Oonagh: Die Königin der Leichtigkeit

12. August 2020, mit Joël KaczmarekSebastian Krumbiegel

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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital,

Sebastian Krumbiegel: der Podcast.

Joël Kaczmarek: Hier erfahrt ihr jede Menge über Kunst in Zeiten der Digitalisierung und das Hautnah von ganz fantastischen Künstlerinnen und Künstlern. Mein Name ist Joël Kaczmarek. Und heute wird es bunt, spaßig, unterhaltsam, Ich glaube, es wird ganz, ganz toll. Und ich freue mich, dass wie immer an meiner Seite der Liebe. Sebastian Krumbiegel ist. Hallo Sebastian Hallo,

Sebastian Krumbiegel: Ich habe gerade wieder gedacht, also erstmal schönen, guten Tag, liebe Leute da draußen. Du sagst deinen Namen immer so ganz schnell und meinen so ganz langsam. Joël Kaczmarek, ja. Ich freue mich, dass wir heute hier sind. Wir haben einen bezaubernden Gast, einen wunderbaren Gast, eine Musikerin, eine Schauspielerin, die auf verschiedenen Parketts unterwegs ist. Und wir begrüßen herzlich Oonagh. Schön, dass Du da bist.

Senta Sofia Delliponti: Hallo, ich freue mich auch sehr.

Joël Kaczmarek: Wie möchtest du denn eigentlich angesprochen werden? Sollen wir dich Senta nennen, so wie dein eigentlicher Name ist, wie ihn Mama und Papa dir gegeben haben?

Senta Sofia Delliponti: Fühl dich frei, wie du möchtest.

Joël Kaczmarek: Wo fangen wir bei dir an? Du bist ja so ein Tausendsasser. Wir beginnen ja gerne immer mit, wie Menschen zu ihrer Kunst gekommen sind. Vielleicht fangen wir damit mal an, wie das bei Dir war. Ich meine, Deine Kunst hat sich auch entwickelt. Also am Anfang war sie vielleicht das Schauspiel, jetzt ist es Schauspiel und mehr. Vielleicht beginnen wir mal mit ganz sanften Schritten. Wie ging das für dich? Halt, Eine Sache muss ich machen. Bevor wir anfangen, Einen warmen Gruß, müssen wir beide rausschicken an die Liebe. Britta. Die uns beide vermittelt, hat. Ja,

Senta Sofia Delliponti: stimmt.

Joël Kaczmarek: Meine ehemalige Mitarbeiterin, vor allem Freundin und von dir auch befreundete Liebe, Britta, wenn du das hörst, herzlichen Dank und fühle dich und deine Familie warm gedrückt.

Senta Sofia Delliponti: ICH KÜssE dich, Britti.

Joël Kaczmarek: Gut, aber zurück. Wie bist du zur Kunst gekommen?

Senta Sofia Delliponti: Also, meine Mutter ist Musikerin, und ich habe schon immer sehr gerne gesungen. Und dann hat sich ermöglicht, dass ich bei Star Search sein kann. Da war ich mit 13, das war so eine Castingshow und da habe ich den zweiten Platz errungen. In der Kinderkategorie Gesang und darüber wurde eigentlich so das Hobby zum Beruf, Da hat sich irgendwie sowas ermöglicht. Und da dachte ich, jetzt bin ich Feuer und Flamme. Und jetzt habe ich Bock, da weiter reinzugehen. Und dann bin ich mit 16 ausgezogen, war auf einer Schule, wo man Jazzgesang, Schauspiel und Tanz eine Ausbildung machen konnte. Da hat sich herausgestellt, ich nenne jetzt die Schule auch nicht, Aber, dass sich die so ein bisschen in eine Sekte umgewandelt hat. Das Haus Geyer. Und dann hatten wir halt so fächer wie schöpferische Entfaltung. Und da waren viele Leute da, die wirklich psychische Krankheiten hatten, und das war schon sehr extrem für mich, war sehr jung und dachte, Oh, Berlin, hier findest du wirklich alles. Und dann habe ich mich entschieden, auf eine Schauspielschule zu gehen, Die haben mich dann gleich im zweiten Semester angenommen und habe gesagt, gut. Die Musik habe ich für mich, Da arbeite ich nebenbei noch weiter und fokussiere mich auf die Schauspielerei. Und dann ging das los.

Sebastian Krumbiegel: Also Du hast sozusagen wirklich schon sehr früh gewusst, Wo deine Reise hingeht.

Senta Sofia Delliponti: Ja, kann man so sagen.

Sebastian Krumbiegel: Das ist ja ein Segen, wenn man das kann. Also ich denke ja heutzutage, um mal so wie so ein alter Mann zu reden, dass es wirklich sehr schwierig ist. Also, ich muss sagen, bei mir war es genauso. Ich wusste mit 15, ich will mal Popstar werden. Und das war für mich irgendwie klar. Meine Eltern haben gesagt, Oh nein, mach doch lieber was Richtiges, wie das eben so ist. Und dann hat es trotzdem funktioniert. Und wenn ich heute mit jüngeren Leuten rede, dann versuche ich immer zu sagen, ich hatte sehr viel Glück, dass das alles auch so gekommen ist, und das scheint ja bei dir genauso gewesen zu sein. Also Du hast Eltern gehabt scheinbar, die dir den Weg geebnet haben.

Senta Sofia Delliponti: Absolut, und da bin ich auch sehr happy. drüber, dass meine Mutter da wirklich als Mentorin an meiner Seite war und wirklich viele Sachen zurückgestellt hat. Für mich, weil ich da einfach Bock drauf hatte. Ich glaube rein schulisch, wo alle jetzt in diesem preußischen Schulsystem irgendwie alle gleich sein sollen, also, da wurde ich nicht gefördert und da bin ich schon echt happy.

Sebastian Krumbiegel: Wichtig. Ja,

Senta Sofia Delliponti: wichtig und wichtig auch für die Schulen. heutzutage, finde ich, dass da ein bisschen mal was verändert wird, Dass da auf die Individuen eingegangen wird, damit man halt nicht das Gefühl hat, ich weiß gar nicht, wo will ich hin, was will ich?

Sebastian Krumbiegel: Ja,

Senta Sofia Delliponti: vor allem,

Sebastian Krumbiegel: dass dir geholfen wird, zu finden, was du kannst. Es ist ja auch so ein pseudoweiser Spruch, Jeder kann irgendwas gut und jeder kann irgendwas auch besser als andere. Ich weiß, was du meinst mit Schulsystem. Natürlich ist es wichtig, irgendwie lesen und Schreiben zu lernen. Und es ist bestimmt auch richtig, irgendwie, was weiß ich, naturwissenschaftlich irgendwie ein paar Grundlagen zu haben. Aber eigentlich, Und bei mir ging es in der Schule immer so, Ich habe irgendwann nicht mehr verstanden, warum soll ich den Scheiß eigentlich lernen. Und gerade, also Ich war in drei Fächern gut, Ich war in Musik gut, ich war in Englisch gut und ich war in Deutsch gut. Das waren die Sachen, die mich interessiert haben, und der Rest hat mich nicht interessiert. Mein Abi eben gerade so irgendwie hingekriegt und kann heute irgendwie sagen, okay, Ich habe es auch nicht anders gebraucht und wusste eben schon zeitlich genug, wo ich hin will. Und deswegen alles cool.

Joël Kaczmarek: Jetzt war da eine 16-Jährige, die frisch zu Hause ausgezogen war, die in der großen Stadt war, die erst sozusagen einerseits erst Musik machen wollte, Dann doch zum Schauspiel kam. Wie ging es dir denn damit? Wie hat sich das angefühlt? Das klingt ganz schön, überfordernd oder wie was sehr Mächtiges, was da auf einen wartet.

Senta Sofia Delliponti: Also, das hat sich befreiend erstmal angefühlt, irgendwie auch mit Menschen zusammen zu sein, die, die auch danach streben, was ich liebe. Aber es war auch wirklich viel. Also, ich habe in so einem besetzten Haus gewohnt und hatte da mein erstes Zimmer für 190 Euro. Das war richtig gut. Aber da konnte man nicht auf den Balkon gehen, sonst geht es kaputt. Aber ich habe wirklich mit so vielen Leuten zusammen, bin ich gewesen, wo ich viel lernen konnte, aber auch echt gedacht habe, Ich muss klar für mich Grenzen setzen. Und habe mal so reingeschnuppert. Und dann hatte ich die Möglichkeit, an ein Theater zu gehen, nach Wien. Und habe so meine Ausbildung eigentlich gestoppt und konnte dann auch wieder weitermachen, als ich wiedergekommen bin, das Semester. Dann beenden innerhalb von einem Monat, was wirklich toll war. Und dann habe ich gemerkt, okay, das läuft, das ist da. Ich hab Bock drauf. Und dann hat sich GZSZ gemeldet, lustigerweise, weil Star Search auch Grundy UFA ist. Und darüber haben wir einen Werdegang einfach gesehen und haben sich dann gemeldet. Und dann war es für mich, okay, will ich das eigentlich? Weil auf der Schauspielschule wird immer gesagt, bloß keine Daily Soap, Wir wollen Theater spielen und so. Und ich dachte, ey, wenn das jetzt gerade da ist, lese die Zeichensender, Was willst du? Ja, komm, wir probieren das Mal aus. Nichts ist für immer. Und da habe ich so viel gelernt, so viel gelernt.

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, dass das auch wirklich wichtig ist, weil es gibt so viele Vorurteile. Und was wir gemerkt haben, Joël und ich, in diesem Podcast, und du bist, glaube ich, heute unser zehnter Gast, dass man sich, wenn man sich einlässt, auf Leute, Dass man merkt, dass man Vorurteile wirklich auch über Bord werfen kann. Und gerade, wenn du sagst GZSZ-Vorurteile oder von mir aus auch Vorurteile, Castingshow. Man sagt das immer so mit einer, ist ja keine richtige Kunst. Und was weiß ich, was. Ich habe mir echt abgewöhnt, solche Urteile zu fällen, weil ich weiß nicht, wenn es das zu meiner Zeit... Zu meiner Zeit, schon wieder so ein alter Mann. Wenn es das damals gegeben hätte, ey, Ich hätte es bestimmt auch als Sprungbrett genutzt. Am Ende kommt es darauf an, ob du bei dir bleibst und ob du dein Ding machst. Genau. Also, dass du eben dich, okay, ich könnte jetzt sagen, dich nicht verbiegen, lässt. Natürlich lassen wir uns alle gern auch beeinflussen, von Leuten und Versuchen offen zu bleiben. Aber du musst schon bei dir bleiben.

Senta Sofia Delliponti: Ja, das ist ein richtig guter Satz. Das ist auf jeden Fall, meine Mission in meinem Leben, bei mir zu bleiben.

Joël Kaczmarek: Wie Opa vom Krieg gerade erzählte.

Sebastian Krumbiegel: Ja, danke,

Joël Kaczmarek: ist das so mit Castingshows? Hattest du mit Vorteilen zu kämpfen, auch nach deiner Zeit bei GZSZ?

Senta Sofia Delliponti: Ja, hatte ich schon. Also, auf jeden Fall wurde ich bewertet, aber deren war ich mir auch bewusst. Wenn man sich so zeigt, wenn man das macht, gefällt das nicht immer allen. Aber für mich war das super, war das gut. Ich glaube, es war auch damals noch bei der Castingshow bei Star Search, war auch eine der ersten, für Kinder sowieso. Das war unglaublich. Danke. Dankbar da. Also, das war gar nicht so maschinenmäßig abarbeiten, sondern da wurde wirklich auf uns eingegangen, auf uns Kinder. Wir hatten ganz viel Zeit, wir konnten sehr viel selber bestimmen. Die ganzen Outfits habe ich selber mit meiner Mutter genäht. Jedes Arrangement konnten wir basteln, wie wir das wollen. Also, das ging einen ganzen Sommer lang, und das war nicht einfach so ein Abfrühstücken, Sondern hat sich alles ermöglicht mit den Produzenten, mit denen ich mit Oonagh jetzt angefangen habe. Die habe ich dort kennengelernt, damals. Und so schließt sich der Kreis. Also das war Hammer. Meine beste Freundin habe ich dort kennengelernt. Jetzt leben wir seit 17 Jahren befreundet, endlich in einer Stadt. Also vieles hat sich ermöglicht.

Joël Kaczmarek: Ja, aber ich meine, ich muss sagen, ich glaube, du hast auch die richtige Berufswahl getroffen. Du strahlst ja, ich müsste hier mit Teflon bald ausklappen. Ja, die ist auch lieb,

Senta Sofia Delliponti: danke. Ja, oder? Das sage ich,

Joël Kaczmarek: Keine Lüge, oder? Ja,

Sebastian Krumbiegel: ja, ja.

Joël Kaczmarek: Also, finde ich klasse. Aber ich muss auch sagen, das klingt auch nach... Viel emotionaler Reife, wenn Du sagst, du bist im Teenageralter zu Hause auch weg, Andere Stadt, dann sogar ein anderes Land gezogen. Und weil der Satz, den du eben gesagt hast, Ich musste mich stark abgrenzen, ich wusste, was ich wollte und was nicht, das ist ja eigentlich brutal schwer, das kriegt man sonst erst in seinen 20er, 30er Jahren auf die Kette, oder? Ja,

Senta Sofia Delliponti: und das ist, glaube ich, auch Thema fürs ganze Leben, ne? Immer wieder für einen, also sich selber wertzuschätzen und nicht immer im Außen, alles zu suchen, wertgeschätzt zu werden und im Außen. Sich die Anerkennung zu suchen, sondern selber klar zu sein, welche Absicht hat man, welche Intentionen, was verfolgt man, Was ist das Ziel, Was ist die Vision? Und das dann auf so einer Ebene zu machen, Ja, das ist auf jeden Fall ein Prozess.

Joël Kaczmarek: Aber da sprichst du ja, was Spannendes an, ich meine, du bist Künstlerin, die auf Bühnen steht, Egal in welcher Profession, entweder Kamera oder hast du auch mal Theater gespielt?

Senta Sofia Delliponti: Auch Theater, genau, ja.

Joël Kaczmarek: ALSO, DA Bühne, Theater, Film, Fernsehen, Du hast sozusagen die Musikbühne. Und gleichzeitig sagst du, ich suche meine Bestätigung nicht im Außen. Das ist ja auch gar nicht so einfach, oder? Also trotzdem ist das auch irgendwie Antriebsnadel für dich wahrscheinlich, oder?

Senta Sofia Delliponti: Ja, also, das ist auf jeden Fall jetzt in den letzten Jahren gekommen, so ein Thema für mich gewesen. Nochmal alles mal sacken zu lassen, zu reflektieren und mich selber auch zu fragen, warum fühle ich mich ab? UND an... Also, das ist natürlich so ein Antrieb von mir gewesen, nach Anerkennung zu suchen, im Außen. Aber irgendwann kam ich an den Punkt, da bin ich immer noch, um zu gucken, eigentlich brauche ich das gar nicht. Eigentlich habe ich eine klare Botschaft und die... Teile ich von mir und wenn ich damit Menschen berühren kann über meine Musik, über das, Was ich tue, dann ist das doch der Wahnsinn. Dann hat man doch eigentlich eine Mission, das zu verfolgen. Also ich finde es ganz wunderbar.

Sebastian Krumbiegel: Es ist natürlich schon geil, auf eine Bühne zu gehen und dort die Anerkennung von außen zu bekommen. Also, ich glaube, dass das natürlich auch ein Punkt ist, weswegen wir uns entschlossen haben, das zu tun. Du machst das ja nicht, um ausgepfiffen zu werden, sondern du machst das ja irgendwie schon, um Applaus zu bekommen. Und natürlich musst du auch irgendwie so ein bisschen so ein Selbstbewusstsein haben und musst irgendwie eigentlich den Menschen, die du im Spiegel siehst, auch irgendwie ganz gut finden, um sozusagen, so, Ich will jetzt gar nicht sagen, mutig, aber um sozusagen, die Power zu haben, rauszugehen, auf eine Bühne, dich vor Leute zu stellen und zu sagen Hey, das bin ich und hört mal, was ich euch hier zu sagen habe. Und dass du dann natürlich auch wächst, dadurch. Also ich zitiere gerne Robbie Williams, der diesen, der eine Platte mal genannt hat. Sing When You're winning. Und wenn du eben am Gewinnen bist, dann wächst du gerade. Und wenn du dann den Applaus kriegst, dann wächst du noch ein bisschen. Und gefährlich wird es, glaube ich, nur dann, wenn du es alles zu sehr auf Dich beziehst. Und wenn du denkst, hey, wenn die alle sagen, dass du so ein genialer Typ bist, da scheint ja was dran zu sein.

Senta Sofia Delliponti: Und dann irgendwann von außen nach innen zu arbeiten, dass man dann irgendwie Songs schreibt und sagt, was wird denn jetzt gehört, was wird denn jetzt gebraucht. Nee, was? möchte ich erzählen? Das ist immer die Gefahr darin. Und das ist mir auch aufgefallen. Ich habe früher immer, wenn ich Songs geschrieben habe, immer an meine Freunde, Familie. Und habe da immer auf Bestätigung gewartet. Da kam ja nix. Oh, die finden das jetzt nicht gut. Und so. Und jetzt Mittlerweile bin ich so, nee, ich bin klar, freu mich, wenn dir das gefällt, auch nicht, Ich bin offen für Kritik und teile das nicht mehr überall in der breiten Masse, Sondern such mir drei Leute aus, wo ich sage, da muss ich an dich denken, das ist für dich.

Sebastian Krumbiegel: Schön, das ist doch schön.

Joël Kaczmarek: Hast du einen Mentor gehabt oder hast du das irgendwie erprobt? Hast du Sowas wie Therapie gemacht? Hast du coaching bekommen? Deine Mutter, würde ich mal jetzt sagen, oder?

Senta Sofia Delliponti: Viele Mentoren, da hab ich mir letztens auch drüber Gedanken gemacht. Meine Mutter auf jeden Fall. Immer wieder Menschen, auch in meinem Beruf, meine Produzenten, meine Freunde, meine Freundin Jennifer, ganz, Ganz tolle, mit denen ich mich immer über diese Sachen austausche und die mir wirklich unglaublich viel Halt geben.

Joël Kaczmarek: Also, ich bin ja auch so ein Mensch, Ich merke mittlerweile, Wenn Menschen sich mit sich selbst auseinandergesetzt haben oder auch wenn die therapiert sind, das merkt man. Die Reden anders, Die sind reflektierter, die sind achtsamer und so. Also, ich glaube, das ist schon ein wichtiger Punkt, an dem man da dran ist.

Senta Sofia Delliponti: Ich liebe die Spiritualität und Psychologie, Ich interessiere mich unglaublich gerne, das ist auch so wichtig für auch als Schauspielerin, da wirklich immer, weil das alles irgendwie mit Psychologie zu tun hat, wenn man in eine Rolle reintaucht, was ist die Haltung, Was möchte Sie und so? Und das ist Mega spannend.

Joël Kaczmarek: Ich fand ja diesen Satz, aber auch cool, den Gregor Gysi nach unserem Podcast zu uns gesagt hat, so halb zur Tür schon draußen, da, meinte er, Ja, Jungs, machen wir uns nichts vor, jeder, der wie wir vorne steht, Der hat eine gewisse Eitelkeit, und die Frage ist immer nur, Beherrscht die Eitelkeit dich oder du die Eitelkeit?

Senta Sofia Delliponti: Ja, ja, okay. Abschied,

Joël Kaczmarek: Abschied, Abschied. Gregor, danke. Gleichzeitig auch so ein Freibrief, dass man sich auch mal darüber freuen kann, wenn man irgendwie vorne steht und so weiter.

Sebastian Krumbiegel: Du musst dich, erstmal mögen. Das ist, glaube ich, wirklich eine Grundvoraussetzung. Also gar nicht nur vordergründig, wenn du auf eine Bühne gehst, sondern in deinem Leben. Du musst schon irgendwie mit dir im Reinen sein, im allerbesten Sinne. Und das sind wir natürlich alle bis zu diesem Punkt nicht auch, weil wir immer auch auf der Suche sind. Und ich glaube, dieses sich selbst hinterfragen, das ist auch so ein Ding. Wie gesagt, wenn du ernst nimmst, dass wenn du... Erfolgreich bist, dass das nur an dir liegt und dass die Welt auf dich gewartet hat, dann sind wir alle gefährdet und jeder ist gefährdet, Der Applaus bekommt. Das musst du reflektiert, betrachten. Gerade wenn du jung bist, ist das ja auch schwer, damit klarzukommen. Es gibt ja viele Beispiele von, was weiß ich, Boygroups, die, wenn Sie extrem erfolgreich sind, Wenn Sie mit 16, 17, 18 Jahren von 0 auf 100 auf einmal. Ganz oben sind, damit musst du klarkommen und damit musst du irgendwie, Es gibt ja viele Beispiele, psychische Probleme, was weiß ich, dass Du Drogen, dass Du irgendwie einfach irgendwelchen kack, machst du, um irgendwas zu kompensieren.

