🎥 6 Gründe, warum niemand deine Unternehmensvideos sehen will

26. August 2025, mit Joel Kaczmarek

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Joel Kaczmarek: Hallo Leute, hier ist Joel und es ist Zeit mal wieder einen schönen Shortcast zu haben, also in knackiger Kürze viel zu lernen. und das machen wir heute zusammen mit der lieben Ronja Dornfeld. Ronja hat eine großartige Company namens Clipvert und damit hilft sie Unternehmen Video richtig einzusetzen, vor allem für Employer Branding. und Ronja schlaut mich auch immer mal auf, was ich so alles falsch mache im Videobereich. Wir haben für euch heute mal die typischen Fehler gesammelt, wenn Unternehmen mit dem Thema Video arbeiten. Also, das werden sechs an der Zahl und wir starten mal direkt rein. Hallo Ronja, erstmal schön, dass du da bist. Moin Moin.

Ronja Dornfeld: Hi, danke. Zum dritten Mal mittlerweile. Alle guten Dinge sind rein.

Joel Kaczmarek: Na, wird ja hier mit uns. Und sag mal so ganz kurz, wenn wir über Fehler gleich reden, haben das viele Unternehmen? Also musste man mit den Augen rollen, ist doppelt so viel und laufen alle in die gleichen Fallen?

Ronja Dornfeld: Ja, es hängt natürlich auch mal von der Unternehmensgröße ab. Also je größer das Unternehmen, desto komplexer und schwieriger wird es. Die Kleineren sind ja klar im Vorteil. Da hat man nicht den ganzen Rattenschwanz, der dann so bei Großen mitschwingt. Aber bei Großen, und wir beraten ja oder betreuen hauptsächlich große Unternehmen, da doppeln sich schon viele Fehler, leider immer noch. Auch wenn manches besser wird, zumindest von der Qualität, so das technische Equipment, es werden mittlerweile schon mal Mikros genutzt. Das war vor einem Jahr noch nicht so.

Joel Kaczmarek: Gut, komm, starten wir rein. Also, erster Fehler dreht sich rund um Zielsetzung. Die fehlt ganz vielen Unternehmen. Erzähl mal, was ist denn so das typische Szenario, dem du da begegnest?

Ronja Dornfeld: So Video als Trend. Unternehmen wollen jetzt Video machen, weil das macht man jetzt so. Das ist so das neue Marketing-Ding. Und dann denken sie aber nicht drüber nach, warum brauche ich das überhaupt? Also die Zielsetzung, das erstmal zu verstehen und sich zu sagen, wir wollen jetzt Video machen irgendwie für Abverkäufe, für Leads, für Playbranding und Recruiting. Das erstmal verstehen, macht das dann Sinn und auch welche Plattform. Und dann eben auch die Ressourcen durchgehen, weil du brauchst für Video Ressourcen. Video ist immer noch komplex, auch wenn man KI als Hilfsmittel nutzen kann, brauchst du halt trotzdem Leute, vor allem Leute, die vor die Kamera wollen. Und das fehlt dann den meisten Unternehmen. Und nicht nur die, die vor die Kamera wollen, sondern die auch vor der Kamera funktionieren. Und da brauchst du nicht viele. Da brauchst du ein, zwei, aber die musst du erstmal finden. Und wenn du die nicht hast, dann wird es schwierig.

Joel Kaczmarek: Nochmal ganz kurz rund um das Thema Zielsetzung. Also ich habe so den Verdacht, dass du wahrscheinlich oft Unternehmen hast, die dich anrufen und sagen, Ronja, wir wollen was mit Video machen. Und dann sagst du, warum? Und dann sagen, ja, weil das jetzt alle machen. Ist das so der Dialog, den man da hat?

Ronja Dornfeld: Ja, also das ist schon so, ja, wir sehen jetzt, dass das viel gemacht wird und wir finden das ganz cool bei XYZ und wir würden das jetzt auch gerne mal versuchen.

Joel Kaczmarek: Okay, und wenn du jetzt gerade Ziele angesprochen hast, kann man denn eigentlich mit Video so jedes Ziel umsetzen oder gibt es einfach auch komplette Bereiche, die damit gar nicht gehen? Also wenn man jetzt zum Beispiel sagt, Employer-Branding geht, glaube ich, ganz gut, Abverkäufe mal so, mal so. Hast du da so eine Einschätzung? Hast du so eine Art Landkarte, so eine Art Ziellandkarte?

