
Gaming-Experte Gunnar Lott: Warum einfache Antworten meistens falsch sind
1. April 2026, mit Joël Kaczmarek
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Joel Kaczmarek (00:41.838) High Five Leute, hier ist Joel und ihr wisst an unserem Wisdom Wednesday frage ich immer spannende Menschen, was sind denn die fünf Dinge, die du gerne gewusst hättest, als du 20 warst? So nach dem Motto, die besten Learnings, die man eigentlich mit dem Einstieg ins Berufsleben gemacht hat, in der Rückschau. So und heute, seht's, falls ihr auf YouTube zuschaut, so bisschen am Hintergrund, es geht in die Gaming-Welt. Mein lieber Freund, gute Gunnar Lott nämlich, der ist in der Gaming-Welt verhaftet, könnte man sagen.
Früher hatte er eine PR-Agentur, mittlerweile macht er nur noch Gaming pur. Er hat mit Stay Forever meinen Lieblingspodcast in Sachen Games und hat auch eine lange Vergangenheit bei der GameStar als Chefredakteur. Bei Gunnar kommen mehrere Sachen zusammen. So bisschen dieses lockere, nette, sympathische von Gaming, aber auch dieses analytische und strukturierte aus dem Journalismus. Und da hab gedacht, ey, es macht total Sinn, den Gunnar zu fragen nach seinen fünf Dingen. Jetzt bin ich schon mal in Karlsruhe, in seinem Home-Studio. dachte ich, das muss ich machen. daher, lieber Gunnar, schön, ich da sein darf.
Gunnar Lott (01:30.59) Ja, willkommen hier in Karlsruhe. Schön, dass du mal hier bist und vielen Dank, dass du mich in deine erlesene Reihe von Gästen hier aufnehmen willst.
Joel Kaczmarek (01:38.286) Well deserved. Ich frage allerdings immer am Anfang, jetzt habe ich dich nicht gefragt, ob dir das Recht ist, aber ich glaube du bist da uneidl. Wie alt bist du eigentlich? Okay, also wir schauen heute 36 Jahre zurück. Ist dir leicht gefallen so, die fünf Dinge dir zusammenzusuchen? Wann hattest du mehr, hattest du weniger? Wie war es für dich? War bei er.
Gunnar Lott (01:44.238) 1656.
Gunnar Lott (01:53.32) und musste dann streichen.
Joel Kaczmarek (01:55.859) Na gut, komm, schauen wir direkt rein. Was soll das erste Ding, was du gesagt hast, ich gern gewusst mit 20.
Gunnar Lott (02:00.19) Ich hätte die Dramaturgische ordnen müssen, glaube ich, aber ich fange mal gleich mit was an, was man gar nicht so leicht erklären kann. Ich habe das Embrace Complexity genannt. Ich hasse das, aber es gibt nicht so richtig einen Begriff dafür.
Joel Kaczmarek (02:13.576) Umarme Komplexität würdest es auf Deutsch sagen, Ja.
Gunnar Lott (02:16.194) Ich würde sagen akzeptiere Komplexität. Und das ist was, was man, finde ich, als junger Mensch, aber auch im Business gerne macht. Man sucht nach der einfachsten Lösung. Man sucht nach dem Schwarz-Weiß. Man sucht nach dem unbedingten Ja und Nein. Man sucht nach dem Rezept. Man denkt so, der macht das so. So will ich es auch machen. Geil. So ist es dann. Und dann ist die Wahrheit ist keine Ahnung, irgendwas. Und hat man so einen Sinspruch aus einem amerikanischen Businesswerk und so.
Und die meisten davon funktionieren gar nicht. Und die Welt ist natürlich logischerweise viel komplexer. Und das ist jetzt auch echt eine triviale Erkenntnis. Da muss man jetzt auch nicht 56 Jahre alt geworden sein, um das so herauszufinden. Ich finde aber, das hat noch eine tiefere Ebene, dieses Akzeptieren der Komplexität, weil abseits von so einfachen Slogans, auf die man nicht reinfallen soll oder so.
Ich finde, das ganze Leben wird viel besser, vor allen Dingen im Business, wenn man sagt, so dieses Projekt, das wir hier machen, das ist komplex, das wird uns an die Grenze führen, alleine zum Durchschauen, nicht die harte Arbeit, nicht das der Aufwand, den wir treiben müssen, dieses Projekt durchzuführen oder diesen Markt zu erobern oder was immer man gerade tun will oder irgendwas Privates. Kann ja alles sein. Aber dieses
Okay, das ist komplex und wir machen es aber so geil, wie wir irgendwie können in dieser ganzen Komplexität und wir behumpsen uns nicht vorher, indem wir sagen, das kriegen wir schnell durch oder das machen wir MVP und dann schauen wir mal, sondern so. Lass das mal in seiner ganzen Komplexität durchdenken und dann werden Sachen, wie ich finde, sehr viel nicht nur besser, sondern auch so fürs eigene Befinden besser. Dann hat man mal was Komplexes gemacht.
Dann hat man was durchdacht, bis zum Ende, dann durchschaut man irgendwas richtig und hat nicht nur an der Oberfläche gekratzt, ein Halbgasprodukt rausgehauen und gehofft, dass der Markt es nimmt und so. Und das ist bisschen schwer zu erklären, der Gedanke. Und ich habe auch nicht so richtig so ein zündendes Beispiel mit Bergsteigen und Zügen oder so, wie man das im Business sonst macht. Aber also das ist es irgendwie. Das ist so. Ich habe verstanden später im Leben, dass Komplexität nichts Schlechtes ist, sondern dass man sich da reinlehnen muss, weil das auch der Unterschied ist. Wenn ich
Gunnar Lott (04:32.66) mit meiner Firma, meiner Agentur, meinem Fußballverein, was weiß ich, ein komplexes Projekt zu Ende kriegen kann und das auch gut machen kann, dann wird das schon besser sein als die Leute, die halt einfach mal den schnellen Schuss gemacht haben.
Joel Kaczmarek (04:45.408) Das ist ganz lustig, weil ich erinnere mich daran, wir haben mal telefoniert, da bin ich irgendwie durch den Wald spaziert, hab dir von einem meiner Reichweitenprobleme erzählt und hab erzählt, wie jemand anders das löst. Dann hast du gesagt, ach, so eine Idioten, die gehen auch immer hin, nehmen komplexes Problem und suchen nach einer einfachen Lösung. Es gibt keine einfache Lösung für komplexe Probleme. Und ich finde, das nimmt sogar so eine Art, diese Formel, die man sonst hat, emotionalen Druck. So nach dem Motto, da ist ein Problem, ich muss das schnell gelöst kriegen, andere kriegen das ja auch hin. Wenn man sich erlaubt
zu sagen, das ist komplex und da darf ich länger drüber nachdenken und der erste Schuss wird vielleicht nicht sitzen, aber der dritte erst. Also ich finde, das macht doch emotional was mit einem, oder?
Gunnar Lott (05:20.07) Ja, es gibt einem ja auch eine Sicherheit in den Sachen. Ich finde, man neigt dazu, Sachen nicht mehr so komplett zu durchdenken, weil man ja denkt, ja, man weiß es schon. Und das hat ja jemand anders auch schon mal gelöst. Und dann geht man auf die Vorbilder hinterher heutzutage. Und aber eigentlich lohnt sich das, das mal so richtig zu verstehen. Und das ist auch so befriedigend, Sachen richtig zu verstehen. Und ich finde, man nimmt sich da manchmal was und das hat insbesondere mit dem
eigenen Aufstieg zu tun ein bisschen. Ich komme später nochmal auf typische Probleme der späteren Karriere, die man vielleicht vorher wissen müsste. Aber im eigenen Aufstieg ist es ja oft so, dass man zu größeren Abstraktions-Ebenen kommt. Wenn man eine Abteilung leitet oder eine Firma leitet, dann arbeitet man auf einer abstrieren Ebene. Und dann ist man noch mehr in Versuchung, die einfache Lösung zu finden, was man jetzt gar nicht mehr sieht.
wie der ganze Eisberg darunter aussieht, den die Mitarbeiter dann ja oft stemmen und so. Und dann wird man leicht zu so einem Ideenchef, der halt, ich hab das mal gesehen hier bei den Amerikanern, das machen wir jetzt auch so. Und das ist ja nochmal toxischer oder schwieriger und so. Und deswegen, man darf diesen Blick dafür, wie komplex Sachen sind und wie komplex Sachen sein könnten, auch nicht verlieren, finde ich, wenn man gut sein will in dem, man tut.
Joel Kaczmarek (06:42.878) Naja, weil, also wie gehst du denn damit Wir beide sind ja in einem Geschäft. Das ist ja so ein bisschen, bei der Formel 1 sagen die immer, das Rennen gegen die Stoppuhr ist das ehrlichste, was es gibt. Und bei uns ist ja das Rennen zum Beispiel Reichweite oder Sichtbarkeit oder Reaktionen auf Inhalte. Das heißt, man ist ja immer in einer Vergleichbarkeit drin. So, und dann sitzt du da. Mir geht es oft so, ich mache mir viele Gedanken darüber, wie erreicht man eigentlich noch Menschen in einer Welt, wo jeder Kanal verstopft ist, wo KI dir noch weiter verstopft, wo irgendwie Inhalte immer banaler werden, die Aufmerksamkeitsspannen sinken.
Und dann gucke ich mich links und rechts und an den Reichweiten denke ich dann immer, die kriegen das ja auch irgendwie hin. Also da bist du so in diesem Vergleich dann drin. Und wenn man dann aber mal drunter schaut, was du gesagt hast, dieser Iceberg so unter die Wasseroberfläche, merkst du, naja, okay, warte mal, da wurde vielleicht mit Werbung nachgeholfen. Die sind einfach schon lange am Markt. Der hat irgendwie einen Promi dabei gehabt, krasse Reichweite. Es gibt da wahrscheinlich so 20 Faktoren für jedes einzelne Item, was der Grund ist, warum die funktionieren. wie geht es dir denn damit? Weil du bist ja auch in diesem Geschäft drin, wo man sich viel Gedanken macht über, wie viele Leute hören da ist, wie kriege ich mehr Konsumenten und so weiter.
Gunnar Lott (07:39.534) Das ist ideales Geschäft für Leute, sagen, dass sie das nicht alles durchdringen müssen, sondern dass sie die Komplexität dieses Systems akzeptieren und dann halt mal gucken. Weil wir haben an allen Stellen für so einen Reichweiten-Game zu wenig Daten. Wir kriegen das nie genau hin, weil wir auch auf andere Sachen angewiesen sind, auf Discovery, auf Plattformen, auf YouTube und solche Sachen. Und du kriegst es nie so eins zu eins gespielt, weil die Systeme nicht so verlässlich sind. Das ist ja nicht so wie ich mache.
laden in Wanne-Eickel-Süd auf und kann dann zählen, wie viele Leute da vorbeigegangen sind. Und wenn dann halt nur fünf Prozent angehalten haben, dann versuche ich das auf zehn Prozent zu bringen. ist ja so funktionieren die komplexen Systeme nicht mehr. Also kann man ja nur gucken, dass man sich ein oder zwei Faktoren raus sucht erst mal und damit dann endlos operiert, die besser zu machen. Und aber ohne halt zu vergessen, dass es halt nur zwei von 20 sind oder so. Ich finde.
Unser einer Trick, den wir machen in unserem Podcastprojekt, ist, dass wir es so versuchen, so aussehen zu lassen, als sei in die Podcast total viel Mühe geflossen. Wahnsinnig viel Mühe. Und ich habe wirklich alles versucht, das zu faken, aber es geht halt nicht. Deswegen geben wir uns jetzt halt wahnsinnig viel Mühe mit jedem Podcast, tiefe Recherche und alles Mögliche und so. Und das wird zumindest von einem Teil der Zielgruppe gutiert. Nicht so sehr in der Reinen Discovery im Auffinden, da sieht man das ja nicht, aber
Was unsere geheime Strategie ist, wir vergiften den Brunnen für die anderen. Die Leute hören uns dann und denken, das ist ja ganz geil. Und dann hören sie einen Podcast, denken, auch nett, aber ein bisschen shallow. ist ja bisschen, also bei Steve Trevor war das alles noch ein bisschen deeper und so. dann denke ich, ja, zack.
Joel Kaczmarek (09:23.79) Ich meine, hast du sonst auch noch mal so eine kleine Ausführung, wie du denn mit Komplexität umgehst? was ist dein Pfad? Akzeptanz ist mal das eine, aber wie reagierst du auf Komplexität?
