu entscheiden. Also mit der ersten Frage, finde ich, die passt irgendwie super gut zu dir, By the way. Also, ich fand irgendwie charmant, als du mir das vorher gesagt. hast, dass das die erste ist. Es ist nicht etwa, Kriege ich hier genug Kohle oder so, sondern die erste Frage von dir, lautet, Entwickle ich mich hier noch?

Vanessa Laszlo: Genau. Und ich würde es gerne radikalisieren und sagen, oder funktioniere ich nur noch? Ein Zustand, den wir vielleicht alle kennen und der anekdotisch auch durchaus wertvoll sein kann, weil ich was mache, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Und das bedeutet halt manchmal Bedürfnisverzicht. Und jetzt kann ich gerade mal nicht auf ein super buntes Leben einzahlen, sondern muss mich hier mal Mega fokussieren und konzentrieren und durchhalten. Aber wenn dieser Funktionsmode einfach chronisch wird, finde ich, hat man ein Problem? Höherer Ordnung, weil Das hat natürlich Konsequenzen, was nicht nur Motivation betrifft, sondern auch empfundene. Lebenszufriedenheit, Lebensglück, Selbstbesitz. Also ja, entwickle ich mich hier noch? Fachlich, persönlich, strategisch, menschlich. Oder funktioniere ich hier noch? Ein Warnsignal könnte zum Beispiel sein, Ich mache meinen Job super gut, aber eigentlich lerne ich für mich gar nichts mehr. Oder ich radikalisiere das immer für Menschen, die auf C-Level spielen, sage, Es macht einfach keinen Sinn, dass du die schlauste Person im Raum bist, weil Du kriegst dann kein Futter. Wenn du die potenteste, schlauste, abgedateste, state-of-the-art Person im Raum bist, Dann ist das natürlich super. Schönes Grundrauschen für dein Ego, Aber davon haben die meisten Leute ja schon genug. Aber auf allen anderen... Dimensionen, die ja für ein vitales Menschsein relevant sind, kannst du gar nicht mehr satt werden. Da ist einfach zu wenig Entwicklung, zu viele oder zu wenig Leerstellen, wo man so mit Neugierde reinplumpsen kann. Oder das ist so, wie wenn du so zwei Leitplanken hast und du hast, Keine Ahnung, Drei Spuren und fährst halt permanent auf der mittleren 80. Smooth. Aber das hat nichts mit Entwicklung zu tun.

Joël Kaczmarek: Ja, ich glaube, Auf dem amerikanischen sagt man, sagt man das auch. If you're the smartest person in the room, you are in the wrong room.

Vanessa Laszlo: Ja, genau.

Joël Kaczmarek: Und jetzt ist natürlich die Frage, weil du gesagt hast, entwickle ich mich hier noch, Muss man sich denn immer entwickeln? Also ist deine Meinung, dass es immer so sein muss, dass ich was dazu lerne, dass ich noch was weitermache, weil manchmal gibt es auch Menschen, da beobachte ich, Die sind in ihrem Handwerk einfach so zufrieden mit dem, was sie tun, in so einem Flow-State. Die müssen gar nicht jetzt irgendwie einen Karrieresprung nehmen. Also manche tut man sogar auch gar keinen Gefallen, wenn man Sie dann zum Beispiel eher in so eine administrative Rolle reinhebt. Aber natürlich wollen sie in dem, was sie tun, oft besser werden. So, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Also würdest Du denn sagen, dass die Notwendigkeit zu Entwicklung immer gegeben ist?

Vanessa Laszlo: Also, erstmal freue ich mich über deine Frage, weil du jetzt schon so eine Wertediskussion mit reinbringst. Das gefällt mir. Und Flow hat immer, was mit Entwickeln zu tun. Also Flow ist ja quasi ein optimaler Arousal-Zustand zwischen Entspannung und Anspannung, aber ohne das Moment der Anspannung, also ohne, dass du auch wach sein musst. Smart sein musst und so kommst du nicht in Flow. Flow hat immer auch, was mit Leistung zu tun, By The way. Aber nein, ich denke nicht, dass wir uns entwickeln müssen. Im Sinne von Karriere. Und ich finde, dass jemand sich auch auf ein und derselben Position weiterentwickeln kann, weil nicht jeder hat Bock eben auf Karriere, sondern er kann, er oder sie kann sich fachlich weiterentwickeln. Und wenn das nicht mehr gegeben ist, finde ich, ja, Dann wäre für mich in meinem Wertesystem der Punkt erreicht, wo ich sagen würde. Jetzt würde ich mir was überlegen.

Joël Kaczmarek: Also Fachliches oder Wissen sozusagen, das brauchst du in der Entwicklung. Karriere nicht, würdest du sagen. Das ist quasi der Maßstab, wie du es anguckst.

Vanessa Laszlo: Genau. Und ich finde, es gibt noch einen anderen Aspekt, und der hat mit Qualität zu tun. Nämlich, wenn du was machst, was zu einfach für dich wird, dann ist das der Moment, wo du dich vielleicht auch gefährlich verhältst, weil du brauchst nicht mehr. Konzentration und Sharpness und Fokus. Weißt du, der Klassiker, wie wenn Du keine Ahnung... Wuppertal sind die meisten Unfälle natürlich da, wo du wohnst, weil das kannst du quasi halb blind fahren. So, jetzt ändert jemand die Verkehrsführung. Und du raffst nicht, Da ist jetzt nicht mehr rechts vor links, sondern irgendwas anderes. Und bumm. Also ich finde, Das hat auch nochmal einen Aspekt, der auf Qualität einzahlt. Und Konzentration, wach sein, lebendig sein.

Joël Kaczmarek: Manche Menschen spüren sich ja nicht so gut. Kannst Du da vielleicht mal skizzieren, wie erlebst Du Arbeitsumgebungen, in denen man sich nicht mehr entwickelt? Also, was sind so typische Merkmale?

