
🌀 5 Dinge, die du über Hypnose wissen solltest, um damit zu wachsen
20. Februar 2026, mit Joël Kaczmarek
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Joël Kaczmarek: Hi five Leute und herzlich willkommen zu einem Feel Good Friday. Und ihr wisst, Am Freitag geht es immer darum, dass wir uns mal Themen anschauen, die im Gesundheitsbereich sind und die wir vielleicht dafür nutzen können, uns besser zu fühlen, gesünder zu fühlen, aber natürlich auch, um zu wachsen. Und dann gibt es eine Technik, die ja ganz spannend ist, habt ihr bestimmt alle schon mal von gehört oder in Serien gesehen, vielleicht auch schon mal selbst ausprobiert, und zwar Hypnose. Also, ich habe so eine Sitzung auch schon mal gemacht und habe mir gedacht, naja, Ich möchte das aber noch viel besser verstehen. gerne, was steckt da eigentlich dahinter. Deshalb werden wir heute darüber sprechen, was sind denn eigentlich fünf Dinge, die du über Hypnose unbedingt wissen solltest, wenn Du damit wachsen möchtest. So und wenn ich sage wir, wer ist denn das eigentlich? Das ist eine Dame heute an meiner Seite. Ich würde mal sagen, wenn man alle ihre Fähigkeiten auf ein Blatt, schreibt, dann ist das Blatt hinterher. Ungefähr so lang wie ein Kniestrumpf. Um euch mal ein Paar nur zuzuwerfen. Diplompsychologin, Therapeutin, Germanistin, Supervisorin, Businesscoach und noch einiges andere mehr. Ich spreche von der Lieben Vanessa Laszlo, die unter anderem übrigens auch, Und das ist mal das Spannendste, seit ich immer, Psychopathen im Gefängnis gecoacht hat. 15 Jahre lang. Oha. Also die Dame hat wirklich was gesehen. Und sie sagte mir, Hey, Joël, ich arbeite ja viel mit Führungskräften. Und da arbeiten wir ganz oft mit Hypnose und Trancezuständen. Und da war meine Neugierde geweckt. Das heißt, Von der Vanessa will ich heute mal lernen, was diese fünf Dinge sind. VON daher, hallo, schön, dass Du da bist. Liebe Vanessa, hi.
Vanessa Laszlo: Hi, hi. Dankeschön für die Einladung. Ich bin sehr gerne hier.
Joël Kaczmarek: Ist das wirklich so, dass man im Coaching oder in der Therapie oder wie auch immer öfters auf Hypnose zurückgreift? Also hatte ich gar nicht mit gerechnet, ehrlich gesagt.
Vanessa Laszlo: Also sicher nicht jeder, weil das muss man natürlich auch lernen. Aber ich mache das sehr, sehr, sehr gerne, und ich würde es gerne zu Beginn gleich radikalisieren, Auch wenn es vielleicht erstmal eine Verwunderung auslöst. Es ist gar nicht so sehr, dass ich Leute in Trancen bringe, die sind längst, längst da, sondern ich arbeite daran, Was in diesem Trance-Zustand passiert. Und ob das überhaupt ein Leid ist mit der Gegenwart und der Zukunft, die jemand will.
Joël Kaczmarek: Okay. Und ich gebe ja zu, vielleicht habe ich da als einziger so eine Sorge, Aber ich glaube, es ist relativ verbreitet. So wie ich das gelernt habe, ist ja. Hypnose wirkt im Unterbewusstsein. Und ich hätte manchmal Schiss, ob man da auch irgendwas kaputt machen kann. Ich glaube, das fragen sich viele. Kann es sein, dass ich da mit einem schlechten Hypnotherapeuten oder einer Hypnotherapeutin arbeite? Und hinterher bin ich voll verkorkst, weil die mir gesagt hat, Immer, wenn einer an der Tür klingelt, dann soll ich bellen wie ein Hund oder so. Das sind ja diese Klischee-Sachen, die man dann so kennt.
Vanessa Laszlo: Ja, also das Bellen mit dem Hund und so. Du sprichst jetzt Show-Hypnose an, was, wie das Wort schon sagt, eben aus Show besteht. Und übrigens auch das muss man Profunde lernen, also ein guter Show-Hypnotisateur. Der lernt vor allen Dingen eins, der lernt nämlich Anzeichen, Mikroanzeichen von Suggestibilität zu erkennen. Also das heißt, stell dir jetzt so eine riesige Kongresshalle vor. Mit Leuten, die jetzt auf diese Show-Hypnose-Veranstaltung warten. Und der Hypnotisateur geht da rein und schaut den Leuten ins Gesicht. Und kann quasi aufgrund der Gesichtsmimik und dieser kleinen Mikroexpression genau rausfinden, Wer ist einfach hochsuggestibel. Und wen will ich nachher auf die Bühne holen? Und wer ist sozusagen innerlich? ready, jetzt hier mal eine Selbsterfahrung zu machen, Die bestimmte rationale Grenzen sprengt? Ja, also. Da ist ganz viel Show dabei, aber auch ein ganz profundes Handwerk, um diese Show bedienen zu können. Und es ist tatsächlich so, Das können wir an dieser Situation sogar schon lernen, Eine Hypnose ist nicht gegen deinen Willen. Dein Unterbewusstsein wird sich nie, nie, niemals gegen dich. Positionieren können. Also das heißt, entweder Du gibst die Erlaubnis oder du gibst Sie nicht. Und das ist auch etwas, was ich oft Menschen sage, mit denen ich dann explizit in Trancen arbeite. Ich sage, du, alles kann, nichts muss. Es kann sein, dass du das jetzt einfach nur auf einer nahezu banalen Ebene als Entspannung erlebst. Es kann aber auch sein, dass unendlich viel passiert. Entscheidend ist dein Shitfilter, wie eng oder Ja. Durchlässig, der gerade ist, was für den Tag bei dir möglich ist. Aber ja, vielleicht können wir nochmal anders anfangen und zwischen Trance und Hypnose unterscheiden. Weil wir das jetzt... Wollte ich gerade sagen, ja. Ja.
Joël Kaczmarek: Weil du es eben auch erwähnt hattest, was so der Unterschied eigentlich ist. Man sei schon in Trance, du springst einen gar nicht dahin.
Vanessa Laszlo: Genau. Also Pass auf, Trance ist ein ganz natürlicher Zustand, Der zwei Saugeile Features hat, weswegen man es einfach super gut nutzen kann. Du bist, wenn man es gut nutzt, bist du sehr relaxed und gleichzeitig hochkonzentriert. Das ist quasi die Peak-Performance-Trance, die wir wollen. So, jetzt fange ich nochmal anders an. In Trance sind wir immer im Alltag. Und eigentlich müsste man jetzt einen Punkt machen und könnten heimgehen, Weil wer das verstanden hat, der hat schon gewonnen. Alltag ist Trance. Ja, wenn du scrollst, bist du in Trance. Selbst wenn wir essen, sind wir in Trance, Was im übrigen ziemlich viele Probleme, die damit zusammenhängen, auch ganz gut, erklärt. Dazu ein andermal vielleicht mehr. Wenn wir in einem intensiven Gespräch sind und die Zeit vergessen, sind wir in Trance. Wenn du liest, bist du in Trance. Wenn du von einem Film gefesselt bist und vergisst, Chips zu futtern, bist du in Trance. Also Trance ist wirklich etwas, was ganz normal ist und je alltäglicher etwas ist, also redundanter, wiederholter, intensiver, desto mehr bist Du in Trance. Das gilt nicht nur für Individuen. Ich kenne ganze Organisationen, die in Trance sind. Hier der Klassiker, Das haben wir schon immer so gemacht und das hat uns auch erfolgreich gemacht. Das ist eine Mega Hardcore Erfolgstrance, die natürlich super gefährlich ist, weil sie quasi Zukunft mit vergangenem Erfolg verwechselt. Also, ich könnte dir Zehntausende dieser Beispiele nennen. Und mein Job. Eher ist es, durch die Intervention der Hypnose die Trance zu nutzen, um die Leute wieder in Muster zu bringen, die ihre Gegenwart und Zukunft bedienen. Also, wir sind dauernd in Trance. Die Frage ist nur, Hilft dieser innere Autopilot uns gerade oder arbeitet der Gegend das, was wir eigentlich tun sollen?
