YouTube-Star Bodyformus: 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte

1. November 2024, mit Joël Kaczmarek

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Joel Kaczmarek: Hallo Leute und High Five! Hier ist Joel Kaczmarek und wir haben wieder einen spannenden Menschen am Start, der uns seine fünf Dinge verrät, die er gerne schon mit 20 gewusst hätte. Und zwar ist das der liebe Barry Hammerschmidt. Barry ist nicht nur mein Nachbar und ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe, weil er zum Sport geht und mich dann auch immer daran erinnert, dass ich das auch mal öfters tun sollte. Er ist vor allem aber auch Entertainer, Schauspieler, Comedian, groß geworden mit YouTube und ich verfolge das immer sehr lebhaft, was er so auf YouTube macht, auf Instagram, auf TikTok. Von daher, Barry ist immer so am Zahn der Zeit und trifft natürlich auf ganz, ganz viele Menschen, weswegen ich total neugierig bin, was er denn, ich habe gelernt, er ist 34 so, also in den 14 Jahren, seitdem er 20 ist, so ein Ding mitgenommen hat, die er sich jetzt rückblickend quasi empfehlen kann. Von daher, that being said, moin Barry, schön, dass du da bist.

Barry Hammerschmidt: Moin, moin, ich hoffe, dir geht's gut, alles gut bei dir?

Joel Kaczmarek: Ja, heute ist nicht mein fittester Tag, heute hast du ein leichtes Spiel mit mir.

Barry Hammerschmidt: Ja, aber manchmal sind immer Höhen und Tiefen. Das ist auch so wechselhaft mit dem Wetter. Das ist so schwierig. Noch vor kurzem so geregnet, Hagel und jetzt wieder sonnig.

Joel Kaczmarek: Naja, ich bewundere dich ja immer, dass du jeden Morgen immer ins Fitnessstudio und so. Was habe ich gelernt? Teilweise Tage, in denen du dreimal Sport machst?

Barry Hammerschmidt: Ja, ja, aber es ist nicht dreimal Krafttraining, sondern ich habe jetzt früh Kraft, dann dazwischen Mobility, also so ein paar Stunden später und abends auslaufen, Schritte sammeln. Aber Yoga oder Meditieren und so eine Sachen ist ja auch so Training für den Kopf. Das gehört alles dazu, finde ich.

Joel Kaczmarek: Sehr gut. Habe ich dich denn eigentlich akkurat vorgestellt? oder wie würdest du dich selber beschreiben?

Barry Hammerschmidt: Ja, doch, ist cool. Ich glaube, Entertainer ist das Beste, weil das ist ja alles das Gleiche, finde ich. Ob du Schauspielkomiker bist oder was auch immer, ist alles so Unterhaltung. Deswegen passt es schon. Ist auch immer so schwierig, sich so einen Namen zu geben, was mache ich eigentlich, weil es immer so ein Gefühlsding ist. Aber es trifft schon auf jeden Fall auf das Ganze zu.

Joel Kaczmarek: Na, ich weiß ja nur, für mich war so der Moment, als vor unserer Tür sich mal irgendwelche Trauben von Jugendlichen gebildet haben. Und dann meinte man, ja, das ist dieser Body-Formus, kennst du den? Ich dachte so, nee, wer ist das? Und dann habe ich realisiert, oh, gibt es wohl so eine ganze Welt, die dir verborgen geblieben ist. Mach mal deine Hausaufgaben.

Barry Hammerschmidt: Es gibt so viele Bubbles, ob es jetzt YouTube ist, da hast du ja auch so Fitness, Gaming, Autos, was auch immer. Da sind so viele Bubbles drin, wo ich selbst auch Leute nicht kenne. Also wenn du mal auf so eine Gamescom bist, da hast du wirklich Leute, die sind wirklich nur auf Twitch unterwegs, die haben Haare. hardcore Fans und die drehen komplett durch, wenn die kommen. Deswegen ist es echt interessant zu sehen.

Joel Kaczmarek: So, und wie leicht ist dir gefallen, dir fünf Dinge aus den Fingern zu ziehen? Also eins pro Finger quasi?

Barry Hammerschmidt: Das Ding ist, eigentlich gibt es glaube ich tausend Dinge. Also fünf ist sogar zu wenig, aber es gibt glaube ich so ein paar Sachen, die extrem wichtig jetzt in der letzten Zeit für mich war. Also so für drei, vier Jahre. Eine Sache auf Platz 1 ist ganz klar für mich meditieren. Also hätte ich das vorher gemacht, also Atemübung, also runterkommen. Ich habe ja sehr viel Stress im Leben und das hat man ja auch schon in jungen Jahren, denkt man, also eigentlich schon. Und diese Atemübung, dieses 10 Minuten einfach Augen zu machen und auf seinen Herzschlag hören, hat mir so viel gebracht runterzukommen und über Sachen anders nachzudenken. Also das ist auf jeden Fall die erste Sache, die ich auf jeden Fall jedem ans Herz legen kann. Das ist der Klassiker, ja.

Joel Kaczmarek: Was heißt Wim Hof?

Barry Hammerschmidt: Wim Hof ist der Typ, der die Atemübung erfunden hat, glaube ich. Und ist mit einem Eisbad vermischt und alles drum und dran. Der macht es wirklich so gut und ich habe ja nie dran geglaubt, weil ich dachte, bringt das etwas, so atmen und so. Aber du kennst es ja wahrscheinlich auch so aus einer Schulzeit, wenn man so ein- und ausatmet, dass man dann so, wird so ein bisschen schwimmelig, schwummrig wird dir im Kopf. Und wenn man das wirklich kontrolliert macht, ist es wirklich sehr, sehr gut für den Körper. Und ja, es gibt dir so Energie für den Tag. Also das auf jeden Fall.

Joel Kaczmarek: Also Atmen ist ja sowieso ein sehr mächtiges Instrument. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Meine Frau Mareike hat das schon mal gemacht. Ich habe es mal überlegt, ob ich es mir mal angucke. Ich habe noch ein bisschen Respekt. Es gibt ja auch so dieses holotropes Atmen. Hast du es mal gehört?

Barry Hammerschmidt: Ist das Nase zum Mund oder was ist das?

Joel Kaczmarek: Nee, das ist eine ganz andere Richtung. Also wir machen mal einen kleinen Exkurs jetzt hier.

Barry Hammerschmidt: Sehr gerne, ich lerne wieder was.

Joel Kaczmarek: Ich gleiche Löcher, wie du meditierst. Holotropes Atmen hat ein Wissenschaftler erfunden mit der Zielsetzung, was kann LSD-like Effekte auslösen, ohne dass ich Drogen nehmen muss? was ich einen super merkwürdigen Take finde.

Barry Hammerschmidt: Aber es ist so, es ist verrückt, ne?

Joel Kaczmarek: So, und das war aber quasi der Case, dass viele so diesen, durch diese LSD-Geschichten ja zu so Einsichten bei sich selbst kamen, die sie verändert haben und wertvoll fanden. Man wollte aber diese Droge nicht nehmen. Dann hat er dieses holotrope Atmen empfunden. und das Prinzip ist so, das musst du unter Anleitung machen, also wenn man jetzt zuhört, bitte nicht nachmachen, unkontrolliert. Du liegst im Prinzip auf so einem Boden und du kriegst so relativ laute, basslastige Musik, als richtig so bamm, bamm, bamm, bamm, bamm, bamm, bamm, bamm, laut und lange. Und du atmest so, als wenn du hyperventilierst, sehr, sehr intensiv. Und dadurch kommt so viel Sauerstoff in deinen Kopf, dass im Gehirn irgendwie was ausgelöst wird. Und es sind so halbstündige Sessions und da passieren halt bei ganz unterschiedlichen Menschen ganz verschiedene Dinge. Das ist ganz verrückt. Und spätestens da weißt du, okay, wow, wenn sowas geht, dass Leute auf einmal anfangen, so Visionen im Kopf durchatmen zu kriegen, ist da wohl einiges dabei.

