Handly 🔨: Digitale Dachdecker decken dein Dach

9. Februar 2026, mit Joël Kaczmarek

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Bastian Meyer: Wenn wir Selbstständige oder angehende selbstständige fragen, Was so die größten Schmerzpunkte sind, oder wovor Sie am meisten Angst haben, sind mal zwei Sachen. Dass sie die Auftragsbücher nicht voll bekommen. Was lustig ist, weil jeder würde in Deutschland sagen, es ist halt extrem schwer, einen Handwerker zu bekommen. Viele Preisen zum Beispiel viel zu niedrig am Anfang. Das ist so ein typisches Symptom, was jeder hat, der sich so selbstständig macht, glaube ich. So hey, du kannst schon 20% mehr nehmen hier. Also Preis scheint schon deutlich zu niedrig. Wir probieren alles, was wir quasi unseren Partnern sagen. Probieren wir selber in unserer eigenen Dachdeckerei erstmal auf. Das heißt, es ist wirklich eine Probe. Das heißt, es ist nicht möglich. Geld verdienen. Wir haben gesagt, wir legen da einmal Geld rein und dann muss das cashflow-positiv funktionieren, wie jeder andere Betrieb auch.

Intro & Outro Speaker: Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt. Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt du High five Leute,

Joël Kaczmarek: hier ist Joël, und ich tauche mal wieder ein in die Welt der Startups. Ich bin ja immer neugierig, wenn es sich auch mal um Handwerker dreht, weil ich glaube, das ist ein großer Bereich, wo sich noch viel anbietet, wo man noch Disruption starten kann. Und der Liebe Bastian Meyer, der heute mit mir hier sitzt, hat ein spannendes Unternehmen namens Handley gegründet, wo ich neugierig bin, mehr zu erfahren. Weil es ist mal ein bisschen anderes Geschäftsmodell und vor allem, Wie gesagt, tief im Handwerk verurzelt. Denn sie helfen Dachdeckern dabei, sich selbstständig zu machen und haben auch selbst eine Dachdeckerei, habe ich gelernt. Von daher bin ich da mal neugierig. Erstmal schön, dass Du da bist lieber Bastian Meyer.

Bastian Meyer: Moin Vielen lieben Dank, dass ich hier sein darf. Wir haben eine eigene Dachdeckerei. Ich komme auch selber aus einer Handwerkerfamilie. Also wirklich, du musst dir vorstellen, jede männliche Person in meiner Familie. Er ist Handwerker, also OpA Elektriker. Vater selber auch Dachdecker. Bei mir war schon sehr, sehr früh klar, dass ich auf jeden Fall kein Handwerker werde. leider. Du hast zwei linke Hände und zehn Daumen, kann man so sagen. Nee, aber ich fand Podcast immer super interessant. Und hab dann irgendwann gedacht, als ich mich dann auch nochmal mit Startups auseinandergesetzt habe, Sven, Ich was machen will, auf jeden Fall im Handwerk sein soll. Haben wir auch schon sehr viel ausprobiert und gemacht.

Joël Kaczmarek: Das ist viel wert, wenn man Handwerker in der Familie hat. Ich kann das andauern, dass irgendwas kaputt geht und man hat Probleme. Nimm mich da mal mit an die Hand. Wie ist denn so eure Reise mit Handley gestartet? Was war so Stein des Anstoßes?

Bastian Meyer: Für mich, Ich habe an der CODE University in Berlin studiert. Also eine Uni, die gibt es noch gar nicht so lange. Ich glaube, sechs oder sieben Jahre erst.

Joël Kaczmarek: Ja, von Thomas Bachem.

Bastian Meyer: Genau, von Thomas Bachem. Das Konzept der Uni ist so, ein bisschen Studenten einfach in einen Raum zu werfen und gucken, Was die Startups gründen. Was habe ich auch genau da gemacht? Ich habe zwei Semester das Studium durchgehalten und dann habe ich Handley gegründet. Und damals war bei mir so das Ding, ich wollte halt schauen, also, ich hatte mal dieses Bild im Kopf von meinem Opa und meinem Vater. Die sind Handwerker geworden, weil sie handwerken wollen und nicht, weil sie administrative Aufgaben und sowas erledigen möchten. Und hatte mal das Bild im Kopf, wo die am küchentisch saßen, Irgendwelche Papierstapel hatten und eigentlich darüber abgekotzt haben, dass sie irgendwelche Papiersachen machen mussten. Und ich habe gedacht, das kann eigentlich nicht sein. Wir haben alles digitalisiert. Irgendwie alles am Digitalisieren in der Startup-Welt, Aber wir müssen doch. Und im Handwerk gab es einfach so viele Leute. Ich komme ursprünglich aus dem Ruhrgebiet und gefühlt fast jeden, mit dem ich zur Schule gegangen bin, hat man am Ende was im Handwerk gemacht, danach auch. Und das ist halt einfach so ein extrem wichtiger Part von unserer Gesellschaft. auch. Da habe ich mir gedacht, es muss doch irgendwie einen Weg geben, die zu unterstützen oder die zu helfen oder denen das Leben ein bisschen einfacher zu machen. Und haben dann ursprünglich erst als reines Software gestartet, Also haben wir einfach Software für Handwerksprühe gebaut. Also die konnten dann Angebote, Rechnungen, alles Mögliche darüber schreiben. Das haben wir so gut zwei Jahre lang gemacht. Wir haben dann unsere Pre-Suite-Runde darüber geracet und dann irgendwann gemerkt, nur Software an Betriebe zu verkaufen, hat halt die meisten von den Problemen nicht wirklich gelöst. Und viele der Probleme sind viel tiefer. Und haben dann gesagt, okay, Wenn wir das Ernst meinen und wir den Betrieben wirklich helfen wollen, müssen wir viel tiefer reingehen. Und haben dann das gemacht, was wir jetzt heute machen. Also, es nennt sich so Business in a Box, quasi vom Geschäftsmodell her. Form von Franchising ohne die Nachteile von Franchising. Also ich weiß nicht, ob dir Reverse-Franchising Was sagt? Nee, erzähl mal. Also, es ist quasi so, Man baut quasi die ganze Business-Infrastruktur für die Betriebe auf, kümmert sich um die ganzen Backoffice-Sachen, schaut, dass die Betriebe auf Marketingseite gut laufen. Die Betriebe bleiben aber eine eigenständige Brand. Also das heißt, Der Betrieb ist 100% selbstständig, gehört 100% dem Owner, also dem Inhaber. Und genau, wir machen halt alles hintenrum, Worauf die keinen Bock haben oder worin sie vielleicht auch nicht so besonders gut drin sind. Und genau, das heißt, wir gehen halt sehr viel in Betriebe von Gründung aus, direkt mit rein. Haben ursprünglich auch mit Komplett Handwerk erst gestartet, haben dann gemerkt, dass es super schwierig ist. Ein Elektriker baut seinen Betrieb komplett anders als ein SHKler, Also ein Heizungs- und Klimatechniker, zum Beispiel oder einen Dachdecker. Genau. Und haben uns dann irgendwann darauf entschieden, okay, wir gehen all in auf Dachdecker, haben dann auch unsere eigene Dachdeckerei gegründet, haben einen eigenen Dachdeckermeister bei uns, den wir eingestellt haben, der bei uns auch im Büro sitzt und gesagt, wir gehen komplett da drauf und machen das.

Joël Kaczmarek: Okay, ich bin hier mal neu. Also will ich noch besser verstehen. Also der erste Painpoint, den Die haben, wo die abkotzen, ist Buchhaltung wahrscheinlich. Rechnungslegung, Angebote und die ganze Scheiße. Wer findet das schon? geil? Okay, wir parken hinter. Das Zweite ist wahrscheinlich. Akquise? Ja,

Bastian Meyer: lustigerweise schon. Immer wenn wir Selbstständige oder angehende selbstständige fragen, Was so die größten Schmerzpunkte sind oder wovor sie am meisten Angst haben, sind mal zwei Sachen. Dass sie die Auftragsbücher nicht voll bekommen. Was lustig ist, weil jeder würde in Deutschland sagen, es ist halt extrem schwer, einen Handwerker zu bekommen. Mein Dachdecker hat das Halt teilweise noch extremer. Also, da gibt es einen super Krassen. Nachfrageüberhang. Am Ende des Tages ist bei denen die Herausforderung, Die wissen nicht so richtig wie. Also für die ist es dann meistens sowas wie MyHammer oder irgendwie Leadportale. Und darüber kriege ich meine ersten Aufträge. Das ist natürlich auch nicht super nachhaltig und langfristig. Für die Betriebe ist. Und das Zweite ist halt, wie du gesagt, hast, Finanzamt beziehungsweise Buchhaltung. Weil ich glaube, damit will sich halt einfach niemand anlegen. Und das wissen die selber auch. Viele haben da auch schon mal schlechte Erfahrungen gemacht oder selber gemerkt, von anderen irgendwelche Horror-Stories gehört, Wo dann Betriebe Pleite gegangen sind und so, und wollen das dann halt von Anfang an richtig machen.

