
Judith Williams: 5 Dinge, die ich gerne schon mit 20 gewusst hätte | Höhle der Löwen
3. Juni 2026, mit Joël Kaczmarek
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Joel Kaczmarek (00:00.38) Ich war gestern auf diesem Startup Award, bis 2 Uhr nachts, wo dann wieder das Who's Who der Branche war. Ich hab gar nichts getrunken, aber dieses Reden bei Lautstärke ist immer so... Achso, sagst du übrigens Judith oder Judith? Was ist dir lieber?
Judith Williams (00:03.726) Yes!
Judith Williams (00:14.58) Judith kannst du ruhig sagen. Not a problem.
Joel Kaczmarek (00:16.124) Okay.
High Five Leute, hier ist Joel. Guten Morgen nach Deutschland. Und ihr wisst, ich rede am Wisdom Wednesday immer mit extrem inspirierenden Menschen darüber, was denn die fünf Dinge sind, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten. Und heute sag ich euch, da wird das ja ein Riesending, weil die Frau, mit der ich spreche, hat A, selber gefühlt mehrere Karrieren gemacht, alle extrem erfolgreich. Und zum anderen sieht sie ganz viele berufliche und auch private Karrieren von anderen Menschen. Und da können wir natürlich fleißig vonzehren.
Und die Frau, die ich heute da habe, die kennt ihr alle, ist die liebe Judith Williams. Und ihr wisst, Judith ist ja in jeder Drogerie quasi zugegen, weil als Beauty-Unternehmerin ist sie ja in Kosmetik eine der Adressen in Deutschland, wenn nicht sogar Europa. Und als TV-Investorin kennt ihr sie ja auch bei Die Hülle der Löwen, natürlich aus dem Shopping-TV und und und. Aber ich sag euch, diese Frau ist ein Enfant terrible an Unternehmertum und an Inhalten. Und ich bin super gespannt auf sie, weil es gibt so ein paar Eigenheiten, die ich ganz spannend und irgendwie ...
Ich es bewundernswert, diese Sicherheit auf den Parketts sich zu bewegen. Ein gutes Gespür dafür zu haben, was ist hier angebracht, wie gehe ich mit Dingen Gefühlt immer eine Meinung zu Sachen haben, die auch irgendwie trägt. und einfach viel Erfolg. Und last but not least, eine Sache, ich spannend finde, vielleicht kommen wir da drauf, liebe Judith, dass sie einen ganz anderen Traum hat, als sie heute lebt, Opernsängerin zu werden. Und einen Traum zu begraben, eine riesige Leistung. Einen neuen zu finden und so zu verwirklichen,
Liebe Judith, ich bin heute sehr gespannt auf deine fünf Dinge und freue mich total, dass du hier bist. Hallo!
Judith Williams (01:44.382) Vielen Dank für diese schöne Einladung. Ich freue mich auch. Ich bewundere deinen Podcast sehr und die Leute, reinkommen, sind so inspirierend. Ich bin gespannt auf unser Gespräch. Yes, it is. We strive under pressure, don't we? Wo wir gleich beim ersten Punkt wären eigentlich. Bye.
Joel Kaczmarek (01:55.356) Ja, Pressure is on! Hastest du denn, äh, Harro- ja?
Yes. Ich werd immer gefragt. ja, ist das schon dein erstes Ding?
Judith Williams (02:12.342) Also wenn du lernst mit Pressure umzugehen, dann ist das eine totale Superpower. Weil man glaubt ja immer, wenn es unbequem wird, je, ich hab was falsch gemacht. Nee, du machst gerade alles richtig und das Leben stößt dich irgendwo auf etwas, wo du jetzt die Chance hast, das zu lösen und dem zu entwachsen. Ja, es ist nur die Frage, wie du es interpretierst. Und das ist mein erster Punkt, das Leben.
Ist davon abhängig, ob es gut oder schlecht zu dir ist, was ja viele sagen, ich habe so viel Pech gehabt in meinem Leben. Es ist eine Frage von Interpretation.
Joel Kaczmarek (02:48.988) Ich meine, interessanter Punkt daran, was bedeutet für dich denn zum Beispiel eigentlich Druck? Also bei welchen Dingen fühlst du dich unter Druck gesetzt?
Judith Williams (02:57.506) also manchmal habe ich Termin nicht, einfach Druck. Weil etwas, was ich wirklich noch überhaupt nicht gelernt habe, ist Time Management.
Ich weiß ob jemand da Bitte meldet euch bei Judith Williams. Ich werde sofort jeden Termin in meinem Kalender streichen, zu lernen, wie man korrekt und gutes Zeitmanagement Das ist wirklich, sag ich mal, ein schwieriger Step. Aber ich finde diese fünf Punkte, das finde ich so interessant, dein Konzept, die Menschen das zu fragen. Und ich habe mich gefragt, weil bei dir geht es ja auf 20 Jahre. Ich habe mich wirklich dann reflektiert und gesagt, mit 20 Jahren war ich völlig anders.
Mit 20 Jahren habe ich nur gesungen, war ich in meinem eigenen Tunnel, ich war mein eigenes Projekt und nichts mich herum hat gezählt außer meine Stimme. Und das, ich jetzt künstlerisch, ich jeder Künstler kann das wirklich nachvollziehen, weil du musst, diese Leistung auf der Bühne zu bringen, musst du in so einem überaus großen Fokus auf dich selber sein. Deswegen würde ich beinahe sagen, ich müsste mir die Ratschläge mit 25 geben.
weil da hat mein Leben mit Null angefangen und so ganz anders.
Joel Kaczmarek (04:13.837) Ich weiß das gar nicht bei dir in der Tiefe. Ich hab das immer nur so aus dem Kiel, er irgendwie mitbekommt, dass Singen bei dir aus irgendeinem Grund nicht mehr ging. Aber ich weiß gar nicht warum. Was war bei dir der Grund, dass du das Opernthema nicht verfolgen konntest?
Judith Williams (04:24.741) Das war ein einfacher gesundheitlicher Grund. Ich hatte einen sehr großen, Gott sei Dank gutartigen Tumor, aber sehr, groß an der Gebärmutter. Und das hatte dann danach eine hormonelle Komponente, wo ich Hormone einnehmen musste, die Möglichkeit zu haben, Kinder zu bekommen. Und ich hätte das wählen können oder nicht wählen können und ich habe diese Variante gewählt, obwohl ich damals 4,25 war und ich hatte jetzt nicht vor, sofort Kinder zu bekommen.
Aber ich habe das auch nicht so ernst genommen, weil ich hatte das Gefühl, I'm invincible. Weißt du, in dem Alter mit 20, 25, du denkst, kann nichts passieren. Ja, und du hast diese Naivität, meine Kraft habe ich in meiner Hand und nichts kann mir passieren. Und dann kam für mich einfach dieser große, große Absturz, dass mein Instrument, was ja als Sänger deine Stimme ist, überhaupt nicht mehr funktioniert hat. Und da war der erste Punkt, dass ich also
sehr deprimiert auf der Couch lag eigentlich für drei Monate und nicht aufgestanden bin und erst aufgestanden bin, als ich kein Geld mehr auf dem Konto hatte. Und mein Vater gesagt hat, ja du musst jetzt irgendwas machen, deine Miete zu bezahlen, weil ich werde sie nicht bezahlen. Und das war, auf der einen Seite habe ich das als hart und ungerecht interpretiert. Deswegen mein erster Punkt ist wirklich, das Leben ist das, wie du es interpretierst und so wird es dir dann auch geschehen. Und dann habe ich angefangen,
in einem Fitnessstudio zu arbeiten als Empfangsdame und habe da wahnsinnig viele Riegel und tolle Shakes verkauft, weil ich damals schon mich in die Schuhe meines Customers versetzt habe und habe das aber gar nicht gemerkt. Viele Dinge sind einfach dem Zufall entstanden und nachher in der Reflektion habe ich gemerkt, ui, da war was, das habe ich richtig gemacht. Intensiviere das und setz da deinen Fokus rein. So kam das.
Joel Kaczmarek (06:20.604) Vielleicht kann man das ja aus dem Nähkästchen plaudern. haben im Vorgespräch uns gerade drüber unterhalten, dass ich in Karlsruhe bei DM war und der ganze Laden ist ein Fan von dir und ich sage wieso, weil die Produkte so gut sind. Ja ja, das auch, aber das ist gar nicht das Ding. Und dann erzählten die die Geschichte, dass als du das erste Mal gelistet wurdest in ihren Märkten, dass du jedem Markt so eine Art QR-Code auf einem Zettel mitgeschickt hast, den die Mitarbeiterinnen fotografieren konnten und dann hast du denen so eine persönliche Grußbotschaft geschickt und auch so bisschen deine Überzeugung der Marke mitgegeben.
Und das ist, ich meine, wenn ich sage, dieses Gefühl fürs Parkett zu haben, zu wissen, dass das quasi die Menschen sind, die dein Produkt inszenieren und dass die auch am besten wissen, wie sie sozusagen dieses Produkt an den Mann und an die Frau bringen und dass deswegen so wichtig ist, diesen Kulturgedanken rüberzubringen, den du hinter deiner Marke hast, aber auch die Wertschätzung. Und da bin ich ja mal neugierig, ist das so ein bisschen diese Fitnessstudio-Zeit auch gewesen, wo du das so gelernt hast, so diesen menschlichen Draht zu haben, so im Sinne des Kunden zu denken?
Judith Williams (07:18.669) Ja, ich hatte in meinem Leben schon viele Chefs. Und man schaut, man ist ja wie ein Schwamm und du nimmst alles auf und du willst alles lernen. Vor allem wenn du, sag ich mal, in der Schule nicht so besonders gut warst. Ich war grauenvoll in der Schule. Also, to everyone out there who is not enjoying school life. Es gibt ein Leben danach. Und es ist auch gar nicht so schlecht. du bist so ein Schwamm und versuchst von allen dich herum zu lernen.
und die
Die Chefs, ich hatte, das waren Menschen, die nie, sag ich mal, Basis, zur breiten Basis, wem auch immer, selbst ob das die reine Machfrau gewesen ist oder was auch immer, die immer ein freundliches Wort für jeden im Unternehmen hatten und sich auch in ihre Lage versetzen konnten und vielleicht sogar kurz angehalten haben und haben gesagt, hey, wie geht's dir heute? Gibt's heute irgendetwas, was du mir sagen möchtest oder
Was würde deinen Job besser machen? Gibt es etwas, woran wir denken sollten? Und das waren immer Chefs, die unglaublich viel bewegt haben. Und dieses Mindset finde ich so interessant, nicht nur weil ich, ich habe lange in der Gastronomie gearbeitet als Bedienung und ich weiß, wie es ist, ich mal wirklich hart.
zu arbeiten. ich habe oft so hart gearbeitet, dass Freunde von mir gesagt haben, du bist so ein Workaholic, das kann nicht gesund sein. Und ich sag, ich bin kein Workaholic, ich bin hungrig. Ich bin so hungrig. Ich will dieses Leben leben und nicht ein bisschen, sondern mit allem, was es zu bieten hat, mit Saft und Kraft und herausfinden, wo sind die Limits und darüber will ich hinausgehen. That's the spirit. Und ich kann doch nicht nur bei meinen Freunde sagen, du musst aber auch mal chill und dies und das.
Judith Williams (09:09.871) ist mir aktuell not important, nicht wichtig für mich. Für mich zählt gerade was anderes und das geht, glaube ich, nur, wenn du immer sehr geerdet bist, wirklich geerdet bist und weißt, wo du herkommst und das nicht vergisst. Und gerade diese Leute, mean, their magic, die Verkäufer, die Salespeople, ist, kann, über die kannst du skalieren wie über kein anderes Tool.
Joel Kaczmarek (09:36.546) Ich glaube auch, jeden Unternehmer, den du fragen würdest, der einen gewissen Erfolg hatte, wahrscheinlich sagen, was ist die Nummer eins Geschichte, die du lernen würdest oder die du einstellen würdest, wenn und das wahrscheinlich neben KI immer verkaufen.
Judith Williams (09:49.414) Absolut. Heute sowieso mit TikTok Shop und allem Möglichen, man anschaut. Live-Commerce überhaupt. Und jeder hat ja auch was zu verkaufen. weiß, Anfang meiner Teleshopping-Karriere haben alle gesagt, ja, also das ist ja witzig. Du stellst dich da ins Fernsehen und dann erzählst du irgendwie vom neuen magischen Messer oder was es auch sein sollte. Und ich sagte, ja, but I can be proud of that. Hör mal, jemand, der damals noch im Karstadt oder so steht, der verkauft auch Bratpfannen.
Was ist daran schlecht? Sag es mir, ob du Zahnarzt bist, egal was du bist, jeder hat etwas zu verkaufen. Ob es Mindset ist, Gedanken oder haptische Dinge. Wir alle sind Verkäufer.
Joel Kaczmarek (10:33.62) Ich finde, da bist du erfrischend undeutsch, weil das erlebe ich bei vielen Deutschen, dass denen dieses, ach nee, ich kann das ja, ich kann auch jetzt hier nicht so von mir erzählen und ich kann auch jetzt nicht, dass hier so, das ist ja so unangenehmes Verkaufen. Ich weiß gar nicht, woran das liegt, warum wir das haben, aber da finde ich, kann man sich von der amerikanischen Seite was abschneiden.
Judith Williams (10:46.797) Ja, ich...
Also ich muss gleichzeitig sagen, ich liebe die deutsche Mentalität. Ich empfinde mich als sehr privilegiert, dass ich hier geboren worden bin. Ja, und für mich ist Deutschland, auch wenn ich nicht deutsch bin, aber eine absolute Heimat. Aber ich finde, wir haben uns eine Fake-Bescheidenheit erlaubt. Und die ist total Quatsch, weil sie ist limitierend.