Barry Hammerschmidt: Ja, da gibt es ja auch andere Menschen, die klopfen sich auf die Brust und machen dann irgendwas, das sieht vielleicht für viele Menschen sehr, sehr verrückt aus, aber bis man es dann mal wirklich ausprobiert, ist ja genau das gleiche wie mit Kaltduschen. Man hat ja nie Bock drauf, aber irgendwie geht es dir danach besser und es sind Sachen, die macht man leider nicht für sich selber, aber seitdem ich da so ein bisschen mehr aufpasse, ist es wirklich so krass, wie viel sich alles so in meinem Leben verbessert hat.

Joel Kaczmarek: Und meditieren ist so ein Ding, da hast du wahrscheinlich Widerstand gegen, oder?

Barry Hammerschmidt: Ja, ja. Also ich habe ja nie Bock drauf. Also auf viele Sachen habe ich ja nie Bock drauf, aber damit trainiere ich halt so die Disziplinen am Ende des Tages und deswegen mache ich das.

Joel Kaczmarek: Also du meditierst abends, ja?

Barry Hammerschmidt: Ich versuche es dreimal am Tag zu machen. Dreimal am Tag? Ja, dreimal am Tag. Also direkt nach dem Aufstehen, dann nach dem Training, also nach der Sauna und dann bevor ich schlafen gehe, versuche ich es. Aber ich schaffe es jetzt so einmal am Tag mindestens, aber zweimal wäre gut, dreimal wäre optimal auf jeden Fall für mich.

Joel Kaczmarek: Wahnsinn, also ich meine, den Fehler, den ja die meisten Menschen machen, ist, dass die sich zu viel zubürden, was das angeht, dass sie sagen, okay, ich will jetzt irgendwie 15 Minuten am Stück oder eine Stunde am Stück meditieren und dann kippt es natürlich, eigentlich reichen ja 5 Minuten sozusagen, um mal reinzukommen.

Barry Hammerschmidt: 10, 5 Minuten reichen völlig aus, dann hast du dann insgesamt eine halbe Stunde am Tag, das reicht völlig aus, das ist genauso wie so Wasser trinken, vergisst man ja halt auch oft, man denkt, man hat Hunger, trinkt mal ein halbes Liter Wasser direkt, wenn du aufstehst, eine Atemübung und dann hast du deine ganze Energie für die nächsten drei bis vier Stunden, weil normalerweise stehen wir auf, gehen direkt raus, haben Kopfschmerzen, vergessen auch die Zähne zu putzen, atmen nicht und dann wunderst du dich, warum es dir so kacke geht. Aber wir können so viel selber tun vor uns, funktioniert einiges besser auf einmal.

Joel Kaczmarek: Wie läuft denn Meditieren bei dir eigentlich ab? Wie meditierst du denn genau?

Barry Hammerschmidt: Ganz Klassisch, YouTube vom Hof eingeben, dann auf Englisch seine Breathing-Lesson machen, Augen zu, dann vielleicht noch Räucherstäbchen oder Wigwapop, dass man noch so schönen Atem hat. Nasenpflaster vielleicht auch noch raufpacken, weil meine Nase ein bisschen angebrochen war, da ich noch mehr Luft kriege. Das sind so kleine Lifehacks, die man tun kann, aber ansonsten klassisch einfach Handy rauf, du hörst ihm zu, was er sagt und dann machst du das einfach. Das ist kein Hexenwerk. Das Einzige, was schwierig ist, dass man wirklich das zulässt. keinen anderen Gedankenkopf drin hat. Weil wenn du es schaffst, mal wirklich zwei, drei Minuten an nichts zu denken, dann ist es richtiges Meditieren. Oder wenn so Gedanken kommen, die du auch wirklich so positiv bearbeiten kannst. Aber wenn du zu viel nachdenkst, dann achtest du nicht auf den Herzschlag und dann kannst du auch nicht die Luft anhalten und dann funktioniert gar nichts davon.

Joel Kaczmarek: Ich meine, wenn man es genau nimmt, ist ja Meditieren eigentlich sich auf eine Sache konzentrieren. Also eigentlich ist Yoga auch Meditation in Bewegung. Oder manchmal kannst du sogar im Gehen auch meditieren, was ja viele Menschen nicht wissen. Meditierst du im Sitzen oder im Liegen?

Barry Hammerschmidt: Sitzen, Liegen ist immer unterschiedlich. Meditieren ist ja auch nichts anderes als Beten. Es ist ja überall das Gleiche. Also überall, wo du wirklich Zeit für dich nimmst und einfach so dich konzentrierst und ruhig bist, das ist ja super. Die Buddhisten, die machen ja auch nichts anderes als meditieren.

Joel Kaczmarek: Weil ich weiß nicht, als mein Chiropraktiker, der war irgendwie 87, Jahre oder sowas in so einem Ashram in Indien. Und der hat mal zu mir gesagt, Joel, meditieren immer im Sitzen. Ich sag echt, wieso? Ich liege doch so schön. Manchmal penne ich auch weg. Ist doch ganz nett. Ja, aber die Energie fließt sozusagen zur Erde hin wegen Erdanziehungskraft. Du musst sitzen, dann geht es sozusagen nach unten. Fällt dir auch das Atmen leicht? Ja, okay, interesting. Leider hat er recht. Aber krass, da spricht aber auch ein bisschen so der Hochleistungssportler wieder raus, oder? Bei dreimal am Tag, das ist schon üppig.

Barry Hammerschmidt: Ja, ich bin ja eh nicht so der Maßstab. Deswegen ist es gerade sehr viel bei mir. und die Leute, wenn die das hören, denken die entweder, ey, der will angeben oder wie viel Zeit hast du? Aber es hat nichts mit viel Zeit zu tun, es ist so, du kannst ja deine Zeit einteilen. Viele gucken ja noch Netflix, sind am Handy ein bisschen, treffen sich draußen, gehen draußen was essen, zocken, was auch immer. Natürlich ist alles Lebensqualität, aber an erster Stelle würde ich erstmal auf mich aufpassen, bevor ich andere Sachen mache.

Joel Kaczmarek: Und wie hast du den Zugang dazu gefunden? Also ich ertappe mich auch dabei, wenn man natürlich so Hochperformer ist, dass man dann dieses Herunterkommen sehr unangenehm ist. Weil ich habe mal eine Sache gelernt in so einem Anti-Stress-Deminar. Oben sein ist angenehm und unten sein ist angenehm. Aber nach unten kommen ist nicht so angenehm. Also dieses Runtergehen. Deswegen gibt es ja oftmals so einen Widerstand. Bei mir war es auch so in meinem Segment, ganz viele erfolgreiche Top-Unternehmer, alle von denen, ich weiß nicht, Bezos, Musk und so weiter, die Mediziner, ich habe gefühlt fast alle. Aber es ist so eine Überwindung, das zu tun. Wie hast du das geschafft?

Barry Hammerschmidt: Kollege war das, das war in der Corona-Zeit, da wo gerade die Studios wieder offen gemacht haben, da habe ich ja meine Serie gedreht, Barrys Barbershop für den ZDF und ich hatte dann so ein Loch in den Bart, so durch Stress, weil das war ja so meine erste große Rolle und alle reden auf dich ein, kriegst du das hin, wenn du das nicht hinkriegst, dann verlieren wir alle unseren Job und noch viele, viele andere Sachen, dann auch noch so, ey, ist das der richtige Schritt, weil ich kann jetzt kein YouTube mehr machen. Ich habe da monatelang einfach meinen Kanal so auf Eis gelegt, alles auf eine Karte gesetzt und dann ist es so ein Stress, den ich noch nie in meinem Leben hatte. Und dann kriege ich so ein Loch im Bart und dachte, ey, was ist denn das? Das ist ja richtig komisch. Dann fing so ein bisschen Panik an. Dann hat mein Kollege gesagt, ey, mach doch mal so eine Atemübung, dann ist so dein Stresslevel so ein bisschen weniger. Und habe ich es mal ausprobiert. Am Anfang war es so ein bisschen komisch, dann beim zweiten Mal ging es und dann beim dritten Mal habe ich mich irgendwie besser gefühlt. Ich weiß nicht, ob es der Grund war, Atemübung, dass meine Haare nachgewachsen sind am Bart. Aber mein Bart war auf einmal wieder da, so nach drei Monaten, weil ich wirklich so ein bisschen runtergekommen bin. Und da hab ich gemerkt, ey, krass, Alter, du machst eine Sache für dich, die eigentlich völlig easy ist und dann geht's dir so viel besser. Ja, und das war der Grund, seitdem mach ich das immer wieder.

