
Was die Digitalisierung für Corporates bedeutet
30. Januar 2017, mit Joel Kaczmarek, Florian Heinemann
🧠 Joëls Learnings
Digitalkompetenz ist nicht universell, sondern spezifisch für jede Branche und jedes Geschäftsmodell. Sie besteht aus IT-Kompetenz, Datenkompetenz und Produkt-Usability-Kompetenz. IT-Kompetenz ist entscheidend, da Software zunehmend die Wertschöpfung in allen Branchen dominiert. Datenkompetenz umfasst sowohl die effiziente Nutzung von Daten im Geschäftsmodell als auch deren Monetarisierung, wie es bei Unternehmen wie Facebook oder Google der Fall ist.
Die Halbwertszeit von Geschäftsmodellen sinkt, was bedeutet, dass Unternehmen kontinuierlich neue Geschäftsfelder erschließen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein. Ein aktives Pipeline-Management, ähnlich wie bei Pharmakonzernen, ist entscheidend, um zukünftige Einnahmequellen zu sichern. Digitale Transformation und das Retten bestehender Geschäftsmodelle sollten nicht die einzigen Prioritäten sein, da Neugeschäftsaktivitäten eine Lebensversicherung für Unternehmen darstellen können.
Der Aufbau von Digitalkompetenz erfordert erfolgreiche Leuchtturmprojekte innerhalb einer Organisation. Frühphaseninvestitionen oder Beteiligungen an Fonds allein reichen nicht aus, um diese Kompetenz zu entwickeln. Unternehmen sollten auch Startups akquirieren, die bereits eine gewisse Relevanz und Größe haben, um ihre Innovationsfähigkeit zu stärken und Know-how zuzukaufen.
Corporate Venture Capital und die Zusammenarbeit mit Startups können die Innovationspipeline eines Unternehmens bereichern. Dabei ist es wichtig, nicht nur auf M&A-Transaktionen zu setzen, sondern auch interne Innovationsaktivitäten zu fördern. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen interner und externer Innovation ist entscheidend, um langfristig erfolgreich zu sein und operative Kompetenz zu erhalten.
Inkubatoren und Acceleratoren bieten unterschiedliche Ansätze zur Förderung von Innovation. Inkubatoren zielen darauf ab, mit internen oder externen Teams neue Geschäfte aufzubauen, während Acceleratoren externe Startups durch Programme unterstützen, um sie für Folgeinvestitionen attraktiv zu machen. Beide Ansätze erfordern jedoch eine klare Strategie, um das adverse Selektionsproblem zu vermeiden und die besten Talente und Ideen anzuziehen.