Joël Kaczmarek: Jetzt musst du mir auch mal verraten, bevor ich jetzt gleich bei Senta frage, wie GZSZ war. War das bei Dir eigentlich auch so, dass du so Groupies hattest? Haben die Dich so vom Hotel aufgelaut oder haben die mit BHs geworfen?

Sebastian Krumbiegel: Wir waren die richtige, klassische Teenie-Band. Also klar, natürlich. Also klar hatten wir Plüschtier-Alarm und Groupie-Alarm. Und wir waren aber, und das ist, glaube ich, der Punkt. Ein wichtiger Punkt, Wir waren eben keine 16, 17, 18 mehr, sondern wir waren 23, 24, 25, Als das losging. Und da bist du schon automatisch ein bisschen reflektierter. Aber wir haben auch an der Uhr gedreht. Und ich weiß das genau, dass ich manchmal schmerzliche Begegnungen hatte, mit Leuten, die mir gesagt haben, ey, SaG mal, Du hast dich, aber echt ganz schön verändert, und du bist aber echt ganz schön, komisch und irgendwie nicht. cool, wie du dich hier gerade aufführst. Und das... Das ist, glaube ich, Auch eine gewisse Normalität. Wichtig ist, wie gesagt, dass Du es reflektierst und dass du auch versuchst, an dir zu arbeiten. Wir als Prinzen, Wir kennen uns zum großen Teil seit unserer Kindheit und können uns da auch gegenseitig ein bisschen gut den Kompass rüberreichen.

Joël Kaczmarek: War das bei Dir auch so, weil du gerade sagst, das kennst du?

Senta Sofia Delliponti: Ja, und da braucht man halt auch Freunde und Menschen um einen, die halt wirklich auch für einen. Da sind, die einen sehen, wenn sowas passiert, dass man da auch immer offen bleibt in diesem Austausch, weil das wahrscheinlich auch unglaublich viel Input ist und man gar keine Zeit hat, das wirklich sacken zu lassen.

Sebastian Krumbiegel: Sobald du erfolgreich bist, hast du ganz viele Freunde. Und wenn es dann eben nicht mehr so ist, dann hast du eben weniger Freunde. Oder anders, Es gibt ja diesen Spruch, auch wieder, so ein Weiser Spruch, Der Erfolg hat viele Väter und mit dem Misserfolg will keiner, was zu tun haben. So ist das.

Joël Kaczmarek: Ja, ich, meine, ist auch ein bisschen so. Wir waren gestern zum Fotoshooting, und dann habe ich meiner Frau die ganzen Morgen heute davon erzählt, was da alles cool war. Und irgendwann, Alter, Du laberst nur von dir. Frag mich doch mal, wie mein Spaziergang mit den Kindern geht. Das ist aber wirklich gefährlich,

Sebastian Krumbiegel: weil ich kenne das von mir auch. Und natürlich brauchst du eine gewisse Ich-Bezogenheit. Aber das ist wirklich schwer. Und ich weiß auch, um jetzt noch, um Mal kurz über mich zu reden. Bitte, bitte. Ich bin gespannt. Du bist gefährdet da. Also ein Beispiel. Unsere erste richtig große Tour. Wir haben in Berlin Deutschlandhalle gespielt, als sie noch stand. Zehntausend Leute gehen rein, Wir haben es zweimal hintereinander gespielt. Und das war ein Erlebnis, das vergesse ich wirklich nicht. Das Licht ging aus. Und du kommst in diese Halle rein hinter der Bühne. Und die Leute fangen an, zu kreischen. Und die Nackenhaare stellen sich ja auf. Und du kriegst Gänsehaut und denkst, boah, Hammer. Dann kommt das Ding, dass der zweite Abend kommt, Dasselbe passiert. Und du denkst dann irgendwie, ja, ist jetzt eben so, ist normal. Und das ist schon irgendwie das erste Ding, wo man dann sagt, ey, Irgendwas stimmt hier nicht.

Senta Sofia Delliponti: Geil, spannend.

Joël Kaczmarek: Aber komm, wir wollen ja deine Welt jetzt auch ganz viel kennenlernen. Wie ist das gewesen? Nehmen wir uns mal mit hinter die Kulissen von GZSZ, Deine Erste Sozusagen große, Jetzt ist auch gar nicht die erste, Wenn du sagst, da hast du ja auch schon eine große Station gewesen. Wie war das? Wie erlebtest du das?

Senta Sofia Delliponti: Die haben diese Rolle. Tanja Seefeld schon sechs Monate gesucht, Dann bin ich da zum Casting hin, und da hat mich die Podcast auch noch geschminkt, damit ich ein bisschen flippiger aussehe. Das war nicht schalllos, sie hat alles gegeben. Ja, du kannst das, du kannst diese Rolle bekommen. Und das war auch eine sehr, sehr dankbare Rolle. Also dankbar für mich als Schauspielerin, weil die ein rebellierender Teenager war, der einfach sich nicht anpasst und einfach mehr vom Leben will.

Sebastian Krumbiegel: Du hast dich selbst spielen können, um mal jetzt ein bisschen das abzukürzen.

Senta Sofia Delliponti: Nee, sie war schon echt frech. Und die war auch frech zu ihrer Mutter und so. Also die war schon, Ich war, glaube ich, wirklich lieb. Dadurch, dass ich immer frei sein konnte und meine Mutter mir immer die Möglichkeit gegeben hat, gab es da gar keine Widerstände bei mir in meiner Jugend. Und das war genau andersrum. Aber es hat Bock gemacht. Die hatte auch einen Wortschatz, Der war also unterste Kanone. Und da konnte ich halt richtig aufgehen. Die war halt mega, temperamentvoll und mega viel im Ego. Und das habe ich ausgelebt und war auch sehr körperlich. Geschlagen und so die Tanja. Also, das hat schon Spaß gemacht. Und jetzt komme ich wieder dahin. Also, ich fange ja jetzt wieder an, für ein paar Wochen da zu drehen, nach acht Jahren. And this is so crazy, weil ich hatte jetzt vorgestern, das Coaching mit einem Coach, Schauspielcoach. Und da haben wir ganz klar gesagt, er hat sich ja so viel entwickelt über die Zeit. Wer ist Sie jetzt? Wer will sie? Was ist ihr Ziel? Was ist Ihre Haltung? Was möchte Sie jetzt, wenn Sie wieder kommt? Und das fand ich so spannend, weil es steht und fällt ja wiederum auch mit mir, weil ich die Emotionen gebe. Dieser Figur. Und da freue ich mich jetzt richtig drauf.

Joël Kaczmarek: Wie war denn der Plot, mal blöd gefragt. Ich muss mich outen, als ich habe, glaube ich, noch keine Folge davon gesehen. Oder dass ich das jetzt als Bewertung meine. Wie bist du rausgegangen und wie kommst du wieder rein?

Senta Sofia Delliponti: Wie ich wieder reinkomme, das darf ich, glaube ich, noch gar nicht, erzählen. Rausgegangen bin ich. Work and Travel nach Australien. Ah, okay, also du bist jetzt nicht gestorben. Nee, nicht gestorben, deshalb, und komm als Geist wieder. Genau, wieder aufgestanden. Nee, und kommt dann wieder nach acht Jahren. Work and Travel. Nein. Und es wird auf jeden Fall unglaublich spannend. Da passiert ganz, ganz viel.

Joël Kaczmarek: Mein Vater hat mir das neulich, erzählt. Da war ein Witz und so sinngemäß. Donald Trump stirbt in Israel und Israel fragt den amerikanischen Staat, wo wollt Ihr denn? Euren Präsidenten begraben? Wollt Ihr das bei uns machen? Dann kostet es ein paar Hundert Dollar. Oder sollen wir den überführen? Dann kostet es ein paar tausend. Dann sagen die, warte mal, wir überlegen mal eine Runde. Melden sich ein paar Tage später wieder und sagen, wir begraben den in den USA. Wenn Sie aber, hä, wisst ihr nicht, wie teuer. Das ist, wenn ich das überführe? Dann meint sie, ja doch. Aber habt ihr Mal daran gedacht, Ihr habt schon mal bei euch jemanden begraben und der ist wieder auferstanden?

Senta Sofia Delliponti: Ups. Auf jeden Fall nochmal zurück zu GZSZ. Das war eine krasse Schule. 20 Minuten eine Szene, dann hat man 17, 18 Stück am Tag. Also, ich bin immer sehr perfektionistisch mit dem, was ich tue und habe mir vorgenommen, wirklich alles geben zu wollen und das auch zu separieren. Tanja, eine andere Körperlichkeit zu geben, damit ich genau das ablegen kann, wenn ich dann abends nach Hause gehe. Es hat nicht so gut funktioniert, weil das wirklich intensiv zwei Jahre so ging. Und ich war wirklich nach diesen zwei Jahren echt fertig. Das muss ich schon sagen.

Sebastian Krumbiegel: Hast du dich selbst? Mit der Rolle verwechselt, um es mal so plastisch zu sagen?

Senta Sofia Delliponti: Eigentlich nicht, aber Sie ist zu mir geworden, ich zu ihr. Also, ich habe auch dieses Jargon, so, wie sie gesprochen hat, auch mitgenommen in meinen Wortschatz. Bin mit Freunden Essen gegangen. Und so, wie redest du denn?

Sebastian Krumbiegel: Wollte ich gerade fragen, wie haben dich Leute dann wahrgenommen? Also haben dich Leute auch für die Rolle sozusagen gehalten?

Senta Sofia Delliponti: Das ist sowieso sehr schwierig, Weil die ganz oft die Leute fiktiv und privat nicht irgendwie, können das nicht separat voneinander sehen. Und da habe ich schon viele Sachen, dadurch auch, dass ich so ein Terrorkind war. In der Serie und angeeckt habe, habe ich viele Kommentare bekommen. Jetzt hör doch mal auf, geh doch mal mit deiner Mutter nicht so schlimm um. Was denkst du Dir eigentlich? Oder Ich war mit Freunden in einer Kneipe und die andere, das ist auch eine Kollegin gewesen von mir, Die hatte gerade so einen Alkoholentzug in dieser Serie, und der Barmann wollte ihr nichts zu trinken geben. Und Sie so, sag mal, nein, du musst wirklich überlegen, ob du das jetzt hier machen möchtest. Sonst war alles umsonst. Dann waren wir auch so, okay, alles klar, wir gehen in eine andere. Das geht ja gar nicht.

Sebastian Krumbiegel: Das ist aber bitter, das ist wirklich bitter. Also wir hatten Dietmar Bär zu Gast, der ja als Freddy Schenk im Tatort spielt, der eben auch manchmal, was hat er? erzählt? Stehe ich beim Bäcker und fragen die Leute, ach, der Schenk steht hier. Nein, Der Schenk ist im Fernsehen bei ihnen zu Hause. Ich bin der Dietmar Bär.