Joël Kaczmarek: Aber wenn du so MyHammer sagst, Ich erinnere mich damals, weil bei MyHammer war das große Thema adverse Selektion. Also das heißt, dass die Schlechten eigentlich nur sich da tummeln, sind sozusagen gefragt, Ist das nach wie vor ein Problem in der Handwerksbranche?

Bastian Meyer: Würde ich nicht unbedingt sagen. Wir haben schon auch mit sehr vielen, extrem guten, also, wir arbeiten mittlerweile auch mit existierenden Betrieben zusammen. Das heißt, wenn jemand irgendwie drei bis fünf Mitarbeiter hat, vielleicht eine halbe Million Euro Umsatz macht. Und jetzt sich überlegt, okay, ich muss irgendwie eine Büro-Person einstellen. Bei uns, kommt die teilweise dann trotzdem zu uns und arbeitet dann mit uns. Und bei denen ist es auch so, Das sind teilweise echt richtig. Gute Betriebe, die auch richtig gut laufen. Effizienzmäßig vielleicht noch ein bisschen besser laufen kann. Wir gucken uns dann halt immer so den Umsatz pro Mitarbeiter an. Das ist immer eine sehr kalte Metrik, nicht so ganz handwerklich, aber ist so ein ganz guter Punkt, um einen Betrieb zu bewerten. Viele Betriebe sind busy, aber haben am Ende des Tages einen sehr schlechten Umsatz pro Mitarbeiter. Also man sagt so bei Dachdecker zum Beispiel, Der Durchschnitt ist ca. 5 Dinge mit 20 Euro im Jahr pro Mitarbeiter, der quasi auf der Baustelle arbeitet. Und wir versuchen das schon immer so auf. 200.000. Plus hoch zu bekommen. Bei den Betrieben, Das geht eigentlich auch relativ gut, ohne dass die jetzt mehr arbeiten müssen oder mehr Stunden machen müssen, sondern es ist einfach teilweise in der Art der Aufträge, die gemacht werden, in der Art und Weise, Wie die Aufträge auch abgearbeitet werden, Oft ist auch irgendwie Leerlauf Zwischendrin und der Fakt, dass du oft einen Handwerker nicht erreichst, wenn Du ihn erreichen willst und einen Auftrag haben willst, ist meistens das, dass ich gar nicht mehr daran erinnern kann, dass du angerufen hast. Dass er in der Zeit gerade irgendwo Stress auf einer anderen Baustelle hatte. Und einfach gar keine Übersicht davon hatte. Du hast einfach nur eine Nummer in seinem Telefonbuch, wo kein Name oder sowas drin, steht. Die rufen dann halt auch einfach nicht zurück. Und als Kunde denkt man sich so, Es ist unmöglich, einen Dachdecker oder einen Handwerker zu bekommen, weil die sind ja alle, Die Auftragspflichter sind voll. Und der Dachdecker sitzt dann da eine Woche später und sagt, Oh, shit, jetzt habe ich irgendwie nichts zu tun. Und das kommt schon sehr, auch mit der Disorganisation der Betriebe.

Joël Kaczmarek: Also ein bisschen wie so ein Künstler, Die können sozusagen die Kunst des Handwerks, aber brauchen eigentlich jemanden, der Sie so ein bisschen managermäßig organisiert.

Bastian Meyer: Das ist ein sehr, sehr guter Vergleich tatsächlich. Wir haben es auch schon öfter gesagt, dass es schon sehr künstlermäßig ist. Die sind sehr kreativ und sind sehr in ihrer Craft drin und versuchen da, auch immer besser zu werden. Und sich da hauptsächlich darauf zu konzentrieren. Aber sobald es halt irgendwas strukturell und was irgendwie Organisationenbedarf angeht, ist es immer ein bisschen schwieriger.

Joël Kaczmarek: Warum musstet ihr selbst eine Dachdeckerei gründen, um anderen dabei helfen zu können, dass sie selbst als Dachdecker aktiv sind?

Bastian Meyer: Was wir am Ende des Tages verkaufen, ist auch so der richtige Weg, wie man heutzutage einen Handwerksbetrieb bzw. Eine Dachdeckerei baut. Und ich finde, es ist deutlich authentischer, wenn man den Weg selber einmal gegangen ist, beziehungsweise, wenn man halt sagt, hey, Wir packen unser eigenes Geld da rein und wir machen das selber auch. Wir probieren alles, was wir quasi unseren Partnern sagen, probieren wir selber in unserer eigenen Dachdeckerei erstmal auf. Das heißt, es ist wirklich ein Probe, das heißt, es muss wirklich Geld verdienen. Wir haben gesagt, wir legen da einmal Geld rein und dann muss das Cashflow positiv funktionieren, wie jeder andere Betrieb auch. Das heißt, wir haben mit den gleichen Sachen am Anfang zu kämpfen gehabt, wie jeder andere auch. Und mussten das Halt selber herausfinden. Mit limitiertem Geld. Und ich glaube, Dadurch ist es erstmal viel authentischer, Die Tipps, die wir denen geben. Und es hilft natürlich auch so aus einer reinen Kredibilitätsperspektive. Also, wenn wir halt sagen, es sind nicht irgendwelche Büro-UPs, die Halt jetzt irgendwie Handwerkern erzählen wollen, wie man einen besseren Betrieb baut. Sondern wir sagen HALT so, hey... Bei uns gehen halt auch die BWLer, die wir einstellen, bei uns, Die gehen halt alle mal auf die Baustelle und machen aber Praktikum. Damit jeder weiß, worum es am Ende des Tages geht, wenn wir mit den Partnern zusammenarbeiten, also mit unseren Dachdeckern.

Joël Kaczmarek: Machst Du auch 2.00.000 pro Mitarbeiter bei Dir in der Dachdeckerei oder bist du besser?

Bastian Meyer: Wir sind tatsächlich jetzt gerade auf dem Weg, besser zu sein.

Joël Kaczmarek: Gut, verstanden. Jetzt möchte ich natürlich besser durchdringen. Wie quasi so diese Interaktion zwischen deinen Kunden und dir ist. Also, ich habe jetzt schon mal rausgehört, Ihr selektiert. Ihr nehmt jetzt nicht jeden, sondern man muss schon ein bisschen attraktiv sein.

Bastian Meyer: Ja.

Joël Kaczmarek: Okay, weil wenn ich mir so eure Webseite angucke, liest sich so ein bisschen so wie, hey, du willst dich selbstständig machen, weißt aber nicht wie, Wir helfen dir.

Bastian Meyer: Ja.

Joël Kaczmarek: Lass dich für mich so, als wenn ihr den Leuten auch bei dem Einstieg helft. Ja, ja,

Bastian Meyer: 100%. Ja? 100%. Also, wir versuchen schon immer sehr häufig, Leute vor der Gründung abzuholen, Arbeitsweisen werden in den ersten paar Monaten auch einfach festgelegt, Wie der Betrieb arbeitet. Und das heißt, In der Regel hast du da auch wieder diese Lektion? Sehr junge Meister in der Regel. Das heißt, jemand, der jetzt irgendwie 26 ist, 27, Ausbildung gemacht hat, Sein Meister gemacht hat, meistens Bei irgendeinem Betrieb war und keine Lust, hat, bei dem Betrieb weiterhin zu arbeiten. Von Anfang an auch sehr gut verstehen, dass es halt einen Wettbewerbsvorteil gibt, wenn du von Anfang an professioneller und digitaler aufgestellt bist. Und man kann von Anfang an den Betrieb besser formen, Was auch die Arbeitsweisen angeht. Und wir versuchen schon mit sehr großer Überzeugung, sehr attraktive Prozesse von Anfang an mit reinzusetzen. Das heißt, wie verkaufe ich am Ende des Tages meine Dienstleistungen überhaupt richtig? Also wie mache ich den Prozess? Von der Kunde? Kommt rein, Die erste Anfrage kommt rein zu. Der Kunde unterschreibt mir den Vertrag. Da drin Schief gehen können oder die in der Regel sehr oft schief laufen, Wo Kunden einfach hinten rüberfallen. Oder wo es auch irgendwelche rechtlichen fallen, teilweise für Betriebe gibt. Also, es gab jetzt einmal dieses Widerrufsbelehrungsthema bei Handwerksbetrieben. Also, wenn man einen Privatverbraucher verkauft, gibt es ja immer. Widerrufsrecht. Und als Handwerker musst du, wenn du einen Kundenvertrag unterschreibst, musst du denen auch eine Widerrufsbelehrung geben. Ansonsten ist das Widerrufsrecht genauso verlängert wie bei jeder anderen Dienstleistung. auch. Und das ist halt so ein großes Thema. Kunden haben Verträge unterschrieben, wussten, dass der Handwerker das irgendwie nicht wusste. Und dann haben, die die Dienstleistung machen lassen, haben den Vertrag widerrufen, mussten den Handwerker nicht bezahlen. Also, da gab es dann auch, so OLG-Beschlüsse Und das ist halt einfach dann für die Betriebe. Natürlich Mega kacke, weil wenn du dann so 50.000 Euro Dach sanierst, das dann irgendwie dein zweiter Auftrag ist, Dann bricht das Halt direkt das Genick. Und deswegen sagen wir mal, so, je früher wir in den Betrieb reingehen können, Desto besser ist das in der Regel.

Joël Kaczmarek: Das bringt aber auch Bad Karma, wenn man so durch die Welt geht. Ja, gute Handwerker abzockt, ey.

Bastian Meyer: Das passiert tatsächlich öfter, als man denkt. Ja?

Joël Kaczmarek: Ist ja nicht so schön. Und wie darf ich mir das dann vorstellen? Also beziehen die bei Euch nur in Anführungsstrichen Software oder habt Ihr auch Services, die ihr reinverkauft? Weil du hast ja so ein bisschen von diesem Reverse-Franchise gesprochen. Also, wie läuft denn das? Nur Software, auch Service?

Bastian Meyer: Also, es ist beides. Wir haben in dem Kern selber eine eigene Software entwickelt und die passen wir natürlich auch sehr auf. die... Nietz, die so eine Dachdeckerei hat, einfach. Das heißt, dass man irgendwie Drohnenaufmaße darüber machen kann, dass man Satellitenbilder vorher schon sehen kann, sich das Dach angucken kann, solche Sachen quasi. Aber am Ende des Tages ist es trotzdem immer noch sehr viel manuelle Arbeit, die wir mit unseren Partnern haben. Quasi von uns intern mitbringen muss. Und dadurch, dass wir natürlich selbstständig sind, ist es natürlich auch eine sehr intense Zusammenarbeit, Weil die Arbeiten 24-7 Und da kriegt man auch schon mal. Samstag um 23 Uhr. Eine WhatsApp-Sprachnachricht von einem der Partner reingedrückt. Und dann antworten wir natürlich auch super schnell drauf. Genau, weil wir quasi sagen, wir sitzen auf dem gleichen Boot wie die. So ein Geschäftsmodell funktioniert, so, So verdienen wir unser Geld über eine Umsatzbeteiligung. Sondern wir sagen quasi, Der Grund, warum wir das machen, ist, dass wir das Gleiche wollen, wie der Betriebsinhaber das haben möchte, Also will, also das in einer Regel mehr Geld verdienen. Und dabei haben wir dann halt gesagt, okay, wenn wir im gleichen Boot sitzen, Dann heißt es auch, wirklich im gleichen Boot zu sitzen und dann Skin in the Game quasi zu haben.

Joël Kaczmarek: Wie viel Prozent kriegt Ihr sozusagen an dem Umsatz, die so ein Dachdecker dann macht?

Bastian Meyer: Ist immer unterschiedlich, je nachdem, ob der Betrieb jetzt angefangen hat oder nicht und wie viel Umsatz der macht. Es ist immer ein einstelliger Prozentbetrag. Das kommt dann halt, wie immer, wie gesagt, auf den Umsatz an. Also wir sind immer so zwischen... Bewegen uns aktuell mal so zwischen 5 und 9 Prozent vom Umsatz.

Joël Kaczmarek: Und wenn man sich jetzt mal so einen Betrieb vorstellt, Wie viel macht ihr und wie viel machen die Leute? Also machen die wirklich sogar nur selber. Das Handwerk und ihr macht allen anderen Shit von Angebot, Rechnung bis, weiß ich nicht, Nachbetreuung oder Wahrscheinlich variiert es nämlich mal.

Bastian Meyer: Es variiert auch tatsächlich ein bisschen. Es kommt so ein bisschen auf die Phase des Betriebes an. Wenn ihr einen Betrieb gerade gründet, dann... Machen wir quasi alles, außer die Angebote selber zu schreiben. Weil in der Regel gehen die Handwerker selber auf die Baustelle. Die schauen sich selber das Objekt an. Die wissen am besten ganz genau, Hier gibt es irgendeinen Sonderfall, der beachtet werden muss. Das weißt du meistens aus der Ferne einfach nicht. D.h., Die schreiben die Angebote immer noch selbst. Wir versuchen es mit KI so einfach wie möglich zu machen und denen auch zu erklären, Wie kalkuliert man richtig. Wir geben dann noch mal ein bisschen Feedback, Was Preise angeht. Wir haben mittlerweile über 30 Betriebe zusammengearbeitet. Und das heißt, Man sieht auch ungefähr so rein aus der Lokalität her, So wie die Preisschwankungen teilweise sind. Und viele Preisen zum Beispiel viel zu niedrig am Anfang. Das ist so ein typisches Symptom, was jeder hat, der sich so selbstständig macht, glaube ich. Da ist es dann halt teilweise auch einfach nur so Beratung, also zu sagen, hey, du kannst schon 20 Prozent mehr nehmen. hier. Also Preis ist halt schon deutlich zu niedrig. Und sobald der Betrieb dann halt richtig laufen, geht, Dann gehen wir teilweise für die komplett ans Telefon. Das heißt, wir spielen wirklich das ganze Backoffice für die. Also, es ruft wirklich immer irgendjemand an. Und wenn der Betrieb wirklich gut sichtbar ist, auch online, dann bauen wir die Webseite, Wir schauen, dass sie ein gutes Logo haben, wir schauen, dass die bei Google gut gefunden werden, Wir machen gegebenenfalls auch Werbung für die. Dann klingelt das Telefon schon sehr, sehr häufig, und wir fangen das quasi so ein bisschen ab, strukturieren das so in den Kalender rein, dass die Halt irgendwie einen Stundenblock haben. Pro Tag, Wo die dann irgendwie Kunden abarbeiten, die Zeit auf der Baustelle am Ende maximieren können. Weil vor allem, Wenn man gerade anfängt, Dann versuchst du als Meister so viel Zeit wie möglich, auf der Baustelle zu verbringen, weil du einfach den höchsten Stundensatz natürlich auch hast.

Joël Kaczmarek: Ist das nicht viel mehr wert als 5 bis 9 Prozent?

Bastian Meyer: Wahrscheinlich schon. Unser Ziel ist es auch langfristig, natürlich noch mehr zu machen. Das Einzige, was man halt immer sagen muss, man muss halt so ein bisschen verstehen, Wie das Margenprofil im Handwerk Selber. Natürlich aussieht. Handwerker machen jetzt halt keine, so wie Software. 80 Prozent Marge auf ihren Umsatz. Sondern da ist man halt eher so bei 20 bis 30 Prozent. Und da müssen ja auch noch Fixkosten von gedeckelt werden. Bei uns ist langfristig halt nochmal so ein Thema, Wir schauen uns einfach am Ende des Tages die P&L von so einem Handwerksbetrieb an und schauen, Welche Punkte können wir komplett eliminieren. Und ein so großer Punkt, der auf jeder Handwerker-PNL immer draufsteht, ist Material. Und einer der größten Hebel, die wir zum Beispiel langfristig haben werden, ist okay, wie schaffen wir es, Dass Material nicht 30 Prozent vom Umsatz sind, sondern nur noch 15 Prozent vom Umsatz. Das ist, was man halt natürlich am Ende des Tages auch wieder über Scale hinbekommt. Und darüber, dass wir halt irgendwie ja als Handley quasi größer werden. Und ich glaube, ab dann wird es, glaube ich sowieso noch mal spannender, Weil. Dann wird das Ersparnis, das man über die Materialmarge bekommt, größer als das, was man sowieso zahlt. Das heißt, es gibt keinen ökonomischen Grund, nicht mit uns am Ende zusammenzuarbeiten. Und das ist quasi so, wo die Reise quasi hingeht.