Joël Kaczmarek: Was ist denn das Gegenteil von Trance?
Vanessa Laszlo: Das Gegenteil von Trance ist sozusagen. Aktualisierte Gegenwartpräsenz.
Joël Kaczmarek: Also, wenn ich so richtig konzentriert bin?
Vanessa Laszlo: Wenn du wach, bist. Das Gegenteil von Trance ist Metaebene. Das ist das Gegenteil von draußen. Wenn wir jetzt mal überlegen, zu wie viel Prozent eines Tages, eines Arbeitstages, eines Meetings, einer Begegnung. Sind wir auf einer Meta-Ebene und zu wie viel Prozent nicht, dann haben wir, glaube ich, Eine ganz gute Daumenregel entdeckt, was das wirklich bedeutet, weil wir überschätzen brutal, wie Gegenwartsbezogen und reflektiert wir gerade sind, sondern meistens sind wir auf. Autopilot und alte Muster laufen ab. Und je älter Du bist, desto mehr gibt es natürlich. Das hat einerseits positive Aspekte. Denken wir jetzt an Expertentum versus Laien. Aber das hat natürlich auch begrenzende Aspekte, und da fällt mir jetzt ein, Wie beispielsweise, dass die Unfallrate nah an deinem Wohnort wesentlich höher für dich ist, als wenn du irgendwo hinfährst, wo du dich nicht auskennst. Warum? Weil wenn du dich nicht auskennst, bist du gezwungen, in der Gegenwart reflektiert zu sein. Und ein Stück weit, die Meta-Ebene mitzudenken. Ja, ist es glatt, dann fahre ich lieber langsamer, auch wenn ich hier schneller fahren darf. Oder es ist unübersichtlich, ich verlasse mich jetzt nicht nur auf rechts vor links. Sondern Schau mit. Und wenn du dich auskennst, desto mehr Trance-Phänomene hast du. Und deswegen ist da die Unfallwahrscheinlichkeit viel häufiger.
Joël Kaczmarek: Weil was man normalerweise ja unter Trance versteht, oder wenn viele Leute das denken, ist, wenn man so ein bisschen so schlafwandlerisch durch die Welt geht. Also, wenn man quasi so ganz runtergepegelt ist und so abwesend.
Vanessa Laszlo: Ja, also erstmal als Metapher stimmt das ja zu 100 Prozent über alle Phänomene, die wir jetzt schon erwähnt haben, auf jeden Fall. Es ist ja ein Stück weit. schlafwandlerisch. Ein Stück Weit ist es ja genauso, dass du, oder die meisten Menschen haben eine Morgenroutine, Das ist auch eine Form von Trance. Und die Kunst ist halt, daraus, eine Trance zu machen, die dir dient und die dich nicht bremst.
Joël Kaczmarek: Bin ich jetzt mal neugierig. Also, ich könnte jetzt noch eine Million Sachen. weiterfragen, aber du hast ja. Fünf Dinge überlegt, die ich über Hypnose unbedingt wissen sollte. Was sind denn so die fünf? Was ist das Erste?
Vanessa Laszlo: Ja, also, das erste ist, lass mich mal kurz überlegen, Das ERSTE ist... Wir erleben ja, Oder wenn Menschen über Trance nachdenken, haben Sie das Gefühl, das ist so ein exotischer Zustand. Ich muss in eine Show-Hypnose gehen, Irgendwas ist Crazy as Hell passiert und das stimmt nicht, Das ist unser Alltagsbetriebsmodus. Trance ist dein Alltagszustand, in dem Deine Inneren Programme. Aktiviert sind, die du im Laufe deines Lebens erworben hast und die du für wahr hältst. Und nochmal, Die Frage ist nicht, Sind die da oder nicht, sondern arbeiten die für Dich oder arbeiten, die gegen dich. Wir sind den ganzen Tag in Trance. Und oftmals gemessen an dem, was wir vorhaben, in der nicht so besonders guten. Und innere Programme beziehen sich auf frühere Erfolge, auf das, was ich bisher in meinem Leben als Krisen erlebt habe, auf implizite Macht- und Angststrukturen, die sich daraus ergeben haben. Und so weiter.
Joël Kaczmarek: Und warum ist es so, dass, wenn ich zu einem Hypnotherapeuten gehe, der einen immer an so einen bestimmten Ort bringt, also da passiert doch gerne mal sowas, dass man so mit Bildern, glaube ich, arbeitet, oder? Also, zumindest war es bei mir so. Dass ich mir bestimmte Dinge vorstellen sollte. Und dann gehe ich da hin. Und mache dies und mache das und mache jenes. Und als wenn der so mit einem redet, teilweise auch über Berührungen, einen dann an unterschiedliche Orte bringen. Warum ist sowas nötig, wenn ich eigentlich die ganze Zeit schon da bin?
Vanessa Laszlo: Es ist nötig, um den Zustand qualitativ zu verändern, um sozusagen in eine Trance zu kommen, die dir entweder therapeutisch nutzt, weil du einen alten Schmerz lösen möchtest. Oder dich. Vielleicht mit deinem gesunden ich bei einer Krankheitsbewältigung verknüpfen willst oder wenn wir jetzt an einen Business-Kontext denken, mit DEINEM Future-Self. Um mal zu gucken, Reverse Engineering, Wie habe ich denn das gemacht, nachdem ich alle meine Ziele erreicht habe, wie bin ich denn da hingekommen? Und so weiter. Und mit Bildern kannst du deshalb gut arbeiten, weil das sozusagen die sprachliche Struktur unseres Unterbewusstseins ist. Unser Unterbewusstsein denkt ja nicht in der Sprache wie unsere Rationalität, sondern in der Sprache der Kunst, in Metaphern, in Bildern, in einer Sprachverfremdung, Wie man Sie aus Gedichten kennt oder aus Absichten. Abgespaceden, Filmsequenzen oder oder. Das ist sozusagen eine Erleichterung, um in eine andere Frequenz zu kommen, in der Das Rationale denken nicht Die Oberhand hat.
Joël Kaczmarek: Vertragen sich rationales Denken und Trance-Zustand denn?
Vanessa Laszlo: Nicht gleichzeitig, aber ich finde, Sie vertragen sich exzellent, weil, Und das macht aus meiner Sicht die Hypnose so mächtig, weil sie sich eben nicht gegen den Willen wendet, sondern mit dem Willen arbeitet. Ich erzähle das Menschen, die zu mir kommen und das das erste Mal machen, immer, so, Die meisten waren schon mal in New York, Dann sage ich mal, guck, mal, Du musst zum Flughafen, und alles ist voller Gelber Taxis. Was machst du? Ja, kein Problem, ich nehme die U-Bahn. Ich sage, exakt, und das machen wir jetzt auch. Ja, wir richten uns nicht gegen deinen Willen. Wir warten jetzt nicht, bis die Oberfläche frei ist von den gelben Taxis. Das wird nie der Fall sein. Es wird immer irgendetwas geben, was dagegen spricht. Eine Ambivalenz auslöst, Dinge, die mindestens gleichzeitig wichtig sind oder sogar noch vorher getan werden müssen, bla bla bla. Aber wir nehmen jetzt die U-Bahn. Wir lassen die Realität, DEINEN Willen, Deine Strategie, Deine Begrenzung, Deinen Widerstand, Wir lassen das alles genauso, wie es ist. Wir nehmen nur einen anderen Weg, und dieser Weg wird dazu führen, dass wir wesentlich schneller und mit Leichtigkeit zum Ziel kommen.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, wenn Du sagst, dass Trance im Prinzip ein Alltagszustand ist, heißt das dann eigentlich auch, Dass ich den ganzen Alltag über das bin, was du eben, glaube ich, suggestibel genannt hast, also beeinflussbar?
Vanessa Laszlo: Nein, Suggestibilität ist der Test, wo ich gucke, Ist die Hypnose ein gutes Werkzeug für die Person. Und Menschen, die eine hohe Suggestibilität haben, Das sind häufig kreative Menschen, die... Träumen können, die sich witzige Sachen ausdenken können. Und die sind sehr, sehr bereit für so eine Methode. Die können davon super profitieren. Ich finde aber auch gerade sehr rationale. Menschen profitieren da immer wieder von, auch wenn es Null zu ihrem Selbstbild passt. Weil sie erleben, wow, Und ich muss nicht alles durch Denken lösen. Ich kann auch nicht alles durch Denken lösen. Es ist viel wichtiger, jetzt mal hier zu sein.
Joël Kaczmarek: Das klingt in der Tat etwas konfliktbehaftet. Wie reagieren denn Menschen darauf, wenn Du Ihnen das so nahe bringst, dass es gar nicht so ein exotischer Zustand ist, Trance, Sondern das ist im Prinzip, was alltagsnahes ist und dass ich das zum Werkzeug für mich machen kann?
Vanessa Laszlo: Jetzt habe ich natürlich auch als Menschen Shitfilter, zu mir kommen. Ja, nicht irgendwelche Leute, sondern die sind wirklich ready, Auch sich selbst zu begegnen und sich zu challengen und ehrlich gesagt, reagieren die meisten mit Erleichterung. In so einem Aha-Moment, weil es natürlich für die voll viel erklärt. Es erklärt, warum sie an bestimmten Stellen scheitern, obwohl sie null mangelnde Kompetenz haben, obwohl sie alles schon hunderttausendmal strategisch durchdacht haben, Das erklärt sich für sie. Und das ist natürlich ein erster mega, Mega hint in die richtige Richtung. Also, ich mache damit super Erfahrungen. Es ist zwar oft so, dass Leute sagen, ja, Vanessa, ich vertraue dir, Mach mal. Aber ich glaube nicht, dass es funktioniert. Und es ist immer witzig, Es ist eigentlich immer ein Prädiktor dafür, dass es gleich ganz wundervoll funktioniert. Aber ich habe noch nie erlebt, dass jemand nach einer Trance irgendwie sauer wurde. Oder sagte, da bist du mir jetzt zu nah gekommen. Im Gegenteil, weil Dein Bewusstsein dich ja schützt.
Joël Kaczmarek: Okay, also, ich schreibe mir als erstes Ding auf, was ich dazu wissen sollte. Trance ist kein exotischer Zustand. Was ist das Zweite?
Vanessa Laszlo: Das Zweite ist, Trance ist kein Kontrollverlust. Trance ist kein Kontrollverlust, sondern letztendlich eine gut gemachte Trance ist eine maximale Selbstführung. Ja, weil du kannst nur mit dem arbeiten, was wirklich da ist. Das sind Schatzbergen. Der war die ganze Zeit da, der war halt zugemüllt mit Alltag, mit Deadlines, mit Speed-Komponente, mit Schnellsein, mit weiß der Geier. was, mit Nutzenerwartung, mit Fassade, mit all dem, Was uns beschäftigt. Und du wirst nicht in eine tiefe Trance abrutschen, wenn dein Organismus, sagt, ich bin dafür nicht bereit. Das wird nicht funktionieren. Da hast du eine Blockade, dann wirst Du sehen, wenn ich eine Geschichte erzähle, schweifst du ab. Du kannst dem nicht folgen. Oder nehmen wir eine Metapher als Beispiel. Bild, kannst du nicht innerlich sehen. Stell dir einen Baum vor und ja, Baum, weiter. Das wäre zum Beispiel so ein Zeichen, dass jemand gerade nicht in der Lage ist, jetzt in einen anderen Modus zu gehen, was völligst Okay, ist. Wichtig, finde ich, ist die Message, Das ist kein Kontrollverlust, sondern Du begegnest Dir an einer anderen Stelle, die sonst verdeckt, ist. Dazu musst du halt die U-Bahn nehmen, sonst kannst du das nicht erleben. Im Taxi auf der Oberfläche kannst du das nicht erleben.
Joël Kaczmarek: Man sagt doch auch, dass manche Menschen nicht hypnotisierbar sind. Gibt es das oder ist das dann eher so ein Fall von dem, Was du gerade beschrieben hast, dass der Zeitpunkt gerade aus irgendeinem Grund nicht stimmt?
Vanessa Laszlo: Letzteres. Ich glaube nicht, dass irgendjemand nicht hypnotisierbar ist. Ich glaube auch nicht, dass jemand nicht entwicklungsfähig oder nicht beratungsfähig ist. Aber ich weiß, dass wenn jemand das nicht will, dann wird es nicht funktionieren. Und das gilt übrigens, unter allen Umständen auch zu respektieren.
Joël Kaczmarek: Und sag mal. Wenn du gerade sagst, es ist kein Kontrollverlust, kommt mir gerade noch eine andere Überlegung. Ich weiß gar nicht, ob die so dazugehört, Aber ich habe mich gerade gefragt, wie ich meinen Zuhörenden Mal das Thema nahe bringen kann. Ich habe mich gefragt, ob du dir jetzt zum Beispiel am Ende eine Hypnose einsprechen könntest. Ist das dann eine Hypnose, die mich in Trance versetzt oder muss sowas immer interaktiv sein? Also passiert Sowas immer live?
Vanessa Laszlo: Nein, ich mache das am liebsten interaktiv, weil es dann auch hoch subjektiv treffsicher ist. Und weil es einfach meiner grundlegenden Wertigkeit entspricht, auf Augenhöhe zu sein und sehr... Sehr ko-kreativ und sehr kooperativ zu arbeiten. Aber natürlich kannst du, du kannst ja auch ein Audio oder ein Video auf YouTube reinziehen. Und natürlich zum Beispiel In eine total relaxierende Trance kommen. Es ist jede mögliche, Du kannst dich auch selber hypnotisieren, indem du dir Powersätze zum Beispiel auf dein Handy sprichst und das vor bestimmten Performance-Situationen anhörst. Oder was ich gerne mache vor einem Vortrag oder so, gerade wenn es mir nicht so gut geht, was weiß ich, Eine Erkältung habe oder irgendwas, was mich beschäftigt oder so. Ich höre bestimmte Lieder. Das ist auch eine Trance, die mich wieder daran erinnern, dass ich unstoppable sein will, Zum Beispiel von Sia, dieser Song. Das ist für mich so ein klassischer Performance-Song. Um in eine bestimmte Performance-Attitude zu kommen, Bevor ich dann auf eine Bühne gehe oder den Zoom-Link anschalte und weiß, und jetzt ist egal, was mit mir ist. Jetzt bin ich in Service. Jetzt schenke ich den Leuten, was für die nächste Stunde oder die zwei. Es gibt Tausende Arten davon, in Trance zu kommen.
Joël Kaczmarek: Also sowas, sich mit so einem Lied, Ich habe es zum Beispiel beim Sport auch gerne mal, in eine bestimmte Stimmung zu versetzen, das ist Hypnose für dich?
Vanessa Laszlo: Auf jeden Fall. Ein Wort, sozusagen eine Trance-Induktion. Wie oft sagen Kundinnen zu mir oder Kunden, krass, Ich habe mir von deiner Nachricht nur den ersten Satz angehört und ich bin jetzt auf einem ganz anderen Level. Danke, Den Rest höre ich mir vielleicht später an oder so. Das ist ein Wort oder ein Satz, der sozusagen diese geheime Tapetentür auf einmal öffnet. Und vorher standst du halt davor und hast nur Bahnhof verstanden. Und auch das ist eine Trance-Induktion oder eine Hypnose. Eine Hypnose ist der gezielte Prozess, in eine spezifische Trance zu kommen. Und Trance an sich ist ein Alltagsphänomen.
Joël Kaczmarek: Ah, okay. Also, ich habe jetzt gelernt, erstens, Trance ist kein exotischer Zustand, zweitens, Hypnose. Dann ist kein Kontrollverlust. Ja. Das ist das Dritte, was ich darüber wissen sollte.
Vanessa Laszlo: Und das Dritte, finde ich, was alle wissen müssen, ist, warum Hypnose ein so mächtiges Tool ist, weil es halt da anfängt, zu funktionieren, wo dein Wille und wo deine Strategie scheitern. Ich meine, Wir überschätzen einfach auch gerade kluge Menschen, Wir überschätzen brutal, was Reines Denken, alles kann. Ich meine, wenn reines Denken ausreichen würde, dann hätten ja die schlauesten Menschen keine Selbstsabotage. Also ich meine, Das Gegenteil ist der Fall. Weil Willenskraft halt nicht ausreicht, Wo deine Schutzmechanismen greifen. So und Hypnose. Nochmal arbeitet nicht gegen diese Schutzmechanismen, Denk an New York, an die U-Bahn, Die gelben Taxis, sondern mit diesen Schutzmechanismen. Ja, und die meisten Blockaden, Die Menschen erleben, also jetzt gerade das Klientel, mit dem ich arbeite, sind sehr erfolgreiche Menschen. Und trotzdem erleben die scheitern, ja, Bestimmte Ziele nicht erreichen oder in einer bestimmten Situation nicht. Das tun die nicht aus rationalen Gründen, sondern weil die emotional eine Blockade haben, weil sie, was weiß ich, in früheren Loyalitäten festhängen, weil sie unbewusste Schutzmechanismen am Start haben, weil innere Stoppschilder aus früheren Lebensphasen, ja. Quasi sich vor dich und deine eigentlich geplante Performance stellen und so. Und dann kommst du wieder dahin, dass du dich auf einmal in Verhandlungen kleiner machst, als du eigentlich bist. Oder in der Führungssituation viel zu hart bist, obwohl du dir vorgenommen hast, das nicht mehr zu sein. Oder umgekehrt, viel zu nett. Oder der Klassiker, Das kenne ich auch von mir, dass deine Sichtbarkeit zwar gewollt ist, aber praktisch vermieden wird. Also eine Trance, Eine Hypnose arbeitet nicht gegen den Widerstand, sondern ermöglicht, dass ich mit dem Teil spreche, Ja. Der diesen Widerstand erschaffen, hat. Wo benutze ich das? Dass wir uns angucken, warum? Es gibt ja einen verdammt guten Grund für eine Limitation. Weil ab einem gewissen Level kommst du nicht mehr mit Kompetenzgründen. daher. Also, das sind nicht mehr Leute auf einem Niveau, wo du sagen kannst, ja, klar, kriegst du das nicht hin. Weil, guck mal, Dir fehlt ja noch das, und das musst du jetzt erst mal lernen. Und wenn du es gelernt hast, hast du es ja nur theoretisch, verfügt. Man muss es ja erst mal zehn Jahre anwenden und dann kommst du mal, bitte wieder. Nee, die haben ja alle Ihre Hausaufgaben schon gemacht. Ja, das funktioniert nicht mehr auf dem Level, wo du sagst, ach, guck mal, du weißt ja wirklich gar nichts, Jetzt liest du erst mal die fünf Bücher und dann reden wir weiter. Die haben die schon dreimal gelesen zu unterschiedlichen Entwicklungszeitpunkten. Die könnten das Buch jetzt in der vierten Version selber schreiben, Sondern die sind an einem Punkt, wo die quasi diese Induktion... Transinduktion brauchen, Diese Hypnose brauchen, um mit diesem Teil zu sprechen, der diese Schutzmechanismen erschaffen, hat, zu einem Zeitpunkt, wo die sau wichtig waren. Aber da ja, hier in diesem großartigen Prozessor Ewige Gegenwart herrscht, Gehen wir oft verloren in der Zeit. Und dann kommt etwas, was man poppsychologisch Trigger nennt. Und wusch, bist du wieder, Ich erfinde jetzt, was, zwölf Jahre alt und weißt, du musst die Fresse halten. Und ich sage es jetzt bewusst So obszön, weil es damals für die Person so war, Weil es überlebenswichtig war, Jetzt eine wichtige Wahrheit zu verschweigen. Aber die Person ist jetzt, keine Ahnung, 42, steht in einem Meeting und es wäre super karrierewichtig, Diese Version, diese Wahrheit jetzt zu sagen, um sozusagen aus dem Grundrauschen aller anderen hervorzutreten, um sichtbar zu machen, ey, Warum ist es wichtig, mich im Raum zu haben und so weiter. Und für mich ist Trance diese Tür. Zu den Gründen.
Joël Kaczmarek: Also, das fand ich für mich jetzt gerade auch echt ein Türöffner, das mal zu verstehen. Dann verstehe ich auch, was du sagst mit, Es arbeitet nicht gegen den Willen und es hat sozusagen keinen Kontrollverlust mit sich.
Vanessa Laszlo: Null.
Joël Kaczmarek: So wie ich es jetzt verstehe, besteht man dann als Mensch sozusagen aus Anteilen. Und dann gibt es einen Anteil, der eigentlich gerade das Ziel hat, zu sagen, ich möchte jetzt gerne Sichtbarkeit in meinem Job haben. Der Chef soll mal hier mitkriegen, dass ich das Meeting schmeißen kann, wie ein junger Gott oder eine junge Göttin. Und dann hast du einen alten Anteil, der aber emotional noch in dir wirkt. Das ist ein bisschen wie so eine... Wenn du so eine Mezzo Mix zusammen mischt, du hast dann irgendwie Orangen-Limo und Cola zusammen. Und die Cola will performen. Und die Fanta sagt, nee, nee, Gefahr, wenn ich mich hier zeige. Und das sozusagen, Du machst das sozusagen. adressabel. Also Du kommst sozusagen ins Gespräch mit dem Anteil, der Dich in der Situation ausbremst.
Vanessa Laszlo: Genau.
Joël Kaczmarek: Und es ist ja nur irritierbar, Es klingt ja so ein bisschen schizophren, als wenn ich so mehrere Persönlichkeiten in mir drin bin.
Vanessa Laszlo: Wir haben alle mehrere Persönlichkeiten in uns drin. Und A, Das ist ein psychologischer Takt. Stadtbestand jetzt hier, nicht das Evangelium nach Vanessa. Und gleichzeitig haben wir ein riesiges Konsistenzbedürfnis, was nahezu immer zu einer trivialisierten Sicht auf uns selbst führt. Also, wir überschätzen total, wie konsistent wir sind. Wir haben natürlich ein Bedürfnis, dass die Vanessa von gestern immer noch erkennbar ist. In der Vanessa von heute und der von morgen. Aber wenn wir reinzoomen würden, würden wir sehen, dass da eine Orchestrale Kakophonie... Von unterschiedlichen Anteilen sind, die sich teilweise widersprechen, die teilweise zusammenpassen wie Scheiße, die teilweise aber auch Allianzen bilden. Und damit natürlich auch Mehrheiten, Verstärken und Minderheiten erzeugen. Und und und. Weil wenn das nicht so wäre, dann wäre das ja super simpel und gleichzeitig super lahm, Weil dann könnten wir auf einer eindimensionalen Ebene ein komplett rationalistisches Leben führen. Dann würden wir ohne Gefühle auskommen, ohne Konflikte, ohne sonst irgendwas. Aber ich meine, Das Gegenteil ist der Fall. Und mit Hypnose zu arbeiten, heißt für mich, die Struktur zu verändern, aus der diese Autopiloten entstanden, sind, die heute nicht mehr so einen guten Nutzwert erzeugen, wie sie das damals initial getan haben. Und gerade intelligente Menschen profitieren davon, weil sie eben nicht noch mehr denken müssen, was Sie ja sowieso tun, sondern einfach klarer sein können.
Joël Kaczmarek: Aber wie Krass kompliziert, ist das denn? Dann bist du ja ein bisschen wie so ein Computerprogramm. Was irgendwie schon 40 Updates bekommen hat, jedes Jahr so drei Stück, vielleicht, keine Ahnung, also mehrere, wo sich dann im Prinzip Autopilotenprogramme überschreiben, Also Da arbeiten sozusagen zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Programme gegeneinander. Wie so ein Wollknäuse, die ineinander verhakt. Und dann kommst du von außen rein und sagst jetzt, Alles klar, wir nehmen mal eine Schicht weg, links, rechts, Autoprogramm A, Frage ich jetzt mal, warum willst du dich nicht? zeigen im Meeting? Und dann sagt die, ja, weil ich sonst alles auf die Schnauze kriege, weil Mama mal gesagt hat, wenn ich beim Essen zu viel quatsche, gibt es eine rein. Also, es muss ja unfassbar kompliziert. Eigentlich sein, was denn uns vorgeht.