Ronja Dornfeld: Ja, also es ist natürlich auch, du musst überlegen, machst du jetzt organisch oder machst du paid? Wir machen ja ganz viel organisch, weil wir halt den Glaubenssatz haben oder auch halt sehen in der Vergangenheit, dass du Videos haben musst, die organisch performen, das heißt auch ohne Werbegeld. Also du musst Videos, du musst keinen Scheiß machen, der die Leute interessiert, sonst kannst du es vergessen. Dann ist das Ganze auch viel zu teuer. Da organisch kann man jetzt nicht alles gut messen, aber da kannst du Reichweiten messen und kannst natürlich auch gucken, gehen die Website-Klicks hoch und bei paid kannst du dann andere Dinge messen. Aber ich würde schon sagen, wenn man es klug macht, Kann man viel messen, vor allem im Vergleich zu den traditionellen Marketingkanälen, wo immer noch super viel Geld reinfließt. Zum Beispiel sowas wie Out of Home oder Fernsehwerbung, wo du ja kaum was messen kannst. Und da hast du jetzt so in Social mit Video ja wirklich ganz andere Möglichkeiten. Man streitet sich immer noch, was sind jetzt die KPIs? Ich glaube, da gibt es kein richtig und kein falsch. Und man sollte sich das jetzt auch nicht zu kompliziert machen. Aber man sollte schon ein, zwei haben, dass man sagt, hey, ich mache jetzt sechs Monate Videos und will das und das erreichen.

Joel Kaczmarek: Gut, also erstes Thema, überleg dir, was du damit erreichen willst und dann teste mal ab, ob das überhaupt erreichbar ist. Zweites Thema, du hast eben gesagt, fehlende Ressourcen, also typischer zweiter Fehler. Sind es manchmal auch die wirtschaftlichen Ressourcen, die fehlen? Also gibt es Unternehmen, die dann doch manchmal ein bisschen staunen, was Video eigentlich kostet?

Ronja Dornfeld: Klar. Vor allem dieses Umdenken, auch mal auf neue Kanäle zu setzen. Unternehmen haben halt schon in ihrer Abteilung, die dann irgendwie jetzt Fernsehwerbung betreuen oder wie gesagt auch noch Home-Kampagnen oder Presse, Kommunikation. Und da fließt ein gewisses Budget rein. Und das kann man aber vielleicht ja auch umverteilen, wenn man sieht, dass andere Kanäle viel effizienter und messbarer sind. Ja, als Beispiel Karrieremesse. Also diese stecken Unternehmen immer noch so viel, tausende, teilweise hunderttausende Euros rein. Und da kannst du mit Social Media viel mehr erreichen und es eben auch viel besser tracken. Aber so weit sind sie noch nicht. Ich freue mich, dass es bald mal kommt.

Joel Kaczmarek: Wie erklärst du Menschen, was Video so aufwendig macht im Sinne von finanzieller Ressourcen?

Ronja Dornfeld: Immer noch die Post-Production. Da kann KI noch nicht viel machen. Also das ist noch sehr manuell. Das ist sehr teuer und dann häufig auch viel Material. Wenn du filmst, musst du halt die guten Snippets rausfischen. Und das kann die KI auch noch nicht. Die versteht noch nicht so, was ist jetzt der geile Satz, der mir irgendwie Millionen Views bringt.

Joel Kaczmarek: Und die andere Ressource, die du gesagt hast, die immer unterschätzt wird, ist das Thema Menschen. Also es reicht offensichtlich nicht, wenn jetzt jede Abteilung immer kurz die Hand hebt, ja, für ein Video stehen wir zur Verfügung, sondern ich brauche so eine richtige Go-To-Person, die dann quasi das Gesicht wird. Weil ich glaube, viele Unternehmen haben davor auch Angst, oder? Dass man dann so abhängig ist von einem Gesicht dann, was die Firma repräsentiert.