Und ihr Deutschen habt so viel, worauf ihr in einer guten Form stolz sein kann. Dieses Wort Stolz ist aus eurer Vergangenheit so komisch geprägt. dürfen jetzt, auf allem diese Generation, wir dürfen das jetzt einfach zurücklassen und wirklich sagen, hey Erfolg ist etwas, was uns gegenseitig inspiriert und nicht was uns trennt.
Joel Kaczmarek (11:39.132) Wahrscheinlich hast du da einen Punkt, dass das noch so ein Erbe des Nationalsozialismus ist, dass wir halt sozusagen aus dieser Schuld raus, dieser Stolz auf das Deutsch sein, dass das so bisschen in so eine Schieflage ging. Also vielleicht hat das so einen kulturellen Umgang sogar. Und jetzt bin ich ja mal neugierig.
Judith Williams (11:53.362) Ich hätte eine Frage an dich, weil ich habe schon viele Leute diese Frage gestellt und die Antwort ist oft total überraschend. sage, wenn du zurückdenkst an die Geschichte Deutschlands und gleichzeitig dir die Frage gestellt wird, du deine
Entscheidungen etc. reflektierst auch in, sag ich mal, diese Themen, mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatten. Wie sehr hast du Angst, etwas Falsches zu sagen oder etwas Falsches zu tun, wenn es Stolz, Erfolg oder eigenen Nationalismus geht? Auf einer Skala von 1 bis 10.
Joel Kaczmarek (12:39.356) Das ist eine wirklich interessante Frage, das Lustige ist, ich glaube, ich war so eine Generation, ich habe so eine gewisse Trotzgeschichte bei mir gehabt. Als ich Teenager war, von oder dann angehender Zwanziger, hat mich immer genervt, dass wir sowas nicht haben. Ich fand das irgendwie immer ein bisschen bigott, dass wenn Deutschland im Fußballfinale irgendwo stand, dass dann der Corso irgendwie voll beflackt war und sobald das Ding weg war, wurde es wieder sozusagen zurückgezogen und gleichzeitig finde ich dieses andere Extrem, USA,
mit so, überall sind irgendwie Stars und Bagger zu. Das finde ich auch irgendwie krass, weil da fehlt mir manchmal so bisschen die Reflektion auf eine Geschichte. Das heißt, das ist ja gar nicht so sehr in beiden Richtungen. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, ich hätte jetzt eine 5 oder eine 6 als Wert wahrscheinlich gesagt. ich, also wenn ich mal über meinen Nationalstolz reden würde, ich glaube, ich würde den immer europäisch verankern. Ich glaube, ich würde immer sagen, ich bin stolz, ein deutscher Europäer zu sein. Weil sich ja damit auch Werte assoziieren und
Judith Williams (13:33.453) Mhm, mhm.
Mhm.
Joel Kaczmarek (13:37.444) Das finde ich manchmal, das ist was mich ehrlich gesagt an dem Rechtsdruck unserer Gesellschaft am traurigsten macht. Das heißt ja, dass ich auf einen Land, Kultur und eine Errungenschaft stolz bin, heißt ja nicht in der Konsequenz, dass ich mich isoliere und den europäischen Gedanken verliere.
Judith Williams (13:47.018) Genau.
Genau, genau. Und der europäische Gedanke ist wunderschön, aber nichtsdestotrotz haben wir eine deutsche Kultur, die man auch lieben darf. Und das ist, glaube ich, für euch sehr schwer zu beantworten. Und deswegen ist man immer so ein bisschen so, auch im Verkaufen, wie überschwänglich darf man sein, wie sehr darf man sich freuen, how crazy, how happy are you allowed to be?
Joel Kaczmarek (14:13.85) Du so süß, wenn du immer sagst, ihr, als was empfindest du dich denn?
Judith Williams (14:18.141) Ja, irgendwo empfinde ich mich schon.
ein bisschen auch eingedeutscht, aber im Herzen vielleicht, weil meine ganze Familie noch in Amerika ist und ich auch keinen deutschen Pass habe und ich so viele Jahre versucht habe, deutsch zu werden und das nicht ging. Jetzt wäre es seit, glaube ich, letztem oder vorletztem Jahr ginge es sozusagen, aber ich habe schon viel American Spirit, aber ich hoffe nicht diesen absolut Übertriebenen und ich würde mich als Europäisch, ich liebe Europa, ich bin wirklich ein ganz großer
Europa-Fan und ich hoffe, dass diese neue Generation, dass es der gelingt Europa im Geiste zu vereinen, auch in der Haltung, in den Werten, die wir als europäische Werte bezeichnen wollen.
Joel Kaczmarek (15:04.608) Ich finde es so süß, wo das immer deutlich wird, wenn du in Supermarkt gehst, in USA und in Deutschland und dann sagst du, how are you? Oder wie geht es Ihnen? Der Ami sagt ja dann immer, great, thanks, how are you? I'm fine, cool, thanks, what can I do for you? Dann ist das Gespräch vorbei und der Deutsche, der erzählt die Lebensgeschichte. Das ist immer geil.
Judith Williams (15:16.877) Ja, ja.
Ja, Small Talk. Small Talk, it's just connecting, finding out. Und selbst wenn einer sagen würde, I'm having a difficult day, but I'm getting through it, kommt immer gleich dahinter.
Joel Kaczmarek (15:34.237) Ja, das stimmt. Jetzt möchte ich noch mal ganz kurz deinen ersten Punkt angucken. Also das Leben ist das, wie du es interpretierst. Wie bist du denn aus dieser gefühlten Depression, von der du eigentlich gesprochen hast, drei Monate auf der Couch sein und dann monetär gezwungen sein, sich zu verändern? Gab's so einen Switching-Point für dich, wie du wieder in die Motivation gekommen bist? Wie du sozusagen ... Also ich hab ja im Intro erzählt, so den Traum verloren und einen neuen entdeckt. Was war da sozusagen dein Weg dahin?
Judith Williams (15:41.421) Ja.
Judith Williams (16:04.581) Vielleicht, das hört sich jetzt so platt an, aber I stopped feeling sorry for myself. Dieses Selbstmitleid und je, was für eine grauenvolle Situation und wie schwer ich es jetzt habe und es ist alles so traurig und es ist alles so schlimm. Das Leben ist so, wie du es interpretierst. Es ist einfach so. Oder ich hätte ja auch sagen können, wow.
Es ist die Wende meines Lebens da. Und jetzt wird es ganz anders und ich habe keine Ahnung, was auf mich zukommt. Aber eins weiß ich, I'm going to do my best. Und wow, wie aufregend. Was für eine Chance. Ich habe die Chance, ganz anders anzufangen.
Mein Leben wäre ja sonst so weitergegangen, hätte gesungen, blablabla. Great! Aber jetzt lerne ich nochmal was völlig anderes und ich werde überrascht werden. Und das kam nicht über Nacht, Gedanke, sondern das kam ganz, ganz langsam. Also zuerst war ich frustriert, weil ich quasi Empfangsdame im Fitnessstudio war. Aber nichtsdestotrotz ist mir in der Zeit dieser Satz begegnet. Bloom where you're planted. Blühe, wo du gepflanzt bist.
Und ich dachte eigentlich Judith, genau das ist es. Du hast jetzt hier diese Chance in diesem Fitnessstudio die beste Empfangsdame in Deutschland zu werden. Und wie würde die sein, wenn du dir die malen würdest? Die würde jeden mit Namen kennen. Die würde genau wissen, ob der gerade Fettabbau oder Muskelaufbau macht. Die würde seinen Shake schon vorbereiten, bevor er überhaupt dran gedacht hat. schon also total customer centricity schon leben und
Da habe ich gedacht, warum nicht das mal ausprobieren? Und so bin ich dann da reingegangen und habe einfach mir nicht erlaubt, meine 60.000 Gedanken, die ich jeden Tag habe, auf eine Frequenz zu schalten.
Judith Williams (18:00.785) die mich runterzieht. Weil das Leben ist so crazy und es wird genug Leute da geben, die dich runterziehen. Ich dachte, I have to be my own hero. Ich muss da einfach oben halten und nicht sagen, ich bin noch nicht da, wo ich hin möchte, sondern wow, ich bin hier, ich bin heute Morgen aufgestanden und bin zur Arbeit gegangen. Das ist zu feiern, egal wie klein oder wie groß ich das bewerte. Und das hat mir geholfen und einfach zu machen, auch wenn man manchmal steht man ja so an Stellen im Leben,
man denkt, weiß gar nicht, wo ich hingehen soll, was ich jetzt machen soll. Geh einfach irgendwo hin, mach halt irgendwas, was dich von der Couch runterzieht und dann kannst du navigieren, ja? Das kommt dann schon.
Joel Kaczmarek (18:42.96) Ich finde das total schön, weil auch was du am Anfang gesagt hast über Druck, ich hatte mal den Michael Ilgner zu Gast und Michael, war früher Profisportler und wurde dann der Chef der Deutschen Sporthilfe. Und dann ist er so eine richtig steile Karriere auch gegangen, der wurde irgendwie gegen die Beratung und dann ist der Personalschef der Deutschen Bank geworden, richtig auf Vorstandsebene. Und also der Witz ist natürlich daran, dass er beide Welten kennt, also Spitzensport ganz oben und Wirtschaft ganz oben. er gesagt, da gibt es ein paar Parallelen und eins davon war, dass er gesagt hat, das fand ich ganz, ganz spannend,
Und er meinte, Druck ist dein Privileg. Also wenn du manchmal ... Wenn du sozusagen an dem Punkt bist, oh Scheiße, hier das ganze Stadion schaut gerade auf mich, ich muss den Elfmeter versenken, das hast du dir erarbeitet, da hinzukommen, das ist sozusagen dein Weg. Und dann hat er mir beigebracht, dass er meinte, das Einzige, was du eigentlich auf dem Niveau noch optimieren kannst, und das ist so die Frage, ich auch mal an dich hab, ob du dich mit so was beschäftigt hast, ist Mindset. Weil ...
Judith Williams (19:15.757) ab.
Joel Kaczmarek (19:36.573) Talent hast du oder hast du nicht. Training kann jeder am Ende des Tages auch nur maximal 24 Stunden am Tag. Und dann kommt es halt aufs Mindset an. Und wie war das so bei dir? Hast du für dich so ... Also manche Sachen macht man ja im Autopilot. du gehst in dieses Fitnessstudio, arbeitest und du lernst Dinge und dann irgendwann guckst du so zurück und realisierst so hoppala, was denn da alles passiert. Und war Mindset so dieses Thema Einstellung für dich, mit dem du dann irgendwann aktiv angefangen hast zu arbeiten?
Judith Williams (20:02.643) Also ich kann mit aller Bestimmtheit sagen, die Umstände, aus denen ich quasi meinen Erfolg gebaut habe, waren jetzt nicht die Ideal Book Umstände. Alles habe ich mindset zu verdanken.
Ich habe mich sehr, sehr früh mit Mein Set auseinandergesetzt. Ich weiß noch, ich habe mit 16 ein Buch gelesen. Ich weiß gar nicht, ob es das heute noch gibt. Ich hoffe. Der Mann war der einzige Professor in Amerika für Liebe, für Love. Leo Buscaglia hieß der oder Buscaglia. Der war Italiener. Es gibt auf YouTube noch Videos und das sind ganz alte Videos, aber sie sind so gut und sie gehen und der Buchtitel war
Leben, lieben, lernen oder so. Mein Vater hat mir das Buch gegeben und hat gesagt, es ist Zeit, das Ich war glaube ich gerade nicht auf so einem super Weg unterwegs. Ich ein bisschen partymäßig unterwegs und er dachte wahrscheinlich, okay, ich brauche jetzt ein bisschen Deep Thinking. Ich war sehr schlecht in der Schule und wenn man schlecht in der Schule ist, dein Self-Esteem ja auch sehr low.
Und ich dachte wirklich, was soll aus mir werden? Ich muss mich so auf dieses Singen konzentrieren, weil sonst habe ich keine Chance, weil die anderen werden alles studieren. Ich weiß gar nicht, wenn ich in der Schule schlecht bin, bin ich wahrscheinlich auch beim Studieren schlecht. Und hatte also da wirklich keine gute Meinung von mir selber, außer dass ich wusste, ich habe diese Stimme und ich kann richtig gut singen. Und da funktioniert das alles gut. Und ich habe dieses Buch gelesen und es war für mich
Opening, mind blowing. Und ich glaube, dass Mindset die größte Verantwortung für jeden von uns ist. Denn deine Umstände bestimmen dich nicht, sondern wie du daraus empor gehst und wie du daraus aufstehst und sie überwindest, das ist das, was dein Leben bestimmen wird. Und
Judith Williams (22:09.005) Mindset, ist mein Thema und das ist auch das, wem ich überlege, was möchte ich in 30, 40 Jahren noch machen? I would like to give Mindset on, weil in dem Alter, glaube ich, hat man so viel zu sagen, so schade, das 80-, 90-Jährige, dass wir so wenig von denen hören, bis hin vielleicht auf Social Media. Aber Mindset is the biggest driving force, die du entwickeln kannst. Es gibt auch da ein ganz tolles Buch, ich weiß nicht, ob du das kennst, Growth Mindset von Carol Dweck.
diese Stanford-Professorin, die ja Kinder auch untersucht hat, welche suchen die schwersten Matheaufgaben raus und welche nehmen mehr und mehr immer die leichteren. Und es kommt darauf an, wie du mit ihnen gesprochen hast. Also alle kriegen am Anfang die gleiche Matheaufgabe.
Und denen, denen du sagst, hey cool, du hast eine richtig schwere Aufgabe, ausgesuchst, du kannst schwere Dinge tun. Cool, das reicht. Aber der Gruppe, der du sagst, boah, du bist so klug, du bist so hochintelligent, die suchen das nächste Mal eine leichtere Aufgabe.
Total interessant. Deswegen dieses Buch, das wird jetzt zu weit führen, es ist großartig und es beschreibt genau, was ein Growth Mindset ist. Also damit befasse ich mich stark und lerne viel.
Joel Kaczmarek (23:30.044) Das werde ich mal durchlesen. Also ich kannte den Titel bisher, aber ich ertappe mich gerade dabei, wie ich meine Kinder lobe. Dann dachte ich so, das werde ich mal überarbeiten.
Judith Williams (23:38.445) Ja, ja, ich habe auch gedacht, nein, können wir nicht noch mal von vorne anfangen. Was habe ich alles falsch gemacht? Aber ich glaube, das ist so ein Elternding, das hat man sowieso.
Joel Kaczmarek (23:49.085) Ich habe noch eine Frage zu deinem ersten Ding, bevor wir uns langsam dem zweiten nähern. Du hast eben erzählt gehabt, dass du dich so sehr mit deinem Instrument auseinandergesetzt hast und dass du findest, als Künstlerin ist es wichtig, dir selbst nah zu sein. Wie schaffst du das, dem Thema Bühne umzugehen? Also in Kontakt mit Publikum zu sein und auch trotzdem real zu bleiben?
Ich ertappe mich dabei, wenn ich sozusagen zu Medialarbeit, auch jetzt hier in so einem Studio, weißt du, tausend Lichter, man inszeniert sich in einem bestimmten Winkel, man will, dass die Leute einen bestimmt wahrnehmen, Sozialerwartungen und so weiter. Wie gelingt dir das, dass du natürlich bleibst und dass du mit so einem Publikum interagierst auf die Weise, wie du das machst?
Judith Williams (24:27.334) ich muss mich outen.
Ich habe so eine Stage fright, das kannst du dir nicht vorstellen. Das bevor ich auf die Bühne gehe und ich gebe wahnsinnig gerne Keynote Speeches, aber ich bin Wochen davor ungenießbar, weil ich so eine Stage fright habe. Und ich habe alles mögliche schon versucht, Breathwork und weißt du diese üblichen Dinge, die dir jeder Coach sagen würde. Und ich sag mal, es hilft zehn Prozent.
Ja, ungefähr. Aber das, was mir am besten hilft, und jetzt werden vielleicht einige sagen, die ist ja eine totale Esoteriktante, ist mir total egal, es hilft mir. Bevor ich auf die Bühne sage ich so was wie, liebes Universum, lieber Gott, wer auch immer, lass mich ein Instrument sein, dass das, was ich lernen durfte, ich zum Wohle aller heute in einer Sprache transportieren kann, die
Menschen hilft, sich selber besser zu reflektieren und nach vorne zu bringen. That's it. Let me be an instrument. Und dann gehe ich und manchmal weiß ich gar nicht, so aufgeregt bin ich, weiß ich gar nicht, wie ich auf diese Bühne komme. Und ich stehe da und ich stelle mir einfach so einen Hut vor, der bis in Himmel oder wo auch immer reist, sagt, liebes Universum, hilf mir jetzt, meine Gedanken zu finden.
Und dann leg ich los und nach der Speech, weiß ich so ungefähr, aber ich weiß nicht, es gut, war es nicht gut oder so, weil ich wirklich so aufgeregt bin und keiner merkt es. Das ja auch nochmal. Du kriegst auch keinen, ach du Arme oder so. Alle waren so, war doch ganz gut, war doch gut. Ja, really war es gut. So I'm a little esoterisch vielleicht da drin oder energetisch oder I just believe, dass uns herum irgendetwas ist, wenn du sagst, okay, ich möchte hier sein, anderen auch zu
Joel Kaczmarek (26:10.076) Mh.
Judith Williams (26:27.407) helfen, weil was ist eigentlich Ruhm? Meine Bekanntheit. Wem bringt die was? Die bringt doch niemandem was, irgendwo erkannt zu werden. Weißt du, was bringt das? Außer ich kann damit irgendjemand inspirieren oder seinen Tag besser machen oder irgendeinen Punkt anbringen. Das ist das Einzige. Weil das wird, kann auch morgen so schnell vorbei sein, dass Judy Williams plötzlich not schick oder sonst was ist. Deswegen musst du da schon tief in dir dafür ruhen.
Joel Kaczmarek (26:57.006) Ich finde es total schön und es überrascht, also A, die Stage Fight überrascht mich total, wird man bei dir beileibe nicht denken. Und ich glaube, das erdet für ganz viele Menschen. Und wir sagen mal es esoterisch ganz schnell dazu, was hier so leicht abfällt. Ich finde das eher spirituell, weil da steckt ja einerseits so was Manifestierendes drin. Und ich glaube, das andere, was noch viel wichtiger ist, ist dieses Verbindende mit Menschen. ich glaube, dass sich Universum viel darum dreht, dass wir alle miteinander verbunden sind. Und das geht irgendwie manchmal so verloren in so einer Ellenbogen-Gesellschaft. Aber wenn man so energie...
Judith Williams (27:11.053) Ja.
Judith Williams (27:25.901) Ja.
Joel Kaczmarek (27:26.684) energetisch sieht, glaube ich total. Und dann finde ich, lass mich ein Instrument sein. Ich finde das ehrlich gesagt sogar genial mit Blick auf deine Geschichte. Also, meiste Stimme, Instrument, Verbindung lernen und so. Finde ich richtig super.
Judith Williams (27:41.643) Echt, schön. Das freut mich. Das freut mich.
Joel Kaczmarek (27:44.38) Ja wirklich, wie bist du darauf gekommen? wie hat dich das entdeckt?
Judith Williams (27:48.166) Ja, ich hatte ehrlich gesagt einfach keine andere Wahl, weil ich wollte das unbedingt lernen. Also ich bin auch eher als Mensch wirklich schüchtern. Alle lachen immer, wenn ich das sage, aber ich glaube, dass jeder Mensch insgeheim eigentlich schüchtern ist und wir müssen uns überwinden.
zu bewegen. ich habe andere Kino-Speaker gesehen, habe gedacht, ich will das auch tun können. Ich glaube, ich habe auch was zu erzählen, nicht weil es dabei mich geht, sondern mir liegen einfach Menschen so sehr am Herzen. Und dann war für mich die Frage, was muss ich lernen, damit meine Erzählungen im Leben von anderen eine Bedeutung haben können, sie auch vorwärts zu bringen. Und dann muss ich das überwinden. Und ich hatte einfach keine andere Chance. Ich hatte alles ausprobiert und dann habe ich irgendwann
Ich glaube, meine Mutter hat das gesagt. hat gesagt, if nothing helps, say a prayer. In Amerika sprechen wir immer in Gebet. es nicht geht, dann okay, we have to say a prayer. Das ist wie so ein kleines Prayer und auch etwas, was ich glaube ich
wirklich elementar finde, aber vielleicht sprechen wir beim zweiten Punkt, wahrscheinlich schon darüber, ist einfach zu wissen, dass das Leben ist ein Fluss. nicht dagegen kämpfen, sondern da drin zu. Als mir das passiert ist, habe ich einfach gedacht, okay, ich nehme jetzt was kommt und versuche daraus das Beste zu machen. Und das kannst du natürlich noch mal potenzieren und weiterführen.
Joel Kaczmarek (29:17.826) Es ist komisch, wie es solche universellen Wahrheiten zu geben scheint. Dieses Go with the flow, ich weiß echt genau, was du meinst. Wenn man sich manchmal in abkämpft und dann wirkt alles auch so verbissen und dann klappt es erst recht nicht. Da geht es auch so Anziehung, ich. Was man anzieht und anziehen will. Hast du vollkommen recht. Wenn wir über sowas schon reden, hast du jemals so eine Form von Imposter in deinem Leben? Gab es sowas bei dir auch oder bist du da gefreut vor?
Judith Williams (29:22.925) Ja.
Judith Williams (29:31.501) Mhm. Mhm. Ja.
Judith Williams (29:45.747) Wenn es mir nicht einfällt, dann hatte ich es nicht. Kann sein, dafür hatte ich genug andere Sachen zu erledigen. Ist eben klar, one thing ist an mir vorbei gegangen.
Joel Kaczmarek (29:52.252) Haha.
Joel Kaczmarek (29:57.149) Ein Kelch, ne, der einpassiert. versteh ich. Na gut, dann bin ich ja mal neugierig. Also du hast schon gesagt, bei deinem zweiten kommen wir dazu. Was ist denn so dein zweites Ding?
Judith Williams (30:06.695) So, mein zweites Ding ist, life happens for you and not to you. Das ist eine ganz andere Energie. Wenn man das Gefühl hat, man ist Opfer seines eigenen Lebens, zu welcher Schule man ...
hingesteckt worden ist, welche Lehrer man erwischt hat, die jetzt positiv oder negativ auf einen eingeflossen sind, welchen Job man plötzlich hat, gar nicht, hätte ich doch den anderen genommen. Life happens for you, not to you.
Und da sagt ganz viel dann darüber aus, wie du mit den Dingen umgehst, weil du aus der Betrachtung rausgehst, wie schlimm was ist mir da passiert zu, wow, was will mir das sagen und was sagt meine Reaktion über mich selber aus.
Kann ich das anders sehen? Kann ich wie ein Radio sein, das eine andere Frequenz einstellt? In dieser sehr brenzligen Situation oder in dieser unzufriedenen Situation kann ich einen Shift of Mind haben und das Ganze anders sehen. Und das ist mit 25 manchmal nicht ganz einfach oder auch mit 20 nicht ganz einfach.
Joel Kaczmarek (31:25.04) stockt ja total charmant an deinen ersten Punkt an und dann ist ja so ein bisschen die Frage, steckt da so ein bisschen auch Spiritualität hinter, also dieser Gedanke, so es gibt einen Plan und also da können wir auch gleich mal drüber reden, was so deine Überzeugung ist, was passiert, wenn wir hier von der Erde gehen, weil ich finde, das was du gerade gesagt hast, entfaltet ja nochmal eine ganz andere Wucht, wenn man davon ausgeht, dass wir mehrmals hier sind. Also, dass du vielleicht nochmal reinkarniert wirst, nach dem Motto.
Judith Williams (31:50.986) Ja, ich hoffe, ich darf noch mal kommen. Dann würde ich viele Dinge vielleicht versuchen, noch mal anders zu machen oder früher anders zu machen. Aber wenn du darüber sprichst, ich hatte ja und das ist jetzt really, really deep talk. Ich teile was sehr Persönliches und ich teile es, weil ich weiß, ich bin nicht alleine. Und das es vielleicht viele tröstet, die was ähnliches erlebt haben. Mein Vater hatte ja 15 Jahre Alzheimer.
Und wir haben den zu Hause gepflegt. Und als wir gemerkt haben, das werden jetzt seine letzten Tage, dann habe ich ja die Dreharbeiten von Höhle der Löwen abgesagt und verlassen. Schwer an Herzen zwar, ich liebe diese Show und ich liebe die Leute, mit denen man da arbeiten kann. Aber das war für mich meine oberste Priorität, diese Zeit bei meinem Vater sein zu können. Und das hat mich nachhaltig geprägt und wirklich mein Leben nochmal total
bereichert, dass ich das erleben durfte. Und das waren acht Tage.
ganz viele Menschen, die das beruflich machen, die werden das so oft erlebt haben. Aber für mich war es eben das erste Mal. Und dann auch beim eigenen Vater hat das einen Impact, obwohl es für jeden von uns ganz normal ist. Wir alle wissen, wir werden unsere Eltern mal verlieren. Und man weiß es aber nicht, bis es einem passiert. Und acht Tage zu sehen, wie ein Mensch sich aus der Seele, die du kennst, zurückzieht.
konzentriert, kondensiert und nur noch dieser Körper übrig bleibt. Das war unglaublich und das war jeden Tag ein Stück weiter, aber wir haben das ganz liebevoll begleitet und haben die Kinder haben noch Lied, das ist very personal was ich teile, aber
Judith Williams (33:48.04) Man hätte es auch ganz anders sehen können. Die Kinder haben nochmal mit ihren Instrumenten sind sie reingegangen. Wir haben Lieder gesungen. Und so stelle ich mir das in einigen Naturvölkern vor. Und das können wir von denen lernen. Wie begleitest du jemanden, wenn er sich verabschiedet von dieser irdischen Welt? Und eins glaube ich auf jeden Fall. Wir sind Seelen, die im Körper eine irdische Erfahrung machen.
Und das ist nicht, dass ich das glaube. Ich weiß es. Ich spüre das in mir. Ich weiß, dass wenn wir weitergehen in eine andere Welt, und das hat mich sehr getröstet, aber ich habe es auch gespürt und gesehen, als mein Vater dann verstorben war, dann dauert das ja, bis die kommen und die Leiche abholen etc. Die Energie in dem Raum ändert sich completely. Das ist un, un...
Und das hat mich nach Haltig geprägt und es war eine wahnsinnige Erfahrung.
Joel Kaczmarek (34:46.78) Es ist so beweglich, ich weiß gerade gar nicht, adäquat ist, danach zu fragen. Ich lasse das jetzt mal so eine Sekunde kurz wirken.
Judith Williams (35:00.245) Und ich kann vielleicht noch was dazu fügen. Es ist nichts, wovor wir Angst haben müssen. Und es sollte in absolutem Frieden und Trust und Vertrauen sein. Egal, was gewesen ist. Und wenn du dir selber... Ich glaube, das Problem ist, man nicht, sag ich mal, verstirbt in ein... Sterben kann ja manchmal auch schmerzhaft sein.
Das war es in unserem Fall nicht, aber nur, weil alles vergeben war. Alles was vielleicht ich meinem Vater, man kann ja immer seinen Eltern sauer sein für, warum haben meine Eltern das nicht gemacht mit mir und er das gemacht.
Und wir hatten alles vergeben, alles gesagt und es durfte nur noch Liebe da sein. Und ich meine wirklich vergeben. Es gibt nichts. Ich danke meinen Eltern, dass sie mich einfach auf diese Welt gebracht haben, weil ohne sie gäbe es mich nicht. Fertig. There's not more to say. Sie haben so viel Gutes getan, aber es gibt immer Dinge, die du sehen kannst, die schlecht waren. Und somit hast du dann ...
dieses weiche Gen und Gott sei Dank, keine Schmerzen da sind, dann ist das auch was anderes. Da gibt es ganz andere Krankheitsbilder. Aber deswegen fühle ich mich sehr gesegnet und sehr bereichert dadurch.
Joel Kaczmarek (36:19.606) Wie hast du deinen Vater erlebt? Also was war das für eine Stimmung, für ein Gefühl, dem er da war, wenn da seine Enkel sitzen und singen, wenn langsam irgendwie so Ruhe einkehrt, wenn sich alles zurückzieht? Wie wirkte der auf dich?
Judith Williams (36:33.945) Der war natürlich sehr schläfrig. Und in diesem Krankheitsbild ist es ja so, dass nicht mehr gegessen, nicht mehr getrunken wird. Aber was unglaublich bewegend war, und ich habe mir das danach in ein Schmuckstück eingravieren lassen, war am, ich glaube, es war der fünfte oder sechste Tag, nachdem er nichts mehr gegessen und nichts mehr getrunken hatte, kam der für eine
Kleine Sekunde hat er wie all seine Kraft zusammengenommen und hat mir ganz leise in mein Ohr geflüstert. Be happy!
Joel Kaczmarek (37:14.3) Och Gott. Sehr zucka.
Judith Williams (37:17.076) Und der sagt
Judith Williams (37:25.234) Sagt alles. Sagt alles über das Leben aus.
Joel Kaczmarek (37:33.142) Danke, dass das mit mir geteilt hast. Voll schön. Voll schön. Wie ist denn dein Leben danach jetzt anders? Hast du einen anderen Zugang zu dem, was du tust und wie du durch die Welt gehst mittlerweile?
Judith Williams (37:46.702) Ich bin weicher geworden. Ich war echt davor so eine harte Nuss zu mir und ich glaube, wir Frauen sind das häufig. Not skinny enough, not beautiful enough, not performing enough. Dieses alles, was wir nicht sind. Wir fokussieren auf alles, was wir nicht sind. Und diese zwei kleinen Worte. Be happy.
Ich dachte, ja, warum immer das? das hat mir beinahe wie einen Schalter umgelegt, wesentlich weicher zu mir zu sein und nicht immer in diesem Vergleich. Bin ich so gut wie die? Und schau mal, was die schon wieder geschafft hat. ich habe ja zwei jüngere Schwestern und bin immer im Connecting. Ich liebe wirklich diese Schwesternschaft. Nichtsdestotrotz habe ich gelernt,
Hey, wenn du nach vorne willst, du musst einen gewissen Biss mit dir selber haben. Und das kann so schmerzhaft sein und das loszulassen. Und dann bist du noch mehr in diesem Fluss. Ich bin weicher geworden. Es ist mit mir selber einfacher geworden und dafür bin ich total dankbar.
Joel Kaczmarek (39:04.046) Das ist ja eine ganz spannende Frage, weil ich bin ja auch in so einer Hustle-Kultur umgeben auf der Arbeit. Ist es denn möglich, sozusagen weich zu sich zu sein und trotzdem erfolgreich? Weil viele haben ja genau diese Überzeugung, so nach dem Motto, ich muss immer über die Grenze gehen, ich muss alles geben, ein Meter mehr und so weiter und so fort. Also würdest du sagen, dass du trotzdem die Performance auf die Straße bringst, obwohl du nicht so hart zu dir bist?
Judith Williams (39:09.291) Ja.
Judith Williams (39:28.621) Don't mistake, be happy oder sei gut zu dir selber, mit lethargisch zu sein. Ich habe das überhaupt nicht damit gemeint. Es ist eine Haltung. Es ist eine Haltung. I hustle. Ich gehe über meine Grenzen hinaus, weil es mir Spaß macht. Ich habe gelernt, schwere Dinge zu tun. Ich habe gelernt, mein Mindset so zu programmieren und das war eine riesenlange Journey. Very painful, Aber immer wenn ein
Joel Kaczmarek (39:36.7) Ja, okay.
Judith Williams (39:58.962) vermeintliches Problem auftaucht, zu sagen, hey hurra, ein Konflikt, hurra, eine Aufgabe, die auf mich zukommt und sich da drin zu programmieren, dass das was Großartiges und was Wunderbares ist. Aber die Haltung dahinter darf immer eine liebevolle sein, weil du bist wie ein Diamant, den du schleifst, den du liebkost, den du jeden Abend wieder abstaubst vom Tag und stellst den hin, sagst, morgen bin ich wieder bei dir, morgen geht's weiter.
Joel Kaczmarek (40:29.34) Ich hab mir das gerade aufgeschrieben. Be happy und hustling, dann nenne ich das jetzt happy hustling. So happy sein und trotzdem hustling.
Judith Williams (40:30.637) Weißt du? Ja?
Judith Williams (40:36.845) Happy Hustling! Maybe you inspired me zu einem Podcast, den ich machen sollte. Happy Hustling! Yes!
Joel Kaczmarek (40:45.756) Gefällt mir, gefällt mir.
Judith Williams (40:47.961) Genau das ist es. Es so so true. Es ist immer die Haltung dahinter. Das Leben geht sowieso rauf und runter. Put sugar on it. Give a little bit of a smile da rein. sonst, weißt du, diese Bitterness, die dann innerlich entsteht, die ist nicht gut, die tut uns nicht gut. Und außerdem einfach auch zu verstehen, hey, you are not trying to become better than anyone else.
Du wirst, egal wie hart du arbeitest, nicht in dieses Ich bin besser als die oder Ich bin besser als der. No! Wir sind alle in einer Journey. Und hallo, wie viele Milliarden, Billionen Menschen sind auf der Welt? You're not gonna be the best. Get over it! Der Spirit ein bisschen.
Joel Kaczmarek (41:32.152) Ich war gerade im Begriff, dich das zu fragen. als du auch erzählt hast, du Schwestern hast, bei Schwestern oder Geschwistern ist ja auch oft hier, wer kriegt die meiste Liebe von Mama und Papa, wer kriegt das größte Schnitzel und so. Also, wie gelingt dir denn das, das loszulassen, hustling zu sein, aber nicht im Vergleich und nicht im Ehrgeiz und nicht... Also den Fehler hab ich garantiert auch gemacht. Wie schaffst du das?
Judith Williams (41:54.606) Den machen wir alle. Den machen wir alle. Und wenn wir das mal analysieren. Also du hast jemand in deinem Umfeld, der irgendwas besser schafft als du. Und du beginnst dich zu vergleichen, welches Gefühl entsteht in dir. Eine Minderwertigkeit. Oder du betrachtest das und sagst, wow, einer hat das geschafft. Wenn die das schafft, kann ich das auf meine Art und Weise tun. Oder er das schafft.
Und deswegen ist es eher ein Hunger am Leben ohne Vergleich mit anderen.
sondern Inspiration. Menschen werden uns geschickt, die uns Bilder aufzeigen und dieses Bild soll uns etwas sagen oder uns die Fähigkeit geben, Dinge zu sehen, die wir zuvor vielleicht nicht gesehen hätten, ohne diese Person. Und die sind nicht da, uns mit denen zu vergleichen, sondern sie sind da, uns einen Weg zu zeigen, der funktioniert oder nicht funktioniert hat, zu reflektieren.
Ist das a part of me oder ist es nicht a part of me? Hey, ich möchte da auch hin und was müsste ich da zu tun? Und wenn du das hast, kannst du es einfach ganz schnell ablegen, nicht vergleichen. Extrem wichtig.
Joel Kaczmarek (43:07.928) Es ist so eine der einladendsten und gleichzeitig tiefsten Fallen, in die man treten kann, glaube ich.
Judith Williams (43:14.845) Ganz sicher, ganz, ganz sicher. Und die spiralt, wenn man nicht aufpasst. Und es kann auch sein, dass man einen Freund oder eine Umgebung hat von einem, der das so triggert bei dir, dass du dich eine Zeit lang zurückziehen musst, damit du einfach kurz durchatmen kannst und deinen Wert wieder spüren kannst.
Und dann sagst du, ok, das hat aber nichts mit dem anderen zu tun, ist nur in mir der Trigger, bis ich wieder so stark bin, dass ich in seiner oder ihrer Präsenz wieder ich selbst in meiner eigenen Wertschätzung sein kann.
Joel Kaczmarek (43:51.997) Versteh ich total, was du meinst. Ich hatte mal ein Medium, die hat zu mir gesagt, weißt du, Joel, alle wir Wesen, hier noch inkarnieren, wir sind jetzt auf der Leiter des Universums, sind wir nicht gerade hoch, das kann ich dir sagen. Da gibt es sozusagen noch ganz andere Ebenen. Also sollten wir mal aufhören, uns hier die ganze Zeit gegenseitig zu bewerten. Dann hab ich gedacht, okay, das ist irgendwie dankbar. Wir sind alle noch hier, dann sind wir alle so, okay, same, same.
Judith Williams (44:05.965) Das klappt.
Judith Williams (44:14.629) Ja, und wir sind echt nicht so wichtig, wie wir es glauben. Das ist nicht so.
Joel Kaczmarek (44:16.892) Ja, stimmt, Das ist charmant, weil dein zweiter Punkt, der lockt auch so richtig schön mit deinem ersten ein. Also finde ich ganz faszinierend und bin jetzt natürlich umso gespannter auf dein drittes Ding.
Judith Williams (44:30.753) So, wenn du dein Leben betrachtest als ein Projekt, und das hat man mit 2025 noch nicht so ganz auf dem Schirm. Man will eigentlich ausprobieren oder dieses oder jenes. Aber dein Leben ist dein allerallergroßes Projekt und deswegen nimm es ernst. Nimm es wirklich ernst, aber immer mit einem lachenden Auge. Und
Die Magie beginnt, wenn du ja in deiner Kraft bist. Und deswegen erlaube dir ganz viel auszuprobieren, wenn du jung bist. Du musst nicht gleich, dass deinen Karrierenweg so gepflastert haben, dass du ich ändere nichts. Das war in meiner Generation so extrem, wenn du angefangen hast Medizin zu studieren und es hat dir nicht gefallen, hast plötzlich gemerkt, boah, das ist überhaupt nicht mein Ding, dann war das eine Tragödie zu wechseln.
Ich hoffe und ich glaube und ich sehe es, es ist heute anders.
Aber wenn du dein Leben als ein Gesamtprojekt siehst, was nicht nur jetzt die nächsten 10, 20 Jahre ist, sondern du sagst, hey, wie will ich mit 50 über mein Leben sprechen? Welche Anteile sollen da drin sein? Soll da Platz für Familie gewesen sein? Welches Verhältnis möchte ich mit meinen Eltern haben? Welches Verhältnis mit meinen Kindern? Wo will ich im Job stehen? Weißt du, so eine Vision Board zu machen?
Wie wird mein Leben mit 50 sein? Welches Mindset wird dahinter sein? Welche Haltung? Das ist eher ein unternehmerisches Denken für dein Leben und daraus baust du dann die Strategie.
Joel Kaczmarek (46:13.254) Es gibt ja dieses schöne Buch von John Strzelecki, The Big Five for Life. der vergleicht das mit so einer Safari, was sind die großen fünf Dinge, die du gerne erlebt haben möchtest und denkt dann am Ende, wenn du sozusagen oben bist, dann hast du wie so ein Museum, dann gehst du durch diese Räume durch und kannst dir quasi dein Leben in Bildern angucken. Und ich finde immer ganz lustig, es klingt so ein bisschen antiseptisch als Wort, aber der nennt das dann immer, brauchst, du hast so ein ZDE, einen Zweck der Existenz. So.
Judith Williams (46:17.485) Mhm.
Judith Williams (46:30.589) Ja genau.
Judith Williams (46:38.925) Genau, ein Grund warum.
Joel Kaczmarek (46:43.045) Was ist es so bei dir, wenn du sagst, dein Leben ist dein allergrößtes Projekt? Was ist so dein Zweck der Existenz?
Judith Williams (46:49.757) Also für mich ist es, ich liebe einfach Menschen. Ich liebe zu verstehen, hey, wie bist du da hingekommen? Warum bist du da? Und sich auszutauschen. Vielleicht weil ich zwei jüngere Geschwister habe und immer auf die aufpassen musste, was mich damals genervt hat. es ist etwas, was ich total liebe.
Und ich finde Menschen einfach wahnsinnig interessant. ohne Bewertung und dieses nicht zu bewerten, ob jemand gut oder schlecht ist, sondern es einfach nur zu sehen und daraus zu lernen. Also wir sind doch so eine Inspiration füreinander, egal ob jemand erfolgreich ist oder nicht. Ohne Bewertung. Ohne Bewertung.
Das ist so für mich mein Reason why. wenn ich überlege, wenn ich mal, sag ich mal, nicht mehr im operativen Geschäft tätig bin etc. Was mache ich dann? Ich würde mich wahnsinnig gerne immer mit Menschen umgeben und immer irgendwie helfen und wenn es keine Ahnung eine Suppenküche ist oder mit Teenagern arbeiten oder irgendetwas. Einfach mit Menschen sich umgeben, wo du irgendwas tun kannst, was sinnvoll ist.
Joel Kaczmarek (48:02.828) Ich hatte eine Podcast-Folge zum 10-jährigen Jubiläum. Dann hab ich umgedreht. Ich hab gesagt, ich lad mir Leute ein, die spannende Sachen mit mir gemacht haben. Und einer kam dann an und hat gesagt, okay, pass mal auf, wenn ich dir diese Folge gestalten darf, dann entscheid ich jetzt, was hier läuft. Ich möchte, dass du mir folgende Fragen beantworten lässt von deinem besten Freund, deiner Mama, deiner Frau usw. Dann hab ich meiner Mutter diese Frage geschickt. dann war ihre Antwort das Gleiche, gesagt hast, ich glaube, Joel liebt die Menschen.