Gunnar Lott (09:35.796) Ich habe so einen journalistischen Blick auf Komplexität, glaube ich. das ist, dass man halt, du kennst das ja vom Schreiben, wenn du jetzt mal einen großen komplexen Artikel hast, eine Recherche, irgendwas, was da auch richtig sein muss. Vielleicht sogar eine investigative Recherche und so. Und dann fängt man ja mit ganz einfachen Maßgaben an. Man schreibt schon so ein Exposé oder man macht einzelne Kapitel schon mal. Jeder hat da eine bisschen andere Art, das zu machen.
Ich habe immer mit einfachen Bausteinen angefangen und dann versucht, immer wieder da rauszutreten und zu sagen, zu welchem Bild führt das? Und dann kommt der nächste Baustein dazu und dann zu welchem Bild führt das? Was für ein Haus baue ich da gerade? Und die eigentliche Story, das Grundnarrativ kann sich dann vier-, fünfmal ändern, auch ins Gegenteil, weil der neue Rechercheblock oder der neue Baustein alles nochmal anfasst, was vorher schon gewesen ist.
Ich finde eine neue Sache raus und sage okay, die acht Kapitel, ich oder die acht Absätze, die ich schon geschrieben habe, dazu werden jetzt gefärbt durch diese neue Sache. Jetzt schreiben wir die alle nochmal anders Und so geht es eigentlich. Da sieht man die Komplexität, dass der Artikel wird immer komplexer, das Bild wird immer komplexer, man muss es trotzdem auf einer Ebene irgendwie durchschaubar halten. Aber alles spricht mit allem. Wenn ich jetzt plötzlich rauskriege, keine Ahnung, der Interviewpartner
Ich es nicht, ist ein Spion, was ganz Dummes zu sagen und doch kein Genie oder so. Ich mache einen Artikel über Elon Musk und wir finden raus, dass er russischer Spion ist, der Amerika zerstören soll. Dann habe ich am Anfang diese Genie-Geschichte geschrieben und über seine Kindheit in Südafrika und so und dann finde ich das mit dem Spion raus und dann wird die ganze Geschichte anders. Alle Teile, die ich geschrieben habe, fasse ich an. Das jetzt ein bisschen albernes Beispiel mit Elon Musk. Und so geht das mit allen Sachen. Ich recherchiere irgendein Thema, im E-Commerce oder in
in irgendeiner Sache über die ich berichte und fange halt mit einfachen Bausteinen an und gucke ob ich noch was hinzufügen kann und gucke ob ich noch ob ich noch verändern kann und gucke ob ich meine Prämisse noch umstoßen kann. Weil wir versuchen natürlich aus allen eine Geschichte zu erzählen und das ist jetzt natürlich, weil wir Podcaster sind, versuchen wir eine Geschichte zu erzählen aber alles im Business ist ja Storytelling.
Joel Kaczmarek (11:46.74) Also am Ende des Tages geht es ein Stück weit darum, Komplexität dann in kleinere, verdaulichere Bausteine zu verpacken.
Gunnar Lott (11:52.766) In der Recherche, genau, und in meiner Bearbeitung. Aber insgesamt muss es halt ein Bild ergeben. Und das Bild muss irgendwie halten. Und das muss auch dann das aushalten, wenn der Leser oder der Kunde mit dem Zeigefinger in einen Aspekt rein drückt und sagt, da ist ja Luft hinter. Das geht nicht, das muss alles halten. Und so müssen ja Geschichten gebaut sein. Ich kann ja nicht in irgendeiner langen Geschichte plötzlich irgendwie einen Absatz haben oder so, der halt gar nicht
funktioniert oder der gar nicht passt, weil das ist alles ein komplexes Haus.
Joel Kaczmarek (12:25.76) Jetzt ist dein Beispiel vielleicht relativ spezifisch, aber wenn wir mal versuchen, davon zu übertragen, wie gehst du denn vor? Wonach entscheidest du denn, welchen Baustellen du zuerst nimmst? Wenn ich jetzt mal deine Arbeit vorstelle, nimmst du ein altes Videospiel und willst darüber berichten. So, dann kannst du zum Beispiel einerseits dir angucken, wer sind die Menschen, die das gemacht haben? Also guckst ein bisschen auf die Historie der Leute, wo kamen die her, wo haben die gearbeitet? Du kannst aber auch auf den Markt gucken, du kannst vielleicht von der Geldseite schauen, okay, was passiert denn noch im Markt, was ist da passiert?
Du kannst irgendwie über Skandale reden, was weiß ich, Doom, 3D-Ego-Shooter, riesiger Skandal in der Zeit, da muss man das Kontext wissen. Also es gibt ja so ganz viele Pfade, auf denen du dich nähern kannst und wie entscheidest du denn, welchen Pfad du zuerst bestreitest und welchen danach?
Gunnar Lott (13:04.822) Das fängt vom kontextuellen Wissen ab. Das ist, finde ich, auch das, was es am stärksten beeinflusst. Das ist in jedem Beispiel so. Das hat jetzt nicht nur was mit der Videospielrecherche zu tun. Es gibt immer zu allen Aspekten kontextuelles Wissen. Und das ist halt schwer zu haben. Wenn du halt irgendwo hingehst und das dann nicht schon seit 20 Jahren machst, hast du das kontextuelle Wissen nicht. Das heißt, du musst es aber, so Gebiet zu durchdringen,
Sagen wir mal ein E-Commerce Projekt mit Parfüm oder so. Dann fehlt dir halt, wenn du nicht aus der Parfümbranche kommst, aber denkst, du hast schon Ahnung von E-Commerce, schon mal einen Job gebaut und so, guckst du mal. Aber du brauchst dieses ganze kontextuelle Parfümwissen. Das musst du halt irgendwie über User, über Sekundärliteratur, über irgendwas musst du das kriegen. Und je mehr du von diesem kontextuellen Wissen über das eigentliche Sujet erfährst, desto mehr wird dein Bild komplexer werden.
Anfangs hast du gedacht, ist ich, so und so viele Zutaten und es gibt nur fünf Sorten und dann fängst du raus, nee, nee, bei den fünf Sorten wird es ja bloß und dann sind das 25 Sorten und so. Und dann sprichste mit einer jungen Frau und dann hat die aber 30 Themen dazu und so. habe mit meiner Frau und meiner Tochter über Skincare gesprochen. Ja, da macht sich eine ganz komplexe Welt auf, von der ich noch nie gehört habe, weil sie so viel Kontextwissen über dieses Thema hat. Und ich habe immer versucht dann so, ja, aber was soll ich denn jetzt nehmen? Das hängt davon ab. Und dann gibt es wieder einen Infodumpf.
Und das ist einfach so, glaube ich, das in allen Bereichen so. Wie gesagt, auch bei E-Commerce Projekten oder wenn ich eine größere Software baue oder einen CRM aufsetze oder irgendwas. All diese Sachen sind da komplex. Ich will das doch gar nicht überbetonen. Das ist halt einfach so. Ich finde nur, ganzer Punkt dreht sich da drum, dass ich halt in der Jugend und auch lange meines Lebens gedacht habe, es wäre alles viel einfacher. Und man könnte alles irgendwie runterbrechen, wenn man nur den Weg findet, die Abkürzung, den Trick findet, den einen.
entscheidenden Aspekt, der das alles dreht. ich glaube, gibt diesen entscheidenden Aspekt fast nie.
Joel Kaczmarek (15:01.518) beobachtest du es denn eigentlich so um dich herum? Weil ich habe schon so den Eindruck, ich würde es jetzt gar nicht mal an einer Generation festmachen, sondern an so einer gesellschaftlichen Grundströmung, dass viele Leute mittlerweile dazu übergehen, diese Fähigkeit zu verlernen, Komplexität zu behandeln, zu akzeptieren, dass sie da ist, mit dir umzugehen. Ich habe den Eindruck, ganz viele Leute streben gerade nach Einfachheit und fahren so ein bisschen gegen die Wand. Man sieht es vielleicht aber nicht immer so auf Social und Co. Siehst du das auch so?
Gunnar Lott (15:24.686) gibt es keine welterklärende Theorie dazu. Ich glaube, dass es da, dass es einfach eine Persönlichkeitsfrage ist, ob man, es gibt einfach Leute, die können zwei widersprüchliche Gedanken im Kopf halten und sagen es einerseits ist das, aber andererseits stimmt das auch. Ich halte das mal so lange im Kopf, nebenher und halte sozusagen die Optionen offen. Es gibt Leute, die das gar nicht ertragen und die das sofort zusammenklappen müssen auf eine Lösung.
Das ist gar nicht, glaube ich, eine Persönlichkeitsfrage. Das auch gar nicht, dass eins besser ist oder schlechter ist. Würde ich gar nicht sagen. Es gibt ja auch Leute, die gut Change ertragen und den so ums Verrecken herbeiführen, so weil sie denken, der nächste Computer, das nächste Computerprogramm, das rettet mich und macht meine ganze Arbeit. Ich probiere noch was aus und noch was aus. Das bin ich eindeutig. Und dann gibt es Leute, die einfach sagen, nee, das hat schon immer funktioniert. Ich benutze Windows seit 25 Jahren. Das mache ich jetzt so weiter.
Und das sind beides legitime Wege. Und ich würde sagen, dass diese Sachen mit der Komplexität spielen auch damit rein, je nachdem, wie man das so verarbeitet. Manche Leute wollen es mit zunehmendem Alter immer einfacher haben. Das merkt man. Die wollen dann halt immer die einfachen Lösungen, die Sachen beibehalten. Und manche Leute gehen durchs Leben und denken, das ist gar nicht so einfach, wie ich dachte. Das ist das, wo ich herkomme. Ich habe das Gefühl gehabt, dass sogar mein ganzes Leben komplexer geworden ist.
Alles in meinem Leben ist komplexer geworden. Wie viel davon auf die Gesellschaft zurückzuführen ist oder technologischen Fortschritt oder auf meine Welterkenntnis schwer zu sagen. Ich sage nur, da hätte man mir früher sagen können.
Joel Kaczmarek (17:00.43) Ich meine, wollte es auch nicht überstappen, aber ich denke auch gerade so, ich finde die Datenmenge ist einfach auch größer geworden. Weil ich habe gerade so ein Erlebnis im Kopf, ein Verwandter von mir hat irgendwie mal zu mir was gesagt, ja, ach, das hast du ja genial gemacht. Und dann habe ich mich mit einer Freundin unterhalten und gesagt, was für ein nettes Kompliment, weil eigentlich gibt es gar kein Universalgenies mehr. Das letzte Universalgenie, was man so nennen könnte, war wahrscheinlich Goethe. Das war noch so eine Zeit, wo man irgendwie so viele Informationen hatte und so viele Fähigkeiten, dass man die vielleicht zu einem Wissensschatz zusammenbringen konnte, dass man auch so halbwegs in allen Bereichen intelligent war.
Aber mir geht es jetzt so, ich habe hier gerade von Andy Weir die Bücher gelesen, der Marciana, Hail Mary Project und so und dann sitzt du so da und denkst so, okay, fuck. Also wenn ich alleine auf dem Mars gestrandet wäre, der Typ hat mit Botanik überlebt, mit Chemie, mit Physik, vielleicht schon mal Stratke bei einigen Dingen gescheitert. Also es ist einfach so viel Komplexität, die wir jetzt sehen, die wahrscheinlich immer schon da war, aber dadurch, dass wir sie jetzt besser verstehen und mehr Daten dazu haben, kriegst du halt mit, wie viel Komplexität da
Gunnar Lott (17:53.887) findet er das zweite buch also das das eigentlich dritte buch das ist hey project hey mary also da begreife ich nicht wie er das geschrieben hat das ist ja so komplex in der in der anlage mit dieser alien sprache und allem ja also das muss also wo ich würde ich gerne die notizen sehen ein wunderwerk an komplexitätsakzeptanz würde ich sagen auf der seite also wir trauen uns natürlich auch mehr komplexität sieht man auch an so romanen so dass die das halt auch dann nicht vor dem
Leser verbergen, sondern da halt auch wirklich, dass Leute dann Freude haben, mit dem Marisihaner diese ganze Komplexität des Kartoffelanbaus zu gehen.
Joel Kaczmarek (18:28.91) Ja, stimmt. Na gut, kommen wir nochmal weiter. Was ist denn zweite Ding?
Gunnar Lott (18:32.824) Ich hatte eigentlich auf Platz 4 einen Punkt, der heißt alle kochen nur mit Wasser und der passt jetzt hier aber ganz gut ran, weil ich jetzt schon über Leute gesprochen habe und über Karrieren und das ist aber auch ein ganz stumpfer und sehr provokanter Punkt. Ich habe als junger Mensch, das ist ein bisschen wie mit der Komplexität, gedacht die Leute sind einfach alles Killer da draußen. Die können ja alles, was die alles machen und dann reden die so gut und so und das war alles Unsinn.
Die Leute sind alle viel schlechter, als man denkt. Man überinterpretiert Statusvorteile. Gutes Aussehen, gute Stimme, Erfahrung in irgendeinem Bereich, eine gewisse Art sich gewählt auszudrücken. Und dann guckt man so rein in so Management-Entscheidungen, auch auf großer Ebene, und dann merkt man, ja gut, ist halt, weil er den kannte. Oder weil er das lieber mag oder so. Ich hatte früher einen Chef, der war sehr cheftypisch.
Adliger von Haus aus, so sehr groß und schlank und sah auch einfach sehr nach einer Führungsperson aus. Schon lange Jahre in dem Business, spricht auch sehr überzeugend und so. Und dann war ich öfter mit dem auf Business, Reisen, Veranstaltungen mit potenziellen Kunden. Und dann habe ich gemerkt, der kann ja nicht fünf Pfennig ein Geheimnis bewahren.
Der hat allen Leuten immer alles erzählt. Also wie ein Kind. hat sich so gesondert in den Reaktionen der anderen, dass er sich nicht benehmen konnte wie ein Profi. Und ich als relativ junge Führungskraft und so habe da die ganze Zeit dabei gesessen und dann versucht das Gespräch wegzusteuern von unseren Geschäftsgeheimnissen, weil er die alle sagen wollte, auch mit Zahlen und so. Und das ist ja
Er ist ja ein Kinderverhalten. Das kann man ja nicht anders sagen. Das hat ja nichts mit Professionalität zu tun. Und das hat auch nichts mit Taktik zu tun oder Gesprächsführung oder irgendwas. ist ein Kinderverhalten. Der wollte einfach die Anerkennung haben, sich da drin sonnen. Die anderen, ja, das haben sie ja toll. Ja, und was wir noch gemacht haben. Das ist ja auch toll. Und das, was wir noch gemacht haben. Und so. Und dann habe ich gedacht, guck mal an, die können ja alle gar nichts. Ja, der hat sicherlich Fähigkeiten, was weiß ich, buchhalterischen Bereich oder was weiß ich, aber nee.
Gunnar Lott (20:55.39) Nee, der hat mal voll mit Wasser gekocht. Und das hab ich ganz oft erlebt. Ich hab irgendwann mal jemanden kennengelernt, hatte die schönste Stimme, ich bei einem Mann gehört hab. Und dann ist man mit dem eine Weile irgendwo in Businesszusammenhängen zusammen. Und dann denkt man sich, warum redet der so viel Unsinn? Das stimmt ja auch alles gar nicht. Ganz viel Improff und nicht nicht überlegt und nicht an den Skript gehalten und so war es so. Und irgendwer sagt mir jemand, ach, hast du den kennengelernt? Ja, Hast du gemerkt, dass er sich nur auf seine Stimme verlässt und nichts anderes kann?
Und ich so ja, ach ja, jetzt stimmt. Und dann ist das so, es hat einen Typ mit Bart und groß und schlank auch und hat so eine schöne Stimme. Und dann denkt man, ja, es kann doch nicht alles sein. Es kann nicht sein, dass ich mich hier umgucke. Und ich halte mich jetzt nicht für super schlau. Aber ich denke immer, kann immer mit allen mithalten, so weil die anderen beherrschen ja die Basics dann oft nicht. Ja, gerade in Führungspositionen. Eine meiner großen Erkenntnisse in meinem Leben ist, ich habe immer gedacht, es wird komplexer, wenn man nach oben geht.
Also man wird halt dann Teamleiter und dann hat man plötzlich drei Leute. Das heißt, man hat die Aufgabe, die man schon vorher hatte. Und man muss auch die drei Leute managen mit all den Problemen, die die Leute machen. dann was ist ich? Befindlichkeiten und Schwierigkeiten im Job oder was ist ich? Und muss man das alles noch managen. Dann hat man diese Sache halt zusätzlich. Und dann ist das viel komplexer geworden. ein Riesensprung in der Komplexität vom Mitarbeiter zum Teamleiter. Und dann gehst du vom Teamleiter zu einem Abteilungsleiter. Und dann hast du ja plötzlich ein Team von Teamleitern, die auch alle vielleicht...
ihre Eitelkeiten haben und so was. du hast das Team auch schon noch und du musst schon ganz schön ganz schön viele fachliche Entscheidungen treffen. Das ist ja noch viel komplexer, unangenehm komplex alles. Ich denke, dass ich als Chefredakteur geworden bin. Boah, jetzt bist du ja alles fucking verantwortlich. Das ist ja so schwierig alles. Wie machen das denn Leute? Ja, und dann wurde ich stellvertretend Verlagsleiter und habe mir auch dann diese Verlagsleitungsposition angeguckt und habe gedacht, ach so, ja, und jetzt tust du ja eigentlich nur noch Geschmacksentscheidungen.
Jetzt kommen mehr Leute die ganze Zeit mit super ausgefeilten Plänen zu dir, nämlich diese Abteilungsleiter, und schlagen dir was vor. Und dann sagst halt, ich nehme das da, das ist gut. So. Und dann hast du, idealerweise kannst du auch das gut machen, kannst ja deine Entscheidungen gut basieren, kannst die Leute challengen und auf denen das Beste rausholen, es alles Mögliche, da gibt es ja Skills auch. Aber wenn du gar keine Skills hast, läufst du da halt durch und triffst Geschmacksentscheidungen. Und mein früherer Chef, wie dann noch ein anderer Chef, wie dann andere Firma,
Gunnar Lott (23:21.192) Der war halt so, der hat nur Geschmacksentscheidungen getroffen, konnte gar nix.
Joel Kaczmarek (23:25.966) Mir ging es oft mit Universitäten immer so. Ich habe irgendwie immer geglaubt, wenn du in Harvard warst oder MIT oder in Oxford, dass du dann so ein Universalgenie bist, irgendwie so, weiß ich nicht, kann dir Pi bis 40 Stellen nach einem Komma sozusagen nennen, kann rechnen, dies, jenes, welches. ich hatte so den Angespräch, ist gar nicht so. Da geht es eigentlich mehr um so eine Mischung. Da werden Leute selektiert, die ein gewisses Mindset haben, vielleicht einen gewissen wirtschaftlichen oder sozialen Background, schon ein gewisses Fähigkeitenset.
Aber so diese Hyper-Eliten, es so eine Decke gibt, durch die man durchstoßen muss, bisher habe ich die auch noch nicht gesehen. Auf der anderen Seite versuche ich mich dann immer wieder so zu so einer Bodenständigkeit zu ermahnen, jetzt hier nicht abzuheben und so eine Hybris zu entwickeln. Weißt du, was ich meine? Das ist so...
Gunnar Lott (24:08.846) Genau. Also ich finde, es gibt natürlich massenhafte Leute, die schlauer sind als ich. Jaja, ganz klar. Oder zumindest in bestimmten Gebieten schlauer sind als ich. Aber ich finde, das korreliert gar nicht gut mit Führungskräften oder mit Erfolg, sagen wir mal. Überhaupt nicht. Das hat ganz viel andere Ursachen. Ich finde, es gibt immer diese schönen amerikanischen Interviews von Guy Russ in dem Podcast How I Bid This, der immer am Ende gefragt hat, wie viel Prozent deines Erfolgs ist eigentlich Glück? Und dann
wissen die Leute nicht, was sie antworten sollen, weil das will ja niemand sagen alles oder so. Und aber gab es ein paar sehr ehrliche Antworten, die gesagt haben, auf jeden Fall über 50 Prozent. Und das ist, glaube ich, so viel Survival Bias und viele Leute, die man so für super kompetent hält, die sind das gar nicht per se. Und das schichtet einen aber ein als junger Mensch mit 20 und führt auch dazu, dass man vielleicht
Sachen nicht ordentlich durchdenkt, weil man ja das Gefühl hat, der andere kann das dann besser oder man geht nicht in die Diskussion, wir mal, weil man denkt, das wäre weltfördiger
Joel Kaczmarek (25:15.11) Vielleicht ist dein Beispiel sogar noch besser als meins, weil der Wissenschaftsbetrieb ist natürlich noch mal mehr an Erkenntnissen ausgerichtet und an belegbaren Fähigkeiten als jetzt die Businesswelt zum Beispiel. Ich habe bei mir eine Sache festgestellt vor gar nicht so langer Zeit und es war mir schon unangenehm, das zu merken, dass ich regelmäßig Wohlstand, also viel Geld besitzen, reich sein, mit Relevanz verwechselt habe.
Ich hab immer gedacht, wenn jemand Millionär ist, der muss ja richtig krass sein. wenn jemand eine hohe Stelle mit viel Gehalt hat, das muss eine richtige Rakete sein. Was ist da so deine Beobachtung und Haltung zu?
Gunnar Lott (25:49.034) Ist ja auch viel Zufall. Ich finde, die meisten Leute, die halt richtig gut sind irgendwo oder so einen nachweisbaren Erfolg haben, haben schon einen besonderen Skill. Das muss nicht der Skill sein, der der Firma am meisten nutzt. Das kann ja auch ein Skill sein, der interführungskräftemäßig ist. Man kann ja auch ein sensatiler Intrigant sein, zum Beispiel, und damit Erfolg haben. Es gibt natürlich auch einfach viele Leute, die das Geld einfach wert sind. Das will ich gar nicht sagen. Aber es ist halt schon
Also man soll sich nicht einschüchtern lassen, bis man das zweifelsfrei bewiesen hat. Ich hatte mal einen Chef, der war ein brillanter Produktmanager. konnte alle Zahlen immer so im Kopf gehabt. Also alle Metriken. Also konnte halt alles sagen und dann das und dann das und dann das. Und er kannte dann deinen Bereich von den Zahlen her besser als du. Und dann haben die Leute so eine Angst vor dem gehabt, weil immer in den Meetings sind sie dann reingegangen, haben ihren Bereich präsentiert und hat das auseinandergenommen. Und das habe ich mir halt so angeschaut und habe gesagt,
geht ja nicht, dass der meinen Bereich besser kennt als ich. Dann muss man sich mal hinsetzen. Und dann habe ich mich da halt hart hingesetzt, alles zu durchdringen und alles zu wissen und alle Leute vorher gefragt und so, damit ich auch nichts falsches erzähle. Und dann merkt man, der ist ja einfach ganz rational. Der hat halt nur keinen Bock auf Bullshit. Der wollte halt einfach nur über die richtigen Zahlen reden und nicht über irgendeinen Fantasiekonstrukt, das du schnell dahin geworfen hast, weil du keine Ahnung hast. Und dann war das ganz angenehm. Da war das der rationalste Chef, ich je hatte in mancherlei Hinsicht und dachte so, ach so.
Hätte ich jetzt wieder so eine Angst gehabt, dass das so ein Insoligenzmonster ist und dass man da eh nichts macht und dass man diese Meetings halt irgendwie gucken muss, dass man ja nicht auffällt und so. Quatsch. Und dann bin ich immer ganz anders in diese Meetings gegangen und alle Leute immer so, ja Gunnar, sag du es ihm doch. Du scheinst ja mit ihm zu können. ich so, nee, das liegt nicht daran. Es liegt daran, dass der halt einfach was anderes will und dann musst du halt gucken, was der will. Aber es war jetzt auch nicht Raketenschirurgie. Es war halt einfach das Wissen um die Zahlen. Das kann ja jeder.
Joel Kaczmarek (27:44.862) Was war denn so dein Thema, wo du quasi immer Kompetenz hinter vermutet hast? Also bei mir war es oft Geld. Weil ich dann dachte, wenn jemand reich war, er Erfolg gehabt, hat er sich irgendwie erarbeitet. Was war es bei dir?
Gunnar Lott (27:53.71) überschätze alle Leute, die sich gut ausdrücken können. Logisch, aber alte Journalistenkrankheit. Ich setze gleich unfair und wissenschaftlich falsch. Ich setze die Beherrschung der Muttersprache mit Intelligenz gleich. Ich kann das abstrahieren, dass das nicht so ist, aber fällt mir total schwer. Also wenn jemand sich gewählt ausdrückt, dann denke ich immer so, oh cool, wow. Ich finde das auch sexy bei Leuten, also bei Männern wie Frauen, wenn die da unten
haben und so. Und das ist auch einfach eine, ist ja auch schon eine Ausprägung von Intelligenz, ja sicherlich, aber halt auch nur eine Zeilausprägung. So ein enger Freund von mir hat das gar nicht, ist aber also so ein mathematisches Genie und ganz offenkundig anders begabt als ich. Und das ist so interessant zu sehen, was passieren muss, damit wir zugleich zu Schlüssen kommen, weil wir aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen und so. Und das finde ich ja, ist ja genauso respektabel.
Joel Kaczmarek (28:51.586) Ich auch eine ganz richtige Einsicht. Ich habe von meiner Freundin Vanessa gelernt, dass Leistung und Wirkung nicht dasselbe sind. Und dann hat sie mir das so aufgeschlüsselt und meinte, du guck mal, das funktioniert auch wie folgt. In der Schule ist Leistung und Wirkung ziemlich gleich. Das heißt, wenn du dich meldest, hast immer recht, weißt die Sachen, schneidest im Testgut ab, du leistest viel, dann wirkst du auch, weil dann kriegst du gute Noten. In der Uni ist es auch noch so, da wird es ein bisschen spezieller. In der Berufswelt ist es am Anfang so und irgendwann nicht mehr.
Du kannst ja best in einem Team sein, irgendeiner Sache und wirst trotzdem nicht befördert. Das fand ich eine total interessante Einsicht, weil ich dachte, ja stimmt, hat die total recht, dass das System irgendwann dreht und ab irgendeiner Stufe ist das auch so. Was ist denn so dein Blick heutzutage darauf? wie, wenn du sagst, okay, alle kochen nur mit Wasser, wen von den Menschen findest du denn spannend anhand welcher Merkmale? Wenn du jetzt sagst, okay, meine Falle ist die Stimme, aber so richtig, worauf guckst du?
Gunnar Lott (29:41.734) Ich gucke, also wenn ich Mitarbeiter einstelle zum Beispiel oder mich ein oder sagen wir mal ein Investment mache und gucke mir die Leute an. Ich würde schon gucken nach Leuten, die nicht nach einfachen Lösungen suchen. Das ist ja konsistent mit dem, ich, was ich so denke, wie die Welt funktioniert. Ja, ich schaue nach einer gewissen Grundbescheidenheit bei Leuten, weil ich glaube, das Hybris, Schlimmste ist, was man machen kann, das halt
richtig viele brillante Leute an der eigenen Hybris scheitern. Weil es ist so leicht, sich zu überschätzen im Business, finde ich. Mein Beispiel ist immer als Chefredakteur habe ich, glaube ich, wenn ich mit Mitarbeitern rede, in 70 Prozent der Fälle Recht. Das ist einfach eine mathematische Wahrscheinlichkeit. Ich mache den Job länger als die, ich habe ein bisschen mehr einen Top-Down-Blick. Meine Position verlangt das auch ein bisschen mehr, dass ich bisschen anders draufgucke.
Ich habe in 70 Prozent der Fälle recht. Aber wenn man in meinem Kopf ist, wie ich einen Tag lang 70 Prozent recht gehabt habe, das fühlt sich ein wie 100. Meine Heuristik ist dann, ich werde schon recht haben. werde schon, er ja letztens auch recht. Also die drei Male von den zehn Mal, die ich nicht recht hatte, ich schon wieder vergessen. Die sieben Male stehen mir die Flammenzeichen vor Augen geschrieben. Ich habe halt recht. Und dann kommt man in so ein, so ich habe ja immer recht, in so eine, im wahrsten Sinne des Wortes, in so eine Rechthaberei.
Und dann ist das die eigene Heuristik und dann über dann hört man nicht mehr auf die Zwischentöne, dann embraced man die Complexity nicht mehr. Ja, weil man ja denkt, kommst durch? Ich habe ja recht recht recht. Und das das führt in so Fallen finde ich. Und das kann man aber sehen, ob Leute so sind oder ob Leute in diese Fallen gehen. Und ich habe immer bei bei jungen Kollegen drauf geachtet, dass die super sorgfältig sind, also dass die halt alles exakt machen, dass die keine Abkürzung nehmen.
dass sie sich nicht scheuen, auch Sachen dreimal zu machen, bis sie sitzen. Weil dann ist so eine ganze Ebene weg, die du korrigieren musst. musst ja, wenn du einen jungen Mitarbeiter hast oder eine junge Mitarbeiterin, musst du ja Sachen korrigieren. Die Methodik, den Output, vielleicht das Mindset sogar. Und wenn du aber die ganze Ebene mit hast du das auch wirklich gemacht und hast es auch richtig gemacht, nicht mehr korrigieren musst, weil das ist irgendwie da, weil das ist halt sorgfältig und fertig, dann kannst du nur noch optimieren,
Gunnar Lott (32:07.336) auf der Ebene da drüber. Das heißt, die Leute lernen viel doppelt so schnell wie andere Leute. Weil diese ganze Ebene ist, wir müssen nicht nochmal durchgehen und hast auf Aufgabe 3 auch gemacht. Das hält dich so auf. Und das war auch eine überraschende Erkenntnis. Das hat auch bisschen was mit der Komplexität zu tun, finde ich, im weitesten Sinne. geht jetzt hier nicht komplexe Aufgaben, aber die Leute sagen halt, okay, es muss halt durch, es muss halt fertig sein.
Joel Kaczmarek (32:31.262) Ich hab auch gerade gedacht, ich halte mich jetzt auch nicht für ganz talentfrei und ich glaube, wenn man, sag ich mal, Dinge gut kann, gibt es zwei Fallen. Die eine ist hübrig, die andere ist faulheit. Da bin ich auch garantiert schon in beide reingetreten. Wahrscheinlich gibt es noch ein paar mehr. Jetzt bin ich noch neugierig als letzte Frage zu deinem zweiten Punkt. Was macht denn das mit dir? Also wenn du jetzt weißt, andere kochten auch nur mit Wasser, wie gehst du anders mit der Welt mit diesem Wissen im Hinterkopf?
Gunnar Lott (32:53.994) nicht so, dass das so wahnsinnig meine Welt sicht verändert. Ich bin halt ein bisschen, ganz generell ein bisschen misstrauisch. Ich glaube, ich habe dadurch einen viel besseren Bullshit-Detektor entwickelt, als ich das früher hatte. Und das ist ja alleine schon in der heutigen Welt ist das mal eine Überlebenseigenschaft. Also ich falle ganz selten auf Quatsch rein, glaube ich. Und die Leute, die auf Quatsch reinfallen,
Das sind ja immer Leute, denen Abkürzung versprochen wurde. Ja, das ist ja immer 25 Prozent Zinsen auf diesem Investment. Ja, wenn du halt aber das halt ein bisschen die Welt kennst und das denkst du, okay, das wird schon nicht so einfach sein. Wo kriegst du denn 25 Prozent Zinsen? Dann hast du es halt auch leichter, solchen Sachen zu widerstehen. Das ist, ich, meine Haltung gegenüber der Welt und das ist vielleicht sogar ganz, ganz, ganz, ganz gesund so. Und ansonsten ändert das jetzt nicht so viel, glaube ich. Ich nehme halt
Ich glaube halt nicht so oft dran, dass ich das schnell kann und dass ich das alles easy kann und so. Und denke halt immer, okay, das wird schon ganz schön hart werden. Lass mal mit zehn Leuten reden oder mit fünf Leuten reden und deren Meinung einbauen in mein kleines Haus, das ich bauen will.
Joel Kaczmarek (34:06.022) Sehr gut, machen wir weiter mit deinem dritten Ding.
Gunnar Lott (34:08.198) Selbstkontrolle ist alles. Eigentlich hieß der, Verzichten ist leicht. Und das ist eine auch eher triviale Erkenntnis, die ich im Laufe meines Lebens gefunden habe, ist, dass Verzichten mit dem Alter leichter wird. Und dass man, wenn man jung ist, dass es da viel ums Akkumulieren geht, Wissen, Beziehungen, alles Mögliche, so dass man immer denkt, das muss alles immer nach vorne gehen und so.
Und dass man von dem bisschen, was man dann zusammengerafft hat an Reputationen, dass man auf keinen Fall wieder hergeben darf. Und dann neigt man dazu, schiefe Türme zu bauen, das muss ja nach oben gehen. Es muss ja immer nach oben gehen. Und ich würde jetzt heute sagen, es ist immer wichtiger, irgendwas
langsam zu machen, sorgfältig zu machen, nachhaltig zu machen und dann zu versuchen, dass es vielleicht dann am Ende nicht so viele moving parts hat, auch wenn ich Komplexität durchaus gut finde. Und ich habe das so bisschen an so ganz trivialen Sachen gemerkt. Es ist halt immer noch schwierig, mich dazu zu zwingen, eine Sache zu machen wie Sport oder irgendwas. Ja, diese ganzen Gesundheitssachen, die man gerne gerne machen will oder.
diese ganzen Ziele, die man sich immer am Jahresanfang vornimmt. Aber es war relativ leicht mit dem Rauchen aufzuhören oder mit dem Alkohol aufzuhören oder mit anderen Sachen, anderen schlechten Eigenschaften aufzuhören. Weil ich glaube, das nutzt sich auch irgendwie ab. dieses Ganze, alle, alle Leute kommen in einem gewissen Alter in die Minimalismusphase alle irgendwie, weiß was, Anfang 40 rum oder so oft und so.
Dann sieht man daran, wie leicht das verzichten ist und wie das dann dieses Rauschen im Leben mit diesen ganzen Sachen, die man alle machen will, die alle gleichwertig sind, dass man dann sagt, okay, lass mal, lass mal priorisieren. Das, was diese, wie heißt diese japanische Frau nochmal? Marie Kondo gemacht, genau, mit dem Das ist Spark Joy, ist ja eine Priorisierung. Und ich würde sagen, die Priorisierung ist viel wichtiger als der reine Output.
Joel Kaczmarek (36:12.253) Kondo Marikon
Gunnar Lott (36:24.526) So und wieso hat das was mit selbst Kontrolle zu tun? Weil ich finde, dass ein Teil davon halt ganz stark damit zu tun hat. Kann ich mich kontrollieren oder greife ich unkontrolliert zu irgendwas? Kann ich an mich halten? Greife ich wie mein früherer Chef, der der Adlige, trüge ich alles, nach dieser Anerkennung der Gesprächspartner zu greifen? Oder gehe ich in so ein Gespräch mit einer totalen Kontrolle, uneite?
kann auch immer aufstehen und weggehen, wenn man mir dumm kommt und so habe ich ein Set von Werten, dass ich verteidigen kann und kann ich das auch verteidigen mit Kontrolle und ohne Aggression. Ich finde, das macht einen auch zu einem besseren Verhandler grundsätzlich. Die Tatsache, dass man halt sagt, dann stehe ich halt auf und gehe weg. Jede gute Verhandlung, die zu irgendwas führt, von deiner Seite aus, wenn es eine konfrontative Verhandlung ist, hat eine Phase, wo du vom Tisch aufstehst und sagst, ja, dann ist es halt gestorben, tut mir leid.
Und das geht ja nur mit Kontrolle und verzichten können und auch sagen können, okay, dann gehe ich halt nach Hause und sage dem Führungsteam, dass der Deal gescheitert ist, ist egal, aber wir machen den Deal nicht unter den Voraussetzungen. Ich bin da ein bisschen extrem so. Ich bin ja dann jemand, der sich selbst bestraft für die Fehler von anderen. Dann kommt mir jemand dumm in einem Larten und dann bin ich sauer auf den wegen der schlechten, schlechten Services und ich neige dazu, das zu übertreiben. Dieses, dieses, dieses, diese Wut dann und diesen Ärger. Und dann gehe ich da nie mehr hin.
Und es kann dann auch der billigste Laden sein mit der besten Sache. Und genau neben meinem Wohnort, da gehe ich nie mehr hin. Da bestraf ich mich selber, weil ich da so ein Wertedings durchsetzen muss für mich, weil mir das wichtiger ist als das. Und das hat ein bisschen was mit Kontrolle zu tun und verzichten können und so.
Joel Kaczmarek (38:11.854) Was passiert denn, wenn du unkontrolliert bist?
Gunnar Lott (38:14.474) Unkontrolliert ist halt, dass ich finde, das sieht man am leichtesten in so Impulsentscheidungen. Man kauft dann doch irgendeinen Quatsch, den man nicht braucht. Man sagt zu viel in einem Bereich, wo es nicht nötig ist. Ich sage immer zu viel, mit allem, wo ich, ich, wo ich, allen versuche, mich selbst zu kontrollieren, sage ich immer ein bisschen zu viel und denke halt in jedem Gespräch hinterher. Das hätte ich ersparen können.
Den Teil weiß ich nicht, ob das nötig gewesen wäre. Hätte man noch mal lassen können und so. Und das war früher noch viel schlimmer. Hab ich noch viel mehr nach Anerkennung gesucht. Viel mehr, auch viel angeberischer, glaube ich, in dem man immer denkt, man muss so was zeigen und was machen und so. heute, weiß ich nicht, vielleicht man muss ich auch nicht mehr so viel beweisen oder so, weil man natürlich mit dem Alter bisschen mehr Status hat oder so und Leute haben auch mehr.
mehr zuschreiben. Man steht ja unter Generalverdacht der Kompetenz, wenn man es geschafft hat, bis über 50. Ob man es nun ist oder nicht, aber darauf kann man ja auch erstmal bisschen cruisen. Mit 20 musst du ja immer alles beweisen. Es ist auch einfach eine Funktion des Alters. Aber ich habe das Gefühl, dass man sich generell zu wenig Kontrolle auferlegt oder dass ich speziell das zu wenig gemacht habe und dass mir nicht klar war, dass das ein Wert sein kann.
Joel Kaczmarek (39:34.112) Und es ist was Schlechtes, wenn man zu viel sagt oder wenn man sich was kauft, was man eigentlich nicht braucht.
Gunnar Lott (39:37.55) könnte was schlechtes sein. ist ja nicht per se, das ist ja nicht objektiv von Gott bestimmt was schlechtes, aber ich merke ja, dass ich oft was bereue. Ich bereue den, eine Bemerkung, bereue den dummen Witz erzählt zu haben, ich bereue diese kleine Angeberei gemacht zu haben und ich bereue den Kauf von irgendwas. Und das ist ja die einzige Währung. muss mich ja nicht mit, das ist ja nichts, was mich andere Leute judgeln würden oder
wo mich das wahnsinnig interessieren würde, wenn mich andere Leute wie die Kids sagen, judgen würden, sondern ich sehe es ja an mir selber. Hat das Joy gesparkt? Hat es nicht manchmal.
Joel Kaczmarek (40:19.168) Was ist denn der Preis, den man für Kontrolle zahlt?
Gunnar Lott (40:22.218) Es gibt keinen Preis. glaube, ist wie alles im Leben. Es ist ein Vornehmen. Das ist eine meiner großen Theorien, die hier gar nicht reingehört, aber meine große Theorie ist, dass man sich Sachen vornehmen muss. wenn man sich da Sachen nicht vornimmt, dann improvisiert man halt so durch und es ist gut oder nicht. Aber wenn man sich Sachen vornimmt, dann wird es nochmal anders. Ich habe da ein Beispiel aus einem Fantasy-Roman. Alles, was ich weiß, habe ich aus Fantasy-Romanen gelernt.
Da reden so zwei Herrführer über den dritten Herrführer, über einen Feind vom Gegner. Und dann sagen die, ja, jetzt greifen wir ihn da an auf der Ebene. Und wir haben ja echt zweimal so viele Leute wie er. Aber das ist ja der Sowieso Name, der hat ja immer noch einen Trick. Da müssen wir total aufpassen. Hat er noch Bogenschützen im Wald versteckt oder das Gelände vermint oder irgendwas. Wir müssen aufpassen, aufpassen, aufpassen. Der hat immer noch einen Trick. Und dann habe ich gedacht, wie kommt denn das dazu, dass die über diesen Typen so reden?
Das ist ja nicht nur Roman, also keine reale Situation. Dass der immer einen Trick hat. Warum hat der immer einen Trick? Der hat immer einen Trick, weil er sich immer einen Trick vornimmt. Der hat nicht einen Trick, ihm immer noch irgendwas einfällt oder weil er so tricky ist. Der sagt halt, ich bin der Typ mit dem Trick. Ich denke, diese Schlacht zu gewinnen, brauche ich immer noch irgendwas anderes. Einen Dreh, einen Twist, was Besseres. Und man könnte das auch die Extra-Meile nennen, wie man das gerne nennt. Der geht halt immer noch in Extra-Meile. Der setzt sich nicht nur hin und sagt,
Die Reiterei links und die Infanterie in der Mitte. Nee, lass mal noch irgendwas machen, womit sie nicht rechnen. Wo sie sich total ärgern und wo wir sie überraschen können. Und dann hab ich gedacht, was wäre denn, wenn das mein Ausblick auf die Welt ist? ich der Typ bin, der immer noch einen Trick hat. In jedem Business. Wenn ich bei jedem Projekt oder so sage, und was ist der Twist? Was ist die extra Idee? Was ist das, wo die Leute sagen, wow.
Das habe ich noch nie gesehen. Und das ist jetzt auch das total trivial. Und ganz viele Führungskräfte machen das instinktiv. Wenn sie ihre Mitarbeiter oder viele Leute machen, dann challengeen sie sich selber auf diese Art. Aber das macht echt total oft den Unterschied. Wir haben halt oft, glaube ich, in irgendwelchen Sachen noch irgendwas drin, was die Leute noch mal irgendwie, was niemand macht, wo die Leute sich noch mal positiv an uns erinnern, wo wir einfach noch mal gedacht haben, das investieren wir jetzt noch.
Gunnar Lott (42:43.148) Das bringt gar nichts mehr für den grundlegenden Erfolg, aber wird halt bei 5 % der Leute eine tiefere Bindung auslösen, weil sie sich mehr daran erinnern. Und das ist schon, glaube ich, starke Waffe,
Joel Kaczmarek (42:56.91) Ich puzzelte es gerade in meinem Kopf so zusammen. Du sagst, Kontrolle und Verzicht hängen miteinander, aber bist gleichzeitig der Meinung, Kontrolle hat keinen Preis. Und du übst Kontrolle aus, wenn du dir Dinge vornimmst, dass du das sozusagen brauchst, diesen Extrameter zu gehen. Das heißt, ein Stück weit ist Kontrolle auch mit Planbarkeit oder mit Planungsfähigkeit verbunden. Du brauchst wenig Zeit, also du wenig Raum für Spontanität dann in dem Feld.
Gunnar Lott (43:00.27) Hm.
Gunnar Lott (43:24.606) Also spontan kann es ja immer sein. Es ist ja viel leichter spontan zu sein als das wird ja so als so ein Wert gesehen und so. Das ist voll spontaner Typ. Aber es ist ja voll leicht, wenn ich halt nichts weiß und keinen Plan habe, muss ich ja spontan sein. Ich habe mich auch durch ganze Vorträge improvisiert, ohne dass ich wusste und so. Aber dann fällt mir halt nicht der brillante Schlussgehege ein. Oder ich habe dann irgendwann gemerkt, wenn ich Vorträge halte, ist oft ganz gut mit dem Eisbächer anzufangen.
Ja, mit einem Witzchen, ist eine triviale Erkenntnis. Aber den Eisbrecher musst du dir halt vornehmen. Du musst halt ein totales Genie sein, dass ich halt nicht bin, wenn dir der Eisbrecher spontan einfällt. Und das ist halt oft nicht so. Das heißt, es besser, sich das vorzunehmen und dann auf diesem Fundament, das du hast, von den Sachen, die du dir vorgenommen hast, kannst du ja immer noch improvisieren. Das Vortragen ist überhaupt ein ganz schönes Beispiel, ich, weil das so eine Mischung ist aus Improvisation und ...
und Planung. Wenn ich halt meinen Instant Gag gemacht habe am Anfang und dann, ich habe mir vorher noch im Publikum drei Leute gesucht, von denen ich irgendwas weiß und dann würde ich die ansprechen kann. Und wenn dann von diesen drei Leuten da keine Reaktion ist oder sonst irgendwas, die nichts sagen oder so, dann oder sich nicht gucken oder irgendwas, dann ist das wurscht. ist die Vorbereitung halt umsonst. Wenn aber einer von den drei Leuten einen Zwischenruf macht oder so, kann man ja vorausberechnen, wenn er halt vor
fünf Kunden sprichst oder irgendwas. Dann habe ich halt meinen vorgefertigten Punkt und sage, gut, dass gerade Sie das sagen. Und dann PAMM. Und das sitzt dann wie ein Hammerschlag. Und das ist dann so ein bisschen so in der Situation, muss ich natürlich dann noch drauf reagieren und improvisieren ein bisschen. Aber ich habe es mir auch überlegt. Und das schadet ja nichts, sich vor der Schlacht mit dem Bogen den Kücher zu füllen. Also kannst auch mit drei Pfeilen da reingehen und im Notfall mit dem Messer.
Betafahren kommen aus dem Fantasy-Romant, das mir auch leid. Aber es ist doch schön, wenn du einfach genug Pfeile hast. Und diese Kontrolle ist da bisschen verwandt, weil das ja ein bisschen was ist, wo man sich halt nicht so reinfallen lässt. Man muss sich ja disziplinieren. ist ja was, wo man dann auch wirklich bewusst sein muss. Man kann dann nicht einfach nur das sagen, was einem in der Sekunde durch den Kopf schießt, was ja auch manchmal ganz gut ist, sondern so, man muss das schon mal durchdacht haben. Man muss da auch
Gunnar Lott (45:46.446) drauf warten und muss ich da so ein bisschen im Griff haben. Und ich finde, viel von professionellem Verhalten in irgendeiner Form ist dieses, ich habe mich hier im Griff, ich mache hier meinen Job, ich bin hier für einen bestimmten Zweck und verliere diesen Zweck auch nie aus den Augen und ich lasse nicht meine Eitelkeit loslaufen, wie so viele Führungskräfte ihre Eitelkeit in den freien Raum lassen. Unfassbar eitel viele Führungskräfte sind und was das für eine toxische Eigenschaft ist. So, ich jetzt mal.
Joel Kaczmarek (46:12.302) Ich denke da intensiv drüber nach, weil ich finde ein bisschen schade. Ich glaube, die genaue Formulierung eines Punktes war, Selbstkontroll ist alles. Also heißt das ja in der Konsequenz, alles andere ist nichts. Also Spontanität ist zum Beispiel auch nichts. Und dieses
Gunnar Lott (46:25.974) kann ja auch eine Form von Selbstkontrolle sein, dass du dich dazu zwingst zu irgendeiner Form von Selbstkontrolle. meine, Selbstkontrolle ist alles vor allen Dingen im Vergleich zu... Was hast du denn sonst, wenn du dich kontrollierst? Wir sitzen hier im Interview, ich kann nicht dich kontrollieren. Ich kann versuchen, dich zu manipulieren, aber das wird mir auch nur gelingen, wenn ich selber gut kontrolliert bin. Aber eigentlich kann ich nicht gut kontrollieren, wie du reagierst, ob du lachst über meine Witzchen und so. Ich kann nur mich kontrollieren.
Und wenn du mir jetzt eine total provokante Frage stellen würdest oder so, dann habe ich ja nur meine Kontrolle, dass ich da gut drauf reagiere, dass ich das sage, was ich mir vorgenommen habe, was mir der PR-Berater aufgeschrieben hat. Was weiß ich, es gibt ja tausend von diesen Sachen, was da der Punkt sein könnte. Und viele Leute denken immer, es irgendwie, muss alles auf der anderen Seite stattfinden, beim anderen. Ich muss den manipulieren, kontrollieren, irgendwas so. Aber ich kann halt...
Ich muss halt mich kontrollieren. Damit fängt es an, wenn ich mich kontrolliere, kann ich auch leichter andere kontrollieren, wie im Bösen oder ein Beispiel sein für andere, was ja auch eine Form von Kontrolle ist.
Joel Kaczmarek (47:32.062) Ich denke einfach noch drüber nach, welche Konsequenz du umschiffst. Also was ist der Zustand, den du versuchst zu vermeiden über Selbstkontrolle?
Gunnar Lott (47:40.256) Ich versuche zu vermeiden, dass ich einen Outcome erzeuge versehentlich, den ich gar nicht wollte, weil ich in einer Situation reagiert habe aus einem Impuls heraus, der irgendwas damit zu tun hat mit einer Art von Bedürfnisbefriedigung. Also habe ich irgendeiner Sache zugestimmt, weil ich gerne zustimmen wollte.
Ja, man kann das ja auch andersrum sehen. Ich will einer Konfrontation ausweichen. Mein Wertekonstrukt oder meine Situation oder meine Professionalität erwartet aber, dass ich da konfrontiere. Auf eine bewusste Art. Und dann ist das einfache Verhalten. Es ist halt zu sagen, ja komm, lass uns was aufsicht bringen. Das ist ja so. Ja, und dann habe ich aber...
Dann habe ich einfach den einfachen Weg gegangen und habe nicht die Kontrolle über mich ausgeübt und gesagt, so Gunnar, da müssen wir jetzt durch. Das ist halt eine unangenehme Situation, aber dafür sind wir hier. Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Das ist ja mein zweites Motto. Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Und da gibt es ja Tausende von Situationen, wo man dazu neigt oder das halt ganz leicht auch nahegelegt kriegt. Jetzt müssen wir das nicht auch noch machen.
Joel Kaczmarek (48:56.14) Aber wenn ich es richtig verstehe, ist es für dich weniger schlimm, wenn du sozusagen ein ungewolltes Ergebnis erzeugst, wenn du dir vorher etwas vorgenommen hast, versus du erzeugst ein ungewolltes Ergebnis, bist aber auch spontan gewesen. Also du warst sozusagen unkontrolliert. Dann ist es nicht so schlimm, so nach dem Motto, solange ich versucht habe, alles zu kontrollieren, akzeptierst du, wenn auch mal ein Outcome rauskommt, der nicht gut ist.
Gunnar Lott (49:15.018) Man kann ja nicht alles kontrollieren. Das ist ja klar. Und es gehen ja auch mal Sachen schief. Man darf sich ja auch nicht kasteien deswegen. ist ja immer ein, also you win some, you lose some. Aber ich will doch auch bei jeder Niederlagewichter wissen, dass wir versucht haben. Also das finde ich, das wird halt zu schnell. Das ist so ein typisches Ding bei dem heutzutage modernen Etärieren. Man macht irgendwas so halb gar, sagt, das wissen wir auch nicht, den Dreh finden wir schon mal. Und dann ist es halt scheiße und fällt beim Kunden durch.
Und dann sag ich ja, aber das ist ja, das wussten wir ja vorher, weil das ist ja nicht gut. Was wäre denn gewesen? Hätte man nicht eine viel bessere Datenphase? Die hätten es einfach so gut gemacht, wie wir können. Und alles, was die Kunden uns dagegen gesagt hätten, das wäre eine weiterführende Erkenntnis gewesen. Ja, jetzt haben uns die Kunden halt gesagt, das Produkt ist nicht fertig, der Onboarding-Prozess ist scheiße und was weiß ich ja. Und es hat plotstopper Bugs. was weiß ich,
Und dann sag ich, ja, das war ja wenig überraschend, dass Sie das sagen. Wir haben jetzt halt irgendwie keine Ahnung gehofft, dass die inhärente Qualität reicht. Aber die Kritikpunkte, das sind die, die wir auch schon im Designprozess hatten, weil wir das wussten. Wir haben uns halt entschieden, das rauszustellen. Und wenn wir es aber fertig gemacht hätten und das so geil gemacht hätten, dass wir keine Kritikpunkte mehr an dem Produkt haben, dann sind die Sachen, die die Kunden noch finden, sind Sachen, die uns weiterbringen auf die nächste Iteration.
Und das wird zu oft nicht gemacht. Ich hab im Gaming gearbeitet. Ich... Das... Schlimm. Ich bin halt Journalist von Haus aus. das war, da wo ich herkomme, ist eine qualitätsorientierte Organisation. Wir haben immer gesagt so, so die Titelgeschichte ist jetzt fertig. Aber wir haben ja noch drei Tage Zeit bis zur Druckabgabe. Finden wir noch eine bessere? Und machen die in drei Tagen Nachtarbeit auch noch? Und alle so, nein. Muss denn das sein? Aber der Chef war so. Der Chef war so. Und immer noch mehr und so.
Ist eigentlich eine gute Schule. Ich finde heutzutage oft in der IT oder in Start-ups oder im Gaming, wo ich lange gearbeitet habe, neigt man dazu mit 80, 20, mal gucken und MVP und dann iterieren wir, bis es fertig ist und so. Und dann vergisst man irgendwie, wie Qualität aussieht. Dann ist man gar nicht mehr bei der Akzeptanz der Komplexität, da nochmal den Bogen zu schließen, als hätte ich eine konsistente Lebensposition.
Joel Kaczmarek (51:35.758) Vielleicht mal als letzte Frage zu dem Themenkomplex. Wie ist denn bei dir das Verhältnis von Dingen zu fühlen? Weil es klingt gerade so ein bisschen so, als wenn Sachen durchdacht sind, sind sie gut. Wenn Sachen nur durchfühlt sind oder live erlebt sind sie nicht so gut. Na dann.
Gunnar Lott (51:50.094) Dazu kommen wir in nächsten Frage.
Ich bin grundsätzlich jemand, der sagen würde, Denken überfühlen. Ich immer, dass es gut ist, Sachen zu durchdenken und nicht nur Sachen zu durchfühlen und dass ein Gefühl auch leicht in die Irre führen. Aber ich würde trotzdem sagen, mein nächster Punkt ist, dass Empathie eine unterschätzte Superkraft ist. das ist so ein...
Schimpfwort geworden Empathie, gerade auch so in der in modernen Welt so mit der neuen Rechten und den den den Techno Milliardären, die ja dann auch irgendwie offen sagen, Empathie muss verschwinden aus der Welt und so. Das ist aber auch nur, weil die halt einfach diese Fähigkeit nicht haben. man aber Empathie ist nicht nur ist es einfach eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die man haben sollte, wenn man als soziale Kreatur in einem
einer Stadt, einer Familie, einer Firma irgendwie überleben will, weil man muss sich reinversetzen in die anderen, weil sonst liest man ja die ganze Zeit Reaktionen falsch und führt Kämpfe über Sachen, die halt leicht zu vermeiden wären. Das ist einfach so eine Verschwendung von Energie, wenn man diesen einen Schritt nicht gehen kann, sich in die anderen rein zu versetzen. Es ist aber auch, und deswegen sage ich das mit der Superkraft so,
Es hat eine total mächtige Waffe im Firmenkontext oder im Businesskontext. Man verhandelt viel besser. Ich bin jetzt nicht so der Geiselbefreier Verhandler. Da gibt es ja Leute, machen da Kurse drüber und so. Aber ich habe so eine Win-Win-Strategie. Ich versuche immer, Win-Win-Situation herbeizuführen in Verhandlungen. Das transaktionale Verhandeln liegt mir nicht so.
Gunnar Lott (53:39.534) Und ich hatte super oft sehr gute Ergebnisse erzielt, weil ich genau nach ein paar Minuten gecheckt habe, was die eigentlich wollen. was da... Okay, der will nur seinen Chef befriedigen. Der braucht für seinen Chef einen kleinen Erfolg. Ja, okay, was ist denn der kleinste Erfolg, ich ihm geben kann, damit wir diesen Deal machen können und so. Das ist ja dieses alte Ding so als Agenturschef, so dass er immer einen Rabatt geben muss. Nur damit die sagen können, sie hätten einen Rabatt gekriegt. Und dann preist du das halt ein, dann haben sie halt ihren Rabatt.
Oder dass der alte Designerwitz, dass du halt immer einen offensichtlichen kleinen Fehler machen musst, den jeder Idiot findet. Damit jeder Idiot den finden kann und sagt, ich hab das gerettet, ich bin so super. Und dann hat er das gute Gefühl damit und so. Und das sind jetzt Tricks. Aber es gibt ja auch eine richtige Ebene von Empathie, wo man wirklich versucht, auch die Schwäche des anderen zu finden. Schwarze Empathie nenne ich das immer, Art, dass ein Begriff es den es anderswo noch gibt.
Und das kann ja auch sehr nützlich sein, zum richtig Bösen. Das würde ich jetzt logischerweise nicht empfehlen, aber ich glaube schon, dass das eine Superkraft ist, die zu Unrecht unterschätzt wird. Die wird immer mit so einer Empfindsamkeit gleichgesetzt. Mit so, ja, the bleeding heart liberal, so oder irgendjemand, der dann so gleich mitweinen muss und so. Das ist aber nicht schlecht. Es ist halt gut mitzuweinen, wenn Leute was Schlimmes erfahren haben und so. Und das ist nicht, dass das nicht
dass er nicht starke positive Seiten hätte und das ist auch nicht, dass er nicht nicht, das ist für die Leute, das schwach finden. Das hat eine wahnsinnig machtvolle Seite, die halt unterschätzt wird, wenn man das als Schwäche sieht.
Joel Kaczmarek (55:16.318) Also ich würde gerade sagen, es wirkt mir bisschen eher so, als wenn das deine Wahrnehmung ist. Vielleicht in den Sphären, in denen du dich aufhältst, dass man das als Schwäche wahrnimmt. Da wo ich mich bewege, wird Empathie, glaube ich, gar nicht so als Schwäche gesehen.
Gunnar Lott (55:25.582) Ich bin heute noch ein bisschen älter als du. Bei mir gab es dieses ganze Ding mit Führungsstärke war noch ein ganz anderes Ding. Heutzutage ist man da ja ein bisschen locker. Aber wir sehen ja eine Renaissance dieser altmodischen Führung in dem Weg, wie die Gesellschaft sich gerade momentan nach rechts entwickelt. Dieses Männer müssen stark sein und so was kommt ja alles gerade wieder ein bisschen. Das ist schon...
vor allen Dingen allererster Linie ist das dumm.
Joel Kaczmarek (55:58.702) Also ich hab neulich was gehört und das fand ich eine, ich fand es eine schlaue Aussage, ich teilte sie, da sagte jemand, das war ein Coach, der Holger, der sagte dem anderen Podcast, der meinte, er sieht gerade die Emanzipation des Mannes. Und es klingt ja erstmal kontraintuitiv, weil du denkst ja eigentlich so, hey, wovon muss man sich als Mann denn emanzipieren? Und was er mit meinte war, dass die Rolle des Mannes sich eigentlich komplett neu findet gerade, weil du eben nicht mehr durchkommst mit diesem dauernd stark sein Nivein.
weil du eben nicht damit durchkommst, andere Leute zu unterdrücken und denen deinen Willen aufzuzwingen, sondern du musst jetzt eigentlich als Mann dich neu erfinden, so ein Stück weit. Es braucht eigentlich gerade ein neues Männerbild, mal zu verstehen, wie der Platz in so einer Gemeinschaft ist. Da gibt es natürlich Gegenbewegungen, ja, du hast jetzt glaube ich so dieses rechte Trump und Konsorten im Kopf und Putin und was weiß ich nicht wer.
Gunnar Lott (56:45.102) Nein, ist ja vor allen Dingen auch eine ganz junge Bewegung. gibt ja, also wir machen uns keine Vorstellung, was für einen Druck aufs Mann sein, die 18-Jährigen ausgesetzt sind mit diesem ganzen Pick-up-Artist, Influencer, Andrew Tate-Scheiß und so. Also da gibt es ja einen richtig breiten Backlash in alle Richtungen. Also da muss man schon ein bisschen, das ist, ich, das ist nicht gegessen, der gesellschaftliche Fortschritt.
Joel Kaczmarek (57:09.354) Ja, also ich meine, da sehe ich so bisschen so eine Entwicklung in Richtung, also diese Entkupplung der Menschen voneinander. Ich hatte, hast du diese, diese, diese Aufdeckung gesehen? Es gab ja so Dating-Apps, wo du Credits zahlen musst, dafür, dass du jemandem schreiben kannst. Und dann kam ja raus, 96 Prozent der angemeldeten Personen auf diesen Plattformen sind Männer. Und dann wunderst du dich ja, was ist mit den Frauen, mit denen man da dauernd schreibt? Siehe da, da waren irgendwelche Chat-Moderatoren hinterher, die natürlich dafür bezahlt wurden, dich zu animieren, mit denen zu schreiben, damit du Credits einlöst. Und dann sagte einer von denen ja,
Gunnar Lott (57:23.568) Das
Joel Kaczmarek (57:39.072) Das ist eigentlich immer gleich die Kommunikation. Hi, wie geht's? Ist der erste Nachricht. Dann sage ich danke, gut und dir? Und dann kommt so ein Penisfoto. Und dann sitzt du ja da und denkst dir so, okay, was ist denn mit den Leuten los? Und es wundert mich immer gar nicht, wenn man natürlich so völlig sozial entkoppelt ist, weil du mit Smartphone groß geworden bist, bist pornografiesozialisiert, wo ja alles irgendwie immer nur so dargestellt ist. Hab ich gemacht, alles klar, anscheinend sind die Menschen nicht mehr so in der Lage. Also wir schweifen jetzt ein bisschen ab, to be fair, wir kommen gleich zurück zu deinem Ding.
Aber ich hab so den Eindruck, die Leute sind so Stück weit disconnected miteinander und haben gar nicht mehr die Fähigkeit, richtig sozial miteinander zu interagieren. Das ist so die andere Strömung, die so einfließt. Aber ehe ich jetzt hier ewig abschweife, wie bist du denn zu dem Punkt gekommen? Warum ist der denn für dich bedeutsam?
Gunnar Lott (58:16.782) ist eine Beobachtung einfach. Und es ist eine Beobachtung, von der ich denke, dass ich sie halt nicht mit 20 hatte. So, und dass ich erst später gemerkt habe, dass das eine Stärke sein kann und dass ich dann später angefangen habe, mich darüber zu definieren, meine Empathiefähigkeiten, wie groß sie auch nochmal sein mögen. Man weiß es nicht, aber ich habe dann hinterher und dann habe ich das halt bewusster eingesetzt. Nicht so sehr, Leute zu manipulieren oder so, sondern halt habe halt dann
öfter mir Raum gelassen dafür, um zu schauen, okay, wo führt uns das hin oder was macht das mit mir und so und nicht versucht, so einem altmodischen Bild zu folgen von der starken Führungskraft. musst auch mal Leute rauswerfen können, Gunnar und so. das, was man gesagt kriegt als junger Führungskraft von diesen Leuten, die da rum sitzen und nur mit Wasser kochen, wie ich schon sagte. Und das ist aber
Das ist ja Quatsch alles. Ich finde, ganze Ding, was ich versuche zu sagen, Komplexität und Kontext und erst mal sich kontrollieren und dann die anderen und so. Dieser ganze Kontexterwerb geht ja viel besser, wenn man sich erlaubt, empathisch zu sein. Ja, das gibt einem ja total viel Kontext, wenn man die Leute fragt, wenn man neugierig ist, wenn man reinschaut in die Leute, soweit es irgendwie geht. Wenn man versucht, gezielt Geschichten zu tauschen.
mit, man eine gemeinsame Erzählung findet und so was. Und ich habe das Gefühl, das war in meiner meiner frühen Zeit halt alles überhaupt nicht so, war gar kein Wert und hat man einem auch in der Führungskräfte Schulung nicht beigebracht. So ich habe das Gefühl, dann gab es so einen Peak davon, den du jetzt vielleicht auch so beschrieben hast, dass es in deinem Umfeld zuerst und ich habe das Gefühl, es gibt so ein Backlash dagegen wieder. Und ich glaube, das ist schon, das ist nicht nur gefährlich für die Gesellschaft.
Ich jetzt auch keine großen Theorien zu haben, aber ich glaube, ist auch einfach für das einzelne Verhalten einer einzelnen Person einfach dumm, wenn man das so macht. Ich glaube, das führt zu nichts. Das führt zu keinem guten Output, weder für sich noch andere.
Joel Kaczmarek (01:00:21.012) Beenden wir den Punkt vielleicht mal wieder an, als du angefangen hast, für dich zu denken, was es wertvoller ist als zu fühlen.
Gunnar Lott (01:00:27.368) Ja, ich komme eher vom Denken als vom Fühlen. Woher speist sich das? Ich weiß auch nicht. finde halt, Gefühle sind halt so... Ich bin halt jemand, der immer mit seinen Gefühlen ein bisschen gestruggelt hat. Ich bin halt zum Beispiel sehr schnell wütend. Und das ist gar nicht so gesund, habe ich festgestellt. Es gibt schon so eine gesunde Wut manchmal, die ich auch gar nicht... Mit der ich auch arbeiten kann, zu der ich auch stehe. Ich habe so eine ganz schlimme Wut auf Ungerechtigkeit.
Aber das ist ja total kontraproduktiv. Ja, und das funktioniert auch nicht. Und ich habe immer eher gedacht, lass mal mit dieser Wut ein bisschen besser klarkommen. So und lass auch mal diesen kleinen eitel Zug, den du hast. Der führt dir auch eher zu nichts. So lass mal diese Sachen eher kontrollieren und dann halt gucken. lass mal lieber alles durchdenken und lass mal lieber gucken, ob wir nicht einen rationalen Tag darauf finden. Und wenn es die Wut halt nicht ist, ja.
kann es dann mit der Wut auch dann zu einer hinterfotzigen Gemeinheit kommen, was ja auch ganz schön ist vielleicht, wenn man wirklich jemanden bestrafen muss, anstatt den gleich anzuschreien.
Joel Kaczmarek (01:01:38.666) Aber ich meine, du und ich haben ja auch schon mal Folgen gemacht, ich ja notfalls mal hier verlinken, auch so bei deiner Historie, wo du herkommst und so. Wäre es für dich nicht manchmal einfacher, die Vergangenheit mal anzugucken und die Emotionen aufzuräumen, als mit dem Verstand zu versuchen, die Emotionen, du nicht magst, zu kontrollieren?
Gunnar Lott (01:01:53.778) Ich glaube, ist eine überschätzte Geschichte mit diesen Reisen in die Vergangenheit. muss man, also das ist ein Psychologisieren von so Sachen. Es gibt halt einfach Sachen, die sind so und so bist du halt und dann musst du halt damit arbeiten. Natürlich kannst du das dann noch im Kleinsten mit einer Psychoanalyse noch gucken, wo das herkommt. Aber ich glaube auch eher auch bei diesem ganzen Psychologisieren, das heutzutage so modern geworden ist, ich glaube halt eher ans Tun.
Deine Frau, meine Frau ist Verhaltenstherapeutin. Vielleicht hat das auch damit einen Aspekt. Ich habe halt ja nur mich als Werkzeug. Ich habe meinen Körper, habe meine Stimme, habe mein Sprechen, habe meine Sicht auf die Welt. Damit muss ich arbeiten. Alles andere, vielleicht kommt es irgendwoher. Ich esse zu viel Süßigkeiten. Das kommt bestimmt aus einer bestimmten Phase meiner Kindheit. Aber Wayne interessiert das.
Ja, dass es daher kommt. Ich muss halt jetzt gucken, dass ich nicht so viele Süßigkeiten esse. Das ist halt ein Problem meines jetzigen.
Joel Kaczmarek (01:02:56.194) Ich glaube, immer eine Frage des Leidensdrucks. Wenn es keinen Leidensdruck hat, dann brauchst es auch nicht angucken. Aber okay, verstanden, wo es herkommt. Dann, wenn ich mich nicht verzählt habe, ist noch ein Punkt offen. Ein Ding fehlt.
Gunnar Lott (01:03:05.022) Der letzte Punkt ist ganz oft zu den anderen und trotzdem irgendwie nah dran. auch was mit Selbstkontrolle zu tun. Ich glaube, dass man seinen Körper zu sehr vernachlässigt und das ist auch so ein Ding, das ich mit 20 so nicht gesehen habe. Man ist ja unsterblich mit 20. Ja, das weiß man ja. kann einem ja nichts was. So so 30 oder so rettet einen so eine Grundsportigkeit, die man aus der Schule mitgebracht hat, wenn man halt so ganz normal ist und nicht schon früher irgendwelche Probleme damit hatte.
Und dann hat man auch bis 40 zu viel zu tun mit allen möglichen Sachen, vielleicht mit Kinderkriegen oder Kinder großziehen oder Karriere machen und so. Und dann mit 40, dann erwischt es einen oft. Und dann fangen die meisten Leute an, in der Midlife-Crisis, dann hungern sie sich runter, damit sie wieder attraktiv werden auf dem Beziehungsmarkt oder fangen mit dem Fahrradfahren an oder was weiß ich, irgendwas.
So ungefähr war das bei mir auch. habe meine ganze Midlife Crisis auf dem Fahrrad verbracht, auf dem Rennrad natürlich und so. Ja, gerade andere Leute, sich Porsches gekauft haben, war ich ganz zufrieden mit, es dann so ausging. Aber das ist ja einfach total dämlich. Das ist ja einfach total irrational. Man hört immer so was, ist ein ganz bekannter alter Spruch, kennt man auch von überall her. Man spricht über einen Sportler und dann erzählt einem der Sportler, so was der für ein Regime hat.
So dann macht er sich irgendwelche Supplements und macht irgendwelche Trainings und macht noch dieses und gibt noch Gewichte und macht Sprint-Tests und so. Und dann sagt man so, ja klar, dessen Körper ist ja auch sein Kapital. Oder man hört von dem Model, dass sie halt noch auf ihre Schlankheit achtet und dann irgendwelche Sachen Pastil nimmt für die Haut oder irgendwas. Und dann sagt man, naja, ist ja ihr Kapital, das gute Aussehen. Aber das ist unser aller Kapital.
Mein Körper ist auch mein Kapital. kann ohne meinen Körper nicht antreten. Wenn ich mir die Stimme ruiniere oder sonst irgendwas. Wenn ich krank bin und im Bett liege oder so, kann ich keine Podcasts machen. wenn Podcasts hier nun wirklich auch in schlechtem Zustand noch möglich ist. Aber ich habe halt nur diesen einen Körper. Und wie dumm war ich überhaupt jemals zu rauchen zum Beispiel oder jemals Alkohol zu trinken.
Gunnar Lott (01:05:19.624) Warum denn? auch aus so einem mangelnden Selbstkontrolleding raus, weil es alle gemacht haben, weil er halt dabei sein wollte. Die coolen Leute waren alle auf dem Raucherhof. Ja, und natürlich das Trinken in Deutschland ist ja ein großes soziales Phänomen. Alle müssen mitmachen und so. Wie dumm! Ich hätte meinen Körper beschützen müssen in der Zeit. Warum denn nicht? Das ist doch mein Körper. Das ist doch viel wichtiger als die Anerkennung von ein paar Säufern irgendwo, ob ich da mithalten konnte oder ob ich die unter Tisch gesoffen habe.
Und dafür riskiere ich in irgendeiner Form meinen Körper. Das einzige, was ich auf dieser Welt wirklich mein Eigen nennen kann, das ist ja total dumm. ist ja alles total dumm. Mich machen.
Joel Kaczmarek (01:05:59.084) Ich hab in deiner Vorbereitung gelesen, du so einen schönen Satz gesagt hast. Mit Dispo oder man kann...
Gunnar Lott (01:06:04.026) Ja, der Gesundheitskonto ein Bankkonto und man hebt halt immer nur ab. Also nicht alle Leute natürlich. Das ist eine Vergemeinerung, aber ich zumindest habe ziemlich viel abgehoben vorher und dann erst mit in den 40ern angefangen überhaupt mal über Sachen nachzudenken, mein Gewicht zu kontrollieren und ein bisschen aktiver Sport zu machen. Dann hat es noch mal zehn Jahre mit so on off gedauert, bis ich so ernsthaft sportlich ist.
sportliche Sachen gemacht habe, so wie jetzt.
Joel Kaczmarek (01:06:35.214) Ja, ist das ganz interessant, weil ich hab gestern hab ich ein Telefonatgefühl mit einem Gehirnforscher. Den hab ich im nächsten Podcast. Der macht richtig geilen Scheiß. Der macht so Neurotech. Der hat Geräte entwickelt an der Charité, leitet den Bereich, mit dem du quasi das Gehirn beeinflussen kannst, dass du den gleichen Effekt hast wie bei Antidepressiva. So, das heißt, der ist quasi mit Hardware in der Lage, das Gehirn positiv zu beeinflussen, dass es dir besser geht. Dann hab ich ihn so gefragt, sag so, du sag mal, ich hab grad eine Nachbarin, die hat irgendwie einen Bandscheibenvorfall und die hat so eine richtig depressive Verstimmung jetzt.
Und ich habe immer auch mal diesen Spruch gehört, so die Emotionen sitzen im Rücken und manchmal habe ich das auch beruht, wenn ich was mit dem Rücken habe, werde ich so leicht depressiv. Hat er gesagt, ja ja total. Und zwar wirklich interessant, weil er es auch schon so schön formuliert hat, meinte, es ist ganz einfach, ganz oft gehen wir hin und der Verstand streitet mit dem Körper. So und der Verstand macht den Körper dann sozusagen immer mundtot, aus welchem Motiv auch immer jetzt dazu zu gehören, Leistung bringen whatsoever. Und in der Regel gewinnt am Ende aber der Körper, weil er sich was noch fieseres ausdenkt, mit dem man sich dann wieder einholt.
Und dieses Bild fand ich irgendwie ganz prassend so, dieser Wettstreit, wir immer führen, unser Verstand mit unserem Körper, was man alles schaffen will. In Regel, ich glaube man macht es ja meistens körperlich kaputt, weil man entweder zu faul ist oder zu fleißig, eins von beiden. Von daher, fand ich so ganz interessantes Bild. Wie bist du das denn genau überkommen, bin ich ja jetzt noch neugierig. Also du hast gesagt, das war so eine zehnjährige Lernreise ab den 40ern, dass du da in so einen Modus gekommen bist, dieses Konto auch mal mit Guthaben aufzufüllen und nicht mal nur abzuheben.
Gunnar Lott (01:07:56.046) Es ist natürlich wie alle Leute habe ich irgendwann ein Video von mir gesehen und gedacht du bist ganz schön dick. Und dann habe ich gedacht lass mal das adressieren. Und der Rest war dann irgendwie iterationen auf das Thema. Hab ich natürlich alles falsch gemacht. Ja klar. mit dem Joggen angefangen. Das war nicht gut für die Gelenke. Und dann aus dem Bild find ich Joggen quälerisch. So und dann habe ich verschiedene Diäten angefangen und das hat vieles nicht funktioniert und so. Und man muss sich dem halt
der bitte kommen Sie zu meinem Tabtalk und hören Sie dann nochmal die ganze Geschichte meiner Journey. Das kann ich jetzt auch nicht in der Gänze hier erzählen. Aber ich habe mich dann dem Thema sehr iterativ und auch dann zunehmend wissenschaftlich genähert. sehr mit Recherchen, mit Studien gelesen. Wie leben denn Leute länger? Was ist denn wirklich erwiesen, was man gut nehmen kann und so und was für
Was brauchst du denn wirklich an Sport? Was ist denn das, was den Effekt macht? Kurze Sachen schnell oder lange Sachen mit großen Abständen. gibt es tausend Theorien zu und so. ich habe dann später, erst ganz spät im Leben, quasi erst jetzt sofort zwei Jahre Krafttraining entdeckt. Und das war dann nochmal eine Offenbarung. Und das ist halt aber alles so ein Weg. Und ich habe das alles ganz langsam, ganz mühevoll mit ganz vielen Fehlstabs so erarbeitet. Und ich
denke, dass das eine Sachen ist, die man als junger Mensch heute eher weiß. Genieße auch keinen Freund davon, dass die ganzen 16-Jährigen alle ins Gym gehen. Die Nachbarssöhne haben solche Muckis. Aber da hat man immerhin schon mal so ein hartes Disziplin-Ding mit 16 hingekriegt, wenn man mit 16 sich den Körper so baut, dass er vor den anderen 16-Jährigen bestehen kann, die auch alle Muckis haben.
glaube, ist schon eine gute Erfahrung, wenn man sie hat. Viele Leute haben ja auch einfach eine Sportart. Und wenn du eine Sportart hast, die dich durch dein Leben begleitet, ist das gigantischer Vorteil im Leben, finde ich. Das ist immer ein Anker, der dich hält. Es nicht so eine Risikosportart wie Skifahren, die du nur saisonal machen kannst und dann brichst du dir noch was, sondern eine Sportart, du jede Woche machen kannst. Wenn es zu Joggen ist, Fußball spielen, Handball, weiß ich. Die manchen Mannschaftssportarten halten dich ja oft in einem
Gunnar Lott (01:10:19.818) In einem Kontext, auch sozial gut ist und so. Oder fechten, bogenschießen, was weiß ich. Aber irgendwas sollte man schon haben. Und das habe ich nicht von Haus aus gefunden irgendwie in meinem Leben. Habe ich auch nicht genug drum bemüht und hätte ich gewusst, wie wichtig das ist, dann hätte ich glaube ich nie mit den Fußballspielen aufgehört nach der E-Jugend.
Joel Kaczmarek (01:10:39.342) Ich kann mal verlinken, wir haben ja beide schon mal eine Folge gemacht, einmal zu Ernährung in der ich mich und einmal zu Gesundheit. Von daher machen wir es vielleicht bisschen anders nochmal auf. Hast du bei deiner Recherche festgestellt, weil du hast ja gerade selber gesagt, es gibt so viele Ansätze, dass das manchmal, also wie individuell das ist. Also ist es für dich individuell gewesen oder hast du gemerkt, es gibt so Strömungen, die allgemeingültig sind, wenn es jetzt an Gesundheit und Körperpflege geht?
Gunnar Lott (01:11:02.302) glaube, es gibt überall eine Baseline, die so eine Art Grundset ist, die man machen sollte. glaube, es gibt einfach ein paar profunde Wahrheiten, die jetzt mittlerweile auch einigermaßen erwiesen sind. Ich glaube, man hat Krafttraining immer unterschätzt und Kardiotraining immer überschätzt. Nicht gegen Kardiotraining, man muss natürlich auch Kardiotraining machen, aber gerade für viele Alterserscheinungen, Rücken und so, was man halt so hört, ist halt Krafttraining
wenn man das halt vorher gemacht hat, schon ganz hilfreich. Und bestimmte Sachen in der Ernährung, da gab es ja wahnsinnig viele Strömungen in unterschiedliche Richtungen, aber ich glaube, man braucht schon genug Eiweiß, insbesondere wenn man Sport macht und man muss bisschen aufpassen mit hochverarbeiteten Nahrungsmitteln und mit hellen Kohlenhydraten. Also Weißmehl, Sachen so und so. ist aber, also die Sachen sind ja mittlerweile einigermaßen unstrittig und da kann man schon hingehen. Und generell ist...
Der Der
Joel Kaczmarek (01:12:18.08) Ich hab mal aufgeschnappt, dass guter Schlaf. 80 % Longevity beeinflusst so ungefähr. Also keine Ahnung, ich hier eine Zahl fest, aber...
Gunnar Lott (01:12:24.43) Das Schlafen ist ja was, wo man viel zu wenig, wo man lange abgehoben hat, glaube ich. Ich habe dann halt natürlich aus allem, wie aus allem, eine Wissenschaft gemacht irgendwann und Schlafbrille und irgendwelche Sachen und immer der gleiche Zeitraum und Träume dunkel und so was. Ist alles richtig, dann gibt es ganz, ganz viel. Man muss halt für sich ein bisschen gucken, was pragmatisch im Leben unterzubringen ist. Nicht jeder kann...
jeden Tag eine Stunde joggen gehen morgens oder irgendwas. Jeder kann mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder irgendwie, ja, wenn ich zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein muss, unverschwitzt und im Anzug, dann ist das mit dem Fahrradfahren oder zur Arbeit joggen halt kein Ding und so.
Joel Kaczmarek (01:13:02.606) Wie ist denn dein Leben heute anders jetzt, wenn du, sag ich mal, Gesundheitsroutine gefunden hast? Was würdest du sagen, der Gunner in den 50ern versus der in den 30ern oder 40ern?
Gunnar Lott (01:13:13.352) bin viel selbstbewusster mit meinem Körper und so merkbar Grundfitter. Die Treppe hoch rennen oder sonst irgendwas. Warte, das hebe ich schnell hoch oder sowas. Das hatte ich alles früher nicht so, sondern Selbstbewusstsein mit dem Körper. Und ich investiere aber auch einfach mehr Zeit da rein. Also deutlich. Drei, vier Stunden die Woche, die wirklich verteilt logischerweise nicht täglich, sondern die
Dafür, dem gewidmet sind unterschiedlichen Sachen, Krafttraining, Boxen, Yoga, Fahrradfahren, alles Mögliche. Und das ist natürlich schon Zeit invest, aber das kriegt man ja sofort instant wieder als Belohnungsgefühl. Weil das ja eine hohe Selbstwirksamkeit hat, sich dazu gezwungen zu haben oder was gefunden zu haben, was einem so viel Spaß macht, dass man sich nicht zwingen muss, was ja das Ideale ist. Das ist schon so, wenn ich halt...
Also das Krafttraining fertig habe und hab dann noch gesteigert und geht dann so mit zitternden Muskeln, kann kaum noch gehen. Das ist so ein starkes Gefühl. Warum habe ich mich diesem Gefühl beraubt, die vielen Jahre lang?
Joel Kaczmarek (01:14:20.82) Gut, okay, mal gucken, ob ich das noch mal zusammenkriege. Also Gunnar Loth, Nummer eins, umarme Komplexität. Nummer zwei, die anderen kochen auch nur mit Wasser. Nummer drei, Selbstkontrolle ist alles. Nummer vier, Empathie ist eine Superkraft. Und Nummer fünf, wie hast du so schön gesagt, man hebt immer nur ab vom Gesundheitskonto, der Körper ist dein Kapital.
Gunnar Lott (01:14:39.272) Ja, das ist alles richtig.
Joel Kaczmarek (01:14:41.102) Ja und was ist so dein Wrap-Up? Was ist sozusagen das Gesamtbild, wenn du zurückguckst? Du hast gesagt, eigentlich hast du 8. Zu was für 5 hast du es jetzt eingedampft?
Gunnar Lott (01:14:47.958) Na, die anderen sagen wir nicht, aber ich finde, dass sich hier schon viel das Thema Kontrolle dreht und das Thema mit sich selber arbeiten und an sich selber arbeiten und das dann auch projizieren zu können und so. Und das damit aber, dass es halt mit dir anfangen muss und dann projizierst du es halt und so. da viele von diesen Sachen Zahlen da so ein bisschen drauf ein, finde ich. Und das ist es aber auch. Wenn ich das nicht kann, dann ernsthaft, also dieser Typ, von dem ich erzählt habe, der immer die Geschäftsgeheimnisse
rausgeploppt hat, der will man nicht sein. Der wird ja auch verachtet von den anderen, deren Anerkennung er haben will. Das ist in jedem Fall eine Losing-Strategie. Das hat keinen Sinn. Das ist halt ein eiteles Narzistenverhalten auf eine Art. Der will man nicht sein. Sei nicht der Typ.
Joel Kaczmarek (01:15:39.63) Na gut, du hast ja auch deine Erfolge damit erzielt, von daher gibt dir das ja an einigen Stellen recht. Lieben Dank, dass du daran teilhaben durfte und hier in deinem schönen Zuhause mal dich näher kennenlernen.
Gunnar Lott (01:15:49.646) vor meiner dekorativen Wand. naja. vielen Dank, dass ich hier sein durfte. Vielen Dank fürs Zuhören, allen, die hier zugehört haben.
Joel Kaczmarek (01:15:58.414) Bis zum nächsten Mal!
Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denkt dran, jeden Freitag, dem 5. Tag der Woche erscheint eine neue Folge. Also, abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teil dir noch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über 5 Dinge sprechen, eine 5-Sterne-Bewertung auf der Podcastplattform deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können.
Nehmt doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, Updates und exklusive Inhalte zu erhalten. Die Links findest du in den Show-Notes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, und jetzt hören wir nochmal unseren Podcast-Song rein. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joel.
Joel Kaczmarek (01:16:44.398) Oder mehr? Gib mir alles!
Und sag, was hast du gelernt? Verfallen und aufstehen, suchen und klar sehen
Yes, my stupid
Joel Kaczmarek (01:17:21.934) Bist du so geworden, wie du gemeint warst? Oder völlig anders wie ein Zaunkast? Du bist schon weit gegangen, bist du angekommen In deiner Hall of Fame? Komm her und sei wirklich ehrlich Was ist für dich heute unentbehrlich? Sollen wir jewertig sein oder einfach sein? So wie wir sind, so wie wir sind Gib mir 5 oder mehr
Joel Kaczmarek (01:17:55.182) Und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen