5 Dinge mit 20: Armin Morbach (Modefotograf, Hair & Make-up Artist)

13. Mai 2026, mit Joël Kaczmarek

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Armin Morbach: Ich habe nie etwas gemacht mit dem finanziellen Hintergrund. Es hat alles gut geklappt. Es hat alles super geklappt. Ich habe super Geld verdient und ich habe auch abends beim Gogo-Tanzen 500 Dollar gekriegt. Also, es war für mich immer okay. Es wurde immer gesorgt um mich. Aber ich hätte mir gewünscht, dass ich einen Plan habe. Ich glaube, meine Währung ist Lebenserfahrung. Ich glaube alles, JEDER Shoot, jeDeR Streit, jeder nach New York reisen ist meine Lebenserfahrung. Und das ist etwas ganz Privates, weil so kennen mich die Leute nicht. Und das mag ich gern. Ich mag in einer Welt leben. Wo es nicht um Sexualität geht, sondern um Freundschaft. Ich hätte mich einfach mehr anstrengen müssen. Ich hätte mich mehr anstrengen müssen, um noch früher zu erkennen, was wirklich meine Leidenschaft ist.

Intro & Outro Speaker: Wir fünf oder mehr. Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt du

Joël Kaczmarek: High Five, Leute, hier ist Joël und ihr wisst, An unserem Wisdom Wednesday lade ich mir immer inspirierende Menschen, ein, die ich frage, was sind denn die fünf Dinge, die du gerne schon mit 20 gewusst hättest? Einfach als ein bisschen trickreiche Abkürzung in tolle, Interessante Learnings. Und heute habe ich ein, ich würde mal sagen, Kreatives Enfant, Terrible zu Gast, den Lieben Armin Morbach. Ihr kennt ihn bestimmt, habt ihn garantiert. Schon mal bei Germany's Next Topmodel gesehen, Aber der macht ja eine Million Sachen. Der ist Fotograf, der ist Haarspezialist, Der hat mit dem TUSH Magazine was ganz tolles im Bereich Presse und Staat. Also ich glaube, heute wird es wirklich vielfältig und ich freue mich da total drauf. Deswegen gar nicht lange schnacken, Kopf in den Nacken, dass du da bist, Armin. Moin, moin.

Armin Morbach: Ich freue mich sehr, Vielen Dank. Also wir Hamburger sagen nur Moin. Moin, Moin, sagen die Zugreisten.

Joël Kaczmarek: Ja, das ist immer so. Dann schwatzt man schon in Hamburg. Ja, genau.

Armin Morbach: Dann redet man schon oder hält man sich schon.

Joël Kaczmarek: Bist du gebürtig aus Hamburg eigentlich?

Armin Morbach: Nee, ich bin geboren in Hagen-Oberbayern.

Joël Kaczmarek: Hagen-Oberbayern.

Armin Morbach: Ich bin ja richtig, du darfst nicht in Bayern. Dann gibt es eine Burg Furzen. Da muss man aufpassen. Das ist gefährlich. Also ich glaube, ich bin in Hagen geboren, in Rosenheim aufgewachsen, in München gefeiert. Und danach bin ich nach Hamburg geflogen. Ich habe da noch New York und sowas, aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, das Wasser und keine Berge, Doch meine Heimat sind.

Joël Kaczmarek: Aber bist du ein bisschen Weltenbürger? Dadurch auch?

Armin Morbach: Ich würde schon sagen, ich glaube beruflich bedingt, wenn du Haare und Make-up machst. In den Anfang der 20er bis 30er, reist du weltweit rum. Du musst natürlich dir in Deutschland, als Visagist warst du in meiner Generation, ich bin ja doch schon ein altes Semester, gab es nicht die großen Visagisten, Es gab nicht die großen Agenturen, also musstest du nach New York, nach Paris, nach Mailand, nach London. Das habe ich gemacht. Ich habe also Check und bin trotzdem in Hamburg Hängen geblieben.

Joël Kaczmarek: Was würdest du sagen, welcher Ort hat dich am meisten geprägt auf der Reise?

Armin Morbach: Auf meiner Reise, seit ich geboren bin oder auf meiner Reise? Ich glaube, die ersten sieben Jahre, bei denen ich bei meiner Großmutter groß geworden bin, haben mich am meisten geprägt.

Joël Kaczmarek: Schön. Also ich schweife jetzt mal gnadenlos ab. Normalerweise tauche ich gleich in die Fünf rein. Aber wie kommst du, dass du bei deiner Großmutter groß geworden bist?

Armin Morbach: Meine Eltern waren sehr jung und mussten arbeiten. Also, ich bin Wochenends dann zu meinen Eltern gekommen. Das war, Ich glaube, Segen und Fluch. Meine Eltern waren wirklich sehr, sehr jung. Und deswegen, glaube ich, habe ich so eine super Oma gehabt. Ich habe gelernt, wie man Hausaufgaben macht. Ich habe gelernt, dass man eine Kinderschokolade kriegt. Ich habe gelernt, wie man viel Fleißarbeit macht. Und ich habe Disziplin gelernt. Das hat mir auf keinen Fall geschadet.

Joël Kaczmarek: Das finde ich total. nett, Weil ganz oft ist es ja irgendwie so, dass die Omas so eine wichtige Rolle einnehmen. Also für mich war das auch so, das war so mein Ruhepol im Leben. Während es bei mir zu Hause laut und actionlastig war. Und es freut mich, dass es bei dir keinen schlechten Grund hat, dass jemand gestorben ist oder so, sondern eher sowas. Und ich frage Ja, die Leute am Anfang immer, wie alt sie sind, weil mich ja auch interessiert, von wo wir zurückgucken auf die 20. Wie ist es bei dir?

Armin Morbach: Ich bin, ich wäre dieses Jahr 55.

Joël Kaczmarek: Wirklich?

Armin Morbach: Mhm.

Joël Kaczmarek: Okay, hast du dich, aber nicht gut gehalten.

Armin Morbach: Das ist die Beautybranche.

Joël Kaczmarek: Ah, okay, stimmt. Ich habe dich heute auf der Bühne gesehen. Glaube ich, das warst du, ne? Der meinte, hey, ich arbeite in der Beauty-Herstellung.

Armin Morbach: Ja, genau.

Joël Kaczmarek: Okay, also 35 Jahre sozusagen in der Rückschau. Lass uns mal reintauchen. Was ist so das Erste, von dem du sagst, hätte ich gern mit 20 gewusst?

Armin Morbach: Ich habe natürlich so ein bisschen Gedanken gemacht, Aber was ist es eigentlich? Ich glaube, das Erste, Was ist, dass Longevity nicht erst beginnt, wenn die ersten Falten kommen, dass du auf den Körper viel früher hören musst. Also, wenn du 20 bist, überlegst du dir nicht. Was passiert mit 30, mit 35, Wann geht es irgendwie los, Wann gehen die ersten Wehwehchen los. Und der Körper ist das, was ich meinen 20-Jährigen gerne gesagt habe, das, was du einfach schützen musst und aufpassen, musst drauf. Mit 20 habe ich in Ibiza auf den Boxen getanzt, Ich habe gefeiert, es waren die 90er, um es elegant auszudrücken. Ich habe natürlich so auch mit meinem Job begonnen. Also, ich habe als Dragqueen gearbeitet. Ich habe Gogo getanzt und ich habe nicht sehr auf mich gehört. Habe aber dann, Was würde ich meinen, 30-Jährigen, ich sage, okay, das ist die nächste Sendung, mit 30 ziemlich schnell umgeschalten. Ich habe dann den Alkohol weggelassen. Ich habe noch nie geraucht, ich habe nie Kaffee getrunken. Und habe dann gemerkt, was muss ich eigentlich tun, um Happy zu sein? Weil ich glaube, wir können uns so viel Cremes ins Gesicht schmieren, wie wir wollen. Wenn es von innen raus nicht stimmt, dann wird es außen nie klappen.

Joël Kaczmarek: Ich habe so einen schönen Satz gerade gehört, wo jemand meinte, Die Menschen behandeln ihren Körper manchmal wie so ein Bankkonto, Die heben immer nur ab. Und ganz oft, das ist ja dann so, wie du gerade beschrieben hast, Ich erlebe das immer so in den 40ern, Wenn die Leute dann sagen, ich kann nicht mehr so Party machen. Einmal Alkohol, trinken, das haut mich jetzt für drei Tage weg oder für eine ganze Woche. Dann beginnen so diese Aufwachmomente. Hast du so einen Moment gehabt, wo Du gesagt, hast, okay, da hat mein Umdenken stattgefunden? Gab es da so eine Phase oder so ein Ereignis, was dir da in Erinnerung geblieben ist?

Armin Morbach: Ich glaube, das ist ein bisschen, was möchte ich im Leben erreichen? Also, wenn es wirklich daran gemessen wird, Ob ich nicht mehr saufen kann, ist, glaube ich, mein Horizont ein bisschen kleiner. Also, das ist gar keine Anklage, Aber ich glaube schon, dass man sagt irgendwann, wo möchte ich hin? Ich bin spirituell, ich öffne mich für andere Religionen, Ich habe einfach ein anderes Weltbild und ich glaube, das ändert das Ganze ein bisschen. Ich habe irgendwann gemerkt, einfach, dass wenn ich meine Reise weitermachen möchte, muss ich mit dem aufhören, was ich mit 20 gemacht habe. Ich muss aufhören, der zu sein, der jedem gefallen muss. Das ist ja unser Problem, dass wir das als Kinder gelernt haben, dass du jedem gefallen musst. Es muss der Mama gefallen, der Oma gefallen, dem Papa gefallen. Du musst in der Lehre der Ausbilder gefallen. Und das ist ganz wichtig, dass du das irgendwann aufgibst. Und es war so ein bisschen mein Aufwachprozess, dass ich gesagt habe, ich bin nur mir. Rechenschaft schuldig. Und nur das hat das Ganze ins komplette Gegenteil gemacht. Ich habe dann mit Yoga angefangen. Ich habe natürlich dann früher in der Beauty-Industrie gearbeitet. Was kann man machen, was tut man? Weil das Altern etwas ist, was für mich, glaube ich, Ganz fest innerlich anfängt und im Gedanken anfängt, genau, was du gesagt, hast. Wenn die 40 sind, fangen sie plötzlich an und sie heben nur ab und ziehen nur immer Energie raus. Aber du musst diesem Haus, in dem du lebst, extrem viel zurückgeben. Das ist wie, wenn du in der Wohnung lebst, musst du sanieren, du musst die Wände streichen, Du musst den Boden gucken, du musst es herrichten und so sehe ich mein Leben.

Joël Kaczmarek: Aus der Welt, aus der ich komme, die ist ja sehr geschäftlich geprägt, gibt es immer, so dieses, dass das Denken ganz viel wert ist. Und das fühlen ganz wenig. Wie ist es in deiner Branche und in deiner Welt, in der du groß geworden bist?

Armin Morbach: Also das Problem ist, Ich habe eine Lese-Schreib-Schwäche und ich musste mich immer mehr beweisen als andere. Also, es heißt immer, das schaffst du nicht, das wirst du nicht. Und für mich war es immer eine Challenge. Also, ich wurde dann sehr erfolgreich. Linda Evangelista, Naomi, Madonna, Make-up gemacht. Und es wurde halt immer größer, Und das war ein Punkt, der extrem viel getriggert hat, was anders gemacht hat. Und wenn ich überlege, ja, es streift so ab. Wie war die Frage nochmal?