Vanessa Laszlo: Es ist unfassbar kompliziert, weswegen ich diesen Vergleich mit dem Computer, Das ist ein klassischer Vergleich, Unser Gehirn ist wie ein Computer. Ja,
Joël Kaczmarek: den mag ich auch nicht so.
Vanessa Laszlo: Ich auch nicht, Der ist eine brutale Trivialisierung, Aber wir dürfen die benutzen, weil es eine Klarheit erzeugt. Aber natürlich sind wir eigentlich viel eher vom Komplexitätsgrad, so wie Regenwald. Ja, wo man auch denkt, also erstmal von einer unermesslichen Schönheit durchzogen, wo man einfach nur... Demütig staunen kann. Boah, krass, Wie krass ist bitte der Mensch. Wow, ja, ist Schöpfung. Und gleichzeitig weißt du, so trivial ist es nicht, Du nimmst ein Mini kleines Teil raus, was weiß ich, vernichtest irgendeinen kleinen, nichtssagenden Käfer und kriegst ein Riesen fettes Problem, weil du auf einmal baumsterben oder sonst was hast. Oder weil irgendein Wurm seine Kacke nicht mehr in den Boden gibt. Und dann passiert. Im zweiten fünften, fünfhundertsten Schritt, weiß der Geier was. Also, ich mag den Vergleich lieber mit dem Regenwald, aber das natürlich auch. Persönliche Geschmackssache. Aber ja, es ist nicht trivial, weswegen, danke, dass du mir die Möglichkeit gibst, das Mal zu staten, weswegen es sinnvoll ist, einen profunden Ausbildungs-Background zu haben. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern eine Anwendungsautorität. Und da wundere ich mich ehrlich gesagt heutzutage immer wieder in dieser Pop- Psychologie-Kultur, Welche Leute mit welchen fragwürdigen Methoden, Die lernen ein Werkzeug und sagen, ja, ich mache jetzt Traumatherapie. Das ist für mich immer wieder frappierend zu sehen, das finde ich wirklich erschreckend. Ja, aber wir sind komplex, und die meisten Dinge lassen sich nicht auflösen, wie dass du einfach die Geduld hast, so einen Wollknäuel zu nehmen. Früher habe ich die immer aus dem Kinderzimmer gezisselt und dann geguckt, gibt es noch die Möglichkeit, die irgendwie aufzurollen. Kann man die benutzen oder nimmt man die? Und schmeißt sie weg? Nee, so einfach ist es nicht.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, gibt es Punkte, wo du jemanden hypnotisierst? Du hast ja gesagt, Hypnose ist dort, wo der Wille scheitert. Wirkt dort, wo der Wille scheitert, hast du gesagt. Kann es auch einfach manchmal sein, dass man trotzdem nicht über die Dinge hinwegkommt, weil dein Autopilot noch sagt, nee, das behalten wir mal schön bei, dass wir die Schnauze halten, weil das ist safer.
Vanessa Laszlo: Und deswegen ist es ein Prozess. Also Ich glaube, das gibt sich ungefähr die Waage, Die Fälle, wo man es einmal macht und sich fundamentale Sachen lösen, forever. Und die Fälle, wo wir in einen Prozess gehen, wo immer weitere Layers abgebaut werden. Und das schöne ist, dass die Leute selbst Erkenntnis. Dieses Prozesses sind. Und ganz oft in meinen Hypnosen ist es so, dass jemand auf einmal sagt, Stopp, mal, Vanessa, mir fällt jetzt gerade das und das ein. Und ich weiß, das stört jetzt vielleicht, aber ich glaube, das ist total wichtig. Und ich sage immer, nein, es stört null, wie geil, dass Du das sagst und lass uns da weitermachen. Ja, es ist so eine Mischung aus Schatz finden. Und vielleicht so wie, ja, wie du. Ausgrabungen machst. Vielleicht so, dass man wirklich vorsichtig sein muss, nicht, was kaputt zu machen, dass man oft was findet und noch gar nicht weiß, was haben die denn damals damit gemacht? Haben die das jetzt irgendwie zum Getreidemalen benutzt, oder ist das vielleicht was ganz anderes? Und das ist aber, finde ich, Auch das, was diese Arbeit so unfassbar, spannend und verschleißfrei macht. Und dieses Fieber erwischt auch die Leute, die diese Arbeit mitmachen, Weil irgendwann haben die richtig Bock darauf. Irgendwann realisierst Du ja, hey, DU MACHST Sinn. Ich mache Sinn. Auf jeden Fall. Vielleicht verstehe ich es nicht sofort, aber das, wie ich mich verhalte, Selbst, wenn es noch so inadäquat scheint, macht total Sinn. Und es macht absolut Sinn, sich diesem Sinn zu öffnen und zu gucken, warum ist diese Struktur in mir gerade so persistent? Verdammt nochmal.
Joël Kaczmarek: Und wenn wir jetzt nochmal ganz kurz auf die Gefahren- oder Angstsache raufgucken, laufe ich Gefahr, dass, wenn ich dahin gehe, wo der Wille scheitert und so einen Autopiloten ab... drehe, Dass ich mich irgendwie retraumatisiere oder dass ich ein Schutzprogramm wegnehme, was für mich wichtig war. Und ich habe es jetzt nicht mehr?
Vanessa Laszlo: Ja, und deshalb muss das gut vorbereitet sein. Und deswegen steige ich nie ad hoc in irgendeine Hypnose ein, sondern wir besprechen das im Vorfeld. Und es ist schon oft so gewesen, dass Leute in einer dezidierten Trance über eine Hypnose induziert, auf einmal Dinge wiedergefunden haben, die sie über Jahrzehnte verdrängt haben. Und natürlich sind das häufig Dinge. Die notwendigerweise verdrängt wurden, um funktionsfähig zu sein. Also schlimme, schlimme, schlimme Dinge. Ja, so schlimm, dass du gar keine Worte dafür hattest. Und wenn du dann noch in einem tabuisierten Umfeld warst mit Erwachsenen, die, was weiß ich, Ich konstruiere jetzt, was, die Mega mit sich selbst beschäftigt waren und einem Kind gar keinen Raum gegeben haben, das irgendwie zu verbalisieren, dem Raum zu, dann ist das weg. Und dann ist das auch nicht in Sprache vorhanden. Und das ist natürlich mächtig, Sowas zu finden und manchmal auch total überwältigend. Und gleichzeitig immer, immer gut, das weiß ich zu 100 Prozent, in all den Hardcore-Kontexten, in denen ich schon gearbeitet habe, mit Menschen, auch an mir, weiß ich, dass du nur die Dinge bekommst, Egal wie inkonsumerabel, das für den Moment auf dich wirkt, die du wirklich jetzt verarbeiten kannst. Dein Unterbewusstsein gibt dir Gemessen an deinem Zustand von Safeness. Jetzt etwas, was dieses Safeness challenged, destabilisiert, gefährdet. Absoluten Gewissheit, dass du diese Challenge bestehst.
Joël Kaczmarek: Also, es ist sozusagen nicht möglich, dass wir an einen, du hast. Gerade den Schatzheben gesagt, in eine ozeantiefe Reisen und einen Schatzheben, für den ich sozusagen nicht bereit bin, als derjenige, der dann diese Hypnose gemacht bekommt oder der sozusagen, der hypnotisiert, ist.
Vanessa Laszlo: Ja, wenn das Ganze gut begleitet und kompetent begleitet, ist, auf jeden Fall.
Joël Kaczmarek: Hast du mal ein kleines Indiz, Woran erkenne ich, ob jemand, der mich darin begleitet, kompetent ist?
Vanessa Laszlo: Also, ich würde mir a Ausbildung angucken. Und B, Erfahrung, Weil Ausbildung ohne Erfahrung ist gar nichts. Dann hast du eine Qualifikation, aber eine Qualifikation ist noch lange keine Kompetenz. Du brauchst im Mittel zehn Jahre, um aus einer Qualifikation eine handlungsleitende Kompetenz zu machen. Das würde ich mir angucken. Ich finde, Haltung ist ein wichtiger Parameter, weil ich finde, je mehr. Man kann, desto bescheidener wird man daraus. Deswegen finde ich diese selbsternannten Traumatherapeuten und Co. Für mich entlarven, die sich immer schon selbst, wenn sie vollkommen. Toolversessen. Quasi jetzt mit der einen Methode, mit der man innerhalb kürzester Zeit ein Trauma auflösen kann. Das ist halt jetzt aus einer wissenschaftlich-psychologischen Sicht totaler Bullshit. Und natürlich, Wie entwickelt sich das in der Interaktion? Du kannst die kompetenteste, tollste, erfahrenste Person haben. Wenn die zu dir passt wie Scheiße, werdet ihr nicht zusammen klarkommen. Also, es ist natürlich ein Interaktionsphänomen, Du musst es überprüfen und du musst überprüfen, ob es dir danach wirklich, wirklich besser geht. Es kann durchaus sein, dass man, Also, wir bezahlen immer einen emotionalen Preis, ja, Wir bezahlen einen emotionalen Preis für Verdrängen, Wir bezahlen auch einen emotionalen Preis für Hingucken. Also, es ist nicht so, dass es oft so, dass, wenn wir uns in der Hypnose was anschauen, Was das Bewusstsein verdrängt, hat, dass es der Person erstmal akut schlechter geht. Aber es ist eine funktionale Reaktion, die total gesund ist. Dich wieder mit was konfrontierst, was in deinem Leben einfach vor 20 Jahren viel zu krass war. Natürlich geht es dir dann erst mal schlechter. Das heißt nicht, dass der Prozess schlecht ist. Aber es muss sich halt etwas zum guten verändern. Und das merken Menschen daran, dass sie mehr Möglichkeiten bekommen. Dass sie auf einmal erleben, mein denken, erweitert sich, Meine Handlungsmöglichkeiten erweitern sich, und ich kann das integrieren, und ich werde irgendwie runder.
Joël Kaczmarek: Und was ist so typischerweise eine Anzahl an Hypnosen, DIE du... merkst, Die Menschen brauchen, Also ist es mit einmal getan, Mache ich das drei Jahre lang einmal die Woche, was ist denn da so, Wahrscheinlich gibt es nicht die eine Antwort, aber was sagt so dein Gefühl, womit können Leute sich da rechnen?
Vanessa Laszlo: Also meine Daumenregel ist ja immer wie deine, fünf. Ich merke immer, Im Mittel brauchen Menschen fünfschrittige Prozesse, um einfach einen richtigen Entwicklungszyklus, so eine vollkommene Gestalt abgeschlossen zu haben, Aber je nachdem, wie viel Sie erledigen müssen, geht es dann halt weiter. Und es gibt Menschen, mit denen habe ich eine Hypnose gemacht und der Fall war erledigt. Und es gibt Menschen, die entdecken dann ganz viel. Und dann machen wir ganz viele Mikro-Hypnosen, mehrschrittige Vorgehensweisen. Es gibt beides. Ich habe ja zum Glück ganz viele Bestandskunden, was mich sehr glücklich macht, die Ereignisbezogen immer wieder kommen oder einfach so klug sind, sich immer begleiten zu lassen, weil man ja sich auch immer weiterentwickelt. Und genauso habe ich Menschen, Die kommen ereignisbezogen. Und dann gehen sie wieder und kommen erst ein paar Jahre später wieder. Also, ich finde, das kann man schwer mitteln.
Joël Kaczmarek: Okay, aber ich bin zufrieden mit der Antwort. Die 5. Alleine gefällt mir schon.
Vanessa Laszlo: Ja, 5, ich kann das nachvollziehen. 5 Ist für mich auch so eine Zahl, da kann man einfach viel, viel machen.
Joël Kaczmarek: Speaking about 5, Was ist denn DAS 4., Was ich wissen sollte über Hypnose?
Vanessa Laszlo: Moment, sind wir nicht beim 5.? Das 4. ist, ja, DAS 4. ist, Hypnose ist halt viel, viel, viel, viel mehr als ein Wellness-Tool. In unserer Welt wird es primär als Wellness-Tool benutzt, indem du dich entspannst, indem du dich auf Schlaf vorbereitest und so weiter. Super, Ich will das Null kritisieren, gar nicht, ich will es nur ergänzen. Für mich ist Hypnose ein High-Impact-Interventionsinstrument, weil es mir ermöglicht für meine Kunden, die ja alles haben, nur keine Zeit, Ich ermögliche denen, dass sie nicht jahrelang an einem Problem arbeiten, Sondern durch diese Methode verändern wir die Struktur, aus der dieses Problem entstanden ist. Das ist mir auch noch wichtig, zu sagen. Also auch etwas, was total zeiteffizient ist und integrierend.
Joël Kaczmarek: Ehrlich gesagt habe ich auch den Eindruck, Das wird sehr breitenwirksam. mittlerweile. Also, ich habe selbst in der Pornoindustrie schon gesehen, dass da teilweise mit irgendwelchen Einflüsterungen gearbeitet wird, wo ich so dachte, okay.
Vanessa Laszlo: Als Performance-Intervention oder was? Wie meinst du das jetzt?
Joël Kaczmarek: Was ich mitkriege, ist es so, dass du dir dann bestimmte Audios holen kannst, wo dir irgendwas eingeflüstert wird, was dich irgendwie heiß macht. Keine Ahnung. Habe ich nicht geklickt. To be honest, Aber kriegt man immer wieder eingespielt. Oder der andere Klassiker ist ja eine CD, die du in der Badewanne hören kannst, wo du dann irgendwie unterschwellig gesagt, bekommst, bist ein toller Hecht. Und wenn du das immer wieder hörst, Die Amis machen das doch auch ganz viel, dass die immer so CDs in ihr Auto reinschieben, Beim Autofahren dann hier so den Machen und dann, du bist ein starker Mann, du kannst Umsatz fahren. Also, ich habe das Gefühl, das ist in einigen Ecken ganz schön, ja, Wellness-Tool ist eigentlich ein ganz lustiges Begriff, Ein bisschen Begriff. Wenn man anfängt, ein Werkzeug für ganz viele verschiedene Zwecke zu nutzen, dann passiert ja auch manchmal was gutes und manchmal was Schlechtes. Da gibt es aber auch einen Namen für, Wenn man so suggestiv irgendwie was, weißt du, was ich meine? Aber das ist wahrscheinlich schon trotzdem alles ein Eck, oder?
Vanessa Laszlo: Es ist eine Ecke, ja. Wobei ich finde, man kann natürlich Werkzeuge jetzt dilettantisch bis sehr brillant nutzen. Wobei ich denke, klar, DAS macht... Ein Unterschied. Es macht einfach einen Unterschied, ob du hier deine. Hundertspurige Datenautobahn Speist mit Scheiße, Es ist Montag, Ich habe eigentlich jetzt keinen Bock auf Sales Calls. Ja, oder ob du dir halt stattdessen 50 Mal sagst, Ich liebe Sales und ich bin sehr gut darin und ich mache jetzt folgendes, 1, 2, 3. Also Ich glaube, da können wir jetzt eine Aktie drauf kaufen, Was die bessere Strategie ist. Das wird auf jeden Fall funktionieren, Wobei ich so pure Einflüsterungen nicht halb so hilfreich, finde, wie eine individuelle Trance-Induktion. Ich meine, ist ja klar, Schlüssel-Schloss, Wenn du dir die Mühe gibst, den Schlüssel so zu designen, so zu kreieren, dass er einfach optimal in das Schloss passt, dann hast du natürlich nochmal einen ganz, ganz anderen Hebel, wie dieses Grundrauschen an so Basis-Annahmen. Aber klar, ich meine, ich habe ja Eingangs gesagt, Unser Alltag ist letztendlich ein Trance-Phänomen, was für oder gegen uns arbeitet. Also, wir sind sowieso permanent in Trancen. Und die meisten sind halt einfach schlecht. Von daher begrüße ich das eigentlich, wenn Menschen sagen, ich habe aber Bock auf gute Trancen. Und jetzt ernähre ich meinen Optimismus, oder ich ernähre mein Selbstwertgefühl, oder ich ernähre jetzt ganz bewusst meine Reichweite. Oder sonst was. Das ist nicht nur schlecht.
Joël Kaczmarek: Werde funktioniert es denn eigentlich, wenn man sich diese, ich sag mal, Schema F, Dieses Non-Personalisierte reinzieht? Weil ich habe immer so in Erinnerung, In meinen Comics gab es immer Tick, Trick und Track, die sich nachts in die Kopfhörer aufgelegt haben und haben dann die Schulsachen gelernt, So im Schlaf.
Vanessa Laszlo: Ja, sie, ja.
Joël Kaczmarek: Oder viele machen doch auch dieses vor den Spiegel stellen und dann sich angucken. Und dann gibt es ja dieses Lächeln, weil dann irgendwie das Gehirn denkt. Irgendwann wirklich, dass du lächelst und dann sagst du dir, ich bin toll, ich bin toll, ich bin toll, ich bin toll. Also wirkt das denn?
Vanessa Laszlo: Ja, vielleicht nicht ausreichend. Also vielleicht ist jemand in einer Lebenssituation, wo jetzt diese Breitbandeinflüsterung, Ich bin toll. Einfach so einen minimalen Einfluss hat, weil die Situation viel zu komplex ist, weil die historisch dezidiert individuell gewachsen ist, da würde ich sagen, okay, das reicht nicht. Da kannst du noch so ein Breitbandantibiotikum nehmen. Nee, du brauchst hier was viel, viel Feineres, Dezidierteres. Also, vielleicht kann man, Aber grundsätzlich ist es natürlich hilfreich, sich mit positiven Gedanken zu beschäftigen. Auf jeden. Es mag nur sein, dass der ein oder andere, und da nehme ich mich an, absolut nicht aus. Manchmal vor Challenges steht, vor Next Level Shit. Da reicht es halt nicht aus, so ein paar Banum-Aussagen zu nehmen. Das Leben ist schön. Ich bin dankbar. Das reicht dann halt nicht aus. Für gute Zeiten, mega. Nimm das als Grundrauschen, so, wie es immer richtig ist, genügend zu trinken. Vielleicht können wir das so nehmen. Ausreichend trinken, Leute, wisst ihr, ist gut. Aber man kommt natürlich in körperliche Zustände, wo das nicht als einzige Medizin ausreicht. So würde ich es vielleicht gerne stehen lassen.
Joël Kaczmarek: Gut. Eins fehlt noch.
Vanessa Laszlo: Ja, und zwar der eigentliche Hebel, warum Hypnose als Intervention Sinn macht, ist der, Du kannst mit einer Trance nicht dein Verhalten ändern, sondern deine Identität. Und wenn ich nur auf einer Verhaltensebene bin, verhalten, kann ich ändern und ich kann genauso wieder zurückfallen. Wenn ich aber mein Selbstbild ändere, dann folgt halt alles andere darauf. Meine Selbstwahrnehmung, mein innerer Erlebnisraum, meine emotionale Sicherheit, Das ist quasi das, wo echte Transformation entsteht. Deswegen übrigens gerade Hypnosen für Raucherentwöhnung und so immer wieder die totalen Peaks haben. Mega Erfolge, Weil klar, weißt du. Ein Nichtraucher, Für den ist es super, Super easy, nicht zu rauchen, weil es ja ein Nichtraucher ist. Für einen Raucher ist es nahezu unmöglich, weil deine Identität ist. halt, scheiße nochmal, Ich bin süchtig. As hell, Wo ist die nächste Kippe? So, jetzt kannst du natürlich auf einer Verhaltensebene hergehen und sagen, also Pass mal auf, Alter, Du kannst ja nicht 30 Kippen am Tag reinziehen, Hast du schon mal an dein Kardiosystem gedacht? Ja, jetzt reduzieren wir das Mal auf 25, wenn du das geschafft hast, auf 20 und dann auf 15 und so weiter. Ich meine, das ist rational gesehen, wo du denkst, macht ja eigentlich Sinn. Schrittchenweise eskalieren, ja, durch Reduktion und irgendwann bist du dann auf Null. Nee. Ja, weil ein Raucher raucht. Und wenn es eine Kippe am Tag ist, Ein Nichtraucher raucht nicht. Und deswegen macht es Sinn, auf diese Identitätsebene zu gehen.
Joël Kaczmarek: Ja, stimmt. Ich habe lustigerweise auch mal mich mit einem Geschäftsführer unterhalten, der mir erzählt hat, ja, Hypnose habe ich schon mal gemacht. Zur Rauchentwöhnung. Ich bin da hingegangen, habe gedacht, mal gucken, was Sie mir einflüstern. Und eine halbe Stunde später lag ich zusammengekaut und habe geweint wie ein Baby. Das war schon... Also, es war ungewollt komisch in der Situation, weil er es auch so nonchalant erzählt hat. Aber es ist ein bisschen, Es hebt sozusagen die Ursache heraus. Also, es geht sozusagen, Das Problem an der Wurzel wird herausgehoben.
Vanessa Laszlo: Ja, und wahrscheinlich war das, also. Ich hoffe, dass sie dann einen guten Prozess gemacht haben und geguckt haben, wo ist denn dieser Teil, der ganz, ganz, Ganz viel Fürsorge braucht und sich das offensichtlich. Nicht schafft man tief durchzuatmen, ohne sich Gift dabei reinzuziehen. Also, ich sehe da schon einen deutlichen Zusammenhang. Von daher, Wir lachen jetzt, weil das als Erzählung natürlich wieder so lustig daherkommt. Aber das kann ich mir schon vorstellen. Also hoffe ich für die Person, dass das gut geklappt hat. Ich hatte letztes Jahr eine Kundin, mit der ich wirklich ganz, ganz viel Business bezogen gemacht habe. Eine super Taffe Frau. Und am Ende meinte sie, als wir alles abgearbeitet haben, sagte sie so, Vanessa, und jetzt hilfst du mir noch abnehmen. Also, ich bin jetzt wirklich die letzte Person, die das weiß. Wenn ich das weiß, alles klar, dann schreibe ich ein Buch. Ich will auch immer abnehmen. Ich bin super erfolgreich im Wollen, aber nicht im Tun. Aber egal. Auf jeden Fall dachte ich, okay, die ist mega, transbegabt, obwohl ihr Selbstbild nicht dazu gepasst hat. Aber wir haben eigentlich nur mit Hypnose gearbeitet. Die ganzen Hardcore-Business und Mikropolitik-Themen und Positionierungsthemen. Und dann habe ich, ich bin ja pragmatisch, habe ich gesagt, Pass mal auf. Bei der nächsten Mahlzeit schließt du die Augen. Ja, geil, was das wieder für ein Unsinn wäre. Würde Sie auf jeden Fall machen. Und das war so großartig. Und dann haben wir uns wieder getroffen und gesagt, Vanessa, das ist der Hammer. Als ich Abend gegessen habe, Ich habe die Augen zugemacht und ich war nach fünf Bissen satt. Und danach habe ich die Augen aufgemacht und auf diesen Riesenberg auf meinem Teller geguckt und gedacht, ja, kein Wunder, dass du so fett geworden, bist. Du frisst ja viel zu viel. Und dann habe ich ihr wirklich, und nochmal, Eigentlich darf ich das gar nicht erzählen, das ist jetzt voll. harakiri, Ich bin wirklich kein Abnehmexperte. Oder so, gar nicht. Es geht ja um Trance. Und dann habe ich ihr die entsprechende Trance auf ihr Handy gesprochen. Bam. Und die hat schon sieben Kilo abgenommen.
Joël Kaczmarek: Okay, aber wir wollen nochmal ganz kurz zu deinem Ding zurückkommen. Also der Wahre Hebel, hast du gesagt, ist die Änderung der Identität.
Vanessa Laszlo: Genau.
Joël Kaczmarek: Das ist ja was ganz Interessantes. Wo unterscheidest du denn zwischen Verhalten und Identität?
Vanessa Laszlo: Naja, Verhalten ist funktionieren, Identität ist stimmig sein. Und das macht wirksam. Also was weiß ich, Verhalten ist, Du nimmst hier so einen klassischen Overachiever. Ich bin bedingungsfrei verträglich, ich laufe immer die Extrameile, Egal, was für ein Shit Du mir vor die Füße kippst, Ich erledige das alles. Jetzt kann ich hergehen und sagen, du Pass mal auf, du merkst es selbst. So kommst du nicht weiter. Du agierst Dich hier in Unkenntlichkeit. Du bist nichts mehr wert, weil du einfach immer funktionierst. Ja, ja, klar, mache ich anders. Wird nicht anders. Du musst jetzt eine andere Identität annehmen. In dem Fall vielleicht die Identität einer Führungspersönlichkeit. Nicht mehr aus einem inneren Kind. Ich agieren, aus einer früheren Wunde, die es notwendig gemacht hat, bedingungsfrei zu funktionieren, sondern aus einer heutigen Führungsautorität heraus zu sagen, Moment, mal. Wo ist denn eigentlich mein Fokus? Was ist mein Gartenzaun? Was ist mir wirklich wichtig? Worauf lege ich jetzt einen dezidierten Wert und worauf nicht? Wie komme ich von dieser inneren Drucksituation hin zu einer inneren Autorität? Wie komme ich von dieser grandiosen Anpassungsleistung hin zu mehr? Gezielter Wirkung. Und das kannst du halt über Verhaltensänderungen nicht wirklich schaffen. Weil sobald es eng wird, schaltet sich ja der Autopilot ein. Also unter Stress, Das ist ja super gut erforscht, rutschen wir alle in unsere Default-Einstellung. Das ist das Problem, Warum Veränderungen, so Scheiße, schwer sind. Solange alles supi läuft, kann man sich auch super verändern. Aber das ist ja nicht das echte Leben. Das ist übrigens auch ein Riesenproblem, weil du vorhin wieder den Knast angesprochen hast. Ein Riesenproblem. In Bezug auf Gefängnisse und Resozialisierung. Und so. Die Leute, je nachdem, wie lange sie da einfahren, nehmen eine neue Identität an. Also, ich kenne Leute, die waren im Knast, die waren da, wer. Die hatten das Vertrauen der Wärter, die waren psychologisch gut eingestuft, Die haben dadurch Vergünstigungen bekommen und so weiter. Die haben quasi eine völlig alternative Identität zu dem Streetlife, das sie da vorher eingenommen haben. Und dann kamen die Raus. Und was passiert? Das Milieu meldet sich und sagt, hier Moment mal. Du Verräter, du warst ja ein ganz anderer. Und dann entscheidet sich leider, ob jemand rückfällig wird oder nicht. Und es entscheidet sich nicht, Das entscheidet sich über die Identität. Ist diese neue Identität von, Ich möchte straffrei leben, ich möchte frei sein, ich habe neue Werte, ich kann mich erkennen. Mit neuen Features, die nicht den Alten entsprechen, ist die stark genug? Oder sind die Einflüsterungen dieser alten Identität so viel stärker, dass der Sog mich wieder packt?
Joël Kaczmarek: Es ist ja auch total logisch, dass wenn du eine Identität änderst mit deinem ganzen Autopilotenprogramm, Dass das Verhalten sich in der Folge ändert. Also, wenn ich mir das in so einem Fließdiagramm vorstelle, ist ja die Identität oben. Und das Verhalten darunter. Ja, aber total. Dann macht es ja Sinn, wenn ich oben anfasse, dass es sich unten verändert, aber das ist, was mich beschäftigt. Ja,
Vanessa Laszlo: weil es bildschwell, sehr schönes Pragmatbild, ja, total.
Joël Kaczmarek: Und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich das bei Punkt 3 mit dem, da, wo der Wille scheitert, schon adäquat gefragt habe. Ist denn die Entdeckung eines Autopilotenprogramms und dessen Aufhebung eigentlich immer so in einem Schritt möglich? Weil du kannst ja sagen, wir hatten vorhin dieses Beispiel, Ich bin im Meeting leise, weil Mutti am Abendbrotstisch immer gesagt hat, es gibt einen aufs Maul, wenn ich hier zu laut werde. Das kann ich ja dann feststellen, das kann ich beschreiben und das kann ich adressieren. Aber verändert es sich dadurch auch so schnell oder muss ich das jedes Mal wieder machen?
Vanessa Laszlo: Manche Dinge verändern sich sofort. Es ist immer wieder erstaunlich, Deswegen benenne ich das auch, weil ich auch immer wieder Wunder erlebe. Wo ich selber denken würde, Es braucht mehr Zeit, weil es einfach so viele Lebensbereiche umfasst oder so eine starke Erlebensqualität hat. Oder so. Manchmal ist es wirklich so und es reicht. In der Regel braucht es Modulation. Du musst ja die neue Identität auch einüben, dass sie irgendwann selbstverständlicher wird. Und das machst du natürlich erst mal, indem du die immer wieder explizit anziehst. Ich mache das mit meinen Kunden zum Beispiel, dass sie sich explizit anziehen. Dieses Meeting, Was für mich... Einen hohen strategischen Wert, einen Mehrwert haben kann, Das nehme ich bewusst, in meinem Zukünftigen ich ein. Ich nehme das aus der Haltung ein. Der Person, die ich übermorgen sein will. Oder den Post verfasse ich aus meinem Future Self. Oder dieses Gespräch nehme ich bewusst in meiner Gegenwart ein, nicht aus meinem Kind-Ich heraus. Egal, wie viel das mein Chef triggert, indem er laut ist, indem er diese Ungeduld zeigt, unter der ich als Kind so gelitten habe und wo ich mich gar nicht mehr getraut habe. Zu sagen, Bedürfnis, Aber ich hätte hier noch eine Frage Oder sonst was. Ich meine, nochmal, This shit is real. Das ist ja nicht, dass wir alle hochneuroseanfällig sind und uns das ausdenken, weil wir irgendwie keine geileren Ideen haben, sondern wir verhalten uns so, weil das stimmig ist. Es ist halt nur oft nicht gegenwärtig stimmig.
Joël Kaczmarek: Das ist, glaube ich, Der entscheidende Zusatz, dass es quasi gegenwärtig nicht stimmig ist. Es ist immer stimmig.
Vanessa Laszlo: Nur oft halt nicht gegenwärtig, das ist der Punkt, aber unser Gehirn ist ja ewig Gegenwart, Es hat ja keinen Außenkontakt.
Joël Kaczmarek: Lustig. Also, Vanessa Laszlo, Fünf Dinge, die ich über Hypnose gelernt habe, die ich unbedingt wissen sollte, um damit wachsen zu können. Erstens, Trance ist kein exotischer Zustand. Zweitens, Hypnose ist kein Kontrollverlust. Drittens, Hypnose wirkt dort, wo der Wille scheitert. Viertens, Hypnose ist kein reines Wellness-Tool, es ist eins, aber noch mehr oder und noch mehr. Und fünftens, der Wahre Hebel von Hypnose. Ist die Änderung der Identität.
Vanessa Laszlo: Check.
Joël Kaczmarek: I like that a lot. Jetzt habe ich richtig Lust, hier mit dir mal fünf Themen noch hinterher auf die Ware zu hauen, die wir jetzt mal angehen. Ja,
Vanessa Laszlo: Let's Do it. Danke dir.
Joël Kaczmarek: Vielen Dank.
Vanessa Laszlo: Ja, sehr gerne. Ich danke dir. Ciao.
Intro & Outro Speaker: Danke fürs Zuhören beim digital kompakt Podcast. Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus. Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast. Und hey, je größer. Wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen. Also erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns. Bis zum nächsten Mal.