
Live-Commerce: Was Europa vom Live-Shopping-Boom in Asien lernt | eBay & Sascha Pallenberg
15. Juni 2026, mit Joël Kaczmarek
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Joël Kaczmarek: Stell dir vor, In Shanghai sitzen abends 200 Streamerinnen nebeneinander unter einer Brücke. Und zwar aus Eiskaltem. Kalkül, das du in dieser Folge verstehen, wirst. Eine Rolex, die bei einem Euro startet und für 90.000 Euro über den Tisch geht. Und ein Mann, der live ein Auto wäscht und damit Kasse macht. Wie verrückt. High five, Leute, Hier ist Joel und heute wird es international und innovativ. Wir schauen uns nämlich an, was wir in Europa vom asiatischen Live-Commerce lernen können, Also Wie verkaufe ich meine Güter und Dienstleistungen im digitalen Raum? so, dass die Leute unbedingt reinklicken wollen. Und ich habe mir dafür zwei richtig tolle Menschen geholt, nämlich zum einen Saskia Meier-Andrae, Das ist die Geschäftsführerin von eBay Deutschland, die gerade mit voller Wucht Live-Shopeeng in Deutschland aufbaut. Und Sascha Pallenberg, Tech-Blogger der ersten Stunde, der in Taiwan lebt und über Asien Dinge erzählt, die uns hier noch jahrelang beschäftigen werden. Wir reden über Vertrauen als härteste Währung, über die Nischen, in denen das Geld wirklich liegt. Und darüber, was du... Können solltest, wenn Du Live-Shopeeng auch für dich erschließen möchtest. Ah, und ganz wichtig, Ganz am Ende der Folge destilliere ich für dich. Die fünf wichtigsten Learnings runter, Also die fünf Dinge, die du aus diesem Gespräch wirklich mitnehmen solltest. Also, Bleib bis zum Schluss dran, Die fünf gibt's geballt am Ende. Und jetzt fangen wir an. Los geht's. Hallo.
Saskia Meier-Andrae: HALLO Joel, Hallo Sascha, freue mich sehr, mit dabei zu sein.
Sascha Pallenberg: HI Saskia, Hallo Joel, Dito.
Joël Kaczmarek: Ja, aufregend. Also, äh... Wir fangen mal mit deiner Heimat an, Sascha, würde ich sagen, weil. Wir wollen ja als erstes Mal verstehen,
Joël Kaczmarek: Was so Asien als Referenzmarkt eigentlich spannend macht und was da so, ja, eigentlich abgeht. Vielleicht kannst du ja mal so einen kleinen Take mit uns machen. Also, man muss ja jetzt geopolitisch verstehen, Taiwan, wo du sitzt, ist ja nochmal ein ganz gesondertes Territorium, sozusagen im Vergleich zu China. Also, ich habe wahrscheinlich ein paar Sachen so leicht anders gebaut, als jetzt irgendwie in China, in Vietnam, in, wenn es da noch alles gibt. Aber hol es doch mal so aus? Deiner warte ein Stück weit ab. Wo steht der asiatische Markt heute? Wie kam es so dazu? Vielleicht tauchen wir da mal ein.
Sascha Pallenberg: Ich würde mal wirklich sehr, sehr fundamental anfangen wollen. Ich glaube, so. In den 80er Jahren ging das los in den Vereinigten Staaten, Als CNN meinte, über seine Übertragung der aktuellen News, Laufschriften drüber zu legen. Und die von rechts nach links und von oben nach unten gehen. Wenn Du hier in Taiwan, egal welchen Fernsehsender, anmachst, dann... Fühlst du dich in einem Land der Reiz- und Informationsüberflutung auf einmal wieder, was ein bisschen Zeit braucht, damit du dich daran gewöhnst. Wir mögen das hier, dass irgendwas die ganze Zeit irgendwo aufblinkt. Du auf zwei oder drei zusätzlichen Informationslayern nochmal Infos bekommst und das hast du wirklich bei ganz normalen Informationskanälen. Wenn du dir dann zum Beispiel, sagen wir mal, Eine Reiseshow anschaust. Dann spielt man das auch gerne. Mit so optischen und soundtechnischen Nudges kombiniert ein. Also jemand kauft sich, was Leckeres zu trinken. Und dann kommt im Hintergrund ein Klingklong oder ein Ah, ist so lecker. Muss ich tatsächlich sagen, nicht unbedingt meiner Meinung nach? Die positivsten Beispiele sind so Dinge wie Temu in Deutschland, Was aus China kommt. Aber natürlich auch Alibaba, AliExpress, gerade Alibaba, Das waren so die ersten großen chinesischen Shopeeng-Plattformen, die es weltweit geschafft haben. Und die haben diese Mechanismen sehr, sehr schnell genutzt, um in ihre Shopeeng-Apps diese auch noch einzuarbeiten. Bis es dann letztendlich zu etwas wurde, was ganz, ganz wunderbar die fundamentale Definition von Dark Patterns darstellt. Also jetzt hier nochmal nachlegen und du kriegst. 10% oder 20% Rabatt, wenn du jetzt noch was in den Shopeeng-Gard hineinpackst. Also bis hin zu, Und da ist Douyin sehr, sehr spannend, Also Das ist die chinesische TikTok-Variante, dass sie Geolocations auf eine Art und Weise nutzen, wie es wahrscheinlich so in den westlichen Märkten bis dato unbekannt war. So als Beispiel, Vielleicht habt ihr das schon mal gesehen. Dass auf einmal in Shanghai abends unter einer Brücke zwei 300 Streamerinnen sitzen, nebeneinander und streamen. Und alle denken sich, meine Güte, Warum treffen, die sich unter der Brücke? Es gibt doch verdammt nochmal bessere Backdrops. Das ist jetzt nicht ganz so schön. Ganz einfach. Durch die Geolocation-Erkennung des Feeds. Sie sitzen dort in einer Neighborhood, die ein höheres Durchschnittseinkommen hat. Können natürlich dadurch einer kaufkräftigeren Kundschaft ihre Streams ausliefern? Und partiziell können Sie dann ganz einfach entsprechend größere Provisionen auch erzielen. Also, es ist eine wilde Welt. Es ist immer noch wilder Westen. Es wird Irre viel ausprobiert und ich glaube, gerade DIE europäische... Die europäische und westliche Welt fühlt sich immer noch so ein bisschen überrollt, umso, Und das sage ich wirklich aus tiefster Überzeugung, bin ich froh, dass es einfach auch große, globale Player wie eBay hier gibt, die auch diesbezüglich auch ganz andere Regularien haben und ein bisschen restriktiver an solche Sachen hineingehen und Safeguards aufbauen, damit solche Dinge einfach nicht passieren.
Joël Kaczmarek: Genau so dieses bunte, flashige, So erlebe ich das mit meiner westlich geprägten Brille, auch, dass das alles so überfordernd wirkt. Wenn wir mal so jetzt in die Gegenwart schauen, was würdest du sagen, Sascha, heute, Was macht so einen guten Livestream von einem schlechten aus? Was sind so die zentralen Features, worauf es heute ankommt? Gibt es da so eine Art kleines Einmaleins?
Sascha Pallenberg: Ja, natürlich. Es sind immer noch die klassischen Engagement-Faktoren. Die Frage, wie baue ich eine Community auf? Das hat überhaupt nichts mit. Mit einem Vertriebsstream zu tun oder mit einem Contentstream oder mit einem Gamer. Da sind die fundamentalen Prinzipien komplett gleich. Habe ich eine Community, Engage? Ich mit der, vertrauen die mir, was ich dort mache, vor der Kamera und am Mikrofon. Und das vielleicht sogar historisch gesehen. Ich vergleiche das immer so ganz gerne mit der Veränderung der taiwanischen Industrie in den letzten 50 Jahren, als ich als Kind aufgewachsen bin. Und auf irgendetwas stand, Made in Taiwan, dachtest du, das ist Plastikschrott. Und das ist einfach mindere Qualität. Barbie-Puppen, Wir haben hier ein Barbie-Museum. Barbies wurden in Taiwan produziert. Bis dann irgendwann Taiwaner mal erlebt haben, ey, Wie Cool wäre es doch, wenn ich nicht nur einmal etwas verkaufe und richtig Profit damit mache, sondern... Wenn aufgrund der Qualität des Produktes ich immer und immer wieder in diese Channels verkaufen kann, weil sie es einfach wieder haben wollen und nicht nur einmal kommen, da haben wir viele aus diesem Temu-Universum noch lange nicht. Und ich glaube, das ist wichtig für solche Streamer, für solche Communities, Die merken, Ich schalte zehnmal zu, mir wird kein Scheiß, erzählt, Hier gibt es eine Vertrauensbasis und hier ist jemand, der sich die Vertrauensbasis auch nicht zerstören wird.
Joël Kaczmarek: Saskia, Ich meine, wie war das bei dir? Es gibt ja so viele Dienste, wo ich schon ablesen muss, weil ich die Namen gar nicht kenne. So was wie Taobao, Douyin hat irgendwie Sascha gerade erwähnt, Kuaishou, also, vielleicht sind die schon wieder voll uncool. Und ich habe es nicht mal mitgekriegt. Wie seid denn Ihr vorgegangen, als Ihr euer Live-Shopeeng konfiguriert, habt? Habt Ihr euch viel auch an den asiatischen Playern orientiert und Sachen übertragen, So Pattern-Recognition gemacht und dann hier mit rübergenommen? Oder war das ein ganz anderer Pfad, den ihr gegangen seid?
Saskia Meier-Andrae: Ich glaube, wenn du Dir Asien anschaust, das ist ja da schon ein riesiges Thema. Da sind 20, 30 Prozent des Marktes schon Live-Commerce. Und wie du sagst, Sascha, Ich glaube, das sind mal ganz andere Mechanismen. Aber was wir uns angeschaut haben, was sind denn so die fundamentalen Faktoren, die das ermöglichen? Und ich glaube, das sind eigentlich dieselben, die auch in der westlichen Welt erfolgreich sein werden. Und du hast schon ein paar angesprochen, Sascha. Aber ich glaube, die Leute kommen, weil die Entertainment haben wollen. Wie sich das da manifestiert, Wie blinkig das ist, das ist dann, glaube ich, Geschmackssache. Aber die wollen Entertaint werden. Dann wollen sie Teil einer Community sein, und die müssen diese Vertrauensbasis haben. Wie gesagt, ich möchte jetzt nicht einfach irgendeinen Mist kaufen, indem mir da jemand aufquatscht. Ich möchte sicherstellen, dass es wirklich auch die Qualität hat, die ich erwarte. Und was wir uns überlegt haben, ist, wie diese Mechanismen in der westlichen Welt aussehen. Und womit wir sehr aktiv auch angefangen haben, Auch in den USA, ist, dass wir erst in diese Kategorien rein investiert haben, wo du schon sehr, sehr starke Communities hast. Das ist zum Beispiel Sammelware, Sammelkarten. Also Münzen, Luxusgüter, Luxushandtaschen, Das sind Bereiche, wo du schon sehr viel Community hast, wo die Leute auch wirklich aus Entertainmentgründen einschalten. Ich glaube, da gibt es ja auch nochmal andere. Live-Shopeeng-Formate. Bei manchen ist es mehr so edukativ, Aber bei uns die Live-Shopeeng-Formate, das sind wirklich Streams, wo die Leute sich einwählen, weil die sich total für Münzen interessieren. Und dann haben die Halt eine Stunde. Münz-Live-Shopeeng. Also was gibt es Cooleres als das? Das heißt, SOLCHE Sachen... Das sind dann, glaube ich, Parallelen, die wir uns abgeguckt haben, Aber trotzdem fühlt sich das nicht so Krass an wie in Asien. Und dennoch ist es Super Entertaining und es ist auch schnell. Und da fangen auch die Auktionen bei einem Euro an. Also du hast auch diese Value-Treiber, die du überall hast auf der Welt. Die Leute müssen natürlich irgendeinen Impuls haben. Das heißt, da gibt es schon Parallelen, aber wie sich das da manifestiert, ist, glaube ich, unterschiedlich.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, Wie ist es so mit Interaktivität? Weil ich denke gerade so zurück. Wenn wir früher über Live-Commerce geredet haben, dann hieß es Ja eigentlich. Teleshopping. Und dann war halt so one-to-many, dann wurden vielleicht mal ab und zu Leute per Telefon irgendwie reingeschaltet. Aber eigentlich war es so ein Sendemedium. Und Saskia, ich erinnere mich bei dir mal an eine Geschichte. Da saßen wir, glaube ich, zusammen in einem Restaurant. Und dann hast du mir von deinen Kids, erzählt. Habe ich das richtig in Erinnerung? Ja, kann ich gerne erzählen. Also ist das interaktive Ding so etwas, was da sozusagen einen großen Hebel auch ausmacht?
Saskia Meier-Andrae: Es ist ein riesiger Hebel. Ich meine, die Community. Ich nehme jetzt mal wieder Münzen, als Beispiel. Da kommen halt Münzfans zusammen in einen Stream und können sich halt über das Interface unterhalten. Und die stellen natürlich einerseits Fragen an den Host, die kommentieren sich aber auch gegenseitig, wenn ich was kaufe. Und dann sagt, wer anders? Glückwunsch, Cooler Kauf. Und alleine die Möglichkeit, mit einem Live-Host zu interagieren, ist auch für mich immer noch total. thrilling. Die Story, die Du meintest, Ich saß mit meinem Sohn in einem Livestream, Er liebt Star Wars Lego-Figuren. Und dann haben wir uns halt in so einen Livestream eingewählt, weil ich ihm das zeigen wollte. Und dann habe ich halt reingeschrieben. In den Chat zum Host. so, hallo, kannst du bitte meinem Sohn Hallo sagen? Und dann hat dieser Live-Host Halt Hallo gesagt, und dann sind ihm halt die Augen aufgefallen. Das war für ihn absolut riesig, dass sein Name erwähnt, wurde. Das sind HaLT DIESE Kitzel-Momente, die halt unglaublich sind.
Joël Kaczmarek: Sascha nickt bedächtig, ist es in Asien auch so?
Sascha Pallenberg: Ja, das ist tatsächlich bei mir auch so. Ich mache ja auch so alle paar Wochen einen Livestream. Das sind zwar politische Livestreams, Aber wenn ich das erlebe, Ich glaube, gestern hatten wir irgendwie so 4000 Zuschauer, die ganze Zeit gleichzeitig, was für so ein kleines Hobbyprojekt nicht ganz so schlecht ist. Wenn du dann siehst, wenn du Kommentare halt einblendest aus der Community direkt, Das mache ich halt sehr, sehr oft oder ich mache Umfragen, die... Die Conversion Rates sind krank. Also wenn du eine Umfrage machst, dann hat die innerhalb von zwei Minuten, haben da 70 Prozent der Menschen abgestimmt. Sag mir irgendein Medium, wo du nur ansatzweise Sowas hinbekommst. Da wird sich jeder die Finger nachlecken. Und das ist das Schöne. Und da kommt, so beides zusammen. Zum einen das, was Saskia sagt, Diese Art der Interaktion, Dass du auch wirklich zeigst, dass die Menschen dir wichtig sind. DAS Community-Building, was... Zuvor geschieht. Und wie du Sie dann genau in diesen Momenten einbindest. Live ist ein so dermaßen besonderes Format. Das kannst du nicht faken. Du lieferst ab und musst parallel auch noch zusehen, dass die Community mit einbezogen wird. Und das ist Multitasking auf einem etwas anderen Level. Und gute Leute, die das in dem Bereich machen, Die machen das anderthalb Stunden. Und die müssen sich danach auch drei Stunden in den Spa legen, weil die Rübe komplett leer ist. Da geht nicht mehr viel. Und ich finde das immer wieder sehr, sehr beeindruckend. Und glaube, dass genau das, was Saskia hier anspricht, das Besondere an guten Livestreamern ausmacht. Und was ich übrigens auch interessant fand. Dass Du gesagt hast, Liebe Saskia, Wie sehr Ihr anfangs auf diese Special Interests und vermeintlich sehr, sehr nischigen Gruppen gegangen. seid. Weil auch die, Das ist ja eine sich selbst befruchtende Blase, die sehr enthusiastisch unterwegs ist. Und die ansonsten kaum eigene Plattformen oder Formate noch finden. Es sei denn, Sie organisieren sich in irgendwelchen Gruppen oder so. Aber wo müssen Sie denn sonst hingehen? Sie gehen auf Münzausstellungen oder Flohmärkte und suchen sich. Und auf einmal haben Sie die Möglichkeit... Ortsunabhängig zusammenzukommen, an einem gewissen Tag. Und da es ja live ist, da musst du ja da sein. Du kannst es ja nicht in der Aufzeichnung anschauen und sagen, aber ganz toll, dass ich nicht dabei war, Jetzt habe ich diese Münze nicht kaufen können. Das geht ja nicht. Und das macht diesen Reiz aus, und das finde ich doch durchaus spannend.