Joël Kaczmarek: Denken oder das Fühlen, auf welchen Wert? Okay, jetzt habe ich es wieder,

Armin Morbach: jetzt bin ich wieder da. Also denken oder fühlen. ALSO meine... Und was bei mir auf der Zunge lebt, ist mein Denken. Oder ich rede wahnsinnig viel. Also, ich habe große Firmen, ich habe mir das alles aufgebaut. Ich habe irgendwie mit 30 meine Agentur gegründet. Ich habe mit 35 mein Magazin gegründet. Und es ging immer aus einem Antrieb raus. Und es geht, du merkst schon, ich bin gar nicht so der Zahlenmensch. Also, wenn man mir zu mir leute, sagt, ich weiß, okay, ich habe Gott sei dank eine App. Ich weiß, wie ich auf meinem Konto habe. Ich bin vielleicht ein Geschäftsmann, der sehr viel emotionales macht. Also wir leben in der Beauty-Welt. Ich kann dir nicht Zahlen, vorlegen und sagen, was sind die Statistiken, was muss man anders machen. Aber ich glaube schon, dass das emotional in meiner Welt viel wichtiger ist, weil Schönheit, Emotionalität ist. Und darum buchst du den Armin Morbach, weil du das von mir bekommst. Wenn du eine schöne PDF haben musst, passe ich dann. Bin ich raus.

Joël Kaczmarek: Ich hatte heute morgen so einen Moment, also du und ich, so viel darf man ja verraten, sitzen hier bei dm in Karlsruhe. Es gibt hier so ein Beauty-Event. Dann gab es irgendwie erst ein Gedicht, was vorgetragen wurde. Und dann ein Panel so rund um das Thema Aussehen. Also da sind wir mitten beim Thema Körper. ALSO Körper, Deine Dimension war ja eher Gesundheit. Aber wo wir jetzt in dem Kontext sind und wo du dich auch viel bewegst, ist dieses Thema Aussehen. Und ich habe mich echt dabei, ertappt, dass ich ein Kloß im Hals hatte, als ich diesem Gedicht zugehört habe und dem Austausch da. Weil ich merke gerade, ich habe hier so Speckrollen, das nervt mich, Das erste Mal in meinem Leben. Und dann habe ich so diese Energie gefühlt, wo ganz viele Frauen sich, glaube ich, auch drin finden. So dieses mit 14 schon Kalorien zählen, das fand ich irgendwie bewegend. Dieses sehe ich gut genug aus, was denken die anderen? Wie gelingt es Dir in dieser Branche, Wir dehnen jetzt den Punkt, einen Ticken auf, die so auf Äußerlichkeiten fokussiert ist und wo dich jeder bewertet, dass du das geschafft hast, was du eingangs so ein Stück weit schon gesagt, hast, so dieses sich davon losmachen, was andere denken, sich davon losmachen, wie man aussehen soll.

Armin Morbach: Also, als ich groß geworden bin oder in die Branche eingetaucht bin, war Social Media nicht so wichtig. Und ich glaube, das hat mich extrem gestärkt. Heutzutage ist es ja, Wir leben in einer Welt des kompletten Tschatschen. Wir wollen ja überhaupt nicht mehr hören, dass die Mama sagt, sieht toll aus, Deine Beste Freundin sieht super aus. Es würde dir kein Kumpel sagen, Hey Dicker, bist wampig geworden, weißt du? Es würde dir keiner sagen, der Dich wirklich gern hat. Das ist ja immer die Außenwahrnehmung. Und ich glaube, wenn man heute morgen die Sachen angehört hat, wie ist es, Wie bleibt man stark? In der Zeit, ist es, mit der extremen Selbstreflexion und immer wieder aufzubauen. Als der große Body-Positivity-Trend kam, Ich Als queere Person musste mich mein Leben lang irgendwie irgendwo reinschmuggeln oder irgendwo sein. Ich musste immer jemandem gefallen, oder ich musste immer mich anpassen. Ich war nie der, der von der Norm akzeptiert war. Und wenn du damit groß wirst, glaube ich, lernst du ganz schnell, breite Schultern zu haben. Aber auch ein sicheres Zuhause, sein. Wenn Girls zu mir kommen, auch bei GNTM, Die sagen, hey, ich habe ein bisschen mehr, ein bisschen weniger. Nobody Cares anymore. Wir leben nicht mehr in den 90er Jahren, wo Topmodels 1,78M groß sein müssen, Kleidergröße 34, 36 haben müssen. Wir leben nicht mehr in der Zeit. Wir leben in einer anderen Generation, und wir müssten eigentlich lernen, dass die ganzen Mädchen da draußen oder Jungs. Oder wer auch immer viel mehr auf sich selbst hören und nicht mit der Masse mitschwimmen wollen.

Joël Kaczmarek: Ich habe gerade ein Interview mit jemandem geführt, die hat ein Buch geschrieben, darüber, wie gesund und angenehm. Es sei, Social Media zu verlassen.

Armin Morbach: Das ist super.

Joël Kaczmarek: Ich wollte gerade fragen, man hat ja aber natürlich diese Angst, So gelingen da noch Dinge, weil da ist ja eine unglaubliche Wucht und Kraft hinter. Deine Branche lebt ja davon. Wie gehst denn Du mit Social Media um?

Armin Morbach: Ich mache mein Arbeits-Social Media nicht mehr. Ganz einfach. Also ich poste mal was, wenn ich einen tollen Hund irgendwo sehe oder einen klatschenden Pinguin. Was mich erheitert. Aber wenn ich jeden Tag Social Media gucke, es geht nur noch um Krieg, Es geht nur noch darum, dass Dir jeder sorry, Ki getunte Typ irgendwas über Gesundheit, erzählt. Es gibt irgendwelche Doktoren, irgendwelche Influencer, die irgendwelche haferbrei. Andrehen wollen. Ich weiß gar nicht, ob diese Welt, Die ist so Vollgeladen, mit so viel Dynamit, und du kannst überhaupt gar nicht mehr deinen Weg drin finden. Wo passt du denn eigentlich hin? Du machst Dir alles falsch. Der sagt, Du sollst die Haferbrei essen, der sagt, du machst das nicht. Der sagt, Du sollst Zucker morgens essen. Der sagt, du machst das nicht. Der andere sagt, Du sollst eine Bürste füllen. Der sagt, du machst das nicht. Es gibt ja gar nicht mehr eine Meinung. Und das ist auch okay, so. Aber für mich persönlich ist es verwirrend. Ich gucke mir am liebsten Hundewideos an, die gerettet werden. Das mache ich am liebsten. Hunderettevideos Gucke ich mir gerne an. Ich gucke mir gerne Leute an, Die Geld bekommen von diesen ganzen Influencern, die einfach irgendwas ermöglichen, wie Krebstherapie. Das macht mich happy. Aber ich lasse das Ganze nie mehr weg. Ich gucke keine Nachrichten.

Joël Kaczmarek: Ich war eine Zeit lang, jetzt in Vietnam, auf so einer Reise mit einer Gruppe. Und mir ging es nicht so gut. Ich hatte viele so Wirtschaftsthemen im Kopf. Ich war so ein bisschen mit mir selbst beschäftigt und dann hat mich irgendjemand angesprochen. Und meinte so, ja, ich spreche dich einfach mal an, weil die anderen meinen, du grüßt immer nicht und so. Und ich habe es dann so realisiert, dachte ich so, hä, das ist überhaupt nicht mein Naturell. Ich bin so ein übermäßig Grüßender. Und dann haben ganz viele Leute mir auch so Tipps gegeben, weil Sie meinten, ja, du wirkst und ich sage, Leute, Ich habe einfach gerade den Kopf voll mit... Mit Business-Sachen. Ich überlege, wie ich meine Firma aus einer Krise rette. Das hat gar nichts damit zu tun, weil dann Leute kamen, ja, du wirkst so, als wenn du dich unattraktiv fühlst. So, nee, ich bin mit dem Kopf ganz woanders. Und es war insofern aber was ganz Wertvolles, weil ich so da saß und dachte, ach, guck, ist ja interessant. Du kannst eigentlich ein bisschen machen, was Du willst. Die Leute bilden sich ihre eigene Meinung. Also was andere über dich sagen, sagt mehr über sie aus, als über dich. Und da bin ich mal neugierig, was sozusagen dein Umgang. Damit ist, weil dieses ständige Bewertetwerden und dieses für andere Menschen, Und Du musst ja auch ab... abliefern. Also dich bewertet man ja noch stärker als jetzt jemanden wie mich, der mehr Konsument ist. Wie bist du denn, da sozusagen zugekommen, dass das irgendwie, dass du performant bleibst und dass du das nicht so an dich ranlässt?

Armin Morbach: Mein Job ist ein Job. Ich liebe meinen Job, und ich mache das wahnsinnig gerne, aber ich bin ein Kundenpleaser. Also ich weiß genau, was kunden wollen, und ich mache es mir einfach. Ich bin privat der Rebell, aber wenn der Kunde zu mir sagt, ich hätte gerne Packungen, Da sind schöne Wellige Haare drauf. Ich hätte gern das und das Modell. Dann mache ich so, Ja, klar, mache ich dir gerne, kein Problem. Ich arbeite nie länger als 17 Uhr. Ich fange morgens um 9 Uhr an. Wir essen alle nett zusammen. Ich gestalte mir das Ganze um mich herum, so, wie ich mich wohlfühle. Das habe ich mir erarbeitet und das finde ich schön. Klar, als Corona war, wusste ich, geht es weiter. Können wir nicht weiter. Was habe ich gemacht? Ich habe die größten Hamburger Studios geöffnet. Weil ich wusste, intuitiv, Jetzt braucht jeder Studios und es funktioniert. Ich habe mich nie darauf verlassen, dass ich... Der Druck, der finanzielle Druck, der bestimmt auch oft. Da war. Habe ich immer mit einer Vision Obendrauf gesetzt. Ich habe gesagt, okay, was ist es denn eigentlich? Wenn ich den ganzen Tag nur darüber nachdenken, würde, dass der Kunde nicht bezahlt, dass die Marke Pleite, ist, dass mir Geld fehlt, das zieht dich runter. Und ich finde es ganz spannend, was die bei dir in Vietnam gesagt haben. Die haben nicht gesagt, dir geht es schlecht, sondern du hast gesagt, du siehst so traurig aus. Und es wird sofort immer aufs Äußerliche reduziert. Und das ist ja das Spannende. Es gibt doch keine mehr, die zu dir sagt, hey, wie geht es dir eigentlich? Was ist es eigentlich? Also, ich bin nicht der große Hacker, aber ich bin nicht so ein Mensch, Ich bin schon jemand, der sich sehr viel annimmt. Also, wenn Leute bei mir arbeiten, Das können vielleicht meine Angestellten bestätigen, wenn es jemandem schlecht geht, wenn jemand einen Umzugswagen braucht, Ich bin einfach jemand, der hilft. Und ich glaube, dass es damit Karma mit mir ganz gut meint.

Joël Kaczmarek: Wenn wir uns mal wieder nochmal deinen, Punkt kurz nähern. Du hast eben gesagt, Der Körper ist sozusagen ein wichtiges Kapital oder Teil der Reise. Hast du so eine Gesundheitsroutine? Also gibt es Dinge, die du jetzt machst, um auf deinen Körper gut zu achten?

Armin Morbach: Also, wenn du den Podcast hörst und mich näher kennst, weißt du, ich bin schon Hypochonder. Also, ich bin schon jemand, der auf seinen Körper hört. Ich bin überkontrolliert. Also Ich gehe zur Darmkrebsvorsorge, ich mache MRT, ich mache Blutbild. Ich mache Dinge, die wichtig sind, aber auch aus dem Grund, weil in meiner Branche einmal viele Leute mit 50 sterben. Also es gibt viele Leute, die überleben 50. 50 ist so das magische Alter. Schaffst Du es in der Kreativbranche, kommst Du weiter oder stürzt du ab? Ich habe einen Schrank voll. Nahrungsergänzungsmittel, wo ich glaube, das funktioniert. Und ich habe ein Telefonbuch mit so fünf Nummern von Heilern und spirituellen Leuten, die ich anrufen kann, bis es mir schlecht geht.

Joël Kaczmarek: Das ist ja spannend. Du hast eben schon, erzählt, dass du spirituell bist. Ich finde, Viele Menschen verwechseln das immer mit Religion. Das muss es ja gar nicht sein. Was heißt das für dich?

Armin Morbach: Spiritualität. Ich glaube, dass wir auf, also wahrscheinlich werden wir bald gekennt nach dem Ding, aber... Also ich glaube, wenn man auf die Erde kommt, weiß man. Oder hat man sich das Leben ausgesucht.

Joël Kaczmarek: Das glaube ich auch.

Armin Morbach: Ich glaube definitiv nicht, dass wir hierher kommen, um mal auszuprühen, Wer man ist. Und ich glaube, oder ich weiß es, dass es nicht so viele Zufälle geben kann. Ich nehme jede Herausforderung, so an, als wüsste ich, also, als würde ich mich damit abgeben wollen. Wenn ich alles sage, Oh Gott, warum ist das passiert, Was das passiert, ist, Sie wird sagen, Ich nehme die Aufgabe an, auch wenn Sie schwierig ist. Und Spiritualität ist genau das, dass du einfach daran erkennst. Also, ich bin ja mein eigener, wenn ich mir mein Leben ausgesucht habe, weiß irgendein Teil in mir drin, eigentlich, was abläuft. Und ich bin die Quelle. Ich kann sagen, hey, guck, ich habe mir das ausgesucht, es ist scheiße, mir geht es beschissen, Ich komme nicht vom Klo runter oder was auch immer, aber ich finde einen Weg. Dieses ständig sich bejammern und meckern und allen Leuten schuld geben, der Politik Die Schuld geben, den Benzinpreisen, die Schuld geben, Das funktioniert in meinem Leben nicht. Ich bin für mich verantwortlich. Und nur so finde ich, Es ist ja nicht das Spirituellste, aber es hilft mir sehr, um jeden Tag auch aufzustehen, was mir Spaß macht. Und ich glaube einfach, ich glaube, dass es Engel gibt. Ich finde es super, wenn es Elfen geben würde. Ich finde, es ist so eine Fantasy World, auch, wo man einfach sagt, ich finde das cool. Weißt du, warum gibt es nur den Lieben Gott oder Mohammed oder warum? Es gibt so viele Sachen, da draußen, die einfach anders sind. Und das freut mich.

Joël Kaczmarek: Ich wurde mal gefragt, ich glaube, wir sind uns sehr ähnlich. beide. Wie warst du eigentlich gemeint? Und dann habe ich gefragt so, was meinst du mit der Frage? Dann hieß es so, naja, wenn du auf die Erde kommst, hast du genau das. Ich glaube, so ein Lernziel. Und dann kommt irgendwie ja die Welt dazwischen. Dann kommen deine Eltern, prägen, dich, deine Pädagogen und so weiter, dein Umfeld. Hast Du so eine Vorstellung von dir, wie du gemeint warst oder gemeint, bist?

Armin Morbach: Also ich glaube, nach sehr viel Geld und sehr vielen spirituellen Heilern, glaube ich, ist meine Aufgabe zu helfen. Ich glaube, dass ich wirklich das Helfer-Syndrom habe. Und ich glaube, dass ich ganz viel Karma aus verschiedenen Generationen meiner Vorfahren aufarbeite. aufarbeite. Das hört sich für jemand vielleicht komisch an, aber ich habe immer schon, Egal, ob es mit einem Drink an der Bar bis hin zum Umzug, bis hin zu größeren Sachen immer geholfen. Das mache ich gerne, das mache ich mit Herzen und ich jammer nicht. Also mein Assistent weiß, Ich habe so viele offene Rechnungen, da draußen von Leuten, von denen ich noch Geld bekomme. Das ist wirklich ein Albtraum. Aber wenn jemand zu mir sagt, mein Vater liegt im Sterben, Ich würde gerne die Beerdigung bezahlen und ich habe das Geld. Glaube ich ganz fest daran, indem, dass ich das gute tue, kommt es zu mir zurück. Und wenn ich es nicht zurückkriege, dann ist es eine Lernsache. Dann sage ich, okay, so ist es. Aber ich möchte ein gutes Gefühl haben. Das ist mir wichtig.

Joël Kaczmarek: Ich glaube auch immer sehr stark an Karma. Ich habe eine innere Überzeugung, dass ich glaube, wenn man sich selbst anständig benimmt, passiert einem auch ein Beständiges.

Armin Morbach: Genau. Aber das müsstest du mal ganz, ganz vielen Menschen da draußen erklären. Ich glaube, dass jede Lüge, jedes Betrügen, JEDES Nicht-Ehrlich-Sein, JEdes ja, nicht integer sein und nett zu sein, kommt auf dich zurück. Es wird alles auf dich zurückkommen. Alle Energie, die du ausstrahlst, wird zurückreflektiert.

Joël Kaczmarek: Klingt so ein bisschen bei dir durch. Ich entdecke das gerade so als Punkt. Je öfter ich oder je tiefer man eintaucht, desto mehr merkt man davon. Das wirkt jetzt sehr esoterisch, wenn ich sowas sage, aber ich habe viele Menschen, die hochgradig erfolgreich sind, wo immer wieder so diese Punkte kommen, dass man selber Dinge anziehen kann. Also, ich saß zum Beispiel mit John Strelecky zusammen, der hat dieses Buch geschrieben, Das Café am Rande der Welt. Und der kam zu mir und hat gesagt, Joël, Es gibt so eine Art Algorithmus des Universums. Glaubst Du auch dran? Weil der hat gesagt, wenn Du halt... Im Ernstfall ist es so nett, erklärt, wie mit einem Autonavi. Der meinte, Wenn du über Pizza Essen gehst, gibt dir das Universum. Mehr Italiener auf deinem Bild. Also du kannst sozusagen, das, was Du rausrufst, kommt auch mehr zu dir. Das ist auch so deine Überzeugung?

Armin Morbach: Ich glaube, wenn ich krank bin und einfach eine Affirmation habe und sage, ich bin gesund, mir geht es wunderbar. Wenn ich mir den ganzen Tag einrede, sage ich, Gott, geht es mir schlecht, Ich habe Depressionen, mir ist es nicht gut. Das ist ja was, mit was ich, Wir sind Materie, wir stehen aus Wasser, aus Energie und es gibt die ganz tollen. ähm, Bilder über Wasserfrequenzen, Wenn Du Sie positiv, was drauf gehst, was Negatives drauf gehst. Und ich jeden Tag nur erzähle, boah, es ist mir scheiße, mir geht es schlecht, das alles. Das setze ich im Körper fest. Und das möchte ich nicht. Deswegen weiß ich, auch wenn es mir noch so schlecht geht, muss ich immer sagen, dir geht es super, heute ist alles gut. Und je öfterst du es, Ich glaube, das ist das zehnte Mal oder das dreißigste Mal, Ab dem dreißigsten Mal befestigt sich es im Körper. Es ist etwas, nach dem ich lebe. Und das war nicht von heute auf Morgen, so. Aber... Mit 55 bist du an einem anderen Punkt. Du guckst auf die andere Seite. Es beginnt jetzt mein Herbst des Lebens. Man sagt Ja 25, 50, 75. An 75 bist du im Winter. Und jetzt bin ich immer im Herbst. Und Herbst ist schon spät. Also, der Winter kommt und es wird kein Frühling mehr kommen. Und deswegen, glaube ich, musst du so leben, dass Du einfach wirklich mit dieser angenehmen Energie durchs Leben gehst, den Leuten Was gutes tust. Und das ist so, wie ich lebe.

Joël Kaczmarek: Lass uns mal zu deinem zweiten Ding kommen. Weißt du, das zweite, wo Du sagst, hätte ich gerne mit 20 gewusst.

Armin Morbach: Jetzt habe ich fast alles schon, erzählt, was ich machen wollte. Ich glaube, was das wichtige ist, ist vielleicht etwas Schnelleres. Oder vielleicht ist es, oder was, war das andere schon emotional? Ich glaube, dass mein 20-jährigen ich ist, dass die Ehrlichkeit oder dass die, nee, anders. Nicht jeder Freund, um dich herum, meint es Gut mit dir. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Mit 20 hast du, da bist Du in DeINEM Peak-Zeit, Du hast eine tolle Figur, du siehst geil aus, Alles ist super im Leben und dir kann nichts. Und das wird von sehr vielen Leuten ausgenutzt. Von guten und von schlechten Menschen. Und das würde ich meinen 20-Jährigen definitiv auch sagen, Pass auf, auf wen du dich einlässt.

Joël Kaczmarek: Hast Du negative Erfahrungen gemacht für viele, dass Du an diesen Punkt gekommen bist?

Armin Morbach: Ich habe viele negative Erfahrungen gemacht, aber ich glaube, es liegt auch wirklich daran, dass der Schwule Dorfjunge vom Dorf damals... In die Stadt kam und ich war blauäugig, nicht nur in der realen Welt, sondern ich war blauäugig. Ich habe aber auch Typen vertraut, die es einfach nicht gut mit mir gemeint haben. Also ich glaube, heutzutage würde es in der Presse landen, Aber ich habe schon gemerkt, dass es Dinge gibt, auf die ich mich einfach damals nicht eingelassen hätte. Und das ist ganz wichtig. Und ich glaube, mit 20, also vor 35 Jahren mit 20, war es über Weitem nicht so weit. Wenn ich heute gucke, Ich habe ein paar Leute mitgesprochen, Die sind 28, 25, die haben, die sind so viel reifer, als ich jemals war. Mein Bart Wuchs kam mit 27. Also, ich sah aus wie so ein kleiner Frosch. Und das, glaube ich, wurde einfach anders ausgenutzt, als ich mir das gewünscht hätte.

Joël Kaczmarek: Also, ich würde ja sogar sagen, deine Industrie, in der du dich bewegst, Die ist fast dafür prädestiniert, dass solche Leute sich darin tummeln. Weil man kennt ja immer diese Entouragen. Wenn du oben bist, dann hast du ganz viele Freunde. Und wenn es sozusagen mal nicht läuft, dann guckst du hinter dich. Und da steht auf einmal keiner mehr, oder?

