
Jan Müller (Tocotronic): Mit Pop und Punk im Herzen
19. August 2020, mit Joël Kaczmarek, Sebastian Krumbiegel
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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital,
Sebastian Krumbiegel: der Podcast.
Joël Kaczmarek: Hier erfahrt ihr jede Menge über Kunst in Zeiten der Digitalisierung und das Hautnah von ganz fantastischen Künstlerinnen und Künstlern. Mein Name ist Joël Kaczmarek. Und heute, wie immer, Meine zweite Umlaufbahn mit an Bord, der Liebe Sebastian Krumbiegel. Hallo Sebastian.
Sebastian Krumbiegel: Moin, Schönen guten Tag.
Joël Kaczmarek: Schön, dass du dabei bist, und heute wird es ganz, ganz toll. Wir kehren zu unseren Wurzeln zurück. In unserer ersten Folge habe ich ihn schon viel zitiert und darum war es meine persönliche Pflicht, fand ich, und wäre mir eine Herzensangelegenheit, als einen unserer allerersten Gäste, den Lieben Jan Müller von Tocotronic da zu haben. Hallo Jan.
Jan Müller: Hallo, Ich freue mich sehr, dass ihr mich eingeladen habt.
Joël Kaczmarek: Tocotronic, Ist das eigentlich richtig oder muss ich es anders aussprechen? Tocotronic.
Jan Müller: Es ist frei.
Joël Kaczmarek: Es ist frei, ja.
Jan Müller: Kannst Du auch Tocotronic sagen oder? Wie du möchtest.
Joël Kaczmarek: Gut, um dem geneigten Hörer schon mal ein bisschen Themenüberblick zu geben, weil Ich finde immer ganz schön, wenn man Erwartungshaltung am Anfang macht. Wir wollen heute natürlich nachzeichnen, wie du zu deiner Kunst gekommen bist, Wie eure Positionierung so entstanden ist, Weil ihr steht ja für ganz bestimmte Dinge und finde ich auch sehr, sehr spannende und wertige Dinge. Und wir wollen natürlich mit dir, aber auch mal so über die kommerzielle Seite des Musikgeschäfts reden. Plus einfach mal insgesamt auch verstehen, Was passiert so in deiner Welt, Denn du machst ja auch einen sehr, sehr tollen Podcast. Ich darf das schon am Anfang erwähnen, Weil die Leute schalten hinten ab. Also, ich bringe jetzt mal ein paar Abonnenten. Fünf oder sechs, Reflektor heißt der, ja? Also...
Sebastian Krumbiegel: Sehr zu empfehlen, wenn ich das Mal sagen darf, weil. Ich hab mir jetzt ein paar Folgen angehört und find das wirklich sehr spannend. Vor allem alle, die in irgendeiner Weise Musikaffin sind, sollten sich das reinziehen.
Joël Kaczmarek: Ja, ich weiß nicht, ob ich gut genug bin, mich an dazu zu gewinnen, meine erste Folge zu hören. Da hab ich schon, erzählt, dass die Freude darüber, dass du dich da so schön gefunden hast, bei mir den Schmerz viel, viel, sozusagen um ein Vielfaches übersteigt, Dass wir nichts gemacht haben an der Front, dass wir jetzt was zusammen machen. Also da beglückwünsche ich dich an dieser Stelle schon mal ganz herzlich zu.
Jan Müller: Ich danke euch beiden für die schönen Worte. Danke sehr.
Joël Kaczmarek: Ja, ich glaube, eine gewisse Sympathie dir gegenüber haben wir bisher schon nicht verhehlt. Aber starten wir doch mal straight rein. Erzähl mal ein bisschen, was über dich. Vielleicht müssen wir auch mal Leute abholen, die Tocotronic nicht hören, die noch nicht so in dieser Welt verhaftet sind. Was macht Ihr für Musik und wie Seid Ihr dazu gekommen, das mal so ein Stück weit peu à peu kennenzulernen?
Jan Müller: Ja, eigene Musik zu beschreiben, finde ich immer was ganz Schwieriges. Deshalb sage ich es mal ganz global. Wir machen Rock- und Popmusik. Deutschen Texten. Und genauer kann ich es eigentlich gar nicht eingrenzen, weil ich finde, die Musik ist ja frei und sich dann selber in so eine Schublade zu begeben, ist ganz schwierig.
Sebastian Krumbiegel: Es gibt so ein schönes Zitat von Johannes Brahms, der mal gesagt haben soll, über Musik reden ist wie Essen, malen. Und ich glaube, das trifft es irgendwie.
Jan Müller: Ja, sehr gut, dass du gleich mit Brahms kommst, hervorragend. Kannte ich nicht, kann ich aber unterschreiben. Aber trotzdem, es ist ja auch schön, über Musik zu reden. Ja, genau.
Joël Kaczmarek: Was ist denn aber sonst dein Wunsch? Was möchtet Ihr mit eurer Musik in den Menschen wecken?
Jan Müller: Ich finde es im Allgemeinen gut, wenn man Musik macht. Oder nimm Mal so. Als ich anfing, Musik zu machen, man überlegt ja eigentlich nicht, warum. Man hat dieses Bedürfnis, so ging es mir zumindest. Das kommt irgendwie aus einem raus. Ich fing irgendwann mit 12, 13 an, mich intensiv für Musik zu begeistern. Erst mit 17, glaube ich, habe ich meine erste Band gegründet, weil ich auch irgendwie Respekt davor hatte, wie denn das geht. Für mich war das immer was ganz Beeindruckendes, wenn Leute in so einer Band gespielt haben. Und dann kam mir, weil ich habe angefangen mit Hardrockmusik, AC/DC war meine erste Liebe, und das war für mich völlig jenseits, von allem, Sowas selber machen zu können. Da kam mir dann irgendwie der Punk sehr. gelegen, weil. Da hieß es ja, jeder kann das machen. Und irgendwann hatte ich dann mit unserem Schlagzeuger, meiner Band Tocotronic übrigens, die erste Band gegründet. Ich damals am Gesang, arne am Bass und warum wir das machen, das war, glaube ich, völlig unbewusst. Nur da. Ich glaube einfach, weil wir damals noch Lust hatten, uns auf irgendeine Art zu verwirklichen. Und die Frage dann, was man leuten damit Antun möchte, das... Kam glaube ich erst sehr viel später. Ich habe dann irgendwann gemerkt, dass ich das ganz toll finde, dass unsere Musik leuten, so viel bedeutet oder manchen Leuten so viel, bedeutet. Und ja, allgemein würde ich sagen, Leute jetzt bei Live-Konzerten irgendwie eine gute Zeit bereiten. Oder irgendwie, Wenn Sie das zu Hause hören, Sie irgendwie vielleicht auch von Gefühlen und Gedanken weiterbringen, das würde mir schon reichen. Mehr möchte ich gar nicht.
Sebastian Krumbiegel: Ist da auch, also... Ist da auch Egoismus dabei? Also irgendwie, dass du dich selbst befriedigen willst dabei, dass du selbst irgendwie sagst, ich mache das für mich. Oder machst du das vordergründig für die Leute? Oder denkst du da gar nicht drüber nach?
Jan Müller: Erstmal macht man das, glaube ich, für sich selbst. Das denke ich auch, ja. Dann gibt es, glaube ich, schon eine gewisse narzisstische... Das ist eine Disposition, dass man irgendwie das, was man da macht, So toll findet, dass man meint, das anderen Leuten nahe bringen zu wollen.
Sebastian Krumbiegel: Das wäre schade für die Menschheit, wenn sie das nicht merken würde, dass man da tolles macht.
Jan Müller: Ich glaube, nicht, jeder Mensch hat dieses Gen oder diesen Defekt, oder wie auch immer man das nennen will, dass man meint, das, was ich hier mache, das müssen andere auch. Man muss andere damit beschenken. Oder wie auch immer.
Sebastian Krumbiegel: Das finde ich ja aus Deinem Munde jetzt wirklich cool. Ich muss mal ehrlich sagen, hätte ich niemals gedacht, dass du Sowas sagst. Finde ich schon geil.
Joël Kaczmarek: Jetzt schon mal nur ein Bassist, mittlerweile bist. Du bist ja eigentlich mal der Mann im Hintergrund. Deswegen finde ich das auch charmant.
Jan Müller: Deshalb kann ich das hier so frei heraus sagen. Das Schlimmste sind ja die Gitarristen. Die sind ja die Lautesten, die plärren da rum mit ihren Soli. Nein, aber das denke ich schon. MAN HAT irgendwie... Warum, das finde ich. Die wirklich interessante Frage, warum spürt man diesen Auftrag in sich? Aber das kann ich nicht abschließend beantworten, noch nicht.
Joël Kaczmarek: Aber ich glaube so ein bisschen, Das zeigt auch Wahre Passion. Also, ich habe das in unserem ersten Podcast auch zu Sebastian gesagt, dass wenn man Dinge tut, die aus einem selbst rauskommen, aus Passion heraus, Dass es dann auch irgendwie immer gut wird. Oder besonders. Und ich kann das total verstehen, Ich glaube, vom Englischen sagt man immer so, I have an urge to do something. Also Ich habe irgendwie einen Antrieb, einen Trieb, so eine Bewegung. In meiner Branche gibt es ganz viele Menschen, die sagen, ich will jetzt ein Startup gründen, um damit reich zu werden. Und das ist so eine Fucking. Selbstzweckdenke, die halt überhaupt nicht funktioniert. Und wenn man das eher so macht wie bei dir, du hast jetzt bestimmt nicht Musik gemacht, weil du gesagt hast, okay, In drei Jahren von jetzt an sind die Zahlen auf meinem Konto sechsstellig, Sondern weil das so dein Antrieb, war.
Jan Müller: Ja, also. Wir hatten keinen Businessplan und ich weiß nicht, ob das geht oder nicht, Aber ich glaube so. Ich glaube, Leute, die langfristig dabei sind, im Musikbereich, Da steht das Geldverdienen nicht im Vordergrund. Also glaube ich wirklich, glaube ich bei den wenigsten. Also würde ich jetzt selbst bei, keine Ahnung, würde jetzt bei Leuten nochmal sagen, die sind die totalen Kommerztypen. Ich glaube, das ist nicht, Das Geldverdienen, glaube ich nicht, dass das die allererste Rolle ist.
Sebastian Krumbiegel: Es ist schwierig, das sozusagen finde ich, weil. Natürlich kannst du das nur sagen, wenn du Geld damit verdienst. Also, wenn du sozusagen davon leben kannst, was du machst, wenn du das nicht kannst, ist es schon wichtig. Also das denke ich immer. Ich denke, wir sind in der privilegierten Situation, dass wir unseren Lebensunterhalt mit dem verdienen, was wir am liebsten tun. Und deswegen ist es ein bisschen komisch, wenn man sagt, Geld ist mir egal. Nein, das sage ich gar nicht. Das habe ich auch nicht so verstanden. Also, natürlich ist erstmal die Grundvoraussetzung zu sagen, Geld ist mir nicht wichtig. Ist die, dass du wenigstens das hast, dass du davon leben kannst. Und so privilegiert sind wir, dass wir das von uns sagen können. War jetzt nicht als Angriff gemeint, sondern nur als Gedanke.
Jan Müller: Nee, da hast du recht. Klar, das sagt sich immer so leicht. Natürlich spielt das eine Rolle.
Sebastian Krumbiegel: Rio Reiser hat mal gesungen, wie war das? Geld ist nicht wichtig, Es beruhigt nur die Nerven. Man muss es schon haben, um es zum Fenster raus zu geben.
Jan Müller: Ja. Ja, das ist sicher wahr und es ist ja in der Musikbranche komischerweise, also gerade die Background, wo ICH her... kommen, hat das ja was ganz obszönes, Geld mit seiner Musik zu verdienen. So war das in dieser ganzen DIY-Punk-Szene. Es gab ja da so. In den 80ern gab es viele Platten, wo drauf stand, Zahl nicht mehr als 12 Mark oder so.
Sebastian Krumbiegel: Oder Klaudiplatte am besten. Ja,
Jan Müller: oder so noch. Es war verpönt, damit Geld zu verdienen. Und das, ehrlich gesagt, habe ich schon, bevor wir Tocotronic gründeten, nicht mehr verstanden, weil man macht sich Arbeit damit, Natürlich muss das auch irgendwie entlohnt werden, also finde ich, warum so ganz normal.
Joël Kaczmarek: Das ist ja auch eine Form von Wertschätzung, sage ich mit Sebastian immer, Also muss man ja auch mal sagen, man leistet was. Und es ist ja auch eine Form von Anerkennung.
Jan Müller: Ich glaube, es gibt diesen Hintergrund wahrscheinlich auch, warum das als Obszön betrachtet wurde. Es gab natürlich so in den 80er, 90er Jahren einfach Künstler. Oder vielleicht auch das Klischee davon, dass unverhältnismäßig viel Geld verdient wurde von manchen Leuten. So ähnlich, wie man das heutzutage in dieser ganzen Börsenwelt hat, wo man ja auch sagt, warum müssen die eigentlich hier achtstellig oder was weiß ich? Geld bekommen. So ging das ja teilweise auch in der Popmusik und so. Und daher kommt das vielleicht so ein bisschen. Aber diese Zeiten sind ja längst vorbei.
Sebastian Krumbiegel: Ich denke manchmal genau deswegen, denke ich ja manchmal, dass. Wie sich das zurzeit alles entwickelt, Nämlich, dass man eigentlich mit Plattenverkäufen nicht mehr wirklich Geld verdient, dass das vielleicht auch... In irgendeiner Weise ganz gesund ist, dass sozusagen eine Band dahin muss, wo sie hingehört, nämlich auf die Straße vor die Leute und dass man sozusagen mit Musik machen, draußen. Sein Geld verdient. Und das machen wir ja. Also euch wird es nicht anders gehen. Man verdient heutzutage an Plattenverkäufen, an CD-Verkäufen Nicht mehr wirklich Geld, sondern man verdient sein Geld, glaube ich, wirklich, also an Streaming verdient man so gut wie gar nichts. Und man verdient das Geld damit, dass man... Seine Haut zum Arkte trägt sozusagen, im allerbesten Sinne.