Und deswegen macht er gerne Dinge. Das fand ich total süß, weil ich dachte, mein Gott, wie recht ihr habt, woher weiß ihr das? Also eigentlich möchte man meinen, deine Mutter sollte dich sehr gut kennen, aber da hab gedacht, das ist ja wirklich on point. Und gleichzeitig sitz ich manchmal da und denke so, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich merke ja, wenn ich in Interaktionen bin mit manchen Menschen, das so, da mach ich hinterher manchmal in meiner Podcast-Datenbank so ein Sternchen hinter, das war ein Highlight. So ein Austausch hat mir irgendwas gegeben.
Judith Williams (48:34.509) Tschüss!
Judith Williams (48:42.989) Ja.
Joel Kaczmarek (48:57.744) Und das hat nicht damit zu tun, mit wie vielen Millionen hast du oder wie riesig war gerade die Weisheit, sondern manchmal ganz andere Dinge. Und das ist genau wie du sagst, das kann der Müllmann sein, das kann irgendwie der Hausmeister sein, das kann der Top-Level-CEO sein oder die TV-Bekanntheit. Hast du für dich so, weißt du, was so die Momente sind, die dich immer inspirieren mit Menschen, also was so deine magic Moments sind, was das ausmacht?
Judith Williams (49:21.773) Ich glaube, ist unvorhersehbar. Du denkst ja manchmal, ich treffe jetzt den und den und das wird so und so. Und dann triffst du die Person und es wird ganz anders. Und dann wird zum Beispiel morgens der Müll abgeholt. da ist, ich hatte mal eine Situation hier in München. Da hatte mich der Georg Kofler zu HSE hier gebracht.
Und ich habe hier in München niemand gekannt. Ich bin in einer Nacht- und Nebelaktion mit meinem kleinen Fiat Seicento hier nach München eingefahren, mit Blick auf den Friedensengel, diesen wunderschönen Friedensengel und habe echt niemand gekannt. Und ich hatte am Anfang wirklich Schwierigkeiten, Freunde zu finden. Mein Business war very competitive. Ja, da war nichts so. Die Kollegen gehen nach der Arbeit noch einen trinken. Das gab es hier überhaupt nicht. Ich kam ja aus Köln. Das ist auch als Stadt völlig, völlig anders.
Die Kölner, da bist du sofort irgendwie, lernst einen im Fitnessstudio kennen und hast gleich irgendwie einen ganz netten Freundeskreis. Das war hier in München total anders. Und ich hatte Geburtstag und dachte, was mache ich an meinem Geburtstag? Ich kenne niemand, ich kann noch nicht mal. Da habe ich eine Arbeitskollegin gefragt, ob sie Lust hat, mir essen zu gehen. Und die hat gesagt, nein, sie hat keine Zeit, weil sie hat irgendein Family Event oder was, gut. Da dachte ich, okay, was mache ich?
Ich gehe ins Kino. Ich gehe einfach mit mir selber ins Kino. Und ich stand an der Kasse und wollte meinen Popcorn und meinen Coke bezahlen. Und neben mir war so einer. Kennst du noch Erkan und wie hießen das Comedy? Erkan und Stefan. Also in Person Erkan und Stefan lebend. Stand neben mir mit seiner Freundin. also ein so sympathischer Türke.
Joel Kaczmarek (51:03.9) Viel Spaß!
Judith Williams (51:17.885) Und er sagte, bist du alleine? Und ich sagte, ja. Und ich habe heute Geburtstag. Nee, nee, nee, Moment, sorry, sorry, falsch rum, falsch rum. Er hat gesagt, ja, bin ich. Und fand das so ganz komisch. Und er sagte, ja, weißt du was, du hast eine gute Energie, ich will dir deinen Popcorn kaufen. Ich zahle das von der Frau da mit.
Und ich dachte, how strange. Und habe ich gesagt, nein, nein, du zahlst auf gar keinen Fall mein Portemonnaie. Ich dachte, Lady, chill. Wenn ich sage, ich zahle, dann zahle ich. So really man vibes. Ich dachte, okay, I'm not going to interfere. Und plötzlich, mein Herz war so, and it's my birthday.
Joel Kaczmarek (51:57.18) Hahaha
Judith Williams (52:00.486) Und das war so ein zauberhafter Moment irgendwie. dachte, so ein Typ, war bestimmt, ich sag mal, fünf Jahre jünger als ich. Und ich hatte damals im Fernsehen schon gut verdient. Aber es war ihm wichtig. Er hat gesagt, du hast eine gute Energie. Irgendwie keine Ahnung, wie der dazu kam. It was my birthday present. Und so kleine Sachen, das sind so Sachen, die sind inspirierend, die sind einfach cool. Und die passieren irgendwie einfach so.
Joel Kaczmarek (52:28.346) Aber ich wusste zum Beispiel auch gar nicht, dass Kofler dich sozusagen groß... Es muss ja für dich voll die lustige Reunion gewesen sein, als du dann auf einmal neben ihm auf diesen Stühlen da bei Höhle der Löwen saßt. Da musst du ja mal...
Judith Williams (52:38.361) Ja, also der Georg hatte mich im Teleshopping gesehen und dann hat er da seinen Chef anrufen lassen und ich dachte, my goodness, Georg Kufler ruft? Da fährst du doch mal hin. Und der hat mich eigentlich zur HSE gebracht.
Und bei HSE habe ich ja dann auch meine eigene Kosmetiklinie gegründet und dann später die Firma, die dazu gehörte, übernommen und so weiter und so fort. Und der Georg war immer ein ganz, ganz wichtiger Begleiter. Und dann haben wir ja auch zusammen die GLOW gemacht. Ich durfte da in ein Teil in
seinem ganzen Instrument sein und das war fantastisch. Das hat ja wirklich die ganze Kosmetik-Welt eigentlich disruptiert. Der war der Erste, diese großen Veranstaltungen gemacht hat, also Tausende, Tausende, wo über Nacht alle Karten ausverkauft waren. Und der Georg war immer eine ganz, ganz große Inspiration für mich. Ein Mensch, der überhaupt keine Angst hat vor gar nichts.
Und das finde ich wirklich irre. Und später hatte ich eine Erkältung und hatte überhaupt keine Stimme. Und Georg stand in Florida auf dem Golfplatz und mein Mann ruft ihn an und sagt, Georg, die hat keine Stimme, die hat die schlimmste Erkältung aller Zeiten. Du musst in den Flieger steigen. Komm, kannst du auf ihrem Stuhl sitzen. So kam das, dass Georg Kofler zur Höhle der Löwen kam. Und dann ist er für mich eingesprungen und ich habe gesagt, Georg, du musst mit reinkommen.
Joel Kaczmarek (54:10.908) lustig.
Judith Williams (54:16.191) Du musst zur Höhle der Löwen reinkommen. Und er ist auch genial.
Joel Kaczmarek (54:20.668) Schön, schön. Aber was ich an deinem dritten Punkt, also in Bezug auf dein Projekt ja so spannend finde, ich würde sagen, wir haben da eine sehr hohe Schnittmenge, weil bei mir ist es genauso, dass ich halt auch merke so, ach, ich sitze manchmal da und denke mir, okay, Podcast ist ganz schön anstrengend, vielleicht solltest du was anderes machen und dann denke ich immer, nein, aber dann kann ich ja nicht mehr mit den ganzen Menschen reden und ich merke, das ist so meine Währung. Und was ich bei dir spannend finde, ist, ich sitze seit bestimmt drei Jahren da und denke mir so, okay, du weißt, was du gerne machst, but what's the purpose behind it? Also warum?
Judith Williams (54:40.975) Ja.
Joel Kaczmarek (54:50.061) bespiele ich so viele Menschen. Aber du sagst einfach, das ist schon der Zweck. Also habe ich das richtig verstanden, dass es einfach ist, so mit Menschen in Austausch zu gehen, in so einen Energietransfer und am Ende gehen beide Seitenbereiche draus. Ist das so das Ding, was du sozusagen als dein Projekt betrachtest?
Judith Williams (55:04.785) Ja, meine, was hat das für einen Sinn, wenn wir Menschen uns nicht gegenseitig sehen, spüren, erleben? Das ist doch das Leben.
Das ist es doch. Und jeder macht es anders. Und jede Variante ist gut. Und natürlich hat jeder Job, auch Podcast oder mein Job, manchmal denke ich, oder bei Höhle der Löwen, ja, ich werde ja von allen am frühsten abgeholt. Und da sage ich immer, ist ja nett, ihr gebt mir zweieinhalb Stunden Maskenzeit. Hab ich so nötig?
Judith Williams (55:39.027) Beauty takes its time!
Ich bin immer zu spät, der arme Fahrer muss immer 15, 20 Minuten warten. Wenn ich halb sechs das Fenster aufmache und rausgucke, gucke ich auf den Dom. Unterm Dom ist eine Baustelle, die ist gefühlt 100 Jahre alt. Alle Kölner sagen, wann ist die endlich fertig? Da stehen sechs die Bauarbeiter bei Regen, bei Kälte. Da denke ich Judith.
Humble yourself. Schau dir diese Menschen an, die so früh aufstehen, in der Kälte arbeiten, damit du irgendwann mal in der Tiefgarage, die unterm Dom entstehen soll, dein Auto parken kannst. Come on. Demut, Demut, Demut.
Joel Kaczmarek (56:30.36) Aber die ist auch echt eine Poetin, muss ich ja mal sagen. Also, du kannst ja Dinge so schön ausdrücken. Faszinierend.
Judith Williams (56:33.237) Meine Kinder würden dir sehr widersprechen.
Joel Kaczmarek (56:40.096) Ja?
Judith Williams (56:42.797) Die würden sagen, die redet nur klug daher.
Joel Kaczmarek (56:46.134) Nein, denke die ganze Zeit, du hast ja eine so warme, angenehme Stimme. Also wenn es jetzt nicht Live-Commerce wäre, hättest du auch Easy-Peasy zu irgendwie Hörbücher, Geschichten. Also tolles Talent von dir. Und ganz ehrlich, wie romantisch ist das eigentlich, dass deine Stimme sozusagen, dass dir eine Karriere verwehrt blieb und eine andere sich sozusagen dadurch auftat? Also freue ich mich gerade richtig mit dir.
Judith Williams (57:08.461) Vielen, vielen Dank. Ich sehe das auch wirklich so, weil, weißt du, singen auf der Bühne, man fragt sich immer, was empfindet so ein Sänger. Und mein Vater hat immer gesagt, wenn du so ein, you have a gift, a talent, das ist ja, du kannst entweder singen oder kannst nicht singen. Du kannst nicht aus einer schlechten Stimme eine gute Stimme machen. Das geht nicht. Und er sagt immer, don't sing for yourself. Sing for the hearts of the people.
Mit deiner Stimme. Also wirklich deine Energie ist wie ein Parfum. Du kommst in einen Raum und du kannst diesen Raum gestalten mit einer mit einem Parfum, nicht man sich die Nase zuhält oder mit einer Energie, wo alle sagen ich fühle mich so viel besser. Und so ist es mit Singen und auch mit der Stimme, die du ja auch als Podcaster hast. Also du hast ja so ein
Joel Kaczmarek (57:52.38) Hahaha!
Judith Williams (58:06.351) unglaublich große Stimme, die so viele Leute so gerne hören. ist eine hohe Verantwortung auch.
Joel Kaczmarek (58:13.34) Ja, das stimmt. das Lustige ist, ich hab ja auch fast fünf Jahre Gesangsunterricht genommen. Just for fun. Jaja. Jajajaja. Die Intro-Musik, die zu meinem Podcast läuft, ist meine Stimme. Oder ich hab ja auch einen Song da noch zusammen geschrieben, weil ich die Idee hatte aus, Podcasts zusammen, Lieder zu machen. Und dann hatte ich einen Moment, ich war auf einem Event von Ilka P. Müller, die war früher, ich glaub, bunte Chefin oder so was in Berlin. Und die hat so ein Event gemacht, da waren halt ...
Judith Williams (58:21.101) No, you're a singer!
Joel Kaczmarek (58:40.284) Und dann war da Publikum und es sie Heimat genannt, die Menschen haben über ihre Heimat geredet. war im Prinzip so eine Art, früher hätte man vielleicht gesagt, Salon. Anfang des 20. Jahrhunderts haben die heute einen Salon gemacht. So, und dann sitzt... Ja, so eine Art. Dann sitzt du damit, oder sitzt dich damit, keine Ahnung, 200 Leuten. Auf der Bühne ist irgendwie, da waren hier so Moose Tee und irgendwie das männliche Supermodel schlechthin und so weiter und so fort. Also wirklich bekannte, interessante Leute. Und dann hat die immer so zwischendurch Gesangseinlagen gehabt. Und dann kam so ein schwarzer Fetzem.
Judith Williams (58:47.245) Mh!
Salonmusik.
Joel Kaczmarek (59:08.918) Der lief den Gang runter und sang für diesen Raum. Und es war ja so magic. Ja, natürlich kannst du dir vorstellen, ne? Schwarzer so mit so einem Klangkörper so. das Brett hatte da so durch. Und alle irgendwie so, Und es war so eine ganze Schwingung. Und hinterher geh ich zu ihm hin und ich sag so, Freund, ich glaub, ich bin echt technisch versiert gut im Singen. irgendwie, weißt du auch so, wenn ich's für mich mache, genial. Aber dieses Publikum, boah, das ist ja ein Brett. Und vor allem, 200 Leute ist ja identifizierbar.
Also da stehst du und du guckst in die Gesichter und es ist alles da. Bei 20.000 ist das eine wahre Menge. Dann meinte ich so, so was wird mir glaub ich leichter fallen als 200. Wie zur Hölle machst du das, dass du vor 200 Leuten aus dem Stand dein Allerheiliges von innen nach außen drehst, dann nach vorne läufst und das singst? Und dann sagte er bisschen was ähnliches wie du, der guckte mich an und sagte, meine Mama hat mir beigebracht Joel. Du kannst einen Song vor 200 Leuten singen und es gibt eigentlich 200 Versionen davon, weil...
Du hörst ihn ganz anders als ich ihn absende, der neben dir hört ihn auch noch mal anders. Also was daraus passiert, hab ich gar nicht in der Hand. Und dann kann ich's doch loslassen, wenn eigentlich jeder sein eigenes Stück daraus macht. Da dachte ich...
Judith Williams (01:00:16.269) Das ist wunderschön. Genau das ist es. Und jeder resoniert anders. Jeder nimmt es anders auf und macht daraus seins. Wunderschön. Toll.
Joel Kaczmarek (01:00:29.665) So, jetzt machen wir mal dein Viertes, wenn wir hier beim Drausmachen sind. Was ist dein viertes Ding?
Judith Williams (01:00:34.065) Okay, now we're talking business. Macht wird dir nicht gegeben, sondern du nimmst sie dir.
Joel Kaczmarek (01:00:37.31) okay. I like.
Judith Williams (01:00:48.781) Und das ist wichtig zu verstehen, weil es wird entscheidende Punkte in deinem Leben geben, wo du verschiedene Entscheidungen durchspielen kannst in deinem Kopf. Und es wird eine Entscheidung dabei sein, die machtvoller ist, die verantwortungsvoller ist, die aber auch wahrscheinlich beängstigend ist in dem Moment.
Und wenn sie beängstigend ist, dann ist das die, die du treffen solltest.
Judith Williams (01:01:24.541) Nicht die, die sich nach Sicherheit und allem außer, man ist jemand und da ist überhaupt keine Bewertung drin, der sagt, ich kann nicht in brenzligen Situationen überleben. Das ist nicht mein Konstrukt. Jeder ist anders gebaut. Und da ist nicht das eine richtig und das andere falsch. Das, glaube ich, ist auch ganz wichtig noch dazu zu führen.
Joel Kaczmarek (01:01:43.8) Jetzt ist ja noch eine spannende Frage. Was bedeutet denn für dich Macht?
Judith Williams (01:01:50.262) Macht, also es gibt diesen schönen Spruch, gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter.
Und wenn man das weiß und man hat Macht, dann muss man sehr gut überlegen, was man damit macht. Und Macht ist Einfluss nehmen, Macht ist Verantwortung übernehmen, Macht ist gestalten zu können. Und jeder hat jetzt schon Macht, wenn er sie in sein Bewusstsein bringt. Du hast die Macht jeden Morgen zu entscheiden, wie viel Uhr du aufstehst. Du hast die Macht über dich. Niemand sonst, nur du.
Und im Business gibt es oft Situationen, wo du gar nicht dran denkst. Mir war das am Anfang nicht bewusst. Bis ich in so brenzlige Situationen gekommen bin, dass ich gesagt habe, ok, entweder ich höre jetzt damit auf oder ich gehe jetzt mit so einer Kraft da nochmal rein und reiße beinahe diese Macht an mich, weil ich weiß, ich werde diese Position
ausfüllen mit allem meinem besten. I will appear, ich komme zu dem Job mit hoffentlich, und das wird immer mein Bestreben sein, mit der besten Version meiner selbst. Und deswegen war ich der Überzeugung, diese Position gehört mir.
Und diese Anteile der Company oder was auch immer es sein würde in dem Einzelfall, das gehört zu mir. Und ich bin dann bereit, die Verantwortung, die dazu gehört, die auch sehr, sehr unbequem sein kann. Und es ist not an easy way of life. Und das heißt nicht it's a better way of life. Es war einfach my way of life.
Joel Kaczmarek (01:03:35.261) Ich hab lustigerweise vor kurzem einen Podcast aufgenommen zu Machtspielen und Mikropolitik. Und dann dachte ich so, das ist ja eigentlich so bisschen eklig, ne? Das ist ja eigentlich so, keiner will ja sagen so, ich mach hier Machtspiele. Das ist ja was Unschickliches. Aber ich fand schon mal so faszinierend, wie der mir beigebrachte, dass es verschiedene Arten von Macht gibt. meinte, es gibt Wissensmacht, es gibt Einflussmacht.
Judith Williams (01:03:50.015) Es war so.
Joel Kaczmarek (01:03:59.293) Es gibt irgendwie Netzwerkmacht und so. dachte ich so, ah ja, stimmt. Das macht man so intuitiv, dass man sich so denkt, alles klar. Und ich finde, der wichtige Teil, den du aber gerade gesagt hast, ... das Gestalten finde ich total schön. Und lustigerweise, ich gucke mit meiner Familie grad Star Wars. mein Highlight, dass meine Kinder alt genug sind, Lichtschwerter und so auszuhalten. Und dann fing mir irgendwann auf, dass ich dachte, sehr faszinierend. Auf Englisch sagst du, may the force be with you. Und auf Deutsch sagst du, möge die Macht mit dir sein. Du sagst nicht, möge die Kraft mit dir sein, sondern die Macht.
Judith Williams (01:03:59.47) Natürlich.
Judith Williams (01:04:24.396) Yes!
Judith Williams (01:04:29.673) Mhm.
Joel Kaczmarek (01:04:29.718) Und was auch wirklich wahr ist, was du gerade gesagt hast, ist dieser Gedanke der Verantwortung, der da halt hinter steckt. Also eine Stimme zu haben, Leute hören dir zu, da steckt Verantwortung hinter. du gestaltest, das heißt, es hat Impact auf viele andere Menschen. Und wie gehst denn du damit Also wie hast du das für dich gelernt? Genau diese ...
Judith Williams (01:04:37.236) Mhm.
Mhm.
Joel Kaczmarek (01:04:52.092) diesen Zweiteil zu haben, der einen Seite sich Macht und Gestaltungsfreiheit zu nehmen und auf der anderen Seite aber halt auch wissen, dass das mit so einer Verantwortung einhergeht.
Judith Williams (01:05:02.077) Ich glaube, wenn man eine machtvolle Position hat, dann muss man die Selbstreflektion sehr, sehr stark intensivieren und fragen, die Position hat ja die Macht inne. Und wenn du die Position änderst, bleibt die Macht in der Position, aber du als Mensch gehst weiter. Aber für den Zeitraum, wo du in dieser machtvollen Position bist, bist du dienend. Dienend der Rolle, die du zu erfüllen hast.
Und das hilft mir total grounded zu sein. Und may the force be with you. Es erfordert Kraft. Es macht volle Positionen.
Boah, das ist 360 Grad. Also für mich, ich weiß nicht, ich war nie Head of the Concern. Das ist vielleicht, die würden ganz anders drüber sprechen, aber für mich ist es ein jeder Tag, selbst zu reflektieren und einfach zu akzeptieren, es gibt keine Perfektion. There's no perfection, there's only progress. Und immer wieder Fragen zu stellen meinem Team, was braucht hier, was braucht der Prozess, was braucht die Strategie, was braucht hier, was braucht da.
auszuüben und die nächsten Weichen zu stellen für die nächsten Steps. Und das ist mit Kraft, auch die Kraft der anderen zu aktivieren. I love Star Wars. Ich liebe das. Allein die Musik, morgens aufzustehen und nur die Musik anzumachen, denkst du, die Welt gehört mir. Das ist wirklich, wirklich schön.
Joel Kaczmarek (01:06:27.356) Hahaha!
Ja, ja, ja.
Joel Kaczmarek (01:06:43.29) Aber da sagst du was ganz Spannendes. Ich hab lustigerweise gestern so Moment gehabt. Ich war auf einem Event, hab quasi aus meiner ersten Firma, was so die erste große Verantwortung war, meinen Nachfolger getroffen. Dann waren da noch andere, die auch in der Firma dann folgten und so weiter. Und ich war irgendwie immer der Meinung, ich würd's heute anders machen, weil ich glaube, dieses Ellenbogen-Thema, über das wir geredet haben, das hatte ich zu stark, dass ich manchmal zu fokussiert aufs Ergebnis war und nicht so links und rechts auf die Menschen geguckt habe.
Judith Williams (01:07:09.325) Mhm.
Mhm.
Joel Kaczmarek (01:07:12.13) Weil es geht nicht nur darum, in dem Fall war es ein Magazin, bei dem Magazin die beste Reichweite im Monat ab, der beste Artikel, die beste Aufdeckung, das beste Interview und so. Das ist natürlich das Produkt, was wir verkaufen, und wenn das Produkt gut ist, wir Umsatz, und dann geht's allen gut, schon klar. Aber da auf dem Wege, also ich glaube, wenn man in solche Riegen vordringt wie du und ich, dann gibt's ein paar Verführungen. Arroganz ist eine, Egoismus ist eine, and I guess I had them all.
Judith Williams (01:07:37.346) Ja, ich auch. Und bin nicht stolz auf alles, ganz ehrlich.
Joel Kaczmarek (01:07:45.085) Das beruhigt mich ja jetzt. Ich war nämlich gerade im Begriff, dich zu fragen, wie du es schaffst, den Erfolg des Ganzen sozusagen zu verantworten und gleichzeitig dafür zu sorgen. Und in Sorge steckt ja Sorge drin. Man macht sich ja auch wortwörtlich sorgen. Dass es den Menschen, die das tun, gut geht und dass jeder dort so gesehen wird. Weißt was ich meine? Dass es für die Menschen da drin auch funktioniert und sich stimmig anfühlt. Und es nicht nur darum geht, geiles Produkt zu machen und du guckst nicht links und rechts.
Judith Williams (01:07:46.509) Total.
Judith Williams (01:07:59.628) Ja.
Judith Williams (01:08:13.601) Ja klar. ich meine, das ist Leadership.
Joel Kaczmarek (01:08:17.036) Wie machst du das? Wie gelingt dir das gut, dass du das sozusagen kalibrierst?
Judith Williams (01:08:20.397) Ich hoffe, dass gelingt mir gut. Ich müsste mal so ein 360 machen, Dann könnte ich dir das beantworten. ich stelle einfach echt viele Fragen, ehrlich gesagt. Ich versuche in Meetings als Letzte zu sprechen. Ich versuche jeden Tag irgendwie an mir zu arbeiten und ich versuche auch die Dinge...
Joel Kaczmarek (01:08:26.78) Hahaha.
Judith Williams (01:08:48.255) sagen wir zwar mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu haben, aber zu wissen, weil es kommen ja auch Probleme und die isolieren das auch. Was es uns zum Beispiel überhaupt nicht gibt, ist Fingerpointing. Wir haben ja vor eineinhalb Jahren im Unternehmen eine agile Transformation gestartet.
Und das ist schon ein Riesenschift und gehen jetzt in die nächste Phase hinein, wo wir dann mit OKRs arbeiten und so weiter. Also das macht schon was mit den Leuten. Das macht auch was mit dem Mindset, auch mit dir selber, was dein Verständnis ist von Leadership etc. Und da einfach stetig am Ball zu bleiben und Organisationsentwicklung zu lernen und all diese Dinge. muss jeden Tag mich selber fragen, Judith, was musst du jetzt lernen, hier keinen
Mist zu bauen. Und dann versuche ich das einfach irgendwie hinzukriegen. Manchmal klappt es, manchmal klappt es nicht so gut und ich kann mir auch für Dinge, sage ich mal, entschuldigen, so hoffe ich, aber auf jeden Fall kann ich mir selber verzeihen, wenn ich nicht perfekt bin und einfach zu wissen, it's not about perfection, it is progress und Macht ist ja so etwas, was
Nicht so wirklich, wenn du Frauen und Macht sagst, war eine ganze Zeit very unsexy. Macht und Frau gehörte nicht zusammen. Und Macht ist beinahe so etwas, we have to be careful. Vorsicht, Vorsicht, das könnte ganz negativ werden.
Ausnehmend der anderen. Und eigentlich ist genau das andere. Der, der die machtvollste Position hat, hat die größte Verantwortung, zu gucken, dass alles, dass es für alle gut bestellt ist. Und in seinem besten Wissen, in der besten Version seiner selbst, gute Entscheidungen mit allen gemeinsam zu treffen. Und wenn du der Letzte bist, an dem es hängt, mit bestem Gewissen die beste Entscheidung für alle zu treffen und dann dazu zu stehen.
Judith Williams (01:10:47.773) Und das ist ja was Schönes.
Joel Kaczmarek (01:10:50.902) Jetzt gibt's ja eine spannende Frage, vielleicht ist das so mein persönliches Thema. Ich glaube, die 20 Meter, die du mir definitiv vorausfasst, ist dieses Delegieren können. Weil ich bin jetzt mal neugierig, wie schaffst du es oder hast du es geschafft von der Empfangsdame im Fitnessstudio, die sich über den Perfect-Job-Gedanken macht, die sozusagen alles selber in die Umsetzung bringt, die drei Ebenen hochzugehen. Und dann bist du jetzt im übertragenen Bild, bist du jetzt sozusagen der Studiobesitzer oder der Studiokettenbesitzer. Weißt was ich meine?
und du bist gar nicht mehr in der Bütte, bist gar nicht mehr der Handwerker, der alles macht, sondern du bist eigentlich die Koordinatorin, du bist eigentlich nur noch Enabler und steuerst sozusagen von oben. Und es ist ein bisschen wie der Polizei, wenn die immer vom Streifendienst an den Schreibtisch sozusagen hochversetzt werden. Wie hast du das geschafft, dass du delegieren und abgeben kannst und nicht in der Mache bist?
Judith Williams (01:11:17.691) Ja.
Judith Williams (01:11:32.845) Ja.
Judith Williams (01:11:37.85) Joel, ich weiß nicht, ob ich das geschafft hab. Was ist das denn? It was a journey. It was a journey. Du, Verzweiflung. Es ist pure Verzweiflung. Und einzusehen, du kannst nicht alles selber machen. Und wenn jemand anders oder du der Meinung bist, der macht das nicht richtig und deswegen musst du es jetzt wieder machen, dann ist das bei dir im Kopf ein Problemchen. Dann machst du es selber hier oben mal. Hey.
Joel Kaczmarek (01:11:42.556) Danke. Danke, beruhigt mich.
Judith Williams (01:12:06.541) Wenn die andere Person das 80 Prozent, ich mein, von 100 Prozent macht nur, du machst vielleicht 120, okay, aber es reicht die 80 Prozent. Live with it, walk on. It's a journey, it's es ist ein Kampf mit sich selber, aber es ist irgendwann mal legt sich der Schalter um und dann weißt du, hey, wir haben kluge Leute eingestellt und die können das vielleicht sogar besser.
Joel Kaczmarek (01:12:34.172) Ja, naja, naja, ist das Video befreiend. Ja, ja, das ist befreiend, wenn man dann merkt so, du bist eigentlich...
Judith Williams (01:12:36.179) Es könnte sein!
Die wissen vielleicht auch was. Und ich muss sagen, das ist ja das Schöne an dieser totalen schnellen Bewegung des Marktes oder auch bei uns im Unternehmen.
Es ändert sich so wahnsinnig viel. Du kannst nicht alles wissen und besser wissen. It's impossible. Du musst die besten Fragen stellen und die Fragen stellen, die die anderen empowern. Du kannst deine Frage so stellen, du stellst zum Beispiel fantastische Fragen, wo man so über sich selber nachdenkt und sagt, meine Güte, ich nur nie drüber nachgedacht. Aber das empowert Leute, weil du diese Frage in dieser Art und Weise stellst. Und dann lass die machen, die dir den Job richtig gut können.
Joel Kaczmarek (01:13:19.612) Wie viele Menschen arbeiten eigentlich in deiner Firma? du gerade gesagt hast, vielleicht sieht das den Konzernchef anders, habe ich gedacht, also dein Betrieb muss doch auch riesig sein. Wie viele Leute sind es bei dir?
Judith Williams (01:13:27.045) Ja, also für mich ist er groß genug, aber so groß ist er nicht. Also wir sind ungefähr, immer so, auch mit der Logistik dann, so circa 240 Leute.
Joel Kaczmarek (01:13:37.98) Ich ziehe meinen Hut vor dir. da hat man schon zu tun.
Judith Williams (01:13:39.777) Ja.
Wir haben mit drei Leuten angefangen.
Joel Kaczmarek (01:13:46.99) Wer war die erste Person, die du eingeschleert hast?
Judith Williams (01:13:50.51) Die erste Person, die ich eingestellt habe, war damals eine Buchhalterin, die heute noch bei mir ist. Da ich total stolz drauf. Und die hat eigentlich, ich glaube, die hat noch nie so einen grauenvollen Schreibtisch gesehen. Also wenn ich meine Buchhaltung machen würde, es wäre eine Katastrophe. Die hat auf diesen Schreibtisch geschaut, die war verzweifelt. Ich glaube, sie hat Tränen in den Augen gehabt.
Joel Kaczmarek (01:14:00.812) so.
Judith Williams (01:14:23.079) Und ich habe gesagt, ich zeige dir zuerst meinen Schreibtisch. Und dann sagst du mir, ob du stark genug bist, das durchzuhalten. Und irgendwie, glaube ich, hat das ein Feuer in ihr entfacht. Und sie dachte, der zeige ich, dass ich das kann. Und das hat sie geschafft. Und es hat bis heute bei keiner Steuerprüfung ein Schnipsel gefehlt. Hammer. Ja.
Joel Kaczmarek (01:14:40.892) Sehr gut.
Judith Williams (01:14:51.293) Bei mir würde alles fehlen. Katastrophe.
Joel Kaczmarek (01:14:54.51) Hier ist dein Arbeitsvertrag. Bevor du ihn unterschreibst, komm nochmal mit rüber und guck dir den Strat.
Judith Williams (01:14:59.682) Genau. Bist du dem gewachsen? Ja, so richtig Lust machen auf den Job. Nee, die hat das mega gemacht. Gott sei Dank.
Joel Kaczmarek (01:15:07.832) Also wenn ich richtig mitgezählt habe, obwohl ich das noch Stunden mit dir machen könnte, fehlt nur noch eins. Zu meinem Leidwesen nähern wir uns schon dem Ende. Was ist das letzte fünfte Ding, was du sagst? Mit 20.
Judith Williams (01:15:19.953) Es ist ehrlich gesagt für mich wirklich das Schönste von allen. Das Schönste von allen. Und es fasst alle anderen Punkte zusammen. Und es ist Liebe.
Ganz einfach. Bringe mehr Liebe zu dir selbst in dein Leben. Bringe mehr Liebe und Verständnis für die Menschen dich herum auf. Und liebe in einer Form, bitte nicht mitzuv verstehen, mit irgendeiner wuji wuji weichheit, die dich nirgendwo hin bringt, sondern wirklich einfach zu wissen, it's okay if you're not okay. And it's okay if you're striving.
Und es okay, wenn du denkst, da hab ich was gemacht, was vielleicht nicht so großartig war. Es okay, dich selber zu heilen, dich selber zu betrachten, und zwar in Liebe. Die meisten schauen sich ja selber nicht an oder viele. Warum? Weil sie nicht die Menge von Liebe haben, zu denken, sie sind es wert.
Es ist ja nicht, wenn man sich selber anschaut, da sich selber so zu kritisieren, wie man vielleicht triggermäßig das in seiner Kindheit erlebt hat. Und deswegen denkt man, nein, ich bin super so, bin, ich kann das, man muss mich so nehmen, wie ich bin. Okay, but give yourself a break. Du musst nicht an dem, was du heute bist, so hart festhalten. Du darfst ein bisschen flexibler wie ein Bambus sein. So wie Kung Fu Panda, oder?
Den Film haben wir mit unseren vier Kindern geschaut. Ich dachte, ja genau, sei wie Kung Fu Panda ein Bambus. So resilient, aber in so viel Liebe. Wenn du einfach so viel Liebe in deinem Herzen hast und Dankbarkeit, egal wo du stehst, ob du viel, ob du wenig hast, ich weiß wie es ist, nichts zu haben. Und ich habe heute vielleicht finanziell so viel mehr, aber das was ich heute wirklich mehr habe, ist so viel mehr Liebe.
Judith Williams (01:17:26.069) Und wenn das finanziell gehen würde, das wäre noch da. Und ich wäre so dankbar für all die Erfahrungen und für all die Menschen, die auch mich erfolgreich gemacht haben. Die sind zum großen Teil alle noch bei mir. Ich bin so, so dankbar und ich durfte von denen so viel lernen. Und diese Liebe, auch wenn du einen ganz schlechten Tag hast, ist
Start with Dankbarkeit und Liebe. Das ist so eine Motivation, die bringt dich einfach weiter und die hilft dir in den schwierigen Zeiten drüber weg. Und eine Sache noch zu diesem Thema Liebe, weil es gibt ja Liebe für den Job oder Liebe für den Partner und so weiter. Und es ist so schwer heutzutage, gerade wenn beide berufstätig sind und man will eine Familie haben und man will Kinder haben und du willst die perfekte Mom und der perfekte Vater. Wir haben alle diese Pressures von außen.
Wie erfüllst du das? Und wie oft bin ich mit Tränen zur Arbeit gefahren, hab mein Kind im Kindergarten abgegeben und dachte, ich bin die schlechteste Mutter der Welt und schäme dich, du fährst zur Arbeit. Weißt du, dieses Hatred Self-Talk ist da so schlimm und das wirklich loszulassen, aber an den entscheidenden Stellen, wenn die Kinder dich brauchen und du weißt, jetzt kommt's drauf an.
dass du einfach weißt, beruflicher Erfolg wird den, ich sag mal, familiären Misserfolg wegmachen. Und Sätze an den richtigen Stellen, und ich glaube, das spürt man als Vater und als Mutter, man spürt das. Wo ist eine Zeit? Jetzt sind wir gebraucht. Und es gab Zeiten, da hab ich wahnsinnig viel abgesagt, ganz viel abgesagt, weil ich wusste, in dieser Zeit der Pubertät, I have to be there. Und...
Das macht ein bisschen weicher. Liebe. So simple.
Joel Kaczmarek (01:19:18.816) Ja, ich weiß, was du meinst. Als du so erzählt hast, hast du lustigerweise genau das gerade angesprochen, wobei ich auch nachgedacht habe, dass wir Menschen ja oft so auf den Mangel schauen. Also wir gucken drauf, was fehlt gerade, und dann geht da so die, da wo man die Aufmerksamkeit hingeht, geht die Energie hin. Und die richten wir irgendwie oft auf den Mangel und nicht auf die Fülle, die schon da ist. Und deswegen stecken ja verschiedene Ebenen drin in deinem Punkt. Also das eine ist ja so ein bisschen, ähm...
Judith Williams (01:19:38.445) Ja, sehr gut.
Joel Kaczmarek (01:19:46.065) Selbstnachsicht, Selbstliebe, sich nicht so hart ins Gericht zu gehen. Auf der anderen Seite aber auch Liebe für die Dinge, die schon da sind, sich an denen zu erfreuen. Aber find das überraschend schwer. Ich weiß nicht, wie es dir da geht. Das, da ist, sich darüber zu freuen, wenn man vergisst, glaube ich, sehr leicht, es ist sehr verführerisch, eigenen Reichtum zu vergessen und so auf die nächste Ebene zu gucken oder auf das, weißt du, was ich meine?
Judith Williams (01:20:09.445) Ja, ich weiß, du meinst dieses, das gehst du wieder so bisschen in Vergleich und so weiter und habe ich das alles. Ja, that's a road to hell.
Joel Kaczmarek (01:20:18.044) Hahaha!
Judith Williams (01:20:20.813) Ja, den Weg gehen wir nicht. Wir bleiben einfach da. Ich glaube, ich hatte es vielleicht auch ein bisschen leichter, weil ich hatte nicht so viel, auf das ich zurückgreifen konnte. Ich habe ja kein BWL studiert. Und das Einzige, was ich an der Tafel ist einen unglaublichen Hunger, einen unglaublichen Wissenstrang. Und wie könnte ich aussteigen? Ich musste ich sein. Und
Diese Liebe für Menschen als Älteste von drei Mädels, ja, das war so etwas... I knew I could do that. I'm safe in that. Und deswegen ist das irgendwie zu meiner DNA geworden. Und trotzdem habe ich aber natürlich...
The big boys damals angeschaut, die in der Finanzbranche, they're so clever. Als ich mit dem Investieren angefangen habe, ich sag, okay, was muss ich jetzt lernen? Und dann hab ich dann diese, das waren damals alles Jungs, es gab keine, ich hab keine Frau gesehen da drin, vielleicht in Amerika, aber in meinem Umfeld gab es die nicht. And how tough were they and how they, ich sag, oh Judith, wie kannst du dich differenzieren? Ich sag, okay, best thing is, ich denk gar nicht drüber nach, ich bin einfach ich selbst.
Bis später habe ich dann einfach festgestellt, hey, es ist eigentlich really love. Und irgendwann mal knackst du ja oder gibt Situationen, wo man neben jemandem sitzt, der so viel mehr weiß und so viel mehr Erfahrung in all diesen Dingen hat und du merkst, hey, es gibt auch etwas, was ich ihm geben kann. Und das ist eine Energie, die a little bit more loving ist, die ein bisschen mehr inclusive ist, weil ich liebe einen Spruch.
Menschen werden vergessen, was du zu ihnen gesagt hast. Aber sie werden nie vergessen, wie sie sich in deiner Gegenwart gefühlt haben.
Judith Williams (01:22:12.329) Und das verändert die Diskussion. Das verändert, wie du jemanden anschaust, welche Fragen du ihm stellst. wenn du das If you can do it in love, es ist immer eine Magie dahinter.
Weil wir kommen alle auf diese Welt, wir gehen alle von dieser Welt. Und es ist nur die Energie, die wir pflanzen können ineinander, dass wir uns wie eine Frequenz am Radio einfach anders miteinander fühlen. Und das können wir wählen, das können wir gestalten. Da hat jeder diese May the Force be with you macht bei sich. ja, there you are. Wie machst du das? Hast du ein Ritual, Joel? Wenn du dich auf jede andere Person einstellst, das stelle ich mir unglaublich schwierig vor.
Du hast so viele Charaktere, du triffst. Wie bist du so in Tune, dass du dich auf jeden so einstellen kannst?
Joel Kaczmarek (01:23:04.7) Ich hab kein Ritual und ich glaub, das ist eine Fähigkeit von mir. Manche Fähigkeiten hast du ja und du kannst die gar nicht erklären. Du realist auch gar nicht, dass das eine Fähigkeit ist, sondern du machst das einfach. ist wieder ein Habit und hinterher sagt dir jemand, das ist gar nicht normal, was du da machst. Weil ich hab ja sogar auch noch das thematische Extrem. Also ich kann ja Tage haben, wo ich morgens mir von dem CFO irgendwie Börsengang-Faktoren erklären lasse. Mittags nimmt mir irgendwie einer KI auseinander und abends führ ich ein Gespräch darüber,
Wie jetzt mit dir? du auf einmal über den Tod redest, über das Leben, über Liebe und so. Und das ist ja für mich eine Währung. Deswegen ist es für mich, das ist meine Energie, die ich daraus ziehe, all diese Dinge zu erleben. Und gestern bin ich auf so einem Event mit 300 Leuten oder 700 sogar und rede mit denen und dann erzähle ich über mein Business, habe mich dabei, dass ich gerade erzähle, was schwer ist. Und dann sage ich so, weißt du, aber wir müssen mal ganz ehrlich sagen, wie viele Menschen können sagen, dass sie jede Woche ...
Judith Williams (01:23:37.339) Ja.
Mhm.
Joel Kaczmarek (01:24:03.101) neue Leute kennenlernen, die alle hyper inspiring sind. Das ist jetzt nicht so das normale. Von daher. Ich weiß nicht, wie es dir so geht, aber es ist ja auch oft so, da sind wir wieder beim Gesetz der Anziehung im Universum. Die Themen, die dich gerade beschäftigen, die kommen auf einmal zu dir geflogen. Also wenn du schwanger bist, siehst du auf einmal überall Kinderwagen, ist nur ein Extrem. Ernährung ist dein Thema und auf einmal kommen überall, du denkst, ach guck mal, wo das so herkommt.
Judith Williams (01:24:08.242) Das stimmt.
Judith Williams (01:24:22.125) Mhm.
Judith Williams (01:24:31.329) Mhm.
Joel Kaczmarek (01:24:31.484) Das versuche ich viel, eigene Frequenz sozusagen in Schwingung zu bringen, dass die richtigen Themen zu mir finden. Das ist viel eher die Aufgabe. Für mich zumindest.
Judith Williams (01:24:38.221) Aber das geht auch in die spirituelle Richtung.
Joel Kaczmarek (01:24:44.892) Ja, total. Total. Ich hab so ein ... Es ist ein interessanter Moment gewesen. hab ... Es gibt ja dieses Buch, hatte ... Die Herleitung ist so absurd, deswegen muss ich's mit erzählen. Ich saß in einem Podcast mit Ina Aogo und Kim Gloss. Beide Influencerinnen, da gibt's viele Gründe, was man komisch finden kann, wie die sind, wie die arbeiten. Das ist eine ganz merkwürdige Welt. Dann kam die ein und meinte, ich lese dieses Buch, Da lernt man, wie man Dinge manifestiert. Wie deine Gedanken Dinge produzieren können.
Und dann treff ich John Sterlecki von fünf Dinge, Big Five for Life, Café am Rande der Welt. Der zählt mir auch so was. sagt, es gibt so Navi im Universum, wenn immer nur Pizza ist, kommen mehr Italiener zu dir. Und irgendwann saß ich abends da, mach meinen E-Book-Reader auf, denk, jetzt liest du dir das Secret mal durch, bestell mir ne Buchprobe, liest das, ich find den Text, also die Art, wie es geschrieben ist, grauenvoll, aber ich will den Inhalt wissen und drück auf kaufen. Es lädt, es geht nicht, denk ich, verdammt.
Ich lösch's wieder, nächsten Abend versuch ich's noch mal. Ich drück auf kaufen, es lädt, es geht nicht. Dann kam dieser Moment, was du gesagt hast, mit ... darfst nicht immer nur so ... Dann sagt das Universum gerade zu mir, das Buch ist nix für dich. Dann guck ich so, und da ein anderer Typ, Neville Goddard. Kannte ich noch nie gehört. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre hat der Bücher über Manifestieren geschrieben. Dann liest er das durch, ist sogar kostenlos. Klickt das an, lest das, und dann erzählt er davon, dass ...
Das ist genau das, was wir grade besprechen. Das kann man spirituell finden, aber glaub, man kann es sogar faktisch herleiten. Wenn du mit einer Einstellung irgendwie durch die Welt gehst, ziehst du Dinge an. Das hat jetzt gar nicht ... Das muss nicht mal spirituell sein, sondern das merkst du doch selber auch. Wenn du eine Fresse ziehst, wenn du sagst, ich hatte heute irgendwie Wenn man linken Fuß aufsteht, statt mit dem rechten, ich würd gern länger ... Dann gehst du ganz anders in den Tag, als wenn du aufstehst und sagst, die Bauarbeiter sind auch schon halb sechs im Regen da stehend. Komm, reiß dich zusammen, let's do it. Und dann lese ich dieses Ding durch, und dann steht da drin,
Judith Williams (01:26:34.737) Ja!
Joel Kaczmarek (01:26:37.526) Ganz wichtig ist, das Letzte, du vom Einschlafen denkst, stell dir vor, der Erfolg, den du haben willst, der ist schon da. Weil wenn du vom Schlaf das machst, programmierst du quasi dein Unterbewusstsein, dann gehst du anders in Haltung. Und weißt du, wie unglaublich schwer es mir gefallen ist, mir erst mal zu überlegen, was will ich denn eigentlich, was fertig ist? Und dann so zu tun, es ist schon da, du musst gar nicht mehr hasseln. You're alright, es ist schon da, und so wie du bist, ist okay. Und den Moment, da bin ich, glaub ich, drei Meter gewachsen in mir selber.
Judith Williams (01:27:00.525) Yes!
Joel Kaczmarek (01:27:07.062) mir aufzuzeigen, wo ich mich durch meine eigenen Gedanken limitiere und dann legst du so einen Schalter auf.
Judith Williams (01:27:10.637) Ja, Visualisieren eigentlich. Visualisieren. Und es ist natürlich nicht so einfach, wenn man gerade mega gefrustet ist und man ist in der Schule und irgendwie man hat Zoff mit seinen Freunden und man hat schlechte Noten und man so, ha und man soll es machen, aber es rettet dich. Es rettet dich total. Also ich.
Joel Kaczmarek (01:27:33.884) Du hast es ja auch gesagt, wenn du nicht in der Schule bist, der Self-Esteem ist low und so, Und den Meter dann zurückzugehen, der Leinwand zurückzutreten, Bild im Ganzen zu sehen, das hat schwer. Aber wie du sagst
Judith Williams (01:27:45.738) Das ist schwer und ich meine, wir haben dieses wahnsinnige Instrument, was hier oben drin sitzt, ja, unser Gehirn bekommen und die most dangerous Waffe, die wir überhaupt haben, sind unsere Gedanken, ist dieses Brain. Und dieses Brain unter Kontrolle zu bekommen und es so liebevoll und nicht mit Kraft unter Kontrolle zu bekommen, dass du es lenken kannst, dass du es führen kannst, es kommt ein schlechter Gedanke.
Ihnen Leichtigkeit loszulassen und sagen, okay, you were there, that's okay, you can go now. Und jetzt kommt der nächste Gedanke. Und das jeden Tag, ist Disziplin, das ist wie Aufräumen. Man ist eigentlich damit beschäftigt, sich den ganzen Tag aufzuräumen und irgendwann mal ist das wie Muscle Memory. Und dann macht es Klick.
Und dann bist du in dieser Mode. Und mir ist das erst bewusst geworden, als ein Kollege von mir zu mir gesagt hat, Judith, du bist nicht ganz normal. You're like on steroids, always happy.
Ich dachte, ich war so offended. Was meinst du? Ich sage jedem Hallo, wie geht es dir? Und so weiter und so fort. Aber ich dachte, hey, ja, that's right. Ich habe mich selber so geinfluenzt, dass ich so zufrieden, so happy und trotzdem neugierig hustling bleibe. Das einfach. Das hört sich jetzt so really okay. Has she taken too many mushrooms? Aber dass du, dass du das einfach tragen kannst, dann ist es nicht mehr schwer.
Joel Kaczmarek (01:29:16.348) Ne, ich weiß auch was du meinst.
Judith Williams (01:29:21.423) wird irgendwann mal leicht und es ist irgendwann mal einfach okay, auch wenn es eben nicht okay ist. Genau so.
Joel Kaczmarek (01:29:29.282) Weißt du, was das Ulkige ist? Es ist ja in unserer Gesellschaft so, dass dem Denken irgendwie so das völlige Diktat eingeräumt wird. Also wenn du etwas gut erklären kannst, weil du es durchdacht hast, dann ist es super. Wenn du hingehst, dass ich habe das Gefühl, das ist so, dann ist es ja irgendwie so bisschen schwierig. Und jetzt ist ja aber der Witz, wenn du und ich hingehen, nehmen wir mal dein Portfolio, wenn wir irgendwie 50 Gründer oder so was uns angucken, mit denen du zusammengearbeitet hast und würden die fragen, was waren die besten Entscheidungen, du getroffen hast, die du aus dem Bauch getroffen hast oder die, du mit richtig tiefer Faktenlage getroffen hast, dann wird wahrscheinlich
Judith Williams (01:29:43.486) Ja genau.
Joel Kaczmarek (01:29:57.509) Drei Viertel werden sagen, ja, ehrlich, schon die Bauchentscheidung. ich dagegengegangen bin, war immer schlecht. Und das ist dann, finde ich, so Level zwei. Den Kopf mit den Gedanken in Griff kriegen und dann synchronisieren mit, wie fühlt sich das an und so. Dann wird langsam so ein Schuh da raus.
Judith Williams (01:30:11.949) Ja, das stimmt. Da hast du so recht. Und natürlich sitzt du immer da und denkst, okay, Daten, Daten, Fakten, Fakten, Fakten und füllst dich damit an.
Aber ehrlich gesagt hast du schon in ersten Minute gewusst, das was oder ist das nicht. Dein Bauchgefühl hat es dir schon gesagt, du kannst es beschleunigen. Und du versuchst dann mit Daten und Fakten nochmal zu überlegen, okay ist mein Bauchgefühl richtig oder falsch oder do I have to challenge myself? ich muss ja anders abbiegen. so, das auch noch dazu. Und wenn du dann wirklich einen starken Impuls hast, dass die Daten, die Fakten so stark sind, dass sie dein Bauchgefühl übertönen, dann musst du nochmal überlegen, was ist das mein Bauchgefühl?
Warum ist es nur ein Trigger, der in mir ist, dass es meine Trigger sind? Oder ist es wirklich mein Bauchgefühl, das mir sagt, let it go?
Joel Kaczmarek (01:31:01.244) Ja, man post-rationalisiert so. Und ich hatte mal eine ganz witzige Situation. Ich saß bei einer Dame, macht TCM, traditionelle chinesische Medizin, so mit.
Judith Williams (01:31:07.911) das habe ich auch schon gemacht. Das ist toll.
Joel Kaczmarek (01:31:10.392) Akupunktur und so und die war Buddhistin und dann redet irgendwie so und dann ist ja immer so ja aber ist auch richtig psychisch bla bla bla und ich sag so wissen sie Ich denke einfach so gerne weil das kann ich so schnell fühlen da brauche ich immer so lange ich dauert manchmal 20 minuten bis ich merke so wie fühlt sich das hier an hat die gesagt sie erzählen ja einen quatsch und ich war so wie wieso wissen sie wie viel Gedanken das gehörn in einer sekunde verarbeiten kann schätzen sie mal ich sag keine ahnung sieben wissen sie wie viel gefühle das gehörn prozessieren kann pro sekunde
Judith Williams (01:31:27.305) Ja.
Joel Kaczmarek (01:31:39.516) 23.000. Also fühlen ist X Faktor schneller als denken. Da dachte ich, stick with me. So dass ich dachte, Nun ja.
Judith Williams (01:31:48.346) Ja. Und man kann Entscheidungen ja immer anfühlen. Wir machen das auch manchmal, wenn wir gemeinsam neue Entscheidungen treffen, wie fühlt sich das für euch an? Natürlich haben wir die Daten, wir schauen genau in die Zahlen, haben Analysen und die ganzen Spreadsheets, was du dir alles anschaust. Aber am Ende steht immer die Frage, okay, if we go that direction, wie fühlt sich das für uns an? Können wir das machen gemeinsam?
Joel Kaczmarek (01:31:54.268) Haha.
Judith Williams (01:32:16.307) Gibt es noch einen Omega, einer der dagegen ist oder der sagt Moment, ich habe da noch einen Impuls? Das finde ich immer eine ganz gute Handhabe, dann in die Richtung zu gehen. Aber toll, das ist ja in TCM sicherlich verankert.
Joel Kaczmarek (01:32:33.548) So, Judith Williams, wir fassen zusammen. Nummer eins, pflücke wo du gepflanzt hast, das Leben ist das wie du es interpretierst. Nummer zwei, life happens for you and not to you. Nummer drei, dein Leben ist dein allergrößtes Projekt und deshalb nimm es ernst, aber mit Freude. Nummer vier, Macht wird dir nicht gegeben, sondern du nimmst sie dir. Und Nummer fünf, bringe mehr Liebe zu dir selbst und in dein Leben.
Joel Kaczmarek (01:33:01.399) How cool is that?
Judith Williams (01:33:03.117) Das ist viel besser als was ich gedacht habe.
Joel Kaczmarek (01:33:12.461) Könnte man ein Poster draus machen, würde ich sagen.
Judith Williams (01:33:14.605) Ja, genau. Absolut, absolut. Das war sehr schön. Diese Einladung zu deinem Podcast war etwas so besonderes, weil in meinem Alltag habe ich nicht immer Zeit, diese fünf Dinge so zu reflektieren. Man ist so im Machen. Das hat mir eine Chance gegeben, noch mal wirklich hinzuschauen und noch sagen, okay, wenn du eingeladen wirst, sag bitte was Sinnvolles und nicht nur ein Schmarrn.
Und deswegen danke ich dir, dass du mich damit so gechallengt hast und mir geholfen hast, da bewusst zu werden.
Joel Kaczmarek (01:33:46.966) Es freut mich sehr und ich gebe das gerne zurück, dass du das so ernst genommen hast. Das empfinde ich als eine große Wertschätzung. Ich werde ein Sternchen als Highlight in meiner Tabelle setzen, habe ich ja erzählt.
Judith Williams (01:33:59.245) Sehr gut, nein, das war sehr, sehr schön. Und wenn ich zum Abschluss eine Sache noch mitgeben kann, allen die zuhören und die nach Inspiration suchen etc. Believe in yourself. Einfach wirklich in aller Tiefe, man sagt das so leicht, aber wirklich in dieses Gefühl reinzugehen, zu sagen, ich glaube an mich und ich werde nicht aufhören, mich zu glauben, egal wie hoch und wie tief alles geht. Ich werde nicht.
aufhören und wenn ich dabei Tränen in den Augen habe oder gerade Luftsprünge mache, I'm gonna believe in myself und das wird mich weiterbringen.
Joel Kaczmarek (01:34:39.004) ganz ganz herzlichen Dank und ich wünsche dir alles Gute. Love, be happy!
Judith Williams (01:34:44.349) Be happy. Danke dir.