Ronja Dornfeld: Genau, also davon würde ich eh abraten. Ich glaube, das ist auch immer zu viel Druck für den Content Creator. Dann vor der Kamera hat in den meisten Fällen noch nicht funktioniert. Also die haben sich dann schnell selbstständig gemacht, weil sie haben gemerkt, hey, ich komme so gut an, ich mache lieber meine eigene Sache, verdiene ich viel mehr Geld und ist irgendwie viel cooler. Man sollte schon mehrere haben, aber so ein Content oder auch so ein Kanal, der steht und fällt mit den Personen und da brauchst du halt ein, zwei Leute, die gut funktionieren, die die Zielgruppe verstehen und du kannst mal ab und zu so Expertengespräche aus verschiedenen in Abteilungen reinfließen lassen. oder wenn der CEO oder der Vorstand, die wollen dann auch gerne mal mitmachen. Sowas begrüße ich dann auch, wenn das Thema auf der Agenda nach oben rutscht. Aber du brauchst schon so deine zwei, drei Brandfaces und bloß nicht nur auf eins setzen. Es ist auch cooler, wenn die zusammen was machen können. Da kommt dann nochmal eine ganz andere Dynamik auf.

Joel Kaczmarek: Gut, dritter Fehler. Fehlende Kontinuität, also dass man das Ganze nicht langfristig genug anlegt. Ist das oft ein Problem, dass die immer nur sagen, wir machen mal fünf Stück und testen, gucken dann erstmal, was kommt?

Ronja Dornfeld: Vor allem Videoanzahl. Viele denken dann schon noch so, komm, ein paar Videos gucken wir jetzt. Und da passiert natürlich gar nichts. Also vor allem jetzt, du musst so viele Videos rausballern, um... organisch herauszustechen. Klar, wenn du jetzt Budget hinterlegst, dann kann es auch schneller gehen. Aber dieses mit organischen, echten Reichweiten ist jetzt hart umkämpft und ist schwieriger geworden. Und das dauert, das sage ich immer, mittlerweile sechs Monate, mindestens drei Videos die Woche, am besten sogar fünf am Anfang. Und es müssen keine komplizierten Videos sein, es können ganz kleine sein. Zeig irgendwie, was du heute in der Mensa isst oder wie viel das Mensa-Essen kostet. Wie sieht dein Tag aus? So ganz viele kleine Snippets. Und da ist wieder das Verkopfte, dass viele Unternehmen denken, Gott, wir müssen jetzt irgendwie was machen, was sehr fancy produziert ist, in Hochglanz, durchdacht, geskriptet und dann ist die Magie dahin und die Nahbarkeit.

Joel Kaczmarek: Was ist so der Alltag, den du überlebst? Also die meisten machen dann nur zwei, drei Videos, stecken dann irgendwie den Kopf in den Sand, warten, dass was passiert und es stirbt ab.

Ronja Dornfeld: Das ist dann meistens so. Oder sie machen es dann eben für drei oder sechs Monate und dann fragen sie sich, okay, was war jetzt überhaupt unser Ziel? Also selbst wenn du dann geilen Reach hattest und dann ist die Frage, okay, was haben wir jetzt damit erreicht? Dass sich die Abteilungen dann auch untereinander teilweise nicht absprechen. Kam jetzt überhaupt was an? Kam jetzt Bewerbung rein? Oder ist es irgendwie Google Analytics auf der Website-Tracks? Gab es mehr Klicks? Brandwahrnehmung? Also diese Tools. Es gibt ja auch Tools, wie du deine Markenwahrnehmung messen kannst. Aber das machen natürlich nicht, weil es kostet natürlich auch wieder Geld.

Joel Kaczmarek: Und wie ist es mit den Plattformen? Also wenn du sagst, Kontinuierlichkeit ist wichtig, mache ich das immer nur auf einer Plattform oder kannst du ruhig mehrere auf einmal bespielen? Kann ich irgendwie TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts, kann ich sowas alles parallel ballern zum Beispiel oder sollte ich mich immer auf eine konzentrieren?

Ronja Dornfeld: Hängt natürlich auch wieder von deiner Zielgruppe ab. Also bei manchen Zielgruppen macht es Sinn, jetzt vielleicht nur eine Plattform zu bespielen, aber... Video ist halt immer noch das, was gerade organisch am besten funktioniert. Und wenn du schon Video hast, dann nutze es für alle. Und ich weiß, ein paar Expertinnen, die werden jetzt mit dem Kopf rollen und sagen, nee, aber jede Plattform, andere Zielgruppe, anderer Content. Also realistisch gesehen kriegen Unternehmen das nicht gewuppt. Es sei denn, sie haben halt ein riesen Social-Media-Team und das haben die nicht. Und deswegen recycle dein Content, nutze den. Und was passiert? Im schlimmsten Fall guckt es sich halt keiner an. Und im besten Fall kriegst du überall Reichweite. Ich finde immer so viele Kontakte. Punkte wie möglich. Mega. Hat sich auch ausgezahlt bei uns immer, dass wir über jede Plattform, selbst wenn es identischer Content ist, erreichst du andere Leute.