Joel Kaczmarek: Lässt du dir viel von anderen eigentlich sagen?

Barry Hammerschmidt: Wenn ich Respekt vor der Person habe, dann höre ich zu. Es muss ja nicht Respekt sein, Muskeln oder Geld, sondern wenn jemand es schafft, eine krasse Familie aufzubauen und immer weitermacht, wenn jemand seine Filme aufbaut, wenn jemand immer wieder so Rückstiege hatte, was auch immer. Also so in dieser Richtung. Aber wenn jemand selber nichts geschissen kriegt und nicht ein guter Mensch ist und mir dann irgendwas erzählen will, ist es genauso wie zum Beispiel einer, der noch nie Sport gemacht hat oder der noch nie Fußball gespielt hat, will irgendjemandem erzählen, wie man Fußball spielt. Da höre ich auch nicht zu. Also das ist halt so meine Denkweise. Aber wenn jemand Ahnung hat von dem, was er erzählt, dann höre ich zu, auf jeden Fall. Weil das ist ja voll schwach, so nicht mit jemandem zusammenzuarbeiten oder zu denken, dass man besser ist, weil dann bleibst du immer unten, finde ich.

Joel Kaczmarek: Was ist dein zweiter Punkt?

Barry Hammerschmidt: Mein zweiter Punkt ist, dass ich meine Geheimnisse für mich behalte, also meinen Traum beschütze. Das ist eine Sache, weil ich bin so ein euphorischer Mensch, was ja nicht schlimm ist. Das ist ja so ganz viel bei Künstlern so, dass man so immer tausend Ideen hat. Das war ein Riesenfehler von mir, dass ich immer sehr viel geredet habe, weil ich auch wirklich das machen wollte in dem Moment, aber dann passieren halt immer sehr viele Sachen dazwischen und dann kommen die Fragen von links und rechts und dann baust du automatisch Druck auf, unbewusst, anstatt dass du es einfach gemacht hättest und dann kann ja immer noch was dazwischen passieren und dann hätte keiner davon was gewusst. Ich finde es eh geiler, wenn du etwas startest und die Leute wissen nichts davon und reden und reden und reden und denken sich dabei. Und dann kommst du nach sechs Monaten mit einem fertigen Produkt und dann sind die alle überrascht. Das ist jetzt so das, was ich für mich noch lernen muss. Ich habe das immer noch leider das Problem, aber ein bisschen dosierter. Aber wenn ich das hinkriege, dann weiß ich, dass ich noch mehr erreichen könnte. Ich darf nicht so viel plappern.

Joel Kaczmarek: Ich finde, da stecken ja aber zwei Seiten der Medaille drin. Also auf der einen Seite ist es immer so, wenn man derjenige ist, der immer was erzählt und dann realisiert sich vieles davon nicht, weil sich Pläne ändern. Also ist ja bei Startups auch so. Du hast eine Idee, willst nach Kopenhagen fahren und landest dann aber in Stockholm, sage ich immer. Weil auf dem Weg merkst du halt, manche Dinge funktionieren nicht oder sind anders, als ich dachte. So, dann ist es natürlich unangenehm, weil du auch immer darauf angesprochen wirst. Hey Barry, was ist mit deinem Blablabla? Hast du nicht erzählt, du willst das machen? Was ist denn damit? Auf der anderen Seite ist es aber so, wenn man erzählt, ey du, ich mache jetzt irgendwie, keine Ahnung, eine Kochshow und schreibe ein Kochbuch, dann kommen ja nochmal Leute mit Ideen, dann kriegt man so Input dazu. Also so geht es mir oft. Ich erzähle, wenn mich Leute fragen, wie geht es dir denn so? Ich sage, ja ganz gut und was ist bei dir so los? Ja, ich mache jetzt was Geiles, ich stelle jetzt einen zweiten Podcast. Echt? Was denn für einen? Ja, das und das. Ja cool, da könntest du dir mal Folgendes überlegen. Also diesen Input finde ich echt total wertvoll auf der anderen Seite.

Barry Hammerschmidt: Ja, schon, da gebe ich dir recht. Das ist auch, glaube ich, immer so eine Ansichtssache. Bei mir geht es halt darum, ich bin nicht nur einer, der es so seinen Freunden erzählt hat, sondern auf Social Media dann am liebsten dann auch eine Story machen würde. Und dann hast du nicht nur den Druck bei den Freunden, sondern auch bei den Menschen, wo dann halt so Fragen kommen. Wie zum Beispiel, du streitest dich mit einem Menschen, warte lieber nochmal ein bisschen und dann mach das. Oder erzähl der Person nichts, versprech der Person nichts, sondern überleg dir, ob du es wirklich machen kannst und nicht direkt dein Gefühl oder deine ersten Gedanken aussprechen. Und das ist halt so eine Sache. Aber das ist halt so ein Ding, dafür kann ich auch nichts, weil ich wirklich hyper euphorisch, glaube ich, bin. So besonders nach dem Sport würde ich am liebsten alles machen. Das ist so eines meiner Schwächen, glaube ich. Die größte Schwäche, die ich habe. Aber es ist auch eine Stärke, weil ich mache ja auch viel tatsächlich. Aber ich glaube, ich würde noch mehr schaffen, wenn ich weniger reden würde.

Joel Kaczmarek: Ich überlege immer noch, ob es ein Fehler ist, was du tatsächlich findest.

Barry Hammerschmidt: Ich weiß es nicht, ich weiß es halt nicht, weil ich bin jetzt gerade in einer Phase, also seit diesem Jahr 2024, wo ich jetzt ein paar neue Sachen starte und ich habe diese Sachen, wollte ich ja mein Leben lang machen, aber seitdem ich nicht drüber rede, mache ich sie zum ersten Mal wirklich, so weil ich dann konzentrierter bin, weil Leute nicht auf mich einreden, weil…. Manchmal meint es ja Freunde nicht böse, wenn du denen eine Idee pitchst und die sagen, ey, mach doch lieber so, dann erzählst du es einem anderen, weiß ich nicht so. Der eine hat vielleicht einen schlechten Tag, sagt gar nichts dazu und das verwirrt dann einen Menschen. Aber die Idee, die ich selber in meinem Kopf drin habe, die versteht ja kein Mensch eigentlich. So, deswegen muss man es einfach machen, genauso wie Videos. Wir haben ja auch schon etwas gedreht. Und du konntest dir ja nicht so das Ergebnis richtig vorstellen, weil ich dir irgendwas erzählt habe. Aber dann siehst du das Ergebnis und denkst so, okay, ey, okay, so und so sieht's halt aus. Und das ist immer bei meinen Sachen, weil ich nicht gut erklären kann, wenn ich eine geile Idee habe. Ich muss es dann einfach drehen am besten.

Joel Kaczmarek: Das ist wiederum interessant, das kann ich gut verstehen, dass quasi, wenn du sozusagen dauernd über die Dinge redest, bist du mit der Energie zwar in den Dingen, du setzt sie aber nicht um, sondern du redest nur darüber und dann fühlt es sich im Geist ein bisschen so an, als wenn es schon in der Mache ist, aber es ist noch nichts getan.

Barry Hammerschmidt: Das ist es, Mann. Das ist es, Mann. Und dann ist man auf sich selbst sauer. Es ist wie mit, ich gehe zum Sport, gehe aber nicht. Und dann wird es ganz schnell so ein Jahr nicht Sport werden, weil du die ganze Zeit sagst, ich gehe zum Sport. Anstatt, dass man nicht drüber redet und dann einfach lowkey anfängt, ganz einfach, man fängt mit Fahrradfahren an, man geht dann einfach ins Studio, weil dieses auf sich selbst sauer sein ist so schlimm und das merkt man gar nicht. Und ich mache auch wirklich sehr komische Sachen, ich rede mit mir selber beim Sport. Es ist eine krasse Geschichte gewesen, es war vor Zwei Jahre habe ich das Video gesehen. Typ, der war krebskrank und der Arzt hat gesagt, ey, du musst mit deinem Tumor reden. Du musst jetzt die beste Zeit mit deinem Tumor haben, sei richtig positiv, sei richtig glücklich, weil das ist der einzige Weg, dass du irgendwie eine Chance hast, das Ganze irgendwie zu überstehen. Und der Typ hat es dadurch wirklich geschafft, weil er zu sich selbst positiv war. Aber wenn man die ganze Zeit hart zu sich, ist es genauso wie mit, keine Ahnung, du redest mit deinem Essen so und so oder mit deiner Pflanze, die andere Pflanze vergammelt, der anderen Pflanze geht es gut. Hört sich so komisch und spirituell an, aber irgendwie macht es schon Sinn, finde ich. Man kann es ja ausprobieren, du hast ja nichts zu verlieren, finde ich.

Joel Kaczmarek: Nee, ich kann es total verstehen. Also ich will gar nicht wissen, was da für Stress-Cocktail-Hormone, also was für ein Cocktail an Stress-Hormonen da freigesetzt wird, wenn du dich die ganze Zeit selber geißelst. Ach, jetzt bist du wieder nicht so sportlich. Meine Mutter meckert mich immer an, weil es ganz oft ist so, boah, hab ich Bock auf einen Mars, jetzt esse ich einen Marsriegel. Und dann esse ich den, fand den voll genusshaft und danach denke ich so, ahhh. Aber ist doof, ne? Du genießt es dann nicht richtig, so, das ist eigentlich Quatsch.

Barry Hammerschmidt: Das ist voll Quatsch, man. Das ist auch so richtige Kacke von mir, dass ich kein Essen mehr genießen kann, man. Das ist voll schade, man, weil so Essen ist eigentlich Lebensqualität, ne? So mal so wirklich was genießen zu essen, weil wenn du dann so ungesunde Sachen isst, dann isst es dann einfach, weil wenn du dann eh sauer bist, dann isst es nicht. Und das ist genau das Problem, was ich auch habe, was du hast. Ich esse so meine fünf Croissants, ja, und dann hasse ich mich.

Joel Kaczmarek: Hahaha. Ich hatte mal, eigentlich kommt mir ein Dialog in den Kopf. Einer meiner ältesten Freunde saß mit seiner Mutter am Küchentisch und da meinte der irgendwie so, es geht ums Thema Essen und wenn man manchmal nicht weiß, was man da eigentlich tut, das ist ja voll dankbar, das meinte er, Unwissenheit ist ein Segen. Und dann meinte ich nur so, ja, aber Dummheit stützt vor Strafe nicht. Und dann saß er nur so da und hat dann so gekontert mit Fischer, Spritzer, Fischer, Fischer, Fischer. Die Moral von der Geschichte ist ja so ein Stück weit genau das, was du sagst. Also ich versuche mir mal so ein bisschen zu erlauben, dass ich jetzt sage, okay, Pizza ist jetzt Essen für die Seele und nicht für den Körper. Aber das sollte halt so die Balance sein, weil es geht mir genauso wie dir, wenn man halt ganz viel darüber weiß. Okay, warte mal. Weizen ist irgendwie ein Stoff, der zieht irgendwie ganz viel Pestizide an, habe ich gelernt und irgendwie Schimmelpilze und dann hast du Gluten, das bekommt ihr nicht und das Fett im Käse, das Salz und so weiter und so fort. Und dann bist du sozusagen, dann kannst du gar nicht mehr genießen, wenn man Sachen so zerdenkt, ja.

Barry Hammerschmidt: Aber wenn man das weiß und wirklich sich bewusst das vor den Augen hält und so, dann muss man aufpassen. Das ist genauso wie die Menschen, die Alkohol trinken und irgendwas haben, wenn Leute irgendwie kiffen. Das ist wirklich so, man darf am Ende gar nichts essen.

Joel Kaczmarek: Wie machst du das denn aber mittlerweile? Weil ich erinnere mich, wir hatten früher so Giveaways, so Müsli-Dosen und durch dich habe ich eine neue Edition gestartet. Weil wir haben allen Gästen immer so eine Müsli-Dose gegeben mit unserem bedruckten CI drauf, damals mit Sebastian Krumbiegel, als wir in Interviews immer gemacht haben. Und dann habe ich dir eine gegeben, du guckst drauf und sagst so, nee, danke, ist voll nett, aber ich esse nichts Süßes und gab es mir die wieder zurück. So, okay, stimmt, verdurft. Dann habe ich einfach zwei Editionen gemacht. Eine Schokolade sozusagen für diejenigen, die sagen, es ist Genuss und eine Figurfit-Müsli für diejenigen, die sagen, es ist für mich eher Gesundheit und die hatten dann so verschiedene Farben und so.

Barry Hammerschmidt: Das ist crazy. Ja, nee, das wusste ich auch nicht, aber das ist lustig, dass du es sagst. Das ist ja auch gerade so bei Edeka, Aldi und was auch immer. Wenn du jetzt so bei Schokoriegeln bist, die erfolgreichsten sind jetzt diese Zero-Dinge. Das heißt, du kannst irgendein Zero-Produkt haben, die werden sich immer dafür entscheiden, ob es jetzt ein Snickers ist oder ein Snickers mit, keine Ahnung, weniger Kalorien. Es ist jetzt gerade E-In, also alles, was irgendwie anders ist und fancy ist.

Joel Kaczmarek: So, aber jetzt nochmal ganz kurz zurück zu deinem zweiten Punkt, also meine Geheimnisse für mich behalten Ballast. Ich nehme da so ein bisschen raus, dass es eigentlich darum geht, das eher zu dosieren, gar nicht so sehr für dich zu behalten, sondern eher vielleicht zu entscheiden, wer sind Leute, die nicht davon erzählen will, die mich vielleicht mit Perspektiven bereichern.

Barry Hammerschmidt: Kann auch halt sein und dann kommen wir eigentlich auch zum dritten Punkt direkt, dass man halt seinen engen Kreis klein hält. Ich weiß nicht, wie man es am besten erklären kann, aber der Punkt ist direkt dahinter, dass man den richtigen Umkreis hat. Natürlich ist es so ein Lernprozess mit dem Alter. Wenn du jünger bist, kannst du ja nicht direkt wissen, wer sind deine Freunde, weil du erst gerade so aus der Schulzeit draußen bist oder studierst oder was auch immer. Aber dieser Kreis, den du hast, das merke ich jetzt gerade bei mir, ist das Allerwichtigste. Ob es jetzt Leute sind, die mich zum Sport motivieren, weil alleine würde ich es nicht schaffen. Oder zum Drehen motivieren oder mich immer wieder so aufbauen. Natürlich habe ich schon so eine Chefposition, aber die Leute links und rechts sind genauso wichtig wie ich. Und ich würde es ohne die auf jeden Fall nicht schaffen. Und wenn du da ein sehr, sehr gutes Team hast, dann muss man auf jeden Fall da bleiben. Never change a winning team, solange es geht. Auf jeden Fall.