Joël Kaczmarek: Ja, ich versuche gerade, Wir haben ja auch jetzt schon verschiedene Schauspieler, und ich baue gerade die ganzen Geschichten in meinem Kopf zusammen. Also Susan Sideropoulos, hatte ich zum Beispiel gefragt, träumst du als deine Rolle? Und die meinte, ja, auf jeden Fall. Ich habe teilweise so geträumt, ich habe das so aufgesogen. Ich habe das Dietmar Bär geforscht, der meinte, überhaupt nicht. Im Theater meinte er, das ist halt auch, oder im Film ganz anders, Du drehst pro Tag zwei Minuten, mittlerweile fünf, meinte er. Du hast gar nicht so eine Durchdringung wie ihr. Also, er hat auch gesagt, Respekt vor den ganzen, die das sozusagen so machen, mit so einer Dichte. Also, das ist interessant, wie das so ein bisschen auch variiert. Ja. Aber war das so bei dir, also? Susan hat ja so erzählt, Die war so in der Hochphase, Die haben die gekreischt, wenn die ins Studio kamen und so. War das bei dir auch noch so diese Hochphase GZSZ oder war es da schon so ein bisschen?

Senta Sofia Delliponti: Nee, davon haben Sie mir auch nur, erzählt, dass da wirklich Leute gecampt haben vorm Studio und so. Das war gar nicht mehr so. Das war irgendwann ein Umbruch. Ich weiß gar nicht warum. Das hörte irgendwann auf. Nach Tokio Hotel? Ich weiß es nicht, aber dann kam das irgendwie nicht mehr, ne?

Sebastian Krumbiegel: Ich habe ja Tokio Hotel live gesehen in Leipzig und das war, Wann war das? Irgendwie Ende der 90er oder Anfang der Nullerjahresjahre? Wann gibt es Tokio Hotel?

Senta Sofia Delliponti: 2016.

Joël Kaczmarek: Nee, so spät nicht.

Senta Sofia Delliponti: Äh, 6 meine ich. 2006.

Sebastian Krumbiegel: Okay, dann war das wirklich dann. 2006, 2007, Als ich die gesehen habe. Und das war nochmal eine, das war richtig. Beatles-mäßiger Kreischalarm. Also wirklich auch, was auch schwierig ist, damit umzugehen, glaube ich.

Senta Sofia Delliponti: Der Bill war auch bei Star Search.

Sebastian Krumbiegel: Ja.

Joël Kaczmarek: Also, ich habe ja nur die Geschichten erzählt, bekommen. Leute, die den im Podcast hatten, Unser Freund Jan Müller meinte, Der wurde hinterher eher auf Instagram angeschrieben, ob er bitte, mal die Nachrichten an den Bill weiterleiten, kann. Also, da wirst du ja richtig gestalkt. Ganz schön massiv.

Sebastian Krumbiegel: Aber sehr reflektierter Typ auch, Bill Kaulitz. Also, ich habe ihn jetzt auch mehrfach in Interviews gehört. Und guter Typ, finde ich wirklich.

Joël Kaczmarek: Ich bin auch Anhänger von, also ich finde Musikalisch ist es nicht so stark, was sie tun, Aber das ist auch ein bisschen hart, bewertet.

Sebastian Krumbiegel: Es ist Geschmackssache, möchte ich echt immer sagen.

Joël Kaczmarek: Meinst du?

Senta Sofia Delliponti: Doch, ja.

Sebastian Krumbiegel: Was ist denn stark und was ist nicht stark?

Senta Sofia Delliponti: Es ist immer Geschmackssache.

Joël Kaczmarek: Ich fand so den Tiefgang der Melodien, die Rhythmen, Das ist so, wo ich mich so ein bisschen, beziehungsweise. Eigentlich muss man es andersrum sagen. Ich habe gelernt, dass die ihre Musik komplett selber machen. Also die haben nicht professionelle MIscher oder... Keine Ahnung, Toningenieure, Sondern die machen sehr, sehr viel selbst. Er und sein Bruder am Rechner. Und dann muss man es schon wieder relativieren. Dann finde ich es schon wieder ziemlich exzeptionell. Weil wenn du guckst, so ein Pharrell Williams oder so, Das ist ein ganz anderer Schnackbass, der dann sozusagen an...

Senta Sofia Delliponti: Aber ich glaube, dass der Tom auch ein ganzes Studio hat und sich da richtig reingefuchst hat. Und dass das machbar ist. Man kann ja auch richtig Geile Songs machen, mit wenig Equipment heutzutage. Also das ist alles möglich.

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube trotzdem, dass es auch wichtig ist. Und das machen die garantiert auch genauso, dass du schon Leute von außen brauchst. Jede große Band hat von außen Produzenten, die denen auch ein bisschen sagen, Hey, Leute, so und so nicht. Und wenn du Schlau bist, hörst du auch auf die Leute. Also, natürlich ist Autark zu sein und irgendwie eigenständig zu sein. wichtig, aber trotzdem sollte man schon auf Leute auch hören. Wir haben das immer so gemacht. Wir waren froh, dass wir Annette Humpe hatten, die uns wirklich echt ein paar Sachen beigebracht hat und gezeigt hat. Und auch heute sind wir extrem froh, nachdem wir jetzt wirklich, Wir machen jetzt 30 Jahre, die Prinzen, 30.000 Jahre die Prinzen. Und wir brauchen trotzdem Leute von außen, die uns auch ein bisschen sagen, hey, das so, und das so nicht. Weil du hast einen Tunnelblick, und du brauchst eine externe Wahrnehmung, glaube ich.

Senta Sofia Delliponti: Und trotzdem finde ich es auch nicht, verkehrt zu sagen, ich habe so viel Input von außen, Jetzt will ich mal meinen eigenen Kram machen und will da meine eigenen Ideen reinbringen und das zusammen machen. Und habe ein ganz anderes Hörverständnis für das, was ich eigentlich will. Ist das auch völlig in Ordnung?

Sebastian Krumbiegel: Ich finde beides, ich finde beides. Also, ich glaube sogar, dass ein Mix aus beidem auch richtig ist. Also nur ferngesteuerte marionette nervt. Ich sage immer sehr gern, ich bin nicht nur Interpret, ich bin auch... Kreativer Kopf und schreibe Meine Songs. Und trotzdem ist es auch geil, mit Leuten zusammen Songs zu schreiben, die von außen kommen. Machen wir zurzeit sehr bewusst. Und das hilft uns, weil wir eben aus unserer Suppe rausgucken und Influencer von außen haben.

Joël Kaczmarek: Also, um es positiv zu sagen, ich glaube bei Tokio Hotel, ich wollte es eigentlich als Stärken eher formulieren, Ich finde, ihre Stärke ist in der Unterhaltung und nicht in der Musik für mich. Anyway, geht es in der SZ so, dann nach zwei Jahren irgendwann voll im Kopf. Wie war deine Stimmung? Was hast du damit angefangen? Wie bist du weitergegangen?

Senta Sofia Delliponti: Dann war der Vertrag beendet und dann wollte ich unbedingt auch aufhören, und dann hatte ich wirklich ein halbes Jahr. Selbstfindungsphase, Krise, Also mit so vielen Menschen Kontakt abgebrochen, Weil ich gar nicht mehr wusste, was will ich, Was sind überhaupt meine Gefühle. Worauf habe ich Bock? Wo will ich den Fokus drauf legen? Und habe mich da unglaublich reingehauen, Meine spirituelle Facette zum Vorschein gebracht und mich ganz viel mit Buddhismus. Und so beschäftigt. Und dann haben mich die Produzenten, mit denen ich, die schon damals kennengelernt habe, bei Star Search, haben mich angerufen. Und haben gesagt, ob ich Bock habe auf ein Musikprojekt. Und dann bin ich dorthin und habe gesagt, ja, Aber nur unter diesen Bedingungen. Und haben Sie ja gesagt Und ich so, okay, gut.

Sebastian Krumbiegel: Die Bedingungen waren autark.

Senta Sofia Delliponti: Ich möchte Einfluss haben, ich möchte das mit kreieren. Ich möchte eben nicht wieder eine Marionette wie bei GZSZ sein, sondern ich möchte, dass wir das... Gemeinsam erschaffen.

Sebastian Krumbiegel: Das wäre fast meine Frage gewesen, die ich mich nicht getraut habe, zu stellen, wenn du jetzt selbst das Wort Marionette sagst, ob du dich als Marionette gefühlt hast.

Senta Sofia Delliponti: Bei GZSZ ja. Also dadurch, dass man als Schauspieler permanent seine Emotionen schenkt, man spielt ja auch nicht chronologisch, dann musst du weinen, dann musst du lachen, du bist in so einer Maschine, dass du gar nicht mehr klarkommst. Und das war schon hart für mich. Dadurch auch, weil ich so perfektionistisch bin und weil ich so gerne wollte, dass das alles, Ich musste wirklich abgeben, abgeben und sagen, okay, das war jetzt nicht das Beste von mir, Daraus habe ich auch gelernt, Beste von mir, Aber es ist okay, es ist okay, alles ist okay, du bist genug. Und genau, dann haben die mich angerufen, dann bin ich dorthin. Und dann ist ja auch Santiano, Die Musiker haben dort auch ihre Studios. Und dann haben wir einfach angefangen. Wenn wir keinen Text, dann kamen wir, Lass. Doch Fantasiesprache machen, wie bei Björk, Weil ich die so super finde. Und dann haben wir geguckt, ach, dann lass, doch Elbisch nehmen, das klingt doch so schön, das klingt ja nach allem. Und ich so, ja, super, Dann können wir so auf einer emotionalen Ebene einfach die Menschen touchen, um das irgendwie noch so kompakter zu machen, noch einen Künstlernamen. Und da haben wir einfach alle im Team agiert.

Sebastian Krumbiegel: Und so kam auch Oonagh.

Senta Sofia Delliponti: So kam Oonagh, ja. Ich bin das erste Signing auch bei Airforce1 Records, Tochterfirma von Universal Music. Und so haben wir das zusammen, kreiert.

Sebastian Krumbiegel: Also, Fantasiesprache. Ja.

Joël Kaczmarek: Du bist das One in Airforce1 Records. sozusagen.

Senta Sofia Delliponti: Ich bin das One, genau. Ja, und jetzt bin ich schon seit acht Jahren dort.

Joël Kaczmarek: Aber war das immer schon, dass du sowas machen wolltest? Also hast du irgendwie so ein Faible für mittelalterlich orientierte Musik? Wenn du sagst Elbisch, wie verortest du dich denn selber?