Vanessa Laszlo: Ein typisches Merkmal ist, dass die immer den gleichen Fehler machen. Dass sozusagen die Klage über etwas größer ist als der Entwicklungssprung, der ausbleibt. Und da sind wir wieder bei der Frage nach Wachstum. Und ich meine, wir reden ja hier im Business. Wir sind im Profit-Business, das heißt, aus meiner Sicht gibt es die mittlere Linie nicht. Das, was wir immer erzählen, wenn wir jemanden zufällig beim Einkaufen treffen, Und wie geht es? Ja, alles so weiter. Alles so weiter gibt es im Business nicht, weil entweder es geht nach oben oder es geht nach unten. Es gibt diese mittlere Linie nicht, zumindest nicht, wenn wir uns committen, ein profitorientiertes Business zu haben, Was Probleme lösen soll, was in die Zukunft einzahlen soll, Dann kannst du dir nicht leisten, Bestände zu sichern, weil dann bist du einfach brutal vergangenheitsorientiert.

Joël Kaczmarek: Was ich dich ja noch gar nicht gefragt habe, in Bezug auf die fünf bis sechs Punkte, Also, man darf dazu sagen, fünf kam von dir. ein, habe ich noch hinzugeschummelt, sind die für dich alle gleichwertig? Also sind das, wenn ich jetzt bei dir an deinen Fünf denke, sind das jedes Mal 20 Prozent, die du in die Waagschale wirfst oder ist sowas wie das hier zum Beispiel 40 Prozent?

Vanessa Laszlo: Das ist eine schöne Ingenieursfrage. Ich bin ja kein Ingenieur. Nein, die sind für mich nicht gleichwertig. Ich habe jetzt aber hier nicht die Master Thesis dazu, sondern ich würde sagen, das ist eine gute Daumenregel. Wenn du nur einen Punkt erfüllst, kannst du genauso schräg oder gut dastehen, je nachdem, wer du bist und was dir wichtig ist, wie wenn Du nur alle sechs Punkte zu zehn Prozent erfüllst. Wir dürfen das nicht algorithmisch betrachten, sondern seht es mal Leute da draußen als dreckige Daumenregel. Kein Plan, du weißt nicht, wo Norden ist. Hey, hier sind fünf oder jetzt mit Joëls Nummer sechs Shitfilter. Und die dienen einfach dazu, die Taschenlampe auf 8 Volt zu drehen, innen auszuleuchten und zu gucken, okay, wo stehe ich? So würde ich das verstehen.

Joël Kaczmarek: Gut, dann ist deine zweite Shitfilter-Frage, Kann ich hier tatsächlich was bewegen?

Vanessa Laszlo: Weil, Und das ist ein gut erforschter Tatbestand, nicht das Evangelium nach Vanessa. Wirkungslosigkeit über einen längeren Zeitraum führt zu einer psychischen Deformation. Menschen werden zynisch, apathisch, ironisch bis sarkastisch, schalten ab, sind nicht mehr voll da. Also das ist wirklich auch was, wo wir unsere mentale Gesundheit, unseren State of Mind längerfristig belasten bis beschädigen, Wenn wir uns in einem Kontext engagieren oder sagen wir mal aktiv sind, Tätig sind, der nicht auf unsere wirkliche Wirkung einzahlt. Zuerst verliert der Energie. Und später verlierst du Selbstwirksamkeit. Und das ist halt richtig gefährlich. Und das ist aus meiner Sicht ein wirklich ganz, ganz wichtiger Filter, weil das ist was, was Menschen mir immer wieder erzählen, das macht, Das ist eine Variable, die einen Unterschied macht. Ob du das Gefühl hast, du machst hier, was für die Tonne oder das, was du machst, Egal, wie es jetzt bewertet oder gebraucht wird, ist ein relevanter Beitrag, der dazu führt, dass andere sich nochmal rejustieren, Dass das Teil einer diskursiven Diskussion ist, dass darüber nachgedacht wird, Selbst, wenn es dann abgelehnt wird. Aber es ist relevant. Es hat zumindest temporär irgendwo in diesem Zahnradgetriebe eine Mikrorelevanz. Das ist ein ganz, ganz entscheidender psychologischer Faktor.

Joël Kaczmarek: Ich merke gerade, Ich habe die Frage ein bisschen anders gedacht, als du gerade, weil ich habe so ein Stück weit gedacht, ob ich was in der Welt bewege mit dem, was ich hier tue. Also, man kann ja jetzt zum Beispiel sagen, ich habe jetzt immer so, ich finde so ein großer Fan von The Ocean Cleanup. Da denke ich mir so, What the fuck, Wenn ich da arbeite, da habe ich ein paar Tonnen Plastik aus dem Ozean geholt. Da habe ich echt was bewegt. Das ist ja die eine Komponente. Also das, was ich mit meinem Beruf tue, verändert, das die Welt oder die Gesellschaft. Und das Zweite ist, okay, in der Organisation, in der. Ich bin, die nach außen hin eine Effektwirkung hat, Kann ich in dieser Organisation was bewegen. Also vielleicht bin ich nur irgendwie derjenige, der, was an diesen komischen Plastikstoppern da irgendwie schweißt. Aber ich habe einen Beitrag geleistet, Ohne das Schweißen würden Sie nicht funken. Weißt du, so, Das ist sozusagen die zweite Ebene. Ich wollte gerade fragen, welches wichtiger, aber das kann man wahrscheinlich gar nicht sagen.

Vanessa Laszlo: Ja, wobei ich sehe das so, ob du jetzt bei Ocean Cleanup arbeitest, was ich auch absolut großartig finde. Oder zum Beispiel in Obhutnahme in einem Kinderheim, was ich auch absolut, absolut notwendig finde. Letztendlich bewegen wir alle die Welt durch unser Beziehungsangebot, was wir jeden Tag schicken. Oder das Erste, was mir eingefallen ist, als ich gerade zugehört habe, war, weil ich jetzt gerade viel auf Businessreisen war. Ich meine, vielleicht kennst du den Moment, wo du denkst, okay. Ich halte vielleicht lieber nicht ein, weil keine Ahnung, ob noch ein Stau auf mich wartet oder so. Und dann können irgendwie 200 Kilometer doch lang werden. Gehst jetzt mal aufs Klo. Und es macht einfach einen fundamentalen Unterschied, ob du dann in so eine Kaschemme reingehst, wo du eigentlich gar nichts anfassen willst und schon so einen Allergieflash kriegst. Also eine total desolate Situation. Oder, Und das ist mir neulich passiert, du kommst in so einen Raum, Es war sowas von Blitzblank sauber. Ich habe sowas noch nicht erlebt. Es hat gut gerochen. Hat jemand? Blümchen hingestellt, auf so einer Autobahnraststätte. Und es war großartig. Und ich habe dieser verdutzten Frau echt einen Zehner in die Hand gedrückt, weil ich das so gefeiert habe, Mit welcher Haltung Sie diesen Minijob macht. Und ich finde, in dem Moment hat sie absolut meine Welt geändert. Das war ihr Beitrag zum Weltfrieden.

Joël Kaczmarek: Also, was du im Prinzip sagst, ist, HEY Joël, Man kann in jedem Beruf was bewegen. Auf jeden Fall. Ja, und sozusagen das, was du mit Bewegen meinst, ist eher, Habe ich in der Organisation einen Einfluss auf die Räder, die sich hier drehen.

Vanessa Laszlo: Genau und du hast den Außeneffekt gemeint tatsächlich in der Welt, aber ich meine diesen Effekt, dass eine Organisation besteht ja eben nicht aus Excel-Tabellen und Strategien, sondern ist ja eher ein lebender Organismus, der aus Menschen besteht und aus Beziehungen. Und deswegen finde ich wirklich egal, an welcher Stelle du stehst, ist es absolut entscheidend, welchen Beziehungsbeitrag du da einpflegst. Ob du, was relevantes sagst, ob es treffsicher ist, ob es fair ist, Ob es jemanden aufrichtet oder runterzieht, ob es ehrlich ist oder nicht.

Joël Kaczmarek: Also, ich werde da trotzdem nochmal für, weil ich mag gerne so diese Denke, die ja der John Strelecky immer mit diesen Büchern hat. hier, Das Café am Rande der Welt, The Big Five for Life, Da kommt der ja oft um die Ecke mit diesem, hey, Jeder hat so seinen Zweck der Existenz, und dann kannst du sozusagen Themen für dich definieren, was willst du im Leben erreichen. Und ich beobachte immer, wenn Menschen so einen Zweck der Existenz haben, der sich überhaupt nicht mit dem verträgt, was du in deinem Beruf machst, dass das Halt so ein Pfad zum Unglücklichsein ist. Das heißt, ich finde das total wichtig. Darum würde ich diese zweite Frage quasi erweitern, sich mal zu fragen, was ich hier bewege, Ist das eigentlich das, worauf ich einzahlen möchte? Im Leben? Und trotzdem finde ich deinen Punkt genauso veritabel und will jetzt nochmal vertieft. Dazu fragen, wenn ich in so einer Organisation bin, gerade, wenn die groß ist, also 20.000 Mitarbeitende oder so oder 2000, Wie findest du denn, dass man sowas richtig gut spüren und mitkriegen kann, ob man da wirklich was bewegt? Also, was sind denn für dich? So Aspekte, auf die du schauen würdest, wenn Du dir diese Frage beantwortest?

Vanessa Laszlo: Ich glaube, wir würden uns systematisch unglücklich machen, wenn wir das jetzt systematisch beantworten, Weil dann würden wir jedes individuelle Bewusstsein und die damit verbundenen Werte halt aus der Gleichung rausnehmen. Ich denke, es gibt eine Menge Leute, selbst. Die sind Grenzgenial und sind in Reihe. 57. Mega happy. Und denen würden wir keinen Gefallen tun, zu sagen, hey, hey, guck, mal deine Inhalte. Und was du kannst, komm doch wenigstens mal in Reihe 12 oder nee, besser noch in Reihe 5. Wenigstens mal kurz und so, weil die das einfach nicht wollen. Weil ihre Persönlichkeit diesen Raum nicht beanspruchen, mag, weil Ihnen andere Dinge wichtig sind.

Joël Kaczmarek: Das finde ich veritabel, sowas immer so zu beantworten. Okay, also, WERT Nummer 1, entwickle ich mich hier noch? Oder funktioniere ich nur noch, war der Nachsatz. Nummer 2, Kann ich hier tatsächlich was bewegen? Und die dritte Frage, dein Shitfilter Nummer 3 ist, Mit welchen Menschen arbeite ich hier zusammen?

Vanessa Laszlo: Genau. Sorry, ich wollte dir nicht ins Wort fallen. Genau, mit welchen, Wer ist denn hier noch?

Joël Kaczmarek: Ich glaube ehrlich gesagt, das ist bei ganz vielen mit das Wichtigste, oder? Also, es gibt so viele Leute, die sagen, ja, aber das ist scheiße, Aber das Team ist super.

Vanessa Laszlo: Ja, absolut. Oder ich liebe den Chef. Oder wir haben hier schon, weiß ich nicht, Fünf Battles gewonnen und zwei davon haben mein Leben geändert. Oder Ich habe in einer beschissenen Lebenssituation hier zwei Wochen auf dem Sofa schlafen dürfen. Oder, oder, ja, das ist für die meisten Menschen, ich meine Menschen, Wir reagieren halt am meisten auf Menschen. Zugehörigkeit ist halt, doch der Meta-Wert für unser gutes altes Säugetier-Gehirn. Sicherlich ein ganz, ganz zentraler Filter. Und ich meine damit jetzt nicht nur Menschen, mit denen ich direkt zusammenarbeite, die quasi auf Augenhöhe sind, sondern was ich damit auch meine ist, Welche Führungskultur gibt es da, Welche Performancekultur gibt es da, Sowas wie psychologische Sicherheit oder einen bürgerkriegsähnlichen Zustand. Kann man da sagen, was man denkt, ohne gleich irgendwie geteert und gefedert zu werden? Muss ich da die ganze Zeit Fassade erzählen oder sonst was? Kann ich offen sprechen? DAS sind... Finde ich ganz, ganz wichtige Fragen, die alle auf unser Lebensglück einzahlen, Weil wir ja so viel Lebenszeit an der Arbeit verbringen.

Joël Kaczmarek: Ich habe gerade so einen Clip im Kopf, den ich vor Kurzem gesehen habe. Das war ein Ausschnitt aus The Wolf of Wall Street, wo Leonardo DiCaprio diesen Aktienbetrüger da spielt. Und es ist so die Szenerie, Die sind in so einem richtigen Drecksbüro. Also, was ich ja mal persönlich hasse, weißt du, wenn die so Neonleuchten an den Decke haben und so diese Cubicles und so weiter. Und dann hält er da so eine Rede. Und redet irgendwie über Carol. Und es ist total witzig, weil da sind irgendwie 120 Leute in diesem Raum gefühlt. Alles wird so quiet, so still. Und dann erzählt er, wie er sie sozusagen eingestellt hat. Was war damals deine Situation? Und dann, du hast so diesen Vergleich gehabt, Heute Prada, Porsche. Und was weiß ich nicht, was. Und damals drei Kinder allein erziehen, hat ihn um 20.000 gebeten, um überhaupt mal die anstehenden Kosten zu zahlen. Und er hat ihr 40 gegeben. Und du kriegst so mit, so. Dieser ganze Raum, wie die alle so anfangen zu jubeln. Und ja, und wir sind diese Gemeinschaftsdenker. Und ich fand es so faszinierend, weil du so denkst, alles klar, Das ist eigentlich so eine Scambude, die Leute hier bewusst abzockt und verarscht, auf andere Leute Kosten. Aber diese Sogkraft des Menschen sozusagen, Dieser Nukleus ist so stark. Das heißt, du kannst sogar Leute dazu bringen, Blöde Sachen zu machen, wenn dieses Menschliche so groß ist. Und jetzt bin ich natürlich abgeschweift, Aber vielleicht kannst du ja nochmal so ein paar Patterns unterstreichen. Worauf du achten würdest? Wir haben ja jetzt mehrere Sachen gesagt. Psychologische Sicherheit hatten wir gesagt, sich verstellen müssen, also man selbst sein können, Sympathie, Effizienz. Also, da steckt ja ganz viel drin, was beim Menschen eine Rolle spielt. Was würdest Du sagen, worauf sollte ich bei dieser dritten Frage gucken?

Vanessa Laszlo: Ganz pragmatisch. Ich würde mal drauf gucken, Wie ist der Quotient zwischen formeller Kommunikation und informeller. Wenn du aus Meetings gehst, wo eigentlich alles gesagt ist. Und danach fängt der Flurfunk an, quasi Norden nochmal anders zu definieren, und dann geht es irgendwie doch andersrum, finde ich, Gibt es ein Problem mit psychologischer Sicherheit, Aufrichtigkeit, Weil dann gibt es einfach sehr viel Fassade und sehr viel Strategie und sehr viel Konfusion, weil es neben den avisierten Führungskräften eine Menge informelle Leader gibt und so weiter und so fort. Also Du Podcast quasi durch ein Dickicht an Mikropolitik und sozialen Strukturen. Die nicht dazu designt sind, Orientierung zu geben, sondern quasi so In-Group-Out-Group-Phänomene zu erzeugen. Das wäre für mich ein definitiver Warnhinweis. Ein Zweiter wäre tatsächlich, wie ich mich fühle. Also wie offen kann ich dissens ansprechen? Ist es überhaupt erlaubt oder gibt es jede Menge Tabus? Kann ich überhaupt meiner direkten, nehmen? Wir mal den direkten Chef, ist ja ein relevanter Umweltfaktor, Ist es überhaupt möglich, kritische Rückmeldungen zu geben? Darf ich widersprechen? Darf ich sagen, dass... Ich verstehe das nicht, oder es leuchtet mir nicht ein oder aus meiner Sicht. Gucken wir an die falsche Stelle oder lass es uns doch mal so und so versuchen? Und was passiert dann? Kriege ich Standing Ovations oder werde ich hier irgendwie mit Kuhfladen beworfen? Das finde ich auch einen ganz, ganz, Ganz wichtigen Aspekt, ob man sich Safe fühlen kann und ob man man selber sein kann.

Joël Kaczmarek: Geil, finde ich total gut. Also genau solche Warnmechanismen, die helfen ja, glaube ich. Und deswegen rutsche ich mit dir gleich Rüber zur vierten Frage. Nämlich, bezahlt das hier meine Realität? Also Das Geldthema kommt bei dir auf Platz 4.