Joel Kaczmarek: Also enger Kreis bezieht sich jetzt auf Freunde oder Arbeit oder an alles?

Barry Hammerschmidt: Freunde und Arbeit, also wenn du einen Menschen jeden Tag siehst oder drehst, dann sind es ja auch irgendwann mal auch Freunde, natürlich hat man so was Professionelles noch miteinander, aber trotz alledem ist der Kreis wichtig, weil ich sehe euch jeden Tag, deswegen müssen wir die gleichen Interessen haben und das ist halt sehr, sehr wichtig für mich, weil dann funktioniert auch die Arbeit besser. Weil ich bin halt ein Mensch, der kann auch sehr nervig werden und ich will auch keinen Menschen nerven oder sagen, was du tun sollst oder sonst wie. Ey, mach doch Sport, mach doch dies, mach doch das. Aber wenn ich jemand habe, der das eh schon von alleine macht, dann gehen wir den Weg gemeinsam und ziehen uns nicht runter. Und es gibt sehr viele Menschen, die genauso denken wie du und wenn du die dann irgendwann mal hast, dann behalte sie.

Joel Kaczmarek: Und geht es denn wirklich darum, den Kreis klein zu halten? oder geht es darum, den Kreis, sag ich mal Sauber oder Sortenreihen.

Barry Hammerschmidt: Oder klein, sauber. Also wie kann ich es am besten erklären? Also Kleinheiten meine ich halt so, dass du nicht zu schnell Menschen in dein Leben reinlassen solltest. Sei es mit dem zweiten Punkt viel zu viel erzählen, dass sie dann direkt eine Bindung zu dir haben. oder hier ich mach das für dich Bro oder ich mach das für dich oder ich kann dir Also das ganze Drumherum-Gerede, weil es dann bei den anderen Menschen immer anders rüberkommt, weil ich bin ja eigentlich zu jedem Menschen gleich, aber dann denkt der Mensch dann gleich, dass ich dann dein bester Freund bin und alles für dich tun würde. Ich würde aber immer wieder gleich nett zu dir sein, aber die verwechseln das eben halt schnell. Ist sehr, sehr schwierig zu erklären, die Erwartungshaltung bei mir ist halt immer eine etwas andere, weil ich mich ja jetzt geändert habe und nicht mehr so eine Quatschnase bin, sehen mich jetzt auch Menschen anders. Vor 20 Jahren war ich auch noch komplett anders. Da war ich nicht so gesettelt wie jetzt im Leben. Aber wenn ich diese Denkweise jetzt hätte, mit 20, dann wäre ich ganz, ganz woanders, 100%. Aber ich finde, es ist auch so ein Ding, erwachsen werden, finde ich. Dass du einfach so Menschen neu bewertest, auch keine Emotionen haben. Das heißt, wenn jemand selbst was Negatives macht, ich bin nicht sauer, sondern es ist auch meine eigene Schuld. Ich war grüner in den Ohren. Scheiß drauf, jeder soll seinen Weg gehen, weil so dann daran festhalten und wütend sein, wirst du das Problem immer dableiben, finde ich.

Joel Kaczmarek: Ich erinnere mich daran, als wir so jugendlich waren, so Teenager-Alter, sind wir immer Fußballspielen gegangen, Samstags und Sonntags. Und wir hatten so eine Mannschaft, also das wäre immer dann so ein Wabonspiel. Du gehst auf diesen Fußballplatz und hoffst, dass jemand da ist, der mit dir spielt, so halb fällt. Und da war so eine Arabertruppe. Die waren immer acht oder neun. Und das war ein Schauspiel. Wenn die gespielt haben, das war immer so, wenn ein Tor geschossen wurde, hast du ja meistens den Torwart gewechselt. Und dann gingen die jetzt so redeten die da so, ne? Und das Krasse war aber, die waren so eingespielt, die haben halt irgendwie links, rechts die Bälle gepasst und du musstest dich halt richtig anstrengen, um gegen die gut zu spielen. Und mein Learning daraus war, du bist immer so gut wie die Leute, mit denen du dich umgibst, weil wenn wir gegen Schlechtere gespielt haben, waren wir automatisch auch schlechter als Team. Und ich finde, das steckt so in deinem Punkt ja auch drin, dass du, wenn man sagt, ich halte den klein oder ich passe auf, wenn der in den Kreis reinkommt oder ich brauche so eine Zeit bis, ja, also mir geht es immer so, umgib dich mit schlechten Leuten, geht es dir auch schlecht.

Barry Hammerschmidt: Das ist es. Da muss man auch zu sich selbst ehrlich sein. Das sage ich halt immer und immer wieder. Der vierte Punkt ist auch genau das gleiche, finde ich so. Das ist alles irgendwie ähnlich. Du kannst halt in Klammern keine Ja-Sage um dich herum haben. Eigentlich so. So diese typischen Ja-Sager oder die Wahrheit sagen. Weißt du, die Wahrheit ins Gesicht sagen. Ganz, ganz wichtig. Das ist ja wie die Sache, ey, lässt du dir irgendwas sagen, Barry? Und das ist das aller, aller, aller wichtigste, dass ich keinen Menschen um mich herum haben will, der alles cool findet, was ich mache. Oder alles top ist, weißt du, der einfach nur da ist, weil irgendwie alles schön ist, sondern so die Wahrheit, die auch wehtut. Das hatte ich ja bei einem Kollegen von mir, der hat mir vor zwei Jahren oder vor eineinhalb Jahren mal so die Wahrheit so richtig ins Gesicht gesagt. Und deswegen bin ich auch in diesen Sportmodus gerade drin, weil mein Kollege mir so die Augen geöffnet hat. Ich war ja schon immer trainieren, aber ich bin ja jetzt gerade in einer anderen Verfassung. Da kam dann zu mir, Simon heißt er, der hat auch sein eigenes Studio Dopamin bei Adidas und sagt mir, Barry, du lebst ganz schön krass in der Komfortzone gerade, ne? So, du bist erfolgreich, du hast sehr, sehr viel, aber du fängst immer wieder Ernährungen an, aber ziehst es nicht durch. Jede drei, vier Wochen, weil du so viel redest. Du weißt gar nicht, was für ein Potenzial du hättest, wenn du jetzt mal so ein bisschen mehr durchziehst. So wie damals, wo du gerade angefangen hast mit YouTube, bist du im Fitnessstudio hingelaufen, hast keine Gardinen gehabt, bist von Sonnenlicht wach geworden, so Kleinigkeiten. Und auf einmal verdienst du Geld, wohnst an der Cannstraße, hast ein schönes Auto und isst, was du willst und denkst, du hast es schon geschafft. Und dann wunderst du dich, warum es dir dann so ein bisschen schlechter geht, weil du nicht mal das machst, was du vorher gemacht hast, also auf dich aufzupassen. Es tut zwar richtig krass weh, denkst du dir, ich war auch so ein bisschen sauer, aber er hat recht. Ich bin immer so an der Cannstraße gewesen mit meinem schönen Auto, hab eine teure Uhr, Klamotten, aber bin nicht glücklich. Ich frag mich dann so, warum? Und dann ist es genau das Problem gewesen, ja, weil ich nicht die Sachen gemacht habe, die mich glücklich machen. Und zwar auf mich stolz sein, Respekt vor mir haben, aufstehen, trainieren, mich entlasten, machen, was ich schon seit klein aufgemacht habe, da niemals rauskommen. Das hat auch nichts mit dem Alter zu tun, man wird bloß einfach nur träger mit der Zeit. Ja, das hat er mir gesagt, hat wehgetan, aber hat mir die Augen geöffnet und seitdem bin ich keinen Tag schwächer geworden.

Joel Kaczmarek: Und mit den Ja-Sagern ist interessant, ist das ein bisschen was, was in deinem Job sozusagen mitkommt, wenn man Erfolg hat, wenn man sichtbar ist, dass du da so Ja-Sager um dich hast?