Joel Kaczmarek: Vierter Punkt, ich glaube, der wird dich bestimmt immer öfters bewegen. Zu wenig Mut.

Ronja Dornfeld: Was interessiert die Leute heute? Also es ist nicht mehr so, ich finde ein gutes Beispiel ist nochmal Fernsehwerbung. Wer guckt sich Fernsehwerbung an? Es ist meist immer das, wo du dann aufstehst, gehst aufs Klo, holst dir Getränke. Und Unternehmen denken aber immer noch so in diesem Hochglanz und es muss geskriptet sein und es muss alles perfekt sein. Aber damit holst du keinen mehr ab. Das funktioniert nicht. Also die Leute wollen eher sehen, was echt ist, was mutig ist, irgendwie was, was lustig ist, auch mal was, was kontrovers ist. Also ich meine, wenn wir ehrlich sind, was klickt gut, sind halt Themen, die ein bisschen provokant sind. Und das ist halt gerade bei großen Unternehmen immer noch, sobald es dann auch durch mehrere Feedback-Schleifen läuft und durch Hände geht, die die Kanäle nicht verstehen, wird da dann doch sehr viel gekillt.

Joel Kaczmarek: Okay, also Mut bezieht sich gar nicht mehr nur auf die Message oder die Story oder sowas, sondern es meint eigentlich auch Mut zur Imperfektion. Also dass ich auch Sachen rausgebe, die real sind, wie man so neudeutsch sagt.

Ronja Dornfeld: Voll. Und das ist das, ich glaube jetzt gerade auch im Zeitalter von KI, weil KI liefert uns perfekten Content. Also diese ganzen Hochglanz-Sachen, das wird KI ersetzen. Das sieht man jetzt schon. Du kannst ganz easy halt mit V0.3 einfach eine Werbung nachbauen. So eine Hochglanz-Werbung, wo Unternehmen sonst Millionen reinstecken würden, Skripten würden, das ein Jahr im Voraus planen würden. Und jetzt geht es aber eher um... diese Imperfektion, Nahbarkeit und Geschwindigkeit und möglichst viele Assets raushauen. Das ist halt viel, viel wertvoller als dieses eine Perfekte, was sich alle satt gesehen haben und was halt auch dann meist nicht funktioniert. Und das sieht man halt an Kommentaren oder am Engagement vom Weiterleiten, Kommentare, Likes, Shares.

Joel Kaczmarek: Gut, okay. Also zu wenig Mut im Sinne von Lockerheit, zu wenig Mut im Sinne von Paid mit organisch zu mischen. Wie ist du mit Haltung? Also ich glaube, viele Unternehmen trauen sich ja heutzutage auch nicht mehr so richtig Haltung zu zeigen zu irgendwas. Wie nimmst du das wahr?

Ronja Dornfeld: Alle sagen, sie machen es, aber es macht keiner. Ich glaube, Haltung ist auch gerade eins der Top-Wörter auf LinkedIn. Also ich finde, man liest überall, dass die sagen, ja, Haltung zeigen, Haltung zeigen. Macht kaum einer. EDEKA, mutig mit der AfD-Kampagne. Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast. Groß mit dabei, wenn es so um politische Positionierung geht. Ob es jetzt richtig ist, weiß ich nicht, muss man sich überlegen. Aber die machen was und die trauen sich das. Und die sagen dann, hey, auch wenn wir da irgendwie einen Großteil dann abschrecken, für uns zu arbeiten, wir... Wir motivieren unsere Mitarbeitenden und wir ziehen dann die an, die auch echt Bock drauf haben. Und ja, sieht man leider bei Unternehmen viel zu wenig, wirklich auch mal in das Ungemütliche zu gehen. Und das ist auch noch ein Punkt, Fehler, den viele machen. Angst vor auch mal kritischen Kommentaren. Liebe Unternehmen, das ist nicht gleich ein Shitstorm, wenn jemand mal sagt, oh Gott, das sieht jetzt aber ein bisschen cringe aus. Und da haben Unternehmen wirklich Angst vor, dass mal was kommt, weil die kennen das halt nicht. Das war ja früher auch immer noch aus der Generation Fernsehen. Einseitiges Senden. Du hast ja kein Feedback mitbekommen. Was denken die Leute jetzt vom Fernseher? Also wie gesagt, die meisten sind eh aufgestanden und weggegangen. Du hast einfach die TKPs eingekauft und dann wurde das ausgestrahlt und das war dein KPI. Und jetzt geht es halt auch in den Dialog. Also Social Listening. Hört eurer Zielgruppe zu. Was sagen die? Was interessiert die? Und wenn ihr dann so einen Kommentar habt, auch geil, damit kann man... wunderbar arbeiten.