Senta Sofia Delliponti: Nach dem ersten Album ist da wirklich so was aufgegangen. Ah, wie ist das, wenn man das sieht? Eine Reise um die Welt. Ich habe ja dann nicht nur elbisch gesungen, sondern ich habe dann auch auf Quechua gesungen, hatte dann südamerikanische Klänge mit einfließen lassen, dann Mittelalter, Ich habe Subway to Sally kennengelernt, mich super, mit denen verstanden, Dann haben wir angefangen zu schreiben. Und dann habe ich da richtig, wow, geil, habe Drehleier gelernt, Die waren meine, Der Bodenski war mein Lehrer und dann hat sich eigentlich jedes Mal was eröffnet, und ich war einfach offen zu sagen, geil, Dann nehmen wir das mit rein. Jetzt das letzte Album, Was afrikanische Einflüsse hat. Es ist wie so eine Reise um die Welt. Und es ist immer mehr zu mir geworden, muss ich auch sagen. Also am Anfang habe ich auch so ein bisschen das Gefühl gehabt, ich möchte dem gerecht werden. Und ich habe auch eine klare Vorstellung davon, wie ich das repräsentieren möchte. Nach außen. Deshalb auch Oonagh, Was bedeutet die Königin der Leichtigkeit, alles mit Leichtigkeit zu verpacken.

Sebastian Krumbiegel: Das strahlst du auch aus, wenn ich das sagen darf. Ja, danke schön.

Senta Sofia Delliponti: Ja, und darüber... Ist es dann immer mehr dazu gekommen, dass ich sagte, okay, jetzt möchte ich noch mehr mich zeigen. Jetzt möchte ich die Texte auch persönlicher gestalten, poppiger. Das war ein Prozess von acht Jahren.

Sebastian Krumbiegel: Wo hören die Leute deine Musik? Nur in Deutschland?

Senta Sofia Delliponti: Also, ich merke auf Social Media, dass da auch ganz viele Leute aus Russland sind und aus Bulgarien. Dann gibt es auch ganz viele aus Südamerika. Von überall, dadurch, dass ich auch immer so Features hatte, auch mit Celtic Woman mal und mit. Mit Künstlern. Aus den verschiedensten Ländern, sind da auch noch Leute mit dazugekommen, aber überwiegend eigentlich in Deutschland.

Joël Kaczmarek: Und ich meine, du bist damit durchaus erfolgreich. Also, was heißt durchaus, gar nicht so beratend. Also, ich habe mir gedacht, es ist eine Nische erst, aber ich gewinne immer mehr den Eindruck, Das ist sogar ziemlich breitentauglich, oder?

Senta Sofia Delliponti: Es ist eine Nische gewesen, Am Anfang kann man so sagen, wenn man im Schubladen denken will. Und es hat aber gefunden. Ich glaube, es war wirklich so ein, Wie sagt man denn, zur richtigen Zeit, diese Themen zu öffnen, die auch Essentiell, weil ich singe, überwiegend über essentielle Sachen. Achtsamkeit, bewusst mit sich selber gut umgehen, Yoga, Meditation, All diese Sachen. Am Anfang war es wirklich eine Facette von mir, die dann hochgekommen ist, genau diese. Und das war irgendwie gewollt, Gott sei Dank. Ich freue mich, dass es so gefunzt hat.

Sebastian Krumbiegel: Ja, Es ist Pop, Es ist populäre Musik. Ja,

Joël Kaczmarek: ich überlege gerade, ob du so ein bisschen das bist, was... Bosshaus für Country ist, Bis du sozusagen, weil ich überlege noch, was für ein Label man dieser Richtung geben kann. Und irgendwie will ich ihm kein Label geben, weil es dann wieder eindämmt.

Senta Sofia Delliponti: Das ist so ein bisschen schwierig. Es ist zwischen den Stühlen und es ist eine Grauzone, und vielleicht muss man es auch gar nicht.

Joël Kaczmarek: Ich habe heute von Minh-Khai gelernt, Sie sitzt nicht zwischen zwei Stühlen, sondern auf zwei Stühlen. Das fand ich ein geiles Bild. Vielleicht auch bei dir auch, so. Anyway, man muss es mal, um es in Fakten mal ein bisschen zu nennen, also, du hast irgendwie ein Echo gewonnen, habe ich mal irgendwie verfolgt, Zwei sogar. DU warst...

Senta Sofia Delliponti: Bis dann

Joël Kaczmarek: warst bei Helene Fischer schon zweimal in der Show. Ja, ich nicht. Helene, wenn du das hörst, Du bist nicht nur als Gast eingeladen, sondern auch Sebastian will bei dir Gast sein. Nein, also breite Anerkennung genießt Du für das, was Du tust. Von daher, wie war das so? Wie hat sich das angefühlt? Wie kam das so über Nacht? Ist das ein Prozess?

Senta Sofia Delliponti: Toll war das. Also, damit habe ich ehrlich gesagt, nicht gerechnet, gehabt. Wir haben das Rausgehauen 2014 im Januar, und ich hatte eigentlich einen Folgejob am Theater in Braunschweig. Für Ende des Jahres, Weil ich auch ein bisschen so diese Musikwelt kenne und weiß, wie kurzlebig das einfach ist. Und dann war das ja, Granatenmäßig ist das durchgestartet. Und ich dachte nur so, wow, okay, dann sage ich den Job mal ab. Und ja, dann ging es los. Und es hat sich richtig toll angefühlt. Ich habe auch ein tolles Team, muss ich sagen, hinter mir, die das wirklich auch breit aufgestellt haben. Damit ich auch gesehen werde und dass das dann zu Funst, das war ein schönes Gefühl.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, ehrlich gesagt, dass du mit Helene Fischer wahrscheinlich auch voll auf einer Wellenlänge sein musst, die wirkt auf mich auch sehr perfektionistisch. Also aus der Ferne macht es den Eindruck, als wenn die sehr viel Arbeit in ihre Kunst steckt. Der Körper, von der sie total durchtrainiert, aus, Die Bühnenshows sind elaboriert. Ist die ein bisschen so wie du, so perfektionistisch?

Senta Sofia Delliponti: Sicherlich, also das, was Sie da präsentiert, ist ja unglaublich, ist JA FAST schon... Maschinenmäßig, ne?

Sebastian Krumbiegel: Amerikanisches Entertainment. Genau, genau.

Senta Sofia Delliponti: Da habe ich auch absoluten Respekt vor. Leider hatte ich jetzt nicht so viel Zeit, mit ihr zu sprechen, Weil das ja dann in diesen Shows immer, die moderiert das, die singt jeden Song mit. Also, das ist ja natürlich, Da gibt es gar keinen Raum mehr dafür. Aber ich fand sie trotzdem sehr durchlässig. Also, sie hat mich schon gesehen und geguckt und mich wirklich gefragt, wie geht es dir, wie ist es? Ich freue mich. Die hat sich mega drauf gefreut, mit mir, diese Musik zu machen, also meinen Song zu performen. Und hat mir auch gesagt, dass Sie mich verfolgt und dass sie das ganz toll findet. Also, es war wirklich schön.

Joël Kaczmarek: Und wie sozusagen, also? Ich versuche auch mal nachzuverstehen, ich bin ja so ein Business-Onkel, Wie sozusagen die monetäre Welt oder das Geldverdienen funktioniert. Ich habe ja irgendwie mitgekriegt, durch Sebastian, auch viel, also. Spotify ist zwar ein toller Magnet für Hörer, für Bekanntheit und so weiter, Aber das Geldverdienen ist schwierig. Ist das durch Live-Auftritte, Dass man da irgendwie gutes Geld verdient? Wie ist das für dich? Wo richtest du dich aus? Auf welchem Kanal?

Senta Sofia Delliponti: Also, ich glaube, Live Prinzipiell ist da, wo man am meisten verdient. Was natürlich sehr schade ist, Weil das jetzt alle Konzerte für das ganze Jahr abgesagt wurden. Und ich es auch sehr schade finde, dass es keine Lobby gibt für die Musikindustrie, dass man da irgendwie nicht... Abgeholt wird. Und ich als Künstlerin habe auch im physischen Markt funktioniert, was jetzt auch im Umbruch ist.

Sebastian Krumbiegel: Also

Senta Sofia Delliponti: Tonträgerverkäufe. Tonträgerverkäufe. Und die sind eigentlich jetzt auch unterbrochen, sozusagen. Es geht alles digital, Streamingportale. Und um da mitschwingen zu können, muss man auch nochmal umdenken, weil da sind auch andere Leute ganz oben mit dabei. Da ist der Hip-Hop bei Spotify ganz oben mit dabei. Und da muss man sich fragen, wenn man dort mitschwingen will, was ist man bereit, dafür zu tun? Und da bin ich gerade so am Schauen.

Sebastian Krumbiegel: Inwiefern meinst du das? Das klingt jetzt ein bisschen in Richtung. Irgendwie sich anbiedern an einen Markt. Nee, ich glaube... Das ist mal böse zu sagen, ja. Also ich verstehe es nicht, was du damit meinst.

Senta Sofia Delliponti: Da läuft viel über Kooperation mit Marken, Sich zeigen als Person auf dieser Ebene, dass man dort stattfinden kann, Weil diese ganzen TV-Shows ja eigentlich jetzt weggebrochen sind. Ja. Und die jungen Leute überwiegend... streamen. Und da muss ein Umdenken stattfinden, auch bei den Plattenfirmen. Und so, dass man da sich in diese Richtung bewegt. Und da schaut, wie weit man da rein gehen will und ob man dort überhaupt mitschwimmen will. Und ich habe für mich auf jeden Fall entschieden, dass ich Bock drauf habe und dass ich auch bereit bin, mich mehr zu zeigen als Mensch. Und möchte gerne diese Welle auch über GZSZ nutzen, um noch mehr unterwegs zu sein in diesem Streaming-Pod.

Joël Kaczmarek: Ich überlege gerade so, wenn ich Künstler wäre und über Spotify nachdenken würde, Ich glaube, ich würde mit so duetten arbeiten. Ich würde mir irgendwie bekannte, attraktive, spannende, Tolle Leute suchen, mit denen Musik machen. Machst du Sowas eigentlich, Duette?

Senta Sofia Delliponti: Ja, viele, viele Duette. Ich habe mit Sauti Sol zusammengearbeitet, eine der größten Bands aus Afrika. Celtic Woman, Dann jetzt gibt es ein neues Feature, auch schon, Aber dafür darf. Ich glaube ich eigentlich noch gar nicht sagen. Mit Santiano, unglaublich Viele Songs mit Santiano. Also Eigentlich habe ich auf jedem Album drei Features oder so.

Joël Kaczmarek: Na cool. Wie ist das, wenn man mit anderen Künstlern dann sich sozusagen? So arrangieren muss? Gibt es viel Reibung?

Senta Sofia Delliponti: Nee, ist toll, Weil ich genau wie du auch offen bin, für diesen Input, der da kommt und mich freue darüber.

Sebastian Krumbiegel: Man lernt. Ich glaube, es ist auch spannend. Nur in deiner eigenen Soße zu schwimmen, ist natürlich wichtig und richtig und gut, aber am Ende, also? Ich versuche ganz bewusst, neugierig zu bleiben und eben mich auch zu öffnen. Und logisch merkst du auch schnell, okay, das funktioniert nicht so. Und je älter. Ich werde, desto mehr versuche ich auch wirklich Dinge zu machen, die ganz egoistisch, die mir was bringen. Gar nicht monetär, gar nicht finanziell, sondern die mir emotional irgendwas geben. Ich möchte mich gern mit Menschen umgeben, die mir gut tun. Ich möchte nicht gern mit irgendwelchen nervigen Leuten zusammen sein, und das geht. Da muss man gar nicht irgendwie unfreundlich sein, sondern man kann einfach nur sagen, hey, mit dir macht es Spaß. Und wenn es mir mit einem anderen nicht so Spaß macht, Dann muss ich den nicht Blöde behandeln, sondern muss ich einfach sagen, tut. Meine Reise geht woanders weiter.

Senta Sofia Delliponti: Absolut, empfinde ich auch so. Und das ist genau so, Ein suchender, offener Geist zu sein, seinen Horizont auch zu erweitern und zu sagen, Ich habe Bock jetzt auf neue Einflüsse. Das finde ich das Schönste daran immer.

Joël Kaczmarek: Schauspielerst du eigentlich noch aktiv neben deiner Karriere, jetzt außer GZSZ? Also hast du Fernseh- oder Filmengagements?

Senta Sofia Delliponti: Nee, habe ich nicht. Der Fokus lag total auf der Musik, Aber es ist auch nicht so, dass jetzt irgendwie Sachen reinkommen oder sowas. Das ist nicht so einfach. Ich glaube, ich müsste erstmal mal mein Demoband erneuern, welches schon sechs Jahre alt ist. Ja, also, das werde ich sicherlich bald mal machen. Aber ich bin mega erfüllt, mit der Musik gerade. Ich würde mich natürlich freuen, Wenn was reinkommt.

Joël Kaczmarek: Liebe Netflix-Produzenten, Falls Ihr eine...

Senta Sofia Delliponti: Oh, wow. Ja,

Joël Kaczmarek: hallo. Ich überlege, was so deine, also gefühlt, so die logischen nächsten Schritte für dich wären, wahrscheinlich mal ein Buch zu schreiben. Nee, bist du nicht der Schreiberling?

Senta Sofia Delliponti: Doch, ich schreibe sehr gerne. Das ist auch mein Ventil für mich, einfach Gedanken aufzuschreiben. Ich schreibe sehr gerne Kurzgeschichten, Gedicht, aber alles für mich. Also, ich bin noch nicht an den Punkt gekommen, wo ich sage, dass ich diese Sachen teilen möchte. Ich bin gerade im Aufsaugen von Büchern Lesen eher, als das auf dieser Ebene teilen zu wollen.

Joël Kaczmarek: Ich habe schon so Senta's Achtsamkeitsfibel. Echt, ja?

Sebastian Krumbiegel: Naja, Irgendwann wird es rausbrechen, denke ich mal, oder?

Senta Sofia Delliponti: Schauen wir mal, schauen wir mal. Jetzt reicht mir das mit der Musik und da kann ich auch. Meine Sachen zeigen und es fühlt sich gut an.

Joël Kaczmarek: Wir machen dich gerade heiß. Ich hoffe, das merkst du. Vor allem auch einen eigenen Podcast vielleicht mal zu überlegen. Kannst du ja auch mal nachdenken mit Stimme. Aber was vielleicht noch spannend wäre, ist Social Media. Wie bist du denn da aufgestellt? Wie bist du da unterwegs? Was machst du? Wie gehst Du da vor?

Senta Sofia Delliponti: Also, ich habe jemanden von der Plattenfirma, der mir da hilft, Die Nathalie. Und eigentlich mache ich das alles selber. Es sei denn, Wir machen Strategien, wenn es zu einer Verurteilung kommt. Und dann überlegen wir uns ganz klar, was wollen wir da irgendwie raushauen? Und Ja, Ich versuche da, mit klaren Absichten, mit klaren Intentionen zu posten. Und nicht einfach wild irgendwas zu posten. Und Fake-Sachen zu zeigen, Wie DAS Leben...

Sebastian Krumbiegel: Aber du kommunizierst auch, du antwortest.

Senta Sofia Delliponti: Ich kommuniziere, ich antworte, ich zeige Facetten aus meinem Leben, nicht alles, aber vieles.

Sebastian Krumbiegel: Und was ist tabu?

Senta Sofia Delliponti: Mein Kind, meine Familie.

Sebastian Krumbiegel: Finde ich klug. Also, wie gesagt, gibt es ja auch verschiedene Möglichkeiten. Wir hatten mit Kim Gloss, mit Ina Aogo, die das eben anders sehen.

Joël Kaczmarek: Kim nicht, muss man fairerweise sagen.

Sebastian Krumbiegel: Stimmt natürlich, stimmt.

Joël Kaczmarek: Ina aber war zum Beispiel der Verfechterin in der Tat zu sagen, nein, da hat sie auch einen Punkt, finde ich, Es sei wichtig, Kinder da heranzuführen, Aber man kann natürlich auch ganz viele Gründe dagegen nehmen, Sicherheit, Selbstbestimmungswert und so weiter. Aber finde ich auch einen interessanten Punkt, dass Du sagst, du ziehst. Klare rote Linien für dich. Und um es mal umzudrehen, was willst du denn zeigen? Wie willst du wahrgenommen werden, wenn einer? Die virtuelle Senta sieht? Das ist ja auch immer, also Ich glaube nicht, dass du unecht, bist, Aber jeder spielt eine Rolle oder zeigt bestimmte Aspekte hervorgehoben. Was möchtest Du bei dir hervorheben?

Senta Sofia Delliponti: Ich bleibe immer bei mir, in dem Sinne, dass ich von mir spreche und nicht einen guten Ratschlag habe. Oder sowas, sondern sage, was mir gut tut, was ich brauche für mich, um ein erfülltes Leben zu haben.

Sebastian Krumbiegel: Das ist psychologisch ganz klar, also die klassischen Ich-Botschaften sozusagen.

Senta Sofia Delliponti: Die klassischen Ich-Botschaften teile auch... Verschiedenste Podcast, alles, was mich gerade einfach so bewegt. Singe sehr viel auf meinen Portalen und schreibe auch dort. Ein paar kleine Kurzgeschichten habe ich auch schon veröffentlicht auf dieser Ebene und komme da immer mehr hin, noch mehr mich zu zeigen und beschäftige mich ganz viel mit diesem Bewertensystem. Weil das ist ja so einfach, Man wird ja permanent bewertet dort und jeder kann da drauf schreiben, wie Kacke er einen findet oder wie toll. Und da habe ich wirklich gemerkt, wenn ich wirklich von mir das gebe, dann kann mich gar keiner bewerten. Dann ist es mir auch relativ scheißegal.

Joël Kaczmarek: Hattest Du denn, mit Hass zu tun, mit unangenehmer Kritik?

Senta Sofia Delliponti: Relativ wenig, Gott sei Dank, relativ wenig. Aber immer mal wieder. Und ich kriege es von Freunden mit, die ganz schön viel Hasskritik bekommen und wir oft darüber sprechen. Aber ich glaube, man muss einem auch im Klaren sein. Dass man halt bewertet wird. Und es ist halt einfach so, wenn man dort stattfinden möchte, muss ja jeder für sich selber entscheiden.

Sebastian Krumbiegel: Unser Basketball-Gitarrist Matthias sagt immer, wer den Kopf aus dem Fenster hält, wird geföhnt. Und das stimmt. Das stimmt auch, ja. Und das musst du erstmal irgendwie, damit musst du auch klarkommen. Und hey, du hast eben so schön gesagt, Joël, dass natürlich jeder irgendwie eine Rolle spielt. Sobald du rausgehst, willst du dich nicht von deiner ätzendsten Seite zeigen und willst nicht deine ganzen Abgründe. Irgendwie zeigen. Andererseits ist es manchmal auch ganz gut, deine Abgründe zu zeigen und damit sozusagen, ehrlich zu sein. Aber du entscheidest es ja schon selbst. Also wenn ich zum Beispiel Selfies von mir mache, ich bin Social Media mäßig nicht so richtig wahnsinnig aktiv. Ich bin auf Twitter manchmal, Teile, viele Sachen oder was weiß ich, was. Aber wenn ich mal ein Selfie mache, Hey, klar will ich dann nicht irgendwie von unten. Doppelkinn Scheiße aussehen. Ne, dann mache ich eben, Ich sage selbst wenn Fans ankommen und Selfies machen, dann sage ich, hey von oben, von oben. Doppelkindfreundlich und so. Und das ist dann auch so, Na, klar, will ich das auch so rüberreichen. Natürlich wollen wir attraktiv oder intelligent, wohlriechend, schön, klug. Und nicht irgendwie Scheiße rüberkommen. Ja,

Senta Sofia Delliponti: absolut. Und trotzdem wollen wir auch irgendwie da raussagen, dadurch, wenn man auch mal so ein Selfie von unten hat, so bin ich halt einfach, Wer es sich leisten kann, wer es will. Man ist gut so, wie man ist. Es gibt da verschiedenste Leute. Man ist genug, man reicht aus, so ist es.

Joël Kaczmarek: Ja, ich finde das spannende Motiv, um das wir hier gerade sprechen, ist, was du, hast du auch wortwörtlich gerade gesagt, bewerten. Also ich finde, Bewertung ist was, was mich auch mein Leben lang verfolgt. Ich bin darauf trainiert, zu bewerten. Ich war wirklich, mir ging es immer um, Ich muss in der Schule, sollte ich der Beste sein, auf meiner Arbeit. Also Du kriegst ja dadurch auch eine gewisse Anerkennung. Es gibt irgendwie wirklich relevante Wirtschaftsleute, die zu mir kommen. Und mich fragen, wie ich dieses und jenes Thema einschätze oder diesen und jenen Player. Der kommt, will mit uns einen Deal machen, was sagst du dazu? Also vieles gesellschaftlich trimmt einen da drauf. Absolut,

Senta Sofia Delliponti: Die Gesellschaft ist so, die strebt nach oben, Da ist nur noch das Ziel wichtig, der Weg dorthin überhaupt gar nicht. Und ich habe da auch selber immer einen Druck verspürt, immer wieder neu meinen Platz finden zu wollen, in dieser Strebung-Leistungsgesellschaft. Aber ich glaube, wenn man sich das mal wirklich runternimmt. Und sagt, wie ich gerade auch schon gesagt habe, ich bin genug in dem, dass ich einfach bin, Diese dominante Gesellschaft, ja. Sich da mal rauszuholen und zu sagen, nee, es reicht auch einfach, wenn ich nur bin. Und das habe ich, seitdem meine Tochter, da ist. Das ist ganz hoch, Ganz eine krasse Erkenntnis für mich gewesen, weil sie mir jeden Tag das Gefühl gibt, dass ich genug bin und dass das reicht. Und das fand ich so schön, da hat das bei mir Klick gemacht. Ich habe auch so einen Song geschrieben, der mich immer daran erinnern soll, dann innezuhalten, wenn ich wieder dieses Bedürfnis habe, zu streben. Das ist wirklich echt eine Lebensaufgabe.

Joël Kaczmarek: Und umgekehrt, hast du es geschafft, loszulassen, andere und andere zu bewerten?

Senta Sofia Delliponti: Ich bin da auf dem Weg. Ich merke immer wieder, dass das so ein SPIEgel ist, wenn ich merke, dass Menschen mich bewerten, dass ich dann auch gleich bewerte, automatisch den SPIEgel und dann nochmal hinterfrage, ah, guck, mal, machst du ja dann auch. Das ist natürlich auch schwierig.

Sebastian Krumbiegel: Oft nicht verstanden, Warum sich Menschen abgrenzen müssen und Sachen Dissen müssen, Sachen Blöde finden müssen, das auch raushängen zu lassen. Am Ende ist es aber trotzdem, so, Man muss schon sich positionieren, denke ich. Und gerade jetzt in einer Zeit, in der, Was weiß ich, in der wir von Rechtsruck reden oder in der wir auch über Rassismus, über Antisemitismus reden. Natürlich muss man, Ich sag's mal ganz hart, Man muss einem Arschloch auch sagen, dass es eins ist.

Joël Kaczmarek: Weil das ja, was sehr Spezifisches ist. Also ich hab zum Beispiel vorhin gesagt, ich finde die Musik... Technisch von Tokio Hotel Nicht so gut. Ob die meinen Geschmack trifft, mal außen vor, ist eine Bewertung. Man hätte mal gefragt, warum eigentlich? Muss keiner sagen, das ist nicht so meins? Aber so, ne?

Sebastian Krumbiegel: Ja, die anderen sagen, ich finde die Rolling Stones Scheiße oder ich finde die Beatles doof. Ja, das finde ich nämlich auch.

Senta Sofia Delliponti: Und ich merke immer mehr, wenn man davon loslässt, dass man wirklich echt inneren Frieden, findet. Dass das völlig okay ist. Alles darf sein. Außer natürlich

Sebastian Krumbiegel: Rechte. Menschen verachten den Mist. Genau. Naja, naja.

Joël Kaczmarek: Mich beschäftigt gerade so sehr stark, ich habe da Sebastian auch schon mal von erzählt, Es gibt dieses Buch gewaltfreie Kommunikation. Super, ein Zehenswert, wenn du dich für Sowas interessierst. Ich glaube, das passt auch in dein Weltbild. Und der sagt Halt so, also. Es ist eine Art der Kommunikation, wie man mit anderen umgeht, die bedürfnisorientiert ist. Also, es geht darum, seine eigenen Bedürfnisse zu hören und zu äußern. Und die von anderen. So richtig esoterisch, wie ich das sage. Nee,

Senta Sofia Delliponti: überhaupt nicht.

Joël Kaczmarek: Aber das ist genau der Gedanke, und da ist nämlich ein Punkt, dass er gesagt hat. Lebens entzweiende Kommunikation basiert auf unterschiedlichen Dingen und es ist zum Beispiel Bewertungen, gerade moralisch, Es sind Vergleiche, Es sind aber auch solche Sachen wie Forderungen, ja, das heißt, der Gedanke Bei der Kommunikationsart ist halt viel zu sagen, ich erlebe etwas, Ich beschreibe es, Ich erzähle, wie es mir gefühlsmäßig damit geht, und dann äußere Ich Bitten. So, wow, das klingt unglaublich, konstruiert, Aber es ist eigentlich ein spannender Gedanke, ja, und deswegen finde ich das, Ich stimme mit. Und das ist toll,

Senta Sofia Delliponti: weil da bleibt man dann immer wirklich bei sich, weil man eben nicht auf die kleinen Details sagt. Das machst du falsch, sondern ich, was wünsche ich mir von dir? Das finde ich, finde ich so viel schöner, auch. Und weil das einfach respektvoller ist, so einen Umgang auch zu haben.

Joël Kaczmarek: Hast du so brettschwer, oder? Geht dir das auch, so? Deswegen hat mich das so stimuliert, was du gesagt hast.

Senta Sofia Delliponti: Es ist für mich eine Lebensaufgabe, immer wieder auch von meinem Ego wegzukommen und immer wieder zu sagen, nee, ey, komm, lass es doch mal. Aber ich hatte auch eine Phase, wo ich sehr unglaublich diplomatisch war und objektiv alles betrachtet habe, wo ich jetzt auch wieder irgendwie wegkomme, weil das ist eh geschult bei mir, das ist da, jetzt zu sagen, ich suche nach meiner Wahrheit.

Sebastian Krumbiegel: Wollte ich gerade sagen, es gibt verschiedene Wahrheiten. Ist ja auch wirklich Fakt. Ist wirklich so. Du empfindest Sachen, anders als ich, wenn wir beide einen Film uns angucken oder wenn wir jemanden kennenlernen. Und das ist dann völlig logisch. Und dann ist das meine Wahrheit. Und das andere ist deine Wahrheit.

Senta Sofia Delliponti: Absolut.

Joël Kaczmarek: Ich fand schön, In dem Buch war zum Beispiel so ein Satz, Manche Menschen würden sagen, Sie ist dumm. Also ich meine jetzt nicht dich, sondern diese hübsche Person in dem Buch. Und andere würden sagen, Sie weiß andere Dinge. Was ich interessant fand, ja, dass man sagt, ja, die hat jetzt nicht vielleicht irgendwie zwölf Jahre. Schulbildung gehabt, plus noch Studium. Dafür kann die megamäßig dieses, das und jenes. Also, das ist ja so diese Subjektivität, dass jeder sich so seine eigene Welt eigentlich schafft. Ah, heute wird es ja philosophisch mit uns hier. Mann, Oh Mann. I love it. Schön.

Senta Sofia Delliponti: I love it. Ist doch gut.

Joël Kaczmarek: Was ist denn so dein Vorhaben für die kommenden Monate, Jahre hast du für dich? Pläne. Oder bist du jemand, der sich eher treiben lässt? Was nimmst du dir noch vor für dein Leben?

Senta Sofia Delliponti: Ich möchte mit voller Freude jetzt erstmal zu GZSZ gehen, möchte das nochmal neu erleben. Hatte wirklich auch so alte Geister, die da hochkamen, wo ich so dachte, ich lese die Texte. Und Ah, ja, hat sich ja vielleicht doch gar nicht so viel verändert. In der Sprache. Und dann dachte ich, nee, ich verändere das mit meiner Haltung. Doch, das kann sein.

Sebastian Krumbiegel: Das System infiltrieren und von innen heraus verändern. Ja, genau.

Senta Sofia Delliponti: Ich nehme es einfach mal jetzt an und freue mich drauf. Und darauf freue ich mich. Dann kommt mein Best-of-Album im September raus. Und ja, ich möchte mich noch breiter aufstellen, musikalisch auch. Und ja, nicht nur musikalisch, auch Menschen. Ich habe Bock auf Kooperation mit Marken. Das, was ich lebe, was ich mag, Yoga, Meditation, Ernährung, All diese Dinge auch vielleicht zu verbinden mit Marken, Da habe ich Bock drauf.

Joël Kaczmarek: Bist Du schon Influencer-mäßig unterwegs?

Senta Sofia Delliponti: Nee, noch gar nicht. Ab und an so ein bisschen, aber eigentlich, da geht noch was.

Joël Kaczmarek: Da geht noch was.

Senta Sofia Delliponti: Und ich habe jetzt zu Hause, Ich mache ganz viel Naturkosmetik für mich selber, einfach und für Freunde. Und jetzt habe ich so eine Destillator, heißt das so? Es gab ganz viele Möglichkeiten jetzt in der Quarantänezeit und da sind so neue Hobbys hochgekommen. Und jetzt mache ich Hydrolate aus Kräutern und so ein bisschen Kräuterhexe. Ich bin da so unterwegs und mache meine Naturkosmetik. Es macht richtig Spaß und da dachte ich, Ah, cool.

Joël Kaczmarek: Ist das so? Deo aus Natron und Hafer-Schmittel aus Mehl und solche Sachen, So in die Richtung? Also richtig selber gemachte?

Senta Sofia Delliponti: Ja, selber gemachte, genau, genau. Jetzt nicht mit Mehl, aber ja.

Sebastian Krumbiegel: Man besinnt sich auf Dinge. Also, ich kenne das auch, das war ja so richtig sprichwörtlich, wie viele Leute angefangen haben, Brot zu backen und sauerteig anzusetzen. Das finde ich auch cool.

Senta Sofia Delliponti: Das finde ich nämlich auch so spannend zu sagen. Ich definiere mich nicht nur über meine Berufung, die ich vielleicht mache, sondern ich bin noch so viel mehr. Ich habe Bock, in der Erde Blumen zu pflanzen. Da ist so viel mehr in mir.

Joël Kaczmarek: Das fand ich so überraschend, Corona. Baumärkte hochgehen. Ja,

Senta Sofia Delliponti: das stimmt, ja.

Joël Kaczmarek: Da dachte ich erst so, ja, okay, die gehen shoppen, weil Sie woanders nicht können. Dann hab ich auch gesehen, nee, die machen alle Ihren Garten. Wie viele Leute auf einmal den Garten für sich entdeckt haben, ja? Und Brotmaschinen, Es gibt so E-Commerce-Statistiken, was ging, wie viel Prozent hoch? Und ich glaub, Brotmaschinen 584 Prozent. Wachstum und Handeln. Und ja, spannend. Ja,

Senta Sofia Delliponti: und dann will ich auf jeden Fall gerne, Natürlich hoffe ich, dass wir Vila als Musiker live spielen können und auf Tour gehen.

Joël Kaczmarek: Hast du drüber nachgedacht? Tourkonzepte oder Musikkonzepte zu machen, die in Corona funktionieren. Also Jan-Josef Liefers meinte zum Beispiel, Er performt in einem Autokino, was ich auch ganz cool finde. Ich weiß,

Senta Sofia Delliponti: habe ich auch schon gehört. Aber ich glaube, mein Publikum ist ein bisschen älter und ich weiß gar nicht, ob die das machen würden. Und ich weiß auch gar nicht, ob ich das wollen, würde.

Sebastian Krumbiegel: Also, ich mag das gar nicht, muss ich ehrlich sagen. Klar ist es aus der Not geboren sozusagen. Aber wenn ich mir vorstelle, auf einer Bühne zu stehen und da stehen vor mir irgendwie, weiß ich nicht, 500 Autos. Und die machen die Scheibenwischer an. Oder keine Ahnung oder Lichthupe. Nee. Ich brauche schon, also, es ist ja auch eine emotionale Interaktion, die immer zwischen Publikum und der Bühne stattfindet. Und deswegen, nee, Ich warte drauf, dass, also ich habe neulich, Helge Schneider hat das irgendwie gepostet, dass er gesagt hat, Er beobachtet das gerade, wie das ist, und er hat da überhaupt keinen Bock drauf. Und ich habe das total gut verstanden. Ein Konzert oder auch ein Theaterstück, Es ist immer eine Interaktion. Ja,

Senta Sofia Delliponti: und es ist, Ich glaube, die Leute, die lächeln sich danach, dass das wiederkommt, Weil Kultur ist es so wichtig in unserer Gesellschaft. Und deshalb finde ich es so traurig, dass es da keine Lobby gibt.

Sebastian Krumbiegel: Du hast es vorhin schon mal gesagt, ich wollte das auch genau nochmal unterstützen, weil das ist wirklich schade. Es wird zur Zeit über so viele Sachen geredet. Und ich sage das jetzt nicht, weil bei uns eine Tour weggebrochen ist. Ich meine das so ähnlich wie du, Wie wichtig Kultur ist. Und Kultur ist immer das Erste, von dem die Leute dann sagen, ja, darauf können wir verzichten. Das ist ein Riesenirrtum, weil wenn wir auf Kultur verzichten, dann werden wir eben kulturlos. Und Kultur ist so viel. Kultur ist so viel mehr als nur, in Anführungsstrichen, Konzerte, Theater, Kunst. Alles ist Kultur. Und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht kulturlos werden. Finde ich auch.

Senta Sofia Delliponti: Und das finde ich auch manchmal so schwierig bei diesen ganzen Streamingportalen und bei Social Media, Wenn man da ganz viel... Dass das alles umsonst, ist. Wir gehen auch zum Bäcker und zahlen unser Brötchen. Und in einem Song steckt so viel Kraft und so viel Liebe zum Detail, Was dann einfach so weggehört wird. Also mir ist auch mal aufgefallen, wie viel ich Musik einfach so nebenbei höre. Und eigentlich wurde mir das so gezeigt, meine Mutter hat mir immer an die Hand gegeben, Wenn du einen Song hörst, dann hörst du den bewusst. Dann setzt du dich hin und hörst Musik. Und da ist mir letztens eingefallen, da dachte ich, oh, das möchte ich gerne mal wieder mehr machen. Und es einfach so wegdudelt. Und das ist so schade, weil ich weiß, was es bedeutet, einen Song zu erschaffen.

Joël Kaczmarek: Darf ich mal so indiskret? fragen, bist du auch in der Lage, dir jetzt eigentlich so deinen Lebensunterhalt zu bestreiten? überhaupt, wenn du gerade gar keine Konzerte geben kannst und Musik eigentlich dein Hauptbetätigungsfeld ist?

Senta Sofia Delliponti: Ja, bin ich. Das ist ja halt das Ding, Man lebt aus dem Ersparten. Und ich habe eine tolle Plattenfirma, ein tolles Team. Ich habe einen Verlag und schreibe auch für andere Künstler. Und dann hoffe ich, dass das Live-Geschäft wieder losgeht. Und dann warten wir mal einfach. Ich glaube, es ist gerade wirklich wichtig, Monat für Monat, Woche für Woche zu schauen, Denn ich weiß nicht, was passiert.

Sebastian Krumbiegel: Wir leben alle vom Ersparten zurzeit, muss ich ganz klar sagen. Also Ich glaube, ganz viele Leute, die eben vom Live-Geschäft eigentlich leben. Und das ist ein Privileg, auch, das wir haben, weil viele Bands, viele Künstler, die wirklich, oder auch DJs oder Leute, Clubbetreiber, Was weiß ich irgendwie, alles, was eben diese Kulturlandschaft ist, Das ist alles weggebrochen und viele kommen da nicht klar. Ich habe Freunde in Leipzig, die immer gesagt haben, es überfordert mich oder ich bin nicht zu stolz, haben Sie nicht gesagt, aber ich möchte nicht Hartz IV beantragen, die jetzt dazu gezwungen sind, Weil sie eben ihre Miete bezahlen müssen. Und da muss man ganz klar sagen, für die Leute gilt das eigentlich, was wir hier gerade sagen, dass die Kultur hinten runterfällt und dass die Kultur eben keine Rolle zu spielen scheint. Und keine Lobby hat. Und wir kommen damit einigermaßen klar, auch nicht ewig, also, ich komme ein Jahr klar, vielleicht irgendwie mit dem, was ich habe. Und natürlich ist bei mir auch, um mal wieder von mir zu sprechen, das, was wir hier machen, den Podcast, hey, Das war sozusagen eine Idee, ich möchte irgendwas machen. Ich bin unterwegs und gucke und suche, und ich bin total glücklich, dass ich das gefunden habe, weil es mich auch erfüllt, und weil mir das auch Spaß macht. Und weil ich, Wie gesagt, dazulerne und Schlauer werde, und natürlich irgendwann auch. Und es wäre nicht ehrlich, zu sagen, dass das keine Rolle spielt. Natürlich möchte ich da irgendwie mittelfristig auch Geld mit verdienen, weil... Weil es dir Spaß macht. Das finde ich so schön. Mir macht es Spaß und das ist eben mein Leben. Also, natürlich könnte ich auch sagen, ich lerne jetzt um. Oder ich fange an, Taxi zu fahren, oder ich fange irgendwas anderes an. Und das würde ich auch machen, wenn es sein müsste. Aber ich will das nicht, und ich möchte gern kreativ sein und eben in irgendeiner Weise künstlerisch tätig sein. Und wir nennen unseren Podcast Kunst trifft digital. Und wir haben uns gefunden, Joël. Und es macht mir Spaß. Ist eine neue Tür, die aufgegangen ist. Und da freue ich mich drüber.

Senta Sofia Delliponti: Und das ist so schön, weil es gibt so viele verschiedene Bereiche in diesem Job, also, was so wunderbar ist, Was nicht isoliert voneinander agiert, sondern einfach im Fluss. Alles eins greift ins andere. Genau, Und das ist so wunderbar, das finde ich toll.

Joël Kaczmarek: Sebastian, Ich möchte diesen Podcast nicht umbenennen, Wir müssen in Taxi-Triff digital. Liebe Senta.

Senta Sofia Delliponti: Ja.

Joël Kaczmarek: Liebe Oonagh, es war ein Fest. Wie oft wird der Name eigentlich falsch ausgesprochen, Oonagh? Was waren also die Highlights?

Senta Sofia Delliponti: Ja, also öfter, immer wieder, auch noch. Der erste war, dass meine Oma zu mir gesagt hat, ja, ja, Senta, warum nennst du dich jetzt Onak? Was ist denn da los? Ich so, Oma, das heißt Oonagh, ja, das ist, Das kommt aus der Keltischen Mythologie. Ach so, okay, gut. Und dann hatte ich letztens, vor einem Jahr oder so war das, war ich auf dem... War ich in Husum gewesen, da kam eine Frau auf mich zu, sagte, Sind Sie onk? Und dann habe ich gesagt, für sie bin ich auch gerne onk. Also, es gibt die verschiedensten Sachen, Aber diese Sachen hatte ich auch schon immer mit meinem richtigen Namen, Senta Sofia Delliponti, wo ich auch Herr Delliponti oder Herr Delifuzzi schon genannt wurde. Also, da gibt es einiges.

Joël Kaczmarek: Das klingt ja so richtig wie sola Fila Delliponti.

Senta Sofia Delliponti: Ja, Papa Italiano, Mama Bulgarin.

Joël Kaczmarek: Ah, si?

Senta Sofia Delliponti: Ja.

Joël Kaczmarek: Also, Liebe Zuhörer an den Rundfunkempfängern, Oder wie sagst Du immer, an denen?

Sebastian Krumbiegel: Nein, ich habe das vorhin nur scherzhaft gesagt, weil das kam mir so schräg vor, Also an den Rundfunkempfängern. Klingt so ein bisschen...

Joël Kaczmarek: Ich mag Retro Halt, manchmal, ich bin manchmal so ein Vintage-Onkel, Rundfunkempfänger. Ja, komm ey,

Sebastian Krumbiegel: lass es nennen, wie es will, wie wir wollen.

Joël Kaczmarek: Liebe Zuhörer...

Sebastian Krumbiegel: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, bitte, ja?

Joël Kaczmarek: Dankeschön für diesen Hinweis.

Sebastian Krumbiegel: Nein, sorry, ALSO ICH BIN da... Du, ey, wenn wir über politische Korrektheit reden... Ich bin da ja Fan von und bin irgendwie, Wir können, also die Sprache, verändert sich, Die Sicht auf die Dinge verändert sich. Ich finde das schon ganz gut.

Joël Kaczmarek: Ich finde gut, dass ich jedes Mal von dir hier Arschtritte kriege, weil das ist wichtig und formt den Körper.

Sebastian Krumbiegel: Du kriegst liebevoll einen kleinen Wink.

Joël Kaczmarek: Ja, wir mögen das. Wir streiten uns manchmal gerne. So liebevoll. Ich finde das schön. Spaß beiseite, Ernst, Komm raus. Liebe Hörerinnen und Hörer an den Rundfunkempfangsgeräten, Bitte geht auf Spotify, hört euch dort una an. Es schreibt sich O-O-N-A-G-H. Hört euch das Best of, aber man noch besser kauft es als Platte. Das ist retro. Schaltet fleißig GZSZ ein. Und wenn ihr der lieben Sofia auf Social Media folgt, freut sie sich ja auch. Vielen Dank, dass Du da warst. Hat viel, viel Spaß gemacht. Und schick uns mal ein Update, wie es ist, Das Wiedereintauchen bei GZSZ.

Sebastian Krumbiegel: Wir tauschen Nummern. Mach ich sehr, sehr gerne. Würde mich freuen. Vielen Dank. Es war ganz,

Senta Sofia Delliponti: ganz schön mit euch.

Sebastian Krumbiegel: Cool. Dankeschön.

Senta Sofia Delliponti: Mein erster Podcast. Ja, es bleibt nicht der letzte.