Barry Hammerschmidt: Ich glaube, es ist egal, überall wo du erfolgreich bist, selbst wenn du so eine Firma hast, ein Startup, Fußballspieler bist, wenn du weiter oben bist als andere Menschen, dann finden die alles cool, was du machst. Das merkst du ganz krass auch bei Schauspielern, wenn du so einen Top-Schauspieler hast und hast so die ganze Crew neben denen und der sagt nichts, der macht nur irgendwas und alle lachen. Weißt du, weil die unbedingt nicht gefeuert werden wollen, weil die dazu, ist wie so eine Sekte bei ganz, ganz vielen Menschen. Und das ist so, wenn ich mir das angucke, dann so sitzt so ein Borchards, wo dann so die Top-Schauspieler sind, dann siehst du die so reden. Und ich so, nee, ey, das ist schon echt komisch, Mann. Ich würde mindestens jemanden haben, der sagt, ey, Barry, Mann, sei mal nicht so laut, Alter, brüll nicht so rum. Verstehst du? Weißt du, wie ein Neandertaler? Ja, das ist echt peinlich, Mann. Damit würde ich nichts zu tun haben.

Joel Kaczmarek: Aber das stimmt, das ist in Führungsriegen auch so, wenn du jetzt, sage ich mal, Vorstandsvorsitzender von irgendeiner krassen börsennotierten Firma bist, die sitzen alle, also die gehen ja gar nicht in die Kantine, wenn sie gehen würden, säßen sie da teilweise alleine, weil sich keiner traut und die kriegen auch alles nur gefiltert, also das ist ganz wirklich stimmt.

Barry Hammerschmidt: Die Menschen, die dann erfolgreich werden, die haben dann auch sowas Abgefucktes haben die. dass du dann merkst, weil die so viel Geld haben und so viele Shows verkaufen, dass sie dann auch sowas haben, so ist eh alles egal. Weil sie dir dann auch irgendwann mal dann so mit 40, 50 dann durchdrehen bei Markus Lanz und dann irgendwas erzählen und dann zeigen sie das erste Mal ihr wahres Gesicht, dass sie eigentlich gar nicht so coole Menschen sind.

Joel Kaczmarek: Ja, oder manchmal denken sie, haben sie dann so ein bisschen so, niemand kann mir was, ne?

Barry Hammerschmidt: Ja, ja, scheiß drauf, habt doch schon eh alles, was soll denn sein? Fuck the world.

Joel Kaczmarek: Ich überlege ja nur so ein Stück weit, ich erinnere mich an eine Mitarbeiterin von uns damals, die war Designerin meiner alten Firma und die meinte, ja, wir hatten früher auch bei unserer Designagentur, wo ich vorher war, hatte ich so einen Chef, Der hat mich dann immer beiseite genommen, hat mir erzählt, was alles an meinen Entwürfen nicht gut war, hat auch fachlich recht. Ich bin dann immer erstmal heulen gegangen auf Klo, aber meine Designs wurden danach immer besser. Und da habe ich viel drüber nachgedacht, weil ich immer so dachte, wie führt man denn Leute und gibt denen Feedback zu Sachen, die sie schlecht machen, wenn es auf der einen Seite dazu führt, dass sie auf Toilette weinen, was jetzt nicht die Absicht des Zieles ist. Aber sie auf der anderen Seite wieder besser macht. Hast du für dich so einen Modus, wenn du sagst, wie Leute dir Kritik geben, dass es dich am weitesten bringt?

Barry Hammerschmidt: Also man sollte erst mal zuhören. und dann auch dieser Punkt, wer sagt dir etwas? Das ist halt auch sehr wichtig. Wenn es eine Person sagt, die wirklich etwas gemacht hat oder einen Leidensweg hatte, dann kannst du der Person auch echt mal zuhören. Wie ich es halt mache, das ist so eine Sache aus dem Personal Training, du sagst niemals deinem Kunden, dass er was falsch macht, sondern wie du es besser machen kannst. Also das ist das Einzige, was ich halt machen würde. Ich würde niemals einen Menschen erstmal irgendwie fertig machen. Ich würde auch nie etwas sagen, wenn ich nicht gefragt werde, sondern wenn ich merke, du machst jetzt zum Beispiel eine Übung falsch, dann sage ich, ey, es war okay, aber versuch mal deine Schultern so und so zu machen, anstatt, ey, wie kacke ist das denn, das Demotivierende. Ich finde es immer eine Art und Weise, wie du mit jemandem sprichst, um jemanden zu motivieren. Ist ja wie mit Kindern, wenn du sagst, ey, mach das nicht, das Kind wird das eh machen. Du musst dann irgendwie daraus ein Spiel machen, dass es dann versteht, das nicht zu machen am Ende des Tages.

Joel Kaczmarek: Ich habe eine faszinierende Beobachtung gemacht, wenn man Kinder anmeckert, hat es nicht zur Folge, dass sie den Punkt verstehen und besser machen, sondern dass sie sich schlecht und klein fühlen. Und ich glaube, das ist bei allen Menschen so. Deswegen, das fällt mir manchmal auf bei so Feminismus-Sachen, wenn du jetzt irgendwie darüber schimpfst, dich aufregst, dass was irgendwie frauenfeindlich ist, wenn man dieses und jenes Wort benutzt oder sowas. Das ist in der Grundsache richtig, aber wahrscheinlich ist es die falsche Technik, um ans Ziel zu kommen, weil es die Leuten nur das Gefühl gibt, sie seien schlecht. Oder du und ich haben ja auch öfters schon mal über Rassismus geredet. Wenn jemand sagt, du, das finde ich jetzt ein bisschen rassistisch, was du da sagst. Das ist sogar eine Ich-Botschaft, ne? Ich finde. Aber da geht sofort bei den Leuten die Schotten zu, weil sie sich ja sofort gemaßregelt, gegängelt fühlen. Dann geht so das Kinder-Ich wieder an und so weiter. Also das ist ganz interessant.

Barry Hammerschmidt: Das letzte ist halt, dass ich lernen musste, dass ich jeden Menschen so behandeln will, wie ich selbst behandelt werden will. So, das ist ja so der Klassiker. Du lästerst über einen Menschen und dann wunderst du dich, dass über dich gelästert wird. Das ist halt so diese typische Doppomoral, die man hat. Das ist eigentlich so das Gleiche, so keine Doppomoral haben, ne? Weil es ist ja so typisch Internet. Jemand macht einen Fehler und alle springen rauf, obwohl sie wissen, dass sie selber 10.000 schlimmere Sachen gemacht haben. Ich war einer, der sich halt immer aufgeregt hat und ich wollte halt immer so dieser Retter sein, dieser Ritter, der dem Menschen sagt, ey, der und der ist so und so gefährlich, aber dann kommt immer wieder ein Bumerang auf dich zurück, weil wie stille Post so die Geschichte immer anders weitererzählt wird. Also eigentlich hat es so einen guten Gedanken, aber am Ende ist er komplett anders rübergekommen und eine ganz andere Geschichte wird erzählt. Egal, ob was Negatives oder Positives ist, ich rede über den Menschen nicht schlecht, weil ich es auch selber nicht will, ich urteile nicht über den Menschen. Wenn ich gefragt werde, dann sage ich etwas, aber ich fange nicht von alleine an. So, weil das voll die Zeitverschwendung ist. Wenn jemand einfach aus dem Nichts anfängt, über irgendeinen Menschen so kacke zu reden, so dann merkst du, hm, da muss er wohl ein bisschen unzufrieden mit seinem eigenen Leben sein, wenn er so viel Zeit hat, über einen anderen Typen zu reden.