Armin Morbach: Genau. Also in meiner ganzen Karriere habe ich vielleicht wirkliche Freunde, die ich heute habe. Jetzt muss ich überlegen, in meiner Branche habe ich keine mehr. Mein bester Freund ist gestorben, Aber ich habe Bekanntschaften und gute Bekanntschaften. Aber wirkliche Freundschaften hast du nicht, weil das ist dieses immer, Wer ist denn wirklich mein Freund? Bei Champions League Topmodel bin. Und ich bin bei ProSieben, und ich bin bei Glow Up, und ich bin so viele Freunde. Ich habe wahnsinnig viele Freunde. Also mein WhatsApp, also, es ist wirklich so, als hätte ich die besten Freunde. Aber wo sind die denn, wenn es wirklich mal schwierig ist? Wo ist denn der, der einfach mal braucht? Aber ich habe das gelernt. In den Jahren. Als 20 hätte ich jedes Aufploppen von jeder Nachricht als Freundschaft gesehen. Das mache ich nicht mehr.

Joël Kaczmarek: Woran erkennst Du denn die Menschen, die es ernst mit Dir meinen?

Armin Morbach: Wie erkenne ich Menschen, die es ernst nehmen? meinen, wenn wir nicht über Job reden? Daran erkenne ich sie. Ganz einfach. Wenn mich jemand einfach mal fragt, wie geht's dir? Aber nicht fragen, ob ich jetzt noch ein Wasser will oder so. Das ist total nett und ich freue mich auch, wenn man mich zu Essen eingeladen hat. Aber wenn einfach mal jemand zu mir, sagt, was bewegt dich? Keine Ahnung, Was machst Du gern Sonntagmorgens? Also, ich bin ja schon so verunsichert, wenn mich Leute so private Dinge, fragen, wo ich denke, der will, was von mir. Also ich denke schon so, interessiert dich das wirklich? Also, man hat ja schon eine Schutzmauer, die ja so aufgezogen wird, Diese Mauer. Das wird ja so hochgezogen. Weil du als, Ich bin sehr sensibel in dem Sinn, wie man ja mit meinem Spiritus verletzt weiß, brauchst du ja, Ich habe die Mütze auf und mache meine Brille auf und bin der Coole, Ja, meine Stimme ist ganz super cool und bin ich halt der Typ, Aber wenn es dann an mich näher rangeht, ist es ganz, ganz sensibel. Und das, den Schutz, den ich da habe oder den ich mir aufgebaut habe, Den brauche ich und echte Freunde würde ich mir wünschen, aber ich habe alte Freunde. Ich habe tolle Freunde, aber ob es wirklich jemand ernst mit mir meint, merke ich oft nicht.

Joël Kaczmarek: Was passiert, wenn man bei dir in diesen sensiblen Bereich vordringt?

Armin Morbach: Ich glaube, man lernt jemanden kennen, und das irritiert oft meine Partner, dass sie jemanden kennenlernen, der ganz anders funktioniert. Dann koche ich und backe. Mag ich und wasche die Wäsche? Und bin ganz freundlich und bringe Blumen mit und habe so eine, das, was ich im Job immer so ganz cool bin und so, habe ich zu Hause. Was ganz Privates. Also, ich bin dann, muss ja nicht immer die Beziehung sein, aber mal zusammen einen Film gucken. Ich habe überhaupt kein Problem, ob Hetero oder schwul, Ich habe überhaupt kein Problem, mit Jungs auf dem Sofa zu liegen und einfach Fernsehen zu gucken. Ich habe nicht dieses... Sexualisierung von Freundschaften. Ich habe ganz tolle Hetero Freunde, die einfach mir auf dem Sofa liegen. Und dann liegt man einfach und guckt einen Doofen Film an und isst Chips. Und das hat für mich was ganz Privates, weil so kennen mich die Leute nicht. Und das mag ich gern. Ich mag in einer Welt leben, wo es nicht um Sexualität geht, sondern um Freundschaft. Du kannst mich um drei Uhr nachts anrufen, ich hole dich ab, du kannst sagen, ich brauche dich beim Umziehen, Ich kann ganz gut Lampen anbringen, Mein Vater ist Stadttrommelektriker, Ich kann eine Lampe anbringen. Also ruf mich dann an, wenn du mich brauchst.

Joël Kaczmarek: Das ist ja eine interessante Achse. Wo kam denn jetzt gerade die Verbindung her? Zwischen Sensibilität und Sexualität?

Armin Morbach: Sensibilität und Sexualität ist bei mir sehr nah. Also klar, ich glaube, dass wir schwulen. Männer wissen, dass wir an jeder Ecke irgendwo Sex haben können. Das ist nichts, wo man sagt, boah, Das ist aber schwierig. Also, da funktioniert es nicht. Es gibt die ganzen Plattformen, es ist alles da. Und der normale Sex, den ich genug in meinem Leben hatte, langweilt mich. Also Sexualität ist toll, aber ist nicht das, was mein Leben ausmacht. Und wenn ich sensibel bin und wenn es ein bisschen weich geht, dann kommst du an mich ran. Und dann ist es für mich wirklich Sexualität. Aber das wird oft misskannt, weil du weißt ja heutzutage gar nicht mehr, darf ich den anfassen, ist das komisch, wenn ich anfasse, ist der homophob, ist der nicht homophob. Das ist ja etwas, was ganz lange braucht, bis das Aufbricht in mir. Und dann sitze ich dann da und dann werde ich weich. Und dann ist es oft so ein ganz kleiner Spannungsgrad. Wenn ich mit dem Homo dann wäre, geht es vielleicht in die Sexualität. Aber bei Heteros wird es einfach weich und das finde ich schön.

Joël Kaczmarek: Okay, weil ich habe gedacht, dass du mit Sensibilität sozusagen, eher emotionales, meinst. Es gibt ja auch jenseits von Sexualität ganz viel Sensibilität. Also sozusagen, weiß ich nicht, Kindheitstrauma.

Armin Morbach: Ach, so, dahin möchte ich. Okay, dann verstehe ich.

Joël Kaczmarek: Möchte ich nicht. Du gibst sozusagen die Richtung vor, aber das war sozusagen, was ich erwartet hatte. Deswegen fand ich es spannend, dass das bei dir eine ganz andere Richtung ist.

Armin Morbach: Sensibilität ist ja das, was wir ja nicht jedem zeigen. In der heutigen Zeit ist ja sensibel zu sein, Du musst ja sofort zum Psychologen. Es ist ja nicht mehr so, dass du sagst, ich bin sensibel, ich weine gerne, ich bin anders. Mich nimmt es noch mit, dass mein Vater mich damals nicht geliebt hat. Das sind alles Sachen, das sind Traumata, die wir drin haben, was uns einfach ausmacht, was uns sensibel macht. Aber in der heutigen Zeit darfst du das ja gar nicht mehr so zeigen. Wenn du es zeigst und wenn große Karrieren auf Instagram beziehen, sich ja nur darauf, Es bezieht sich ja nur darauf, dass man irgendwann mal Schwodermann verprügelt worden ist. Oder dass mein Vater mich nicht geliebt hat oder meine Mutter komisch zu mir war. Das sind Geschichten, die ich nicht sensibel, finde. Das ist etwas, was mich... Geprägt hat oder ausgemacht hat, Aber Sensibilität ist für mich was ganz, ganz privates und sehr Nahes.

Joël Kaczmarek: Ich habe das öfter erlebt, dass, wenn ich mit prominenten Menschen zu tun habe und meine Hilfe anbiete, dass die so nervös werden. Und dann habe ich immer gedacht oder hatte den Eindruck, dass die Sozusagen immer in so einem Scanner-Modus sind. Will der gerade was von mir? Ist der nur nett, weil ich bekannt bin? Ist das ein bisschen so, wenn man auch in die Riegen vordringt, in die Du Vorgedrungen, bist, dass man immer so schnell auch dieses Ausgenutztwerden bei den Leuten vermutet?

Armin Morbach: Welche Hilfe bietest du denn an?

Joël Kaczmarek: Ich sage zum Beispiel mal ganz offen, wenn Du was brauchst von mir, Ich habe ein tolles Netzwerk im Business-Bereich, lass mich wissen. Ich meine, ich bin da ganz unbedarft. Ja,

Armin Morbach: aber das ist sympathisch. Du merkst schon ganz schnell, wenn der zweite Satz zum Beispiel, du bist doch gut mit Heidi Klum. Oder du kennst auch Rita Ora. Oder wie ist Helene Fischer? Also du merkst Ja, ganz schnell, Hey Armin, wie geht's? Und dann ist es sofort diese RIP-Frage, die hinten reinkommt. Und ich glaube, dass man dann schon scannt. Du scannst automatisch. Also Ich glaube schon, dass man, wenn ich meine Hilfe anbiete und sage, du, hey, ich fotografiere dich, du hast super tolle Augen, du siehst gut aus. Und wie auch immer, was, dann ist das etwas, was von mir von Herzen kommt. Und ich erwarte nichts dafür. Ich mag nicht diese Deals. Das ist mein Problem.

Joël Kaczmarek: Ach, das finde ich aber schön, dass du so, also du bist jemand, der sozusagen Dinge aus der Freude heraus macht und nicht in so einer Gegenaufrechnung.

Armin Morbach: Auf keinen Fall. Das gibt es bei mir nicht. Also ich denke, man darf im Leben nichts erwarten, weil sonst wirst du nur enttäuscht. Wenn ich immer was erwarten würde für das, was ich bekomme, bin ich lost. Also kann ich nur sagen, ich gebe freiwillig. Das, was ich gebe, erwarte ich nicht zurück. Und was zurückkommt, da freue ich mich drüber. Und so gehe ich das Leben.

Joël Kaczmarek: Schön. So, jetzt haben wir zwei schon. Du hast gesagt, den Zweiten machen wir schnell. Was ist so das dritte Ding, wo du sagst?

Armin Morbach: Der war schnell? Okay. Der dritte, Longevity, Dann haben wir das. Es geht um meine Mama. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man mit 20, Das ist ein emotionales Thema bei mir, Aber, dass man so viel Zeit mit den Eltern verbringt, wie es so möglich ist. Ich bin damals weggegangen und bin nach New York gegangen. Und meine Mama war eigentlich immer da, aber man telefoniert da nicht so, mit denen. Und man merkt jetzt mit 55, meine Mama ist 75, Man merkt jetzt, Jetzt setzen die, Ich würde es mal vorsichtig formulieren, Die helleren Punkte im Leben ein. Man erinnert sich nicht mehr alles so. Und ich würde mir wünschen, dass wir ganz, ganz viel Gemeinsamkeiten mit 20 erlebt habe, an dem man festhalten kann. Wir denken, wir müssen ausziehen. Und am Wochenende gehe ich hin und schmeiße meine Sackwäsche hin. Und ja, mit 20 alles cool. Aber vielleicht haben sie nicht alles richtig gemacht, meine Eltern. Und vielleicht waren sie nicht die Eltern, die man im Bilderbuch kennt. Aber es sind meine Eltern. Und ich hätte mir mit 20 mehr gewünscht, dass ich das mehr respektiere.

Joël Kaczmarek: Du hast gerade gesagt, es ist ein emotionales Thema. Hast du Wehmut, was das angeht?

Armin Morbach: Es gibt diese Insta-Stories immer, wo Du siehst, ja, Stell dir vor, du kannst deine Mutter noch anrufen. Und sowas. Ich muss nicht sofort weiterklicken, weil Ich bin sehr eng mit meinen Eltern, und ich habe keine Wehmut. Aber natürlich hatte ich mit 20 nicht das Geld, was ich heute habe, dass ich meine Eltern mit in den Urlaub nehmen kann. Meine Eltern hatten nie das Geld, um mir das zu geben, was ich Ihnen vielleicht jetzt geben könnte. Wir sind nach Italien gefahren, waren immer im kleinen Hotel und haben immer Sachen gemacht, mit dem Auto nach unten gefahren. Und es war schön. Aber ich hätte halt gern mit 20 noch andere Sachen erlebt. Du weißt nicht immer nur die Routine, die Routine des Nachhausekommens, an Weihnachten genervt sein, Zimmertür zuschmeißen, sagen Scheiße, Es nervt mich, also keinen Bock zu haben. Die Energie, die dort aufgeladen wird, das, was du dort verpasst, das kannst du im Alter nicht mehr einholen. Ich habe jetzt nicht mehr die Zeit. Mit 20 hätte ich sie noch gehabt, jetzt habe ich sie nicht mehr.

Joël Kaczmarek: Hast du Sie jetzt nicht viel eher, wo du so ein gemachter Mann bist und Freiheiten dir erarbeitet? hast?

Armin Morbach: Klar, also ich...

Joël Kaczmarek: Die Qualität ist wahrscheinlich eine andere.

Armin Morbach: Die Qualität ist eine andere. Weil früher, Ich hätte mal 14 Tage, mit denen abhängen können. Jetzt kann ich nicht 14 Tage abhängen. Ich hätte mal mit denen einfach da sein können, mit meiner Mutter einen Kuchen backen können. Jetzt freue ich mich über meine Mama, die sich an das Kuchenrezept erinnert. Also, wir waren nicht weit auseinander. Meine Mutter war 18, als ich geboren war. Also, wir waren nie so lange auseinander. Und deswegen glaube ich, ist der Punkt, dass es irgendwann mal wie Freunde von mir wurden. Das fand ich ganz schön. Aber ich hätte mir schon gewünscht, dass ich nicht so ein Arschloch gewesen wäre. In 20.

Joël Kaczmarek: Was macht Deine Mutter beruflich?

Armin Morbach: Künstlerin.

Joël Kaczmarek: Ah, also auch in deinem Segment?

Armin Morbach: Ganz viel. Die hat ganz viel gemacht. Ein Setbau mit mir. Die macht ganz viele Ausstellungen. Die Hat früher. Also wirklich eine Künstlerin. Und die, glaube ich, nicht, der wäre, der ich heute bin.

Joël Kaczmarek: Und hast du einen Zugang gefunden, wie du mit diesen Gefühlen umgehst? Weil ich glaube, ich habe eine ganz gute Vorstellung, wie es einem da geht, wenn man, Es hat ja eine gewisse Tragik, wenn Momente sozusagen nicht mehr wiederkommen, so diese Vergänglichkeit. Hast du eine Art gefunden für dich, wie dir das leichter fällt, Sowas loszulassen?

Armin Morbach: Ich glaube, es ist erstmal das Ritual, das Entschuldigen und das Annehmen. Und wenn du zu deiner Mama einfach dich hinstellst und sagst, es tut mir leid, das ist emotional. Es tut mir Leid für das, was ich dir angetan habe und dass ich nicht immer für dich da war, ist etwas, was extrem heilend ist. Weil meine Mutter kommt aus einer anderen Generation. Die ist nicht vielleicht so weit, wie ich bin. Und mich hinzustellen, Sie im Arm zu nehmen und zu sagen, hey, es tut mir leid, dass ich nicht immer da war. Und ich danke dir, dass Du meine Mama bist. Das hat bei mir sehr viel verändert.

Joël Kaczmarek: Also, wenn Du sagst, es tut mir leid, was ich dir angetan habe, dann meinst Du damit, dass Abwesenheit sozusagen, Das ist was...

Armin Morbach: Abwesenheit, Ja, natürlich, du legst dann auf und hängst auf, sagst, schick mir mal. 20 Mark damals noch oder 100 Mark, Ich kann mir die Miete nicht bezahlen und sowas alles. Dann hängt sie auf und sagt, bei ihr geht es auch gerade nicht. Du sagst, du guckst ja nicht dahinter und sagst, Ah, ja, vielleicht geht es Ihr nicht so gut. Du sagst immer, was für ein Arschloch, sorry, Leg auf. Weißt du, Ich habe mir Arschloch gesagt, hätte ich eine geknallt gekriegt. Aber die Situation war schon oft so, dass sich halt einfach meine Mutter verurteilt. Wenn es einfach nicht ging. Und das hätte ich mir einfach, Ich glaube, das ist ein bisschen mein Karma-Käppchen, was ich mir aufgesetzt habe.

Joël Kaczmarek: Was meinst du da mit deinem Karma-Käppchen?

Armin Morbach: Ich habe das ausgebadet, aber ich glaube schon, was wir vorher besprochen haben. Über Karma, Ich glaube schon, dass ich da viel ausbaden musste. Später mit Jobs, die nicht geklappt haben. Und sowas. Das hat vielleicht nicht emotional mit meiner Mutter, was zu tun, aber mit 20 überlegst du nicht, wie du mit Leuten umgehst. Du überlegst dich nicht, wie MIT deinem... Boyfriend umgehst, Du überlegst nicht, ob die Oma noch lebt, Du denkst einfach nur an dich, weil du einfach denkst, Du bist die geilste Sau, Du denkst Einfach nur, boah, ich, ja, Die Welt steht mir zu Füßen, jeder findet mich toll. Und du missbrauchst ein bisschen dein Umfeld, du guckst da nicht drüber und sagst, wie toll es ist, Die Oma bügelt dein Hemden und macht alles ganz toll. Und du gehst nach Hause und sagst, das nicht, das nicht, das nicht, also. Das ist natürlich eine, Ich war schon sehr ruppig.

Joël Kaczmarek: Vor allem, also. Ich denke gerade darüber nach, einen Wert, den ich bei dir wahrgenommen habe, den ich auch selbst stark teile, ist das Thema Eigenverantwortung, In die Verantwortung gehen. Es klingt für mich ein bisschen so, als wenn das auch. Was war, wo du Verantwortung gelernt hast, weil am Anfang ist es natürlich leicht zu sagen, Mama, du bist so blöd, dass Du mir die Kohle nicht geben kannst, kacke. Und dann irgendwann an den Punkt zu kommen, zu sagen, am Ende des Tages bin ich selber für verantwortlich. War das so?

Armin Morbach: Ich war mit 21 selbstständig. Also, ich habe meine Friseurlehre gemacht, habe zwei Jahre noch beim Friseur gearbeitet und war dann selbstständig. Also mir hat im Leben niemand was geschenkt. Also ich habe nicht... Einmal was geerbt. Mir hat nicht jemand 1.000 Euro geschenkt, sondern ich habe alles selbst erarbeitet. Und das hat mich, glaube ich, Haben meine Eltern mich gelehrt, weil natürlich meine Eltern nicht reich waren. Ich musste arbeiten. Ich habe mit 15 meine Lehre begonnen. Das ist sehr früh heutzutage, wenn man das überlegt. Und alles, was ich erschaffen habe, habe ich, okay, 21, Nicht 20, aber ab dem Zeitpunkt gemacht.

Joël Kaczmarek: Bei allem, was wir gerade so besprechen, du hast vorhin auf der Bühne, was Schönes gesagt, da meintest du, Das ist egal, ob es eine Heidi Klum oder eine Rita Ora ist, Die sind auch alle unsicher. Dann hast du einen netten Witz gemacht und meintest, okay, Heidi Klum, vielleicht nicht. Siehst Du ein bisschen, wenn Du in diese, ich überlege, was so die andere Qualität ist, die diese Menschen haben. Die haben eine hohe Bekanntheit, Aber das ist ja per Se keine menschliche Qualität, sondern es ist irgendwie ein Ergebnis. Aber bei diesen Menschen, die so im Rampenlicht stehen, siehst du Dinge, die anders sind, als mit den Menschen, mit denen du sonst normal verkehrst?

Armin Morbach: Kommt darauf an, wie nah, ich dran bin. Also, wenn wir nur so, Lindsay Lohan, haben wir letztens in L.A. Gemacht und sowas. Wenn du da bist, dann geht es nach, hi, hi, great, amazing, beautiful, goodbye. Also, das ist eigentlich so, als würdest du beim Drive-Thru reinfahren, du machst dein Ding, dann isst du und dann gehst du ein bisschen wieder raus. Aber wenn mit Heidi, die ich über 20 Jahre kenne, Und wenn Ihr da auf Set zu mir kommt? Und wir fotografieren den Sohn Henry und sie ist dann die ungeschminkte Mama. Und die Oma kommt und wir unterhalten uns. Und sie macht Videos, weil sie ganz stolz ist auf ihr Kind. Das ist super. Also, es kommt immer daran an, wie nah, ich bin. Also bei einer, Keine Ahnung, Tina Turner damals, wo jeder wusste, Sie hatte eine Perücke, hat Sie mich herangelassen, weil ich ganz nah ran konnte. Also, der Visagist in mir war immer sehr nah dran. Und er war immer der Freund, der gesagt hat, du, mein Schlüppi zickt. Und das funktioniert nicht. Und das ist, da bist du ganz nah dran. Aber je älter man wird und je größer die Jobs werden, um je anonymer wird es auch. Du machst, Du Bedienst, ein Produkt, du gehst rein, ich bin super freundlich, mache das alles mit denen, Aber wir gehen nach Hause und sind keine Freunde.

Joël Kaczmarek: Ich würde ja annehmen, dass dein Beruf fast ein therapeutischer manchmal auch ist. Ist das so?

Armin Morbach: Ich denke definitiv. Aber ich mag das gerne. Also ich finde, jeder, der bei mir arbeitet, kriegt eine Therapie. Und zwar erstmal, wie es im Leben wirklich funktioniert. Und der Job ist, Ich fotografiere das Tiefste in dir. Ich fotografiere dich. Das ist was so Persönliches. Und wenn ich nicht mit dir connecte, dann können wir uns noch so anstrengen, dann wird das nichts. Also wir, beide müssen uns connecten, um ein schönes Bild zu haben. Und ich glaube, das ist ein Teil meines Erfolgs, weil ich wirklich nah rankomme.

Joël Kaczmarek: So, drei haben wir, glaube ich schon jetzt. Das vierte, Was ist das vierte, wo du sagen würdest, möchte ich gerne mit 20 schon wissen, wenn ich das nächste Mal auf die Erde komme.

Armin Morbach: Okay, Das andere, was ich habe, ist definitiv die Wirtschaftlichkeit. Mit 20 habe ich definitiv wirtschaftlich ganz anders gedacht. Mir war das nicht wichtig, wo ich wohne, wie ich wohne, was ich mache, ob ich Apartment-Sharing mache. Ich habe mich nicht... Fokussiert und konzentriert. Ich habe nie etwas gemacht mit dem finanziellen Hintergrund. Es hat alles gut geklappt. Es hat alles super geklappt. Ich habe super Geld verdient und ich habe auch abends beim Gogo-Tanzen 500 Dollar gekriegt. Also, es war für mich immer okay. Es wurde immer gesorgt um mich. Also, es war immer da. Aber ich hätte mir gewünscht, dass ich einen Plan habe. Weißt du, dass man sagt, jetzt? sagt er. irgendwann, wenn du Kohle hast, sagt er plötzlich die Bank, ja, Also wollen Sie eine Wohnung kaufen oder wollen Sie ein Haus kaufen oder brauchen Sie nur das, Brauchen Sie das, brauchen Sie Gold. Aber in den jungen Jahren stellst du ja die Weichen. Und ich hätte mir gewünscht, dass ich, Ich hatte es nicht, Ich konnte nicht gut Mathe und ich kannte niemanden bei einer Bank. Also, ich hätte mir gewünscht, dass ich mich dauernd mehr reinhänge. Damit ich das Ganze, was ich erreiche, vielleicht wäre ich jetzt ganz woanders. Vielleicht hätte ich eine große, eigene Marke, weil ich anders investiert hätte. Vielleicht hätte ich etwas anders gemacht, wenn ich den wirtschaftlichen Aspekt mehr beachtet hätte.

Joël Kaczmarek: Ich meine, Nun gibt es ja viele Währungen, mit denen man unterwegs sein kann. Geld ist ja nur eine. Was war denn immer so deine Währung, die du sonst, wenn du gesagt hast, Wirtschaftlichkeit war es nicht, die du verfolgt, hast?

Armin Morbach: Guter Geschmack.

Joël Kaczmarek: Guter Geschmack?

Armin Morbach: Ich glaube, das war, was ich ausgemacht habe. Ob ich Haare, Make-up gemacht habe, leuten einrichten, geholfen habe, Es war immer das, Es ging immer um den guten Geschmack und das gute Gefühl, das war meine Währung. Es gab wirklich in meinem Leben wenige Leute, wo es nicht gut geklappt hat. Am Set. Und toll, toll, toll, bis heute. Also das ist, glaube ich, etwas, warum leute mich... buchen, Man muss nämlich kein Studio haben, Ich gehe die Extra Meile, Ich mache das Extra. Foto, Ich mache den Extra Look, weil ich bin extrem dankbar. Ich bin in der heutigen Zeit mit KI, wo wir stehen, dass du immer noch gebucht wirst, dass du Aufträge hast, ist nicht selbstverständlich. Und da bin ich sehr dankbar, und das zeige ich den Kunden.

Joël Kaczmarek: Okay, das ist deine Währung gegenüber anderen. Ich meine, was deine Währung für dich ist, also, wofür hast du es gemacht, was war Dir wichtig, was wolltest du rausziehen, wenn Du gesagt hast, Geld habe ich nicht verfolgt?

Armin Morbach: Was wollte ich rausziehen? In der ganzen Sache? Ich glaube einfach Lebenserfahrung. Ich glaube, meine Währung ist Lebenserfahrung. Ich glaube, jeder Shoot, jeder Streit, jeder nach New York reisen ist meine Lebenserfahrung. Und die Währung, die ich wirklich für mich habe, ist... Es ist lustig, Ihr hattet eine ähnliche Frage letztens und ich konnte sie nicht beantworten, weil ES einfach... Wer bin ich eigentlich oder was will ich eigentlich? Das ist so eine Frage, die wahnsinnig schwierig ist, weil wenn du auf einer Reise bist, auf der Wir sind, Und was will ich wirklich, Was ist meine Währung? Die Währung, die von mir verlangt wird, ist schwer, ist wirklich schwer, für mich zu beantworten. Also, ich kann nicht sagen, da hast du mich, was ist meine Währung? Darüber muss ich mir Gedanken machen.

Joël Kaczmarek: Das ist schön. Also ist doch toll, wenn man auch mit 55 noch was an sich entdecken kann.

Armin Morbach: Absolut. Ich habe nicht dieses wirtschaftliche. Jetzt habe ich es mehr, weil ich natürlich drei Steuerberaterinnen habe und fünf Buchhalterinnen habe. Und einen wahnsinnig guten Assistenten, der jede Rechnung ablegt. Und jetzt verstehe ich es. Aber meine Währung ist, Ich glaube, doch, ich habe eine Währung. Ich habe eine Währung. Alleine zu sein, Das ist eine tolle Währung. Zu schlafen tagsüber. Zeit für mich ist meine Währung.

Joël Kaczmarek: Das ist interessant, weil ich habe die ganze Zeit mit gerechnet. Du hast vorhin gesagt, deine Mission ist zu helfen. Was ist denn die Währung, die du aus dem Helfen herausziehst?

Armin Morbach: Freude und dass ich helfen kann. Das ist wirklich, wenn mir jemand um den Hals fällt. Oder wenn ich weiß, dass es jemandem hilft und mir die Tränen ins Gesicht treibt. Und wenn es 50 Euro sind? Und wenn ich einer Frau auf der Straße eine Hotelnacht in ein Hotel übergeben kann, damit Sie einfach duschen kann. Da kriege ich pippeln in den Augen, das macht mich glücklich und das ist meine Währung. Das ist einfach nur, die weiß nicht, wer ich bin, oft. Aber wenn dann jemand dort sitzt? Und sie fragt, ob Sie denn, wo Sie heute Nacht schläft? und sagt, sie weiß es nicht. Und ich einfach, das muss ja nicht kein großes Hotel sein, Aber wenn ich einfach ein Hotel zahle in der Nacht, wo ich einfach weiß, wie glücklich sie ist, Das inspiriert mich die ganze Nacht, und das macht mich glücklich.

Joël Kaczmarek: Also lebst du auch so ein bisschen zwischen Inseln auf eine Art, dass Du auf der einen Seite dieses Ähm. Diese Branche hast du, die voller Energie ist, Voller Sichtbarkeit, wo sozusagen man die Spannung spüren kann. Und auf der anderen Seite diese ruhigen Runterkomm-Momente und dann manchmal die Verbindungsmomente mit dem Helfen. Das ist sozusagen, du bist so ein bisschen so ein Inselreisender, auch.

Armin Morbach: Also, ich mag sehr gerne, wie du das ausdrückst. Also andere Leute, Ich wurde oft als Schizu beschimpft, weil es einfach etwas Schizophrenes ist. Man kann doch nicht so sein und so sein. Aber ich glaube, nur wenn du so bist, bist du das andere. Es ist eine Balance wie eine Waage in mir drin. Ich brauche das schöne, ruhige, helfende, um der andere harte Armin zu sein. Ich war Mitte 30, war ich sehr der harte Armin und ich mochte mich gar nicht. Ich habe gemerkt, das macht mich nicht glücklich und bin schnell wieder umgekippt in die andere Seite. Aber die Verbindung war lustigerweise immer Tiere. Also, ich habe immer gemerkt, die bedingungslose Liebe eines Hundes oder einer Katze, die nicht weiß, wer du bist, die einfach nur da ist. Du bist zwölf oder 15 Jahre der beste Freund dieses Hundes, dem nichts wichtig ist. Und das hat mich immer wieder sehr, sehr besonnen und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Joël Kaczmarek: Ich habe ja so ein bisschen den Verdacht,

Armin Morbach: dass wir Brüder sind.

Joël Kaczmarek: Wir haben ein bisschen Nähe, definitiv. Ich habe eine gewisse Neurodiversität, und ich glaube, die hast du auch. Kann es sein, dass du so ein bisschen Neurodivers bist? Also Ich bin zum Beispiel so, HSP habe ich gelernt, heißt das, so hochsensibel und so eine Scanner-Persönlichkeit. Also, ich nehme viel auf, ich empfange viel Schwingen, ich kriege mit, wenn mit Leuten, was ist. Ich habe ganz oft Situationen, dass jemand zu mir kommt. Und sagt, was traust du mir, das kannst du doch nicht machen. Und ich sage, warum ist doch alles da? Ja,

Armin Morbach: aber ist doch schön. Aber genau, also, wenn das in der Schulmedizin so genannt werden muss, habe ich das definitiv, und ich finde es sehr schön. Und ich finde, dafür brauchen wir mehr Menschen, weil es sich gut anfühlt.

Joël Kaczmarek: Wie fühlt sich das denn für dich an?

Armin Morbach: Nach all den Jahren vertraut. Ich glaube, es ist wichtig, genau, was du sagst. Wenn jemand da sitzt oder wenn ich ins Büro komme und ich merke, irgendwas ist nicht in Ordnung. Es muss ja nicht immer die Umarmung sein. Ich habe es schwierig mit Umarmungen, das gebe ich zu. Aber dann gibt es ein Mittagessen für alle. Oder man kann eher mal nach Hause gehen. Das sind die kleinen Gesten, die es einfach dann ausmachen. Oder mal eine WhatsApp schreiben mit vielen Dank. Das sind Sachen, die bei mir schon... Dann funktionieren.

Joël Kaczmarek: Was ist es an der Umarmung, dass Du damit Schwierigkeiten hast, weil du es schon das zweite Mal sagst?

Armin Morbach: Jetzt geht es noch tiefer. Jeder Mensch hat eine Aura. Und jeder Mensch hat etwas, was an ihn dran klebt und was nicht an ihm dran klebt. Und ich habe mit einer Umarmung einfach nicht Lust, den Müll, der vielleicht den ganzen Tag aufgestaut ist, Die Aggression, die er im Büro hat, weil es irgendwie schwierig war, weil es sich energetisch schlecht angefühlt hat, dann lässt es bei mir ab. Ich bin ein bisschen wie ein Löschpapier. Wenn wir so sind, haben wir das Problem, dass wir dann einfach das auch aufnehmen. Und wenn ich dann im Flugzeug sitze und denke, warum geht es mir komisch? Irgendwas ist merkwürdig. Hier ist gerattert, was in meinem Kopf. Ich denke, was hat das mit mir zu tun? Und ich habe das gelernt, dass ich, Also, wenn wir sprechen oder wenn wir sprechen, umarme ich euch. Das ist überhaupt nicht das Problem. Ich möchte nicht am Stand stehen und zum fünften Mal. Und die Umarmen Dich ja, auch nicht. Das ist ja nur so ein Pseudo-Klack-Klack. ES GIBT ja... Wann haben wir denn Umarmungen angefangen? Umarmungen kommen aus den USA. Ende der 90er Jahre haben plötzlich wir Deutschen angefangen. Früher haben wir Grüß Gott gesagt. Das habe ich von meinem Opa gelernt. Und so war es. Und jetzt haben wir dann plötzlich angefangen, jeden zu umarmen. Das ist etwas, was ich schwierig finde, auch nicht echt, finde. Ich gehe doch nicht auf die Straße, nur weil ich prominenter bin, muss mich jeder umarmen. Das hat ja nichts damit zu tun. Mit der Realität. Ich gehe doch auch nicht zu dm und sage, hallo, guten Tag. Einmal abkassieren. Es ist schwierig.

Joël Kaczmarek: Ja, ich weiß, was du meinst. Ich habe mal mit einer Sexualpädagogin, Coachin, Ich weiß gar nicht, was ihre genaue Rolle war, Sie hat nämlich alles schon mal gemacht, von Escort über irgendwie Tantra Bis was weiß ich nicht, was gesprochen, dann erzählte die mir, was sehr ähnliches, also das ist sozusagen nochmal eine ebene krasser, dass die meinte, ja, wenn du mit Leuten schläfst, dann hinterlassen, die ihre Energie in dir. Und die konnte es sogar sagen, die, meinte die Frau.

Armin Morbach: Also nochmal, nochmal, wenn du mit jemandem schläfst, hinterlassen. Die Energie, also bei der Frau oder bei dem.

Joël Kaczmarek: Beide, Bei der Frau wird es in der Gebärmutter gesprochen. speichern, beim Mann im Penis. Ja, bestimmt. Ich kann total verstehen, was du sagst mit diesem, also? Das ist ja sozusagen die extremste Form von so einer Energiekopplung. Und ich kann es total verstehen, was du sagst mit dem Umarm.

Armin Morbach: Aber gibt es denn, oder es gibt doch bei, Ich weiß nicht, ob du schon wieder hinterholt, bist, Aber bei der Sexualität gibt es doch ab und zu, Du gehst dann raus, du bist fertig, du machst den hosen Schlitzhoch und denkst, Das war überhaupt keine Verbindung, das war überhaupt nicht schön. Wir haben uns nicht geküsst, wir haben uns nicht angefasst. Es war überhaupt nichts da, Es war einfach nur die Befriedigung. Und dann hast du diesen ganzen Müll. Also, es ist ja oft so, wenn du abends ausgeht. Früher hat man ja nach dem Club gebumst. Also, man hat ja erst ausgegangen, hat den Club, und dann war man den ganzen Abend unterwegs. Und dann gehst du raus und dann denkst du dir so, so, Jetzt kommt die letzte Ladung auch nochmal raus. Und dann hast du nicht das Gefühl. Also Ich habe ein ganz tolles Ritual, also, was ich immer mache, auch, wenn ich auf messen war. Oder irgendwas. Ich dusche mich, ich nehme Salz, wasche mich ab oder mache ein Salzbad, reinige mich. Das hört sich auch ganz kitschig an. Aber es geht mir danach besser.

Joël Kaczmarek: Ich glaube das total. Also, ich war ganz baff, als sie mir das erzählt hatte, weil sie so meinte, Überleg dir halt, wenn man wie ich mit 200 Männern geschlafen hat oder so. Die wusste teilweise nicht mal mehr, wer die waren. Also weißt du, so völlige Unbekanntheit, auch.

Armin Morbach: Jetzt sage ich bei meinem Leben noch. Ich wusste auch nicht, wer jeder war. Also keine Ahnung. Aber Sexualität mit 20, Ich gehe mir nochmal auf die 20 an. Das machst du nur, um dich selbst zu bestätigen. Ich bummste doch nicht mit jedem, nur, weil ich den Geil fand. Mit 20 habe ich das gemacht, aus dem Grund, weil ich einfach wissen wollte, wie viele Leute mich cool finden.

Joël Kaczmarek: Ah, interessant. Ich habe das immer eher, also ich bin glücklich verheiratet mit meiner Frau, Aber ich merke das immer, dass ich eher das Äußere bei Menschen anziehend, finde. Und dann irgendwann musste ich aber auch mal lernen, diese...

Armin Morbach: Wir reden von 20, ne?

Joël Kaczmarek: Ja, ja, fair.

Armin Morbach: Wir reden von 20. Also später war es aus, aber mit 20 war mir das egal. Ich kam vom Dorf, ich sah aus wie eine Schnitte, eine wahnsinnig gute Figur. Das war alles gut. Also, ich habe einfach, ich habe dann auch mal drei pro Tag.

Joël Kaczmarek: Drei pro Tag? Das ist ja mal Stamina. Ja. Nicht schlecht.

Armin Morbach: Entschuldigung an meine Sponsoren.

Joël Kaczmarek: Entschuldigen Sie bitte. Nee, ich glaube, Wir sorgen gerade für den Entertainment-Faktor. Aber was ich ja noch ganz interessant finde, noch einen kleinen Drift zurück, bevor wir uns in deinem letzten Punkt mal widmen. Du hast eben gesagt, du warst früher der harte Armin, und das hast du gemerkt, wolltest du nicht sein, Du bist wieder der Weiche geworden. Wie sah dieser Prozess denn aus? Also, wie hast du das gemerkt und wie hast du es dann verändert? Das ist ja gar nicht so einfach, so eine Art abzulegen und anzulegen.

Armin Morbach: Ich glaube, das lernst du nie im Leisen oder im Schmerzlosen. Das lernst Du leider nur, wenn Du es auf die Schnauze fliegst, wenn dich jemand trennt, wenn Du verlassen wirst, wenn Du betrogen, wirst, wenn Leute zu dir in der Beziehung sagen, wer bist du eigentlich, Du ekelst mich an. Also du merkst es ja nicht in dem Moment, dass du sagst, ah, die Welt ist gut. Du merkst es dann, wenn du... Am schlimmsten enttäuscht bist, am schlimmsten verletzt. bist, merkst du ganz genau, jetzt musst du dich ändern.

Joël Kaczmarek: So eine schlimme Sachen hat man zu dir gesagt?

Armin Morbach: Hm, hab ich aber auch zu anderen gesagt. Also, ich geb's zu. Ich weiß nicht, Also in Mitte 30 oder Ende 20 merkst du ganz schnell, dass der Weg nicht mehr der Richtige ist. Das geht, weißt du, du warst in New York, ich hab überall, Madonna lässt dich einfliegen, Du machst solche Dinge, du kriegst einen Höhenflug. Ganz natürlich. Ich bin ja kein Dorfjunge. Ich war ja nicht der, der groß studiert hat. Und das war natürlich schon so, wo ich sage, ich hatte toxische Beziehungen, die mir gelernt haben, mich zu ändern.

Joël Kaczmarek: Das ist schön. Du hast aus der Beziehung mit anderen, was über dich gelernt. Absolut.

Armin Morbach: Das hoffen wir, dass wir alle tun mit anderen Menschen zusammen.

Joël Kaczmarek: Komm, Einer fehlt noch. Das ist das Fünfte.

Armin Morbach: Ähm, jetzt wird es natürlich passend zu meinem, warum ich heute hier bin. Das ist, dass ich das Thema Haare. Ich habe Friseur gelernt und ich habe es gehasst. Also, ich habe es geliebt als meiner Friseurlehre, aber als ich 20 war, war ich lost. Ich habe gedacht, fuck. Und dass meine ganze Karriere irgendwann darauf aufgebaut wird, dass ich Haare, mache, Haare, fotografiere, Haare, frisiere, Haarkampagne, entwickle, Kreativdirektor bin. Hätte ich mit 20 Jahren nicht annähernd gedacht. Ich war mit 20, habe ich gedacht, scheiße, jetzt hast du 12 Kunden pro Tag, sitzt im Friseursalon, machst Strähnchen und Dauerwelle, What the fuck. Und es gab nicht den Traum des Visagisten in Deutschland, Der weiße Maske beim Theater machen müssen. Und ich habe dann gedacht, was machst du jetzt? Und mit 20 habe ich Haare so verflucht, weil ich... Kein Ausweg sah und immer dachte, wenn ich das jetzt so weitermache, wäre ich so eine frustrierte alte Friseursin Schwuchtel, die dann irgendwann im Friseursalon steht, sich über alles beschwert, kaputte, Klapprige Finger hat, So einen Buckel hat, weil ich immer nur so schneide, und dann ist es genau das, wo ich mir denke, scheiße, das bist du jetzt. Und dann bin ich aber ins Ausland gegangen und habe in meiner Karriere gearbeitet und habe das Haar so sehr lieben. gelernt, weil ich merkte, mit dem Können, was ich habe, Mit dem Umfrisieren, Mit dem Andersmachen, mache ich Frauen so glücklich. Nicht das, was die Kunde mir erzählt, hat im Friseursalon, ja, Schneiden Sie Spitzen und machen Sie Strähnchen, sondern mit meiner eigenen Interpretation. Und das hat mich glücklich gemacht. Und das hätte ich gerne mit 20 gewusst, dass ich das Haar, vielleicht nochmal, okay, Ich gebe zu, vielleicht nochmal ein anderes Seminar mitgemacht hätte oder so. Und vielleicht mich bei der Gesellenpuffung nicht, Kann man das noch aberkennen? Nee, ne?

Joël Kaczmarek: Nee, überhaupt nicht.

Armin Morbach: Kann man die noch aberkennen? Nicht am Waschbecken bei der Dauer, weil er die Spitzen schnell absteigt, weil die verknickt waren. Ich hätte mich einfach mehr anstrengen müssen. Ich hätte mich mehr anstrengen müssen, um noch früher zu erkennen, was wirklich meine Leidenschaft ist.

Joël Kaczmarek: Aber da ist es wieder ein bisschen das Helfen. Also Du hast diese Leidenschaft auch dadurch gefunden, dass es anderen Menschen solche Freude bereitet?

Armin Morbach: Genau.

Joël Kaczmarek: Wann hat es eingesetzt, dass du das entdeckt, hast für dich?

Armin Morbach: Okay, also das erste Mal, wo ich gemerkt habe, ich kann helfen, war, als ich. Gloria von Thurn und Taxis damals am See bei ihr frisierte, wo ihr Mann noch lebte. Und Gerd Meier, mein zweiter Arbeitgeber, hat immer so große, topierte Frisuren gemacht bei ihr. So riesige Frisuren. Ich bin dann zu ihr hingefahren und hab dann gesagt, das machen wir jetzt anders. Wir schneiden die Haare kürzer, wir stylen die anders, wir lassen das anders aussehen. Und dann saßen wir an diesem Pier mit ihrem Mann am Steg. Nicht Pier, am Steg. Und sie gab mir 500 Mark als Trinkgeld. Ich dachte, What the fuck? 500? mag, das ist ja mehr, als was mein Gehalt ist. Aber die Wertschätzung, wie sie mich dann umarmt, genommen hat, hat gesagt, vielen Dank, Ich fühle mich richtig gut. Und es war nicht die Vorgabe von ihr, was Sie mir gesagt hat, sondern es war meine kreative Idee. Und das hat mich angestichelt.

Joël Kaczmarek: Wie findest du denn das eigentlich? Findest du das in den Menschen, in dir? Ich habe ja neulich lustigerweise was gelesen, dass es gar keine Ideen gibt, sondern dass alles im Universum angelegt ist und dass man es eigentlich empfängt. Also, dass es so ein bisschen geht um Schwingungen und dass Sachen zu einem finden. Sie sind schon da, sind gar nicht deins, sondern du Empfängst, sie sozusagen nur. Wie ist das bei dir, dass, wenn du so einen Menschen vor dir hast und würdest sozusagen, mit dem Kreativ wirken, dass du sozusagen zu diesen Ideen kommst?