Saskia Meier-Andrae: Und total, Und ich glaube auch, Diese einzelnen Communities hören sich dann vielleicht relativ nisch an, Aber es gibt ja ganz, ganz viele Communities. Ich glaube, da... rauszufinden, Was sind denn die Leidenschaften der Deutschen. Also Angeln. Zum Beispiel sehe ich als totales Potenzial. Aber die Summe derer oder Handtaschen oder was es auch immer ist, diese Leidenschaften zu entdecken und dann zu bedienen, sehe ich Riesenpotenzial.
Sascha Pallenberg: Dass du Angeln ansprichst. Das ist mir tatsächlich mal vor einem halben Jahr passiert. Da gucke ich mir so einen Angel-Vlogger auf YouTube an. Und habe das im Hintergrund laufen lassen, während ich arbeitete. Und der YouTube-Algorithmus hat mir ja natürlich ein Angelvideo nach dem anderen vorgeschlagen. Und auf einmal habe ich die komplette Angel-Community dann da durch gehabt. Und dann so, meine Güte, du lebst ja auf einer Insel. So Angeln könntest du ja jetzt auch mal wieder gehen. Das ist völlig irre. Das vermeintlich Nischige ist einfach extrem stark aufgestellt in diesen Blasen. Die haben sehr, sehr Loyale Communities. Und das sind letztendlich dann gar nicht mehr so wenige, wenn du dir das anschaust. Also auch diese Märkte entwickeln sich.
Saskia Meier-Andrae: Ja, und kaufkräftig. Also wofür gibt man den Geld aus? Also, wenn ich meinen Mann anschaue, Der gibt für seine Hobbys Geld aus. Und ich sage, wenn du da halt Podcast, dann hast du eine Mischung aus. Entertainment, Du hast Leidenschaft und auch eine Kaufkräftigkeit.
Sascha Pallenberg: Ja.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, ich bin ja mal auf beide Meinungen gespannt. Vertrauen ist ja so eine große Frage. Währung, Habt ihr ja eben auch schon gesagt, dass das nicht jemand ist, der da kommt und Podcast kurz ab und geht schnell weg. Und jetzt ist es ja aber so, vielleicht irre ich mich auch, Aber in meiner Wahrnehmung ist es so, dass man in Asien Leute, die Live-Shopeeng machen, So ein bisschen wie eine Beraterin einen Berater sieht und in Deutschland mehr wie so einen Werbeträger. Also da kommt so schnell dieses Kommerzialisierte durch. Woran liegt das und wandelt sich das vielleicht gerade? Vielleicht habt ihr ja jeder so einen eigenen Take da drauf.
Saskia Meier-Andrae: Ich weiß natürlich, was du meinst. Also solche, Ich glaube, Austin Lee, der Lipstick King, das ist, glaube ich, so ein asiatisches Beispiel, Der ist riesig. Und der probiert dann irgendwie 380 Lippenstifte in einem 12-Stunden-Stream Und das verkauft sich halt Wie geschnitten Brot. Ich glaube, das gibt es auch in Deutschland, aber natürlich nicht in diesem Maße. Aber da sind die Deutschen vielleicht auch ein bisschen skeptischer. Was wir halt sehen, also da vielleicht auch wieder zum Thema, wie wir das angehen. Wir gehen halt in diese Communities rein und die Menschen, die bei uns verkaufen, Die kennen sich wirklich mit deren Produkten aus. Die sind halt authentisch. Und ich glaube, wenn du authentisch bist und wenn du echtes Interesse und echte Expertise hast, dann ist Creator und Werbeträger, Natürlich sind es Werbeträger, Natürlich wollen die verkaufen. Wenn ich in ein Geschäft gehe, will mir der Verkäufer auch verkaufen, Aber die Frage ist ja, glaube ich dem, Was sind denn die Beweggründe, dass er mir verkaufen möchte oder sie. Und ich glaube, wenn das Authentizität und Expertise und selber Leidenschaft ist, dann schlägst du die Brücke. Und ich glaube, genau diese Menschen zu finden, und bei uns sind es auch oft, Also. Wir arbeiten natürlich auch mit Hosts und mit richtigen Creatoren zusammen, Aber wir arbeiten auch mit Händlern zusammen, die einfach ganz normale Businesses haben. Und das sind jetzt oft nicht die Leute, die du als TV-Personality positionieren würdest. Das sind teilweise recht schrullige Menschen, Aber die einfach so eine Authentizität haben. Aber deshalb schaut man ja zu. Ich will ja nicht irgendwie glatt gebügelt. Schöne Menschen haben, die mir irgendwas präsentieren. Ich will ja, Leute haben, die sich echt auskennen. Und einfach anders sind. Und entertaining. Und ich glaube, das resoniert dann sehr mit den Deutschen.
Sascha Pallenberg: Das kann ich tatsächlich auch genau so bestätigen. Und das ist tatsächlich auch die Art und Weise, wie ich mich persönlich immer selber definiert hatte. Und als es dann hieß, Oh, meine Güte, Jetzt wird der Corporate Influencer beim Daimler. Und ich habe mit dem Influencer gar nichts zu tun. Bitte seid mir nicht böse. Und ich ziehe da meinen Stiefel relativ gerade durch. Ich sage nicht, heute finde ich Audi am geilsten, Morgen ist es BMW und übermorgen ist es Mercedes. Ich habe da schon gewisse Präferenzen, und all meine Subjektivität ist dann gefühlt auch für mich, so, Seit 20 Jahren sage ich das, zumindest sehr, sehr große Transparenz, weil ich das Halt immer vorher auch sage. Und das ist der riesengroße Unterschied. Und das schafft... Je nachdem, wie lange du das machst, baut das a, diese Community auf, b, Das Vertrauen über den zunehmenden Zeitraum, in dem die Followerinnen und Follower einfach sehen, das ist jetzt hier nicht so ein, weiß ich nicht, so EIN One-Hit-Wonder, Der macht das jetzt hier einmal, um für zwei, drei Wochen irgendwas abzukassieren. Das ist offensichtlich in seinem Leben, über diese Dinge zu berichten und auch zu sagen, übrigens. Das habe ich mir gerade gekauft. Ich zeige euch jetzt, wie das funktioniert. Und ich sage euch, das ist besser als das. Aber das ist günstiger. Aber das ist auch nur meine persönliche, Subjektive Meinung. Geht auch noch mal in den Laden rein. Probiert es selber aus vorher. Aber falls ihr meinen Kanal unterstützen möchtet, Hier unten ist der Link. Kriegt eine schöne Provision drauf. Das machst du dann ja. Letztendlich muss ich ja davon leben. Ich lebe ja nicht davon, dass einfach nur die Leute alle Mal KURZ in... In den Chat gesagt haben, hallo, finden wir toll, dass Du was machst und dann wieder weg sind.
Saskia Meier-Andrae: Wir sehen auch bei uns, dass die Händler und Händlerinnen, die erfolgreich sind, Die haben idealerweise schon selber Communities, die Sie halt selber dann einladen können. Zu den Streams. Die streamen auch mindestens dreimal die Woche und die Streamen auch vorhersehbar. Das heißt, Die Leute wissen und wir unterstützen das auch auf eBay-Basis, dass wir auch über das Live-Programm nachdenken, wie ein Programm, wie ein Fernsehprogramm. Wir haben donnerstags Zeit und Glanz. Da ist dann halt alle Juweliermarken, Uhren. Das heißt, du holst Dir dann quasi auch Programmdichte rein, damit du die Communities dann auch dementsprechend bedienen kannst. Und dann haben wir irgendwie Pokémon-Dienstag. Aber einfach verschiedene Programmpunkte, wo sowohl die Händler und Händlerin Halt sagen, okay, Dann streame ich und die Communities auch wissen, wenn ich da hinkomme, Dann habe ich da die Programmdichte, dann habe ich andere Menschen, die mich interessieren, dann können wir uns alle treffen. Und deshalb musst du auch so darüber nachdenken.