Jan Müller: Wir sind wieder Gaukler. Ja, genau. Ja, genau, Bei uns hat sich das auch, kann man sagen, umgedreht eigentlich. Früher war das so, Wir haben mit den Schallplatten, Tonträgern, CDS unsere Haupteinnahmen gemacht. Und die Konzerte waren so ein Zubrot dafür. Die Konzerte dienten auch für die Plattenfirmen dazu, Tonträger zu bewerben. Und heute ist das komplett umgekehrt. Also ein bisschen Was verdienen wir schon noch mit den Tonträgern, aber der Hauptteil... Es ist durch die Live-Konzerte gegeben und wir machen die Platten aus. Passion natürlich. Aber jetzt mal rein businessmäßig betrachtet, dienen die Tonträger dazu, Touren zu bewerben. Also, das ist schon verrückt, dass sich das umgedreht, hat. Und für eine Band wie uns ist das auch völlig okay, weil wir spielen live gerne. Aber ich finde natürlich fällt dabei auch manches irgendwie runter. Also, es gibt ja auch Musik, die vielleicht eher im Studio entsteht. Und jetzt weder für die Konzerthalle noch für Dancefloors. GEMAcht ist, Sondern einfach, so Leute, die das irgendwie im Studio zusammen gebastelt haben und gar nicht unbedingt live aufführen wollen. Also die Musik verändert sich auch sehr durch diese neuen Gegebenheiten.
Joël Kaczmarek: Ich habe gerade so überlegt, warum brauche ich eigentlich noch Alben, wenn ich gar keine mehr verkaufe? Also, dann kann ich ja eigentlich auch hingehen und kann sagen, ich mache jeden Monat einen Track. Aber wenn man natürlich Tour getrieben denkt, ist es nochmal anders. Kannst Du uns mal noch ein Stück weit mit abholen? Also vor allem natürlich auch unsere Hörer. Wie ihr eigentlich so von Eurer Band her aufgestellt seid, dass man vielleicht auch mal so ein Gefühl kriegt. Wie voll ist so eine Halle? Spielt ihr vor? 3.000 Leuten, vor 10.000, vor 100.000? Ja,
Jan Müller: 100.000 ist richtig.
Joël Kaczmarek: Wie wir, wie wir. Also, dass man mal so euren Impact vielleicht kennenlernt und so eure Richtung auch, wofür ihr steht. Was habt Ihr eigentlich für eine Fanbase? Wer hört euch?
Jan Müller: Gute Frage, gute Fragen, sogar, lieber Joël. Also, es ist, Wir spielen, wenn wir in Berlin spielen, dann spielen wir, Haben wir jetzt bei der letzten Tournee zweimal in der Columbia-Halle gespielt. Also, das sind 7.000 Leute. Das habe ich schon in The Who gehört,
Joël Kaczmarek: das ist schon profund.
Jan Müller: Wen hast du da gehört?
Joël Kaczmarek: The Who habe ich da gehört. The Who.
Sebastian Krumbiegel: Wann? Ich bin ja Riesen. Who-Fan übrigens.
Joël Kaczmarek: Sieben Jahre oder so?
Sebastian Krumbiegel: Also ohne Keith Moon und ohne John Entwistle? Oder war John Entwistle noch dabei? Nee,
Joël Kaczmarek: nur die alten Opas mit dem Sohn von Ringo Starr.
Jan Müller: Immerhin.
Sebastian Krumbiegel: Darf ich das ganz kurz einstellen? Ja, natürlich. Für mich, also, ich komme ja eigentlich eher aus der Klassik. Ich bin ja, wie gesagt, im Thomanerchor musikalisch sozialisiert. Und für mich war der Auftritt von The Who im Rockpalast 1982, glaube ich, das war für mich mein Erweckungserlebnis, dass ich gesagt habe, das Willst, du machen. Und das war für mich total geil, damals. Super. Ja.
Joël Kaczmarek: Das war eine unserer gemeinsamen Umlaufbahnen. Bei unserer ersten Telefonate habe ich ihm erzählt, als ich ein Kind war, hing bei meinem Vater immer ein Poster an der Wand. Da habe ich mir gesagt, Papa, wer ist denn dieses T-Wo? T-Wo. Ich konnte ja kein Englisch als Sechsjähriger. Und wenn er das hat, hat er mir das angemacht. NA ja, okay, kannst lassen, ist Lärm.
Jan Müller: Ich bin ja auf The Who, fällt mir bei The Who ein. Aufmerksam geworden Ich hatte als Kind das Guinness-Buch der Rekorde kennt ihr das, da habe ich dann bei Musik, stand dann eben Musik. Die lauteste Band der Welt und die lauteste Band der Welt war im TV, die mit so und so viel dezibel da. Und das hat mich natürlich gleich interessiert, aber genau ich kam dann auch später erst wirklich zu so und genau in jetzt hier in Berlin sind 7000 Leute. Wenn wir dann irgendwie was weiß ich in erlangen Spielen? Das ist, glaube ich, so eine tausende Halle, also in dieser Größe bewegt sich das, und wir haben ein Publikum, Uns gibt es ja jetzt schon seit 26 Jahren, fast so lang wie die Prinzen. Und nicht ganz, Aber wir haben, glaube ich, viel Stammpublikum und aber glücklicherweise auch immer, Ja, das ist, Ich glaube, es ist so, Manche Leute springen ab und es wachsen auch junge Leute nach, die das hören, so finde ich eigentlich total toll.
Joël Kaczmarek: Ich habe dich Eingangs gefragt, lieber Jan, Ich habe irgendwie unseren Podcast, so… Unter dem Label verpackt, Wie verdienen Musikkünstler Geld, die sich jenseits des Mainstreams befinden? Beleidigt dich das, wenn ich dich das frage? Dann hast du gesagt, nein, das ist ein Kompliment. Warum?
Jan Müller: Ja, Mainstream hört man ja, also? Ich glaube einfach, aus der Welt, aus der ich komme, war Mainstream lange ein Schimpfwort. Irgendwann habe ich das ein bisschen für mich auch umgedreht, weil ich mich auch für Musik mit großer Breitenwirkung begann. Zu interessieren. Aber aber was wir machen, ist schon in einer speziellen Ecke, sage ich mal. Wir erfahren das oft bitter, immer, wenn es darum geht, Radio-Airplay zu bekommen. Wir denken irgendwie, oh, jetzt haben wir ja mal was gemacht. Das ist ja richtig, so ein Classic-Rock-mäßiges Stück. Und dann wird natürlich auch sofort gesagt, oh, das ist ja ganz, Ganz schwierig für uns. Jetzt hier bei, Was weiß ich, 1LIVE. Oder wie diese wichtigen Radiosender heißen. Und insofern ist das für mich schon, abseits des Mainstream, Ich fühle mich da ganz wohl tatsächlich.
Joël Kaczmarek: Wie ist eigentlich, so der Prozess? Also, da musst du auch mal ein bisschen, was erzählen, Sebastian. Wie schreibt Ihr eure Musik? Weil ich sag mal so, Das ist als wertschätzendes Kompliment gemeint, Ihr macht manchmal sperrige Stücke. Also das sind Sachen, die haben eine Message, das sind Sachen, die sind auch mal irgendwie, so eine Arithmisch will ich gar nicht sagen, Aber Sie sprechen das Ohr an, dass sie einen herausholen und zum Denken anregen. Da hab ich gedacht, Oh, mein Gott, Wie Fucking anstrengend muss das sein, wenn drei Leute, Ihr Seid zu dritt, ne?
Jan Müller: Zu viert.
Joël Kaczmarek: Viert, Entschuldigung. Genau,
Jan Müller: wir haben zu dritt angefangen und sind jetzt zu viert.
Joël Kaczmarek: Wenn vier Leute, die wahrscheinlich alle, was in der Birne haben, die alle Haltung haben, die sich seit sehr langer Zeit schon kennen, Wenn die einen Track machen, Wie läuft das? Schreibt ihr das alles im Studio? Macht ihr das untereinander? Wie läuft so ein Prozess ab?
Jan Müller: Also bei uns, speziell ist das so, Wir haben mit unserem Sänger Dirk, ein Singer-Songwriter, Der schreibt die Songs erstmal zu Hause an der Akustikgitarre. Und dann ist eigentlich der nächste Punkt, dass er die mit dem iPhone, wo Produkte haben, mit einem Smartphone aufnimmt. Und uns schickt, und dann wird sehr viel telefoniert. Dann höre ich mir das an. Und dann reden wir viel über die Texte. Und dann arbeiten wir ziemlich abstrakt darüber. Und dann kommt irgendwann unser Produzent ins Boot. Wir haben seit dem Jahr 2004 den gleichen Produzenten, den Moses Schneider, hier in Berlin. Und dann nehmen wir eine Demo-Version im Studio auf. Und dann je nachdem, Entweder machen wir dann Live-Aufnahmen oder wir nehmen am Rechner die Sachen nacheinander auf. Das ist so ein ziemlich... Langer Prozess. Und es wird dazwischen immer wieder, weil bei uns spielen die Texte eine wichtige Rolle, Es wird immer wieder über die Texte geredet und es werden da Sachen verändert. Und wo du vorhin sagst, warum muss man noch alben machen? Bei uns ist das, glaube ich so, dass wir so ticken, dass einfach ein Song rausbringen, das ist für uns schwierig, weil die Lieder sich aufeinander beziehen und so ein Album hat bei uns, ich will jetzt nicht. Konzeptalbum ist hochtrabend, Aber jedes Album seit Jahren schon hat irgendwie immer ein Thema. Und das ist irgendwie leichter mit ganzen Alben als jetzt. Mit einzelnen Songs.
Joël Kaczmarek: Bisschen wie Kapitel in so einem Buch, quasi.
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, es ist eine Kunstform, schon. Also am Ende glaube ich, es ist vielleicht auch gar nicht mehr so modern. Ich glaube, heute, also heutzutage, um mal dieses komische Wort zu bringen, geht es glaube ich wirklich mehr darum, einen Hit zu machen und einen Song rauszuballern und zu gucken, was passiert dann. Und ich glaube, diese Kunstform Album, also das, was, was weiß ich, was die Beatles mit Sgt. Pepper's gemacht haben. Was so richtige, das war ein richtiges Konzeptalbum. Da gibt es ganz viele Konzeptalben. The Who auch, also Tommy und Quadrophenia waren ja irgendwie schon irgendwie richtige Rockopern, die richtig konzipiert waren und so. Das ist schon eine Art Kunstform. Und ich glaube, also, ich denke, dass das bei euch so ähnlich ist, aber bei uns auch, Wir sind nach wie vor eine Albumband, garantiert. Wir möchten ein Album machen, bei dem irgendwie die Songs zusammenpassen. Und bei dem, ja, irgendwie ein, Ich will jetzt gar nicht sagen eine Haltung, aber... Oder Zeitgeist, aber irgendwie irgendwas wird da, Irgendeine Klammer gibt es da, die das ganze Ding zusammenhält.
Jan Müller: Du bist wahrscheinlich, oder Ihr beide, ihr seid ja wahrscheinlich auch so aufgewachsen, Man hatte irgendwelche Schallplatten, die einem wichtig waren. Ich saß vor irgendwelchen Platten, also vor dem Album High Voltage von AC/DC, Ich saß stundenlang davor und habe mir dieses Foto von Angus Young mit seinen dreckigen Socken angeguckt. Und genau... geschaut, Das Logo der Plattenfirma, Wie das aussieht. Also dieses ganze Gesamtding, das ist mir heute auch noch wichtig. Grafik, Design, Musik. Liner Notes,
Sebastian Krumbiegel: Alles, was dabei ist. Ja, genau,
Jan Müller: du, Sebastian wirst da bestimmt mehr drüber, wissen. Mir fällt gerade so ein, weil du ja so in klassischer Musik besser bewandert, bist als ich. Ich meine, ich denke gerade an Liederzyklen und so. Das hat ja wahrscheinlich eigentlich schon eine sehr lange Tradition, Lieder zu einem Zyklus zusammenzufassen.
Sebastian Krumbiegel: Die Winterreise, Franz Schubert zum Beispiel. Ja, genau, an Schubert. Da kenne ich mich jetzt nicht so wirklich aus, da kennt sich mein Bruder eher aus, der das auch selbst gesungen hat. Aber klar, das hat schon eine Tradition, Das ist schon irgendwie ein konzeptionelles Ding. Und wenn es damals schon Schallplatten gegeben hätte, hätte Schubert bestimmt gesagt, das ist ein geiles Album.
Jan Müller: Dann muss ich doch ein Super Cover machen.
Sebastian Krumbiegel: Genau.
Joël Kaczmarek: Wie läuft es bei euch, wenn Ihr Songs schreibt? Also, man darf ja sagen, ihr schreibt ja auch Gerade fleißig und 30 Jahre ist ja bei Euch auch Bandjubiläum bald. Wie läuft bei euch der Prozess ab, dass ihr so ein Stück produziert, also ein Album?
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, das hat sich auch sehr gewandelt. Ich denke, also. Am Anfang war es so, dass vor allem Tobias und ich die Songs geschrieben haben. Und dass wir dann natürlich auch alle zusammen darüber diskutiert haben. Vor allem auch damals mit Annette Humpe, unserer ersten Produzentin, die eine große Rolle gespielt hat, die uns auch wirklich, ja, sagen wir mal, so, die zum Beispiel darauf geachtet hat, Dass die Texte so sind, dass irgendwie diese ganzen pubertären Schweinereien keine Rolle spielen. Wo wir damals viel drum gekämpft haben. hey, ist doch lustig, ist doch geil. Wo ihr sagt, nee, es ist nicht lustig, es ist nicht geil. Und ich glaube, deswegen ist es heute so, dass gerade die ersten Songs der ersten drei, vier Platten, Dass die nach wie vor heute irgendwie so eine Gültigkeit haben. Die Leute, die als Kinder damit groß geworden sind und deren Eltern sozusagen mit bestem Wissen und Gewissen gesagt haben, hier guck mal die Prinzen, das kannst du dir anhören, die Kids haben wir heute immer noch. Und es kommen heute irgendwie 25, 30-jährige Typen, Die sagen, Hey, geil, Ich bin mit eurer Musik groß geworden. Und das, also für mich, Wir haben mit Crow, mit dem Hip-Hopper Crow, haben wir zusammen. MTV Unplugged, hat er uns eingeladen. Wir haben mit ihm zusammen unser, Ich wäre so gerne Millionär, und sein Baby Bitte mach dir nie. Mehr Sorgen um Geld gesungen. Und da waren viele Gäste dabei, Unter anderem auch Haftbefehl, zum Beispiel. So ein Echt so ein schwerer Junge. Und das war für mich so geil, dass der irgendwie dann ankam, mich so zur Seite nahm. Und so sagte, Hey, Alter, ich bin mit deiner Mucke groß geworden. So nach dem Motto, aber sag's keinem weiter. Das ist immer ein bisschen peinlich. Und das finde ich schon irgendwie ziemlich. abgefahren. Und heute, also, um auf die Frage zurückzukommen, Heute ist es dann so, dass wir bewusst mit Leuten auch außerhalb der Band schreiben, weil wir uns nicht erst seit den 30 Jahren kennen, die wir als Band zusammen sind, sondern schon seit unserer Kindheit, seit wir wirklich zehn Jahre alt sind und im Thomanerchor zusammen angefangen, Musik zu machen. Und da ist es manchmal schwierig, neue Dinge zu entdecken oder sich selbst zu überraschen. Und deswegen haben wir uns doch sehr bewusst gesagt, Wir versuchen uns nach draußen zu orientieren und mit Leuten zusammen, Songs zu entwickeln, die eben außerhalb unseres Prinzenkosmos entstehen. Und das... Glaube, ich funktioniert gerade sehr gut, also, dass du einfach deinen Horizont erweiterst, indem du mit anderen Leuten zusammen Musik machst.
Joël Kaczmarek: Das ist bestimmt auch irgendwie ein schmaler Grad. Ich weiß, ich hatte mal den Chef von Vitra im Podcast, Das ist ja so einer der größten Designmöbelhersteller schlechthin. Der hat mich so sensibilisiert, für den Unterschied zwischen etwas ist innovativ und etwas ist modern. Also modern ist, bei denen sozusagen verpönt, heißt, das ist jetzt gerade En Vogue und nächstes Jahr aber nicht mehr. Deren Kunst ist quasi, zeitlose Klassik zu machen.
Sebastian Krumbiegel: Genau das wollte ich sagen. Das Wort zeitlos ist, Glaube ich, auch ein Geheimnis, weswegen ich Musik auch nach wie vor Geil finden kann, die 20 oder 30 Jahre alt, ist.
Joël Kaczmarek: Jan, was würdest Du sagen, wenn Ihr Songs auf diese Art und Weise zusammenschreibt, Wie viele Dinger fliegen komplett raus? Oder wie oft habt Ihr sozusagen Reibung daran?
Jan Müller: Es gibt ja Bands, die immer extrem viele Outtakes haben. Man hört das ja manchmal, Wir haben 300 Lieder geschrieben und nur 12 haben es aufs Album geschafft. Also so. War es bei uns nie, so ist es auch immer noch nicht, Aber wir haben seit einiger Zeit, schreiben wir bewusst, sortieren wir mehr aus. Wir haben früher wirklich fast alles verwertet und unser Drang über jedes Werk, was da geschaffen wurde, das der Öffentlichkeit preiszugeben, war sehr groß. Und jetzt gucken wir schon, dass wir, wenn wir so ein Album machen. Mit zwölf Stücken, Dann gibt es mindestens 20 Stücke, die da schon so bis zu einem gewissen Grade ausgearbeitet waren. Und sich von Sachen zu trennen, ist sehr schwer, auch ganz unterschiedlich. Manchmal fällt das mir zum Beispiel schwerer als Dirk, dem eigentlichen Urvater des Songs. Dann sag ich, Oh nein, doch, das muss weg. Also, aber das ist irgendwie auch...
Joël Kaczmarek: Heb dir die auf, mach Dir das wie hier, Du hattest ja mal als Gast hier den Reinhard May, der gesagt hat, Er nimmt seine ganzen Stücke immer so aufs iPhone auf, schrummelt die runter. Und irgendwann hat er gemerkt, dass die Leute das aber interessant finden, zu hören. Und hat ein Album draus gemacht. Ich glaube, so sinngemäß war die Geschichte. Hebt Ihr Sowas auch auf, dass Ihr immer Mal macht, so die Songs?
Jan Müller: Ja, ich habe so einen leichten Sammeldrang, und ich versuche das immer. Also das sind dann, wie gesagt, manchmal sind das nur so. iPhone-Aufnahmen. Aber wir machen dieses Jahr, kommt noch eine Best-of von uns raus. Und genau, Da sind dann auch so ein paar Raritäten drauf. Und finde ich schon ganz schön, das noch zu haben.
Joël Kaczmarek: Und wie muss ich mir eure Arbeit jetzt vorstellen? Also, wenn ich jetzt gelernt habe, früher, Ich glaube, in eurer Medizin sagt man ja immer Scheiben, hat man ja früher immer gesagt, wir haben Scheiben verkauft. Als du auch eingehend so erzählt, hast, so dieses, Früher war der Künstler reich, Ich musste an dieses Dieter bohlen. Video denken, Diesen Film, diesen Zeichentrickfilm, den er mal über sich gemacht hat, wo er eben noch im Musikverlag gearbeitet hat. Und dann kam immer so eine Comicparodie von Drafi Deutscher zur Tür rein, hat die Tür eingetreten, hat sich, so seine Schatztruhe, mit Geld genommen und ist wieder raus. So, das war ja sozusagen das so alte Welt, was ich jetzt gelernt habe. Also, vielleicht machen wir als ersten Schritt ja sogar mal, dass du uns mal abholst und den genannten Zuhörer. Wie funktioniert das eigentlich? Also, wer ist denn da im Spiel? Ich habe ja zum Beispiel schon gelernt von dir, Es gibt irgendwie Verlage, es gibt Labels, es gibt Agenten, es gibt Manager, es gibt Mischer. Also wie ist eigentlich so der ganze Personalapparat hinter so einer Band wie euch?
Jan Müller: Oh, ich versuche es mal ganz kurz zu halten. Und du, Sebastian, unterbrichst mich, wenn ich Quatsch erzähle, bitte. Also, es gibt, es hat sich auch so ein bisschen gewandelt. Ich würde mal sagen, jetzt in jüngerer Zeit. Ist amerikanischen Vorbild folgend, spielen Managements eine viel größere Rolle als noch in den 90er Jahren, als wir angefangen haben. Dann gibt es den Musikverlag, der eigentlich nur dann ins Spiel kommt, wenn Künstler oder Bands auch selber Stücke schreiben. Der kümmert sich um alles, Was die Urheberrechte betrifft. GEMA und diese Geschichten. Und der ist klassischerweise, Steht da oft an erster Stelle, Weil der... Ein Management ähnlich. Auch mit dafür sorgen kann, das Material an eine Plattenfirma, die wiederum für die Masterrechte zuständig ist, zu vermitteln. Bei uns war das jetzt ganz anders, weil in dem Indie-Bereich, Wir waren lange Jahre auf einem kleinen Hamburger Indie-Label und da fielen oft... Urheberrechte, also Verlag und Plattenfirma zusammen, Weil diese kleinen Firmen sich anders gar nicht finanzieren konnten. WIR HABEN Management, Verlag, Plattenfirma. Sehr wichtige Rolle spielt mittlerweile auch die Bookingagentur, weil das Live-Geschäft so wichtig geworden ist. Und der jeweilige Bookingagent, der dann auch das Material schon frühzeitig kennt. Bei der Plattenfirma gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Verträge. Es gibt Bandübernahmeverträge und Künstlerverträge. Der Künstlervertrag hat die Plattenfirma eigentlich mehr Mitspracherecht als beim Bandübernahmevertrag.
Joël Kaczmarek: Ist richtig, oder?
Sebastian Krumbiegel: Richtig, ja.
Jan Müller: Ich könnte dozent werden.
Sebastian Krumbiegel: Es ist alles so ein bisschen, mir kommt das alles fest, So ein bisschen Trocken und auch ein bisschen gestrig vor. Also, es gibt so einen Witz, den hat uns mal unser Verleger George Glück, erzählt. Der hier in Berlin mit Rio Reiser, mit Annette Humpe, Der hat mit Stefan Remmler, mit ganz vielen Leuten zusammengearbeitet. Und der hat mal so einen Witz, erzählt. Einen selbstironischen Witz über Verleger. Und das fand ich irgendwie doch sehr lustig. Der hat gesagt, wenn früher, wie man früher sagte, bei Zigeunern ein Kind geboren wurde, wurde über seine Wiege. So eine Geige, so eine Tchadasch-Fiedel und auf der anderen Seite eine Goldene Uhr gehängt. Und wenn das Kind nach der Geige gegriffen hat, ist es später Tchadasch-Geiger geworden. Und wenn es nach der Goldenen Uhr gegriffen hat, ist es Hühnerdieb geworden. Und wenn es nach... Beiden Begriffen hat, Ist es Musikverleger geworden. Das finde ich schon irgendwie, also man kann ja die Frage wirklich stellen, was macht ein Musikverlag eigentlich wirklich? Also früher, zu Franz Schubert. Zeiten, hat ein Musikverlag, die Noten gedruckt und verkauft und damit sozusagen die Musik publiziert. Und heute macht ein Musikverlag eben das, was du sagst, Irgendwie einen Kontakt zur Plattenfirma und die Plattenfirma spielt heutzutage eigentlich auch immer weniger eine Rolle, oder? Ist das falsch? Außer vielleicht als A und A als Artist und Repertoire-Verantwortlicher, der sich eben darum kümmert, Wie bringe ich eine junge Band oder junge Künstler irgendwie auf den Weg, sich selbst zu finden und ihre Musik zu kanalisieren.
Jan Müller: Ja, ich kann das schlecht sagen, die Rolle. Bei uns war das damals so, als wir in Hamburg anfingen, Diese Plattenfirma, Es gab eigentlich für diese Art von Musik, die wir gemacht haben, Diese Hamburger Schule, Diskurs Rockmusik, gab es zwei wichtige Plattenfirmen, die beide in Hamburg waren. Die eine hieß What's So Funny About, Was von dem umtriebigen Alfred Hilsberg betrieben wurde. Und die andere L'Age D'Or, wo wir dann auch waren. Und für uns war das einfach, dadurch bei dieser Plattenfirma veröffentlichen zu dürfen, Hatten wir auch schon eine Menge Aufmerksamkeit in der Szene, in der wir waren. Und heutzutage Jetzt sind wir bei Universal, hier in die größte deutsche Plattenfirma. Das ist ja ein weltweiter Konzern, aber hier der Marktführer in diesem Land. Und für uns hat das irgendwie schon, Klar könnten wir es auch alles selber machen, Aber ich hätte da gar keine Lust drauf.
Sebastian Krumbiegel: Das ist der Punkt, genau.
Jan Müller: Und es ist schon ja auch so, du hast jetzt schon den A&R angesprochen, Podcast in der Plattenfirma, Dann gibt es die Produktmanager, Produktmanagerin, Pressepromoter, Printpromoter oder Fernsehpromoter und Katalogabteilung, zum Beispiel. Jetzt unsere Best-of machen. Und ich muss schon sagen, weil man ist ja als Künstler immer so geneigt, gegen die Konzerne zu polemisieren. Und ich muss schon sagen, dass da jetzt in unserem Fall, Da sitzen einfach viele Leute, die machen das den ganzen Tag und die verstehen ihr Handwerk gut. Und ich bin ja schon ganz froh drüber, Weil wenn ich das jetzt alles, mich selber um diesen ganzen Kram kümmern müsste, dann würde mir das, Mir geht es gar nicht um die Zeit, sondern... Natürlich auch, aber vor allen Dingen würde mich persönlich das echt hemmen, weil ich dann immer im Hinterkopf hätte, ja, um das zu machen, das muss ich ja so verkaufen und so. Und so können wir uns ein bisschen besser davon freimachen. Also für mich öffnet das den Horizont. Und klar, ob das jetzt, wie jetzt? Der Gewinnsplit wäre, wenn man jetzt das selber machen würde, oder woanders oder wie auch immer, Das ist eine andere Frage. Versuche auch mich nicht zu viel, damit zu beschäftigen.
Joël Kaczmarek: Wie viel Einmischung auf der kreativen Seite hast du denn da? Bei mir war es zum Beispiel so, bei meinem Buch damals, das ich über die Samwerbrüder geschrieben habe, habe ich dann so meinen Verlagsvertrag unterschrieben. Und dann stand da, glaube ich, so ein Gemüse drin, Die dürfen die ganze Verpackung alles entscheiden, Cover und Titel und bla, Und ich saß bei der Buchvergängerin, Was ist das für ein Scheiß? Ich will auch nicht, dass da irgendein Dulli von irgendeinem Büro da sagen kann, wie das Ding heißt. Ich habe mir noch was bei gedacht und so. Dann meinte sie, ja, du bist aber marktüblich und vertraue, denen mal, die machen das nie so, dass die dich overrulen, die Reden damit dir. Ich sage, alles klar. Hatten wir ewig lange Debatten, die wollten immer die Rockstars des Internets oder irgendwie? Und ich sag mir, das passt aber nicht, Der hat doch keine Zimmer zerschreddert und so und was ich als Cover gemacht habe, fand ich total Kacke und so, also wurde einfach übergangen, was ich jetzt lustig fand. Ist das bei euch auch so, dass ihr sagt, Plattencover X oder das? Und das ist unser Starttitel. Und die sagen, Oh nee, lass mal?
Jan Müller: Überhaupt nicht. Also, da sind wir wieder bei privilegiert. Bei uns ist es tatsächlich so, wir haben ja ziemlich dreist angefangen. Zum Beispiel, wenn du von Plattencover sprichst. Unser erstes Plattencover ist ein Polaroid-Foto in einer unterirdisch schlechten Qualität. Aber wir haben halt gesagt, ja, das ist so und so machen wir das. Und das fand damals die Plattenfirma glücklicherweise auch cool. Und dann war das so gesetzt. Als wir dann mit dem dritten Album zum Major-Label kamen, dann war eigentlich auch klar, okay, die machen das so. Also, ich habe nie diese Erfahrung gemacht, dass die Plattenfirma sich da groß einmischt. Das geht eher um andere Sachen. Bei uns ging es oft darum, wo macht Ihr Interviews. Kommt Ihr hier zu der Fernsehsendung? Und da gab es Diskussionen, weil wir eben nicht auf alles... Lust hatten.
Joël Kaczmarek: Wie ist es bei euch gewesen?