Joël Kaczmarek: Sind wir bei Handwerk, ist schon mal so ein Ding, jetzt mal ehrlich. Das geht doch mal so ein bisschen in die schwanze Kasse. Also da sagen die doch mal, willst du rechnen oder willst du nicht? rechnen? Ich glaube,

Bastian Meyer: das kommt immer krass drauf an. Die gleiche Sorge hatten wir lustigerweise auch am Anfang, als wir mit dem Modell angefangen haben, weil wir halt eben eine Umsatzbeteiligung bekommen. ist, sondern vielleicht 20, 30 Mitarbeiter, irgendwann mal hat. Die wissen ganz genau, dass jeder Umsatz, der quasi über die Bücher läuft, Sehr viel Wert ist, wenn es da irgendwann darum geht, mal Finanzierung zu bekommen, Autoleasing zu bekommen. Und so weiter. Das heißt, am Ende des Tages, so, Wenn du einen wirklich guten Betrieb bauen willst, bist du darüber, inzentiviert, alles über deine Bücher laufen zu lassen. Wenn du kurzfristig einen Betrieb baust, wo es nur darum geht, sich irgendwie ein bisschen die Taschen voll zu machen, dann vielleicht, Aber es gibt auch gewisse Gewerke, da ist es ein bisschen einfacher. Beim Dach ist es schon sehr, sehr schwierig, Weil die Leute in der Regel einen Kredit von der Bank holen. Und die wollen dann halt eine Rechnung, Die müssen dann der Bank natürlich eine Rechnung schicken. Das heißt also, Es gibt so gewisse Dynamiken, die schon alleine dazu führen, dass wir da eigentlich gar kein Problem mit haben, aber auch generell im Handwerk, Die Handwerkskammern sind da jetzt schon nochmal ein bisschen aggressiver hinterher, dass, wenn du wegen Schwarzarbeit angeschwärzt, wirst, da verstehen, die keinen Spaß mehr. Also, man werden auch teilweise Betriebe dicht gemacht. einfach.

Joël Kaczmarek: Man verrät sich ja meistens ganz gleich Über die Materialien, habe ich mal gelernt. Wenn du dann irgendwie einkaufst und dann sagen die hier, wie kann das sein?

Bastian Meyer: Ja, genau, richtig. Richtig.

Joël Kaczmarek: Gut. 30 Hast Du gesagt, 30 Partner habt Ihr bis dato?

Bastian Meyer: Genau.

Joël Kaczmarek: Was ist so Roadmap für euch? Also bleibt ihr auch erstmal nur in Anführungsstrichen bei Dachdecker und macht nur das. Oder? sagt ihr, okay, Nächste Woche kommt hier noch Elektrik dazu,

Bastian Meyer: übernächste das? Das achtgrößte Gewerk, Was wir in Deutschland haben. Und es gibt insgesamt über 15.000 Betriebe in ganz Deutschland, Die Dachdecker sind. Wenn man Zimmerer dazu nimmt, Zimmerer und Dachdecker haben schon eine ziemlich hohe Überschneidung, Dann ist man bei 30.000 Betrieben insgesamt. Das heißt, man hat auch schon nochmal einiges an Masse, die noch abgearbeitet werden kann. Es werden so im Schnitt ungefähr 1.000 Betriebe. Gegründet im Jahr, im Dachhandwerk. Tausend im Jahr? Tausend im Jahr. Wie viel schätzt du werden im Gesamthandwerk jedes Jahr gegründet? 15.000? 90.000. Okay. Also, das ist tatsächlich schon mal mehr, als man denkt. Hat auch ein bisschen, was damit zu tun, dass man jetzt viele Betriebe hat, die dicht machen. Ich frage jetzt, wie viel gehen wir da? raus? Man hat super viele Betriebe, die natürlich jetzt auch wegen altersbedingten Schließungen, Also viele finden einfach keinen Nachfolger, machen den Laden dicht. Und dann sind teilweise Mitarbeiter und sagen, hey... Da mache ich halt mal einen neuen Betrieb auf.

Joël Kaczmarek: Das ist ja eine riesige Chance, für dich, dann auch zu konsolidieren, dass du sagst, Ich nehme jetzt mal irgendwie fünf, von denen ich weiß, dass die in Bottrop gerade was Neues machen wollen und bringe die zusammen, weil...

Bastian Meyer: Ja, auf jeden Fall,

Joël Kaczmarek: Das ist Nachfragestörung. Als du vorhin so erzählt, hast, dass da der Telefon klingelt, Wenn der Bernd dann aus Köln halt mal irgendwie den Zehnten nicht mehr annehmen kann, Ist er vielleicht dankbar aus...

Bastian Meyer: Ja, für die ist es auch super, einfach so ein Netzwerk an Leuten zu haben, die sind wie die. Also, was wir jetzt zum Beispiel einerseits gesagt haben, weil du nach der Roadmap gefragt hast, Agenda, die wir haben, ist, um mehr lokale Events zu machen. Weil das ist halt immer wieder eine Sache, die wir auch bekommen als Nachfrage. Hey, könnt ihr mich nicht mal mit ein paar anderen Leuten aus meiner Region vernetzen, mit denen ihr auch zusammenarbeitet? Weil, keine Ahnung, Mich versteht halt sonst keiner. Ich glaube, das ist auch so ein bisschen dieses typische, selbstständigen Problem, was man vielleicht hat. Und genau, also, es ist auf jeden Fall bei uns eine große, große, große Sache. Ich meine, Das ist auch so eine Firma, Shopify, zum Beispiel, kennt man ja auch ganz gut. Shopify hat am Ende des Tages ein sehr ähnliches Geschäftsmodell, wie wir gehabt. Wie E-Commerce Stores. Und die haben den Community Angle auch sehr, Sehr gut gespielt. Am Ende.

Joël Kaczmarek: Und ich glaube,

Bastian Meyer: dass daraus bei uns noch sehr viel drin ist.

Joël Kaczmarek: Ist ein weiter Step irgendwie von Handwerk zu Ding, aber interessant. Ich meine, wie lange habt ihr denn eigentlich gebraucht für die 30? Warum sind es nicht? 300, wenn Ihr so attraktiv seid?

Bastian Meyer: Wir haben mit dem Modell angefangen. Letztes Jahr, Anfang letzten Jahres. Und wie gesagt, wir haben gesagt: Hey, wir wollen's sauber angehen, Wir wollen schauen, dass wir ein gutes Fundament bauen, weil wir spielen ja hier mit der... Also wir... Arbeit mit Existenz von Leuten. Das heißt, wenn wir irgendwie schlechte Arbeit machen, wirkt sich das Halt auch direkt auf den Umsatz des Betriebes aus. Aus einer Verantwortung haben wir gesagt, wir bauen es immer sauber auf. Und jetzt quasi ist bei uns ein bisschen der Wachstumsmotor angegangen, kann man so sagen. Also jetzt sind wir dabei, nochmal mehr aufs Gas zu drücken. Aber davor war es halt einfach mal sehr fokussiert, auf Qualität, zu verstehen, was für Betriebe funktionieren. gut? Nach was für einem Profil suchen wir überhaupt? Mit was für einem Profil können wir gut arbeiten? Mit was für einem Profil vielleicht weniger gut? Woher kennst du die? Also, woher weißt du von außen, dass Du sagst, alles klar, das ist ein Kracher der Typ oder da ist irgendwie eine Luftpumpe? Sehr, sehr gute Frage. Das weiß man von Anfang an meistens gar nicht, muss man ehrlich sagen. Wir wissen es dann erst, Man merkt schon in der ersten Woche der Zusammenarbeit schon sehr, sehr gut, weil man macht dann halt irgendwelche Sachen aus, sagt, hey, das sind die Sachen, die wir machen, das sind die Sachen, die du machst. Man tritt sie eine Woche später und dann sind die Sachen gemacht. Bei den sehr guten, bei den nicht so guten Halt eben nicht. Und dann wissen wir eigentlich schon, okay, Das ist vielleicht jetzt nicht der, der am Ende des Tages super glücklich. Auch mit der Selbstständigkeit generell wird. Also, wir haben auch super oft Leute gehabt, die dann einfach gesagt haben, so hey, ich will es mal ausprobieren, haben sich das irgendwie mal einen Monat angeguckt und haben gesagt, ach, ich weiß nicht, ob das wirklich, was für mich ist. Das spielen wir natürlich auch nochmal ein bisschen mit rein, und das Filtern versuchen wir immer so früh wie möglich. Natürlich rauszufiltern, damit wir quasi nicht zu viele Ressourcen drauf verbringen. Aber ich glaube, es gehört einfach dazu bei dem Modell, was wir haben. Und versuchen dann eher lieber Leuten, das schmackhaft zu machen und zu sagen, hey, du kannst das machen. Und Leute lieber eher ein bisschen zu pushen und zu sagen, hey, mach es doch einfach. Statt irgendwie das Gegenteil, den Leuten auszureden, Was die Handwerkskammer tatsächlich schon häufiger mal machen. Die Handwerkskammer macht ja eigentlich auch Gründungsberatung per se. Und was wir da immer wieder hören, ist vor allem von so jüngeren Gründern, die so mein Alter sind. Die dann sagen, ja, die haben mir gesagt, ich soll jetzt mehr Erfahrung in einem anderen Betrieb sammeln. Ich habe aber schon irgendwie alle möglichen Baustellen gemacht, die man so machen kann. Ich lerne jetzt halt in meinem Betrieb nicht mehr wirklich irgendwas. Und ich weiß, ich kann es ein bisschen besser machen. Sogar als mein Alter Chef, der in fünf Jahren in Rente geht. Und die versuchen wir natürlich eher zu ermutigen und zu sagen, Go for it.

Joël Kaczmarek: Ist für Dich attraktiv, Ownership und Sowas zu haben? Also ich frage mich gerade, wenn jemand, da schützt du Dir mit dem Kopf, wenn jemand jetzt so out of Business geht, weil sozusagen Nachfolge fehlt, könntest du ja sagen, ich kaufe den Betrieb Ab oder... Matchmake Dich mit jemandem, der Jung ist und so?

Bastian Meyer: Ja, also, wir gucken uns das tatsächlich gerade schon an. Also einfach, weil es der Zufall so will, Es haben sich dann auch einfach super viele Betriebe bei uns gemeldet, die dann halt eben nach einem Nachfolger suchen. Weil die Halt auch gesagt haben, okay, ihr arbeitet ja mit Jungen zusammen, gibt es nicht irgendjemanden, der meinen Betrieb kaufen will, von denen? Und es gibt jetzt schon so ein paar Sachen, die man so sehen kann, wo Leute überlegen, okay, verkaufe ich jetzt einfach hier meinen lokalen Wettbewerber einfach auf, Dann muss ich mir halt keine fünf Leute einstellen, sondern ich habe halt seine fünf Leute. Das Problem ist, bei Handwerksbetrieben, Es gibt kein Asset, was man kauft. Weil es sehr selten wirklich ein wiederkehrendes Geschäft ist. Es ist halt ein Projektgeschäft. Und das Einzige, was man sich als Asset kauft, sind in der Regel die Leute. Und die können halt einfach kündigen. Und das ist auch der Grund, warum wir zum Beispiel keine Beteiligung in den Betrieben nehmen. Also, es ist halt erstmal so eine philosophische Sache. Wir sagen halt quasi so, wir wollen, dass die 100% weiterhin denen gehört, dass die unabhängig sind. Wir wollen die gar nicht irgendwie so an uns verhaften, dass wir sagen, Wir haben jetzt irgendwie einen Prozentsatz in deinem Betrieb, und du musst jetzt mit uns zusammenarbeiten, weil wir Teilhaber in deiner Firma sind. Sondern wir wollen es wirklich, weil wir am Ende des Tages den Mehrwert bringen. Und denen dabei helfen, einen besseren Betrieb zu bauen. Und ich glaube, das ist auch für die deutlich besser, Ich glaube, sobald die das Gefühl haben, das ist nicht mehr. 100% mein Betrieb. Das ist schon eine große Motivation auch für die. Diese Unabhängigkeit, Freiheit. Das ist mein eigener Name, der da drauf steht. Ich stehe dafür auch mit meinem eigenen Namen.

Joël Kaczmarek: Ich habe einen Freund, der ist Handwerker. Der hat mehrere Handwerksbetriebe gekauft. Er hat gesagt, das Einzige, was denen wichtig ist, ist, dass Sie mit Ihrem Auto durch die Gegend fahren können. Oder steht der Name hinten drauf. Das ist sozusagen, Darum geht es, denen.

Bastian Meyer: 100% ist auch so. Und das versuchen wir, denen auch nicht wegzunehmen. Deswegen haben wir auch gesagt, wir kolonsolidieren jetzt nicht. Wie so ein Enpal oder 1Komma5°, die Halt. Eine zentrale Brand sind, sondern wir haben gesagt, wir behalten die lokalen Brands der Betriebe einfach an. Wir sind eigentlich, also, es ist eigentlich fast gar nicht sichtbar, dass ein Betrieb mit uns arbeitet. Außer, dass er deutlich professioneller arbeitet als seine Wettbewerber, Aber das war's.

Joël Kaczmarek: Aber es ist interessant, weil ich habe auch so an Thermondo gedacht, die es ja mit Heizungsbau machen. Warum war das für euch nie ein Thema, dass Ihr sagt, wir... Wir machen da sozusagen, so eine Standardisierung, weil als Markengesichtspunkt ist es ja voll dankbar, wenn die wissen, alles klar, Handley habe ich schon mal gelesen. Die machen hier Werbung beim Super Bowl. Warum seid Ihr den Weg nicht gegangen?

Bastian Meyer: Auch einfach, weil es eine Philosophiesache wieder ist, Weil wir gesagt haben, wir wollen halt lieber die lokalen, weil du competest. Halt dann gegen die lokalen Betriebe. Und wir haben halt gesagt, wir wollen nicht gegen die lokalen Betriebe competen, sondern wir wollen eigentlich, dass es mehr davon gibt. Weil am Ende des Tages Handwerk, Die Wahrscheinlichkeit, dass Handwerk sich jetzt so mega, Krass groß konsolidiert, und du nur noch, keine Ahnung, 30 Betriebe in ganz Deutschland hast. Und die machen 90 Prozent des Umsatzes. Ist super gering. Es wird wahrscheinlich, es wird immer so bleiben, dass Handwerk Super klein, super fragmentiert ist. Und wir haben halt gesagt, okay, Wir wollen halt auf diese Masse gehen und sagen, und die enablen, statt halt irgendwie zu sagen, wir kämpfen jetzt gegen die. Wie viele Ausschuss hat es denn eigentlich gehabt, bis du 30 hattest? Also sind 30 Kunden, heißt das 90 vorher probiert?

Joël Kaczmarek: Nee, nee,

Bastian Meyer: so viele sind es dann tatsächlich nicht. Also, wir haben dann vielleicht jeder Zehnte, der dann hinten rüberfällt. Aber sonst, das haben wir eigentlich ganz gut. Also, wir haben auch bis jetzt erst einen einzigen Betrieb, der dann nicht mit uns weiter zusammengearbeitet hat. Bis jetzt sind auch alle Betriebe, die mit uns gestartet haben, auch bei uns geblieben. Das ist auch eigentlich ganz cool. Wir haben am Anfang nur mit Monatsverträgen auch gearbeitet, weil wir gesagt haben, so, wir wollen halt wirklich sehen, Ob das funktioniert, indem wir sagen, die können zu jeder Zeit aus dem Vertrag rauskommen. Und dann sehen wir halt wirklich, ob es am Ende den Wert bringt oder nicht. Genau, Und es hat einfach niemand gekündigt. Und dann haben wir gesagt, okay.

Joël Kaczmarek: Kommt, wenn Ihr schon bleiben wollt, Kunde wird mit Auftrag, dann... Zack. Okay, nice. Und wer zahlt die Party bei euch? Also wie hast du den Spaß für dich? So finanziert?

Bastian Meyer: Wir haben von Anfang an oder sehr früh mit Venture Capital finanziert. Ich habe damals mit 22 die erste Angel-Runde eingesammelt, damals von Julian Teicke, Wefox-Gründer. Der war mein erster Angel. Hatte damals auch ein super großes Privatsicket gemacht. Ich glaube, er hat mittlerweile eine halbe Million oder sowas bei uns investiert von seinem privaten Geld. Also, er war auch so der engste Angel, den ich auch immer noch habe. Er sitzt auch bei uns im Board mittlerweile. Bei einer halben Million würde ich dir auch auf die Finger gucken. Und genau, da haben wir einfach, also. Wir haben insgesamt über 30 Shareholder. Also, wir haben super viel über Angels gemacht. Ich glaube, wir haben insgesamt zwei Millionen Euro. Die ersten fünf Millionen Euro waren komplett über Angels. Damit sind wir die ersten, also uns gibt es seit viereinhalb Jahren mittlerweile schon. Damit haben wir die ersten zweieinhalb, fast drei Jahre gemacht. Und haben dann tatsächlich mal VCS geraced. Ungefähr ein halbes Jahr, nachdem wir das neue Modell gemacht haben, dann gesehen haben, Monetarisierung wird so deutlich besser als das, was wir vorher gemacht haben, Nur die reine Software, irgendwie 30 Euro im Monat Software zu verkaufen. Haben einfach gemerkt, es ist halt super viel, Es ist deutlich schwieriger, auf 100 Millionen Era zu kommen. Haben dann aber gesagt, okay, wir holen uns halt einfach einen höheren Umsatz pro Betrieb raus. Haben einfach ein deutlich attraktives Modell, du hast ja trotzdem immer noch genauso. Viele Betriebe als Target-Markt. Und gehst quasi so rein. Haben dann von 20VC, Stride aus UK und Base10 aus den USA geraced. Das waren so. 3,75 Millionen, die wir geraced haben vor... Ich glaube, es war im Juli 2023, 2024 gesehen. Ich glaube, jetzt ist ja das Backup-Case. Wenn du nicht mehr weißt, wann die zurückliegt, dann machst du ein gutes Business.

Joël Kaczmarek: Ja. Okay. Ja, aber krass, weil ich meine natürlich, Die Frage ist ja, wie viel Wachstumspotenzial du da drin? Auch siehst. Weil wenn du VC-Money drin hast, dann musst du ja quasi 10x sozusagen zurückzahlen. Wenn ich jetzt mal so überschlage, also, wenn wir mal sagen, Im Schnitt machst Du 10%, die du sozusagen am Umsatz bekommst. Du hast gesagt. 120 bis 200 Pro Mitarbeiter, pro Firma. Ja. Also wenn jetzt eine Firma 10 Mitarbeiter hat und die machen 200, Bist du sozusagen bei 10 Mal 200k, davon 10% an dich. Kommt schon ein bisschen was zusammen, aber da musst du schon Scale reinbringen. Naja, natürlich.

Bastian Meyer: 100%. Das ist auch unser Ziel.

Joël Kaczmarek: Unser Ziel war es, auf jeden Fall nicht für immer bei 30 betrieben zu bleiben,

Bastian Meyer: sondern wir müssen auch auf jeden Fall große Zahlen. hoch. Wir müssen die über 1000 Betriebe auf jeden Fall. Auch nochmal andere Gewerke reingehen werden. Aber dafür haben wir jetzt mal noch ein bisschen Zeit. Also, jetzt ist mal das Ziel, auf 100 zu kommen und dann schauen wir mal weiter.

Joël Kaczmarek: Was ist denn, so der Pfad? Ich meine, ihr habt ja so ein bisschen Hennerei. Ihr habt ja auf der einen Seite, dass ihr im Prinzip Nachfragearbeit beim Endkunden leistet. Also, dass du schaffst, dass jemand Dachdeckerleistung haben will. Und dann musst du ja eigentlich aber auch schaffen, dass du die Dachdeckerseite kriegst. Also ein bisschen wie so ein Marktplatz-Hennerei.

Bastian Meyer: Ja, es ist ein bisschen einfacher. Als Marktplatz würde ich sagen, weil. Wir haben nicht dieses Problem von dieser Marktplatzliquidität, die man normalerweise hat, Also, dass man ein gutes Verhältnis zwischen Superfly und Demand haben muss, Sondern das passiert immer eins zu eins. Also das heißt, Wir konzentrieren uns ja darauf, dass der Betrieb selber in seinem eigenen Namen die Kundengewinnung hinbekommt. Und man muss auch fairerweise sagen, wenn man die Betriebe im Internet gut sichtbar macht, das ist halt einfach schon die halbe Miete. Und das ist eine Sache, die auch über Zeit immer ein bisschen einfacher wird. Lokal Gut sichtbar machen, dass Sie bei Google gut gefunden werden. Wenn du jetzt Dachdecker Berlin eingibst, dass du da einen unserer Partner findest. Das sind einfach so die wichtigen Sachen. Und deswegen ist es für uns jetzt nicht so eine große, operative Herausforderung mit diesem Henne-Ei-Problem. Gewerk macht, ist halt so, Was für 30 Betriebe funktioniert, wird auch wahrscheinlich für den 31. Betrieb funktionieren.

Joël Kaczmarek: Das muss ganz geil sein, wenn man so ein Playbook hat, wo man dann eigentlich nur so durchexerziert. Aber wie machst du das jetzt, wenn du jetzt sagst, Ende nächsten Jahres will ich 100 Betriebe haben? Was willst du das vorgehen? Wie findest du die?

Bastian Meyer: Wir finden die, Wir machen sehr viel über Social Media. natürlich, weil ich meine, Es ist einfach junge Leute, Viele junge Leute ranzuholen. Wir machen tatsächlich jetzt mittlerweile deutlich, also auch einfach outbound, also, das heißt, wir rufen einfach Betriebe an. Wir achten dann halt einfach auf irgendwelche Sachen, wie die wollen, die sich jetzt in Bürokraft einstellen oder sowas. Und gehen dann halt rein und sagen halt, hey, du musst ja eigentlich gar keine Bürokraft einstellen. Du kannst für einen deutlich kleineren Teil der Kosten deutlich mehr am Ende rausholen. Und diese beiden Sachen funktionieren eigentlich gerade bei uns am besten. Es gibt auch super viele Sachen, die wir langfristig machen können. Ich glaube, für uns wird es halt so ganz cool, mal in die Meisterschulen ranzugehen oder selber eine Meisterschule zu machen. Aber das sind alles noch so sehr Zukunftsthemen. Weil am Ende des Tages, Ich glaube, was wir irgendwie hinbekommen müssen, ist, so einen Betrieb Kunden cool zu machen, auf eine gewisse Art und Weise. Und dann quasi der super offensichtliche, ja, der super offensichtliche Firma zu sein. Oder Partner, mit dem man zusammenarbeiten will, wenn man sich selbstständig macht. Ähnlich wie, Ich mache immer gerne die Shopify-Analogie, So wie wenn du jetzt einen E-Commerce-Store startest, die meisten Leute einfach zu Shopify gehen.

Joël Kaczmarek: Ja, gut, das Offer muss halt so gut sein, dass es irgendwie wieder den Verstand wäre, das nicht zu machen. Was ist so die Dimension, oder die Reihenfolge, in der Ihr wachsen wollt, Was die Dimensionen angeht? Weil Du kannst ja als Eins sagen, ich will jetzt mehr Dachdecker betreiben, Attacke. Als zwei kannst du sagen, ich will mehr Märkte. Ich mache jetzt in Spanien oder Portugal oder Polen. dasselbe.

Bastian Meyer: Oder als drei? kannst du sagen, ich will neue Gewerke dazunehmen. Leute unterschätzen immer, Wie groß Handwerk eigentlich ist. Es ist größer als die Autoindustrie, Was reiner Umsatz angeht. Und das heißt, Sobald wir Wachstumslimitationen im Dachdeckerhandwerk treffen, können wir oder werden wir auch auf andere Gewerke gehen können. Ich vermute mal, dass uns das so in den nächsten ein, zwei Jahren passieren wird. auch. Das ist so schnell schon. Kann ich mir schon vorstellen. ICH meine, Man hat tausend Gründungen. Von den Tausend Gründungen kriegt man vielleicht 300 wirklich. Mit und von den 300 macht man dann vielleicht 100, 150. Aber irgendwann wollen wir wahrscheinlich auch 300, 400, 500 Betriebe im Jahr ausgründen oder launchen, Dann wird es halt schwierig.

Joël Kaczmarek: Vor allem frage ich mich, ob du irgendwann an so Deckeneffekte rangehst, wenn Deine Betriebe untereinander, die du managst, dann alle, um die gleichen Ad-Spendings bei Google kämpfen. Oder die Suchbarkeit, also die Auffindbarkeit, Dann kannibalisierst du dich ja auch so ein bisschen selber.

Bastian Meyer: Ich glaube, wir haben uns das auch schon mal angeschaut, das wird uns halt, bevor wir 300 Betriebe haben, eigentlich nicht großartig passieren. Also, wir haben es auch jetzt nicht. Wir haben jetzt nicht ein einziges Problem, damit. ICH meine, gut, Das ist jetzt natürlich deutlich niedrigerer. Scale. Aber wir haben halt schon gemerkt, es wird halt erst zu einer richtigen Herausforderung, wenn wir 300 Betriebe haben. Und dann bin ich auch gespannt, weil die Nachfrage ist halt so hoch, dass viele Betriebe halt nicht mal ansatzweise die Pipeline, die sie haben, abarbeiten können. Dass ich dann eher glaube, wie du es ja auch Eingangs schon erzählt, hast, dass es dann irgendwann eher dazu führt, dass die Betriebe miteinander kooperieren, statt gegeneinander zu arbeiten.

Joël Kaczmarek: Ich stelle mir das so vor, dass Du da unglaubliche Economies of Scale haben musst. Du kannst den Einkauf, kannst die Warenpreise sozusagen, kannst die Preise runterdrücken, Du kannst dir Kapazitäten, Was Kundennachfrage ist, Hin und her schieben, Wenn jemand mal kann oder nicht, kann. Du kannst Betriebe zusammenlegen oder andere Betriebe zusammenlegen.

Bastian Meyer: Irgendwann kann ich mir auch vorstellen, kann es sein, dass irgendwie Betriebe, genug Kapital aufgebaut haben und sagen, ich will jetzt irgendwie einen anderen Betrieb kaufen und wir haben irgendwo einen anderen, Wo der sagt, ich will verkaufen, solche Sachen Halt auch. Weil es passt, halt am Ende des Tages auch wieder zusammen. Das ist ja super, weil die Arbeiten ja beide auf den gleichen Prozessen.

Joël Kaczmarek: Was ist denn eigentlich so das Einzugsgebiet von so einem Dachdecker? Also WIe viel...

Bastian Meyer: 40 Kilometer umkreist in der Regel. Es kommt auch immer ein bisschen darauf an, ob man jetzt in urbanen oder in eher ländlichen Regionen arbeitet. Also in ländlichen Regionen ist es schon sehr häufig so. 40, 50 Kilometer Umkreis. In Berlin ist es teilweise echt so, dass sie sagen, wenn ich länger als 45 Minuten fahre, dann gehe ich da nicht hin. Also...

Joël Kaczmarek: Ich schweine bei den Faulen Tieren wieder.

Bastian Meyer: Und deswegen kann man das gar nicht so pauschalisieren, Aber ja, also pi mal daumen kann man so 40 Kilometer sagen.

Joël Kaczmarek: Und was würdest du sagen, was muss so ein Gewerk ausmachen, dass es für euer Modell interessant ist? Also müssen es immer hohe Preispunkte sein, weil so ein Dach ist ja wahrscheinlich schon 20.000 Euro aufwärts, ne?

Bastian Meyer: Jaja, auf jeden Fall. Also, es ist schon sehr schwierig, ein Dach zu sanieren, was nicht irgendwie mindestens fünfstellig ist. Das ist einfach so ein bisschen der Grund, warum wir das gemacht haben. Worauf wir uns konzentrieren, ist quasi, kann man die Dienstleistung gut packagen? Und so eine Dachsanierung kann man sehr gut sagen, hey, du machst irgendwie eine Dachsanierung. Die ist ungefähr immer gleich. Man muss immer wieder sehr ähnliche Sachen machen. Also, man muss die Ziegel runternehmen, Man muss die Dämmung neu machen, man muss wieder drauf machen, Man muss in der Regel mittlerweile eine Solaranlage drauf bauen. Also, es ist halt immer sehr, sehr ähnlich. Und das heißt, es ist deutlich einfacher, die Kundengewinnung für die Betriebe zu machen, wenn Du so einen... Preispunkt, Sondern eher, dass du es packagen kannst. Was uns in dem Fall jetzt gerade erstmal wichtiger war. Was du generell haben musst, ist, dass es eine gewisse Einstiegshürde gibt. Also, wir haben schon gesagt, so meisterpflichtiges Gewerke schon sehr, sehr gut. Weil ansonsten kann Halt auch irgendwie ein Versicherungsvertriebler sagen, Handwerk ist geil, Ich kann da gut Kohle verdienen, Ich gehe jetzt ins Handwerk. Ist halt deutlich schwieriger oder es gibt mehr Punkte, an denen es scheitern kann. Am Ende, dass es halt kein guter Handwerksbetrieb wird, Als wenn man jetzt einfach mit einem Meister zusammenarbeitet. Weil da kannst du dir eigentlich schon immer sicher sein, dass der sein handwerkliches Zeug komplett unter Kontrolle hat. Und dass dem da auch keiner was vormachen kann. Erstmal so schnell. Genau, dass es genug Gründungen gibt. Ich glaube, das erklärt sich ein bisschen von selbst, weil es ja auch unser großer Wachstumshebel ist. Also wir schauen halt, wir wollen schauen, dass es mindestens 1000 Gründungen in dem Gewerk gibt, damit es irgendwie attraktiv ist. Und da hast du halt auch mit Elektrik, SHK schon nochmal auch größere Gewerke, wo es nochmal ein bisschen mehr Spaß macht, nur rein von der Anzahl der Gründungen her. Genau, dann, ja, ich meine, Das ist mittlerweile bei allen Gewerken, so, Dass du halt irgendwie einen guten Angle über Tech und über Tech-Produkte finden kannst, über KI. Ich meine, weil es auch einfach im Handwerk ein großes Thema ist, an denen geht es halt auch nicht spurlos vorbei. Und die sagen halt auch irgendwie so, Ich will auch irgendwas mit KI machen, und ich kann aber bestimmt auch mein Leben damit einfacher machen, Ich habe nur halt, keine Ahnung wie. Und wir halt sagen Halt irgendwie, es muss halt gute Möglichkeiten geben. Oder Applikationen, in denen wir halt KI anwenden können. Weil das ist am Ende des Tages auch irgendwie so unser Business. Wir sagen jetzt hier, also natürlich. Bei der Kapitalsuche sagen wir auch, wir sind natürlich KI, also auch sehr. KI-heavy. Aber am Ende des Tages bauen wir jetzt halt. Kein eigenes LLM oder sowas, sondern das ist halt komplett. Application Layer. Wir implementieren das in dem kleinen Handwerksbetrieb, dass der mit KI auch wirklich gut arbeiten kann. Dass er vielleicht statt vier Stunden für ein Angebot nur noch zehn Minuten braucht. Das ist eigentlich so der Key-Angle. Genau, Das sind, so die wichtigsten Themen. ALLES ANDERE ist... Eigentlich nicht so zentral, weil dann müssen wir das Playbook ja eh nochmal bauen. Und im In-Detail, ALSO High-Level sind die Playbooks auch alle sehr ähnlich, weil du hast immer wieder die gleichen Probleme, in die die reinlaufen. Das ist immer am Anfang. Kundengewinnung, Dann ist es in der Regel, Kundengewinnung läuft gut, dann muss man irgendwie schauen, wie kriege ich Priorisierung von Aufträgen richtig hin, dann ist es immer, Wie schaffe ich es, dass mir das operativ nicht um die Ohren fliegt, weil ich zu allen nämlich immer ja sage, und dann muss ich es halt auch deliveren. Dann ist es Mitarbeiter, weitere Mitarbeiter einstellen. Liquidität an Sowas angeht. Das ist halt auch mal ein großes Problem bei Betrieben, vor allem, wenn sie anfangen zu wachsen. Weil Handwerk ist schon jetzt nicht so das beste Liquidity-Geschäft, muss man fairerweise sagen.

Joël Kaczmarek: Weil?

Bastian Meyer: Man hat einfach, also Privatkunden sind erstmal deine Hauptzielgruppe in der Regel. Und wenn du nicht für Privatkunden arbeitest, dann arbeitest du für so irgendwelche größeren Bauherren, wo du teilweise gar keine Anzahlungen bekommst als Betrieb. Das heißt, du gehst halt teilweise irgendwie so. 200.000. Euro in Vorleistung. Und wenn der Pleite geht, dann und das ist auch der... Einer der Nummer 1 Gründe, Warum wir tatsächlich Dachdecke rein über Pleite gehen, ist irgendwelche Bauherren, die die Pleite gehen, die dann größere B2B-Projekte gemacht haben und die dann durchgefallen, sind dadurch.

Joël Kaczmarek: Kann man das versichern?

Bastian Meyer: Kann man ja, aber machen die meisten natürlich nicht.

Joël Kaczmarek: Weil was mich noch so interessieren würde, ist, Ich habe gerade gesagt Buchhaltung.

Bastian Meyer: Ja, also. Buchhaltung ist natürlich auch ein großes Ding.

Joël Kaczmarek: Also ich meine so ein sevDesk, so ein lexoffice, Papierkram, You Name it, Was es da alles an Anbietern gibt, die machen ja nur sowas. Macht Ihr Sowas auch, dass Ihr darüber nachdenkt, wenn Ihr Software gebaut habt, dass Ihr die nochmal extern lizenziert? Dass ihr gar nicht, also als zweites Modell quasi oder sagt ihr, ne, Wir wollen raus aus dem Software-Game?

Bastian Meyer: Ja, also, das ist schon eine Sache, über die wir zwischendurch mal nachdenken, aber jetzt gerade einfach kein Fokus ist. Weil ich glaube, halt vor allen Dingen jetzt gerade bei uns ist einfach Fokus. Das Allerwichtigste. Und ich kann mir vorstellen, dass irgendwann wir mal auf die Software so gut sind, dass man einfach sagt, hey, warum vertreibt Ihr nicht einfach, so die Software, Die wird sich so auch schon gut verkaufen. Aber aktuell ist es für uns nicht wirklich relevant, weil... Also, wir sind ein relativ kleines Team, noch, Wir sind acht Leute. Und wir konzentrieren uns halt absolut darauf, dass wir einfach erstmal mit dem, was wir haben, einfach mehr Betriebe bauen können. Und die Software ist natürlich ein Teil davon, dass wir es besser hinbekommen. Mit weniger Leuten. Weil je besser wir die Software haben, desto einfacher ist am Ende die Zusammenarbeit mit den Betrieben.

Joël Kaczmarek: Und sag mal, Was ist so die Wettbewerbslage bei euch? Wen gibt es noch, der irgendwie in dem Bereich aktiv ist?

Bastian Meyer: Wir haben tatsächlich so ein, Zwei Firmen, die nach uns oder ich würde schon sagen, nach uns auch damit angefangen haben, die aber glaube ich ein bisschen andere Thesen haben beziehungsweise einfach andere Herangehensweisen. Wir gehen da schon noch sehr softwarelastig dran und sind teilweise schon nochmal eher so ein bisschen mehr, Ja, ich würde sagen so eher operativ, sehr stark, operativ. Und wir glauben halt einfach, damit wir es wirklich scalable machen können, Musst du die Software selber ownen und musst 100% selber die Software bauen. Führt dazu, dass du natürlich mehr Geld ausgibst und auch mehr Kapitalbedarf hast, weil Software bauen, ist halt nicht günstig. Aber ich glaube einfach, dass wir daraus am Ende des Tages eine deutlich größere Firma bauen könnten, Als wenn wir jetzt keine eigene Software bauen würden und jetzt irgendeine externe Software nehmen. Und auf denen alles quasi aufbauen. Das ist ja perfekt, dann bauen wir es halt selbst. Wir sind sowieso an allen möglichen Datenquellen von den Betrieben angeschlossen. Das heißt, wir können auch dadurch mit KI einfach sachen nochmal deutlich einfacher machen. Das könnten wir, glaube ich nicht, wenn wir jetzt einfach irgendwie eine andere Fremdsoftware einfach lizenzieren würden. Wie viele von deinen acht Manneken sind denn in der Entwicklung? Aktuell sind wir dort zu dritt. Das reicht? Nee. Es ist auch gerade noch dabei, Entwickler einzustellen. Also, falls irgendjemand Entwickler ist, meldet euch gerne bei uns. Aber das ist gerade auch einer unserer größten Themen, also nochmals Entwicklungsteam, mehr in Tech zu investieren. Aber ja, bei uns ist es überall gerade am Brennen, was das angeht, kann man sagen.

Joël Kaczmarek: Jetzt mal eine abschließende Frage. Wenn du jetzt mal so in die Zukunft denkst, wenn jetzt hier der Julian Teicke nochmal ein bisschen das Portemonnaie aufmacht und sagt, Wünsch dir was, Jungschen. Was glaubst du, sind eure nächsten wichtigen Schritte, die du nehmen willst? Was sind so die Hypothesen, denen Ihr folgt?

Bastian Meyer: Also, was wir jetzt gerade erstmal... Beweisen müssen, dass es ein skalierbares Geschäftsmodell ist und dass es auch wirklich wiederholbar ist, Also, dass man es auch wirklich groß machen kann. Danach steht für uns so eine neue Finanzierungsrunde. Schrägstrich Series A an nächstes Jahr. Genau. Und am Ende des Tages, Ich will daraus eine super große Company bauen. Und ich glaube, wenn man halt VC annimmt, dann ist es normal. Also, da muss man einfach eine Company bauen wollen, die mindestens ein Milliarde wert wird. Und wir wollen halt auch noch mehr. Also das ist Not enough. Generell wünsche ich mir, dass wir in Europa deutlich mehr größere, ambitioniertere Firmen bauen. Und ich finde der einzige Weg, wie man es am Ende machen kann, ist es halt selbst irgendwie zu versuchen. Ähm, genau.

Joël Kaczmarek: - Was heißt denn eigentlich dein Dachdecker-Papa dazu?

Bastian Meyer: - Der hat einfach gesagt, ich soll mir mal einen richtigen Job suchen. Aber mittlerweile, dadurch, dass wir so nah an dem dran sind, was er macht, versteht er schon, glaube ich sehr gut. Also, ich glaube, mittlerweile ist es auch ein bisschen entspannter. Ich glaube, als ihr meinen Eltern am Anfang erklärt, habt, dass ich mich selbstständig mache. Meine Eltern haben auch über einen Gründerszeneartikel erfahren, dass wir damals VC aufgenommen haben. Da waren die erstmal so ein bisschen nervöser. Auf jeden Fall kann man so sagen. Nee, aber mittlerweile sind die da, glaube ich ganz cool mit, weil die Sagen jetzt auch, okay, du machst das Halt seit viereinhalb Jahren, also irgendwie.

Joël Kaczmarek: Das wäre doch geil, wenn du auf dem Tisch sitzt und dann kriegst du deinen Vater, dein Papa, warte, Mach das scheiße, musst du so machen.

Bastian Meyer: Tatsächlich, Ich freue mich schon wieder auf Weihnachten, der wird mich hoffentlich mal wieder ausfragen, wie wir genau im Detail dann die Betriebe bauen. Und dann würde er wahrscheinlich sagen, ah, nee, die Sache, Da kann man auch da und da was machen, also deswegen.

Joël Kaczmarek: Aber ist das kein Kunde von euch?

Bastian Meyer: Ja, nee, Mein Vater ist gar kein Dachdecker, mehr. In Ruhestand, kann man so sagen, als Dachdecker.

Joël Kaczmarek: Dann kannst du ihn als Advisor höchstens noch...

Bastian Meyer: Genau, richtig, richtig. Also immer, wenn irgendwas ist, also vor allem, wenn es irgendwie sehr handwerkspezifische Sachen sind,

Joël Kaczmarek: geht auch klingend bei ihm nochmal das Telefon. Okay, da kann er sich nicht vor verstecken. NA gut, Bastian Meyer, hey, dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg dafür. Du hast ja hehre Ziele, wie ich lerne und kann dich nur unterstützen, wenn man das Handwerk vergrößert, das ist wichtig und wertvoll und schön. Vielen Lieben Dank. Freut mich, dass Ihr Sowas macht. Vielen lieben Dank, weil ich sie jetzt schätze. Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran. Abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël.

Intro & Outro Speaker: Den Suchen und Versehen. Und jetzt du.