Sascha Pallenberg: Ich glaube, das unterscheidet sich nicht großartig von klassischem Offline-Shopeeng. Ja, also. Hier in Taiwan sind die Geschäfte alle am Sonntag offen. Und dann geht man mit der Familie flanieren. Ja, dann wird mal durch die Shopeeng-Malls gelaufen. Es wird sich alles angeguckt und man lässt sich beraten. Und ich gehe zum Beispiel, wenn ich irgendwie ein Problem mit meinem... Nasssystem habe, gehe ich immer in den gleichen Laden rein, seit 15 Jahren. Und als ich mir ein Neues gekauft habe, komme ich... Ich gehe da rein und der sagt, Hör mal, das letzte hast du bei uns gekauft, hier, 2011. Ich sehe das noch an dem Aufkleber. Ich sage, Ja, klar, und ich komme gerne wieder zu euch, weil ihr euch um alles gekümmert habt. Und mir damit Lebenszeit schenkt, weil ich mich nicht drum kümmern muss. Und ich vertraue euch. Also ob Offline oder online, ist das gar nicht so großartig unterschiedlich. Es gibt auch sehr, sehr erfolgreiche Formate, die beides kombinieren. In Düsseldorf auf Akköl gibt es noch total durchgeknallten. Uhrenhändler, so ein Juwelier, der auf Instagram komplett nach oben schießt. Und da dachte ich so, meine Güte, da muss ja welche von den Uhren loswerden, das lässt du mal schön bei dem. Und dann bin ich da vorbeigefahren, als ich das nächste Mal wieder in Deutschland war. Und dann war der wirklich so. Und dann stand dann da morgens eine Schlange von 20 Leuten vor dem Laden.
Saskia Meier-Andrae: Wahnsinn.
Sascha Pallenberg: Was ist denn hier los? Völlig irre. Naja,
Saskia Meier-Andrae: Aber Uhren ist auch so ein Thema. Wir haben auch einen, ich weiß nicht, ob es vielleicht sogar derselbe ist, aber wir haben auch einen, Mehrere Uhrenhändler, Aber auch einen, der Halt so in das Schema reinpasst. Und der auch letztens in einem Stream, glaube ich, Uhren bis zu 90.000 Euro verkauft hat. Das ist irre, was da für ein Geschäft drin ist. Und die fangen ja alle bei einem Euro an. Das ist, glaube ich, auch dieser Entertainment-Faktor. Also eine Rolex, die bei einem Euro anfängt. Und dann siehst du im Stream, wie es halt so hoch geht. Das ist schon echt krass.
Joël Kaczmarek: Da bin ich ja mal neugierig. Wie macht Ihr das denn, weil du gerade so eine Art Programmgestaltung angedeutet? hast? Ich habe für mich auch mal überlegt, ob ich mehr streamen sollte, weil der Chef von Elgato, Die stehen Ja, so Streaming-Hardware her, Sascha und ich sind ja beide große Fans. Der meinte, ey, wir wollen jetzt... Den sehe ich, glaube ich,
Sascha Pallenberg: auch die Woche wieder.
Joël Kaczmarek: Ah ja, Grüß dich mal schön.
Sascha Pallenberg: Der ist ja hier auf der Computex, Julian.
Joël Kaczmarek: Ja, der ist immer unterwegs, international, ist absurd. Der ist so gut wie nie. In München, habe ich den Eindruck. Naja, auf jeden Fall, meinte der so, hey, Wir glauben super stark an Livestreaming, weil durch KI Halt sehr viel Fake-Content entsteht, ja, und Live kannst du nicht faken. Da dachte ich, okay, cool. Und wenn ich dann aber anfange, mich mit zu beschäftigen, dann realisiere ich so, naja, wait A minute, irgendwie so... Samstag oder Sonntag um 18 Uhr machen ja anscheinend die meisten, so. Ich glaube, Sonntag um 18 Uhr ist so ein Ding.
Joël Kaczmarek: Ist groß.
Joël Kaczmarek: So, äh, wo gehst Du denn dann hin? Wie macht Ihr das bei eBay, dass Ihr das sozusagen jongliert, dass Ihr den Leuten helft, dass nicht irgendwie, weißt du, was ich meine, dass es so eine Gleichverteilung gibt, dass irgendwie die Slots alle gefüllt sind, dass immer, was los ist auf der Plattform und gleichzeitig zu viel.
Saskia Meier-Andrae: Ja, das ist eine gute Frage. Wir haben, das ist eigentlich eine komplett neue Art. Commerce zu treiben. Und wir haben auch Menschen eingestellt vom Profil her, die eher in dieses Programmanagement hineinpassen, die eher so vom Fernsehen kommen. Weil du einfach ganz anders darüber nachdenken musst. Es ist halt kein statischer Content. Wie du gesagt, hast, Sascha, der Stream läuft und du bist dabei oder du bist nicht dabei. Und somit denkst du auch wirklich über Slots nach und wir denken über Programmdichte nach. Und deshalb haben wir auch erst mit bestimmten Kategorien angefangen, weil Es ist viel wichtiger, dass du in den Kategorienprogramm dichte. hast, Programm, Tiefe, dass ich da halt reinkomme. Und zehn Streams habe, anstatt, dass ich super breit irgendwie hier mal angeln und da sammelkarten ein, Also Du willst ja quasi die Community begeistern, und dafür brauchst du Tiefe in diesen einzelnen Kategorien. Das heißt, um mal vor eine Frage zu antworten, erstmal Leute einstellen, die so denken, die wirklich entertainment können und dann zweitens auch operativ sicherstellen, dass wir ein Programm bauen können. Einzelne Kategorien launchen, dafür dann eher mehr Shows. Die Shows bündeln auf verschiedene Tage, die zu einer Nische hinzugehören. Dann kannst du das Marketing machen. Dann kann ich für den Tag an die Communities reingehen. Es ist schon ein richtiger Muskel, den wir da aufbauen, wo wir natürlich auch viele Learnings aus den USA haben, da wir da schon live seit zweieinhalb Jahren sind. Aber genau so musst du es machen. Und die Creator oder die Händler und Händlerin, Die müssen halt am Sonntag streamen um 18 Uhr. Aber das ist für die auch sehr lukrativ, muss ich sagen.
Joël Kaczmarek: Was würdest Du sagen, wenn du jetzt mal in Kategorien denkst? Also du hast ja gesagt, am Anfang eher Nische. Also Münzen... Sammelobjekte, Angeln. Was sind denn aber jetzt, wenn du schon ein bisschen mehr Traction auf der Plattform hast? Und Erfahrung, Was sind denn die gut funktionierenden Kategorien für sowas?
Saskia Meier-Andrae: Also jede Kategorie, die wir anfassen, funktioniert eigentlich sehr gut. Wir haben jetzt Refurbished als eine Kategorie. Also ich glaube, Alle Kategorien, wo vor allem, wo entweder Community und oder Vertrauen ein großer Aspekt ist. Ja, bei refurbished oder wieder aufbereiteten Produkten, wenn ich da den Menschen ein iPhone zeigen kann und sagen kann, guck, mal, das ist wie neu. Ja, kein Kratzer hier, Sogar die Folie ist noch oben drauf. Dann habe ich natürlich eine viel höhere Conversion und Preisrealisierung, als wenn ich einfach nur ein Bild sehe. Ja, bei einer Luxushandtasche, wenn ich da das Innenfutter zeigen kann, die Ecken zeigen, kann, die Kunden mir noch sagen können, hey, mach mal einen Reißverschluss auf, geh mal hier rein. Genau dasselbe, Höhere Preisrealisierung, höhere Conversion. Also, wir hatten jetzt auch letztens einen Stream, Ich glaube, das war von Liqui Moly, Da hat ja niemand ein Auto geputzt. Ein Auto geputzt mit einem von deren Produkten. Und das lief Bombe. Das ist ganz unterschiedlich. Da wollten die Leute halt einfach sehen, Wie das funktioniert. Wir haben in UK einen Stream von so einem Saatguthersteller, und sie zeigen halt, wie ihre Pflanzen wachsen. Also alles geht. Ich glaube, das wichtige ist, dass Du Community hast, dass es Vertrag ist. Ist die Uhr echt oder wächst die Pflanze wirklich? Kann sich halt auch anders manifestieren. Und dass ich halt jemanden habe, der das authentisch und wirklich mit Expertise verkauft.
Joël Kaczmarek: Was sind denn eigentlich so die Formate, in denen die Leute arbeiten? Ich habe mir mal gedacht, das ist so, wie ich jetzt hier sitze. Du hast dann irgendwie so ein Item, guck, mal Leute, das ist meine Handtasche, die ist richtig neu. Da steht der Name drauf und vielleicht hast du noch eine Kamera von oben oder so. Aber von dem, was du gerade so erzählt, hast, und Sascha kann bestimmt aus Asien gleich noch ein paar hartere Dinge draufsetzen, habe ich ja so den Verdacht, dass man da noch ganz andere Sachen machen kann. Also ist so ein Livestream so, wie ich es mir gerade denke, so relativ nah an Shopeeng-TV dran? Oder gibt es da auch sozusagen, so Formatrichtungen? mittlerweile, die noch innovativer sind?
Saskia Meier-Andrae: Also, die sehen schon echter. Also, es gibt natürlich die, was du jetzt beschreibst, würde ich sagen, ist von dem, was wir haben, am höheren Ende. Aber es ist schon immer sehr echt. Also du siehst dann hinten auch einen Schrank. Von all den Handtaschen zum Beispiel, Da sagen die Leute, hey, kannst du mal, bitte jetzt die Louis Vuitton oben rechts machen. Aber ich habe auch Streams gesehen, wo irgendwie die ein Warenlager hinten haben und es quasi Restpostenverkauf ist. Und dann schmeißen, die sich die Pakete in die, so hier, schmeiß mal das nächste Paket. Und dann halte ich das hoch. Bis hin zu, Gestern habe ich einen Livestream gesehen, Das wurde als Wohnungsauflösung positioniert, aber ging einer mit einer Kamera durch eine Wohnung und hat da quasi all die Sachen, Da waren echt Coole, Sachen, das war toll. Aber das war dann wirklich so wie Live-Wohnungsauflösung. Also ich glaube, Auch da experimentieren wir ganz viel. Und am Ende des Tages muss es Entertainment sein. Und das kann ganz unterschiedlich aussehen.
Joël Kaczmarek: Was ist denn so das Geilste, was du in Asien gesehen hast, Sascha, in Sachen Live-Shopeeng?
Sascha Pallenberg: Saskia beschreibt das gerade eigentlich perfekt. Es kann all das sein, was du meinst, dass es sein könnte. Und dann ist die Frage, gibt es dafür erstmal einen Markt und schauen sich das Menschen an? Wir haben die Möglichkeit... In den Ballungszentren, überall, egal, wo. Wir sind, mit unserem Telefon in 4K und 60 Frames pro Sekunde zu streamen. Was ja völlig irre ist. Überleg mal, da hättest du vor zehn Jahren drüber nachgedacht. Ich kann mich noch daran erinnern, Wir haben Livestreams von der CeBIT gemacht, Da mussten wir drei LTE-Module parallel schalten, Damit wir da durch die Hallen gehen konnten, um wenigstens in 5 Dinge mit 20 überhaupt rauszukommen. Und heute sind wir da wirklich in einer Qualität unterwegs, und das ist völlig irre. Und all das hast du hier praktisch in deiner Rosentasche, Das komplette Studio. Es ist immer die Frage, wie ich dieses ganz persönliche Erlebnis des Shopeengs, des Unterhaltenswerdens, des Infotainments, Das ist nämlich, glaube ich, am besten zusammengefasst, Die Informationsgrundlage muss immer da sein. Ja, weil ansonsten ist es Comedy. Und Comedy hat natürlich auch seine Berechtigung, selbstverständlich, Aber das hat ein komplett anderes Format. Und das ist halt kein Live-Shopeeng. Und das ist nicht etwas, wo die Leute sagen, ach, meine Güte, lass den Mittermeier nochmal zwei, Drei lustige Witze erzählen, dann kaufe ich vielleicht dem seine Sneaker. Das wird er wahrscheinlich nicht hinhauen. Also ich glaube, wenn man das alles so ein bisschen kombinieren kann, Man ist entertainig unterwegs, MAN IST vielleicht... Ein bisschen nischig vom Format, ohne nischig von der Zielgruppe zu sein. Weil dadurch kann man sich abheben von den anderen. Dann hat man glaube ich hier wirklich alle perfekten Zutaten, um hier erfolgreich zu werden, Wenn man den entsprechenden Atem dafür hat, das auch wirklich durchzuziehen, über einen gewissen Zeitraum.
Joël Kaczmarek: Ich meine, Saskia, habt Ihr so Patterns, die Ihr seht, die besonders gut funktionieren? Ich habe ja zum Beispiel immer so die Krankheit, ich denke mal, wenn ich was mit Video mache, muss das möglichst perfekt aussehen. Und alles, was ich so social, modern, aber irgendwie höre, ist genau das Gegenteil. Also eher dieses Ruffe, Es soll nahbar sein, Es soll sich echt anfühlen. Also habt ihr schon, so Merkmale, von denen Ihr seht, Alles klar, wenn jemand irgendwie zu professionell ist, Gehen die Conversions runter. Oder wenn der nicht mindestens fünf Call-to-Actions macht, passiert nicht viel. Also gibt es da schon so Momente, die Ihr seht?
Saskia Meier-Andrae: Also ich glaube, das Erste ist, Dass die Leute halt idealerweise schon selber ein Following haben und auch selber schon in einer Community aktiv sind. Dadurch haben die Halt eine viel, Viel höhere Kredibilität, als wenn die jetzt einfach total Fresh reinkommen. Das Zweite würde ich sagen, vielleicht ein bisschen taktischer, bei einem Euro anfangen. Da gehört Mut dazu, aber dadurch kriegst du die Leute in deinen Stream rein. Weil das ist einfach, gerade bei, Wir haben ja auch eher hochpreisigere Produkte. Wir haben Produkte, wo halt auch so eine Wertigkeit dahinter ist. Und wenn ich dann zum Beispiel eine Rolex oder eine Louis Vuitton-Handtasche bei einem Euro anfange, Das ist ein Kitzel, weil da kann jeder am Anfang mitbieten. Vielleicht kann ich mir die Tasche dann nicht für den Endpreis leisten. Von irgendwie, keine Ahnung, 1.500 Euro oder 1.000 Euro, Aber ich kann mitbieten. Und das macht ja dann einen unglaublichen Entertainment-Faktor aus. Das heißt, ich glaube, bei diesem einem Euro-Anfang, das funktioniert sehr gut, mehrfach zu streamen, Was ich auch eben schon erwähnt, hatte, dass die Leute wissen, okay, der kommt regelmäßig, Ich kann dem folgen. Das geht auch mit dem ersten Punkt einher, dass man halt eine Community um sich herum hat. Und die Community kann einem vertrauen. Dass man da ist, das ist wichtig. Und dann, glaube ich, Authentizität. Und da gibt es verschiedene, Wie gesagt, ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, Da gibt es unterschiedliche Vehikel, um das zu machen. Also wir arbeiten zum Beispiel teilweise auch mit Co-Hosts und Influencern zusammen, die natürlich dann ihre eigene Community mitbringen. Das funktioniert sehr gut, Zum Beispiel Im Fashion-Bereich haben wir das ein paar Mal gemacht. Das ist super, weil die natürlich quasi nochmal doppeltes Following generieren und auch nochmal eine ganz andere Kredibilität haben. Aber zum Beispiel dieser Uhren-Livestreamer, den ich eben erwähnt habe, Der streamt partout nur selber oder mit Freunden und Familie. Und der ist halt überhaupt nicht. polished, Der ist aber so witzig und so entertaining. Also, ich habe jetzt nicht die Affinität, normalerweise für Uhren, Aber ich habe mir diesen Stream für eineinhalb Stunden angeschaut und es war einfach herrlich. Das heißt, ich glaube, der muss einfach Entertaining und authentisch sein. Und dann, wie gesagt, so Mechanismen, so Gamification-Mechanismen wie bei einem Euro starten. Oder Umfragen machen oder auch das Publikum fragen, was willst du denn sehen? Wenn ich da irgendwie zehn Handtaschen im Hintergrund habe, Vielleicht nicht die Chanel als erstes, sondern eher als letztes, Weil dann bleiben die Leute länger im Stream, weil die will Jeder haben. Also solche Mechanismen, so ein bisschen Hinauszögern und die Leute Teil des Ganzen zu machen.
Joël Kaczmarek: Ich kann mir das lebhaft vorstellen, dass es dann wirklich so eine Art Ablauf auch irgendwie hat, so eine Show ist. Und ich bin ja mal auch so ein bisschen neugierig. Weil du eben gesagt, hast mit den Influencern, die ihr teilweise holt. Ich denke da immer an diese Limonadengeschichten. Es gab ja so eine Zeit lang, da hat ja irgendwie jeder bekannte Creator oder Influencer hatte irgendwie ein Getränk im Laden, so ein Eistee. Oder irgendwie sowas. Und es war immer so ein One-Off-Geschäft. Es piekte so knallig hoch, weil man es mal probieren wollte. Ach, was macht der denn für eine Pizza? Oder wie schmeckt denn jetzt die Pfirsichlimo? Und dann schoss das ja wieder so in den Boden. Es gab sehr wenige, wo es sozusagen durchgehalten hat. Seht Ihr schon so Traktionseffekte, dass wenn Leute mit einer Followerschaft zu euch kommen, ins Live-Shopeeng gehen, Dass das dauerhaft hält. Oder ist das auch so ein bisschen Strohfeuereffekt?
Saskia Meier-Andrae: Nee, absolut. Das Gute bei uns ist ja bei eBay, dass wir nicht nur das Live-Geschäft haben, Das heißt, du hast auch quasi das Geschäft auf der Plattform. Und wir empfehlen den Händlern immer bei beidem zu sein. Wir sagen vor allem den Leuten, die normalerweise nur Live-Shopeeng machen, sagen wir dann, hey, und bei uns kannst du auch im Schlaf verdienen, ja, nebenbei. Das ist ganz cool. Und was wir halt da zum Beispiel sehen, ist natürlich einerseits, dass die Leute ihre Follower schafft. Mitbringt und dann durch die Livestreams auch aufbaut, aber auch dann quasi die Übersetzung auf ihr Grundgeschäft bei eBay hat. Und das ist halt dann nochmal so doppelt charmant, weil dann gibt es halt auch, wenn ich irgendwie um 8 Uhr morgens bei der Person einkaufen möchte, Kann ich auch da auch die Streams dann nochmal im Replay sehen. Also Du hast einfach nochmal eine Verlängerung des Contents, die echt gut funktioniert.
Joël Kaczmarek: Und jetzt haben wir natürlich viel über die sendenden Seite gesprochen. Wie ist es denn bei den Empfangenden? Also mich interessiert ja auch mal, was das für eine typische Zielgruppe ist. Wenn jemand Live-Shopeeng auf der Kundenseite sozusagen, sich anschaut, ist es dann eher so. Gen Z. Groß geworden durch TikTok? Oder ist das so durchaus auch echt? Der informierte Sammler, der mit eBay quasi eigentlich sonst interagiert? Also wie alt und wie innovativ ist denn, so das Publikum?
Saskia Meier-Andrae: Nicht so jung, wie du denkst, aber jünger, Also auf jeden Fall eine jüngere Zielgruppe, als wir vielleicht sonst bei eBay haben. Aber sie müssen natürlich auch auf eine gewisse Art und Weise kaufkräftig sein, weil wir ja auch schon in diese etwas höherpreisigen Segmenten unterwegs sind, Wo Vertrauen auch eine große Rolle spielt. Wie gesagt, so eine Chanel-Handtasche oder eine 150-Euro-Sammelkarte, Die zahle ich jetzt wahrscheinlich nicht aus meinem ersten Taschengeld heraus. Von daher sehen wir da schon ein jüngeres Alter, weil natürlich dieses Live-Commerce jetzt. Was ist, Was wahrscheinlich da eher Traktion gewinnt, Aber es geht auch durchaus in die Masse. Ich glaube, es kommt auch an, welche Nischen und welche Communities du angehst. Wenn ich Angeln mache, dann erwarte ich da nicht. DIE Gen-Z-Frauen. Ich nehme jetzt vielleicht was vorweg, aber ich glaube, jede Community hat halt seine Demografik. Und der Münzen-Stream hat wahrscheinlich dann eher eine männliche und eher eine etwas ältere Population. Bei den Handtaschen ist es dann vielleicht ein bisschen jünger und weiblicher. Also ich glaube, es kommt ganz auf die verschiedenen Nischen an, die du angehst. Und insgesamt versus dem normalen Online-Markt etwas jünger. Aber nicht super jung und nicht Shen XI nur.
Joël Kaczmarek: Was würdest du sagen, also? Das Spannende ist ja immer so Erfolgsmessung, auch. Also, wie ihr den Erfolg definiert, würde mich mal interessieren. Wann bin ich denn jetzt? so ein Creator bei Euch im Live-Shopeeng, wo du sagst, ey, Pass mal auf, Du bist einer der 50, die ich hier einmal im Jahr zum Essen einlade mit goldenem Handschlag. Hast Du was super gemacht. Also auf welche Patterns guckt ihr? Ist das so Umsatz? Ist das Verweildauer? Ist das Häufigkeit der Streams?
Joël Kaczmarek: Weißt du, was ich meine? Ja, ja,
Saskia Meier-Andrae: klar. Also ich glaube, erstmal möchte ich, dass es für die Händler erfolgreich ist. Die investieren natürlich Zeit in unsere Plattform. Und das heißt, Die müssen sicherstellen, dass sie bestimmte Umsatzziele für sich erreichen, die dieses Zeitinvestment für sie attraktiv macht. Und was jetzt genau die Umsatzziele sind, unterscheidet sich natürlich auch pro Kategorie. Wenn ich jetzt Uhren mache, ist es anders, als wenn ich Waschmittel mache. Mache für Autos, Aber das muss für sie erstmal erfolgreich sein. Das heißt, wir schauen uns an für die verschiedenen Kategorien, Wie ist denn der GMV per Seller oder per Stream? Und entwickelt, der sich positiv. Das ist das Erste, weil wenn die Händler glücklich sind, dann streamen die auch. Und das ist sicherlich der beste Indikator, Wenn ich Supply habe, dass ich dann auch Demand habe. Für mich als Plattform schaue ich natürlich auch auf ganz viele Kennzahlen. Einerseits GMV, Wie viel Umsatz mache ich? Dann wie viele Händler, also gerade in dieser Aufbauphase, ich meine, Wir sind schon wahnsinnig viel gewachsen, Aber natürlich ist da noch so viel Potenzial. Das heißt, wie viele Händler habe ich überhaupt auf der Seite? Wie viele Stunden streamen die? Auch pro Kategorie habe ich da die Programmdichte, die ich haben will. Dann natürlich auch, Wie viele aktive Käufer habe ich? Wie interaktiv sind die? Wie viele haben? kommentiert? Wie viele haben geboten? Wie viele haben gekauft? Bei all diesen Kennzahlen ist, glaube ich, eine der größten Kennzahlen. Gar nicht mal, wie viel Umsatz ich damit mache, sondern kommen die Leute wieder, Die Käufer? Also kommen die Händler wieder, weil sie Erfolg gesehen haben und kommen die Käufer wieder? Ich glaube, der Loyalitätsaspekt dieses Streams, Das ist eine langfristige Investition. Und gerade, wo wir bei eBay auch noch die Parallelplattform, also unser Kern-eBay quasi haben, haben wir die Möglichkeit, auch dieses langfristige Spiel zu spielen und sicherzustellen, dass wir... Echte Entertainment-Formate bieten, die eine langfristige und wiederholte Käuferschaft zurückbringen. Das heißt, dieses Loyalty-Thema ist für uns auch ein sehr, sehr großes.
Joël Kaczmarek: Und Sascha, was mir ja gerade noch so einfällt, Wir haben ja jetzt in Deutschland, insofern ein kleines Extrem, dass bei uns ja immer alles separiert ist. In deiner Welt ist ja alles häufig zu so Super-Apps zusammengebundelt. Also, das ist ja dann sozusagen noch mal drei Oktaven drüber, weil wir reden jetzt viel so über Erfolgsmaßnahmen. Und wie binde ich die Leute? Und so weiter. Hast du so eine Arbeitsthese? Also warum ist das, behebt das bei uns nicht so ab? Kommt es vielleicht noch? Und dass du es vielleicht auch nochmal da reinholst in diese Welt. Weil ich glaube, viele können es sich gar nicht vorstellen, wenn du eine App hast, mit der du gleichzeitig streamst, bezahlst, interagierst, Kommunizierst und, also. Es ist ja super vielschichtig.
Sascha Pallenberg: Also, wir haben in Taiwan tatsächlich kein Pendant zu WeChat, was wahrscheinlich die pure Definition der Super ist. Apps ist. Also, als wir zum ersten Mal in westlichen Märkten davon geredet haben, Da gibt es da in China etwas, und die machen alles wirklich nur da. drin. Das fängt erstmal als klassischer Messenger an. Und auf einmal kann ich darüber zahlen. Auf einmal kann ich da schon im Nudelshop meine Lieblingshühnersuppe ordern, direkt bezahlen aufgrund der automatischen Geolocation-Verfolgung. Wissen die ganz genau, wo du bist. Das heißt, wenn ich reinkomme, steht die Suppe da. Und zwar frisch, weil sie 30 Sekunden vorher dahingestellt wurde. Es ist wirklich etwas, was auf einem anderen Niveau abläuft. Ich kann mich gut daran erinnern, dass selbst ein Audi auch schon vor zehn Jahren in China anfing, Auktionen zu machen. In solchen Ökosystemen. Also für ein Auto, wo man sich erst denkt, Oh, meine Güte, ob das so gut geht. Aber alleine die Kombination, dessen, was man dort erreicht, hat, an Zuseherinnen und Zusehern, Menschen, die damit engagen. Und was letztendlich auch nur dabei rumbekommen, ist, Weil das ein riesiger Marketing-Stunt und kommunikativer Vorteil ist. Bei uns in Taiwan gibt es tatsächlich zwei Apps, die hier sehr, sehr wichtig sind. Das ist zum einen LINE, Das ist ein Messenger, der vor allen Dingen in Japan und Südkorea genutzt wird. LINE ist tatsächlich auch das größte Mobile-Payment-System, Was wir hier haben. Wir haben sieben oder acht Mobile-Payment-Systeme. Wenn du hier im Taxi bist, kannst du mit allem möglichen Scheiß bezahlen. Warum zahlen die Leute mit LINE? So gerne? Ganz einfach, Wir leben hier in einer Society of Cuteness. Also alles wird mit lustigen kleinen Männchen ausgestattet. EVA Air, Die Taiwanische Fluggesellschaft, Die hatten Hello Kitty Check-In-Schalter. Ich weiß nicht, wie oft ich im Hello Kitty-Plane war. Wo alles von Hello Kitty ist, Das Essen, kommt die Gurke ausgestanzt, Hello Kitty, Kopf und so weiter. Das war am Anfang total schwierig für mich, das zu begreifen. Mittlerweile möchte ich es gar nicht mehr anders haben. Also, ich liebe das inzwischen.
Saskia Meier-Andrae: Ich möchte auch in den Hello Kitty-Plane,
Sascha Pallenberg: Das hört sich Mega an. Es ist wirklich alles, Alles ist im Hello Kitty-Design. Also selbst die Uniform, Dein Kissen hat einen Hello Kitty-Aufdruck und so weiter. Aber wie komme ich jetzt von dem Messenger dahin? Warum bezahlen die mit dem LINE-Messenger so gerne? Dafür gibt es Punkte. Und für diese Punkte kannst du dir neue Stickersets kaufen. Und wenn du dann das neue Stickerset mit irgendwelchen lustigen, Katzen hast? Und dann sagen all deine Freundinnen, Oh, cute. Ganz, ganz wichtiges Wort hier. Oh, das ist so, cute. Weil du wieder dieses neue... Alleine dadurch funktioniert das. Alleine dadurch... Wie funktioniert es, dass es mit über 50% Marktanteil das größte Mobile Payment System hier geworden ist? Also, du bist hier in dieser LINE-Welt unterwegs und dann gibt es noch etwas anderes. Das nennt sich Shopee. Shopee ist in etwa zu vergleichen mit einem eBay oder mit einem Amazon. Du hast hier auch die diversen Trigger und Nudges, die sehr, sehr chinesisch auch aussehen. Darin kannst du alles mögliche bestellen. Behandlerweise. Liefersystem nach Hause, Weil wenn du in neueren, also nicht nur neueren, sondern in den letzten 20 Jahren. Gerade die Menschen, die dann halt in die urbanen Bereiche des Landes gezogen sind, Die Leben meistens in Apartmentanlagen mit einem Frontdesk, und da wird alles angenommen. Ich habe eine App für mein Apartment. Wenn was geliefert wird, wird da vorhin ein Foto gemacht, Ich bekomme eine Benachrichtigung, Alles klar, das Paket ist da. AbER Ah... Die haben auch, so Drop-Off-Stations für Shopee, Falls du das nicht hast, wo du dann auch entsprechend immer abholen kannst. Also, es ist so eine Kombination. Diese richtige Super-App haben wir nicht. Shopee, Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass es schon Marktführer sein dürfte. Auf Platz zwei dürfte tatsächlich PChome bekommen, wo man sich auch denkt, mein Gott, Ein PC-Versandhandel. Aber wir sind halt nur ein bisschen Technikaffiner hier unterwegs. Da kannst du natürlich auch alle möglichen weiße Ware, Haushaltsartikel und so weiter kaufen. Aber das sind so die bestimmenden Player hier auf dem Markt. Und wenn Du Dir diese Apps anschaust, dann ist das verständlich. Die ziehen dich schon da rein. Die wollen auch ganz gerne, dass du dabei bist. Du bekommst durch jeden Bestellvorgang irgendwelche Punkte. Die kannst du dann wieder einsetzen für die nächste Runde. Am Anfang war das so ein bisschen nervig, weil ich vergessen habe, die Notifications auszuschalten. Du hörst dann ganz kurz Musik, und auf einmal macht es im Hintergrund Kasching und jemand ruft Shopee. Und dann ist irgendwie was passiert. Und ich wusste erst mal gar nicht, wie kommt das denn jetzt, bis ich begriffen habe, dass es von einer Blöden Shopeee-App ist. Also dieses Asiatische, der wir versuchen, dich über alle Ebenen zu bekommen, dich mit Informationen auch zuzufluten, Was manchmal auch ein bisschen Too Much sein kann. Aber es ist nach wie vor eine etwas andere Welt. Und ich glaube, dass es wichtig ist. Und diese Erfahrung wird ja Saskia... Mit diesen diversen Formaten gemacht haben. Ich glaube, dass viele Dinge bei europäischen Userinnen und Usern funktionieren, Aber viele Dinge einfach auch nicht funktionieren. Ich glaube, dass wir schon mentalitätstechnisch da ein bisschen anders unterwegs sind. Und deswegen ist es gerade so wichtig, auszuprobieren. Genauso, wie es wichtig ist, für jemanden, der so Streams macht, auszuprobieren, ist es natürlich wichtig, auch für die Plattform auszuprobieren, um da die entsprechenden Schlüsse mitzunehmen. Und sich darauf auszurichten.
Saskia Meier-Andrae: Und ich, Sascha, was du gerade gesagt hast, finde ich total spannend, weil. Natürlich haben wir in Deutschland auch keine Alles-App. Du hast irgendwie WhatsApp, die für privat ist, und Instagram für Inspiration und LinkedIn für Business. Und ich glaube, in der Abzens einer Alles-App ist es aber dann für Marktplätze, und du meintest, ja, In Taiwan ist es ja dann auch quasi so, dass da der zweite Player hinter LINE auch... In die Richtung geht, dass es dann für Marktplätze halt eine spannende Möglichkeit ist, Dann zumindest einen Teil von dieser Alles-App dann halt abzudecken und dann sowas wie live als neues Format zu launchen, Weil wir halt dann schon den Traffic haben, die Kunden, Auch das Vertrauen, dass wir eine sichere Plattform sind. Das spielt da, glaube ich, dann noch mit rein.
Joël Kaczmarek: Gut, so und langsam mal den Blick in Richtung Deutschland, vielleicht so zum Abschluss zu bringen. Was glaubt Ihr denn so für die Zukunft gedacht? ALSO Saskia, Ich glaube... Wenn ich mich so mit anderen Leuten aus dem Handel unterhalten habe, kam mir immer so, Ach, Live-Shopeeng, Das ist doch so ein Trend, Hatten wir das schon dreimal. Wellen. Also, ich weiß, als ich früher bei Gründerszene war, kam das auch schon auf und dann ging es wieder. Was ist denn so deine Hypothese? Was brauchen wir jetzt in diesem Geschäft, damit das in den nächsten drei Jahren so wirklich Fundament baut? Und nicht so ein Trend ist, der einfach wieder wegschwappt?
Saskia Meier-Andrae: Also ich glaube, was ganz spannend ist, ist quasi auch LIVE in... Kombination mit KI zu sehen. Also, wenn du mich fragst, wie sich der Handel über die nächsten Jahre entwickeln wird, Ich glaube, durch KI wird sich das Rapide verändern und was Routineprodukte angeht, also jetzt irgendwie ein neues Smartphone oder eine neue Waschmaschine, da wirst du, glaube ich, über KI. Bald die Suche, den Preisvergleich, wahrscheinlich, dann auch den Einkauf, alles übernehmen können. Und das ist natürlich erstmal super, das ist irgendwie schnell, das ist günstig, das ist effizient. Es ist nicht besonders fun, aber muss es ja auch nicht sein. Es ist jetzt kein emotionaler Kauf. Aber die Frage ist ja dann in so einer Welt, Wer besitzt denn die Kundenschnittstelle? Und wer die Kundenschnittstelle nicht besitzt, der wird halt austauschbar. Dann mit der Zeit. Und ich glaube, das wird meines Erachtens Nach für Routineware auch passieren. Ich glaube, das wird sehr schwierig sein, sich da zu differenzieren. Aber gerade deshalb haben wir ja auch bei eBay quasi die Möglichkeit, die Strategie generell in Produkte und Kategorien reinzugehen, die nicht Routine-Produkte sind, irgendwie so Autoteile, Zubehör, Sammelware, Luxushandtaschen, Das sind alles Produkte und Kategorien, die eine Leidenschaft, eine Community hinter sich haben, die halt nicht routinemäßig sind, wo auch das Shoppen und das Einkaufen Spaß macht und auch das Browsen. Und ich glaube, da dann komplementär live zuzusehen, fast schon als Gegenpol zu KI, wo ich es halt, nicht nur, weil live, Da werde ich nicht durch den Checkout geschleust, das ist nicht effizient, ich investiere Zeit da rein. Weil es mich interessiert. Und wie du sagst, Sascha, in Asien, wo, also auch da, Wo die wahrscheinlich bei KI schon nochmal viel Krasser sind, als was wir hier in Europa sehen, da siehst du ja trotzdem noch diesen parallelzweig. Community, Live, Shopeeng, Social Commerce, Weil das einfach ein ganz anderes Bedürfnis anspricht. Und ich glaube, diese zwei, Ich sehe den Handel, dass er in diese zwei Richtungen geht. Und wir positionieren uns halt sehr klar auf der einen Seite. Und da ist live ein ganz, Ganz wichtiger Baustein für.
Joël Kaczmarek: Du hast ja eben auch viel so über Plattformen gesprochen. Hast Du so Hypothesen rund um Plattformen, die du heute vielleicht anders siehst, nachdem Ihr Live-Shopeeng gestartet habt, als früher? Oder wo du auch so tendenzen und Effekte siehst, wo Du glaubst, okay, Das Spiel wird sich da und dahingehend nochmal verändern?
Saskia Meier-Andrae: Also ich glaube, was du halt zusammenbringen musst, du musst halt Vertrauen, Entertainment und Community zusammenbringen. Zumindest für die Bereiche, in die wir reingehen wollen. Wenn ich mir andere Plattformen anschaue, ja, TikTok, die machen, glaube ich Entertainment sehr gut. Und die haben auch Community, Aber bei Vertrauen ist halt dann ein Fragezeichen. Andere Plattformen, also? Ich glaube, du musst halt wirklich alles drei zusammenbringen. Und das ist das, wo ich uns stark finde. Ich glaube, jede Plattform muss sich halt überlegen, wie sie spielt und wie sie es schafft, diese drei Elemente abzubilden, weil ich glaube, du brauchst alle drei, um wirklich nachhaltig wachsen zu können.
Joël Kaczmarek: Glaubt Ihr eigentlich, dass wir auch was verlieren werden? Durch Mainstream? Also, wenn das so in den Mainstream übergeht, Das Live-Shopeeng, Also geht da für eine andere Komponente im Handel weg oder ist das mehr so ein Baustein, der hinzukommt?
Sascha Pallenberg: Die Shopeeng-Fernseher werden die Geräte schon machen, also die Shopeeng-TV-Kanäle. eBay, nochmal, Das ist ein Verdrängungsmarkt meiner Meinung nach. Wenn wir uns die klassischen Shopeeng-TVs, die Home-Shopeeng-Europes und QVCs, die zum Teil seit zwei Dekaden… Auf dem Markt sind, die werden verdrängt werden, weil du Deviceunabhängiger unterwegs bist. Also, ich kann auf meinem Rechner, Ich kann auf dem Smartphone, Ich kann auf dem Fernseher überall mit dem gleichen Account unterwegs sein. eBay hat den großen Vorteil, einfach auch als Marke wahrscheinlich sogar noch eine Ecke bekannter zu sein. Als ein QVC in Deutschland oder als ein HSE. Ich bin da sehr confident bei der Geschichte. Und das hat eine ganze Menge, damit zu tun, dass ich bei diesen TV-Kanälen bei aller Liebe in den letzten 20, 25 Jahren auch wirklich nichts mehr verändert habe. Das sieht komplett genauso aus. Und ich glaube, das ist dann auch von der Demografie eher so kurz vor Rentner angesiedelt, ohne das in irgendeiner Art und Weise despektierlich sagen zu wollen. Aber die Breite des potenziell adressierbaren Publikums... Dürfte weitaus Spitzer sein als das, was ich im digitalen hinbekomme. Und so sehe ich das ganz klar. Ich glaube, dass im Digitalen die Player wie eBay und was auch immer noch nach Europa kommt, Flexibler sind, weil es von ihren Strukturen Companies sind, deren DNA digital ist. Und nicht irgendwie ein klassisches LINEares. TV-Format. Und die einfach auch bezüglich, Und das ist nochmal der riesengroße Unterschied, Die haben eine ganz andere Datenbasis. Und mit jedem einzelnen Stream, den Sie machen, kommt eine andere Datenbasis hinzu, als zu sagen, okay, Wir haben jetzt hier 500 Leute, Die haben irgendwo ein Kästchen zu Hause stehen, wo wir messen können, Welchen Fernsehkanal Sie eingeschaltet haben. Die Wissen Halt nicht, wer wo wie. Klickt und so weiter. Und das sind so Riesenvorteile. Also Ich sehe, dass die Reiten gerade in den Sonnenuntergang hinein, Diese Kanäle und die neuen Shopeengkanäle, Das sind die, die im Digitalen entstehen.
Joël Kaczmarek: Ja, cool, Ihr beiden. Dann ganz, ganz herzlichen Dank, dass ihr mich in so unterschiedliche Welten mitgenommen habt, von Asien bis irgendwie Live-Commerce und Co. Also, ich bin ja wirklich mal gespannt, was sich noch da tut. Und ja. Ich sende euch ganz herzliche Grüße an andere Enden der Welt. Heute mal. Also bis nach Taiwan. Bei Saskia nicht ganz so weit weg.
Saskia Meier-Andrae: Nicht ganz so weit.
Joël Kaczmarek: Vielen Dank euch.
Saskia Meier-Andrae: Super, Danke für die Einladung. Hat sehr viel Spaß gemacht.
Joël Kaczmarek: Dankeschön, das kann ich nur bestätigen. Und hier kommen zum Schluss, Wie versprochen, meine Fünf Dinge, die ich aus diesem Podcast gelernt habe. Erstens, Du brauchst alle drei. Vertrauen, Entertainment und Community. Und zwar gleichzeitig. Reichtkeits. TikTok zum Beispiel kann Entertainment und Community, scheitert, aber eher am Vertrauen. Und erst wenn alle drei zusammenkommen, wächst Live-Shopeeng nachhaltig. Das ist nämlich der eigentliche Burkeraum. Nummer zwei, geh in die beliebte Nische. Münzen, Sammelkarten, Angeln, Luxushandtaschen, Refurbished, Wir haben es gehört. Kategorien mit einer leidenschaftlichen, kaufkräftigen Community ziehen am schnellsten. Klingt klein, ist in Summe aber riesig. Und der Trick ist, Programmtiefe in einer Kategorie statt Breite über viele herzustellen. Drittens. Authentizität schlägt Hochglanz. Der schrullige Uhrenhändler, der nur mit Familie streamt, konvertiert besser als die glatt gebügelte TV-Personality. Live kann man nicht faken. Und genau die Imperfektion baut Vertrauen auf. Nummer vier. Die Mechaniken sind erlernbar und sie funktionieren. Bei 1 Euro starten, Also jeder bietet zum Beispiel mit, auch bei der Rolex. Feste Sendeplätze wie ein TV-Programm. Interaktion als Hebel. Etwa den Namen eines Zuschauers nennen. Umfragen mit 70% Beteiligung in 2 Minuten. Das beste Stück, bis zum Schluss aufzuheben, das ist das Handwerk, mit dem du arbeiten kannst. Und Nummer 5, Live ist der Gegenpol zur KI und der entscheidet über die Kundenschnittstelle. Weil Routinekäufe, Sowas wie Waschmaschine, Smartphone wandern zur KI. Schnell, effizient, austauschbar. Aber emotionales Shopeeng aus Leidenschaft, Das bleibt live. Wer also die Kundenschnittstelle nicht besitzt, wird ersetzbar. Das heißt auch, dass klassisches Shopeeng-TV, SOWAs wie QVC, HSE, reitet in den Sonnenuntergang, verdrängt von device-unabhängigen, Datengetriebenen Plattformen. So Leute, das sind meine 5 Learnings. Was habt Ihr denn noch so gelernt? Lasst mich doch ganz gerne mal wissen über Kommentare bei Spotify und YouTube. Zum Beispiel, was du noch so denkst, was du gelernt hast. Und ansonsten wünsche ich euch jetzt allen alles gute und Happy Hustling.