Sebastian Krumbiegel: Ich bin mir da gar nicht so sicher. Also ich glaube schon, dass das teilweise ernsthaft welten sind, die uns da trennen, voneinander. Weil, Also, wir haben die Diskussion genauso. In welche Fernsehsendung gehen wir? Mit welcher Zeitung machen wir was? Das ist eine wichtige Diskussion. Ich finde mittlerweile, also, wenn ich höre, dass eine Band sagt irgendwie, Wir machen alles Autark und wir lassen sie überhaupt nicht reinreden, verstehe ich. Aber ich denke manchmal auch, dass es manchmal so ähnlich wie das, was du vorhin sagtest, ich vertraue dann Leuten, wenn es nicht gegen das geht, was ich wirklich tief drin will, gegen meine künstlerische Ehre oder wie man das auch nennen will, Dann vertraue ich gern Leuten, was Sie für richtig halten. Und ich denke, wenn ich jetzt einen Song habe, in den ich total verliebt bin. Und die Plattenfirma sagt irgendwie, oh nee, finde ich nicht geil, dann möchte ich dafür kämpfen. Aber wenn ich einen Song oder wenn es so ist, dass die Plattenfirma mich ermutigt, das zu verfolgen und das weniger zu verfolgen. Dann höre ich da gerne auch drauf. Und ich bin damit, glaube ich, nicht Unautark oder so. Oder lass mich irgendwie in die Kunst reinreden. Sondern ich denke, ich mache am Ende unter dem Strich schon das, was ich will, Was bei fünf Leuten oder sieben Leuten, die wir sind, Wir sind fünf Sänger und Bass und Schlagzeug. Und da erstmal eine Bandmeinung zu finden, Das ist sowieso schon schwer. Und man könnte sowieso auch sagen, Demokratie in der Kunst nervt und geht eigentlich gar nicht. Und muss man irgendwie Kunst muss, glaube ich, in irgendeiner Weise auch wirklich diktatorisch sein, weil man hat eine Idee, man hat einen Plan und wenn dann irgendjemand, sagt, Ich finde das ja eigentlich nicht schlecht, aber das Wort finde ich doof Und ja, ich finde es eigentlich gut, Aber die Note oder den Ton finde Ich scheiße. Ich glaube, das ist total, bescheuert.
Jan Müller: Das ist das Schwierige. Und daran zerbrechen, glaube ich, auch Bands. Ich glaube, irgendwie gibt es auch solche Dynamiken, dass es dann Leute gibt, Die Leute suchen sich ihre Gebiete, Nicht jeder sagt dann zu jedem Thema, was und ansonsten. Wir versuchen, so einen Konsens zu finden.
Sebastian Krumbiegel: Dirk hat doch bei Euch bestimmt, was die Texte betrifft, hat ja doch so eine Art von 25 Prozent. Der hat doch nicht nur 25 Prozent demokratische Meinung.
Jan Müller: Nein, aber ich gehe da schon gehörig mit auf die Nerven, wenn ich was nicht gut finde. Und dann gibt es Rick zum Beispiel, Der interessiert sich nicht so sehr für die Texte. Und so meine ich, So suchen sich Leute ihre Felder. Und natürlich ist es auch gut für Dirk, wenn jemand da ist, der ihm Feedback gibt. Vielleicht dann auch in dem Punkt ganz gut, wenn der in der Band ist. Und wenn das nicht jemand von der Plattenfirma ist, Weil das wäre, dann vielleicht, würde dann zu weit gehen. Aber ich gebe dir völlig recht, diese Meinung, Es gibt ja von uns ein Lied, mach das nicht selbst. Das ist schon zwar ein Blödelknüller, aber das ist schon ernst gemeint. Ich finde es gut, sich irgendwie mit Leuten zusammenzutun und auch helfen zu lassen. Also, ich meine, Band geht ja schon so los. Man ist ja in einer Band, weil man irgendwie was miteinander teilt. Und wenn man diesen Mikrokosmos noch erweitert. Plattenfirma, BookingAgentur und sowas. Zusammenarbeit ist schon was Schönes. Mir macht das auch Spaß, muss ich dafür sagen. Das hat lang gedauert, bis man wirklich sich so, für uns, bis man wirklich ein Umfeld hat, wo man alle Leute super findet, mit denen man das macht. Und natürlich wechseln auch Leute. Dann ist da wieder einer Weg von der Plattenfirma, den man gerade total toll findet. Man muss immer einen neuen wieder kennenlernen. Das ist auch schwierig, manchmal.
Sebastian Krumbiegel: Aber manchmal auch erfrischend.
Jan Müller: Ja. Genau, das auch. Und das ist mir total wichtig, dass einem das, was man macht, auch in der Arbeit Spaß macht. Weil das ist ja meine Lebenszeit, und ich weiß, dass es ein großes Privileg ist, Aber ich will mich nicht mit irgendwelchen leuten, rumstreiten, die mir auf die Nerven gehen. Und das kann man so aufbauen.
Joël Kaczmarek: Am Ende des Tages macht ja auch jeder ein bisschen das, was er gut kann. Also bei mir beim Buch war es auch so, ich dachte, stimmt eigentlich diese Arroganz, die man hat. Da sitzt jemand, Der hat jedes Jahr irgendwie 300 Buchtitel, wo er genau weiß, welche im Cover irgendwie im Handel funktionieren. Was maße ich mir eigentlich an?
Jan Müller: Beim Buch ist das mit den Covers, mit den Umschlägen, Das ist extrem wichtig. Bei Büchern, glaube ich. Das ist, kann man auch so sagen, Bei Platten ist es natürlich auch wichtig, aber nicht so wichtig wie bei Büchern. Das, was ich jetzt über Leute, die mit Büchern zu tun haben, gehört habe, dass das einfach auch so eine heilige Kuh ist. Das Cover, Da hat der Verlag viel mitzureden. Und das ist, ja, Das bei Alben, bei CDs, Schallplatten. Bisschen anders, man hat das schon. Also, wir haben da Narrenfreiheit, aber die genieße ich auch sehr.
Sebastian Krumbiegel: Ich weiß noch, dass ich einmal enttäuscht war. Also ich bin, was Britpop betrifft, Gab es immer die Frage, bist du mehr für Blur oder bist du mehr für Oasis in den 90ern? Und ich war am Anfang immer voll, so der Proll-Oasis-Fan. So dieses Stadionhymnen-Gedöns. Mir war Blur immer irgendwie zu intellektuell. Und ich habe, ganz ehrlich jetzt, ich habe Blur-Platten. Immer erst später verstanden. Ehrlich, Ich bin totaler Fan, mittlerweile. Das war mein schönstes Konzert im Hyde Park in London Blur zu sehen, aus der fünften Reihe. War Total geil. Aber ich war einmal enttäuscht, was Oasis betrifft, dass Noel Gallagher, der Songwriter eigentlich, Der Podcast neben seinem Bruder Liam, Dass der Mal gesagt hat, als er bei der vierten oder fünften Platte gefragt wurde, Warum denn ausgerechnet dieses Lied Single geworden ist, wo er dann so gesagt hat, naja, das... Ich war mir da nicht sicher. Und die Plattenfirma hat entschieden, hat eben gesagt, das ist das beste Ding, was radio-tauglich ist. Und da habe ich irgendwie gedacht, ey, fuck, warum hast du nicht irgendwie selbst deinen Kopf durchgesetzt? Aber ich verstehe das mittlerweile und denke irgendwie, hey, wenn ich irgendwie fünf Songs habe, die ich alle geil finde. Und dann sagt die Plattenfirma, der ist aber der Geilste. Und damit hast du am meisten Chancen, irgendwie im Radio zu laufen, dann höre ich doch auf die.
Jan Müller: Aber es wirkt schon sehr leidenschaftslos.
Sebastian Krumbiegel: Genau das war das Ding, Genau das habe ich gedacht. Interessierst du dich überhaupt für den Scheiß, den Du machst?
Joël Kaczmarek: Kannst Du uns eigentlich mal ein bisschen das Schatzkästchen öffnen, Was so die Verdienstanteile angeht? Also, ich erwarte jetzt nicht, dass du mir sagst, wie viel du da pro Album? verdienst, Aber wie sieht denn so ein Vertrag typischerweise aus? Was kriegt so eine Band, Was kriegt irgendwie so ein Label? Ich habe mich auch gefragt, wenn Sebastian mir sagt, Wir sind fünf Sänger und zwei Bassisten und Gitarre, kriegt da jeder das gleiche Cash oder kriegt der hinten weniger als der vorne? Da habe ich ja so gar keine Ahnung von.
Jan Müller: Also, wir teilen alles. Wir sind quasi als Band, ein Kollektiv und wir teilen das.
Sebastian Krumbiegel: Auch Copyrights, auch alles?
Jan Müller: Ja.
Sebastian Krumbiegel: Wir auch, hey, können wir uns die Hand reichen. Finde ich auch wirklich, Ich finde das richtig und gut so, weil du bist eine Bande und du bist zusammen unterwegs, und ich finde das richtig, so.
Jan Müller: Und wenn man jetzt anfängt, dann zu sagen, ja, der macht aber hier mehr, der macht mehr, Dann kommt man in so eine kleinkrämerische Art rein, das ist halt, so in einer Band. Und vielleicht macht der andere dann an anderer Stelle mal mehr. Oder vielleicht sind auch nicht alle Menschen gleich leistungsfähig. Und so. Ich finde das irgendwie, genau. Ich denke, man hat das doch sich zusammen...
Sebastian Krumbiegel: Zusammen ausgedacht und alles erschaffen, und dann teilt man das eben auch so. Ich war ja ganz begeistert von deinem Podcast mit dem Marco Wanda Ja, das fand ich also. Ich finde die Musik ja wirklich geil, von denen also österreichische Band, aber ich wirklich immer. Ich habe. Das erste Mal gehört, ist das Cool und als du gefragt hast, wie das ist, dass die als Band wenn, ob da jemand austauschbar ist, wo er so ganz kategorisch sagte Wir sind zusammen wandern, wir sind zusammen, die Band, wenn einer von uns aussteigt oder stirbt, wird es die Band nicht mehr geben. Und ein bisschen so denke ich das irgendwie bei uns auch. Es gibt so einen Spruch auch von Keith Richards, glaube ich, bei den Stones, der mal gesagt hat, als damals Mick Taylor die Band verlassen hat, als Nachfolger von Brian Jones, von dem der gestorben war, Und der freiwillig sozusagen raus ist, Da hat Keith Richards wohl gesagt, die Rolling Stones verlässt man nur ein bisschen zuerst. Und das fand ich irgendwie auch einen gelben Spruch, wo ich dann denke, hey, das ist irgendwie, man muss eine Gang sein.
Jan Müller: Ja, genau. Man ist ja auch einen weiten Weg zusammengegangen.
Sebastian Krumbiegel: Auch durch tiefen übrigens, auch mit vielen Kontroversen, mit viel Streit, mit viel Liebe und Hass.
Jan Müller: Ja, genau. Und irgendwann hat man das so, also, so geht uns das so, hat man das so hinter sich gebracht. Und man achtet, also, wir achten auch sehr aufeinander.
Sebastian Krumbiegel: Also, wir sind da noch mittendrin.
Jan Müller: Ja klar, gibt es auch immer noch Diskussionen und so. Das ist logisch und man ist auch mal genervt voneinander. Wir wissen schon, was wir aneinander haben. Das ist der Punkt, genau. Aber um nochmal, Was Plattenverträge und so angeht, ja, wir haben halt ein ganz... Okay, ein Plattenvertrag, Wie gesagt, ein Bandübernahmevertrag und da bekommen wir, Erstmal bekommt man ja einen Vorschuss als Band, Das ist auch das, worüber die Musiker da in den Kneipen reden, Ja, ich hab so viel, ich hab so viel.
Sebastian Krumbiegel: Kriegt Ihr auch jede eine Million pro Mann pro Lied? Ja,
Jan Müller: genau, aber leider nicht Euro. Ne,
Sebastian Krumbiegel: wir auch nur Dollar. Das ist echt schade, ja.
Jan Müller: Und, Aber natürlich gibt's dann auch die Lizenzen, was man kriegt pro verkauften Tonträger und so.
Joël Kaczmarek: Was war das andere, Was du gesagt hast, Lizenzen. Und was war das zweite?
Jan Müller: Vorschüsse.
Joël Kaczmarek: Und davon war noch was? Diese BA oder wie ist das eben genannt?
Jan Müller: Bandübernahmevertrag, genau.
Joël Kaczmarek: Was ist genau das dann?
Jan Müller: Das bedeutet eigentlich, dass man als Band das Band selber produziert. Man bezahlt alle Leute, den Produzenten, den Mischer, das Studio, Man zahlt das alles selber und verkauft quasi das Band.
Sebastian Krumbiegel: Man müsste heute eigentlich sagen, ein Stick-Übernahmevertrag.
Jan Müller: Genau.
Sebastian Krumbiegel: Also, ich finde das so geil. Unsere ersten Platten Anfang der 90er haben... Wenn wir zum Mastern gefahren sind, Also, wenn die 24 Spuren fertig aufgenommen waren und das fertig gemischt war, oder nee, zum Mischen, wenn wir zum Mischen gefahren sind. Und die dicken 24 Spurbänder hatten, bist du mit riesigen Kisten irgendwie in das Studio gegangen? Und heute nimmst du irgendwie so einen USB-Stick und da ist alles drauf. Aber das ist schon schräg.
Jan Müller: Oder du schickst es per WeTransfer.
Sebastian Krumbiegel: Oder so, oder so.
Jan Müller: Das ist wirklich verrückt, weil diese Haptik. Ich meine, ihr wart ja auch im Candy Bomber Studio nochmal bei Ingo Kraus.
Sebastian Krumbiegel: Ich war da mal, ja, mit einer Platte, die wir übrigens wirklich analog aufgenommen haben. Die Frage Lag mir die ganze Zeit auf der Zunge, weil wir eben auch so heißen, lieber Jan Müller, Findest du eigentlich analog oder digital? besser?
Jan Müller: Digital natürlich. Natürlich. Ja, das hat sich schon sehr gewandelt.
Sebastian Krumbiegel: Also, ich habe das damals mit drei Berliner Musikern im Candy Bomber Studio bei Ingo Kraus aufgenommen. Die Platte heißt Tempelhof, weil das Candy Bomber Studio auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof ist. Und der hat so ganz alte Analoge Pulte und Hallplatten und sowas. Das war wirklich ohne digitalen Stuff, wurde da gemacht. Und das fand ich geil. Wir haben das auch live eingespielt, Also wirklich ohne nochmal, was zu overdubben und auch den Gesang gleichzeitig zum Instrumentarium eingespielt. Und das hat Laune gemacht. Das war so wie eigentlich früher, wie Elvis seine Platten aufgenommen hat, in den 60ern.
Jan Müller: Ja, das ist schon ein toller Ort, weil da eben diese ganzen Sachen erhalten sind. Wir haben da ja auch 2013, wie wir leben wollen, da aufgenommen. Eben auch, weil ich kam drauf, wegen dieser Bandmaschinen, genau.
Joël Kaczmarek: Was kostet das eigentlich, wenn Du so ein Album produzierst? Wenn du sagst, ihr müsst die ganzen Kosten vorstrecken, und dann wird euch das abgenommen, was muss man da so rechnen?
Sebastian Krumbiegel: Kommt ganz auf den Produzenten und das Studio an, würde ich sagen. Wenn du es in L.A. Machst und First Class hin und her fliegst, ist es geringfügig preisintensiver, als wenn du es in den Candy Bomber Studio aufnimmst.
Jan Müller: Ja, ja. Das ist so variabel und es ist natürlich alles, Es ist schwierig für die Tonstudios, weil da ist man auch wieder bei diesem Punkt, Weil durch diese technischen Innovationen glaubt ja jeder, dass er das selber machen kann, Aber ein Toningenieur und ein Produzent und ein Mischer, Das sind alles Leute, die das eben genau, wie wir vorhin über die Leute in den Plattenfirmen sprechen, die nochmal einen ganz anderen Blick darauf haben. Also, wir werden... Obwohl wir jetzt sagen würden, Wir sind eine sehr selbstbestimmte Band, Wir wären nichts ohne Produzenten. Das ist für uns schon ganz wichtig, dass da noch jemand ist, der diesen Mehrwert bringt. Und wenn dann der Produzent fertig ist mit seiner Arbeit, dann kommt halt der Mischer dazu. Der Produzent ist Moses Schneider hier in Berlin und der Mischer ist Michael Ilbert. Der kommt eigentlich aus Schweden, ist jetzt aber hier in den Hansa Studios, hat ja seinen Mixing Room. Super, was der daraus noch macht. Und wenn man dann mit dem Mischen fertig ist, dann kommt das Mastering. Das höre ich nicht mehr, den Unterschied.
Sebastian Krumbiegel: Ganz ehrlich, geht mir teilweise ähnlich.
Jan Müller: Ich war wirklich früher mit dem Mastering total vertraut und war auch immer dabei, wenn wir dann auch irgendwo beim Mastern waren. Und mittlerweile, Ich oute mich jetzt hier, schreibe ich dann immer nur noch, wenn die gemastert werden. Klingt super, aber vielleicht ist meine Anlage auch zu schlecht. Wunderbar, das Mastering.
Sebastian Krumbiegel: Ja, es gibt noch so einen Spitzenspruch, den Mal ein Techniker gemacht hat, bei irgendeinem Soundcheck, noch zu DDR-Zeiten damals, wo irgendjemand hat sich beschwert und dass der Sound irgendwie scheiße ist. Und da hat der nur gesagt, in seinem Sächsisch, Ein Mischpult ist K. Klärberg, Wenn du Scheiße reintust, kommt Oh Scheiße rein. Und das ist wirklich wahr. Also am Ende geht es darum, also. Natürlich ist technisches Know-how und irgendwie, dass das alles schön klingt. Und so, das ist wichtig und geil, aber es gibt so, Also zum Beispiel, die die... Die berühmte Backplatte mit Loser. I'M A loser, baby, Why don't You Kill me? Die ist, glaube ich, mit so einem ganz normalen SM58-Mikrofon aufgenommen worden. Das ist mit so einem Mikro, das so ein Bühnenmikrofon ist und eben kein so ein tolles Electro-Voice oder... Oh, du kennst dich aus. Ja, da habe ich vorhin gefragt, was das für Mikros sind. Finde ich ja nicht auch, dass das ganz toll klingt, wie wir hier klingen. Das sind, meine sehr verehrten Damen und Herren, Electro-Voice. Und jetzt weiter ohne Werbung.
Joël Kaczmarek: Kennst Du den Spitznamen dieses Mikros?
Sebastian Krumbiegel: Ja, hat vorhin jemand gesagt, aber ich spreche es nicht aus.
Jan Müller: Ich kenne ihn auch, ja. Aber wir sind ja hier jugendfrei.
Joël Kaczmarek: Ja, nein, Aber bei uns gibt es einen ähnlichen Spruch, bei uns, sagt Man shit in, shit out, was du eben meintest mit Klärwerk, ja? Ja,
Sebastian Krumbiegel: am Ende geht es immer darum, was es ist und nicht, wie es ist. Also, du kannst irgendwie mit einem, du kannst mit einem schlechten Mikro, was Geiles aufnehmen, Du kannst mit einem ganz tollen Mikro in einem ganz tollen Studio auch wirklich belanglosen Schwachsinn aufnehmen.
Joël Kaczmarek: Aber so von dem ganzen Handling her, ich meine, was man ja als Laie immer draußen da hört, ist, so, Ich erinnere mich zum Beispiel noch hier an. Two and a Half Men, wo der Charlie Harper gefühlt. Immer nur davon lebt, dass er immer einen Song geschrieben hat. Also diese ganzen, sind das, die sozusagen, diese anderen Rechte, die du meintest, Diese Lizenzrechte an den Songs, die dann sozusagen auch nochmal separat gehandhabt, werden? Die Verlagsverträge. Genau, dankeschön. Genau,
Jan Müller: Und die beschäftigen sich mit den Urheberrechten. Ah,
Joël Kaczmarek: okay.
Jan Müller: Diejenigen, wenn man Songs schreibt und dann, ja, das hat ja noch, Auch wenn ein Lied im Radio läuft, bekommst Du ja GEMA-Tantiemen dann, Also für die Urheberrechte. Oder wenn es dann irgendwie in einem Film verkoppelt wird. Wir haben da wenig Erfahrung mit oder in einer Werbung, dann ist das ja alles frei verhandelbar. Da kann man nochmal... Ich glaube,
Sebastian Krumbiegel: Damon Albarn hat mal gesagt, dass das Song Tool, Also dieser berühmte Blur-Song, der in irgendeiner Autowerbung mal gemacht wird, Das ist irgendwie seine Rentenversicherung. Und das ist am Ende schon, Wenn weltweit so ein Ding läuft, dann ist das schon wirklich richtig. Geld.
Jan Müller: Da gibt es ja auch die lustige Geschichte der Rolling Stones, dass irgendwie Microsoft bei Mick Jagger angerufen hat, Weil die hatten dieses neue Betriebssystem.
Sebastian Krumbiegel: Ach, start me Up.
Jan Müller: Genau, und die Rolling Stones haben diesen Song Start Me Up. Und er hatte irgendwie keinen Bock, jetzt hier Werbung für Microsoft. Also, so wird die Geschichte kolportiert. Er hat dann einfach einen lächerlich hohen Betrag genannt, damit sie es nicht machen. 40 Millionen Dollar, glaube ich.
Joël Kaczmarek: Und sie haben es gemacht.
Jan Müller: Ja klar, 40 Millionen Dollar, kein Problem. Für den Betrag würde ich jetzt natürlich auch meine Bandkollegen überreden. Aber genau, wir sind sonst nie in den Genuss von Werbung gekommen.
Sebastian Krumbiegel: Das war ein bisschen so bei unserem Vorgespräch, Wir haben darüber gesprochen, dass wir mit dir auch wirklich über eben... Kommerzialität und darüber eben auch reden wollen, weil natürlich ist es, also wir haben vorhin drüber gesprochen, wofür würdest du Werbung machen, wofür würde ich Werbung machen? Natürlich würde ich keine Werbung machen. Für irgendwelchen Scheiß, für irgendwie, wenn jetzt irgendwie, wenn mir Messerschmitt. Oder irgendein Rüstungskonzern irgendwie 5 Milliarden...
Jan Müller: Machen die denn Werbung? Die neue Kanone
Sebastian Krumbiegel: also erst mal, Das ist natürlich wirklich so eine Frage, machst du Werbung oder würdest du irgendwie jemanden, wenn... Wenn du jetzt mit deiner Band drüber redest und du sagst, hey, komm hier, Wir haben doch so ein Lied, das heißt so und so. Und Bill Gates hat angerufen. Und dann sagt Dirk, Na, okay, 40 Millionen
Jan Müller: Dollar. Es kommt echt drauf an. Ich glaube mal, das ist jetzt für unser Publikum, ist erst mal die eine Sache. Uns würde sofort sellout vorgeworfen werden.
Sebastian Krumbiegel: Wird das nicht sowieso, seitdem ihr zum Major gegangen, seid?
Jan Müller: Ja, teilweise. Also das ist, ich...
Sebastian Krumbiegel: Also, ich will das gar nicht als Kleinreden bringen.
Jan Müller: Ich will das auch gar nicht. Aber diese Leute, die, Mir hat das nie, Ich glaube, wir haben das schon so gemacht, dass man uns sagen kann, Wir sind eine integere Band. Und die Leute, ich kann mich ganz genau erinnern, wir haben 1995, Bei einer unserer ersten Tourneen, haben wir in Hannover im Bad gespielt. Und da waren so zwei, so, Wenn das dann so richtige Punks wären, die gegen alles sind, wenn das die Leute wären, die sich bei uns beklagen würden. ABER da... Da haben sich zwei Indie-Schluffis bei uns in den Backstage eingeschlichen. Und die haben uns dann die ganze Zeit, erzählt, dass ja alles total kommerziell ist. Die Band läuft auch schon auf VIVA. Und die haben auch schon ein Video gemacht. Und wir dachten damals schon, das ist doch super. Na und? Dann läuft das Halt auf VIVA. Man will ja auch raus mit der Sache. Und uns geht es eigentlich nur so darum, jetzt nichts zu machen, was irgendwie den eigenen Ansprüchen zuwiderläuft. So wie du das... Auch sagst. Und wie gesagt, uns hat noch nie irgendwie eine... Doch, Wir haben mal eine Werbung gemacht für eine Hamburger Bekleidungsfirma namens Hummel oder so.
Joël Kaczmarek: Waren das nicht so? Sportpresses?
Jan Müller: Irgendwie so ein Kram. Da haben wir gesagt, why not? Aber viel Geld gab es nicht. Also wir sind nie wirklich in den Genuss oder vor die Frage gestellt gewesen, hier habt ihr einen Batzen Geld, Hier ist die Autowerbung. Oder was weiß ich. Und deshalb kann ich gar nicht sagen, was wäre, wenn.
Sebastian Krumbiegel: Das interessante ist ja, dass zum Beispiel in den USA, wird das ja völlig anders gesehen, In den USA ist das... Glaube ich, ein dritter Schlag, wenn Coca-Cola zu dir kommt.
Jan Müller: Coca-Cola Sollst du mir auch kaufen. Ich bin großer. Coca-Cola-Fan. Ich würde alles für Coca-Cola machen, auch ohne Geld.
Sebastian Krumbiegel: Sehr geehrte Verantwortliche von Coca-Cola, Wenn Sie das wissen, bitte sofort, melden bei Jan Müller.
Jan Müller: Hauptsache, ich kriege ab und zu mal eine Pulle geliefert.
Sebastian Krumbiegel: Genau, für einen Kasten Coke.
Joël Kaczmarek: Ich schreibe mir gleich mal einen Reminder. Christian Raschel ist ja ein Freund von mir, dass ich ihn mal anhaue. Marketing-Team Was machen kann. Aber lustige Anekdote, Ich habe das ja vorhin Sebastian in der Küche bei uns schon gezeigt. Wir haben ja mal uns unterhalten, als du deinen Podcast So entwickelt hast, dass Du so meintest, ja, mit diesem ganzen Werbung, da bist du ja noch so ein bisschen unsicher, Muss ich das einsprechen, kann ich dafür stehen und so und hast mich so gefragt, wie ich das so mache. Und dann war dein Ding irgendwann am Start und ich höre da rein. Und dann kam Werbung für die Apotheken-Umschau.
Jan Müller: Ja,
Joël Kaczmarek: war ein gutes Blatt. Da müsste ich sowas von lachen.
Jan Müller: Ja, aber Pass auf. Meine Frage war ja so, ich wollte wirklich keine Werbung selber sprechen. Und ich mache das jetzt ja dabei. 4000 Hertz, Meinen Podcast. Und die sind werbefinanziert. Und irgendwie muss das Geld ja reinkommen. Aber wie gesagt, meine Hemmschwelle in dem Fall ist, Ich will selber keine Werbung sprechen.
Sebastian Krumbiegel: Außer für Coca-Cola. Für Coca-Cola natürlich.
Jan Müller: Es gibt Ausnahmen. Coca-Cola, alles, Was mit Rolf Kauka zu tun hat.
Joël Kaczmarek: Ich fand es nur so lustig, weil ich dachte, da schreibst du Jan Müller eine SMS und ziehst ihn ein bisschen auf. Hast du gemacht, ja. Und einen Tag später kam der, Aber muss ich auch fairerweise erzählen, kommt eine Agentur auf mich zu und sagt, sie Droger würde gerne bei mir werben. Da habe ich gesagt, okay, ich mache mir einen Blasentee, Das sind eher die Zeitungen, die die Advertise. Ja,
Jan Müller: ich finde, man muss sich von diesem Druck auch so ein bisschen frei machen. Aber wenn, wirklich, bei uns ist wirklich eher so das Problem, was heißt das Problem? Die Lage ist, da kommt niemand. Wenn jemand kommen würde, dann würden wir darüber sprechen und würden darüber diskutieren und dann mal gucken, ob das Cool ist oder nicht.
Joël Kaczmarek: Aber warum wolltest du nicht selber einsprechen? In deiner Werbung bei deinem Podcast? Müssen wir auch gleich mal ein paar Sätze überhaupt? Darüber? sagen, aber woran liegt das?
Jan Müller: Ja, also, ich möchte das schon mit so ein bisschen Distanz. Ich bin ja kein Werbeonkel, also, ich möchte, Dass der Abstand gewahrt ist, sagen wir mal so.
Joël Kaczmarek: Ist ja eigentlich auch sauber? journalistisch, Anzeigenabteilung versus... Genau,
Jan Müller: bei Podcast ist das ja ein bisschen anders. Das verstehe ich auch und ich verstehe auch, warum, und das finde ich auch okay. Aber für mich ist einfach so mein persönliches Ding. Ich möchte den Abstand erwahren.
Joël Kaczmarek: Jetzt müsst ihr mich beide nochmal abholen. Ein letzter Satz zu diesem Thema GEMA und Lizenzrechte und so weiter. Kann man von Sowas leben? Also kann man sagen, so wie jetzt Corona ist, da kommt ja einmal im Quartal ein Scheck. Ist das sozusagen Wie bei den Büchern nur so den Top 30 Künstlern in Deutschland vorbehalten. Oder ist das irgendwie signifikant, Was sich da bewegt?
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, wie bei den Büchern den Top 30 vorbehalten. Also ich glaube, dass so ein Typ wie Grönemeyer oder Lindenberg, dass die...
Jan Müller: Oder der Sebastian Krumbiegel.
Sebastian Krumbiegel: Nee, also du, Pass auf.
Joël Kaczmarek: Der kitzelt dich gerade.
Sebastian Krumbiegel: Also Fakt ist, dass... Also, natürlich ist immer die Frage, wie viele Ländereien besitzt du? Wie viele Schlösser hast du? Wie viele goldene Porsches stehen in deiner Garage? Die gehört ja halb Sachsen, habe ich gehört. Halb Sachsen? Haha. Nein, im Endeffekt, hey, komm. Also für mich war, also, es ist ein gutes Zubrot, aber ich kann nicht davon leben, um es ganz klar zu sagen. Also, ich will jetzt auch nicht sagen. Portokasse, Aber es ist auf jeden Fall, hey, wenn du ein paar richtige, echte Hits geschrieben hast, Wie gesagt, Damon Albarn oder was weiß ich, Paul McCartney, Ich glaube, allein yesterday davon.
Joël Kaczmarek: Da könnte eine ganze Familie wahrscheinlich leben. Naja,
Sebastian Krumbiegel: Also, das muss man ganz klar sagen, und das ist weltweit. Aber ich glaube, dass die wichtigste Antwort auf diese Frage ist, dass Geld nie. Der Motor war. Und dass es natürlich immer geil ist, Geld zu kriegen und Geld zu verdienen. Und wenn durch irgendetwas Geld generiert wird, finde ich, dass es demjenigen zusteht, der das geistige Eigentum, Sprich die Komposition oder den Text gemacht hat. Und nicht, dass das irgendwelche Leute verdienen sollen. Die damit eigentlich gar nichts zu tun haben. Aber es war für mich auch niemals Motor, muss ich ehrlich sagen. Das, was du vorhin sagtest, ich glaube, es geht in die Richtung, Wenn du beschließt, viel Geld zu verdienen, wird das nicht klappen. Wenn du beschließt, das zu machen, was Du bist, was dein Innerstes ist und wenn du für irgendwas steil gehst, wenn du für irgendwas brennst, dann hast du die Chance, damit auch viel Geld zu verdienen. Das glaube ich.
Jan Müller: Ja, das glaube ich auch. Ich glaube auch, genau, Deshalb ist immer so, die Frage, die uns oft gestellt wird, Ja, ihr hättet doch, hättet ihr jetzt nicht auch ein bisschen Kommerzieller aufziehen können? Ich glaube nicht, weil man nur das machen kann, woran man glaubt. Ich glaube, so wie wir jetzt von Tocotronic an das glauben, was wir machen, So glaubt auch Helene Fischer an das, was sie da macht. Und Loredana, Auch wenn das jetzt nicht mein Ding von Musik ist, Aber ich glaube, das ist schon, Man muss ja seiner Überzeugung folgen, Sonst funktioniert das nicht. Ich glaube, es ist schwer, Sowas zu konstruieren, tatsächlich. Ich meine, du sprachst vorhin. Dieter Bohlen an, Der tut ja immer so abgewichst. Und hier habe ich so viel Geld verdient. Aber ich glaube, der findet das richtig super, was er da macht.
Sebastian Krumbiegel: Glaube ich auch.
Jan Müller: Erstaunlicherweise. Er ist ja Kaufmann.
Sebastian Krumbiegel: Er ist ja eigentlich Kaufmann. Er hat das ja, glaube ich, gelernt.
Joël Kaczmarek: Also, ich habe den in einem Podcast gehört, mit einem Freund von mir, und ich habe den Eindruck, Der fühlt sich unverstanden. Ich glaube, Der macht kommerziell hocherfolgreiche Sachen und findet die auch sozusagen, also, das ist ja schon wirklich mainstreamig, was der oft macht. Und ich glaube, den Eindruck, Der fühlt sich sehr, sehr unverstanden. Dass er sehr in dieser Ecke ist, mit Modern Talking und so weiter. Aber gut.
Sebastian Krumbiegel: Ich bin ganz oft der Meinung, dass wir unheimlich aufpassen müssen, dass wir nicht überheblich werden. Dass wir nicht denken, wir haben die Weißzeit mit Löffeln gefressen. Und am Ende ist alles Musikgeschmack. Und wenn irgendjemand, das, was du eben sagtest, Helene Fischer. Oder wer auch immer, wenn die an sich glauben. Und wenn, ich glaube, sogar am Ende geht es darum, ob du dein Publikum achtest oder ob du dein Publikum verachtest. Und ich glaube, es gibt Leute, die so volkstümliche Musik machen, Obwohl ich da auch nicht alle über einen Kamm scheren will, Aber die wirklich heimlich ihr Publikum hassen. Oder auf jeden Fall irgendwie nicht achten. Und für mich ist immer ganz wichtig, Wir haben vorhin darüber gesprochen, als wir hier unterwegs waren in Berlin, Ich glaube, dieses Ding zu wissen, dass wir ohne die Leute, die unsere Musik mögen und konsumieren und kaufen, nichts wären oder nicht, das machen könnten, was wir machen, das versuche ich mir immer wieder zu sagen. Und wenn Leute zu mir kommen, dass ich sage, hey, ich bin froh. Und das sage ich manchmal wirklich. Voller Ehrlichkeit auf der Bühne. Ich bin froh, dass es euch gibt und ich bin froh, dass ihr bei uns seid und unsere Musik mögt. Und das ist total geil, weil deswegen kann ich das machen, was ich mache, nämlich das, was ich am liebsten tue, und das ist Musik machen.
Joël Kaczmarek: Das ist sehr politisch korrekt, was er aber gerade erzählt hat, oder?
Jan Müller: Ja, aber ich glaube, das ist auch wirklich so und das geht uns ja auch, so. Man wird manchmal so richtig davon übermannt, wenn man bei so einem Konzert ist, von dieser Situation, hey, Da sind die Leute und die gehen da so ab. Und denen gefällt das so, bedeutet das so viel. Da entsteht einfach diese Emotion. Und das ist ja auch das, was Musik leisten kann und auch so unmittelbar leisten kann, Ich glaube. Deshalb bin ich auch da so lange dabei geblieben, weil du etwas erzeugen kannst, was jetzt mit reiner Literatur oder was auch immer schwieriger ist.
Sebastian Krumbiegel: Das ist ein magischer Moment. Ja,
Jan Müller: genau, das meine ich.
Joël Kaczmarek: Aber unterm Strich ist es, Finde ich, genau diese Bodenständigkeit, die ich an dir so sympathisch finde, Sebastian.
Sebastian Krumbiegel: Und übrigens, weil du gerade gesagt hast, politisch korrekt. Habe ich nichts dagegen übrigens. Also ich finde, mich nervt das manchmal, politisch korrekt oder zu denken, ich bin nicht genug, politisch korrekt. Oder ich, was darf man denn heutzutage überhaupt eigentlich noch? sagen? Und das geht mir manchmal auch echt auf den Geist, wo ich manchmal denke, fuck, Ich bin hier irgendwie, Ich traue mich nicht mehr, irgendwas zu sagen, und das ärgert mich wirklich. Aber ich bin eigentlich unter dem Strich ein großer Freund davon, politisch korrekt mich zu äußern und gendern. Und das alles, was da dazugehört. Ich denke manchmal... Übertreiben wir das hier alle ein bisschen oder was ist hier eigentlich los? Ich glaube, Darüber machen sich viele Leute gedanken, und das sollten wir auch nicht einfach so abtun. Und sagen, nun reiß dich doch mal zusammen, und das ist nun jetzt mal hier so, Sondern wir sollten da, glaube ich, drüber reden und sollten da auch die Leute verstehen, die das irgendwie doof finden. Und ich will jetzt kein AfD-Sprech machen, wirklich, bitte versteht mich da nicht falsch, aber ich verstehe manchmal Leute, die irgendwie sagen, ey, SAG mal, hackt's bei euch, Ich will Bürgerinnen und Bürgersteig.
Joël Kaczmarek: Ja, ich habe in der Sekunde, wo ich das zu dir gesagt habe, da habe ich auch gemerkt, politisch schreckt ist gar nicht das richtige Wort. Es klingt so ein bisschen, ich weiß nicht, es ist bodenständig. Deswegen mag ich es eigentlich, weil ich muss sagen, ich bin auch Dieter Bohlen nicht Fan, aber ich finde den irgendwie, der hat was. Also, er hat Sympathien bei mir, Man muss jetzt seine Monitoren... Echt jetzt? Ja, irgendwie hat er was. Ich finde, ich glaube, das ist ein, also. Der lässt zwar mal so dieses Bratzige da, Der wird ja auch sehr inszeniert bei Deutschland, sucht den Superstar und so. Ich glaube, das ist eigentlich ein ziemlich lieber Typ. Also auch, was ich so von Freunden erzählt, bekomme, die den treffen, Aber du kennst ihn wahrscheinlich besser.
Jan Müller: Ich kenn ihn nicht, nee, ich kenn ihn nicht. Deshalb sag ich auch nichts.
Sebastian Krumbiegel: Ich hab ihn ein paar Mal getroffen und fand ihn nicht unsympathisch. Hey, weißt du, ich finde, man sollte als Musiker, Also ich brauch das nicht, mich abzugrenzen und zu sagen, das find, ich scheiße. Und ich möchte auch keine Schelte betreiben, wenn jemand darauf abfährt, soll er darauf abfahren. Das ist nicht mein Geschmack, weißt du. Ist ja auch,
Jan Müller: ja, Entschuldigung.
Sebastian Krumbiegel: Na, also, auch, weil du vorhin Helene Fischer gesagt hast. Noel Gallagher habe ich vorhin schon mal angesprochen, oder Oasis, Der hat irgendwann mal diesen Spruch gebracht. das, Was Helene Fischer macht, zerstört die Popmusik. Und so ein richtig hartes Zitat. Kennt Ihr das überhaupt? Ja, es ging um dieses Blind Date. Im Musikexpress, glaube ich, wo dir Musik vorgespielt wird, und du weißt nicht, was es ist. Und dann hat er eben darauf reagiert und hat da irgendwie so ein richtig, Muss man checken im Netz, irgendwie Liam Gallagher über Helene Fischer, Noel Gallagher über Helene Fischer. Und das war schon, Ich habe in dem Moment gemerkt, was er meint und gestehe aber trotzdem einer Frau, wie Helene Fischer zu, Was du vorhin auch selbst sagtest. Dass die das Geil findet, was Sie macht. Und selbst, wenn das nicht mein Geschmack ist, steht es mir nicht zu, zu sagen, das ist irgendwie ätzender, Scheiß.
Jan Müller: Es ist halt auch so einfach, sich darüber zu erheben. Ich finde es auch interessanter, Sachen zu kritisieren. vielleicht, die ein bisschen näher an dem sind, näher, bei einem selbst sind. Zum Beispiel genau, über Modern Talking oder Helene Fischer, sich lustig zu machen. Das ist halt billig. Vielleicht ist es auch wahr, aber es ist irgendwie billig. Ich erinnere mich immer, ich war öfter mal bei diesen Echo-Preisverleihungen in den 90er Jahren vor allen Dingen und Nullerjahren und wenn dann die Preise dafür die volkstümliche Musik vergehen wurden. Alle gehen raus und alle verheißen. Ja, alle machen sich lustig darüber. Und dann denke ich, Ihr Fuzzis, ist denn das, was ihr da macht, so viel geiler? Also, das ist so, Da können sich dann alle darauf einigen, dass das der Schrott ist, ist wahrscheinlich größtenteils auch Schrott, Meinetwegen ist ja nur. Aber das finde ich irgendwie so billig.
Sebastian Krumbiegel: Ich frage mich immer, ob man so ein Feindbild sozusagen braucht. Also das frage ich mich ganz persönlich, ob ich es brauche, mich aufzuwerten, indem ich irgendjemand anderen, disse. Also natürlich, Wir haben vorhin über Punk gesprochen und ich weiß, dass Punk irgendwie so eine Abgrenzung braucht. Und irgendwie so ein Ding. Was weiß ich, wie das die Ärzte zum Beispiel machen. Die Ärzte haben mit uns irgendeinen Clinch seit den 90er Jahren, den ich nie verstanden habe, weil ich finde, die Ärzte geil. Ich mag das, ich mochte das schon immer, was die gemacht haben. Finde auch die Haltung und alles. Ich finde das immer irgendwie geil und bin wirklich Fan gewesen. Und nach wie vor auch Fan und weiß, dass die uns als Prinzen nicht mögen, dass die uns irgendwie dissen. Da denke ich auch, ey, wenn Ihr das wollt, also. Ich renne euch da nicht hinterher und will nicht irgendwie jetzt hier sagen, Oh, bitte, habt mich lieb, Ich will gerne irgendwie. Nö, will ich nicht. Ich finde das Schade oder finde es traurig, weil ich glaube, dass Bela B. Und Rod, und Jan, und Farin, dass das irgendwie Coole Typen sind. Und dass die irgendwie, also, ich achte das total. total, Was die machen und finde auch diese, dass Sie so Autark sind, so geil, dass die eigentlich sagen, Ihr könnt uns alle mal, Wir machen das, was wir wollen, und wir gehen keine Kompromisse, ein, das nehme ich denen ab und glaube, denen, und vielleicht gehört zu dieser Haltung genau auch das dazu, dass du sagst, Ich grenze mich jetzt ab und ich möchte nicht in einem Atemzug mit dem und dem genannt werden. Und werde da immer sagen, ich finde das aber totale Scheiße. Hey, wenn die das so wollen und brauchen, bitte, ich verstehe es nicht.
Jan Müller: Ja, das ist ja genau. Im Hip-Hop ist das ja so üblich, dieser Beef, Dann beleidigt der eine wieder den anderen. Und ich bin ganz froh darum, dass das in der Musik, in der ich tätig bin, nicht, so ist.
Sebastian Krumbiegel: Du hattest ja in Deinem Podcast Die Antilopen Gang zu Gast, wo ich ja großer Fan von bin, weil die ich ja wirklich richtig, richtig, richtig Dolle mag. Und die machen da ja schon auch eine Ausnahme. Sie machen sich da glaube ich schon irgendwie ein bisschen auch lustig drüber und versuchen ja genau diese… Attitüde im Hip-Hop Eben ein bisschen Ad absurdum zu führen und eben genau dieses Ganze bekämpfen und diesen Ganzen ich, ich, ich irgendwie, Das machen Sie nicht, und das finde ich geil. Und auch übrigens Sexismus oder irgendwie dieser ganze, was eben im Hip-Hop so an der Tagesordnung ist, Das wird von denen immer irgendwie ein bisschen Ad Absurdum geführt. Das finde ich total sympathisch.
Joël Kaczmarek: Geht mir auch so, ja. Apropos, lass uns doch mal ein Stück weit über deinen Podcast reden. Also was hat dich denn bewogen, in unser Metier sozusagen auch vorzustoßen?
Sebastian Krumbiegel: Du wolltest einfach, dass das besser wird.
Joël Kaczmarek: Ja, nicht so eine Scheiße, wie wir hier.
Jan Müller: Podcast, habe ich mir gedacht, taugt noch nicht, muss ich dazu kommen. Nein, ich bin irgendwann in diese Podcast eingetaucht, Weil. Ich wurde vor knapp sechs Jahren Vater und dadurch hat sich mein Leben sehr verändert. Ich habe gemerkt, Kinogänge werden seltener. Ich bin zu müde, Bücher zu lesen. Ich gucke sowieso keine Fernsehserien, aber ich bin auch zu müde, Filme zu gucken zu Hause. Und Podcast, Das ging aber immer. Das war genau Augen zu, noch mal ein bisschen zuhören und dann wirklich viel, Tatsächlich viel auch über diese öffentlich-rechtlichen Mediatheken vom Deutschlandfunk und so. Ich bin eh großer, nach wie vor großer Radio-Fan, Fan des Sprechradios.
Joël Kaczmarek: Ich bin ja da immer ein bisschen diskriminierend. Für mich sind Produktionen von WDR, NDR und Kurs für mich irgendwie kein Podcast. Weißt du, warum? DAS IST so... Das fühlt sich immer so an, wie ich. Zweitverwurste Radio. Ich glaube, das ist so unser Minderwertigkeitskomplex. Ja, ich weiß, was du meinst,
Jan Müller: Aber das war so meine Eintrittskarte, weil da gibt es ja viel. Sendungen, Es gibt, mache ich jetzt trotzdem weiter Werbung Für die Sendungen wie Essay und Diskurs, finde ich ganz toll. Komplett berechtigt. Aufwendige Produktionen oder auch aus den Archiven ist echt schön. Da habe ich letztens, Es gab so eine vierteilige Dokumentation über Janis Joplin aus den 80er Jahren. Wahnsinn, Was ist das, Was ist das für Radio? Und so bin ich in diese Welt reingekommen, aber habe mir dann eben auch modernere Sachen, ganz unterschiedlicher Art, also das, was du machst, Darauf wurde ich ja auch irgendwann aufmerksam. Ich dachte, wow, das ist ja nochmal eine ganz andere Welt. Und eben auch die Produktion von 4000 Herz, wo ich jetzt eben tätig bin. Und dann dachte ich mir, ja, das ist was, was ich mir für mich vorstelle. könnte, weil? Ich fand es interessant, als Musiker, Das ist eine sehr einfache Idee, gebe ich zu, als Musiker mit Musikern zu sprechen. Und das hat sich für mich echt bewährt, weil ich bereite mich ja wirklich intensiv vor. Und das macht mir auch totalen Spaß, weil ich jetzt nochmal, was ich nicht gedacht hätte, Man muss ja auch irgendwie dranbleiben als Musiker an anderer Musik. Und ich höre ganz intensiv Musik und verschiedenste Musik, so wie ich das seit Jahren nicht mehr gemacht habe. Das macht mir einen wahnsinnigen Spaß.
Sebastian Krumbiegel: Und das hört man übrigens auch. Also, dass du sozusagen auch den Leuten, die du einlädst, die aus unterschiedlichsten Genres kommen, dass Du denen allen mit extremem Respekt begegnest und, ja, dass du...
Joël Kaczmarek: Neugierde vor allem auch.
Sebastian Krumbiegel: Neugierde, genau. Danke, danke. Nee, wirklich. Also, das finde ich... Also, ich habe viele Sachen gehört von dir, habe ja schon ein Paar angesprochen. und, ja, fand das wirklich immer gut. Danke. Und würde es nicht sagen, wenn es nicht so wäre, um das auch klar zu sagen, weil du hier bist.
Jan Müller: Mir wird ja auch niemand vor die Nase gesetzt. Ich überlege mir das Ja selbst, wen lade ich da ein und es gibt Anregungen, Ich bitte auch die Hörerinnen und Hörer um Anregungen, und es gibt auch Anregungen von meiner Redaktion. Oder manchmal zum Beispiel die Sarah Maria Sun aus Dresden, die Sopranistin, Das wurde auch erstmal an mich herangetragen, aber da habe ich gleich geschrien, Ja, hier unbedingt, Mit ihr möchte ich sehr gerne sprechen, und das hat mich dann auch nochmal in so eine völlig neue Welt gebeamt, weil ich habe. Ich interessiere mich für neue Musik, aber ich habe da ehrlich gesagt. Wenig Ahnung von und überhaupt von der ganzen E-Musik.
Sebastian Krumbiegel: Da geht es ja auch so um Stockhausen und um... Genau,
Jan Müller: Ligeti, Stockhausen, Der ganze heiße Scheiß. Hast Du da eigentlich Berührung zu? Wenig, ehrlich gesagt.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe einen Onkel, der da viel damit macht und mit dem bin ich nie warm geworden. Das war für mich immer so ein Ding, Aber es ist am Ende auch Quatsch, Weil man wird, glaube ich nicht. dümmer, wenn man sich mit irgendwas beschäftigt.
Jan Müller: Aber du könntest so eine Lachenmann-Opa singen AUS dem... Nein,
Sebastian Krumbiegel: glaube ich nicht. Null. Nein, das ist ja das Ding. Wir sind zwar auch mit Notenlesen groß geworden. Im Thomanerchor, Aber ich kann zum Beispiel, Ich spiele Klavier, aber ich kann Klavier überhaupt nicht nach Noten spielen. Wirklich? Nein, bin ich völlig raus. Und ich kann, wenn ich singe und Noten sehe, sehe ich zwar irgendwie, okay, das geht hier hoch und das geht hier runter. Das sehe ich auch. Aber ich kann nicht nach Noten spielen und ich kann nach Noten singen. Auch nur, also wenn es... Also, ich komme wegen moderner Musik drauf, wegen neuer Musik drauf, Weil das ja oft sehr unharmonisch oder atonal oder auch Arhythmisch ist. Das könnte ich niemals vom Platz sehen, weil ich kann, wie gesagt, ich sehe, aha, Das ist eine ausgemalte Note, Die geht schneller und das ist eine Note, Die ist hoher, die ist langsamer. Und da kann ich mich so ein bisschen reinhängen und dranhängen.
Jan Müller: Das ist ja irre, Die Popmusik bringt alle von den Noten weg, selbst die Tomana, das ist ja genial.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe es aber auch nie gekonnt, übrigens. Also Paul McCartney übrigens auch nicht, das war ja auch so ein Ding. Ja.
Jan Müller: Hier, Letztens habe ich mit Dotschi Reinhardt gesprochen, die mit etwas Waldverzweigt, mit Django Reinhardt, der größte Gitarrist, Nach aller Zeit, noch vor Jimi Hendrix, Nichts mit Noten zu tun, gehabt. Jimi Hendrix Auch nicht.
Sebastian Krumbiegel: Stevie Wonder.
Jan Müller: Das ist doch schön, wenn man seine eigene Unfähigkeit so unterfüttern kann. Ja, aber wo ich stehen, geblieben war, also, das ist für mich irgendwie super. Mich an andere Welten rein zu begeben, von denen ich teilweise auch nicht so viel Ahnung habe.
Joël Kaczmarek: Der Witz ist ja, was ich an deinem Podcast mag, ich habe gesehen, ihr macht, so. Spotify-Playlists mit den Künstlern, die bei euch waren, ne? Ja,
Jan Müller: genau, ich mache die. Du,
Joël Kaczmarek: Und was ich ja sogar fast machen würde, Wäre Spotify-Listen mit den Songs, die die empfehlen, weil jedes Mal, wenn ich den höre, ich muss immer denken, okay, fuck, pausieren, Spotify Rüber wechseln. Also, ich höre nicht auf Spotify den Podcast, und dann höre ich immer die Lieder, also. Ich habe von Bill Kaulitz jetzt Annie Lennox oder Sowas empfohlen bekommen. Das ging bei mir ein Vierteljahr auch drunter, ja. Oder von irgendeinem deiner anderen Gäste, Der hat irgendwie einen deutschen Peter Gabriel Song mir empfohlen. Fuck, Ich wusste gar nicht, dass ich das auf Deutsch singe. Schock Dir nachfinden. Der war ganz grausig, muss ich feststellen. Für mich bist du in der Fundgrube von musikalischer Inspiration sozusagen dadurch.
Jan Müller: Danke. Das mag ich.
Joël Kaczmarek: Aber was war dein Motiv? Hast du das gemacht, weil Du gesagt hast, ich will mal wissen, wie das ist? Oder weil du dich up to Date halten wolltest? Geht es ums Geldverdienen, um Positionen? Warum machst du das?
Jan Müller: Du, mit Geldverdienen ist auch so natürlich. Mache ich das nicht kostenlos? Aber das ist, wie Sebastian eben, sagte, das ist nicht die erste Motivation. Aber klar, das kostet mich ja viel Zeit, das zu machen, Auch wenn das schön ausgefüllte Zeit ist, Trotzdem will ich das in angemessener Weise entlohnt haben. Aber mir geht es allgemein darum, wie soll ich das jetzt richtig ausdrücken, mir geht es darum, meine Zeit, Auch meine Arbeitszeit auf eine schöne Weise zu verbringen. Und nicht mit irgendeinem Mist. Und das ist so, dass ich jetzt... Wo die Kinder nicht mehr so ganz klein sind, ein bisschen Zeit übrig habe. Neben der Band und die fülle ich jetzt damit aus.
Joël Kaczmarek: Wie ist denn bei dir sowieso oder wie ist es bei einem Künstler, Das können ja beide sagen, wie ihr bei Musikern, Wie sieht denn so ein Alltag aus, was macht man den ganzen Tag?
Jan Müller: Das kommt auch noch dazu, Das ist auch was, Das ist für mich auch so rein psychologisch. gut, weil der Alltag ist eine totale Achterbahnfahrt. Ich sage mal so, man IST auf... Man schreibt ein Album, das ist ja total aufregend und toll, Man erschafft, was, man setzt, was in die Welt, und dann geht man auf Tournee, präsentiert das und dann, wenn die Tournee vorbei ist, finde ich, Ist das ein sehr schwieriger Moment. Wenn ich abends dann ins Bett gehe, da ist da niemand mehr, Der applaudiert, Oh toll, du hast die Bettdecke über den Bauch gemacht. Super Zugabe, also, das gibt es da nicht mehr. Und diese Unausgeglichenheit, die Macht, glaube ich viele Leute fertig. Und die treibt Leute auch in irgendwelche Abhängigkeiten. Und alles das, weil das ist schwierig zu bewältigen. Und was anderes neben der Band zu haben, wenn es die Zeit erlaubt, Das Territorium, in dem wir tätig sind mit Tocotronic, ist ja begrenzt. Drei bedeutenden Ländern, Deutschland, Österreich und den deutschsprachigen Teil der Schweiz. Das war es dann ja auch schon. Und natürlich hat man dann auch noch Zeit. Und ich habe die ein paar Jahre und nutze, die auch jetzt noch sehr für meine Familie und so. Und das hilft mir irgendwie, so ein bisschen Ausgeglichenheit auch zu bekommen.
Joël Kaczmarek: Jetzt müssen wir noch zwei Sachen sagen, die ich neugierig bin, die ich persönlich noch nie gefragt habe, wo wir so eng sind, miteinander. Wie kam es eigentlich zu dem Namen? Und hast du so Werte, die du auch damit irgendwie in die Welt tragen? willst? Gibt es irgendwas, wo Du sagst, mein Antrieb ist, Nachdem Ihr das Ding gehört, habt, dann sollt Ihr
Jan Müller: Also, zu dem Namen habe ich mir einfach ausgedacht. Reflektor fand Ich
Joël Kaczmarek: Ich fand auch bei der Milchpackung oder so.
Jan Müller: Nee, das nicht. Reflektor fand ich ganz gut mit Ohr hinten, so.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe ja auch darüber nachgedacht. Auch reflektieren natürlich. Ja, genau. Das finde ich schon. Ein guter Name.
Jan Müller: Dachte aber so ein einfacher Name, Ein Wort, Ich finde es super, ich wollte, So ein bisschen bin ich ja auch schon so ein Marketing-Fuzzi, weil unsere ganze Band ist eigentlich so gestaltet. Wir haben uns eine CI gegeben, nur eben alles so auf unsere eigene Art. Und so mache ich das bei den Podcast auch so ein bisschen. Das soll schon eine Marke auch sein, Im positiven Sinne meine ich mal. Und so kam der Name zustande. Und ja, was will ich damit erreichen? Also die Leute sollen sich gut unterhalten. Und vielleicht, was ich schön fände, wenn... Vorurteile widerlegt werden würden. Das ist schon so ein bisschen so ein kleiner Ansatz, den. Ich habe, dass sich Leute vorher fragen, warum spricht der denn jetzt mit Bill Kaulitz? Und dann, ah, so ist der drauf.
Joël Kaczmarek: Hast du eine Geile Anekdote eigentlich, was dir aus deinen Podcast So passiert ist, wo du hinterher dachtest, lustig, das kannst Du mal bei der nächsten Weihnachtsfeier Eurer Band erzählen?
Jan Müller: Ich bin immer so Anekdotenschlecht und Anekdotenversager. Also eine Sache,
Joël Kaczmarek: die mich zum Beispiel, Ich weiß mal nicht, ob du sowas immer on Tape sagen kannst, willst, war, was du mir nach Bill Kaulitz erzählt, hast, dass du teilweise bei Instagram sogar gestalkt wurdest. Das war ich zum Beispiel.
Jan Müller: Achso, ja, also gut, das kann ich schon erzählen, dass dann irgendwelche Leute aus Brasilien, glaube ich, so eine Frau gesagt hat, ja, Ich sei doch mit Bill Kaulitz bekannt und ich soll ihm doch ihre Nachrichten weiterleiten. Das fand ich ganz schön traurig, sowohl für sie, als wo ich auch dachte, Oh, Gott. Der Arme Mensch, Der hat ja ganz schön Druck.
Joël Kaczmarek: Aber da merkt man mal, dass so ein Podcast bis nach Brasilien schwappt, finde ich immer schon faszinierend.
Jan Müller: Die wird ja nichts verstanden, haben. Das ging auch auf Englisch. Aber die hat halt gesehen, dass ich da bei Instagram, dass der, was geliked hat. Aber das finde ich irgendwie total abgefahren, dass ich, so Bill Kaulitz eine Instagram Message schreibe. Ich war letztens wieder in Kontakt mit ihm, weil ich so ein Corona-Special gemacht habe. Und er war einer derjenigen, der gesagt hat, klar, mache ich mit und super toll. Also sowas finde ich ganz klasse, Wenn da dann doch noch so eine Verbindung bleibt, dann in dem. Ich hätte niemals gedacht, dass der nochmal was da für mich macht. Und er hat da wirklich sehr engagiert. Meine Fragen beantwortet per Mail dann.
Sebastian Krumbiegel: Für mich bist du übrigens auch da extrem gewachsen, dass du ihn eingeladen und mit ihm so respektvoll gesprochen hast, weil das. Für mich eigentlich auch so totale Welten sind. Tokio Hotel und Tocotronic ist schon für mich so, passt nicht zusammen, eigentlich. Und man hat so gemerkt, dass es auch da viele Schnittmengen gibt und vor allem eben Respekt. Und das finde ich, fand ich echt geil. Das wünsche ich mir so allgemein, dass man einfach, wie gesagt, warum abgrenzen?
Jan Müller: Ich muss schon aufpassen, dass ich nicht alles gut finde, jetzt plötzlich.
Sebastian Krumbiegel: Ja, natürlich. Aber wie gesagt, andererseits kannst du doch auch, du, ich weiß, was du meinst, irgendwie Friede, Freude, Eierkuchen. Mit jedem und allem und irgendwie Everybody's Darling ist kein. Ja, da habe ich auch keine,
Jan Müller: Also, es gibt schon viele Leute, und ich werde jetzt die Namen auch nicht nennen, aber warum willst du denn nicht mal mit denen? Und dann sagen, nee, will ich aber nicht. Finde ich doof. Das muss ich ja jetzt nicht öffentlich machen, wen ich jetzt doof, finde.
Sebastian Krumbiegel: Mir fällt gerade ein, das habt ihr vielleicht auch verfolgt, irgendwie Kurt Krömer, der ja seine Show hat, wo er eben selbst von sich sagt, ich lade Leute ein, entweder Freunde oder Leute, die ich richtig kacke, finde. Auch ein gutes Konzept. Und das war wirklich geil. Der hat eben auf der einen Seite, Was weiß ich, Sido eingeladen, mit dem er irgendwie wirklich gut Buddy-mäßig irgendwie gefunkt hat. Und dann lädt er eben auch Leute wie Erika Steinbach ein. Geht da richtig steil und macht die richtig rund.
Jan Müller: Das könnte ich nicht.
Sebastian Krumbiegel: Das war aber cool, ey. Das war wirklich geil. Und da finde ich übrigens auch, und da würde ich echt eine Ausnahme machen, also, wenn du wirklich mit irgendwelchen, ich muss jetzt vorsichtig sein, also hey, wenn du mit Rassisten redest, wenn du mit Leuten redest, die echt so halb nazis sind oder ganz Nazis, Dann musst du dir noch ganz klar sagen, was sie sind und musst dich da auch voll positionieren. Das meine ich. Und nicht irgendwie, sagen, ich finde ja irgendwie, ich verstehe ja deine rassistischen Gefühle. Nein, ey, fuck you. Da muss man wirklich ganz klar sagen, nö.
Jan Müller: So genau. Ich würde auch so weit gehen, dass es Musik gibt, die einfach schlechte Seiten in den Menschen hervorruft. Ich muss keine Namen nennen, Aber wenn man jetzt im Hip-Hop-Bereich und mit solchen Leuten... Muss auch kein Hip-Hop sein, Das kann auch eine Indie-Band sein, die richtig negativ ist. Ich will mal jetzt,
Sebastian Krumbiegel: weil wir gerade bei diesem Thema sind, weil mir das so auf der Seele brennt, weil wir mit ihm zusammengearbeitet haben und weil ich oft darauf angesprochen wurde, auch in letzter Zeit. Ah,
Jan Müller: ich weiß, was jetzt kommt. Ich weiß auch, wer kommt. Naja,
Sebastian Krumbiegel: Wir haben Sing meinen Song gemacht, damals, ja, dieses VOX-Format, Was wirklich ein cooles Format war, weil es um Live-Musik ging und der Host war Xavier Naidoo. Und es kam dann eben ziemlich schnell irgendwie, hey. Du mit dem Reichsbürgertypen und irgendwie ist doch echt ein Arschloch und wie auch immer. Und so wurde ich richtig für ihn angemacht. Und hab den immer noch verteidigt. Und hab immer noch irgendwie gesagt, ey, Das ist ein netter Kerl, und der ist irgendwie, Mit dem komme ich echt gut klar. Und mittlerweile, also, ich bin da so, also. Ich distanziere mich voll irgendwie von dem, Was er da gesagt hat und was er da irgendwie von sich gibt. Und diese komischen Videos, die er gemacht hat und irgendwie, das geht wirklich gar nicht, das ist wirklich echter Scheiß. Aber ich glaube, man muss da irgendwie vielen Dank. Also ich versuche eher in die Richtung gerade zu denken oder auch das zu kolportieren. Von meiner Seite aus, dass der mir fast leid tut. Dass ich wirklich denke, der hat, glaube ich ein psychisches Problem. Und der ist irgendwie, Ich glaube, der hat wirklich irgendwie, Ich glaube, der ist krank, um es mal so zu sagen. Und ich würde jetzt, also, es ist schwierig. Und natürlich muss man sich von dem, was er da gesagt hat, voll distanzieren. Man darf da nicht irgendwie sagen, ach, ist doch nicht so schlimm. Und der ist doch irgendwie ein ganz netter Kerl. Nee, da bin ich weg von. Und das ist vielleicht ein bisschen das, was du eben meintest, Jan. Natürlich muss man sich von Sowas distanzieren. Und ich finde, man muss es auch beim Namen nennen. Ohne jetzt einen Menschen deswegen volle Kanne abzulehnen, Sondern vielleicht auch zu sagen, und das meine ich überhaupt nicht irgendwie despektierlich, Vielleicht muss er sich wirklich Hilfe holen. Das meine ich jetzt ganz, ganz ernst.
Jan Müller: Ja klar, der ist geisteskrank.
Sebastian Krumbiegel: Ich fürchte auch.
Jan Müller: Ja, ist er doch. Er wurde wahnsinnig lang verteidigt. Dann gab es da Riesen Anzeigenkampagne, wo ich mich gewundert habe. Ich weiß nicht, ob du auch dabei warst, war auch Jan Delay und so. Und ich denke, der muss ja wirklich ein wahnsinnig netter Typ sein. Ich kenne ihn nicht persönlich, dass der so lang noch bei diesem ganzen Scheiß, den er da erzählt, Noch so verteidigt wird. Und ja, genau. Der hat ein Problem, das denke ich auch. Schon lange, denke ich aber auch.
Joël Kaczmarek: Ja, ich finde das natürlich schade. Ich kann überhaupt nicht mitreden. Ich habe irgendwie auch nur erzählt, bekommen, dass er extrem nett sein soll, Jeden auf der Tour, jeden Techniker mit Handschlag, glaube ich, begrüßen soll und solche Geschichten. Und ich muss sagen, ich fand den musikalisch eigentlich immer auch aus meiner Jugend extrem inspirierend, Söhne Mannheims und so. Deswegen hat mich vieles daran gewundert, weil er ja selbst jemand war, der irgendwie Rassismus mal anprangerte, aus einer kleinen Stadt als jemand mit dunklerer Hautfärbung. Von daher, also, Ich kann da... Nicht mitreden, wie es mit dem ist, aber unter dem Strich, Ich glaube, was ja der Kernpunkt deiner Aussage ist, Sich eine rote Linie markieren, die man sagt, die gehört für mich nicht überschritten. Da dann irgendwie auch sehr präzise und sauber sein und bei allem, was vor dieser roten Linie ist, Bin ich immer ein Typ, wo ich versuche, also ich merke, das ist manchmal fast schmerzlich, Ich kann ganz vielen Leuten nicht mehr böse sein, weil ich mich Versuche reinzuversetzen. Und dann verstehe, warum Sie so sind, wie sie sind. Also Täter sind für mich ganz oft auch Opfer, zum Beispiel. Ja,
Jan Müller: das ist ja auch so, klar. Aber wenn es irgendwann so wird, dass Leute... Wenn sie nihilistisch und destruktiv sind, dann lohnt es sich nicht. Ich glaube,
Sebastian Krumbiegel: man muss den Unterschied machen, dass man das nicht als Entschuldigung nehmen darf, Dass man es vielleicht als Erklärung nehmen darf. Man darf nichts entschuldigen, weil jeder ist am Ende für das, was er tut und sagt, verantwortlich. Aber man kann es für sich selbst vielleicht erklären, warum er das so macht. Und wenn man es so erklärt, ja, dass er eben selbst schlechte Erfahrungen gemacht hat. Also, ich habe dir, Joël, vorhin erzählt VON diesem... Von diesen beiden Nazis, die mich mal überfallen haben, irgendwie in Leipzig. Und wo ich einen von den beiden dann im Maßregelvollzug besucht habe.
Jan Müller: Die wurden gekriegt?
Sebastian Krumbiegel: Die wurden gekriegt, ja. Und durch Auswertung von Straßenbahnvideos. Irgendwie gab es einen Prozess in Leipzig.
Jan Müller: Was haben die gemacht bei dir?
Sebastian Krumbiegel: Die haben Ali und mich, also unseren Trommler und mich, überfallen. Also irgendwie zusammengeschlagen. Das ist schon lange her, Das war 2003 im Juni, 25. Juni 2003. Und das war für mich schon irgendwie, da habe ich echt... Dran zu Knabbern, gehabt. Und und waren es nicht so leicht und waren so ein Prozess, wo der ganze Saal voller Nazis saß und wo ich meine Adresse nennen musste, Das war alles so richtig ätzend. Und dann habe ich ein paar Jahre später einen Brief vom Weißen Ring bekommen. Also dieser Opfer-Täter-Ausgleich, Kriminalitätsopfer. Und die haben gesagt, in Leipzig. Im Maßregelverzug sitzt ein Typ so und so, Und das ist einer von denen, die sie damals überfallen haben, Und der möchte sich gern mit ihnen unterhalten und sich bei ihnen entschuldigen. Und da bin ich hingefahren, nachdem ich das zuerst überhaupt nicht wollte, Und habe dann wirklich viel gelernt oder einfach gemerkt, dass der Typ einfach eine Arme Sau ist. Der hatte eben wirklich echt eine Scheiß Kindheit und hatte eben wirklich einen Vater, der ihm das Gefühl gegeben hat, der ist nichts wert. Also hab ich mich selbst hinterfragt und gesagt, Mensch, was ist denn eigentlich, Was wäre denn mit dir geworden, wenn du an seiner Stelle groß geworden? wärst? Und das, wie gesagt, nicht entschuldigend, sondern nur erklärend. Und natürlich ist er selbst dafür verantwortlich, was er macht, aber es ist schwierig. Also, ich würde, Ich versuche da immer eben nicht den Stab zu brechen. Natürlich musst du einem Arschloch sagen, dass es eins ist. Aber trotzdem muss man eben auch irgendwie versuchen, Sachen zu verstehen.
Jan Müller: Aber trotzdem, Ich lade keine Arschlöcher, ein.
Sebastian Krumbiegel: Okay, okay.
Jan Müller: Nee, mir wäre das einfach zu anstrengend, weil ich will, dass das, was Positives ist. Unbedingt. Und vor jemandem wie Kurt Krömer großen Respekt, wenn er sich da mit der Steinbach hinsetzen kann. Aber ich könnte das nicht. Also vor allen Dingen, Ich weiß gar nicht, wie sie singt.
Sebastian Krumbiegel: Ja, sie singt schon, bestimmt so ein paar gute alte Lieder. Ja,
Joël Kaczmarek: genau. Na gut, lieber Jan. Mit dir könnte ich stundenlang noch weiter Podcast. Aber ich habe ja mal gelernt, Man soll immer einen Inlandsflug Länge machen. Da haben wir, glaube ich, Schon zwei Inlandsflüge. Oha, ja. Vielleicht laden wir dich nochmal ein, wenn du nochmal kommst, wenn du nochmal magst. Du bist jederzeit hier willkommen.
Jan Müller: Danke. Es war sehr, sehr schön mit euch beiden. Und ich wünsche euch für Euren Podcast nur eine lange Zukunft und nur das Beste. Und natürlich, wenn ihr mich wieder einladen möchtet, jederzeit gerne.
Joël Kaczmarek: Da freuen wir uns beide, oder?
Sebastian Krumbiegel: Cool, ja.
Joël Kaczmarek: Das Gleiche wünsche ich dir zurück. Eine letzte Sache, was wir am Ende uns so ein bisschen angewöhnen. sukzessive. Was glaubst du, wen, sollten wir hier noch hinsetzen? Also du hast ja unser arschlochfreies. Adressbuch. Welchen interessanten Künstler würdest Du uns noch ans Herz legen, den wir hier mal interviewen sollten?
Jan Müller: Oh, kurze Nachdenkpause. Sprech doch mal mit Loredana. Sie ist mir gar nicht so sympathisch, aber mich würde wahnsinnig interessieren. Wie die das so auffasst, weil das ist, so eine Künstlerin, Wo scheinbar das Einkommen so sehr im Vordergrund steht. Und wie die das eigentlich sieht, wie die auf den Musikbusiness blickt. Also, ich fände das total spannend.
Joël Kaczmarek: Hervorragend, Das nehmen wir mal mit als Empfehlung. In diesem Sinne, lieber Jan, auch dir ganz, ganz viel Erfolg, Aber den hast du ja schon mit deinem Podcast, dann noch weiteren sozusagen.
Jan Müller: Dankeschön.
Joël Kaczmarek: Wir bleiben treue Hörer, alle unsere Hörer animieren wir, Reflektor zu abonnieren. Und die Apotheken-Umschau zu kaufen, das ist ja kostenlos. Ja,
Jan Müller: aber man kann trotzdem mal dem Apotheker 10 Euro auf den Tresen legen. Und dann nimmt man einfach zwei mit.
Joël Kaczmarek: Genau, und noch eine Mini mit den kleinen Rätseln und Postern für die Kids.
Sebastian Krumbiegel: Nee, man kann auch, Mit Apothekern sollte man sich überhaupt gutstellen, weil die haben garantiert, Jeder Apotheker hat irgendwie so eine Pille, Wenn es mal irgendwie scheiße,