Joel Kaczmarek: Ja, ich habe das Phänomen auch relativ oft, dass ich mal gefragt werde, wenn ich mit Top-Managern irgendwie zusammen bin, ja, was ist dein Gedanke dazu? Wie findest du den? Was denkst du dazu? Wie erlebst du den? Also ich werde das total oft gefragt und ich überlege dann immer, ob ich was sagen soll. Ich sehe natürlich 15 Sachen und kann dann sagen, na, ich weiß nicht, ich kann natürlich inhaltliche Sachen sagen, kann sagen, die Strategie überzeugt mich jetzt nicht so aus folgenden drei Gründen, eins, zwei, drei. Menschlich habe ich so ein bisschen den Eindruck, wirkt ein bisschen wie so ein Diktatortyp, ist nicht so mein Naturell, bla bla bla. Aber weiß ich auch manchmal nicht, ob ich das will. Aber wenn du gefragt wirst sozusagen, ist so dein Modus, dann ist es okay?

Barry Hammerschmidt: Also wenn jemand sagt, ey Barry, wie findest du das und das, da sage ich meine ehrliche Meinung. Wenn ich zum Beispiel ein Video sehe von irgendjemandem, würde ich ihm dann nicht einfach schreiben und sagen, ey guck mal, ist voll kacke, mach es doch so und so und so und so. Weil vielleicht hat er gerade Probleme, vielleicht ist irgendetwas da gerade, der hat mich nicht in meiner Hilfe gefragt, deswegen sage ich nichts. Weißt du, das ist so unnötig. Aber wenn jemand sagt, ey Barry, ich habe so, keine Ahnung, mir geht es nicht gut, bei mir läuft es nicht, kannst du mir irgendwie so Tipps geben, dann sage ich denen halt die Wahrheit, was du machen sollst. Natürlich nicht beleidigend, aber ich bin halt schon sehr, sehr direkt. Aber ich würde das halt niemals einfach so machen, wenn jetzt jemand so einen traurigen Text postet im Internet, da ich den dann anrufe und sage, ey, ich weiß, was dein Problem ist. Denen geht es dann schon kacke und dann komme ich und merke hier noch an. Weil so wird es bei den Menschen rüberkommen. Das ist eigentlich gar keine Hilfe, sondern so falsche Motivation, die ich den Menschen gebe. Das war halt auch ein Fehler von damals, dass ich dachte, dass ich was Gutes sage, wenn jemand zum Beispiel einen Fehler gemacht hat, meiner Meinung nach, und dann kriegt er so eine 5 Minuten Voicemail, was er besser machen soll, wo über Fehler waren. Das kann er gar nicht umsetzen, weil es ist viel zu viel für den Menschen. Lass mich in Ruhe, Mann. So, ich hab grad andere Sorgen, ich kann meine Miete nicht zahlen. Nerv mich nicht, Barry.

Joel Kaczmarek: Ist ja fast sozusagen noch ein zweiter, also eigentlich nicht von sich aus zu bewerten, sondern nur dann, wenn man nachgefragt wird.

Barry Hammerschmidt: Das kann es halt auch sein, ja. Man merkt es ja auch selber bei sich selbst, ne. Du hast halt so einen Tag, der stressig ist und dann kommt jemand und quasselt dich voll einfach, weißt du. So ist es manchmal unnötig. Es gibt sehr, sehr selten die Menschen, die das dann halt cool finden, wo dann einfach einer kommt und so. Dann lieber mit jemandem reden, finde ich, oder zuhören. Ey, wie geht's dir? Was ist los? So eine Sachen halt. Aber nicht dann noch so sagen, ey, das und das hast du falsch gemacht. Deswegen manchmal ist es auch schön, dass ein Mensch einfach nur mit dir redet und einfach zuhört, jemand aussprechen lässt und so und dann gehst du deinen Weg. Dann wird er dir viel dankbarer sein, als wenn du den voll laberst.

Joel Kaczmarek: Ja, das ist ganz komisch, weil natürlich hast du recht, man meint immer den Leuten, wenn man denen Tipps gibt, es gibt den schönen Satz, auch Ratschläge sind Schläge. Und wenn man die ungefragt gibt, ist es natürlich so, dann entwertest du ja etwas, was die Person gesagt hat, so ein Stück weit und meinst es besser zu wissen. Das ist eigentlich ein sehr aggressiver Akt, ne?

Barry Hammerschmidt: Das ist krass, Mann. Ja, ich hab ja, Arthur kennst du ja auch, ne? Wir reden ja auch sehr, sehr oft drüber so, aber viele haben ja nicht so dieses richtige Bewusstsein so, dass alles so bei denen in der Hand liegt und dann erzählst du denen Sachen und es kommt da gar nicht an bei denen im Kopf. Bei manchen Menschen hab ich gemerkt, ey, wenn die schon so drei, vier Sätze sagen, das ist vorbei einfach. Das Gehirn ist so weit ausgereift, dass sie gar nicht wissen, wo sie was falsch machen. Und dann musst du dann einfach loslassen und den Menschen so akzeptieren, wie er ist. Und dann ist es auch dann wieder okay. Weil vielleicht ist er ja wirklich so glücklich.

Joel Kaczmarek: Also du meinst, die Antenne ist nicht auf Empfang gestellt?

Barry Hammerschmidt: 3G ist nicht vorhanden, das ist Flugmodus für immer. Ja, ein neues Update brauchen die.

Joel Kaczmarek: Ja, krass.

Barry Hammerschmidt: Ja, ist alles noch so ein Lernprozess. Wir müssen mal machen, was hättest du gerne mit 30 gewusst? irgendwann mal oder 40? Das machen wir in 20 Jahren.

Joel Kaczmarek: Ja, aber ich überlege, du bist natürlich in deinem Beruf wahrscheinlich auch sehr viel in Bewertungen einfach ausgesetzt, ne? Weil das Sportliche ist körperlich visibel, die Comedian-Unterhaltungssachen sind in Klickzahlen visibel, also das ist wahrscheinlich auch undankbar, ne?

Barry Hammerschmidt: Ja, übertrieben undankbar. Aber es ist dann auch so eine Ansichtssache, ne? Man hat ja immer so die, man will immer mehr, immer mehr haben. Es gibt ja immer einen, der mehr Follower hat oder mehr Geld. Aber wenn ich das immer so vergleiche, wie war es so vor 15 Jahren, wo ich angefangen habe, weil das ist ja geil, ich kann so mit meiner Idee im Kopf Geld verdienen. Ich arbeite nicht irgendwo fest eingestellt, sondern ich bin so mein eigener Chef. Das ist doch geil, ne? Und ich bin jetzt so bekannt, die Leute wissen, wer ich bin, Marken vertrauen mir. Ich bin jetzt zwar nicht auf Platz 1, aber ich kann damit mein Geld verdienen. Deswegen ist es immer so eine Ansichtssache, weißt du. Was ist es dann, wenn du dann Drake bist beispielsweise? Geht es denen besser oder an Justin Bieber? Ich glaube nicht.

Joel Kaczmarek: Ich glaube nur manchmal, das Thema mit dem Geld macht nicht glücklich, da ist was dran. Aber ich glaube, dieses Freiheit macht glücklich. Und manchmal ist Geld eine Währung für Freiheit. Also Geld ist eigentlich nur Energie.

Barry Hammerschmidt: Ja, aber das ist auch so ein Spruch, das sagen immer Menschen, die reich sind, dass Geld nicht glücklich macht, weißt du. Aber sie würden niemals umtauschen und die sagen es auch ganz, ganz bewusst, weil sie wahrscheinlich auch nicht wollen, dass andere Menschen so viel Knete machen. Ja, aber das ist Quatsch, Mann, das ist Quatsch. Du hast mit viel Geld mehr Probleme als andere Menschen auf jeden Fall. Wenn du aber so ein reines Gewissen hast und so was Gutes anstellen kannst, dann ist es trotzdem immer besser, ein bisschen mehr Geld zu haben, weil du kannst einfach viel mehr machen.

Joel Kaczmarek: Ich glaube, das ist auch so eine Mindset-Sache, weil ich saß mal bei unserer Notarin und die macht viel so Mediation. Also wenn Leute sich streiten, dass sie zwischen denen vermittelt. Und die hat auch immer erzählt, wenn so Leute natürlich darüber nachdenken, wenn sie großes Vermögen haben, was damit passiert, die haben ja so eine Belastung im Kopf. Und warum ist es so? Weil die meisten Leute natürlich darüber nachdenken, wie kann ich das behalten, wie kann ich es mehren? So, wenn du das mal loslassen würdest. Es klingt ja bizarr, aber es ist ja wirklich so, wenn du dann, sage ich mal, hast meinetwegen 25 Millionen Euro auf dem Konto, hast zwei Kinder Und dann denkst du darüber nach mit 45, wie kriege ich das? zu denen rüber, dass ich möglichst keine Erbschaftssteuer zahle, dass die Kinder noch Bock haben im Leben was zu reißen, welche Konstrukte, bla bla bla. Ist so anstrengend auf einmal. Kaufe ich ein Haus? Ja, nein. Also ich verstehe schon, dass Besitz auch irgendwie eine Last ist. Aber es ist ja so an Überzeugung geknüpft. Du könntest ja auch einfach sagen, mein Ziel ist jetzt, 5 Millionen für die Kinder an die Seite zu legen und die restlichen 20 nutze ich, um den Planeten ein bisschen besser zu machen. Mein Ziel ist, ich will irgendwie das Bundesverdienstkreuz kriegen, weil ich vielen Leuten geholfen habe oder so.

Barry Hammerschmidt: Ich finde ja, da gebe ich auch recht, aber das Problem ist bei den Menschen, die haben dann auch so einen anderen Lebensstandard irgendwann mal. Du hast dann deine 25 Millionen, lebst aber so, als ob du 40 vielleicht hast. Gibt es bestimmt die Menschen. Und dann hast du jetzt so Angst, ey kacke, jetzt der nächste Monat habe ich jetzt einen Umsatz von 500.000 Euro nur gemacht, aber der letzte waren 5 Millionen, was auch immer. Dann wird es halt schwierig. Siehst du ja bei Fußballern. Viele Fußballprofis aus Brasilien oder irgendwo in Afrika ein Land ist oder in Asien, die haben ja eine Riesenfamilie. Das heißt, du bist dann der Einzige, der es geschafft hat, verpflegst aber dann auf einmal Familienmitglieder, die du noch nie gesehen hast. Hast aber dann noch ein Riesenhaus und tausend Autos und Geschenke und Trinkgeld da, dies, das, tralala. Ja, und dann bist du 35 und dann ist es scheiße. Und dann hast du weniger Geld als je zuvor. Das hast du ganz oft da bei den Brasilianern.

Joel Kaczmarek: Ich hatte auch mal einen Freund, der ist Unternehmer gewesen, hat einen erfolgreichen Börsengang hingelegt, war dann wohlhabend und hat gesagt, Joel, du kommst ja auch in andere Sphären rein, weil du hast da nichts zu tun. Du hast dein Geld, du musst nicht arbeiten, deine ganzen Freunde aber schon. Und dann sitzt du halt morgens um 11 Uhr da, langweilst dich und dann gehst du auf den Golfplatz und dann triffst du halt auf Leute, die haben ein Boot oder haben ein Flugzeug. Und dann fängst du auf einmal an, dich mit solchen Leuten in Bindung zu setzen oder sich zu vergleichen. Dann sagst du, okay, jetzt möchte ich auch mal drüber nachdenken, ob ich mir vielleicht eine kleine Yacht kaufen sollte oder so ein kleines, was weiß ich, zum Angeln gehen auf Gran Canaria. Und zack bist du sozusagen in so einem anderen Lifestyle drin und dann gehen die Kosten hoch und so weiter, deswegen das stimmt schon total.

Barry Hammerschmidt: Ja, aber das ist auch bei mir genauso gewesen. Automatisch hast du mit anderen Menschen zu tun und dann geht's los. Aber das Gute ist bei mir, dass die Freunde, die ich um mich rum habe, auch irgendwie alle halbwegs erfolgreich geworden sind. Und das ist das Schöne, dass unser Freundeskreis, viele davon haben ihr eigenes Ding gemacht, ob einer mit Sport, einer mit Gastro, der eine damit, der eine damit. Und schön zu sehen, deswegen sind wir alle nicht abhängig voneinander.

Joel Kaczmarek: Man sagt ja so schön, das Leichentuch hat keine Taschen. Also wenn du mal abtrittst, kannst du nichts mitnehmen. Was hast du dir denn so als Ziel gesetzt, was du sag ich mal?

Barry Hammerschmidt: Was ich hinterlassen will. Also ich will Legacy hinterlassen, ganz klar. Deswegen will ich ja auch, das ist ja eines meiner größten Träume, Filme zu machen. Oder deswegen war es ja auch einmal eine Träume. Ich sitze als kleiner Junge, gucke mir die ganzen Filme an und das sind Sachen, die immer noch in meinem Kopf drin sind. Seit Jahren, die ich nicht vergesse, Szenen von King of Queens, Prince of Bel-Air oder keine Ahnung, deine Lieblingsfilme, die du hast oder was auch immer. Das würde ich den Kids geben, weil ich sehe es ja auch bei den Kids auf der Straße, kommen auf mich zu. Ich habe meine Kindheit mit dir verbracht, die Jahrzehnte ihren Kindern weiter. Da war mal einer so, der hat mal das und das gemacht, denen ging es auch nicht so gut, aber hat das hinbekommen. Also, dass die Leute über ihn reden und dass man was hinterlassen hat. Das ist viel wichtiger als viel Geld, weißt du, weil keiner wird darüber reden, ey, der Typ hat mal so viel Geld pro Monat verdient. und hatte dann hier Nike-Schuhe, 20 verschiedene. Weißt du? Und dann die Haarfrisur, die war immer sauber, zwei Jahre die Woche. Wer redet drüber?

Joel Kaczmarek: Ja, cool, Barry. Also ich bestaune ja, wie leicht dir diese fünf Dinge gefallen sind. Es war ja sozusagen halbwegs spontan hier, aber es spricht ja für dich, dass du das sozusagen auch lebst.

Barry Hammerschmidt: Ja, klar, Mann. Das ist ja das Ding, das ist das einzige Talent, das ich habe, dass ich nicht nachdenken muss. Ich habe da genügend Selbstvertrauen. Und ich kann ja viel reden. Das weißt du ja auch. Dafür kann ich viele andere Sachen nicht aufräumen, kann ich nicht.

Joel Kaczmarek: Hahaha.

Barry Hammerschmidt: Was kann ich noch nicht, Joel? Ich bin unpünktlich. Ein Ticken. Wenn es um ein Treffen kommt, dann bin ich da, aber manchmal unzuverlässig einfach.

Joel Kaczmarek: Du bist ein bisschen künstlerisch in der Ecke.

Barry Hammerschmidt: Ja, was soll ich machen? Ich kann ja auch Fehler haben, Alter.

Joel Kaczmarek: Ja, ich weiß, das muss auch nichts Schlechtes sein. Karl Lagerfeld ist auch mal zu spät gekommen, weil er gesagt hat, wie unhöflich ist denn das bitte, wenn ich mit Menschen Zeit verbringe, hab einen großartigen Moment und dann gehe ich, weil hier irgendwie ein Termin mich ruft, von daher.

Barry Hammerschmidt: Ich komme manchmal sogar gar nicht. Das ist auch so eine Stärke von mir gewesen. Ist auch sehr frech.

Joel Kaczmarek: Ach, du bist schon in Ordnung, wie du bist.

Barry Hammerschmidt: Danke, danke schon.

Joel Kaczmarek: Danke für heute.

Barry Hammerschmidt: Hat Spaß gemacht.

Joel Kaczmarek: Ja, to be continued. Fünf weitere Dinge dann mit 30, hast du ja schon gesagt.

Barry Hammerschmidt: Sehr gerne. Wir sehen uns in zehn Jahren, Leute.