Joel Kaczmarek: Jetzt sind wir schon bei unserem fünften Fehler. Also mir fällt es auch mal, wo ich das mal ehrlich gesagt bemerkt habe, hier ist bei Hitschies. Der macht immer total die geilen interaktiven oder interaktiv scheinenden Posts bei LinkedIn, aber antwortet gar nicht auf die Kommentare. Also würdest du sagen, man soll unbedingt antworten?

Ronja Dornfeld: Finde ich mittlerweile absolut das Wichtigste. Auch übrigens auf LinkedIn, wo du jetzt die Impression, siehst du die Impression, die es auf Kommentare gibt. Baut euch da neuen Content mit auf, antwortet da drauf. Das zeigt, dass ihr irgendwie echt seid und traut euch da auch mal was Kritisches zu sagen, weil so differenziert euch auch von den KI-Bots, die gerade auf LinkedIn ganz viel kommentieren. Das ist dann ja meist, oh, danke für den Beitrag. und dann kommt die Weiterführung von ChatGPT. Ihr könnt auch versuchen, XYZ. Deswegen, Antworten, total wichtig. Liken, antworten und als Inspiration nutzen. Ich meine, das ist so. wertvoll. Es ist eben auch mal ungemütlich, es kann auch mal wehtun, aber es ist für Unternehmen total geil, weil ihr da voll viel mitnehmen könnt, auch für spätere Kampagnen.

Joel Kaczmarek: Also wenn jetzt der fünfte Punkt lautet, Social Listening fehlt, wie würdest du denn empfehlen, mit sowas umzugehen? Also ich kann immer antworten, okay, aber wenn jetzt zum Beispiel was sehr Kritisches kommt, wo du ja sagst, okay, das fühlt sich für die mal an wie Shitstorm, ich werde gegen die Wand genagelt. In Wirklichkeit ist es einfach nur das erste Mal Interaktivität in meiner Zielgruppe. Wie würdest du empfehlen, da umzugehen mit?

Ronja Dornfeld: Also das Beste ist natürlich immer, wenn man es irgendwie schafft, selbstironisch. Das trauen sich natürlich nicht alle. Das ist auch eine Kunst. Selbstironie muss dann auch zu der Tonalität des Kanals passen. Aber da haben schon viele gezeigt, Beispiel Deutsche Bahn, die haben ja ganz viel kritische, also die Deutsche Bahn ist das beste Beispiel für kritische Kommentare. Die haben es einfach mit Selbstironie gemacht. Passt nicht zu jedem. Wichtig ist es einfach anzunehmen und schon drauf zu reagieren. Also du kannst dann ja ein Video machen und auch sagen, hey, nehmen wir zur Kenntnis, voll cool, dass du das sagst. Sag uns doch, wie du es besser finden würdest oder was könnten wir besser machen. Einfach zeigen, dass du das liest, dass du es hörst und sonst Selbstironie. Selbstironie ist schon geil. Wenn du das gut hinkriegst, dann ist das auch fast eine Reichweite, eine Garantie. Aber natürlich auch schwierig, Selbstironie und Humor.

Joel Kaczmarek: Wie würdest du das so aufhängen? Weil ich glaube, in so einer Firma ist ja ganz oft das Problem, vielleicht kriegt man gar nicht gleich mit, dass Kommentare da sind oder man sieht es, aber keiner fühlt sich für verantwortlich. Also wer sollte sowas immer beantworten?

Ronja Dornfeld: Entweder hast du im Idealfall ein Team für Community Management oder eine Agentur oder halt die Person, die das Social Media Account betreut, dass die da schon auch immer in die Kommentare guckt. Das sind ja jetzt, da muss man auch sagen, das sind bei Unternehmen ja meist nicht so. Viele, das ist ja noch überschaubar. Wir hatten zu unseren Hochzeiten teilweise 8.000, 9.000 Kommentare unter einem Video. Dann ist es natürlich schon aufwendiger. Aber jetzt ist es meist, also die Leute, die Videos uploaden, das gehört einfach dazu. Das ist ein bisschen, wie ich finde, auch das Bärminimum, wenn man jetzt Social Media macht, dass du auf jeden Fall in die Kommentare guckst. Wenn man jetzt Paid macht und Werbung schaltet, dann kann es anders aussehen, weil du dann natürlich mehr Reichweite einkaufst und die Leute dann manchmal pisst sind, wenn es eine schlechte Werbung ist. Wie zum Beispiel jetzt bei Uber Eats oder so. Ich weiß nicht, ob du die gesehen hast mit David Hasselhoff. die war halt so nervig und da haben Leute dann nur kommentiert, es nervt total, hört auf.

Joel Kaczmarek: Gut, letzter Fehler, über den wir heute reden wollen. So diese alte Marketingdenke, die viele Unternehmen haben, dass es immer so dieses Hochglanzige sein muss. Also da würde ich gerne mit dir nochmal ein, zwei Sätze zu verlieren. Wir haben ja schon ein bisschen drüber geredet, über das Thema Lockerheit. Warum ist denn das so wichtig, dass man nicht immer nur auf Hochglanz und Perfektion setzt?

Ronja Dornfeld: Also Marketing heute ist halt so, oder vor allem Videocontent ist halt so sehr quick and dirty und du willst dir das angucken, um dich brieseln zu lassen, unterhalten zu werden. und diese Hochglanzgeschichten, da hast du gleich so eine Distanz und das ist halt wie so ein Film, als wenn du ins Kino gehst. Aber du guckst es dir jetzt nicht an, um irgendwie im Kino zu sitzen. Das ist einfach, das holt die Leute nicht ab. Es ist meistens langweilig. Es gibt ein paar, die sind geil, aber es funktioniert halt nicht.

Joel Kaczmarek: Gibt es da irgendwie so eine Art kleines 1x1, wenn ich kein hochwertiges Video mache, worauf ich achten sollte?

Ronja Dornfeld: Überleg dir selber, würdest du dir das Video so gerne angucken? Also stell dir vor, du hast dich auf der For You-Page, das finde ich ist immer ein ganz guter Test. Ich habe mich manchmal auf meiner For You-Page oder Content von uns und dann swipe ich den weg und dann denke ich immer so nach und dachte so, krass, das waren wir. Und dann merke ich so, war vielleicht doch nicht so. das geile Video. Und guck, dass es relatable ist, dass es irgendwie nahbar ist, dass es einen Mehrwert hat im Sinne von Unterhalt. edukativ ist. Nicht jedes Video funktioniert. Das muss man halt auch ganz klar sagen. Also du musst halt auch von zehn Videos, die du dann raushaust, funktionieren vielleicht ein oder zwei. Das gehört auch dazu. Da musst du halt weitermachen. Natürlich kann nicht jedes Asset sitzen. Und das ist halt auch bei Hochglanz zum Thema. Überleg mal, manchmal werden dann so Kampagnen sechs, sieben Monate oder sogar ein Jahr im Voraus geplant. Und dann hast du diesen einen Shot. Und wenn der nicht funktioniert... Dann ist Kacke. Und so jetzt mit diesem Quick-and-Dirty-Content hast du einfach viel mehr Möglichkeiten. Guter Test ist immer, guck mal, ob dich das selber interessiert und lad auch einfach alles hoch und dann siehst du schon an den Kommentaren, ob es Engagement gibt oder nicht.

Joel Kaczmarek: Cool. Liebe Ronja, sechs typische Fehler von Unternehmen mit Video. Also Punkt 1, keine Zielsetzung. Punkt 2, fehlende Ressourcen. Punkt 3, fehlende Kontinuität. Punkt 4, zu wenig Mut bei Lockerheit, Haltung und Paid vs. Organisch. Punkt Nummer 5, Social Listening fehlt. Und Punkt Nummer 6, alte Marketing-Glänze, damit Hochglanz. Vielen Dank.