Armin Morbach: Also die kreativen Ideen, wenn ich heutzutage Fotograf bin oder Sachen mache, geht es wirklich ums Konzert. Meine Fotografien sind ich Schule dir eine Kampagne in 10 Minuten. Das ist, weil die Vorbereitung so viel mehr ist. Ich setze mich hin, lasse mich inspirieren, Suche Sachen raus, ich scribble Sachen ab. Ich habe ein tolles Team, die denken schon, ich bin verrückt, weil ich schicke dann immer, keine Ahnung, Silberne Folien und sage, das hätte ich gern da. Die Leben dann in dieser Welt, Die bauen dann die kreativen Projekte zusammen und dann, wenn es auf den Tag kommt. Und das Model, die Influencerin, die Schauspielerin Da ist, präsentiert das Konzept, sagt, Das würde ich gern umsetzen, und so habe ich sie. Also ich glaube, dass alles, was da draußen ist, was so sein soll, so sein soll. Ich lebe in der Beauty-Welt und wir leben in dem größten Zeitrad, was es jemals gab. Wir leben immer in der Retro. Wir sagen, Die Inspiration ist die 70er, die 80er, die 90er. Wir leben immer wieder in diesem Hamsterrad. Es gibt seit den 2000ern keinen wirklichen Trend. Wir sagen vielleicht, da waren es die Spice Girls noch. Aber ich glaube, jeb Ronan, wie Sie alle heißen, die Gene Taylor Swift, Was machen die? Machen Big 80s Hair. Ja, also. Madonna geht zurück zum 30er Jahre Haar. Wir leben in einer Zeit, die Sowas von Rückwirkend in ihren anderen Abteilungen ist, dass man alles, was da draußen ist, was Kreativität ist, was zu dir kommt oder was ich gerne hätte, liegt dort schon. Ich muss es aufsammeln, Neu orten. Es ist wie BEI einem... Wenn ein Kartenhaus umfällt, dann stehst du auch, dann sagst du, okay, ja, Dann machen wir es ein bisschen anders, Aber es ergibt immer wieder das Kartenhaus.

Joël Kaczmarek: Ich habe gerade mich gefragt, ob das für jemanden wie dich ganz schlimm ist, dass es immer diesen Kreislauf gibt, Weil irgendwie alles schon mal da war. Oder ob das für dich sozusagen einfach bequem ist.

Armin Morbach: Das Tolle ist, wenn du irgendwann lernst, das zu kombinieren. Also wenn du immer wieder dich ins Hamsterrad begibst und bleibst bei den 80s, 80s. Aber wenn du plötzlich sagst, du machst deine 50s-Aligner dazu, dann machst du die rote Lippe. Aus den 40er Jahren, du Toupierst das vielleicht, Die Klamotte geht in die 90s. Und wenn du es dann richtig kombinierst, das macht den Trend.

Joël Kaczmarek: Wie gehst Du mit der Verantwortung um, Die dahinter steckt? Weil du hast ja irgendwie die Person, die du sozusagen zum Vorschein bringst, aber du bringst ja auch dich selbst ein. Also, da ist ja auch ein Stück von dir drin. Wie gehst Du damit um?

Armin Morbach: Ich hoffe, dass ein Stück von mir drin ist. Das nicht nach mir aussieht, habe ich keine Lust drauf. Also, ich finde schon, dass man, wenn man mit mir, möchtest, du nochmal chatten? Wenn du ein Armin Morbach kriegst, dann kriegst du ein Armin Morbach. Und ich finde das toll. Also Ich möchte, dass was von mir drin steckt. Ich möchte, dass mein, Ich arbeite mit den größten Friseuren und ich arbeite mit den größten Fotografen. Und wenn ich dann am Set stehe und dann Haare werden frisiert, gehe ich nochmal rein und mache so. Also Ich fussel da nochmal rein oder ich sage, die Lippe muss ja weggeweckt werden. Ich möchte, dass ein Stück von mir drin ist. Ich finde, solange Leute sich auf mich verlassen und ich noch Trendsetter bin, vielleicht bin ich das irgendwann nicht mehr. In 2, 3, 4, 5, 4, 10 Jahren, Dann ist es vorbei. Aber aktuell hören die Leute auf mich und das macht mich stolz und freundlich.

Joël Kaczmarek: Wie gehst Du damit um, wenn jemand das nicht mag, was du machst oder nicht zu schätzen, weiß oder nicht, fühlt? Oder kommt das nie vor?

Armin Morbach: Ich muss mal hier in die Runde zum Marker und es kommt eigentlich nicht so vor. Also, ich muss überlegen, also, vielleicht werde ich dann nicht mehr gebucht. Aber es hat noch keiner, also, es hat in meiner Historie noch keiner, doch, nicht lügen. Ich habe meine OBI-Kampagne fotografiert. Und diese OBI-Kampagne ging es darum, dass Sie mir ein Bild gezeigt haben, dass Mädchen lachen sollten. Und wir sollten gelbe Zähne machen. Und dann ging es darum, dass es um einen Weißanstrich für die Wand ging. Es war ein Close-Up und die hatten so rote Lippen und hatte ganz gelbe Zähne. Und ich dachte, das ist so eine saublöde Idee. Also so eine saublöde Idee. Und als ich dreimal abgedrückt hatte und dann der Kunde sagte zu mir, das sieht irgendwie komisch aus, dann bin ich ausgerastet. Und das war das einzige Mal. Das war das einzige Mal, wo jemand zu mir gesagt hat, dass Sie meiner Art nicht passen würde, dass es mein Feedback nicht passen würde. Aber ich glaube, die Kampagne war wahnsinnig teuer, kam nie zum Einsatz. Und es war nicht meine Schuld.

Joël Kaczmarek: Aber das ist ja eine völlig faszinierende Situation, dass du eigentlich nie negatives Feedback als Künstler gekriegt, hast. bisher, dass du eigentlich immer sozusagen, diese Menschen diese Entdeckung haben und wenn es Ihnen nicht gefällt, ist das Schlimmste, Was dir passiert, ist, dass sie nicht mehr gekommen sind, und du merkst es aber gar nicht. Wer hat das? Wer kann sowas von sich sagen?

Armin Morbach: Ist das schlimm?

Joël Kaczmarek: Nee, ich glaube, es ist fast eher ein ganz bisschen Besonderheit, glaube ich.

Armin Morbach: Also In meiner Lehre habe ich schon mal Haare verschnitten. Okay, ich gebe schon zu. Und ich habe vielleicht auch mal bei einer Go-Go-Tanz-Performance nicht das Bein richtig geschwungen. Also, ich möchte mich hier nicht so glorifizieren. Aber in meinem Job, Ich nehme meinen Job wahnsinnig ernst. Und wenn Du zu mir kommst und ich finde, wenn Leute 10, 20, 30, 40, 50.000 Euro. Bei mir lassen, haben wir den größten Respekt verdient, der meine Aufmerksamkeit verdient. Ich bin der erste im Studio, ich bin der, der die Leute gut verpflegt, ich gebe die Krim nach Hause. Es ist jeder happy, und wenn du ein Problem hast am Job, sagst mir Hey, Armin, hör zu. Und ich gehe auch hin und sag gefällt dir alles brauchst du noch irgendwas, weil ich möchte rausgehen, dass jeder Kunde sagt. Ich bin happy, ich habe alles, was ich brauche, und ich komme gerne wieder.

Joël Kaczmarek: Sag, mal, Wir haben dem vorhin so ein Label gegeben. Hattest Du Schwierigkeiten damit? Du hast ja dein Berufsbild quasi erfunden. Also du hast wahrscheinlich etwas geschaffen, was es gar nicht gab. Wie war dieser Pfad dahin, das zu schaffen?

Armin Morbach: Der Bisserschiss zu werden?

Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, du bist ja noch viel mehr. Also deswegen, Ich habe es vorhin, Auch Fonderibel ist so ein schwieriges Wort.

Armin Morbach: Aber ich kann es dir erklären. Es gibt eine Sache, die du nie zu mir sagen darfst. Das schaffst du nicht. Oh, das ist schwierig. Ganz schwer. Und immer wieder, als ich damals in der Agentur war und unglücklich war. Und ich gesagt habe, Ich mache meine eigene Agentur, Dann haben Sie gesagt, schaffst du nicht, bumm, Agentur geöffnet. Dann hieß es, Magazin machen, du, Friseur gelernt, Legastheniker, schaffst Du nicht, bumm, Magazin machen. Dann hieß es, Studis auch machen, bumm. Also, ich habe alles immer nicht aus trotz gemacht, aber aus Leidenschaft, weil ich da Lust drauf hatte. Und ich habe mir von niemandem auf der Welt irgendwann sagen lassen, was funktioniert, was nicht funktioniert.

Joël Kaczmarek: Bist du kompetitiv?

Armin Morbach: Ich glaube, nicht mehr so wie früher. Früher war ich ganz schlimm. Aber jetzt, inzwischen, kann ich auch andere Monarchen neben mir tragen. Also andere Länder dürfen auch Könige haben.

Joël Kaczmarek: Ich meine, vielleicht zur Frage dazu, manchmal sind ja Sachen in der Retrospektive klar, also man postrationalisiert es. So von hinten sieht die Geschichte dann immer logischer aus. War Sie das von drinnen auch oder hattest du oft so Momente, wo du gezweifelt hast und da standest und dachtest, Oh, Gott, was soll das alles werden? Den Weg ist noch keiner gegangen. Also hattest du diese Zweifel, oder warst du die ganze Zeit? Sehr Konfident mit dem, was Du gemacht hast?

Armin Morbach: Kennst Du Leute, die, also? Ich habe von nichts Angst. Ich gehe mit Dir Bungee-Jumpen, ich gehe mit dir, keine Ahnung, hier Hightauchen, Ich mache mit Dir Dinge. Ich habe nie keine Angst. Und ich denke, dass im Leben kann ich auf die Schnauze fallen und dann stehe ich wieder auf. Ich habe einen ganz großen Vorteil, egal, was ich mir aufbaue. Ich habe nicht Angst, wenn alles zusammenbricht. Ich hätte mehr Angst, dass ich Leute mitschleppe, ins Verderben mitschleppe. Und ich habe das Bewusstsein, dass ich immer wieder zurück in den Friseur laden könnte. Es ist, glaube ich, eine Sache, wo ich immer wieder einen Ausweg hatte. Es war nicht das, wenn ich jetzt, keine Ahnung, arzt bin und es alles ganz schlimm wurde. Ich bin Finanzbanker oder wie auch immer. Aber in meinem Leben war es immer, Ich kann mich immer besinnen, ich kann immer wieder zurück. Das kompetitive Oder?

Joël Kaczmarek: Naja, Ich habe auch gerade so drüber nachgedacht. Ich glaube, die größte Angst, die ich in einer Situation wie deiner hätte, wenn ich jetzt so wichtig kennengelernt habe, wäre, also nicht alles gegeben zu haben, es nicht versucht zu haben, also nicht sozusagen zu vorsichtig zu sein. Ist das Sowas gewesen, was für dich? Eine Triebfeder war?

Armin Morbach: Ich habe alles probiert. Also, ich habe in meinem Leben, ich kann sagen, in jeder Lebenslage alles ausprobiert. Ich bin ein Mensch, der nur sagen kann, ich mag es nicht, wenn ich es probiert habe. Egal, was es ist. Und nö, ich habe das nicht.

Joël Kaczmarek: Also Armin Morbach. Nummer 1. Schütze Deinen Körper. Nummer 2. Nicht jeder Freund meint es auch wirklich gut mit dir. Nummer 3. Die Zeit mit deiner Familie ist wichtig. Nummer 4. Achtung auf Wirtschaftlichkeit. Und Nummer 5. String dich mehr an, um deine Leidenschaft zu finden.

Armin Morbach: Das sind meine fünf Punkte. Hast du sehr schön umschrieben.

Joël Kaczmarek: Hab das sehr genossen. Vielen, vielen Dank.

Armin Morbach: Vielen Dank. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. War sehr privat und hat mir gut getan.

Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt, Damit du... Du keine Episode verpasst und teile, die noch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël.