Adobe: 5 Schlüsselmomente vom PDF zum 24-Milliarden-Konzern | Nadine Wolanke

29. Juni 2026, mit Joël Kaczmarek

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Joel Kaczmarek (00:01.837) Hi-Five, Leute, hier ist Joel, und ihr wisst an unserem Money Monday, da verfolge ich immer das Thema Wachstum in Sachen Business. Es ist ja auch so, dass ich mich stets darum bemühe, fünf Dinge zu finden, die ich von anderen Unternehmen lernen kann, besonders wenn sie schon groß und erfolgreich sind. Ich glaube, Unternehmen heute, das kennt ihr alle, ist das schöne Adobe. Wenn ihr meine Sachen anguckt, seht ihr vielleicht die Produkte in Benutzung, weil ich mach ja viel mit Photoshop in Sachen Coverdesign und so. Es ist eine spannende Firma, weil sie Software macht, das schon sehr lange sich neu erfunden hat.

Und weil's natürlich auch sehr komplex ist, dort passiert. Also großes Unternehmen, international unterwegs. Dann hab ich die liebe Nadine Wulanke gefragt, nämlich Managing Director bei Adobe für Central Europe. Hey, sag mal, Nadine, können wir uns nicht mal zusammensetzen? Du nimmst dich an die Hand und erzählst mir, was die größten Schlüsselmomente in eurer Unternehmensgeschichte waren. Was waren die Faktoren, euch vorangebracht haben? Zu meiner Freude hat sie Ja gesagt und sagte, ich bringe nur die Big-Dinger mit. Du machst immer fünf Töne, ich hab aber auf drei das runtergebrochen.

Mal gucken, ob ich hier noch zwei aus den Dritten geleiert kriege. Ja, da bin ich ja sehr gespannt, was dann da so die Faktoren waren und was man gerade gelernt hat. Liebe Nadine, schön, dass du da bist. Hello.

Nadine Wolanke (01:08.926) Hi Joel, vielen Dank, dass ich bei dir sein darf.

Joel Kaczmarek (01:12.439) Ja, vielleicht mal ganz kurz so als kleinen Kickoff. Wie lange bist du schon in dem roten Universum bei Adobe?

Nadine Wolanke (01:18.91) Ja, ich bin jetzt seit anderthalb Jahren bei Adobe und freue mich dabei zu sein. Spannende Firma, du hast es schon gesagt. Fünf Schlüsselmomente, die gibt es sicherlich, wenn man grabt, aber ich glaube drei sind wirklich total entscheidend.

Joel Kaczmarek (01:31.175) Okay, du komm, dann lass uns doch mal reintauchen. Was würdest du sagen, ist so das Allererste, was dir in den Kopf kam?

Nadine Wolanke (01:36.782) Also als allererstes kommt mir sicherlich in den Kopf, dass wir mit einem PDF gestartet sind und das Ganze für die Allgemeinbevölkerung zur Verfügung gestellt haben. Das heißt, wir haben das PDF, was jeder so kennt und wofür Adobe eigentlich auch berühmt ist. Und um ehrlich zu sein, allen, denen ich erzähle, ich arbeite bei Adobe, die kommen dann gleich so, ah, okay, ja, das PDF-Unternehmen, oder? Obwohl wir ja mittlerweile viel, viel größer sind und deutlich mehr machen. Dazu komme ich gleich. Aber ich glaube, das war für mich wirklich so ein Schlüsselmoment.

dass Adobe es gewagt hat, die PDF-Funktionalität zu öffnen, offenen Standard an die ISO zu geben, sodass wirklich jeder das Produkt nutzen konnte. Es war ja auf der einen Seite ein großes Risiko, weil wenn du ein Produkt einfach dem Markt frei zugänglich machst, wie willst du es dann monetarisieren? Ja, auf der anderen Seite, weil du bist jetzt keine Charity als großes Unternehmen. Das fand ich einen großen Schlüsselmoment und gepaart natürlich damit auch nochmal

zurückkommen zu dem Punkt, den ich sagte, jeder kennt Adobe eigentlich für das Thema PDF oder was du eingangs sagtest Photoshop. Also das sind die zwei Produktkategorien, auf die ich eigentlich immer wieder angesprochen wurde oder werde. Aber wenn man sich Adobe heutzutage anschaut, ist Adobe deutlich mehr wie nur Photoshop oder nur PDF. Also wir haben den ganzen Markt revolutioniert, wenn es zu dem ganzen Thema der Personalisierung kommt, wie man mit Kunden interagiert.

wie man das ganze Branding besser positioniert, wie man gut gefunden wird bei der Search, aber natürlich jetzt auch bei dem ganzen Thema GEO, wie du als Unternehmen einfach im Web repräsentiert bist. diese ganze Erfolgsgeschichte finde ich absolut faszinierend, startend eben von einem PDF über einem Photoshop und jetzt hin bis zu so einem großen Produktportfolio und in jedem Bereich so eine gewisse Revolution herbeigeführt. Wenn man sich jetzt mal

PDF zum Beispiel anschaut, da hat man ja tatsächlich den ganzen Dokumentenmarkt revolutioniert. Früher hat man alles ausgedruckt oder eben papierbezogen gemacht und durch so Photoshop, Entschuldigung, durch so einen PDF, konntest du dann tatsächlich Einsparungen erzählen, weil du vieles digitalisiert hast und dann eben wie gesagt das Ganze frei zugänglich zu machen an den Markt und jedem eben die Möglichkeit zu geben, so einen Reader runterzuladen und die Dokumente sich anzuschauen.

Nadine Wolanke (04:02.794) Das finde ich schon faszinierend, wie der Einstieg von der Adobe in den Markt war und das ganze Thema Photoshop eben auch. Und wenn ich mir das so überlege, das sind zwei Standards, die wir geschaffen haben als Unternehmen und das mittlerweile so ein Standard wie Strom aus der Steckdose. Das ist auf jeden Fall für mich so ein Kriterium oder so ein Aha-Moment in der Unternehmensgeschichte, den ich

tatsächlich sehr faszinierend fand, wie Adobe da vorgegangen ist und wie furchtlos eben auch zu sagen, hey, wir öffnen jetzt so ein Standard und riskieren da damit, dass wir vielleicht auch einen Revenue Stream verlieren. Und das hat uns natürlich auch irgendwo, wie soll ich sagen, dazu angetrieben, mehr Innovationen dann wieder auf der anderen Seite zu lauschen, auf neue Ideen zu kommen, andere Produkte in den Markt zu bringen.

finde ich ganz faszinierend. Ich glaube, könnte stundenlang reden. merke, muss auch irgendwann mal stopp machen.

Joel Kaczmarek (05:01.191) Ja, ich hab dich auch nicht gebremst gerade, weil ich dachte, du klingst da wirklich so begeistert. Und es ist ja in der Tat so. Also mir ging es so, ich hab vor vier, fünf Jahren irgendwann erst mal so verstanden, wie groß ihr eigentlich als Unternehmen seid. Weil es ist ja in der Tat so, dass es so verschiedene Branchenbereiche gibt, wo ihr so eine Art Standard mit, also wenn nicht vielleicht den primären, aber dann mit Top 3 gebaut habt. Also wir hatten jetzt wie Photoshop, wir hatten die PDF, die du gerade erwähnt hast.

Wenn man jetzt irgendwie so sieht man es aus wie After Effects anguckt für Effekte in Videos, ein großes Ding geworden. Adobe Premiere, riesiges Tool in Sachen Video. Ich glaub, die Leute denken, ich werd hier bezahlt von dir, aber man darf schon Ehrlichkeit sagen, dass es viele Produkte gibt, die sehr tief drin sind. Aus was wie Innendesign, wenn ich jetzt eher Grafik setze. Ihr habt es so verstanden, dass ihr immer noch Zwiebelschalen erweitert habt und ein Portfolio an Tools gebaut habt.

Bist du nur anderthalb Jahre dabei, und ich löchert dich gleich mehr zu diesem, was es heißt, den Standard zu öffnen, aber hast du so ein bisschen von den Kolleginnen rausgekriegt, wie es gelungen ist, dass man sich so ein Segment nach dem nächsten erschlossen hat?

Nadine Wolanke (06:09.0) Ja, also wie du sagst, ich war natürlich da nicht dabei, aber neugierig bin ich schon auch und habe dann natürlich so ein bisschen nachgefasst und versucht zu verstehen, welche Risiken sind wir denn da gegangen oder was haben wir versucht, anders zu machen und ich glaube so ein bisschen der

Der Standard oder in unserer DNA ist einfach das Gefühl oder der Treiber. Ich sage immer im Neudeutsch stay hungry in paradise. Das ist so meine Übersetzung von dem, was Adobe da gemacht hat. Also sprich, egal wie erfolgreich du mit einer Marke, mit einer Brand, einem Tool bist, bleib immer hungrig und gucke nach was Neuem und verlass dich nicht drauf, dass du jetzt keine Ahnung im Paradies bist.

und Milch und Honig fließt, weil es kann ja auch mal anders kommen, sondern bleib immer wieder hungrig und erfinde was Neues, komm zu was Neuem, denk, hab einen neuen Denkanstoß und entwickel dich weiter, bleib nicht auf der Stelle stehen. Und das ist für mich repräsentierend zu dieser Zeit, was Adobe dadurch gemacht hat oder geschaffen hat, muss man eigentlich mehr sagen.

Joel Kaczmarek (07:18.503) Ja, es ist wirklich ganz interessant, weil du hast vollkommen recht. In der Regel Unternehmen, die einen gewissen Erfolg verzeichnen in einem Bereich, die werden dann irgendwann fett. Und wenn sie fett werden, werden sie träge. So. Und das zu schaffen, dass man da noch hinterher ist, also da kommen wir bestimmt bei deinem späteren Punkt auch noch mal dazu, weil jetzt mit der ganzen KI-Umwälzung ist ja extrem viel von dem, was ihr auch macht, genauso unter Druck wieder, weil das halt immer so ist. Also Geschäftsmittel haben halt eine Halbwertszeit am Ende des Tages. Find ich spannend, kann ich verstehen. Hast du so Elemente, wo du sagst

Nadine Wolanke (07:27.758) Genau.

Joel Kaczmarek (07:48.238) Das habt ihr kulturell in dieser und jener Form abgebildet, dieses Stay Hungry, weil das ist ja als Leitsatz schnell formuliert und man kann's auch schön auf einer Wand irgendwie mit so einem Tattoo auf die Tapete schreiben. Aber was sind denn so die Elemente, wie ihr diese Denke, diese Haltung, die sich ja damit verbindet, wie ihr die in so Team bringt?

Nadine Wolanke (08:05.07) Ja, also ich finde, das ist schon sehr in unserer DNA verankert. Die Fragen, die gestellt werden, die wir als Management Team auch unseren Mitarbeitern immer wieder stellen, das entspricht zu einer gewissen Philosophie. Das ist irgendwie in der DNA der Firma drin. Das ist ganz interessant. Du kommst hier an und jeder ist total offen und hilfsbereit, dir Dinge zu erklären und dich weiterzubringen. Und keiner ist irgendwie scheu, Frage zu stellen oder dann entsprechend die Antwort zu geben. Also diese

diese Neugier, die in dem Unternehmen da ist, auch wenn du von außen kommst. Jetzt kam ich ja von außen vor anderthalb Jahren und ich wurde befragt, so ein, also mich haben alle möglichen Leute nach allen möglichen Dingen gefragt und das wurde aufgenommen wie so ein Schwamm. Das fand ich total begeisternd, dass man mir nicht nur zugehört hat, sondern die Informationen auch aufgesogen hat und versucht hat, da was daraus abzuleiten, wie man sich verbessern und verändern kann.

Es ist tatsächlich in der DNA des Unternehmens drin, diese Neugier und dieses Streben nach Innovation und nach neuen Denkansätzen. Und das wird eben vorgelebt von der Spitze und wir lebensentsprechend in den Regionen nach und fordern auch unsere Mitarbeiter auf, ja, Feedback zu geben, offene Kultur zu haben, ein neues zu denken, wenn was nicht funktioniert, neue Wege zu finden.

Und nicht einfach nur zu sagen, geht nicht, lass mal sein, sondern auch dieses Hinterfragen oder immer wieder zu sagen, ja, wenn es nicht funktioniert, was müssen wir denn anders machen? Oder hast du schon mal über irgendwas anderes nachgedacht? Viele Wege führen ja am Ende des Tages nach Rom und diese Impulse immer wieder zu geben und auch vorzuleben als Führungskraft. Ich finde, dass es in der DNA von Adobe verankert. Und ich könnte mir vorstellen, dass das in der damaligen Zeit eben angefangen hatte und dann immer weitergelebt wurde.

Joel Kaczmarek (13:07.191) Okay, und jetzt hast du eben gesagt, du betrachtest als einen der ersten Schlüsselmomente, dass man das geöffnet hat. Du hast, glaub ich, gesagt, ISO-Standard gemacht. Kannst du uns bisschen abholen, was das heißt? Ist damit gemeint, dass ihr ein proprietäres System erfunden habt und es für alle geöffnet habt, dass jeder das benutzen darf? was verbindet sich da ...

Nadine Wolanke (13:29.934) Genau richtig. Jeder kann das Produkt benutzen. haben den Standard der ISO übergeben und die ISO ist dann dafür auch verantwortlich, entsprechend zu warten und weiterzuentwickeln. Das Produkt, was jeder sich sozusagen, wenn du auf einer Webseite bist und du irgendein Dokument anschauen möchtest, da kannst du ja als Endbenutzer sagen, ich möchte jetzt den Adobe Reader runterladen, damit ich dieses

Feil eben entsprechend öffnen kann. Und diese Funktionalität haben wir der ISO übergeben, dass die das weiterhin verwalten kann. Was wir nicht an die ISO weitergegeben haben, ist unsere Weiterentwicklung in dem Umfeld. Sprich, du kannst ja unseren PDF nicht nur als Reader, sondern auch als Writer und als Editiermodell oder Editiertool benutzen. wir haben ja da in der Zwischenzeit, wann waren das 93 oder sowas bis heute, haben wir viel mehr investiert in Innovation und Funktionalität.

Das ist weiterhin unser Eigentum, unser Capital, was wir entsprechend an den Markt bringen. Aber die Funktion des Öffnens und des Lesens, das ist bei der ISO und die hat das entsprechend gewartet und weiter verfolgt.

Joel Kaczmarek (14:39.667) Man könnte sagen, ihr habt so etwas wie den USB-Stick in Sachen Software quasi erfunden. Oder USB-Anschluss fast eher. wie verdient ihr denn eigentlich Geld dann damit? Also ich habe jetzt schon verstanden, ihr habt quasi das Edit-Tool, also mit dem ich dann auch nochmal mehr Funktionalität da reinbringen kann. Aber was ist euer Revenue Stream? Was sind die Erlösströme, wenn ihr das quasi geöffnet habt?

Nadine Wolanke (14:46.574) Gute Nacht!

Nadine Wolanke (15:00.734) Ja, also wir haben diese Funktionalität des Lesens freigegeben. Man kann sich das, glaube ich, so vorstellen wie ich würde es vielleicht mal mit so einem Rasierapparat vergleichen. Ja, also du hast den Rasierapparat, den haben wir der Bevölkerung gegeben, aber der Rasierapparat, du brauchst eine Klinge dafür und du hast vielleicht die einseitige Klinge zum entsprechend Lesen von den Dokumenten. Aber wenn du was weitermachen möchtest, längeren Bart entfernen oder kürzer

oder irgendeine andere Funktionalität durchführen möchtest mit deinem Rasierapparat, dann brauchst du ja ein anderes Werkzeug. Und dieses Werkzeug ist das, was wir entsprechend an den Markt bringen und kommerziell verkaufen. Also sprich, wenn du die Dokumente nicht nur öffnen möchtest und lesen, sondern du möchtest sie editieren, du möchtest sie suchbar machen, du möchtest mit AI-Funktionalität große Mengen von PDF-Dokumenten in einen PDF bringen oder einfach Fragen stellen, was

keine Ahnung, wenn du einen 300, 400 Seiten langen PDF hast, was ist die Storyline aus diesem PDF oder du suchst irgendwelche Zahlen, dann kannst du mit einem AI-Agenten über die AI-Funktionalität unseres Tools diese ganzen Dokumente durchsuchen oder du kannst mehrere Dokumente in einen, wir nennen das Space, also in einen Rahmenraum packen und dann über die ganzen Dokumente hinweg eine Suche beispielsweise lossieren.

die du mit unserer AI durchführen kannst. Das sind alles Elemente, die den Bart kürzen, den Bart ganz wegmachen, etc. Und das ist eben das Geschäftsmodell, wenn wir uns jetzt speziell mal das Thema PDF anschauen, mit dem wir an den Markt gehen. Eingangs hatte ich ja gesagt, wir haben noch ein viel, viel größeres Produktportfolio, nur das ganze Thema PDF oder Dokumentenmanagement.

Photoshop haben wir schon angesprochen und die ganzen Video-Editorials, die damit dazukommen. Aber ich würde auch noch mal kurz den Fokus auf das ganze andere Geschäftsfeld legen. wir sprachen ja eingangs auch über Schlüsselmomente. Da finde ich die Entstehungsgeschichte wichtig zu verstehen, zu verstehen, warum Adobe noch dieses zweite Produktportfolio hat.

Nadine Wolanke (17:19.806) Wir sprachen von PDF, wir sprachen von Photoshop und ein weiterer Schlüsselmoment ist sicherlich das ganze Thema, wie hat man von einem Boxen schieben, die ganzen Software in die Cloud gebracht. das zu machen, haben wir festgestellt, wir brauchen ja eine gewisse Funktionalität, die Lösungen an den Markt zu bringen. Das heißt eine Webseite, einen E-Commerce-Shop.

Und da hat Adobe dann in der Vergangenheit Tools dazu gekauft, eben ihre eigenen Produkte, Photoshop und PDF, an den Markt zu bringen. Und hat dann über die Zeit festgestellt, Mensch, eigentlich sind das ja tolle Lösungen, die auch andere Enterprise-Unternehmen brauchen könnten. Also einen Webshop, eine Webseite, dass ich gefunden werde, ein A-B-Testing, wo passt der Button richtig gut hin auf unserer Webseite, eine Verfolgung von Clickstreams.

eine Personalisierungsengine, dass ich Kunden entsprechend ansprechen kann und so weiter und so fort. Und das waren alles Lösungen bzw. Schritte, die wir selber bei uns festgestellt haben, dass wir die benötigen, unser Produkt bestmöglichst an den Mann oder an die Frau oder ans Unternehmen zu bringen. Und nachdem das so gut funktioniert hatte und so eine stabile Lösung war, haben wir dann angefangen, diese Produkte auch selbst an Unternehmen zu verkaufen. Also das war ungefähr vor

10, 15 Jahren hat Adobe ein zweites Geschäftsfeld aufgemacht, eben genau diese Lösungen, also ein Content-Management-System, einen E-Commerce-Shop, eine Personalisierungsengine, einen A-B-Testing und so weiter und so fort. Ich will jetzt gar nicht mit den einzelnen Themen langweilen, aber diese Lösungen an den Markt zu bringen, haben wir dann ein eigenes Geschäftsfeld aufgemacht, auch eine mutige Entscheidung, praktischen neuen Erlöstrim wieder

herbeizuführen.

Joel Kaczmarek (19:11.527) Aber auch cooles Angehen. hab auch gedacht, euer CEO wollte Katzenvideos ins Internet stellen, dann hat er Adobe Premiere empfunden, dann wollte er noch sein Logo drauf, dann kamen noch After Effects dazu. Nein, aber find ich charmant. Es stecken ja zwei Sachen drin. Das eine Element ist ja, die Tools, die ich selber feststelle, brauchen, so Eat-your-own-Dogfood-mäßig zu produktisieren. Und das Zweite ist ... Also, kam jetzt ... Da war fast ein Sidenote bei dir.

dass quasi die Art, wie ihr die verkauft, mal eine andere geworden ist. Also nicht mehr nur noch Paket geht über den Ladentisch und du hast die Software fertig, sondern was man ja heutzutage Software-as-a-Service nennt, also komplett cloudbasiert zu verkaufen. Jetzt bin ich noch mal eine kurze Nachfrage rund das Thema PDF, weil du eben gemeint hattest, hier der Rasierer und trimmend darf man nur mit euch. Ist es sozusagen geschützt? Also ist das, was du gerade an Funktionen beschrieben hast, was man mit PDFs machen kann, etwas, wo ihr eine Hoheit drüber habt?

oder seid ihr einfach nur ein Anbieter, der das als Erfinder dieses Standards besonders gut kann?

Nadine Wolanke (20:11.976) Wir können das natürlich besonders gut und dieses Produkt, was wir kommerzionalisieren, ist unser eigenes Produkt und unser eigenes IP.

Joel Kaczmarek (20:22.937) Also ich dürfte jetzt kein PDF-Editiertool bauen.

Nadine Wolanke (20:26.35) Du dürftest ein PDF-Editier-Tool bauen, natürlich. Und es gibt natürlich auch Marktbegleiter mittlerweile. Aber ich glaube einfach, wir machen das besonders gut. Deswegen nutzen es natürlich auch sehr, sehr viele Leute. Ich glaube, 400 Millionen PDFs oder so was werden gerade jährlich geöffnet. Also extrem viel.

Joel Kaczmarek (20:45.159) ist krass. Und wenn du jetzt so bei euch durch die Kantine in München gehst und triffst dann so einige der alten Hasen und sagst so, hey Leute, wie ist eigentlich heute mit SARS versus früher? Habt ihr noch ein paar Kriegsgeschichten? Was merkst du so an Reaktionen? Also wie hat sich so eine Organisation dadurch verändert, dass man solche Sachen nicht mehr halt stückweise verkauft, sondern lizenzbasiert?

Nadine Wolanke (21:06.446) Ja.

Also ich glaube, wie bei allen Veränderungen ist am Anfang immer eine gewisse Verunsicherung da. Das kennt man, glaube ich, aus dem privaten Alltag oder generell der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sage ich immer. Und wenn man halt alles immer so gemacht hat, dann will man es auch zukünftig so machen. Und ich glaube, so ist es in so einer Art der Transformation auch mit den eigenen Mitarbeitern, mit den Kunden. Da kommen ja ganz viele Dinge zusammen, die da erst mal auf Widerstand stoßen. Es gibt immer Leute, die sind offen, frühe Adapter.

die finden das toll, die nutzen das. Es gibt aber auch immer die andere Gegenseite, die erstmal zurückhaltend sind und die man erstmal auf die Reise mitnehmen muss. Und so war das hier sicherlich auch. Also zumindest was ich so höre, war am Anfang auch so Gottes Willen, ist das denn das Richtige, was wir tun, wenn wir jetzt vom puren Boxen schieben, wenn ich das so sagen darf, in die Cloud eben gehen. Was bedeutet denn das? Die Revenue Streams werden verschoben. Machen wir dann weiter

genau so viel Umsatz, also da war schon viel Furcht auch da, was ich so höre, sowohl intern als auch bei Kunden. Kunden waren auch verunsichert und teilweise waren Kunden auch verärgert. wenn ich dem richtig nachgegangen bin, gab es tatsächlich auch viele Kunden, die sich da nicht so positiv geäußert haben. Und das finde ich persönlich und deswegen sage ich, ist das für mich ein Schlüsselmoment.

schon sehr faszinierend, dass dann eine Firma wie Adobe eben sagt, wir machen das so, weil wir glauben an die Zukunft in der Cloud. Für uns ist Cloud Technologie der Zukunftstrend und wir können nicht auf beide Pferde setzen, bei so einem großen Change, glaube ich, einfach musst du stringent sein und du kannst nicht, also wasch mich und mach mich nicht nass, funktioniert da nicht, ja? Du musst all in gehen.

Nadine Wolanke (23:01.034) Und du musst auch damit rechnen, dass Leute erst mal dagegen sind, die du dann im Nachgang eben abholst. Dazu brauchst du natürlich viel Kommunikation. Soweit ich verstanden habe, haben wir auch viel kommuniziert zu der Zeit. Warum machen wir das? einfach die Verunsicherheit zu nehmen. Oft ist es ja so, wenn Menschen was nicht kennen, dann sind sie unsicher. Und dann kann man die auf die Reise mitnehmen, indem man ihnen erklärt,

und den Weg zeigt, wie es denn aussehen kann und warum das gut ist, dass man es macht. Bei Adobe finde ich einfach faszinierend. Wir sind ja nicht in der Cloud geboren, wie wir es gerade gehört haben. Und zu der Zeit, als wir in die Cloud gegangen sind, gab es ja auch Unternehmen, die sind in der Cloud geboren, wenn ich das jetzt so formulieren darf. Die haben keine Legacy gehabt, die haben kein Altsystem gehabt, die haben einfach angefangen in der Cloud, so wie wir jetzt Unternehmen haben, die in der AI-Welt

gestartet sind. Für die ist es natürlich was ganz anderes, wie für so ein Unternehmen, was eine Historie hat. diese Zöpfe, also mutig zu sein und diese Zöpfe abzuschneiden und an die Zukunft zu glauben, mit allem, was damit einhergeht, also mit dem Unmut und so weiter, das finde ich echt faszinierend, dass Adobe das gemacht hat und auch geschafft hat und zwar sehr, sehr erfolgreich. Also unsere Abonnentenzahlen haben sich, ich glaube, verdreißigfacht in der Zeit und das

zeigt ja, dass der Weg tatsächlich der richtige war. Hat man das damals hundertprozentig gewusst? Wahrscheinlich nicht. Aber man war einfach mutig und hat gesagt, wir glauben da dran, wir glauben, dass das die Zukunft ist und wir setzen das jetzt mit aller Konsequenz

Joel Kaczmarek (24:42.007) Ehrlich gesagt erlebe ich euch da auch als mutig und innovativ vor allem auch schnell. Als diese ganze KI-Thematik mit OpenAI losging und man die Bildgenerierungsmodelle gesehen hat, war in meiner Wahrnehmung so ein Adobe Firefly sehr schnell am Start. Weil dafür, dass das ja theoretisch so ein Antagonist zu einem Photoshop ist, was vielleicht ganz viele Grafiker, die man früher bestellt hätte, irgendwie aus dem Geschäft schiebt.

Seid ihr sozusagen superschnell dahingegangen, euch als Corefeature mit zu integrieren? Nach dem Motto, disruptier dich selbst, bevor's ein anderer tut. Was würdest du sagen, wie gelingt das? Was sind die Entscheidungswege, die ihr da habt? Wenn ihr jemand sagt, wir sollten uns das Machen gucken, dass es ins Machen kommt?

Nadine Wolanke (25:24.398) Also ich glaube, kommt wieder auf die, am Ende vom Tag kommt es die Kultur und die Struktur zurück, wie Adobe aufgestellt ist und auf die DNA. Dass wir halt einfach sagen, wir innovieren immer weiter, wir bleiben nicht da stehen, wo wir sind. Wir sind neugierig, das was ich dir vorhin schon sagte. Also ich finde, in diesem Kern ist ganz, ganz viel verborgen. Da ist verborgen, dass man immer wieder Appetit auf was Neues hat, nach vorne schaut und da eben dann auch stringent das Ganze weiterverfolgt.

KI, hattest gerade angesprochen, Adobis sehr schnell nachgerückt mit Firefly. Ich sehe das ein bisschen anders, ehrlich zu sein. Adobi hatte ja schon vor Jahren das Modell Sensei auf den Markt gebracht. Vielleicht sagt es dir nichts. Das war schon die erste KI in unserer Photoshop-Lösung, praktisch der Vorgänger von dem Firefly-Modell war. die Adobis Sensei kam, ich weiß nicht,

vor fünf, sechs, sieben Jahren, also weit bevor Chatchie Pt. auf dem Markt war, war das schon Bestandteil des Produktes. Also auch hier war Adobe recht früh dran, innovativ zu denken und vorausschauend zu denken. Zu der Zeit war das einfach noch nicht am Markt angekommen. Wenn ich mir andere größere Softwareunternehmen anschaue, auch die haben ja damals schon in Themen wie KI investiert, aber die Marktreife war noch nicht da. Und jetzt ist die Marktreife da.

Und große Unternehmen wie Adobe haben dadurch natürlich den Vorteil, dass sie schon länger sich mit dem Thema beschäftigen und deswegen natürlich dann auch sehr schnell am Markt reagieren konnten. ich gebe dir Recht, also Firefly, da brauchen wir uns nicht verschämen. Also das können wir wirklich erhobenen Hauptes an den Markt bringen. Wirklich tolle Unterstützung im Grafikbereich.

Joel Kaczmarek (27:20.331) Ja, vielleicht unterhalten wir uns über paar AI Credits. Ich hab da so ein Konto laufen. Gut, gut, okay. Ich mach mal für mich so ein kleines Summary. Ich hab jetzt als Verstandenerster großer Wachstumsmoment diese Denke von PDF in weitere Bereiche bringen. Verbunden mit der Tatsache, es offen zu machen. Es war wiederum zwei Dinge. Das ist euch wie ein Überraschungsei. Man kriegt eine Sache, sind mehrere Sachen drin. Weil genauso auch beim Thema ... Ich schaff's noch, ich schaff's noch.

Nadine Wolanke (27:23.63) Hahaha!

Nadine Wolanke (27:42.83) Du willst auf 5 kommen, oder?

Joel Kaczmarek (27:50.216) Weil mit eurem Abo war es ja genauso, also quasi eure Eigentools produktifizieren und dann in den Saas kippen. Also haben wir theoretisch sogar schon vier. Und dann hatten wir über Innovation geredet, wo du mir gesagt hast, alles klar, wir haben sozusagen schon früh mit so was experimentiert über Sensei und dann in Firefly gegossen, als der Markt reif war. Weil ich glaub, da steckt auch was drin, nämlich dass manchmal wichtig ist, das Timing richtig zu kriegen bei Dingen. Weil wie viele Unternehmen sind schon daran gescheitert, dass sie eine tolle Entwicklung hatten, aber sie war einfach zum falschen Zeitpunkt da. Gibt's bei euch einen ...

Vorgehen dafür, so einen Timingmoment zu erkennen, dass ihr wisst, wann ihr so was braucht, jetzt quasi die Zeit reif ist, da was zu entwickeln. Oder rauszubringen, entwickelt habt es ja schon.

Nadine Wolanke (28:30.03) Ja.

Also wir heuchen natürlich sehr stark in den Markt hinein und das Feedback von unseren Kunden ist uns extrem wichtig. Also wir machen viele Pilotprojekte mit Kunden schon weit bevor wir in die Produktion der Produkte gehen. Das heißt wir versuchen schon den Vibe des Marktes mitzunehmen, dann zu verstehen, ist der richtige Zeitpunkt. Das ist die eine Seite. Die andere Seite der Medaille ist für mich ganz stark wir selbst. Also wir sagen zu uns selbst, wir sind Customer Zero bei allem, was wir machen. Und durch das, dass wir eben

ein zweiseitiges Geschäftsmodell haben. der einen Seite, wie anfangs gesagt, dass wir unsere Photoshop und PDF an Konsumenten verkaufen, hören wir natürlich auch extrem, was der Markt macht und will. Und bei Konsumenten bist du ja sehr schnell sehr nah dran. Und deswegen können wir das auf unsere eigenen Produkte adaptieren und wissen dann was. Also wir hören schon relativ früh im Markt, was bewegt denn zu den Konsumenten, wo wollen die hin, was sind so die Trends? Und das geht ja dann

im nächsten Schritt in ein Unternehmen über, also in eine, was weiß ich, BMW, Siemens und wie sie alle so heißen, also in großen Konzernen. Du hörst ja erst mal das Konsumentenverhalten und dann geht es ja erst in ein Unternehmen über. Und durch das, dass wir das Ohr so früh schon auf der Straße haben und mitbekommen, was bewegt den Konsumenten, was muss in unsere Produkte und Innovation mit einfließen, haben wir den Vorteil, weil wir eben unser Customer Zero selbst sind.

dass wir das an unsere Produktentwicklung auch zurückgeben und dann entsprechend in die Produkte packen, packetieren und an den Markt schippen, nachdem wir es selber probiert haben.

Joel Kaczmarek (30:08.139) Und habt ihr in den Verfahren, wie ihr dran bleibt, weil ich denke gerade, während du das erzählst, denkst du drüber nach, Microsoft quält ja gerade, glaube ich, User, den es gibt, in jedem seiner Produkte damit, dass sie irgendwie Co-Pilot mit dranhängen. Also ist ja so bisschen diese Maßgabe so, wir haben jetzt hier KI als großes Thema und das pressen wir jetzt mal überall rein, wo es geht, mit dem Willen, und das sagt man ja sogar so, die Leute abhängig zu machen, dass man quasi da an den Punkt kommt. Ich erlebe da zum Beispiel, dass es super viele Leute tierisch nervt.

Habt ihr da für euch eine Formel oder ein Vorgehen, dass auf der einen Seite ihr sagt, okay, ich bin nah dran an den Bedürfnissen, weil aber manchmal entwickelt man ja trotzdem vorbei oder will als Unternehmen andere Dinge als die Kundschaft.

Nadine Wolanke (30:45.422) Also jetzt ein Vorgehen direkt kommt mir nicht in den Kopf. Aber was wir natürlich schon machen ist, wir gehen das Thema einfach anders an durch das, dass wir so nah an dem Kunden dran sind, hören wir ja, was der Kunde will und was er nicht will. jetzt, wenn du sagst, Microsoft drückt ihre AI in den Markt, das ist nicht unser Vorgehen. Wir haben ja schon so viele User auf unserer Plattform schon drauf und wir wollen die User nicht zwingen, Fireflies

zum Beispiel zu nutzen, sondern wir haben ja unsere Software offen gemacht, sodass wir auch andere KI-Modelle mit integrieren können. Unser Go-To-Market ist dann ein anderes. Wir wollen das Ökosystem zusammenbringen und da eher die Orchestrierungsplattform sein, die die unterschiedlichen Capabilities zusammenbringt, weil wir durchaus denken,

dass es Unternehmen gibt, die in einem speziellen Thema sehr innovativ sind, sehr weit vorangeschritten und auch dem Endkonsumenten wiederum helfen können. Und warum dann nicht über die Adobe Oberfläche oder über das Adobe Tool dem User die Möglichkeit zu geben, zu wählen zwischen den KI-Modellen, die für ihn wichtig und interessant sind und wo er glaubt, dass er die bestmöglichsten Ergebnisse erzielt. Also wir sind eher so...

der Ökosystemgedanke ist für uns wichtig und da eben das Kollektiv zu sein. Und ich glaube, da steckt ziemlich viel drin, wenn ich so bisschen darüber nachdenke, auch wieder historisch betrachtet und sorry, wenn ich da immer wieder zurückgucke. Normalerweise guckt man nach vorne, aber ich finde Adobe hat sehr viel in der Vergangenheit gelernt. Wenn wir mal nehmen, vielleicht kannst du dich noch dran erinnern, Adobe hatte mal Makromedia übernommen und hat sich da sehr stark auf eine Plattform

festgelegt auf ein Betriebssystem und dann kam irgendwann HTML5 und keiner wollte mehr mit Flash irgendwas machen. Und ich glaube aus dem Thema hat Adobe sehr viel gelernt, dass du, wenn du die Plattform, also das Betriebssystem nicht bestimmen oder beherrschen kannst, dann brauchst du die Werkzeuge da dazu. Und da steckt viel auch in unserer KI-Entwicklung drin, dass wir eben sagen, wenn wir das Betriebssystem, das LLM nicht bestimmen können, das ist vielleicht

Nadine Wolanke (33:08.522) kommt vielleicht heute von Anthrophic, morgen kommt es von OpenAI, übermorgen kommt es keine Ahnung, digital Kompakt, ja, weiß ich nicht. Wenn du das nicht beherrschst oder bestimmen kannst, dann such dir den Weg, den du bestimmen kannst und wo du einen Mehrwert siehst. Und da positionieren wir uns eher in den Bereich Workflow und in den Bereich Werkzeuge, die entsprechenden Betriebssysteme zu nutzen.

Joel Kaczmarek (33:34.37) Ja, wenn ich drüber nachdenke, glaub, stimmt wirklich. Vielleicht habt ihr gar nicht den USB-Anschluss des Internets entwickelt, sondern eher den Werkzeugkasten auf eine Art. Alles, so Grafik und visuell orientierte Arbeit angeht. wenn ich mal drüber nachdenke, welchen Schmerz hab ich mit eurem Produkt, dann ist das eigentlich nie was Funktionales. ist eigentlich mal Abrechnung. Ich quäle mich immer nur durch diese Tausenden Accounts. Wenn ich was nachbuchen muss, so Dritter Kreis der Hölle. Aber bei den Produkten darf man wirklich sagen ...

Weil ich dachte, wer ärgert sich darüber, dass das in die Cloud geht? Ich hab das zum Beispiel als extrem, wie sagt man, komfortabel empfunden, wenn mir die neueste Version der Software hochgeladen wird. brauch nur noch einen Klick, denk, alles klar, jetzt willst du eine Phase in Design haben, weil du was layoutest, dann bruchst du's wieder weg. Also, da habt ihr, glaub ich, echt so einen Hebel dran. Und jetzt hast du KI eben schon angerissen. Du hast gesagt, es gibt drei große Entwicklungsströme, drei Schlüsselmomente, PDF-Öffnung.

aufs SARS-Modell und dann vermute ich mal, der dritte große wird sich in Richtung KI bewegen, oder?

Nadine Wolanke (34:39.47) Genau, also das ist für mich auch der dritte große Schlüsselbereich, dem sich Adobe befindet, in dem sich nicht nur Adobe befindet, in dem sich die ganze Technologiebranche oder die ganze Welt, ehrlich zu sein, gerade befindet. Ist das wirklich ein Schlüsselmoment? Die Frage, die habe ich mir auch gestellt oder heute Morgen tatsächlich mit meinem Mann diskutiert, weil wir stecken ja noch mitten drin. Also ich behaupte, ja, das ist ein Schlüsselmoment, aber wissen tun wir es erst keine

in zehn Jahren oder in fünf Jahren war das wirklich ein Schlüsselmoment. So wie wir das halt bei SAS etc. auch jetzt erst wissen. Wir haben es damals vermutet alle. Heute kann ich mit Sicherheit sagen, das ist ein Schlüsselmoment für Adobe gewesen. Ich glaube KI ist ein Schlüsselmoment, weiß ich es 100 Prozent, vielleicht erst morgen übermorgen oder in einem Jahr oder zwei. Genau.

Joel Kaczmarek (35:32.355) Aber heißt ein bisschen, dass du Schlüsselmomente nach positiven Outcoming bewertest, weil theoretisch war ja eurer Makromediakauf auch ein Schlüsselmoment, dass ihr halt einen Fehler gemacht habt und was draus gelernt habt, was quasi die Strategie komplett neu aufgestellt hat.

Nadine Wolanke (35:43.695) 100 Prozent. wollte dir ja noch einen fünften mitgeben, weil du vorhin auf vier gekommen bist, dachte ich mir, ich gebe dir das Peace so zwischen den Zeilen mit. Also definitiv ist das Thema Makromedia für mich auch ein Schlüsselmoment gewesen. 100 Prozent. Also grundsätzlich bin ich ein positiver Mensch und versuche auch die positiven Momente als Schlüsselmomente mitzunehmen. Aber ich finde, man kann auch aus

aus Failure, wie sagt man auf Deutsch, Versagen lernen, aus Scheitern lernen und da dann eben auch stärker draus rauskommen. Das ist so das Phoenix in der Asche-Gedankenspiel.

Joel Kaczmarek (36:08.423) Scheitern!

Joel Kaczmarek (36:18.672) Wenn wir über KI sprechen, magst du noch mal sagen, was du da als euren Angang betrachtest, was ihr daraus machen wollt. Wie geht ihr das Thema an?

Nadine Wolanke (36:27.572) Ja, also das kommt darauf zurück, was ich gerade vorhin sagte, dass wir uns eben als Plattform-Player in dem ganzen Thema sehen, dass wir nicht, wenn du jetzt mal dir KI als ein menschliches Gehirn vorstellst, dann ist für mich das LLM praktisch der Kern, das Gehirn an sich, aber das Gehirn funktioniert ja nicht, wenn die ganzen Synapsen nicht miteinander sprechen und dieses Geflecht drum herum, das ist da, wo ich finde, dass Adobe sich positioniert in dem ganzen KI-Zeitalter, dass wir halt sagen,

Wir wollen das Orchestration Layer sein. Wir bringen die unterschiedlichen LLMs zusammen. Wir sind spezialisiert auf den Bereich Marketing. Wir machen nicht alles. Das ist auch nicht unser Anspruch, weil wir finden, dass man nur in einem Thema richtig gut sein Und für uns ist das das Thema Marketing. Alles, von der Content-Produktion über die Content-Ausspielung bis hin zum loyalen Kunden, dieser ganze Content-Lifecycle ist für uns der Schwerpunkt.

wo wir uns positioniert sehen. ja, da eben die KI als Enabler, als unterstützende Funktion und nicht als ersetzende Funktion. Ich glaube, das ist auch immer ganz wichtig, weil häufig, ich mit, gerade mit Kreativen spreche, die sagen dann oft zu mir, ja Nadine wird jetzt die KI mich komplett ersetzen. Das glaube ich nicht. Ich glaube immer noch, dass es das Hero-Asset braucht. Ja, dieses eine tolle Asset, was von einem kreativen Menschen kommen muss. Aber was ich sehr wohl glaube, ist, dass

die KI, also jetzt, wenn wir von Adobe sprechen, unsere KI im kreativen Umfeld helfen kann, unnötige oder Tätigkeiten zu ersetzen, die dich viel Zeit kosten. Rendering, Schatten entfernen, das Produkt auf einem anderen Hintergrund entsprechend ausspielen, mehrere Formate. All das, was dich eigentlich Zeit kostet oder Ablenkung von deiner richtigen kreativen Arbeit, da kann dir KI viel abnehmen. Das ist jetzt...

ein Beispiel aus dem kreativen Umfeld. Es gibt aber auch weitaus andere Beispiele, wenn man über das ganze Thema Personalisierung spricht oder wenn man sich grundsätzlich mal eine Marketing-Organisation anschaut. Da gibt es ja auch nicht nur einen Menschen, sondern es gibt unterschiedliche Fachbereiche und jeder Fachbereich für sich hat ja eine Spezifika oder einen Schwerpunkt. Kampagnen erstellen, die Assets generieren und so weiter. Und in jedem von diesen Bereich positionieren wir uns als Coworker, als jemand, der einem an die Seite gestellt wird,

Nadine Wolanke (38:55.934) den Prozess zu unterstützen und deine Arbeitsweise zu vereinfachen.

Joel Kaczmarek (39:01.639) Wie ist denn eigentlich so eure Haltung zu dem ganzen Aspekt des Agentischen? viele sagen ja gerade auch im Handel zum Beispiel, 2026 wird so das Jahr des AI Agent, also das Agent Commerce, irgendwie großes Thema wird. Ist das bei euch auch so, dass ihr viel agentisch denkt oder ist es bei euch sozusagen von der Struktur her einfach anders gebaut, weil es ja relativ eng verflochten ist mit eurem Produkt?

Nadine Wolanke (39:25.662) Ja, also wir denken schon auch agentisch und da eben den Agenten als Coworker, als jemand, der dir hilft oder an die Seite gestellt wird, plus einen Agent, der das Ganze orchestriert. Das ist so unsere Denkweise über AI und wie wir uns dort in dem Bereich positionieren.

Joel Kaczmarek (39:44.52) Okay, ich sehe schon, neben einigen Credits werde ich dir noch mal eine Schulung aus den Rippen leihen, weil ich kriege das noch nicht gut hin, dass ich mich auf neue Hintergründe setze. Ich bin dann noch der Noob in Sachen Software, aber ich bin dran. Gut, also, wenn wir das noch mal Revue passieren lassen, merken wir, glaube ich, auf Englisch würde man versatile sagen, so vielschichtige Firma und Organisationen, der du unterwegs bist, weil du so viele unterschiedliche Bereiche hast, gleichzeitig User bist, nah an euren Kunden dran. Also, es ist ja so ein bisschen komplex.

Was würdest du sagen, hast du auch schon was gesehen im Unternehmerischen, wenn du es auf eine Formel eindampfst, macht diese Firma besonders kulturell gesehen und vom Mindset der Leute? Du hast ja schon ganz viel erzählt, wir sind hungrig, wir fragen ganz viel, wir mögen Innovationen, aber wie gelingt euch das? Was ist so der Nährboden, dass das alles quasi bei euch zu finden ist?

Nadine Wolanke (40:33.378) Ich glaube, wir sind halt einfach eine kreative Company und Kreative sind ja hungrig, neugierig, wollen innovieren. Das zeichnet uns aus. Wir sind kreativ und wir würden, glaube ich, erstickt werden, wenn wir nur über Prozesse und so weiter sprechen, sondern wir wollen diese Exposure, die Gedanken auch mal frei laufen lassen, diesen kreativen Geist fördern.

Das gepaart mit dem, was ich eingangs sagte, das ist die Hungry in Paradise, das ist wirklich so der Leitsatz für mich. Das spiegelt die Kultur wieder und das macht Adobe aus.

Joel Kaczmarek (41:15.367) Ja, ich hab gerade so gedacht, Stay Hungry ist irgendwie ein gutes Schlusswort. daher, Lieber Nadine, vielen Dank, dass du mich dahinter genommen hast in die Kulissen. Aus den dreien doch noch, glaub ich, fünfeinhalb Schlüsselmomente gemacht hast. ... es ist interessant. Weil ich find immer schön, wenn man mal Unternehmen ... ... so bisschen näher kennenlernt, deren Produkte man intensiv benutzt. Und wie gesagt, glaub, man kann sich manchmal gar nicht vorstellen, was sich eigentlich mit verbindet. ob jetzt viele Menschen geahnt hätten, dass 22.000 Menschen daran arbeiten, dass man irgendwie bei Photoshop Grafik macht oder ...

bei den PDFs irgendwie Sachen links und rechts editieren kann. Das ist ja doch wieder ganz spannend. daher ganz, ganz herzlichen Dank und ja, weiterhin viel Erfolg. Wir sprechen uns in zehn Jahren, ob es wirklich ein Schlüsselmoment war mit der KI. Bis dahin, gibt Gas!

Nadine Wolanke (41:57.98) Danke, danke dir auch, dass ich dabei sein durfte.