Vanessa Laszlo: Ja, ich finde das wichtig. Ich finde, die beiden Dimensionen, Sinn und Geld oder Existenz sind super wichtig. Und ich bin dankbar dafür, dass ich und viele andere Menschen eben nicht nur Arbeit für Brot und Butter machen, Aber es muss halt doch Brot und Butter auch geliefert sein. Es ist wundervoll, dass Arbeit so viel mehr psychologische Kategorien abdeckt, dass es unsere Begeisterung entfacht, dass es unsere Vernunft braucht, dass wir uns darauf Jahre in der fachlichen... Ausbildung vorbereiten konnten. Und so weiter. Aber es muss eben auch meine Existenz sichern. Und was nutzt mir quasi der beste Purpose-Job, wenn ich einfach nicht weiß, wenn er nicht meine Miete bezahlt oder nicht dazu dient, dass ich vorsorgen kann oder mich in so einer chronischen Situation lässt, wo ich nicht wirklich unzufrieden sein darf, aber es irgendwie doch bin, weil ich keine Freiheitsgrade habe, weil ich immer bangen muss, weil einfach viele Themen, die ich immer vor mir herschiebe, nicht wirklich hinreichend gelöst sind. Sind, und die haben natürlich mit Geld zu tun. Viele existenzielle Themen haben mit Geld zu tun. Gesundheitsthemen haben mit Geld zu tun, Beziehungsthemen haben mit Geld zu tun. Also Sinn ist wichtig, aber Sinn bezahlt halt keine Miete.

Joël Kaczmarek: Also, es ist relativ binär, dass du sagst, wenn nicht folgende Grundbedürfnisse gesichert sind, dann ist es nicht das Richtige. Oder Stecken da auch noch Abstufungen drin?

Vanessa Laszlo: Naja, Ich meine, Wir reden da jetzt vor einem impliziten Hintergrund von einer sehr privilegierten Bubble. In der wir beide zu Hause sind, die Menschen, mit denen wir in der Regel sprechen, sind auch alle hyperprivilegiert, bis keine Ahnung, was. Ich rede jetzt erstmal nicht über Menschen, die da nicht die Wahl haben, die einfach irgendeinen Job machen müssen und die das nehmen müssen, was Sie dafür kriegen. Das möchte ich gerne einmal explizieren. Wir führen jetzt bewusst eine privilegierte Diskussion und lass es uns bitte auch, so framen. Und vor dem Hintergrund dieser privilegierten Diskussion darf sich jeder seine eigene Map bilden, Was für ihn jetzt irgendwie noch in einem grünen Bereich einzahlt, Was vielleicht schon gelb ist und was Rot ist.

Joël Kaczmarek: Ich komme nämlich auch so ein bisschen darauf, Ich habe neulich wieder so ein lustiges Video gesehen, also, ich merke, ich muss wieder mehr unter Menschen gehen. Hier kommen zu viele Clips, irgendwie auf den Tisch. Ich glaube, es war KI-generiert, weil es da so bekloppt ist. Es war ein Rabbi, der da so ein Baby hielt. Und da hat er gesagt, lass mich dir erzählen, Wie Israelis verhandeln und machen Arbeit. Und dann hat er, so erzählt, auf Englisch. Dass in Israel es doch üblich sei, nach drei Jahren den Job zu wechseln. Und warum? Weil er gesagt hat, es gibt ja sowieso diese Drei-Jahres-Zyklen immer. Also, wenn du zum Beispiel in einen Job kommst, erstes Jahr wird dir verziehen, weil es war, der Vorgänger, Zweites Jahr ist, so das Jahr des Übergangs und Drittes ist das Transitjahr. Und der hat aber was anderes Interessantes gesagt. Er hat gesagt, naja, Alle drei Jahre steht ja in der Regel so an, dass man sich halt nochmal irgendwo hin umguckt. Beförderung, mehr Gehalt, was weiß ich. Und es gibt den Effekt, dass Firmen neue Mitarbeitende besser bezahlen als bestehende. Also, es kann sein, dass wenn eine neue Rolle ausgeschrieben ist und jemand kommt von extern, dann kriegst du ja ein besseres Gehalt als der Typ, der das vielleicht schon seit fünf Jahren in der Bude macht.

Vanessa Laszlo: Auf jeden und zwar nicht nur in Israel. Also das ist auch, so, wie ich das kenne, in Deutschland gelebte Praxis. Und das ist auch eine gute alte Daumenregel von den ganzen Highflies, die einfach Mega Bock auf Karriere haben, dass du sowohl deinen Status als auch dein Gehalt und das korreliert ja auch ganz hoch, Status und Kohle, dass Du das natürlich dann nach oben Podcast, wenn du veränderungswürdig Like hell bist. Wenn du bereit bist, einfach, diese unbill und diesen Megastress auf dich zu nehmen, dich permanent neu zu positionieren, immer wieder Outgoing zu sein, zu sagen, ich teste meinen Marktwert, Ich spreche jetzt mit dem und dem und der, und ich wechsle, was weiß ich, Von der Berater auf die Industrieseite umgekehrt, weiß der Geier, was. Klar kriegst du dann viel mehr Kohle und machst eine steilere Karriere. Es ist halt die Frage, ob das auf deine ganzen anderen persönlichen Bedürfnisse einzahlt. Und auf deine Vorstellung hoffentlich von einem bunten Leben. Was nicht nur eine Fichtenmonokultur von Karriere ist und ob das dann irgendwie zusammenpasst. Also zum Beispiel Stichwort, Kinder, zum Beispiel Stichwort, Beziehung, Stichwort, Hobbys, weiß der Geier. Aber klar, das ist natürlich die Daumenregel, wenn wir jetzt hier wieder die lineare Logik von der Krebszelle nehmen. The only way is up. Musst du das so machen.

Joël Kaczmarek: Ich werde das mal ganz kurz auseinanderziehen. Das versendet sich bei Dir so schnell. Die Karriere als Fichtenmonokultur betrachten. Ja klar. Ganz geiles Pilze, wie so ein Wald, wo du sozusagen nur eine Sache pflanzt, nämlich Kohle, Ja, klar, Kohle, dass das irgendwie zu nichts führt. Ja, schön.

Vanessa Laszlo: Da denke ich mit Schrecken an einen, ehrlich gesagt, ziemlich deformierten, gruseligen, dunklen Menschen, den ich mal kannte. Und ich stehe mit dem auch auf so einem Parkplatz, Wir hatten so einen Business-Auftrag zusammen, nur einen. Dann haben wir uns wieder auseinander dividiert, weil unsere Werte nicht gut zusammengepasst haben. Und ich habe ihn gefragt, wie er das eigentlich macht, so obszön viel Geld zu verdienen. Was eigentlich eine ziemlich unverschämte Frage war, weil der Subtext war, ey, Du kochst echt nur mit Wasser, das ist so erbärmlich, wie machst du das? Aber ich habe es quasi so abstrakt, formuliert, dass da auch gar nicht drauf gekommen ist, Dass das vielleicht eine wertende Frage war. Und die Antwort war halt einfach so geil, schmerzbefreit und eindimensional und ehrlich, weil er guckt mich an und sagt, Vanessa, ich denke einfach nur an Geld. Geld, Geld, Geld. Ich wache morgens auf und denke an Geld, und ich schlafe abends ein und denke an Geld. Und dann hat er wirklich auf dem Parkplatz quasi seinen Laptop rausgeholt. Und mir so eine riesige, Exzessiv programmierte Excel-Tabelle gezeigt. Und dann ist mir echt das ganze Ausmaß dieser Deformation auch bewusst geworden, weil er da wirklich minutiös alle seine Tätigkeiten inklusive Pipi machen und Kaffee trinken eingerechnet hat und geschaut hat, Was ist sozusagen der Effekt. Auf Geld. Und da wusste ich, hey, Mega Super Erfahrung, weil so möchte ich nicht werden. Arrivederci.

Joël Kaczmarek: Okay, ist vielleicht ein guter Wake-up-Call nochmal am Ende dieser vierten Frage. Also, es sollte sozusagen nicht in die Eindimensionalität gehen. Gut, Deine Letzte Frage sozusagen, Bevor ich meine fünfte Edde ist, kann diese Organisation meine Stärken überhaupt gut nutzen? Und da hast du zu mir gesagt, das ist was, Was du ganz viel in deiner Praxis siehst, wenn du mit anderen Leuten arbeitest. Erzähl mal, Was verbirgt sich denn dahinter?

Vanessa Laszlo: Tja, seien wir mal ganz ehrlich. Die Frage, bin ich gut genug, stellen sich immer die falschen Leute. Also hier die Leute, die so im Durchschnitt oder drunter rumlullern, Die stellen sich diese Frage nie. Also die Frage, diese bange Frage, bin ich gut genug und schaffe ich das alles, Stellen sich immer Menschen, die eigentlich richtig, richtig gut sind. Mit denen habe ich eine große Sympathie, weil ich auch jeden Tag mit solchen Menschen spreche. Und sicher auch in diese Kategorie gehöre. Und ich möchte für mich und für alle aus dieser Bubble sagen, und wir müssen diese Frage ergänzen. mit, ist das System groß genug für mich? Ist das Kundensystem, ist das Organisationssystem, ist das Wirksystem, ist das Performancesystem, ist das Sinnsystem, Was auch immer, ist das groß genug für mich? Weil guck dir Organisationen an. Das ist ja eher ein Organismus. Die haben Strukturen, Gewohnheiten, Geschwindigkeiten. Und du kannst massiv überlegen sein, es nutzt dir aber nichts. Wenn du in einem System bist, was Brillanz als Störung empfindet, dann bist du da immer. Der Depp, der irgendwie als Einziger in die falsche Richtung paddelt und bist die ganze Zeit damit beschäftigt, irgendwie zu überlegen, wie kann ich mich hier anpassen, wie kann ich mich entschärfen, ich muss mehr Geduld haben, vielleicht bin ich zu anspruchsvoll. Und ich meine, als wirklich Oldschool-Systemikerin, da bin ich ja wirklich über Jahrzehnte systemisch geprägt, würde ich immer sagen, ja, natürlich ist das eine wichtige und integere Frage, sich zu fragen, was... Was bringe ich in den Mitten? Ist das gut genug? Das muss man ab und zu mal wiegen und gucken, Ob das noch genug gewicht hat und gegebenenfalls anpassen. Aber eine ganz wichtige Frage ist auch, Bin ich hier im richtigen Kontext? Und kann dieser Rahmen überhaupt, was mit meinen Stärken wirklich, wirklich anfangen? Und das meint ja niemand Böse, oder bin ich einfach gefangen in elaborierten Anpassungsstrategien? Als ich jünger war, habe ich natürlich auch von Kunden manchmal Corporate Jobs angeboten bekommen. Und einmal war ich fast so weit, weil es ein Cooler Laden war, Mega, Ego-Futter und so Coole Positionen. Und wo ich mir echt, Da war ich für einen kurzen Moment bereit, so meine Fröste der Freiheit aufzugeben. Für so eine Corporate Career. Und das war bei der Vertragsunterzeichnung, wo der zu mir sagte, Vanessa, jetzt kannst du dich entspannen, weil von dir brauchen wir maximal 60 Prozent. Und da musste ich leider aufstehen und Erwartungen enttäuschen und sagen, vielen Dank, danke. Das Schicksal meint es Gut mit mir, dass du diesen Satz noch gesagt hast, weil der lässt leider alles, was wir bis hierhin besprochen haben, Obsolet werden. Und der macht nochmal deutlich, dass ich doch ein Grundrauschen an Ambivalenz habe, was sich gerade geklärt hat. Ich hoffe, wir bleiben trotzdem Freunde, sind wir auch, ja? Und ich denke, dass das ganz wichtig ist, dass das viel mehr ist als jetzt. So eine Elitefrage, eine systemische Passung und dass wir diese systemische Passung oft in unser Beuteschema gar nicht aufnehmen, weil wir in unserem guten alten Säugetiergehirn eben per Se quasi als Default-Einstellung so bereit sind, erstmal mitzuspielen. Was ja, normal ist. Das ist ja auch klug, wenn du irgendwo anfängst. Was machst du als erstes, wenn du nicht total bescheuert? bist? Du hältst dich erstmal zurück und checkst, Wie läuft denn das hier? Was sind denn hier für Spielregeln? Auf welches Verhalten wird denn eingezahlt? Wofür wird man hier belohnt? Wofür wird man irgendwie ausgebremst? Und so super wichtig. Und die meisten Menschen kommen aus dieser Anpassungsnummer gar nicht mehr raus. Also finde ich, Ist das eine wirklich, Wirklich wichtige Frage. Auch mal eine Systemdiagnose zu machen und zu gucken, bin ich hier irgendwie der Riesenfisch in so einem kleinen Tümpel und kann mich hier kaum bewegen? Oder bin ich hier so ein ganz kleiner Fisch in einem riesigen Meer? Und total orientierungslos? Oder habe ich irgendwie meinen Platz in der Welt gefunden, der irgendwie mir genug Freiheitsgrade gibt? Und der ganz viel von mir braucht, ohne mich so massiv strukturell zu begrenzen?

Joël Kaczmarek: Das ist ganz interessant. Ja, es ist interessant, weil ich glaube, da geht es darum, und... Ob man sich, Ich glaube, dein Wort ist immer verbiegen, oder ob man sich verstellt. Also passe ich eigentlich auch zu dieser Organisation mit meinen Stärken, so, wie ich bin? Oder muss ich eigentlich die ganze Zeit hier wie irgendwie so ein Gummirohr mich irgendwie um die Ecke biegen, damit ich hier in irgendeiner Form eine Passung kriege? Und das macht ja auf lange Sicht unglücklich. Und das führt auch in der Firma zu nichts. Und ich denke gerade darüber nach, das heißt ja nicht, dass das jetzt so eine Elitendebatte ist, so nach dem Motto, Ich bin ja, ach, so genial, passe ich hier mit meiner Genialität überhaupt rein? Das können ja auch einfach Eigenarten sein. Auf jeden Fall. Ich habe letzte Woche eine Firma besucht, da war ein Dude, Wir haben so über Produkte von der Firma geredet, haben die alle so gezeigt, guck, mal, das machen wir und das, und das, und das, und das ist unser Bestes so und so. Und dann sagt der Typ so, nee, ist es gar nicht. Was? Natürlich, nein, aus dem jeden Grund nicht. Ah, du bist immer so kritisch. Und ich habe das hinterher, wir waren dann zusammen essen und dann habe ich mich mit dem Unterhalten. Und der hat das richtig, zelebriert. Er hat gesagt, es muss in einer Organisation den Kritiker geben, Es darf nicht nur die Feierleute geben, sonst wächst hier nichts. Und du hast gemerkt? In dieser Organisation war er derjenige, der immer die Leute alle genervt hat, weil er natürlich immer so die Energie rausgenommen hat, weil er immer den Mann den Zeigefinger gehoben hat und so. Aber sie haben ihn geschätzt. Also, es ist sicherlich so ein Spiel gewesen, so nach dem Motto, sich so ein bisschen zu necken. Aber der hat eine Rolle in diesem Gefüge. Also, es ist ein Wert, den er beisteuert, nämlich die Produkte besser zu machen, dem man nochmal die eine Frage mehr stellt. Und das braucht, glaube ich, so eine Organisation, damit man darin dann funktioniert. Und dann können beide voneinander profitieren.

Vanessa Laszlo: Genau. Und ich danke dir für die Differenzierung. Genau. Also eine systemische Passung, Da geht es jetzt nicht nur um das letzte Perzentil von irgendeiner Elitären. Begabung, auch. Aber es geht vor allem um eine wirkliche Passung, um ein Individual Fit. Und den kriegst du mitunter halt nicht durch ein Bewerbungsgespräch raus, sondern manchmal braucht es richtig lange, weil sich jede Organisation ja auch entwickelt, nach oben oder nach unten. Und jeder Mensch eben auch. Selbst wenn es zum Beispiel in Initialen Super Fit gab, heißt das ja nicht, dass es für immer so ist.

Joël Kaczmarek: So, jetzt bringe ich doch meine sechste Frage ein. Ja,

Vanessa Laszlo: hau raus.

Joël Kaczmarek: Deckt sich dies, was wir hier tun, mit meinen Werten? Weil ich habe so ein Gespräch in Erinnerung. Ich war in einer Firma, und dann haben wir uns der Chef unterhalten, wie wir was auf eine Art umsetzen. Und dann meinte ich so, ja, Ich glaube, am Schlauesten ist, wenn wir das so machen, weil aus folgenden Gründen A, B, C. Und das ist für mich auch ganz dankbar, weil dann kann ich das und das so und so machen. Dann hat er gesagt, ja, aber ich möchte es lieber so machen. Dann meine ich, wieso? Ja, weil es ist besser für meinen Tag, da habe ich es einfacher. Dann ist es leichter. Ich sage so, ja, aber ich habe dir ja gerade erklärt, warum es sozusagen aus vielen Gründen Sinn macht, es anders zu machen. Ja, aber ich bin der Chef der Firmengruppe. Und ich sage so, ja, aber hast du mir zugehört? Wenn wir es so machen, wie du gerade sagst, Dann produziert es an so und so vielen Stellen Reibung und ist aus diesen und jenen Gründen schlechter. Ja, aber ich bin der Chef der Firmengruppe. Und in der Sekunde hatte ich geistig gekündigt. Das war das erste Mal in meinem Leben, wo ich dachte, wow. Ja, okay, machen wir es so. Und dann habe ich angefangen, Stellenanzeigen zu scrollen, so ungefähr. Und das ist halt so ein Ding. Also in meiner Welt ist zum Beispiel ein Wert, dass nicht Hierarchie über Qualität der Entscheidungen entscheiden sollte, sondern die Qualität der Entscheidung sollte sich daran bemessen, Welches Problem löst es, wie gut, welche Ressourcen und so weiter und so fort. Und das kann man aufs Purpose des Unternehmens übertragen. Also, ich erinnere mich lustigerweise, ich habe einen Kommilitonen, der war immer so ganz, Ich habe immer gedacht, der Macht Scherze, der sei so zynisch gemeinert, Der hat immer ein bisschen geredet. Und ich glaube, der meinte das Ernst und ist hinterher bei so einem Öl-Multi gelandet. Und da dachte ich, ach, ja, das passt ja irgendwie. Wäre jetzt nicht meine Welt, to be honest. Oder hat da? glaube ich jeder so, dass er sagt, was er wertvoll findet und was nicht an der Firma. Und deswegen, ist es auch, was, was dich beschäftigt oder was du beobachtest, wenn Menschen über kündigen ja, Nein, nachdenken, Das Thema Werte?

Vanessa Laszlo: Für mich ist das Thema Werte quasi in jeder Tonart von unseren fünf Shitfiltern durchdekliniert. drin. Also ich finde mit Recht, sprichst du das Thema Werte an und ich finde den Gebührt auch mit Recht. Quasi jetzt die Finale Position unseres heutigen Gespräches. Weil das ist quasi die Supra-Variable über allem. Und was für den einen Wert ist, ist für den anderen eher ein Grund zur Fluchttendenz und umgekehrt mit allen möglichen Varianten. Also, von daher ist es immer schwierig, finde ich. Ein Gespräch über Werte driftet halt so schnell ins generische ab, weil wir eben so unterschiedliche Werte haben. Und mein Versuch war jetzt mit diesen fünf Filtervariablen zu sagen, guck, mal, Aber so kannst du es ja für dich in deiner Version, deine Werteversion So ein bisschen pragmatisch deklinieren. Und du hast natürlich völlig recht, das ist die allerwichtigste Frage.

Joël Kaczmarek: Ja, du hast sie sozusagen einfach eingeplant. Wir haben Sie jetzt nochmal hier deutlich gemacht. Also die liegt einem drunter. Und jetzt hast du es ja eben so schön, die Fröste der Freiheit genannt. Vielleicht so abschließende Frage. Was beobachtest Du bei den Menschen? Ich glaube, viele haben ja auch irgendwie Angst, den Schritt der Kündigung zu gehen, gerade in Deutschland.

Vanessa Laszlo: Verstehe ich. Also, es ist eine Realangst. Da würde ich jetzt sagen, das ist nicht neurotisch. Da würde ich jetzt niemandem sagen, jetzt reiß dich mal zusammen oder sei mal ein bisschen mutiger. Ist doch nicht dein erstes Rodeo und so. weil... Es natürlich einen Unterschied macht, an der Tür zu klopfen, Ob wenn du noch irgendwo drin bist, versus, wenn du schon draußen bist. Das wäre einfach dumm, das nicht zu erwähnen. Natürlich macht das einen Unterschied. Jeder, der irgendwie schon mal über 5 Cent verhandelt hat, weiß das, dass das einen riesigen Unterschied macht, Ob ich Freiheitsgrade im Nacken, Ressourcen im Nacken habe oder immer mehr in eine sich steigernde, Notvolle Situation gerate. Dann ist es, je nachdem, wie schwierig meine Rahmenbedingungen sind, enorm schwer. Souverän zu sein, ruhig zu sein, autonom zu sein, Keine Frage. Das würde ich niemals relativieren.

Joël Kaczmarek: Gut. Also, ich finde Sowas immer richtig nochmal zu framen, Genauso, wie du gesagt, hast, dass wir hier eine eher privilegierte Diskussion führen. Also, es hat nicht jeder die Wahl, ob man eine Stelle behalten kann oder will. Und das Zweite, sich halt trotzdem auch zu überlegen, was es macht. Ich glaube, manchmal ist es so, das ist ein bisschen wie bei Scheidung. Also ich glaube, Jedes Kind profitiert eher von glücklichen Eltern als von unglücklichen. Aber es ist, glaube ich, trotzdem eine sehr individuelle Frage, die man jetzt anhand dieser sechs Fragen, die wir mitgegeben haben, für sich entscheiden kann. Passe ich hierher oder passe ich nicht mehr hierher? Gut, das war doch wieder ein Fest mit dir. Vielen Dank.

Vanessa Laszlo: Vielen Dank, auch.

Joël Kaczmarek: Gute Besserung natürlich und bis zur nächsten Folge.

Vanessa Laszlo: Bis zur nächsten Folge. Ich gehe jetzt schlafen. Tschüss.

Intro & Outro Speaker: Lass Diese Folge gerne kurz wirken und nimm einen Gedanken mit,

Joël Kaczmarek: der für dich gerade wichtig ist. Und diese Next Level Journey begleitet dich auf deinem Weg zum nächsten Level. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, bietet Dir unsere Community, die Next Level Society, Exklusives Anwendungswissen, den Austausch mit anderen auf derselben Reise, sowie Events, Kurse und weitere Formate. Den Link dazu findest du in den Show Notes. Schön, dass du dabei warst. Bis zur nächsten Folge.

Intro & Outro Speaker: 5 oder mehr, Gib. Mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und versehen weißt du jetzt, was Du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt, und jetzt du.